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beſchelden ampreſen Die jipeite Abtheilung
wurde aus Gruͤnden, die nur den, Verleger
und- :Befafkes, angehen, früßee ‘ als die erſte
Abtheilung gedrukt, und zu einer Zeit ausge⸗ |
arbeitet, wo es noch nicht Das Anfehen hatte,
als oh aus der großen Voͤlkerbe wegung weiter
nichts, als neue Formen von Feſſeln hervorge⸗ |
hen würden, Die Kriegsthaten der unbeſtaͤn⸗
digen Marion, welche die Extreme lieht und
jezt ihren Vorzug in Erfindung neuer "Pre
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z weißt. . Unangenehme Abhaltungen verzögere!
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die herannahende Meſſe goͤnnte mir diejenige
Seicfeiſt nicht, melche ich den Schilderungen |
‚der legten Begebenheiten ‚unter - Friedtich IL
when zu koͤnnen wuͤnſchte. Moͤge dieſer Kr
ſo unvollendet ee auchtſein mies; Dirkuft
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Befchichte des Könige Friedrich KL.
des Großen und Einzigen.
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Erſte Abtheilung. “
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bauch des weiten Schleſiſchen Krieges
Auguſt 1744. BE or
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Ir die Stürme des erften Schleſtſchen Kriegeb, |
welcher durch den Breslauer Vertrag vom 11 Zu
y742 , und durch die Unterzeichnung des —
Friedens zu Berlin den 28 Juli ſeine — Ends |
ſchaft erreichte, folgten zwei Jahre der uns Er
in welchen Friedrich zeigte, daß ihm vn | a. —
nicht Zwek, Heldenruhm nicht Ziel feiner W ef *
fondern nur, durch Noth herbeigefuͤhrtes Mitte fe
feinen Ländern Sicherheit und Wohlſtand zu ver
ſchaffen. Er wendete nun alle Kräfte feines wi
umfaffenden Geiſtes an, fich den weit (hönern au |
eineb Vaters des Vaterlandes zu erwerben, IN u
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Die Thaͤtigkeit, womlt er alte -frieblid, kan
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Sonst Geſch⸗ SET * J
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5 und Känfle in Aufnahme zu bringen und ihren Flor ,
zu erbdhen fuchte,. war bepunderungswärdig, und
entwikkelte fein großes Genie immer mehr- Seine
naͤchſte Aufmerkfamkeit war auf Schlefien gerich⸗
‚ter, aus welchem er Vortheile zog, die Oeſtreichs
Herrſcher nie geahnet hatten, und welches dabei von
24
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dem Drukke nichts fuͤhlte, den ihm die Satrapen
unter der vorigen Regierung verurfachten. . Frie⸗
drich erließ den Städten nad Dörfern alle ruͤkſtaͤn⸗
digen Gefälle, verfchafte den Arbeitsloſen Verdienſt
bei’'m Feſtungsbau, verforgte die unvermoͤgenden
Krieger ,. ſchenkte den Bauern Vieh zum. Pflügen,
und Samen für - die Zelder,, ſchoß deu Bürgern
Geld zu ihren Gewerben und neuen Anlagen vor,
belebte alle’, was die alte faumfelige Regierung ere
ſchlaft oder der Krieg ertödter hatte, mit neuer Kraft -
"And rief durch Tolerauz⸗Edikte die verfeheuchten Ka⸗ |
tholiken, und die verfolgten Sekten wieder (in ihre
‚Heimath. Die Kammern und Negierungs : Kolles
gien wurben ganz nach der Geſtalt der übrigen Preus
ßiſchen Statökörper umgeformt, und ihre Mitglies -
der fchärfer, als ehemals, beobachtet. Kaum hatte
ſich Friedrich von den Beſchwerlichkeiten des
"Seldguges im Juli etwas zu Berlin erholt ,- kaum
‚die Auguſtreiſe nach den Bildern zu Spaa zur
Stärkung feiner Geſundheit geendigt, ſo eilte er im
September 1742 ſchon wieder nach Bres lau,
von wo aus er unter'm 27 ‚Sept. an den Geheimehs
rath Zordan alfo ſchrieb: „Meine Schleſiſche
„Reife, auf der ich unendlich viel Arbeit gefunden
-. „habe,
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habe,” wird bald vorbei" ſein. Ich .habe-in
acht Tagen mehr. Befchäfte abgemacht,
„als Die Kommiſſionen bes Hanſes Oeſte
reich in acht Jahren, und. beinahe. alles. iſt
„mir gluͤklich von Statten gegangen., Su meinem
jrKopfe: find. jezt weiter nichts als Rechnungen und
Hahlen; aber bei meiner Zuruͤkkunft werde ic) das
zalles herausichafien, um etwas Beſſeres hinein gu
wöhntichen Vorrechte, 3. B. Freiheit. vom: Militaͤr⸗
dienſte, und legte 2 Hauptmeſſen daſelbſt an, wos
son er die Fruͤhlingsmeſſe im fahre 1743 und 1744
mit einem. großen Gefolge felber befuchte,. um ia
durch den’ Zufluß vom Fremden: anfehnlicher zu
machen und alle bemerkten Hinderniſſe ſogleich zu
heben. Seine oftere Anweſenheit in dieſer neuen Pro⸗
vinz hob fi ebald aus dem Verfall zu einer Hoͤhe, aus
„vriugen. Er erklaͤrte Breslau zur dritten feis
ner Hauptſtaͤdte, bewilligte iht als ſolcher die gen
welcher jezt erſt das Erzhans ven ganzen Umfang
feines Verluſtes inne wurde Außer den angefuͤhr⸗
ren Reifen nach Schieflen, kam er noch jaͤhrlich im
Spaͤtſommer dur Beſichtigung der Truppen datipz
wie er denn’im Jahre 1743 die erfie Schlefi Ihe
Muſterung bei Hundsfeld hielt, und dan über
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die Gebirgögegenden zur Unterfuchung des dort bluͤ⸗ \
jenden Haudels nad) Berlin zuruͤkkehrte.
Doch Aber der Sorge für Schlefien vernachlaſ⸗ v
figte er die alten‘ ‚Provinzen feineöweged. Im - -
Jahre 1743 richtete er ‘den. Gang der Regierungs⸗
vechate „die Art der jaͤhrlichen Rechnangeabe
‚a 2). m nahe
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nahme;, der Unterfuchung ' ber Miniſter n Depärtes
ments, die Zeit
und Ordnung der mülitaͤriſchen
7° ebungen fo beftimmt und ſo genau ein, daß jeber«
manu in Zufanft
Zur geſchehen würde.
wußte, wann dies, wann. jened
Dieſem Plane blieb Friedrich
" Jebenslang treu, und keine Lanne, Fein Zufall, feine.
I perfönliche Ruͤkſicht machte dariu eine Uenderung. -
Fruͤhzeitig bemerkte er die Gebrechen der Gerechtig⸗ |
| Zeitöpfleges: Er ſchafte die peinliche Frage ab,
gebot die Beſchleunigung der Prozeſſe, und
befahl dem Min
gung eines Entwurfs zur Berbefferung der Juſtig.
Diefer meldete ſchon 1743 in einem ausfuͤhrlichen
“
“
_ Berichte, daß die.
waljzet würde, weil Junge ‚‚ unerfahrne und unwiſ⸗
ifter ‚von Evcceii die. Verferti⸗
Juſtiz darum nicht zwelmäßig ver⸗
fende Praͤſtdenten und Raͤthe, die unter ber vorigen
Kegierung ihre Stellen gekauft hätten, in den Ges
richtshoͤfen ſaͤßen
zum Theil | feine oder ſchlechte *
| Beſoldungen härten, daher nur auf's Sportelmachen
u und auf Nebenkommiſſionen bedacht waͤren, die ohne
*Ordnung zuſammengeflikten Roͤmiſchen, durch neuere
widerſprechende Edikte in Konfuſion gebrachten Ge⸗
und wegen unterlaßner ‚gjähriger
Viſitation in feiner Furcht gehalten würden; hierzu
kaͤme, daß ſich ſelten ein
ſezze verdrehten,
Fahiger Juriſt zum Advoka⸗
⸗
ten gebrauchen ließe, weil jeder wegen der abſchrek⸗
kenden Advokaten
tracht des ſchwarzen Mantels und
Halstuchs, lieber ein ander Fach erwaͤhle, und alſo
”
nur arme und untaugliche Leute als Advokaten das
| Boll aufs Blut
!. —4
ausſaugten. Anſtellung gelehrter
| oo. Leute,
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Leute, Ethdhung der 'Wefolbungen, Verfaſſung
eines Landrechtes in deutſcher Sprache, ſtreuge, von
3 zu 3 Führen umternorimene Wifitationen ber Jus
ſtizhoͤſe, und Zufaffung ausgezeichneter Männer zur
"wofatıtr. nebſt Abſchaffuug der beſpotteten Kleis
dung — Vieh: waren die Mittel, melde er vors
ſchlug, von denen einige ohne Bedenken angenomb
men, andre wegen des bald einbrechenden Krieges,
imb wetjen der Schwierigkeiten, welche der Juſtize
miniſter von Arnim, ein Feind aller Neuerungen.
dagegen erregle, bis auf beffere Zeiten · austzeſezt
wurden: "Eine, enthuſiaſtiſche Berehrumg- ehüehe
ſich Friedrich beim ganzen Volke dadurch, daß
er mie dem nenen Jahre 1744] dffemlich vererdnete
vaß jeder feitie / Beſchretden und Klagen, ſeine Bits.
ten und Geſuche eigenhandig bei ihm anbringen nnd
der genaueſten Erwgung derſelben verftichert ſein
‚Tonne, Hat es gleich nicht an Tadlern dieſer Maß
regel beſonders unter denen/ die Fin gutes Gewiſſen
hatten, gefehlt, fo iſt es doch gewiß, daß ſich Friedrich
gerade hierdürch als Regent ehrwuͤtrdig, „abs Vater
des Landeß wohlthatig, und den Kabaleuſchudeit
furchtbar gemacht hat. Seine uuparteilſche Gerech⸗·
igkeitstiebe ohme-Räffche auf die Perſon bewies er
ſchon jezt in mehrern großen und Heinen Zügen. &
ließ er 1744 durch Trommefdjlagiin ganz. Berlin
vertünbigen, daß Niemand dem Kammerhrrru von
Poͤplnihz, for beliebt ſich vieſer Manirduip fine
mannigfalrige Taleme ſonſt zu machen wußte „ wo.
gen -feiner, Verſchwonbung etwas weiter“: * J
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Hler Ne Phllnitz Waragf in einen ſcherthaften
> Briefe. worſtellte, doß dies Adstrommeln um 30
Vahre zu ſpaͤt kaͤme, weil es damals fuͤr ihn vaan
Nuzzen haͤtte ſein komen, und. daß ber Koͤnig ih N
uawar beſtrafen, ‚aber, nicht, verderben moͤchten ſo ante
Vortete er ihm: Das Trommeln waͤre um der arnmen
Vaterthauen /.nicht um ſeinetwillen geſchehen; denn
. er ſei nicht- mehr zu hegern. Fo SEN
J Geis Hauptaugenmerk ging dahin, den im aͤndi⸗
GSen Kunſtfleiß zu. welken, „und dad. zirkulirende
Se im, Lande zu behalten. In dieſer Abſicht ſuchte
Ff die érzeugn ſſe des Dodens zu. vergehren, Die”
Werarbeipungen: benfelben. zu befdrdern, den auswaͤt⸗
Hgen Produkten moͤglichſt den Gingang zu / verſchlie⸗
Fen, alle Geldausftuͤſſe ſo, viel er Topurte,, ju ver⸗
AMopfan, ma die iuländifhen Handelögefchäfte ge
erleichtera. Der größe Planenſche Kanal ‚ward ge⸗
Walt, oum die Elbe· und Havel näher zu verbins
Ben Der Hafen zur Stettin wurde aufgeraͤumt,
— ———
MD era geſpreugt, um oin hequgmape- Landſtraße
grerhalten. Dajwiele raiche Juͤrglinge von Gehurt
ds Varurdgen im Auslande vqrſchwendeten und
> eine Frucht ihrer Reiſen, als Thorheiten, in den
Mita zuruͤkbrachten, ſo verbot Friedrich
Meilen in freude Siegen bei Werluft: alles „Haba
0 :Gatequ. elme.ihefonhre Erlaubniß. Ginanzipe
Aulat m nahn adm dheis Market: ein,welches er do⸗
2 Dad aniseftügten Def Auſtalten · zur Bidung uyd
aupiounttzrchte aonug im dende vorhanden PA \
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Er felber. ging ‚weit dem Beiſpiel einer weiſen
Eparfamfeit,, die von Geiz weit entfernt war, vors
Yan; und fchen ih dem Furzen. Zeiträume von 2 Fahz
ven. hatte er ſeine Keeren Kaffen wieder fo gefühlt,
daß er.einen neuen Feldzug ans feinen Mitteln fühz
ren fonnte, und dazu weder fremder Subfidien, noch
beichwerlicher. Anleihen bedurfte. Und denuoch hatte
er jedes Regiment um ein. Drittheil derſtoͤrkt,
6 neue Kavallerie » Regimenter in Schlefien errich«
zet, und ſein Heer, das bei'm Tode feined Vater
1740. aus 76000 Mann beftand , hierdurch ſo vers
wmiehrt, daß. er 2744 bereitd über 120,000 Streiter
ins Feld ſtelhe, und doch noch Maunſchaft zu eini⸗
gen Garniſonen uͤbrig hatte, Er ließ es ſich ejfrigſt
angelegen ſein, dieſem Heere, auf welchem die
Sicherheit ſeines Stats ruhte, jede nur erreichbare
Vollkommenheit zu geben, Er übte es nicht bloß in
ben, mechaniichen Handgriffen ;. nahm ichs bloß die _
neuen Mandver, die er an den Oeſtreichern, vor⸗
nämlich bei den leichten Truppen bemerkt.hatte, mis
gorlichtiger. Nachahmung an, fondern prüfte auch
den Werftand und die Geſchiklichkeit feiner Officiere.
Hierzu mußten die Kompagniechefs, Oberſien uud
Benerale ſchriftliche Diöpofifionen entwerfen, wad
ihm zur Beurtheilung vorlegen. , Die Wahrheit die⸗
ſer Angabe beweiſet ein Brief, welchen er unter'm-
‚ 32. Juli 1743 an den befannten Helden, damaligen .
Oberſten Bieten, ſchrieb, worin es unter andern
heißt: „Ich Habe die von euch und den ſaͤmmtli⸗
wären Rutweiſtern eures Regiments über eine zu
’ oe, omachen⸗
—
4
. Verfonen des Mniglichen Hauſes, die Vermaͤhlun⸗
\ ,
“ . \ ”.
L) ’ 7
' matende Partie gefertigten Disgoffitonen‘ erhald
ten, und bin mit: ‚felbigen fehr wohl zufrieden! .
wiewohl ich, unter ſolchen, eure und die des Ritt
/peiſters Oſtrowski fuͤr die allerbeſten, gefunden
babe.” Dieb geiget zugleich, um dies beilaͤufig
zu erinnern, wie grundlos das gemeine Vorurtheil
“ fei, als ob Zieten nur Degenhauer und. Benuszer
des Gluͤks geweſen ſei, aber Feine Fähigkeit gehabt
babe, regelmäßige Dipofitionen zu duichdenken
und aufzuſchreiben.
Wenn Friedrich II. ſeinem Vater in der
—E bei der Haushaltung und in der Liebe zum
Miilitaͤr ähnlich war, fo wich er doch in Abſicht auf
anſtaͤndige Pracht und ferne Vergnügungen ganz vom .
ihm Ab, - Bei aller Sparſamkeit, die ein König ger
wiß nie mit mehr Einficht und Nachdenken beobach⸗
tete, als er, hielt er es doch fuͤr erlaubt, ſeiner
- Würde für angemeſſen, und ſelbſt für Pflicht, um
he Hof einen gewiffen Glanz zu verbreiten, und
zu Zeiten koſtbare Fefte zu veranftalten, Dies that
er vorzüglich in den erfien Jahren feiner Regierung,
wo YTeine Jugend und fein natürlicher Hang zur
FIroͤhlichkeit ihn mehr, als im Alter, dafär ſtimm⸗
ten. Er liebte und bereitete auögefuchte Ergdzlich⸗
keiten aber auch aus Grundfaz ‚ um den Künftlern
- and Arbeitern Verdienit su verfchaffen,, den Geld⸗
‚ undlauf zu befdrdern, und nicht todte Geldmaſſen
geizig bloß in Gewoͤlben zu verfehließen. Die Ges
burts, Namens =-und andre ausgezeichnete Tage det
gen
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u — Sg. on |
gen des Bonigfichen Brubers Anguft Wilhelm
am 6. Jan. 1742, und der Schweſter Ebuiſe Uls .
rife mit dem Schwediſchen Thronerben Adolf
Friedrich am 17 Juli 1744 wurden mit pracht⸗
vollen Gaſtmaͤlern, Opern, Komödien, Konzerten,
Redouten, Feuerwerken und dergleichen, gefelert ſo
daß der Berliner Hof damals jeden andern an der
Menge und dem’ geſchmakvollen Reize der Luſtbar⸗
keiten Äbertraf, : Schr bebentende Summen vers
wandte Friedrich auf’ das Opernhaus ,; ‚welches um
diefe Zeit vollendet wurde, und auf die Opern felber,, .
Er verſchrieb Taͤnzer aud Frankreich, Sänger and
Ralieir, "Wirtuofen” aus eineni und ‚dem‘ ander
Rande - von ‚beiden bWeſchlechtern, ‚und‘ bezahlte ſie
kdniglich⸗ obgleich inicht verſchwenderiſch. Bo viel
Wohlgefallen, ſelbſt Leidenſchaft für‘ dieſe Lrten
des Vergnuͤgens er danials bewies,‘ ſo vergaß er
doch in Feiner Abſicht, daß er König war: "Einer
Graͤnzdſiſchen Taͤnzerin, die ungeheutt Shape zu
verſchlingen gedachte, antwortete er: daß er jezt
nicht mehr ungebunden bloß für Sinrienbeluftigung 1
zahlen koͤnnte; als Priuz dabe ek von dem Seinigen -
gegeben, als König Ihre’ weiter nichts, "als de
Schazmeiſter feines Volkes. Ein andermäl Hatte, u
ſich? der Balletmeiſter Potier auf eine ſo unbeſon⸗
nene, grobe und beleidizende Art betragen, daß ihn -
Friebrich wegiagen mußte, Mit ihm fand eine.
Demoifelle Roland, 'eine bewunderungswürbige
Tanzerin in ſolche⸗ Beeren) 3 daß fie ebenfalls
weg⸗ J
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wegging. Der Kdnig haͤtte kin ‚Gh gefchent;
fie syrüfzubehalten; aber. um. ihretwilien den
Potier zu dulden, ſchien ihm ein zu koſtbares Opfer,
wid ſeiner Würde, zu unanfländig. Er ließ alſo
beide ziehen, ‚.und ſchrieb einen eignen Aufſaz hier⸗
hper fuͤr die Berliner Zeitungen, worin er unter andern
Kat: „man konnte den Beſiz ‚einer: der größten
¶Tanjerinnen von Europa nicht anders wieder er⸗
„laufen, man müßte ſich denn zu gleicher Zeit mit
„ben allerärgften Thoren, und dem allergroͤbſten
Weſellen,-den Terpfi chore. jemals in ihrer- Noble
qsebabt,hät, beläftigen.« 1.23 ift, alfo. fein Geld.chug
Suſaz⸗ „und, Feine Roſe ghne Dornen.“ Und on
yrdan ſchrieb er am 205Ang. 1743 deswegen:
* Es ig mir, ſehr lieh, daß ich den Phantaſten le8
bin‘, , und. Tehr, unlieb, >. ‚Raß, die Roland mit ihm gie
eht;. oͤndeß werden wir auch ohne Potiers und
Rofandg I leben und ung, um nichts weniger diver⸗
ꝓtiren⸗· -Bon jeher baute er gem; er beftimmte
‚ große Suigmen für die Verzierung und Verbefferung
der ‚Königlichen Gebäude, bie Rechnung des Sommers
1742 betrug Allein meht elf, und à Tonne Goldes,
Noch | in eben.dem Jahre ſezte gr sine befondse, Bou⸗
kommiſſit ion, nieder, Er _nesfapdngzie; den Thiepgar⸗
ten, legte eine koftbarg Folanfrie zu Charlottenburg
an, richtete eine Plan > und Kartenkammer ein,
kaufte fuͤr einen hohen Preis die Verlaſſeuſchaft
des beruͤhmten und gelehrten Kardinals Poligu ag
an Alterthuͤmern . Bildſaͤuley, Vaſen, Geraͤchen,
die von Paris nach Charloitenburg geſchaft wurden,
pflanz⸗
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\ anpe:®) Zeigenbäume- und Weinſtitto ſcherzte
amd philofophirte mit. feinen Freunden, und hulvigte
der erniten Gelehrſamkeit durch die; Wiederherftels .
lung der Afademie der Wiffenfchaften 1743...
.. ‚Daß ‚viele Reifen geboͤrte ebenfalls zu, feinen
Dergnügungen. Im Februar 1744.58, warerig, - --
Soetsdam, bald darauf zu Rheinsberg, weh +
Agh feiner - Sugendfcenen. erinnerte, und welches er “
im Juni feinem Bruder Heinrich fihenkte; im
März reilete er nach, Breslau „ im Mei nach Pyr⸗
mpnt, im Juli feierte er die Schwediſche Hochzeit,
and. im Auguſt begann er den. eiften Marfch zum
AS .er. ſich im Babe ‚zu Pormont befand, flard
her lezte Fuͤrſt von Ofifriesland, Karl Edzard in, .
feinem. 27ſten Jahre, am 5. Mai,. welcher ihm ein
wohlgelegenes Erhe .eröfnete, Friedrich machte
bie Rechte, die fein. Großvater ‚durch Die Baiferliche
Anwartſchaft auf dies Land 1694 Kefommen hatte, .
fogleich dadurch geltend, daß er 28 durch feine Trupg °
yen am..ı. Juni im Beflz nahm, und. fi an alle .
. Einmgndungen und Pröfsflationen. der. Dannoveras .
ner, nicht. kehrte, welche fie zu Folge einer einfeis
tig. errichteten, Erbverbruͤderung mit. einem Dftfries
X
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%..“
.: 72,90 tug er dem Gehejmenrathe Jordan im Aug.
u 15 Sorten tragbare Feigenbäume, wenige -
7 fig zu 400 Grüf, uhd'z0o Weinflöffe, Die im aten
Jahre Ttauwer haben konuten, von Marfeille koanuen
ne laſſen. |
S
!
2 giſchen glei von abge bei den Banständen
and beiim Reichshofrath dagegen erhoben. Sta |
drich ließ ſich huldigen und behauptete feiuci
Def. .
— So feft und entſcheidend feine Daßregei | in.
politiſchen Dingen waren, ſo ſchwaukend zeigte er
ſich ſchon jezt und immer in einigen Stuͤtken ſeines
Verhaltens in religibſen Sachen. Zwar der Srubl
fo}. einer‘ allgemeinen Duldung war bil ihm ausge⸗
macht; ‘über ſein Betragen gegen einzelne Perfünen
war und blieb ungleich. Im Fahre 1742 machte
der Verlinifche Prediger? Fuhrnranen durch Hall
gung frommer Hausverfammlungen Adfs
\ —* Friedrich ließ ihm Dies ſtreuge —E—
‚und nahm fein Verbot nicht zuruͤk, üngeächtet Fuhr⸗
mann “die Unfehäblichkeit, ja die Nüzlichfeit dieſer
Berfammlungen wenigſtens nach feinen’ Ideen be.
wies. Im folgenden Jahre veranſtaltete ein’ gemeik
meier Zimmetmann ſolche Betſtunden und Zuſammen⸗
Fünfte, wo Handwerksleute und Goldaten Kuͤſter⸗
und Pridigerrollen ſpielten. Der Miniſter Kappe ,
verbot dles Unternehmen um deſto mehr, '4’ges
meine, unwiſſende Leute groͤßern unfug treiben
konnten, als· wenn ein wirklicher Prediger die Ans
dacht leitete, ». Ganz unerwartet ſchuͤzte Friedrich
den Zimmermann gegen den Miniſter, und gegen
fein eignes vorjaͤhriges Benehmen, mit der Aeuße⸗
sung:. wÿfern er nichts ‚thut wider die ru und
| gen Sitten, ſollen ſie ihn. wachen — w
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—
% ⸗.
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— 18 —
Bei allen dieſen Veſchaftigungen und Frenden
Bit ‚Sriedrich feinen Blik feſt und fcharf auf,
Die großen Ungelggenheiten. Europen’&- hingerichtet.
Seit feinem Abgange von dem Bunde wider Oeſt⸗
reich hatte der Krieg fortgedaniert und eine .für
Dentſchlands Freiheit bedenkliche Wertung, genoms .
wen. Marie Therefie fiegte, und. mit ihrem Siäfte, |
Kieg Ihr Stolz und ihre Unverföhnlichkeit,. erweiter⸗
ten ſich ihre Plane und Entwuͤrfe. Eine große
Feanzdfifche Armee, die im Herzen VBohmeng
ſtand, ward bis auf 8000 Mann, die ſich durch die
Flucht retteten, zertruͤmmert, der Kaiſer Karl VII.
ſeiner Erbſtaten beraubt, kaum daß er zu Frankfurt
mitten unter feindlichen Heeren durch Engliſche
Großmuth eine prefäre Freiſtaͤtte erhielt; das verg
einigte Englifch « Deftreichiiche Heer fehlug die Frans
zofen im Junj 1743 bei Dettingen. außs Haupt,
und jagte ſie endlich uͤber den Rhein; die Truppen
des Kalſers erklaͤrten ſich für-neutral, und „fein eig⸗
ner Brüder der Kurfuͤrſt von Kdiln, trat son Brite.
tifchem Gelbe geblendet zu feinen Feinden über, .-
Marie Therefie wollte num den Kaifer, wel⸗
chen Deutſchlands Kurfürften einmuͤthig gewäple
hatten, entthronen, ihrem Gemahl, einem fremden '
Prinzen, der keinen Fuß breit Kand im Deutſchen
Meiche'befaß', die Kaiferfrone aufſezzen, "die Deuts
ſchen Fuͤrſten zu ihren Vafallen erniedrigen, dem J
Könige Frie drich Schleſien wieder entreigen, El⸗
ſaß und Lothringen erobern, und Neapel und Siei⸗
lien an ihr Haus bringen, Friedtich/ welcher
— das
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vad ia des Reichsoberhauptes fe e er⸗
halten, die Würde und Freiheit: der Deutſchen Se
ſten verwahren, umd feinen Einfluß in Die: Euto
päifchen Statshaͤndel geltend machen wollte, wem
dete alle mögliche friedliche Mittel an, um den 'ger
faͤhrlichen Abſichten Oeſtreichs entgegen zu arbeiten.
EEr ließ es an keinen freundlichen Ermahnungen, an
keinen nachdruͤklichen Vorſtellungen fehlen, und ei
laaubte ſich, wie er in feinen Schriften ſelber bekennt,
ſogar etwas Großſprecherei. Als! aber: dies alle
vergeblich war, "fo machte er ſchon jezt einen Ents -
wurf , den er erſt am Ende feines Lebens jur: Wirk⸗
lichkeit bringen kounte; er gedachte einen Deutſchen
Fuͤrſtenbund zu ſtiften. Unter dem Vorwande ſeine
Schweſtern, die Markgraͤfinnen von Anfpach und
Bareut, zu beſuchen, reiſete er im September *
1743 in's Reich, ging bis Hohen-Oettingen,
und ſtelkte ſich, als wenn er aus bloßer⸗Neugierde
die Ueberreſte des aiſerlich⸗ baierſchen Heeres be⸗
ſehen wollte; eigentlich aber, um den kaiſerlichen
Kelbeunſchai von Sekkendorf zu ſprechen, und
"die Mittel, wie man eine Vereinigung zu Gunſten
„bes Kaiſers errichten möchte, zu verabreden. In⸗
*deffen er fand bei denen Fuͤrſten, an die er ſich
wandte, wenig Gehör; einge waren To ſchwaͤrme⸗
riſche Anhaͤnger von Oeſtreich, daß fie ſich ihm zu
Liebe felber zu Grunde gerichter hätten; Andre
fürchteten ſich vor der Uebermacht der Marie Thes |
reſie, die eben auf dem Gipfel des Gluͤkkes ſtand,
noch Andre wollten ihren Beiprirt nur für Geld
’ . ” ver⸗
.
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— 15 — _
verkaufen; aber ber Kaifer hatte Fein Vermoͤgen,
und Frankreich Feine Luft, es zu verſchenken. Auf
die Art fcheiterse Friedrich's patriotiſcher Plan, .
und dies bewoz ihn zu dem Ausrufe: Keim Gelb,
Teine Deutſchen Fürften. Zwei andre Verfuche zu
Errichtung eines Fuͤrſtenbundes ſchlugen gleichfalls
fehl; und Zaedrich mußte nun kriegerifche
Maßregeln ergreifen. Außer den obigen Veranlaſ⸗
ſungen vermochte ihn hierzu die Ruͤkſicht auf ſeine
eigne Sicherheit. Marie Thereſie konute den
Verluſt Scleſi en’ hicht verſchmerzen. Einſt be⸗
klagte ſie ſich gegen ihren Bundesgenoſſen, den Kös
nig von England, hierüber, „Madam, fchrieb ihe
„Seorgeil. zum Trofte zuräf, Vas Nehmen
„ſchmekt gut, aber das Wiedergeben
„muB auch fein.” Friedrich hatte dem Brief,
worin diefe Worte ftanden, felber gu leſen Gelegeu⸗ FB
heit gehabt. Im September 1743 ſchloſſen Oeſt⸗
reich, England und Sardinien zu Worms einen
Vertrag, welcher die Abſicht hatte, die Pragmas
tiſche Sanktion zu vertheidigen, folglich Schle⸗
fien dem Deftreichifchen Haufe wieder zugumenden,
In einer befondern Artikel wurden fogar die’ Mittel
beſtimmt, deren man ſich zur Ausfuͤhrung dieſes
Vorhabens bedienen wollte. Noch deutlicher vers
rieth Marie Thereſie ihr Vorhaben, Schleſien
zuruͤk zufordern „ in demjenigen Buͤndniſſe, welches
fie mit Sachſen abſchloß, und woran England
ebenfalls. den eifrigſten Antheil nahm. Die gehei⸗
men Artikel wurden zu Warſchan verabredet
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ſeitigen Gewäßrleiftung aller derer Länder und Herr⸗
wirklich befaͤßen, oder Kraft. aller von 21703
bis 739 geſchloßnen Traktaten beſiz⸗ |
genfollten. Da nun Deftreich im Jahre 1739 noch
im Beſiz von Schfefien war ‚ fo enthielt diefer Urs
—
‚titel eine Art von Kriegserklaͤrung wider. den Koͤnig
und nnterſchrieben. Im L2ten Artikel hieß es aude
druͤklich, daß. ſich die. Verbündeten zu einer wechfele
ſchaften verpflichteten, die fie gegenwärtig entweder
Friedrich ,\ welches auch Überhaupt aus dem ganzen
Benehmen dys Königs George JI. fichtbar war.
Nach dem 1742 bei'm Bregslauer Sriedensfchluffe
eingegangen Werbindlichkeiten hätte ‘Georg Il:
wie er buchſtaͤblich verſprochen Hatte, dem Kdnige
von Preußen alle Buͤndniſſe, die er knuͤpfen würde,
ohne Ruͤkhalt anzeigen ſollen. Er huͤtete fich. aber
gar fehr, von dem eben gemeldeten etwas bekannt
zumachen. Man entdekte jeboch das Geheimniß
‘den Holldndern, um fie zur Xheilnehmung an dem
Plane zu bewegen. Durch fie erfuhr Friedrich
den Inhalt alles deſſen, was man: gegen ihn im
Stillen angefponnen hatte, Immer gewohnt, den
Seinden zuvorzukommen, und nicht za warten, bis
Unterdröffungs » Plane wieder zur Reife gediehen
waren, beſchloß er, auf's neue zu den Waffen zu
r
“greifen, ° Der von allen Seiten gebrängte Kaifer .
Karl VIE beſtuͤrmte ihn zugleich mit feinen Bitten.
um.thätige Huͤlfe. Frjed rich ſchloß fich wieder
näher an Frankreich an, und verband ſich durch
eine beſondre Union zu Frankfurt am Main,
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Um 17 un.
den. 39. Mat 1744 mit dem Kaiſer, mi dem mu
fuͤrſten von der Pfalz und mir dem Könige vom
Schweden jn ‚feiner Eigenſchaft als Landgraf von
‚Seffen » Raffel ı. zum Kriege“ wider Defireich-
Fr ankre, i ch unterſchrieb. zwar dieſen Traktat nicht
namentlich, aber indgehrim hatte es felbigen ernſt⸗
lich betrieben, ſich Auch‘ zur, Zahlung, anfehnlicher . =
Huͤlfsgelder an Baiern, Pfalz und Heſſen, anhei⸗
ſchig gemacht, und. die Folge lehrte, daß es mit
Preußen; über. die Eroͤfnung und Angrifsart des
Krieges : gegenfeitig einverftanden war. Dieſem
Vertrage follen, wie wenigſtens Preußens Feinde
behaupteten,.- einige geheime Artikel, welche dabs >
was wird und dafür? beftimmten, beigefügt worden
fein. Der Wiener Hof. machte in der dolge einen |
ſolchen Artikel bekannt, nach welchen Friedrich im
Fall eines glüktichen Ausganges, den Rönigss
graͤzer, PBunzlauer ung Leitmerizzer
Kreis von Böhmen, in fo weit felbige vom rechten
Elbufer umſchloſſen werden, nebſt der Dersfchaft
Pardubiz und der Stadt Kollin am linfen
Ufer erhalten, der Kaifer aber das übrige ‚Königs
‚reic) Böhmen, fo wie ganz Ob eroͤ ſtre ich bes
kommen ſollte. Jedoch beide Fuͤrſten erklaͤrten mit
feierlichem Ernſt dieſen Artikel für erdichtet und un⸗
sergefchoben, Es kann fein, daB nichts‘ Schriftli⸗
ches hieräber aufge ſezt worden iſt. Daß hingegen
Friedrich ſeine Siatskraͤte nicht umſonſt aufopfern
und ſich das ‚genannte Land zwifchen-Schfeften uud
Sachſen zueignen wollte, iſt hoͤchſt wahrſcheiulich -
Saint ©. Geſch. 6. Thl. 1. Ford (8). denn
— 7 8 — —
y
dem beleent es Pe in feinen Sintenfaßnen Were |
Pen, daß er dem Feldmaiſchall von Sekkendorf,
welcher vor Schließung der Frankfurter Union als
kaiſerlicher Unterhaͤndler zu Berlin. die Preußiſche
Huͤlfe nachſuchte, unter andern auch folgende Bes
dingung vorgelegt habe: „Boͤhmen maß von den
„Staten der Königin Marie Thereſie getrennt wer⸗
„den; und-der König von Preußen fol die 3 am
„Schleſien - zunächft liegenden Kreiſe befommeeni. “_
Nachdem daß Srankfurter Buͤndniß vbl⸗
Tg zu Stande gebracht war, fo blieb Friedr ichs
Eutſehluß zum Kriege unerfehätterlih. Er hätte
äh weder raſch, noch-leichtfinnig, fondern erft nach
dem Mislingen aller friedlichen Mittel, und nad)
der ſorgfaͤttigſten Erwaͤgung aller Gründe für ımd -
‚ wider bie Sache gefaßt. Seine. eignen Minifter
waren ſaͤmmtlich dagegen, und thaten alles, was
‚fie vermochten, um ihn vom feinem Eriegerifchen
Worhaben abzubringen. Sie führten ihm zu Ges
muͤthe: daß der, welcher fich wohl befünbe, feine
Lage nicht verlaſſen ſollte; daß es ein böfer pofitis
» fiber Grundſa; wäre,’ Krieg zu führen, um Krieg
gu vermeiden; und daß man alles vom ber wohls
thaͤtigen Zeit erwarten muͤßte. Sriedrich antwortete
Ahnen: daß diefe nicht verwerflichen Gedanken ihre
Einfihränfung Härten ; dap die Furchtſamkeit fie ver:
Blende; daß es unvorficptig fei, einem Falle zu einer-
Zeit nicht zuvorzukommen, wo man noch Gelegen⸗
Weit Härte, ſich Dagegen zu, fihern; daß er wohl
ir „ wie er durch den Fra feinen Stat, feine‘
| Uns
—
— 29 —
unterchayen nd feine. Def. ben . ——9
fie! Gefahren ausſezze; daß abar die gegenwärtige
Zage Deuiſchlandes einen entſcheidenden Eutſchluß
werlange, und daß in ſolchen Faͤllen bie fihlechteflg
Vartie, die' man wählen-tönne, die fei, ger: feiug
zu ergreifen. . Hiernut noch "wicht zufrieden⸗ ua
um aud). dem leifeften Verdachte der Uebereilung zu⸗
emtgehen, arbeitete er einen beſondern, ziemlich
weitlaͤuftigen Aufſaz für feine Miniſter aus, worin
er die Einwendungen derſelben Schritt vor Schritt
beleuchtete „und widerlegte, und dan mit fiegens
‚ dem Nathdruk feine Gegengründe in’s Licht ſtellte.
Das Refultat davon blieb: ‚Krieg; die Miniſte
flimmten endlich bei, und alle Vorbereitungen um _ -
nahen Zeldzuge- wurden mit Cifer betrieben. Die
Hauptmadji der Deftreicher ſtand Damals jenſeit des
Rheins im Elſaß und trieb Fraukreich ſehr ins Ge⸗
draͤnge. Fried rich hielt dieſen Zeitpunkt zu
einem Angrifskriege für den begnensften ‚ tobald vie
Franzoſen eine ‚träftige und lebhafte Mitvirkung
zeigten. Er ſchikte daher im Unfange‘ des Auguſts
den Grafen. Schmerrau, einen eben fo feinen
Beſchaͤftsmann als erfahrnen Feldherrn, an den
König Ludwig XV. nach Met, und ließ ihm Die be⸗
Eirmmte Nachricht geben; daß ein Preußifches Here.
von 100,000 Man am ı7ten Auguſt in's Feld räße
ten, Böhmen anfallen, und dadurch wahrfcheintich
bie Deftreicher wieder über den Rhein ziehen würde,
Eine anfehnliche Sranzdfifche Armee muͤſſe were
dee Defen, ifmen auf dem * nacprätien, fi en
u
\
m +
a
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B ‚haben und gewiß entfcheivend gewefen fein,
. on, au 20 Ä — |
Br * Vatern hin vrrfelgen; ud verbinden; ji ſih
mit aller Macht aufdie Preußen zu flürgen. Ins
gleich ſolle ein andres Frauzoſiſches Heer in Weſtfa⸗
ken eindringen. - Wäte- diefe.von Frankreich uͤber⸗
nommene Berbinplichkeit; gehörig erfuͤlt worden, (6 _
wuͤtde dieſer Feldzug greße Folgen hernorgebtacu
Aber
uur Frie drich hielt xuultüich Bor; feine. Buns :
. deögenoffen taͤuſchten BE
Bweiter Sdleſiſcher Keieg vom Au
guſt 1744 bis Ende 1745.
— in Böhmen. Ruͤkzug nach
u u Schlefien. 17a. |
E "Da- es Feraiee Grundſaz war, immet
als der erſte im Felde zw erſcheinen, und angrifs⸗
| Weile zu verfahren, fo Fam er auch jest den Feinden
Zuvor; Thon am Ende Juli ſezte er ſein wohlgeruͤ⸗
ſtetes Heer in Bewegung, und im Auguſt war es
im vollen Marfche gegen Böhmen begriffen. Die
Hauptmacht von Socco Mann ruͤkte in 3 Abthei⸗
. fungen nad) Prag; ‚die. eine führte der Kdnig ſelbſt
Surch Sachſen am linken Elbufer; die zweite der
Erbprinz Leopold von Deſſau durch bie Lauſiz
und die dritte der Feldmarſchall Schwerin aus
Schleſien dutch, Braunau. Der alte Fuͤrſt von
Deſſau mußte mit 17009 Mann das Kurfürftenthum
Brandenburg , und der General Marwiz mit 22000 |
Mann Oberſchleſien beiten. ‚Bad Kelonuen nah⸗
men
„
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- — ey un —
men Des durch Eochlen, wahes war meh ber
‚Marie Thereſie ins Vertheidigungshumde ſtand, i⸗
doch für ſich felber keinen Krieg führen, und gegen
Preußen nicht: als Feind anftreten wollte, Bermöge .
der Reichsberfaſſung mußte die, Erlaubniß zum:
Durchzuge vorher gehbrig nachgefucht werden.
Friedrich, der fich zu den Säcfifchen Miniſtern
ichte Gutes verſahe, traf feine Auftalten fo, daß
Abm ‚ber verlangte Durchmarfch nicht, verweigert
werden konnte. Seine Truppen betraten den Saͤch⸗
ſiſchen Boden zu eben der Zeit, als der Oberſte von
Winterfeld mit dem kaiſerlichen RequifitignssSchreis =
ben in Dresden anlangte. Der Kurfürft von Sache
fen, zugleich Abpig von Polen, war eben in War⸗
-khon, Seine Minifter wollten den Preußen den
Zug durch Sachſen's Mitte nicht geſtatten. Die
Statsmaͤnner zu Dresden nlurrteg „ die Guͤnſtlinge
zu Warſchau tobten, die Rathgeber Georg's II. zu
London erſtaunten, ſich überliftet zu fehen, die Gro⸗
Sen in Wien zitterten: und Friedrich? — ließ
ſich durch nichts in Verfolgung ſeines Plans irre
machen; er marſchirte gerade zu auf Pirna, wo die
Magdeburgifchen Regimenter über Leipzig zu ihm
fließen... Ganz Sachſen gerieth in Bewegung; man
zog die Truppen eiligſt zuſammen, man beſſerte die
Waͤlle von Dresden aus. Ohnmaͤchtige und zu ſpaͤte
RKaͤſtungen. Am Ende erlaubte man, was mag .-
abzufchlagen keine Kraft hatte. Die Miniſter, 8Fn
welche zum Trozze zu ſchwach, und zur Freunde
Füofebegrugung u ‚gerblender waren/ gaben am
Eude
V
« N .
— 22 ie
"gone : ger ee her, Uehen Sa zut
Aeberfahrt, und lirßrn die mit Provlaui beladne
Preußiſche Flotte durch Dresden fahren. Zur Dei
‚ Tung des aͤnßern Scheins, als ob fie doch Herren,
die gebieten koͤnnten / waͤren, beſtunden ſie hartnaͤk⸗
g auf Kleimigkeiren , welche Friedrich fächelud zu⸗
— gab. ‚Die Sächfifche Beſazzung in Dredden wurde.
verdoppelt die Thore blieben geſchloſfen and kein |
Preußiſcher Offlcier durfte in die Hauptſtadt binein⸗
gehen. Friedrich haͤtte Sachſen, von welchem er
_ ul Grunde nahe geindſeligkeiten befuͤrchten mußte,
mg Tagen erobern Tonnen; aber fein Weg führte
{on weiter, er bezahlte alles mit baarem Gelde, hielt
die beſte Mannszucht, und ſtard am iz. Auguft a *
— Grenzen.
Ein Manijſeſt ging ihm borans⸗ es — den
_ Einwehnert die Befpaffenheit des Fraukfurter Bun⸗
bes; gebot ihnen,” die erſt im vorigen Fahre der
Marie Therefle gehuldigt harten, den Kaiſer Karl
"VE. als ihren Regenten zu ehren, und ermahnte fie,
wichts gegen deffen Bundesgenoffen, die Preußen, zu
unternehmen, die bloß aus Liebe für Kaiſer und
- Meidy die Baffen ergriffen hätten und für fich nichts
fnchten. Der Kdnig hatte. bei feiner Kolonne den
- Dberfien Zieten mir den Leibhuſaren. Diefen
ſchikte er voraus, um Ihm Bahn zu machen. Boͤh⸗
men war von Truppen entblöft, nur einzelne Neue
terſchwadronen befanden_fich mehr der Rundfchaft,
als der Gegenwehr wegen darin. Sieben ſtleß
uf feine andern deinde, als af bas Kavallerie
Res
Sn. 1} j
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Br vr
Wegicnen ved Efergasy, weihehei >} nwermae⸗
set, fü ſtuͤrczend, fo wüshend anfiel, daß es beinahe
gänzlich aufgerieben wurde, - Ein geringer Umſtand
entflammte den Much der Zietenſchen Hnſaren biß
zum alles wagenben Enthufiasmus. Die Efterhaygs
ſchen Saͤbeltaſchen glänzten prächtig in die Augen;
einige Preußiſche Huſaren bebienten ſich derſelben
zuiit aus Scherz; ; bald verwandelte ſich der En
jn den ernſthafteſten Ehrgeiz; jeder Huſar hielt ſich
für beſchimpft, „ der. nicht mit einem ſolchen Ehren⸗
gichen: praugen kounte. Diefe Eitelkeit fpornte on
jeden zus fühnften Tapferkeit; zulezt hatte ber größte _
Theil vom Zietenſchen Regimente eine Eſterhazyſche
Saͤhbeltaſche au der Seite. Zieten's Muth erntete
die erſten Lorbeeren dieſes glorreichen Krieges, und
errang ihm, der por wenig Jahren als Major in
den .erfien Schleſiſchen Krieg gezogen war, nach
einem Monatt des zweiten die Wäre eines Genen
salmajrs,.
Friedrich traf am 2. Sept. mit allen chen
Sungey der großen Armee ungehindert bei Prag
ein. Die Eröberung. diefex befeftigten Hauptſtadt
war das naͤchſte Ziel feiner Unternehmungen. Zum .
ernftlichen Augriffe fehlte es aber. noch am ſchweren
Gefchäzze , welches nebſt den Lebensmitteln erfl yon
Leitmeriz herbeigefebaft werden ‚mußte, wozu 8
Tage erfordert wurden. Als wer Wiener Hof z
größter Beſtuͤrzung ‚den Preußifchen Einfall in Boͤ
men erfuhr, ſo befehligte er feinen in Baiern ſtehen ⸗ Piss
den Geuersl Banianı mit allen vorrätbigen
Er
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- Bra \
ie änserjägfi naͤch SVohmen zuei ai, ui
zu dekken, was noch zu delken fein moͤchte. Ba⸗
thiany vollzog dieſen ‚Befehl mit Socyelligteſe
und Einſicht. Er führte fein ‚Korps von 20000
ı’ f)
- Mann ſo eilig und ſo geſchikt herbei, daß er bereit
—
um Ende Auguſt i in der Gegend von Rakoniz und
Beraun, einige Meilen von Prag entfernt, Raub.
Er ‚warf Jooo. Mann gelbte Soldatenin Prag,
fhifte 12000 Mann Landmiliz baztı, und empfahl
dem Vefehlshaber General Harſch die moͤglichſte
Anfttengung zur Gegenwehr. Leztrer ließ es daran
nicht fehlen. Taͤguch arbeiteten 6000 Menſchen an
den Feſtungswerken; und ſowohl hier als in ‚allen
dſtreichiſchen Staten wurden Bußtage gefeiert, und
die Strafgerichte des Himmels uͤber die kezzeriſchen
. Preußen in andaͤchtigem Eifer herabgebetet. Unter⸗
deſſen ſchitte Friedrich den General H aake in der,
‚größten Stille mit 5 Bataillonen und 600 Huſaren
ab, um Bathiany's großes Magazin - zu Des
raun wegzunehmen. Aber das Geheimniß war
verraihen „und der Feind auf die Ankunft. der Preus .
Ben gefaßt, Haake kam num felbft i in die gefaͤht⸗
. ichfte Rage. Er hatte die Verauner Bruͤkke übers
ſchritten und ſchon ein Stadtthor geſprengt, als er
plözlich. zwei unverhaͤltnißmaͤßig ſtarke Haufen Reus
terei rechts und links heranfprengen fahe, um ihn
in die Mitte zu nehmen; er rettete ſich noch zu reche -
ter Zeit auf eine nahe liegende Anhöhe, bildete ein
Vierek, trieb die feindlichen Meurer nebft einem
Samatuie Ungrifen Bußvolt«s ab, und zog ſich
| ' ehrem _
>, | Be
chrendoll, bach unberrichteter. Sathe in's Hanyu
lager zuröl. Bathiany ſchafte hiesauf eiligſt J
ſeine Magazine von Beraun weiter hinterwaͤrts nach
Hilfen, worin ihn die Prenßdu nicht ſtorten.
Friedrich rechnete es ſich in der Folge zu einen
großen Fehler an,” daß’ er dies alles ruhig gefchehen
ließ; er hätte, wie er nachher bald benierkte, mit
-
aller Macht gegen Beraun räßten, das Bathianyſche
Korpo aus Pilfen vertreiben, und ſich feiner.
Mogezine bemächtigen follen ; dadurch hätte er den
Deſtreichern allen Unterhalt entzogen, ihrer großen
Armee unter dem Prinzen Karl die Mittel geraubt,
fich mit Bathiany zu vereinigen, und nach Boͤhmen
zu kommen; er. hingegen würde fi in diefem Königs
reiche behauptet und mit dem nöchigen Proviant,
für welches die ‚Kormtlffarien ſchlecht firgeen ‚ vers
ſchen haben.
Das grobe Geſchuͤz langte endlich bei prag u
an; alöbald anı 10. Sept. erdfneten bie Preußen
die Lapfgräben an 3 Kerfchiediien Orten. Am ra,
Sept. erſtuͤrmte ber Feldmarſchall Schwerin das
det Ziska bei hellem Tage, und nahm noch 2 Re⸗
deuten hinter demſelben weg, welche die Franzoſen
‚angelegt und Schwalbenneſter genannt hatten.
Der König trat. aus den Laufgräben bei Bubenig.
von Hielen Officieren umringt hervor, um. den Ans .
griff Schwerin’® -auf den Ziskaberg zu betrachten.
Die Menge Menfchen in bieſer ‚Gegend erregte die -
Aufmerkfaneit der Feinde; fie richteten ihre Kano⸗
| * Bein, und ine we Snättage Rote den Preußi⸗
ſchen
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> fhen Pringen Erledsih,@Bilbeim an des PN
nigs Seite in ſeinem Zoſten Jahre *) Traureud
ging Friedrich zuruͤk und ‚beklagte einen Verwandten
und Helden, welcher in der Schlacht bei Molke:
. wigz männlich gefämpfi hatte, In den folgenden Ta⸗
gen machten die Preußen von ihten Batterien, die mit
miehr als 100 Kanonen und Moͤrſern beſezt waren,
ein ſo heftiges Feuer, daß fie die Waͤlle ſtark beichhe
digten, ‚die Waſſermuͤhle anzuͤndeten, viele Käufer
des Stadt zertruͤmmerten und bie Schleufen ver
Mulde zerſtorten. Hierdurch ward das Waſſer fo
ı nieosig, Daß mar überall durchwaten, uud Die
Stadt, ‚welche au diefer-Seite keinen Wall und feine
Mauer harte, mit Sturm erobern konnte. Der
Kommandant, General Harfch, fab nun die Un⸗
möglichkeit eines längern Wiherſtandes ein: and da
er am 16. Sept, fruͤh mehrere Scharen von Greng⸗
pieren erblifte, die aus berg: öniglichen. Hauptquar⸗ |
tiere zum Sturme beranräften, fo hielt er es für vr
fer, ſich zu ergeben, als gewaltfem zu fallen;
verlangie zu fapituliren , willigte wait ber *
Beſazzung von. ı 5900 Mann in die Kriegegefangens
ſchaft, und, übergab 'noch an felbigem Tage die
Thore den Sreußifipen Wachen. Die Sefanguen
wurden nach Schlefien gefuͤhrt. Die eigentliche Be⸗
— Lagerung hatte nur 6 Tage gebauert, und ben Sie⸗
dern
Der Vaier dieſes Prinzen, Albrecht Friedrid,
Heermeſier zu Sonnenburg, war ein Bruder des
erſten Königs von Preußen Friedrich's L
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— 27 —
der 40 Toni, Wi Kali Oma -
dere gekoſtet.
Friedrich glaubte, op dieſer glänzende Ps
fang ſeines Felbzuged „bie ſchnelle Eroberung her.
Hauptſtadt einen tiefen: n Eindruf in den Kbnig von
Polen und in die Sachſiſchen Minifter machen, und
fie bewegen würde, ihren geheimen Verbindungen
‚mit Deflreich zu entfagen, da ohnedem der alte Fuͤrſt
von Deffau mit ſeinenn Beobachtungs⸗ Korps leicht
in Sachſen einbringen und Leipzig, den Sauptig
ihres Handels, die Quelle ihrer Reichkhäner und.
ihrer Statskraft zerftören konnte, Aber dns Go
der Engländer, die Verſprechungen der Oeſtreicher
‚and der Fanatism des Beichtvaters, eines vielgelten
Yen und. mitwirkenden Mannes fi iegten uͤber alle
ff
Grunde einer weiſen Politik. Der Ablg son reu. J
Ben yelinfchte keinen Feind im Ruͤkken zu gaben; .
hätte es gern gefehen, Sachſen für fich zu. gewin⸗
nen; er ſchikte daher einen beſondern Geſandten an
den Saͤchſiſchen Hof, und ſtellte ihm ſolche Gruͤnda
‘vor, bie dem wahren Wohle beider Laͤnver volllem⸗
‚men angemeffen waren. . Zuogleich ließ er and) Mit-
tel anwenden, die auf ben Karalter derer, die das
Nuder fuͤhrten, berechnet zu fein ſchienen Dem,
Könige August II. verſprach er ein Stuͤk von Boh⸗
men, ein Theil von Mäfren, - das Fuͤrſtenthum
Zeichen, und die Erblichkeit des Pohlniſchen Theos
med; den Miniſter Bruͤhl ſchmeichelte er mit ver —
Ausſicht zur Reichs faeſtenwuͤrde ‚und dem Vater
Guarini ie a ben Nerdweie hu in der Berne,
. Aber
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er bie Boftungen den Gbegempartel hatten mehr
Gewalt uͤber ihre Herzen. Auguſt freute ſich auf
die Schleſiſchen Fuͤrſtenthuͤner Glogau umnd Sa⸗
gan, welche ihm Deftreih. zufagte. Die Saͤchſt⸗
ſche Urmee von 24000 Dann Ingerte ſich theils hei
Adorf im Vogtlande, theils beſezte ſie von Zittan
vbis Eger an der Boͤhmiſchen Grenze eine mit Ver
hauen und Schanzen befeftigte Linie. Im Anfaug
eb, Dftobers rüßte fie. unter. den Befehlen es Henn
zogs von · Weißenfels in Böhmer ein, und trat
offentlich auf Oeſtreich Seite. Dennoch wolle
Der Saͤchſiſche Hof diefen. Schritt für Feine Feinde
ſelgkeit gegen Friedrich. angeſehen wiſſen; er erklärte
ſich in einem ausführlichen Marifeſte für neutral,
. ‚and bemeifte, daß er vermoͤge beſondrer Schujeets
rraͤge fich der Nothwendigkeit, den Deftreichern ein
Huͤlfskorps zu ſchikken, mr babe ernniehen
Runen |
Ehe fih noch die Sachſen ganz für Oeſireich
—* hatten, war Friedrich, im Grunde wider
ſeinen eignen Willen, und zu ſeinem groͤßten Nach⸗
eheil tiefer in Böhmer eingedrungen. Nach ber
Eroberung von Prag hatte er die Wahl non 2
“ Nuternchmungen, Die eine beſtund darin, über Bes -
mwaun zu gehen, den Grafen Bathiany aus Bbh⸗
men zu verdrängen, ſich der für den Prinzen Karl
zu Pilfen aufgehäuften Lebensmittel zu bemächtis
gen, bis an die. Pille bei Cham und Furt in
Niederbaiern worzuräffen, und daͤdurch der großen -
‚ Dehreidifgen Arnzee den Eintsitt in Vohmen von ber
\ Ober⸗
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Obama et sn verföießen. Dieſer⸗ wehldocch·
dachte Plan war von Friedrich entworfen wore
den. Aber der Kaifer, ber König. von Frankreich, |
sm mehrften der Marſchall Belleiste behauptete, es
wäre‘ zuträglicyer , daß: ſich die Preußen in den
Bechiner Kreis hinein.nach Tabor, Budmeis
and Neuhans zögen,. um die Verbiedung mit
Baiern zu erhälten,: und das Erzherzogehum Oeſt⸗
reich zu bedrohen. Allein hierdurch ruͤkte man die
Preußiſche Spigge zu weit hinaus, entfernte ſich zz
fehr von Prag und Schleßen, verſchafte dem
Feinde zu viel Spielraum, erleichterte ſein Eindrin⸗
gen in Boͤhmen, und ſeine Vereinigung mit den
Sachſen, und gab leztern Gelegenheit, ſelbſt etwas
wegen Prag zu. unternehmen, Fried rich erkannte
“ach feinen Scharfblil. fogleich das. Fehlerhafte in
diefem Planaz ‚aber. and. zu: großer Nachgiebigkeit
gegen feine Bundesgenoffen, und um dem. Vorwurfe
pa entgehen, als ob er bloß aus Eigennuz, die ver⸗
ſprochnen 3 Kreiſe zu. behanpten, nahe bei Prag.
- bliebe, - unternahm erden ungluͤklichen Zug, welcher
ihn ganz ind Verderben geflürzt hätte, wen nicht ,
fein Genie, feine Geiſtesgegenwart, und feine Hel⸗
denſchaar ſeine Retter geworden waͤren. Es wur⸗
den noch andre Berſe m begangen. Friedrich
verſaͤunne es, das Mohl don Leitmeriz nad
Drag zu fchaffen, das ſchwere Geſchuͤz, das nach
der Eroberung dieſer Feſtung unnuͤz war, nach
Schlefien zuruͤkzuſchikken, und Prag, ſtark genug zu
beſeueen. Er ließ bleß 6 Baiailone daſelbſt,
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weiche wicht: einmal die ‚Häthe: Devon Witte
gen.“ Schon den Tag nach ber Einnahme son Drag
> den 17, Sept. trat’die Armee den Marſch in 2 ee
Ionuen am. . Der. General Naffau ging mit. 20
Baraillonen mid 40 Schwadronen‘ voraus; biefer or⸗
bperte nach Eleinen Gefechten, wo fich Die Zietenfdyeh
Hufaren wieder befonder6 auszeichneren, bie Feflune
gen Tabor, Budweis und Frauenberg.
Die beiden Kolonnen folgten dem Vortrahe, jede in
einer Entfernung einer Stande von einander, Schritt
- $or Schritt wach, vereinigten ſich bei Tabor am-26,
4
Sept. und nahmen zu Anfange Oktobers ihr Lager
in der Gegend von Budweis. Hier war dad Ziel
des Preußiſchen Gluͤkkes für dies Jahr; und balb J
gerieth Sriedrid’s Heer in die ſchreklichſte Lage,
Sein aͤrgſter Feind war der Hunger. Die Pferde
und Ochſen ver Trausport-Wagen wurden fü
ſchlecht verpfleget, daß viele davon umfielen; daher
langte nur die Haͤlfte der Mehhvagen, die bloß auf
14 Tage zureichten, im Lager an. Kaum hatten
ſich die Preußen um 2 Tagemaͤrſche von Prag eut⸗
fernt, :fo.ließ der General Bathiany Taufende
bvon Kroaten und Ungarn Beraun und Königs
ſaal, lezteres an der Mulde hinter Friedrich“s
Raͤtken, beſezzen, alle Zugaͤnge und Eh luchten ver⸗
ſchließen, alle ‚Berbindung der Preußen mit Prag
ahſchneiden und alle Lieferungen ‚auffangen, Es
gluͤkte ihnen ſelbſt, 2 für den König bekimmte Fels
kiſen wegzunehmen, Jezt befand ich das Preuß
ſche Heer im veattendſten Mangel und in even
ifer,
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Heften Zuftande. Wer Bode hindurch: wre
Sriedrich nicht, was in Prag, was im Gbriger
Bbhmen , was im ganz Europa vorging; wo Prinz
Kerl, wo die Sachſen fiuhden, was Kreunde. und
Feinde vornahmen, alles war ihm unbekannt. EßS
konnte unglaublich ſcheinen daß ein Heer von mehr
als Kooco Mann, wie das Preußifche damals war,
das platte Land nicht zur Lieferung von Lebensmit⸗
teln ſollte zwingen, und- feine Nachrichten don den
Bewegungen der Feinde einziehen Ebnmen. Uber der
\
Adel, vie Geiſtlichkeit und Dienerfchaft von Böhmer
hing mit felmer und urfbeftechlicher Treue vom Haus
fe Oeſtreich an; und der gemeine Mann, durch eine
fremde Sprache unterſchieden, und mit dem blinde⸗
ſten Aberglauben erfüllt, verabſcheute allen Um⸗
gang mit, den gotiloſen Kezzern, den Preußen. Sie .
befolgten puͤnktlich den Befehl ihrer Obern, die Dorfe
hätten] zu verlaffen ‚“ dad Getreide zu dergraben, in
die dikſten Wälder zu fliehen: Die Preußen fanden
daher uͤberall nur leere Dörfer, ode MWüfteneien,.
menſchenleere Gegenden; kein Böhme, dem fir etwa
begegneten, Heß fich ans Furcht vor den unmenfche
lichen Strafen ber Oeſtreicher, bewegen, Nach⸗
sichten mitzutheilen, wollte man fie auch mit Golde
erkaufen. VBathiany bekam noch 10000 leichte
Truppen aus Ungarn zur Verſtaͤrkung, die den
Prenßen vollends alle Verbindungen abſchnitten,
und fie groifihen Felſen, Moräften, Wäldern und
Hehlwegen einfehloffen. Wegen diefer Ueberlegen⸗ J
hit J Atuppen konnten die Feinde alles,
| was⸗
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— — 30 —
[4
Was Die Preußen vemehmen / "erfahren; ieni⸗
J „aber durften es nicht wagen; Reuter anf Kund⸗
ſſchaft artzuſchikken weil ſie ſogleich qufgehoben
wurden. Die Preußiſche Armee mußte ſich demnach
ſtets verſchanzen, und auf ben. Umkreis ihres La⸗
gers einſchraͤnken.
Auf die Nachricht von dem Einmarſch der.
Preußen in Böhmen, hatte der Prinz Karl von
‚Lothringen, Schwager ber. ‚Königin Marie Therefie,
die Branzofen verlaffen, mit feiner Armee im Ange⸗
ſichte ‚von 80000 Franzoſen, Baiern und) Heſſen
einen non Kennern bewunderten Uebergang uͤber den
‚Rhein gemacht, und ‚auf Adler's Fluͤgeln den Ruͤk⸗
zug nach Bohmen unternommen Die Frauzoſen
vexſaͤumten den bequemen Zeitpunkt, wo fie ihn zu;
Grunde richten konnten; und ſie handelten wider
ihr Verſprechen, daß ſie ihn ungehindert, und un⸗
verfolgt ziehen ließen. Karl erreichte ſchon am
Ende Sept. die Boͤhmiſche Grenze, vereinigte ſich zu
Anfang Oktobers mit dem General Bathiany,
bald darauf mit ven Sachſen, uud bezog im Pra⸗
chiner Kreiſe ein ſo vortheilhaftes Lager, daß er
durchaus nicht angegriffen werden konnte. Er war
jest mit allen Verbuͤndeten auf gooco Mann art,
und hatte den Plan, im Rüffen Friedri qh's über -
die Mulde zu gehen, ihn von Prag ganz abzuſchnei⸗
den, und mit. feinem Heere auszuhungern. Frie—⸗
drich kam mit jedem Tage in ein größeres: Gen
draͤnge, Ind konnte dem unerbittlichften - Feinde,
dem Hunger nicht mer widerſtehen. Er ar
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— 32 7
fh durch tive, Sclagt a ‚retten; ger ber Pritz u
Karl, ver eigentlich die Eele. aller
Traun nahm ſtets auf Klippen, zwifchen Mords
ften, hinter Felſen 4. und in Hohkwegen | ſolche ges
ſchilie und meiſtechafte Stellungen, und ı üermied
eine Echlacht Jo vorfi ichtig und abſi ichtlich, daß auch
i diefe. Hofauug , feine Lage zu verbeffern, für örie
drich vereigelt —*R Es ‚blieb alſo Bein, antres a
Ausweg Abnig,. als daß foarieori; zum, Be
auge entichließen mußte. Inde gu war er ‚gar pich
Willens, ganz Böhmen, zu, rauen, fondern, nur
naͤher an Drag, iu rüffen 1. UND jenſeits de ‚finfeg
Ufers der Elbe die Winterguaptiegg zu Kdiehen
Unvorhergefehne Zufäle /:huud die ‚Hugen Masregels |
des Feldmarfhall’s Tra a un ſndibigten, auch ‚piefeg -
Vorhaben aufzugeben, und zule zt vdliig ‚au weich
Am 8ten Dktober. begann, Srieprich, den Nüfzug a
ber Gegeud von Buomeis;, einen Rüfzug, „. der
Außerft befchyerlich und verdroͤßlich war, der unaüfe
haltbar von ganzen Schwarmen von Panduren, Ho⸗
nafen, Ungariſchen Huſareni und, dergleichen leichten
Truppen, beuntuhigt aber, doch ahue einen Haupts
verluft bis, in die Nähe, der Elbe vollbracht wurde.
—
Nur amal ‚litten. die Preußen unter folchen Umſtaͤu⸗
den, wo die Miederlage durchaus herbei geführt
reiht .n
Bewegungen, der alte, kriegserfahrne Feldmarſchall
9—
wurde. Das ‚eine, Mal follte der Dbesfillentenant Ä
anus mit. 200 Huſaren aus einent Dorfe bei
Ta bor Lieferungen an Lebensmitteln, eintreiben, |
weil dad Mehl bei der Armee a Hier wurde
Chu Dt, Ban o. Chl. Labib. , CO er
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J . * Pa " "
— — 5 run} /
u vom einer fo unzähfigen Mge Diffreicher Pe
ringt, daß nur Tod oder Flacht zu waͤhlen war.
Janus zog das erſte vor; er opferte fein Leben auf;
f fein Haufe wurde zerſtreut. Den andern Verluſt
haͤtte Friedrich vermeidin konnen, er derurſachte ihn
barch einen Fehler, ader durch einen Ziehler, ver füis
nem Seren Ehre dringt. Sa den Städten Tabor
und Budweis lagen 300 Kranke uud Verwundete,
ble aus Mangel an daheweſen nicht fonzubringen
Waren, Friedtich wolle fie der Getihft der Feinde
dicht Überlaffen; 8° legte daher 360 Geſande als
Befazjung in Heise Ortes de hofte, eine Schlacht zu
kefern, fie zu gewinuen, "und dann ſich ind dieſen
| gelaßnen Luft zu machen,‘ Dieſe Ausſicht be⸗
nabm ihm die feinbticp? Gewaudhett; jest glaubre
gu verflereny ' ’ er ſchikte 8’ Boten auf verfäytedenen
Wegen au he’ mit dem Befehl, des Ruckzuges ab;
afein fein Bote kam durch; and fo war es eine nu⸗
raͤrliche Folge hiefoon, "Daß fie Yänınıtlich in feind»
Uche Gefangenſchaft geriethen. Diefe beiden. Zelle
abgerechnet, wurde das Preußifche Heer ungeachtet
der unglsftigen Unftänbe, worin es fichi in jeder
Abſicht befand, nicht befiegt; und öfters legte es
- Beweife von einer Tapferkeit ab, die faft den Glau⸗
ben überſteigt. So fihlug der General Zieten
wit 2 Huſaren⸗ Regimentern uud 2 Greviadier » Bas
willonen bei dem Staͤdtchen Tein an der Mulde
die ganj unverhälmißmäßige Webermacht von 16000
Jeinden unter ben Generalen Nadaſti, Ghi⸗
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u B5 —“ —
laui PR Oberſien Trenk mit VWwennmthe
ruͤk, une kam als Sieger in das Preußifche Lager,
Friedrich, der uͤber das Mislingen des Feldzuges
hoͤchſt uninuthig war, vergaß ‚für einige Stunden
allen Kummer, und fühlte über diefen Sieg. die leh⸗
hafteſte Freude. Er ging dem General Zieten
entgegen, uͤberhaͤufte ihn mit Aeußerungen des
Danks, und mit den ſchmeichelhafteſten Lobfprächen,
nahm fodann feinen Plaz, flellte fi) an die Spizze
feines fiegreichen Hauſens, und führte ihn im
Zriumpfe unter einem: allgemeinen Vivatrufen die.
ganze Linie des Lagers bei Bechin hinunter. So
wußte Friedrich, den Muth zu ehren, und die
miebergefchlagenen Gemuͤther u freudigen Enpſis⸗
dungen zu ſtimmen.
VUnter beſtaͤndigen gat /Agen war der Khaig am |
4. November bei Kollin in der Nähe der ‚Elbe
| ‚eingetroffen. Hier dachte er ſich zu halten, und dem
Feinde . eine Schlacht zu liefern. Prinz Karl
folgte. ihm auf. dem Fuße, und lagerte ſich dem
Preußiſchen Heere gegenuͤber, aber wieder auf @
ſteilen Felſen, nnd in einer fo unzugaͤnglichen Ge⸗
gend, daB Friedr ich durchaus keinen Angriff wa⸗
gen konnte. Das Elend der Preußen ſtieg immer
höher; durch die bereits erlittnen Mühfeligkeiten,
und durch die Kurcht einer in der ‚firenger werdenden
Sahreszeit ‚noch zunehmenden Noth verloren viele
Soldaten allen Much und alles Zutrauen; fie liefen
fiherenweife davon; nach mehrere würden ihre Fah⸗
wen verlafien haben, wenn fie nicht durch Krank⸗
her
— [IV 2
N 7 |
— Fe
vaten varan wären vᷣethindert worden. Hiunger
oder elende Nahruũgsmittel "und Erkditungen bet’
dem naſſen Wetter erzengten die Nuhr: nad andre
fe
Krankheiten. Bei keinem Regimente faud man-ı08
voͤllig Geſunde. Dies traf nicht bloß die Gemeinen,
| fondern eben ‚fo gut die Officiere. Um die Kranken
zZu retten, und den Uebrigen beſſern Unterhalt. zu
x
N
—
/
wVerſchaffen, ſahe ſich Friedrich genoͤthigt, uͤber die
Elbe zuruͤkzugehen, und die Truppen in gute Kan⸗
tonitungsquartiere zu verlegen. Der Uebergang ges
ſchahe linker Hamı Bei Kollin am;g. November mit
ſolcher· Klugheit, vaß · die Zeinde es nicht Fuͤr rarhfam
bieten‘; if durch Augriffe zu unterbrechen ,: vder
anch nur zu erſchweren. Um die Werbidung ne
- Prag und Schleſien zu ſichern, wurden KRol⸗
Tin und: ParduBtz, für dieſen Zwek wichtige
>. Piizpe, vbgleich ·von der kantonirenden Armee durch
den Fluß getreunt, und am rechten Elbufer gelegen,
„Lwom Kdnige ſtark beſezt. Zehn Bataillone dekten
Kollin; fie ſtanden bier hinter Mauern, die eine
uatuͤrliche Verſchanzung bilbeten; und fie errichteten
J auf einigen nahe an det Stadt Befindlichen Anhöhen
- Batterien, Zweimal griffen die Deftreicher dieſen
: Poften an; aber fie wurden beide Male mit Verluſt zus
rüfgerrieben. Sie und die mir ihnen verbandwen
Sachſen bezogen darauf ein Lager bei Breloch
zwiſchen Kollin und Pardubiz, ven ‚Preußen am aus "
dern Elbufer gegen über. '
Sriedrich gab bis jezt die Hofnung no nice
ws ſich in Böhmen den ganzen Winter zu: In;
- 5. haup⸗
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- ı ’ —
X
u.
bene, & war emſchloſſen das Nenßerſte
abzuwarten⸗ und hatte den, Plan, Dann, weriu Die
KFeinde aus dem Lager. in, bie Winterquartiere vers
theilt feinswärben, von. Kokin und Pardubiz ans
Über fie herzufallen, und ſich des Czaͤlauer ud“
Ehrudimer Kreiſes an Mähren zu bemuͤchtigen.
Wäre es auf dan Prinz Karl augelommen, fo
Hätte Friedrich a Abſicht gelingen können. Dieſer
Britz, naͤralich hielt den Feldzug fuͤr ganz geendigt; a
sub war Biltens, f feine durch ſo viele in Elſaß und
Böhmen. ausgeſtandne Beſchwerden ermuͤdete Trup⸗
gen in rahige Quastiere zu verlegen. Aber der Hof
gu Wien bachte anders, er nahm auf die Ermattung
bed Heeres gar keine: Ruͤlkſicht, und ſchikte dem Prius
zen die ſtrengſten, die umwiderruflichften- Biefehte,
die Keregäuntertchmungen. fortzuſezzen, ed. Eofle,
was. es wolle, über bie. Eibe zw bringen, den Preus
Gen. altesBemeiufchaft mit: Prag abzufchneiden, und
fie. auf dieſe Art ganz aus, Boͤhmen zu vertreiben, -
Dieb: große: Merhaben wurde von dem mehrmals ge
ruͤhmen Feldmarſchall Traun mit aller erdenkli⸗
chen Ri eingeleitet, und: mat viel Klugheit aigee
fhrt ;; dennoch gelang. edtme: durch ein Ungefähr,
‚Aust. dis Rachläfftgleit einer Vrenßiſchen Huſaren⸗
Yerrmille: hätte Tejtee.nur; einige Wachſamkeit be⸗
wiefen, ſo⸗ waͤrt das INhae öngefiät der Jeinde ms
ſtreitig geſcheitert, vnd der Krieg: haͤtte eine andre
Wendung genvumienWon ſo uubrbentenden Di
tzzen haͤngen oft pie olgereichſten Bogeben heiten ab!
\
' De Prisma dfningen. Ih eine Dune Comm
* lei⸗
Ns
?
= N n J N
Es
— — Er) =
| in kenn: — nd’ beſt ͤndig tätige Arten,
Bewegungen machen, am die Preußen auf die
| arrige Meinung zu briugen, als waͤre es auf die |
Beſturmung von Prag oder Kollin angeſehen
Bon Wien gekommne und aufgefangne Briefe bes
kartten den Rbnig-vollenbs in dem Getasten, daß
‚af ben 38. Nodemher ein Augriff gegen beide ges
niannte Orte unternommen ‚werben, wuͤrde. Sie
wurden däher zur ſtaudhaften Bertheibigung gekhite
gemacht, und Die Prager Beſazzung mit mehrern
rauſend Mauun unterm General Rothenburg vera
miehrt. Daß bie Beinde einen Uebergangjüber bie
. , Elbe verfuchen konuten, fiel dem Könige um fo weni⸗
ger. ein, da ein ſolch Vrojelt unausführbar (bien;
denn das ganze Ufer war. mit lauter Poſien befezt;
son. Meile zu Meile fanden 3.Schwabrenen Hufas
200 und’ ein Bataillon Fußookt; die geringfle frinde
" liche Bewegung Aonnte alſo bemerkt, ind jeder
| wirklich verſuchte Uebergaug von der ganzen Preu⸗
gtiſchen Macht leicht und unfchlbar vereitelt werben.
j Diefe Betrachtung wiegte den König. in die ‚größte
Sicyerheit im Abſicht eines Elblberganges etin;
ſeine Sorge beſchaͤftigte ſich mit ganz aubern Din⸗
gen, Die Sache verhielt ſich auch im der That alſo.
>. Mar ein Verſechen son. Preußiſcher Seite konnte dem
Beinde das Gelingen feiner kuͤhnen Cutwuͤrfe möglich
machen. Am Tage. vor: dem. Beginnen ber Dyemms .
dien IR der Prinz Kar. einige Uhlanen md Huſa⸗
.\- Yen über die Elbe auf bie Preußifche Seite hin
‚ Mmuanen, vom fi darin cn Nat Oahle
)
Sr
verſteklen, on fie ade Sifdne mb Orten, |
Die nach dem 'Eöniglichen Nuartiere gehen wollten,
auffingen, ober niederſchoſſen. Daß dieſe Oeſtrei⸗
eher fo unbemerfr über den. Flaß kamen, und fo une
. gefehen ins Gebüfche Plaz nahmen, dieß war. dab
Dienfiperfehen der Zietenfchen Huſaren das eiuige
in den beiden arſten Schlefiſchen Kriegen, aber quch
ein wichtiges, "ein unverantwortliches Verſehen,
vwelches ber ganzen Preußifchen Armee zum Nach⸗
Weil, min dem viere Ziicheche um Hanf
gereichte.
Der: gefürchtete 18. Nobember ging ruhig vom
über. - Aber in’ der Nacht baranf wäherte fich die
Deftreichiiche nad Eachſiſche Armee der Elbe, dem
Marktfielten Zeiniz gegeäber,. mit. fo viel Stite
und Vorſicht, daB die Preußiſchen Eihppfien nichts
eher inne wurden, als bis die Pontons vorführen,
Sun machten die Vatrenillen Lärm. Der General
Bieten mb. der Obriſtlieutenant Wedel landen,
jener wit 3: Schwadronen jeiner Huſaren, diefer mit
2. Kompagnieen Garde, und eben ſo viel vom krpnz⸗
prinzlichen Regimente, zuſammen it 1 Bataillon
in diefer Gegend auf ihren Poſten. Sie ſchilten
‚alsbald einen Offcier an den König, um Kölfe zu
verlangen, und rüken eiligft an den Ort der Gefahr,
um fich-dem feindlichen Vorhaben kraͤftigſt zu wider⸗
fesgen. Als fie an die Elbe kamen, hatten die⸗
‚Geide bie Schifebräfte vollendet, das jenfeitige -
Mer, dab voller Auhdhen war, mit ihrer Infanter
u ww, Nom — euuaau⸗ beſezts vr
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j aubaeluchctei uad verwegenſten Orenabiöie zum .
WBortrade erwaͤhlt, und nichts verſaämt, was ven
QUebergang beguͤnſtigen konnte. Ein’ entſezliches Ka⸗
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14 7
j - un v en 2 5 -
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nonenfener ſpruͤhte einen ‚dichten. Kugelregen auf sie
Preißin."- Dennoch‘ ſtanden Bieten’s Huſaren,
Wing‘ Wedel's Grendbiere wie die Felſon, erwarte
ge den Feind mit Kalthlauͤtigkeit, and triebeh Sie.
N
Anruͤkkenden Bagehätfe mit ſolchem Nachdrukke
zwei m ni zuruͤk, vaß fie voll. Verwirrung umkehr⸗
- Ken, Dik Deftreicher Tießen jedoch nicht nach,” fit
— verftärtten ‚den Vortrab immer durch friſche Kern⸗
Früppefij: 7 une bewirken. daburch Yin: Written
mattete Wedekſche Bataillon wegdraͤnglen, und end⸗
u BO ⸗auf der Preußiſchen Seite foften Fuß ford.
Ber: Hhie Kur‘ douerte nicht lange. Bieren '
Preugte? niit · Schiüntreneib herbei, ſtuͤrzte Fe
Wũthendenüder den Haufen, ſpreugte viele im: ve
Elbe, die Börigenihber'vte- Bruͤlke zurüt;, fund nis
riß ihnen in wenig Augenblikken alle bidherigen Vor⸗
|
tet ſich, und nühmen- thre vorigen Stelluu⸗
en von neuem; em, "Die Feinde ergrimmten, daß eine
> Habs" Streiter ihrer · ganzeil:voreintin Macht Traz
Anraͤtkeid ſo dlel, daB fie das erſadpfit ud abge
J Mile, -Die verdraͤngtẽen Infanteriſten der Preußen |
bot; "fie verſtaͤrkten ihr fuͤrchterliches Artilleriekeuer,
weſches aber Zu’ hotteglug üins buher verhanuigns.
“Sig nicht viel Gchaden ſtiftete; fie ſchikten gange
Begittichret” vonbärts;,"fid errichteten an mehrein
Drten Schiffbratten, und drängten von allen Ale
| Ned mis 'den- Sechfen verſci die-- Preußen
ein⸗
⸗
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u Bieden ws Weit PR — fe
ſchitcen mehrere Ordenanzen an din Ani; dire
Hofnung, bald Unterſtigzzung zu ethalten, fibßte
ünm: einen faſt übermeuſchlichen: Muͤth einzſſe
bmpften wie die Lowen mit ber Uebermacht zweier
Feinde fünf Stunden hikdurch, und machten
men jeden Zoulbreit Erde ſtreitig; indeß die Huͤlfe
blieb aus, der Kampf war zu ungleich; das ‘Pulver
verihoffen „ die Zaht der Todten und Verwundeten
wohn aͤberhand; ne Mordglichkeit , es länger aus⸗
alten » sArhigte fie mdlich zum Ruͤkzuge; und
diefen machten fie fo meifterhaft, und fo geſchike,
daß fie fopar ihre Berwundeten mitnahmen, und den
Siſchonowizzer Wald gluͤflich erreichten. Jezt erſt
wfuhr der König die für ihn ſo unangenehme, fb
viederſchlagende Nachricht. Er: hatte das Kanoniren
mar gehört, aber Die währe Urſache davon ich
vermuthet, weil er feſt ‚glaubte, es fei:ein Sturm
. auf Kollin, um deſſentwillen er nicht beſorgt zu feik .
branchte. Von allen Abgefchiften Boten mar auch
wicht ein einziger zu ihm gelommen, weil fie uoh
‚den verſtekten Uhlauen getddtet wurden. "Härte “
@riebrich Nachricht gehabt, - und alſd zu rechter Zeit
Hälfe- gefchält, ſo wäre die fehimpffiähite Niederlage,
Der: Feinde: Theil gewordeun. Und ˖ der Moerſtand ſo
weriger Leme gegen eine ganze Armee fegt-bie Preus :
tiſche Wapferkeit. ungeachtet bes Verluſtes in’ ein fü
glänzendes Licht, daß dieſer Vorfall auf ewig in den
reußiſchen Jahrbuͤchern denfwärbig: und bewundei
vungßaetg Bien wi Bere weihete dem
| Herrn
—
1
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9 — 4 — af
Bewinen Werk ven sekähenten zZou des Mufeil,
Junkie op ihn.im feinen Werken den. Preußifiueg
Zepnidas nennt. Unerklaͤrbar jedoch. ift en,
warum. Zt eton's hierbei nicht erwähnt, ber die‘
Ehre dieſes Kampfes mir Wedeln theilte. Die
Feinde felbſt konnten dieſen Helden ihre. junjgh⸗ Ber
Aunderung und Verehrung nicht entziehen. Der
Prinz Kart brach noch waͤhrend des Gebechtetz ie -
Dis Worte aus: „Wh! wie glaltlich würde die Abe
„migin, meine Schwägerin, Yeinz wenn fie im ihres
* Officiere biue, wende dielen Helben als
en 108
Der von Feinden gelangne Uebergang Aber bie.
7 Eibe gerſidete aue Wlane und Hefnungen des Rönigß. -
Sir diefes Jahr. Doch fast die koſtbare Zeit mit
annüzzen Klagen zu: verlieren, mußte ein ſchneller
Entſchluß, wad nun zu. thun ſei? gefaßt werben.
Friedrich zag feine Truppen bei Wiſcheniowij su
jemmen, und bielt mit feinen Generalen fiber fols
u gende zwei Tragen Kriegsrath: ob man nach Prag
geben, und feiten Zuß in Bohmen faſſen; oder ob
man die Land ganz raͤumen und nach Schleſien
zuruͤk geben ſolle? Der Erbpriuz von Deſſau be⸗
jahete das Erſte, weil noch auf 6 Werben Vorrach
in Prag, noch Mehl in Leutmeriz wire; weil men
im Gall des Raͤtzuges alles ſchwere ð verlie⸗
ren, und die verlaßne Veſatzung, die einen Weg
von 30 Meilen mitten. durch Feinde zu machen
habe, der dußerfien Gefabr ansſezzen würde,
Pe Bine pnwar. we diene
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— aad unterſtaute- — — u
ge man fh. nach Drag, fo-mürbe bie. ganze P
Süche Armee won : Dieftreichern. und Sachfen i
eingeſchloſſen, und von der übrigen- Welt rise
ten; ehe ber Brühling Time, wäre fie ans Mangel
au Lebensmitteln, Rekruten, Maffen, Pferden x,
ganz zu Srunde gerichtet, und dadurch her Preußie
ſche Staat aller Vertheidigung auf die Zukunft ben
raabt. Marwiz beſchligte zwar noch 22000 Mann
—
%
in Oberſchleſien; wie Mumte diefer aber ein ganzjes
Raub gegen Heere von Hunderttauſenden ſchuͤzgen 2
Der Verluſt der ſchweren Artillerie Time freilich
nicht vermieden werben, bach dies wäre nubeden⸗
tend gegen die weit ſchreklichere Gefahr, die inen
deehte? Alle audern Generale ſtimmten der Mei⸗
nung des Königs bei; und ſo ward ber nbllige Mäs
aug nach ESchleſien befchlaffen und auf:bes Stelle
‚ausgeführt Der Tonigliche Moiutant mom Milere
schielt den Auftrag, Den Befehl Vihmen zu räumen,
nach 8 und zu allen. einzeln ſtehenden Korps zu
—
bringen. Dieſer umthige und verſtaͤndige Officler
hl ah giäih dar) Die friwichen Dufareıı
ſchwaͤrne hindurch, und vollzog alle feine Mufträge _
richtig upd ungehindert, Die Hauptarmee führte
- Ihrem Ruͤkzug in 3 Kolonnen theils burch die Graf⸗
(haft Glaz, theild Dusch die engen Paͤſſe bei Brau⸗
non, theils durch Trautenan und: Schozlar fo gluͤl⸗
lich aus, daß fie nach 8 Tagen den Schlefifchen
Do betrat, - Eile haste gelitten, doch wenig von. —
u ten vechleuenden Vanduren und u .
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Horb Wegen wirt; non: maugeluden Weokife
* niſfem KFerich that ul, "ihn er komnit „’dn& |
- @jend :dir Tisppen 196 ecleichtern. Er MB: den -
"Sufanteriften Halbſtiefein mathen, er 2* ten.
Geld, Vorrath azufcaflen,. and theilte alle Den
ſchwerden mir ihnen, indem ex die her. aicht
“ fer als zu Taunhauſen in. Schleſten vedieß, uni
neh Berhin zu geben‘! Den: wiehtften Abgang
crlirr "Die Armee durch: die zahlreichen Ausreißer,
beren Same: ie: Deftreichen, wahrſcheialich äbers
trieben, zu 30000 augaben. Ein beſondres Ges
ſecht bei Dar Dorfe Meß vndient einer Erwaͤt⸗
mung. Ein Schivene Panduren griff den! Nach
ra? der Preußens: my: wid Hatte“ ‚bereits x 2
Moß w gethetet oder verwundet, alg er.” yigg
. in Bedte:. ein ſtarkes Schweinegrungen- bee,
Dit Panvnren eilten ſogleich von den. Feinden /
uvnd ſpreugtun insDorf, wo fie die Schweine
in den Eräfien todreten, die fie lieber verzehren,
wife Kriegemaͤnuern herumſchlagen weils
x ten; : Der’ Rönig. wär miit.dem. Benehmen des
Beutel arvon Naſſau, der gewohrlich den
Bortrabon oder den Hinterzug führte, und auch
jezt die Retirade gedekt hatte, beſonders zufrie⸗
den.’ As alle Abeheilungen in Gchläften anges
laugt ‚ooriar, fo Ding’ er ihm: zum Zeichen feiner
MWierrhachtung ſeinr eignes Vand vom.ſchwarzen Was
lerorden, womitner ie “ok nicht freigedis
wa. de Ar EEE
ee .. oo Unser
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— a4s5s —
unint allen hehe KV FE |
| Brager Befagsumg in der tranrigfier Rage ,:ıbis, Re
burch vermehrt. wurte,’ daß ihe Defehlohaher, dar
General. unu: Einfiebet;: nicht die. ‚Endichrem
mub. noch weniger die eiſtesgegenwarte beſaß, welche
für felche Umſtaͤnde erforderlich. waren... Ex nahm
alle feine Maßregeln ſchlecht. Er folite.die Haupes
werte Des Zeitung und die Kanonen der ſchweren Yge
tillerie zerſprengen, die Lavetten verbrennen, uud
die Gewehre der Oeſtreicher vs Waſſer werfen, Ip
der falſchen Einbilpung;, ed:Thunte dieſer Befehl wel⸗
leicht "wort; winerrufen meet, verſcob. pr, die: Muhr
führung Dis zum Iepten Mugendlikle, mDıek Bug: -
Seht wars „Sein. Ausig geſchahe, miteiker (1 uͤbez⸗
eilsen mad, unordenelichen Flucht, daf ſchon 400
Yandaxen ip die Stade site, als die Menßen · noch
innerhalb: Der 'hore ‚.inarem, waduych der Pöbel . -
Musiy und Dermagenheit- belan;, .febae Rache mit
Schnupfen, und Flistenfchäffen auszubaſſen. ‚Die .
Ungarn .erhenisten xoch viele. Kanonen, Valkwagen
ud Befangne, Dieſe Unordnumgen beghnſtigten
das Ausreißen. Bleich in den erſten Tagen gingen
3000 Mann zu den Oeſtreichern aͤber⸗ welches nicht
zu verwundern iſt, wenn man. bedenlt ,: daß unter
dem Preußiſchen Heere die Hälfte aus Auslaͤndern
won allerlei Voll uud’ Zungen beſtand, die feine Bas
terlandsliebe befizgin, fendern dem Gluͤksſterne fole
gen. Einfiedef-tonnte keinen andern Weg, als durch)
die Lauſiz vehmen; ehe en aber dis habin gelangte,
ais er noch bei deipe | in Bögmen ftand, erfuhr er,
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BEER .. *6 — |
| Pr U die Sachlen in Re Inbeing we DE De⸗
: feichern "den Weg verfotreten: und ihn aufheben
Wwollten. :Diefe Nachricht brachte ihn vollends anfet
Aller Jaſſung. Er:wußte wicht, was er thun, ob er.
die Sachſen angreifen, ober: feines Weges, ‚je gut.
Adnne, ‚ziehen. ſolle. Ohne den Geucral Graf won
u Mothenburg wäre fein Korps verloren geweſen. Dies
fer entfehloßne Krieger wußte durch feine Bewegun:
gen, durch änsgefprengte Geruͤchte und darch Höfe
Tichkeiten Vie Sachſen in. Furcht und Unthaͤtigkeit zu
verſezzen, und fuͤhrte feine Schaar durch das Saͤch⸗
fiſche Gebiet ſo meiſterhaft, daß er mir ſelbiger am
153, December in Schlefien anlangte. Das ganze
fchwere Geſchur, der größte Theil des ‚Gepäfteh,
einige tauſend Kranle, und mehrere Taufend Muss
getretne waren ber nicht. unbedeutende Verluſt, weis
‚cher aber im Räkficht der mißlichen Umfäube unenls
lich größer Ylste fein koͤnuen, und für jede andre
Armee auch geweſen fein würde. Friedrich fühlte
es alles tief, er erfannte Die großen Fehler, die er
Melber gemacht hatte, er betounderte bie Beldherem
talente des feindlichen. Omeals Traun, ließ ihm
; . wolle Gerechtigkeit wiederfahren, benuzte ine Ges
ſchiklichkeit zur Nachahmung, namıte ihn oͤffeutlich
‚feinen Lehrmeiſter in der Kriegslunſt, wurde durch
:fein Ungluͤk vorflchtiger und weiſer, und fagte :vom
feinem übel geendigten Feldzuge: ‚meine große
„Armee, welde Böhmen verfcplingen, und Oeſtreich
Mberjaue wam [pie ‚ are das Schitſal ber ſoge⸗
Manns
. Dani ir m - , \
„nannten waüberwindlichen glorte,, den Dhinpp m
zen Spanien ausräßtte, um“ Erlen Li
neben 757
Binrerfelsgug, ur
Borfäite: die dur Schlacht dei Heden
irledbers im Anfang, des Funi 1745, \
Die: unfalte Ber Preußen hatten bie Oeftreicher
wit einem folchen Stolze amd Webernithe: erfäikt;
baß fie: die Erobrrung Sehlefier ens Ffir eim leichtes u
Spiel anfahen;' werd noch im Wintet der Ermattumg
ber Truppen ungeächiet, die Aubflihruig dabon vers
ſuchten. Bereitdin wet Mitte des Decemnbers 1744 .
brachen fie mit gewaltiger Ucbermache Mm. die. Gräfe
ſchaft Glaz ein, beſezten fie, die Huupiſtaͤdt aus⸗
genomnien, und breiteten fich in — * hin⸗
ein; big an die Oder Aus. Der Preußiſche · General
Behiwa 1d welcher im’ Glaziſchen Rand, hatte ſich/
zum Widerſtande zu ſchwach, bei rechtetgeit in die
Zeſtnng gezogen, "ih: dem! Feinde die Gelegenheit;
Ihn th äberrumpeln, geraubt. Eihe- die Oeſtteit
chiſche Minen, durch Ungarifdje Truppen verſtaͤrkt,
draug von Mähren aus in Oberſchleſien mit ſolcher
Ueberlegenheit/ daß· ſich der General Ma rei; z nur.
durch einen "(chweiten "Dififäng von Troppau nach
NRariber dor ihr-Ferten konn. - Hier ftarb Mars
wiz; ſtatt feiner führte-nun der Prinz. Dietrich
son Deffau die Preußen meiter durch Kofel und
Brig zur Aimen in dr Brem den- Reihe zuruͤt.
Bons
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A
1 . .
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er vn m
” @anj Obenfihefien Kefanh fich jezt in feindlicher —*
walt;- nun, die Feſtungen Neiße und Kofel. blie⸗
ben den Preußen. Die Königin Marie Thgrefie
Betrachtete Schlefien ſchon fo gut als ihr Eigenthuni,
amd fuchte, dunch Gcgneipefeigın bie Einwohner für
er zu gewinyen,; und durch gehäffige, erhitternpg
Dariteflungen yon Friedrich abzuwenden. In einem̃
Danafeſte ans Volr erklaͤrte fie ven Bresiauei Were
trag, und ihre Einwilligung zur Ibtretung⸗Schle⸗ u
fiena ‚für, erpreßt und alfa für yugättig. Sie (Chile
derte die Mreugifche Megierung. nit, ſchwarzen Fafz
ben. Der König, ſagte ſi ie,. .hahe nichts non Ar
Behalten, wag er im Preslauet Ffaltate verfprocen
habe. Di; Katholiken , würden. :gemißbanbelf,. dir
VProteſtanten dernachlaͤßigt, die Stände ihrer. Privis N
legien, beſonders ihres Kleinodes, des Fürftentaged,
beraubsj.die katholiſchen Geiſtlichen mit unerſchwing⸗
lichen Abgshen belegt, und, alle, Unterthanen durch
Das Kantonmefen..in. eine ewige Sklaverei verkegt,
Der Prarſiſche Hof ließ dieſe Auzuͤglichleiten nicht
nabe ontwortet. Er warf den Oeſtreichern ihre Krane
famteit gegen Die Proteſtanten, ihre Eingriffe ip Pay
Weſtfaͤliſchen Frieden, jhre Despotie genen · den
Kaifer Karl VII. mis. derben Ausdroͤtten vox.
Da aber Federn nicht verwunden, wenigſtens ‚nicht
wödten, fo eitte Sriedrich von Nerlin nach Schleſten
zuruͤk, um fein Recht on Died Fand mit dem Degen
zu verfechten. Er yerabredete mit dem alten Zürften
N
von Deffau, dem Oberbefehlähaber aller Schleſiſchen
Fruppen, bie Mittel zus Vertecihuug der Zeinde.
\ . und
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P” ließ fie durch drei Konpt fogleich in Aucſhhrag
dringen, Der Fuͤrſt zeg bei Neiße 30099 Mann
zuſammen, und ging am 7. Januar 1745 über den
Sluß gleiches Namens. Die Defireicher, weiche
durch Die abgeganguen. Sachen, und. Durch. vers
fhieone ‚nach ‚Baierg geſandte Abtheilungen ges
chwaͤcht ‚waren ,. bekamen wieder Achtung, vor Dep
Vteußen, und ergriffen die Flucht fo eilig, daß fie
5 Nächte auf dem Schnee zubrachten, wobei piele
Keupe apgraren und viele dapon liefen, Die Neußen
Jenuten, Saum einen Ihbeil jhres Nachzuges einholeg.
Die Oeſtreicher retteten ſich nach Mähren, und da
Fouͤrſt von Deſſau lagerte ſich bei Troppau en IL
gerndorf. Unterdeſſen befreite. der General Maſſan
nii 6000 Mann die Gegend um Ratibor von den
Augarn. Er aͤherraſchte in dieſer Stadt gooo Zeinkg,
welche ſich Mufangs durch die Asengen ſchlagen, hei⸗
nad) uͤher Die. Oderbruͤklo ftchten wollten: aber xon
dem ſtarken adpaͤnse brach· die Bruͤklle, und weg
sicht im Woſſer ertxant, wurde iedergehanen oder
gefangen: gemnmınen.. ‚Ehen fa gluͤklich focht das
Dritte Korps unter Lehwald. Es griff die vor⸗e.
Sheilbafs zeiten Oeſtzeiche bei Hakelg ch mert
im Glaziſchen mit ſo viel Math und Entſchloſſenhet
an, daß fie 1000 Maun an Todien und Gefangües
and: deei Aasonen verloren, da die Sieger nur ‚pp
Mannseinkäßten. In der Mitte des Februars war
alles Hop feindlichen Trapnen gereiniget, Frie drich
ließ ein Dankfeſt feiern, pub ging nach Merlin
die Oeſtreicher aber leruten. einſehen, daß Did Preu
. Bellat Dr. Erich. 6. Rh. 1. Abtb. (D) Ben
nn]
ſ
— s50 —
- Ben noch nicht bie Kraft und-den Muth zum Wide
ſtande verloren hätten,’ wie fie fich irriger Weiſe
eingebildet zu haben fehienen. Jeder Theil bezog
sinn in feinem Lande die Winterquartiere. -;
Noch vor Beendigung diefer Streifzüge hatten fich
"wei Begebenheiten ‚ereignet, welche nicht. den Krieg,
aber doch die Bewegungsgrunde zu felbigent veraͤm
derten. Gachfen hatte bis jezt dur ein Schuz⸗ und
durchaus kein Angriffsbuͤndniß mit Oeſtreich gehabt,
ob es · wohl feinen Eifet fur das Erzhaus, und ſeine
Erbitterung gegen Preußen in ſtarken: Zaͤgeunzu ers
kennen gab, Stanu! der bedungnen 6oo Manu
Huͤlfotrnppen hatte es den Oeſtreichern sooo Mack
zur Unterſtuͤzzung überloffen; und der · Miniſter
Bruͤhl rähmte- mit: großfprecherifcher Scharlataherie,
daß der Preußiſche Rükzug aus Böhmen allein dutch
feine klugen Anſtalten bewirkt worden waͤre. Frie⸗
drich wuͤnſchte, Sachſens Freundſchaft zu geülnnenz
er that bie vortheilhafteſten Anaebietmigen, en ihinek
chelte der Eitelleit des Miniſters; alles vergebens.
Bruͤhl hatte einen unverſohnlichen Haß gegen Fries
. eich, ünd um dieſen zu :befriedigen‘, opferte er’ die
reellſten Bortheile, das wahre Wohl Sachfens auf,
und flärzte den Regenten und das Land ind Ver
Derben, Er drängte ſich fat mit Gewalt an Des
ſtreichs Intereſſe; und feinem Betriebe IR ob. zum - :
ſchreiben, daß am 8. Jannar 1745 u War ſchau
das vierfache Bundniß zwiſchen Sachſen, Orſtreich,
England und Holland geſchloſſen wurde, wodurch
Ech erſtres zur Offenſive gegen Preußen verbindlich
— —
machte, Vroͤhl verſprach 36000 Mann’ Trupphn
zn den Oeſtreichern ſtoßen zu laſſen, wofuͤr ihm
"England nnd Holland vom 1. Janiar an 150,000
Pfund Sterling jährliche Subſidien bewilligte. In
ven geheimen Artikeln wurden dem Könige von Polen
Sagamn und Glogan, änd dem Grafen Bruͤhl Teſchen
nebſt der Fuͤrſterwuͤrde zugeſagt. N ©:
Nicht lange datnach ſtarb der Kaiſer Karſ VAL
am 20, Jannar zu Maͤnchen/ wohin er am 2,
Ditober 1744 zuräfgefehrt war, Daurch Zrledrichg
Unternehmungen in: Mbhmen hatte de’ die“ fürfe
Frende · erlebt, daß er im DPtober feine Erblaͤn
wieder eroberte; ei verlor ſie aber ſchon zu Mifan
bes neuen Jahres größtenrheild'wieder, "und er bnte
es bloß ber Bermitthung: feined Bruders, dei: Kids
Firfien-vom Köln, zu verdanken, daß ertunkeiäre ie. -
Muͤnchen bleiben, und dort ſterben konnte "Eh wir
ein edeldenlender, freigebiger, dber ungluͤktither Sürfk,
Er winde? das Schlachtopfer-der SranzöftfchenNjos
,itik, die ihn als en Phantm den Deftrefchein ents
gegenfedten Aber nicht nach Kräften unterfkäzre, Sf
Kaiſer genoß er nur wenig frohe Augenblikke. Von
ſeinen elnen“ Staten vertrieben, undſeiner Cine
Fünfte beraubt, lebte erworben’ Mitofen Grant.
reichs nud den Beiträgen einiger Deutſchen Sfrflch
niehrentheils gu’ Frankfurt, und ſahe feitte Wüurde
von den Deſtreichern verſpottet, und ſelbſt von den
Tatholifchen Siftern verachtet. Zu dieſen Kraͤnkuin
gen des Gemachs geſellten Fly fdrperliche Leiden;
er ward Ho hoftigen Gichtſchmerzen gequaͤlt, Lumgẽ
u 832) und
—
— 152 — N
und Saber waren, wie bie nachherige Deheung ‚eig,
‚halb ‚verzehrt, im Herzen plagte-ihn- ein Poly
"und. in. den Nieremein Stein. Der Tod machte in
feinem AB. Jahre ale: diefem Elende ein Gapı,..
N
‚Die Frankfurter Union, welche zur ps
hauptung des Kaiſero Karls VIL. geſchloſſen ag,
“harte nun feinen Zwei, ‚mehr, und Se wurde dur)
‚den Apräftgiee der. deutſchen Bundeägrnoffen: Zries
— im April gang gufgeibfet.. Dersjunge Rufe
ꝓo Baiern —— Sof A einziger
Bu E Karls VH.,‚befand- ſich in, einem..ıgn
Jahre heim Hatritt der Negierung in, der Haprigfien -
Nase, Kr ‚mußte, wie vormals fein „Mgter,. die
"Mehidenz "perlaffen und nach Angsbrg- flüchten.
diem war die Treuloſigkeit des Feldmarſchalls
© endorf, jenes Kabalenmachers den wir
ſweg am,. Hofe. des Königs, Frieda iſch Mile
* I. von Prenßen von giner ſqhlechten Stite
Bapnen ⏑
‚Beierichen Dienften,. verhielt fi) aber als Peneral
Rete ſaumſelig, eigenſimig und unrähigh, uud
Yerlegte abſichtlich die Baierſchen Truppan.fo *
laͤuftig in die Winterquartiere, daß fie unnsden- dyej⸗
mal ſchwaͤchera Oeftreichern überfallen ua gefangen
werben Eonnten. Vor der Zeit des -Unggifs-nahm
gr den Abſchied. Auf einmal, als die Baiern wie
fine Heerde vom ‚Hirten verlaflen waren, erſchien ee
wieder am Hofe des jungen Kurfuͤrftega zu Agpbuſa,
aber nicht als patrietiſcher Rathgohc, ſondae als
Kreatuꝛ des Wiener Farin, mimn ———
IN 2
J
u 53 | um
. Aurfärften Jw’verfühten, und dem Konige Friedrich,
gegen ben er den alten Groll beibehielt, zu ſchaden.
Er legte dem Kurfuͤrſten falſche Papiere vor, er
zeigte ihm untergeſchobne Briefe von Friedrich, als
wenn dieſer treulo& an ihm. handeln wolle, er vers
groͤßerte das Waffengluͤk der Oeſtreicher, und bere⸗
dete ihn zu einem einſeitigen, unvortheilhaften Frie⸗
den. Der Ausſohnungstraktat wurde mit uͤbertrieb⸗
ser Eile zu Füßen, einer kleinen biſchoͤflichen
Stade in der Nachbarſchaft von Augsburg, am
23. April 1745 unterſchrieben. Der Kurfürft ent: '
fagte allen. feinen. Anſpruͤchen auf Oeſtreich, ſelbſt
dem Titel eines Erzherzogs, trennte fich von. allen
Bundesgenoſſen, und gab im: voraus feine Stimme
jur Kaiferwahl des Großherzogs Kranz von Tode
kana. Dafür erhielt er weiter nichts, als die Zu⸗
säfgabe feiner Länder, bie aber noch. zum: Theil bis
nach vollzogner Kaiferwahl befezt bleiben ſollten.
Ns Maximilian Joſeph den Friedensſchluß
unterzeichnen ſollte, erſtarrte ihm auf einen Augen⸗
blik die Feder in der Hand; denn er erinnerte ſich
der Ermahnung ſeines ſterbenden Vaters: „Vergiß
„niemals der Dienſte, welche dir der Koͤnig von
| ꝓdrankteich und von Preußen erwiefen haben, und
lohne ihnen nicht mit Undank.“ Doch bie Vors
fpiegelungen Sekkendorfs überwältigten ſemen Schaus
ber, und er ſchrieb. Waͤre er dem Frankfurter Bunde
treu geblieben, fo hätte er in Gemeinſchaft Friedrichs
gewiß beſſere Bediugungen erlangt; feine Huͤtfs⸗
quellen waren woch nicht erſchoͤpft/ Grant *F |
. J ſpr
— sx —“ —
Aprach i6en nnatich eine halbe Million eLiores/ und.
‚zahlte fie anfänglich auch. Oeſtreich haͤtte ſeine
Macht theilen muͤſſen, folglich den Krieg gegen
Preußen. nicht mit Nachdruk führen koͤnnen. Hier⸗
aus mußte am Ende ein gluͤklicheres Reſultat für ihn
entſtehen. Die Heſſen und Pfälzer erwählten.gleiche
falls die Neutralisät, wurden aber übermürhig und
vertragswidrig von Deftreich behandelt, -
Sriedrich ſtand nun. allein auf dem Kampfr.
plazze, und feine Ausſicht truͤbte ſich. Denn auf
Frankreich's ernſtliche Mitwirkung konnte er ſich
nicht verlaſſen ‚und alle feine vielfachen Unterhand⸗
| ungen zu ‚einem. ehrenvollen Frieden fchlugen. fehl,
Es blieb ihm nichts zur Rettung als fein Genie und.
ſein Heer; beide aber reichten auch bin, ihn wieder
auf die Höhe des Anſehns und der Macht zu heben,
welche durch den vorherigen geldzug etwas geſunken
waren. er \
| Friedrich hatte während der Winterruhe alles
— beſeg ‚ was ihm einen gläflichen Erfolg ded neuen
Feldzuges zufichern Fonnte, Seine Hauptbemähung
‚war auf, die Anlegung recht großer Magazine ges
richtet; denn der Mangel an Unterhalt hatte bie,
Uufälle des vorigen Jahres vorzuͤglich mit verurſacht.
Die Regimenter wurden vellzählig gemacht, die
Soldaten i in den Winterquiartieren reichlich verpflegt,.
und bie fehlenden Pferde. *) angeichaft. Mehr als:
— ſechs
2. ‚Die Käiferin Elifabeth von Rußland, vobgleich
nmentral, im Grunde Aber. den Feinden Beisein
—W Re
x v
4
XXXV mn
ra. im
Sechs Millionen Thaler nah er aus dem Schazze,
und. 13 Million lieh er von den Landftänden, um die
Kriegs ; Untoften des Jahres 1745 zu beftreiten,
Dieſe Zurüftungen waren mehrentheils ſchon in der
Mitte des März pellendet; daher begab fich der Kös
nig um diefe Zeit. zur. Urmee nad) Schleften.. Die
Erfahrungen des vergangnen- Jahres machten ihn,
für das jezzige vorfi ichtiger. Er konnte auch diese
mal den Feinden zuvorkommen, fie in ihren Quars
tieren in Böhmen überfallen und angriffsweife vers
fahren. . über er z0g einen einfachern, bedächtigern
und fichrern Plan dem fiheinbarern und ungewiſſern
vor. Er beſchloß, ruhig in Schlefien zu bleiben, bie
Bauptpäffe zu befezzen, und es dann gemächlich aba
zuwarten, bis Die Deftreicher, denen man unmöglich
alle Wege nach Schleſien verſchließen konnte, uͤber
bie Gebirge herab gegen ihn anruͤkken würden, So⸗
bald fie ſich ihm naͤherten, wollte er ſie unvermuthet
angreifen, ‚nad Böhmen zuräftreiben,. Died Königs
reich 12 Meilen weit an der Grenze aushungern, -
und im Spätjahre nach Schlefien zuruͤkgehen, um
feine Zruppen in rubige Winterquartiere zu vers
legen. Diefem Entwurfe getreu, eilte er nicht den
Feldzug zu eröfnen, ſondern verlaͤngerte die Zeit der
Ruhte für feine Armee, die erft ſpaͤt am Ende des
debrnars Erholung belommen hattee.
u Die
mehr gewogen, warb von dem Thatenrufe Sietew's
fo entzüft, daß Re ihm 300 Werbe zur Errinuns
6 Regiments aus ihren sanen ſcheutte.
ep
*
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u 7 2
Die Deftrecher wollten ſich die Ruhe der een
zu I Njge machen; und fie niit ihren unzähligen Teiche
; ten Truppen in lauter kleinen Gefechten aufteiberts
Friedrich aber, der ihre Abſi cht merkte, hielt ſein
Heer zuſanmen, ſparte feine Kräfte für einen Haupt⸗
ſchlag auf, und dab lieber Kleinigkeiten Preis, als
das Ganze in Gefahr zu bringen. Ein’ Körps von
42000 Ungarn unter Aufführung des alten Feldmar⸗
ſchalls Eſterhazy, and’ der berähmten Parteigänger
. Raroli, Feſtetiz, Spleni ind Ghilani/ die ſchon im
Minter in Schlefien eingefalleh waren, wiederholten
zu Ende März ihren Verfuch, ftreiften tief in’ Ober⸗
ſchlefien herum, ſchlugen kleine Preußiſche Haufen,
2 amb wagten fi) bis Bei ven Feſtungen Kofel: und
NReiße vörbei. Friedrich, der ihnen eine Zeit
Yang: zugeſehen hatte, hielt es am Ende doch für
übthig ihren Daͤnkel zu demuͤthigen. Er ſchikte den '
‚ Öberfien Winterfeld mit 6 Bataillonen und
1200 Hufaren zu ihrer Vertreibung ab. Diefer mus
. ige und einſichtsvolle Offitier entledigte ſich ſeines
u Auftrages auf die ehrenvollſte Art. Er griff zu Ende
B April 5000 Ungarn an „welche ben General Golz
mit ı Bataillon und 500 Huſaren unweit Oppeln
. „ umzingelt hatten, ſprengte fie ganz aus einander,
and nah ihnen 300 Gefangne und ihr ganzes Ges
paͤkke ab. Am folgenden Tage flied er auf 2000
feindliche Hufaren, die an einem Morafte fanden;
er jagte fie in ben Sunipf, wo der größte Theil ums
tm, der übrige gefangen wurde. Dies flößte dem
Ungarn Eorfurgt por der Brenfilden Huſaren, die
ihnen
—*
-
—8—
thuen ſonft verächtlich vorgekommen warnen ze.
verließen die Odergegenden gaͤnglich. Einen Monat
nachher legte Winterfeld neue Proben der. Kuͤhn⸗
heit gegen ein andres Stieifkorps der Oeſtreicher ab⸗
Weit’ ziwet Huſaren⸗ Regimentern und einigen Batail⸗
Vnen, zuſammen mit mehr nicht ald 2400 Mann;
” füllte vr bei Landshut bie. feindlichen Bewegungen
beobachten. Ai goo Ungarn hatten fich bis Hirſch⸗
"Berg durchgeföhlihen: Wiunterfeld gerfireute fie und
machte 300 zu Gefangnen. Nadafti wollte dieſen
Schimpf rächen; "und mit 7000 Ungarn den Oberſten
“ Binterfeld aufheben. Aber nach einem Gefecht vom
4 Stunden ward er gefihlagen, und indem er ſich
zuruͤkzuziehen anfing‘, von: den eben anfommienven
friſchen 10 Schwadromen des. Generals Sei fo
gaͤnzlich geivorfen, daß er mit einem Verluſt von
60 Mann in größter Unordnung bis nach Böhmen
fliehen mußte. Er batte bei Landshut Pofto faflen,
ad der großen Deftreichifchen Armee den Weg bah⸗
dien’ offen. Noch aber waren Friedrich's Plane nicht
reif; und darum erwarb fid Winterfeld durch
dieſe glüflichen Gefechte ein bedeutendes Verdienſt,
welches der König dadurch ehrte, daß er ihn auf ver
teile zum Generalmajor ernannte.
Zu Ende des Aprils zog Friedrich feine
mehrſten Truppen zwiſchen Sranfenftein und
Yarfhlan an der Neiße zufannten. Der Marle
graf Karl, Enkel des großen Kurfürften, und Bru⸗
der desjenigen Prinzen, welcher im Sept. 1744 vor
Prag dns Leben verlor, hielt mit einem befonnern
U Korps
—
Eur —
Drpo pan- 10 bis 12000 Wann Treppen *
Zägerndosf beſezt. Dieſe Stellungen. wurden
darum genommen, um die Oſtreichiſche Hauptarmee
Im Aug⸗ zu behalten, weiche entweder bei Schmeide
nis, Glaz oder Jaͤgerndorf aus den Gehirgen
herausruͤlken wüßte. Dieſe Stellungen brachten
eher auch eine große Unbequemlichkeit hervote and.
haͤtten faſt einen bedeutenden Nachtheil für vie, Preu⸗
Ben- befördert. Es entfiaud nämlich in ihren Quars
zieren eine Lülle von Jaͤgerndorf bis Neiße,
welche die Feinde alsbald beuuzten. Sie chitten
ein Korps von 20000 Mann ab, von denen ſich ein
Theil zwifchen den König und den Markgrafen Karl
draͤngen, ‚der andre von Ratibor aus an der Dver
einen Kardon ‚ziehen, und hierdurch den Markgrafen.
von der Föniglichen Armee abichneiden mußte. Sie
hatten Hiebei eine doppelte Abficht : fie wollten das
markgraͤfliche Korps umringen, und den König durch
dieſe Pewegungen nach Oberfchlefien hinlolken, da⸗
mit unterdeſſen die vereinigte Saͤchſiſche und Seſtrzi⸗
chiſche Macht auf der andern Seite bei Laudshut
in Niederfchlefien ungehindert einbrechen koͤnnte.
Diefer Plan war fein und liſtig ausgedacht; abet.
Friedrich merkte ihm zu vechter Zeit; er blieb baber
feft auf: feinem Diez fiehen, und befchloß vielmehr,
DaB Korps des Markgrafen an fich. zu ziehen, gang.
Oberſchleſien bi auf die Feſtung Kofel zu räumen,
und alle Unfialten zu einen eutfcheidenden Schlage
im Fuͤrſtenthume Schweidnjz zu treffen. . Hier trat
eine große Verlegenheit ein; man wußte nicht, wie
o. . | der
De
— 39
der ‚Befehl zur Ruͤtzoge ap —— Kart.
gelangen. follta; weil.alle Wege nah Fägerndorf.
fo genau‘ von. den, Feinden beſezt waren, und for.
ſcharf bewacht wunden, dag. ſich kein · Foldjaͤger,
nicht einmal ein Spion durchſchleichen kouute. Ein
ſtarkes Korps dahin abſchikken, wollte Friedrich
nicht, weil er ſich dadurch geſchwaͤcht und bedenk⸗
lichen Gefahren bloß geſtellt haͤtte. Die Beweguu⸗
gen des greßen feindlichen Heeres gegen Nieders
ſchleſien zu-machten es in der lezten Hälfte, des·
Mai's für den König durchaus nothwendig, das
Korps des Markgrafen au ſich zu ziehen, Er befahl:
endlich dem General Ziesen, daß er mit feinem
Regimente alles, was es auch koſten möchte, wagen: -
fellte,, um bis zum. Markgrafen zu gelangen, und
ihm die Drdra zum fchleunigen Aufbruche,uach Frans
kenſtein zu überbringen; zugleich follte ex dieſen Ber
fehl allen feinen Huſaren bekannt machen ‚ damit,
wenn auch nur ein einziger durch kaͤme, der Mark⸗
graf die noͤthige Auweiſung erhielte. Schon der lezte
Zuſaz beweiſet es, wie ſchwierig dieſer Auftrag war,
indem Friedrich ſelber das ganze Zieteufche Regi⸗
ment für verloren gab, und zufrieden war, wenn
nur ein einzelner Huſar durchdringen koͤnnte.
Zieren fuͤhrte dies kuͤhne Unterne hmen auf
die kuͤhnſte und ſeltenſte Weiſe aus, die nur je ge⸗
wagt worden iſt. Ein unbedeutender Umſtaud gab
ihm dies ein. Sein Regiment hatte bisher ſelbſt
den Winter hindurch die ordentliche Sonmmermons
tur, das beißt einen sothen Dolmann und eine. air
mözje
[ X *
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4 .
— dd æ-
he iragin: . Die Wiuteruniform⸗ auß einst
Manen. Pelze und einer Schuppenmäzze beſtehend,
wer ebem uff aus Berlin -angelomnien. In dieſer
Tracht hatte ſich dad Regiment noch nicht vor ben .
Feinden ſehen laſſen; fie: Härte auch mit der Kleie
dung des Deftreichifihen: Hufarens Regimentes von
»Spieni' die größte Aehnlichkeii. Hierauf gruͤnbete
Zaͤeten die Möglichkeit, ſeinen Leuten das Anſehn
von Oeſtreichern zu geben, und ſie als ſolche mit⸗
ten durch die feindliche Armee zu führen. So bes
dvenklich Die Sache war, fo leicht. irgend ein Zufalf
vie Taͤuſchung aufdekken konnte, fo verfuchte es
Zieten doch, und ed gelang über alle Erwartung,
. &r: ging dei Ortmachau über die Neiße, und
ſchlich · ſich in der Nacht durch Gebuͤſche und Unege
dab) Neuſtadt hin, wo eine Fleine Pretißiſche
Beſazzung gauz ifolirt von den Armeen lag. Die
Deſtreicher hatten in derſelben Nacht einen vergeb⸗
. chen Angriff auf dieſen Ort gemacht, und zogen
jezt eben in 2 KRolonnen ab, um .wieder zu ihren‘
‚Lager nah Leobfſchuͤz zu. gelangen. : Das war
gerade der Weg, welchen Zieten nehmen mußte.
Ohite · Bedenken ſchloß er fidy an eine der feindlichen
Kolonnen an, als ob er zu ihr gehörte. Einige ges
', , borne’üngarn, die bei ihm dienten ‚; gingen "voraus
und begrüßten die feindlichen Feldwachen und Poſten
bei den Dörfern traulich in ihrer Sprache, Nies
mand fehöpfte Verdacht. Man ftieß auf ein Defts
reichiſches Dragoner s Regiment, welches neben den
rat und undefangen dahin reitenden Preußen
ohne
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ou 63 .
ln aawas Arges zu: dynfen voruͤber zoye So war
„Bieten, unerkannt vom Morgen an bis. Nachmittags
.4 Uhr fortmarſchirt, als er witten Anner pie Kroa⸗
„im, gerieth, welche danfeuwriſe zwiſchen den Dörs
‚fen hernmſchmaͤrmten. Er- kam nun; dem feindli⸗
chen Lager bei Zeobfchüg fo. nahe, daß er es von
einer Anhoͤhe, woruͤher er ritt, ganz uͤberſehen
keynte. fr. ließ 46 ,feitwärts Jiegem, und fegte feis
wen Weg immer: agb. fort; uber als bier dgE vorher
bamexfe. Dragouer a-Megiment: links ins Lager
rilte, und Zieten am; dahin pichtfelgtez: fondern
mägtö; trabte 1:-fa wurðr pin wachſamer· Poſten
der Feinde aufmerkfam , :ztlannte,hie Wrenßen, und
Yaspın Das Lager. Due vas Gefhreis.- Bieten,
Parafen! Presägn} in‘ Aufruhr. Mözlich
guͤſtete ſich alles „i..man. fing! an antiken, - mer
af zu: Den Waffen Rinige Wegimenger, die noch
aid abgefefien hatten, Titten auf Man les, und
Yiele Infanteriſten felaten.::.:Z hen: hane zabty ide
sötkzeinen zu gingen: Vorlpryngu ols dal man ihm
Wtse aumringen Fangen: ar allge Schramm: aneiq
4m im, .-aegen wescha.er ſich fpıtenfsr wehrte daß
fie abli⸗fjen. Einige Keit nachhey traf sr. undh-eineg.
Trupp· Oeſtreichiſche Huſaren/durch· weiche ex ſich
benfalls, obwohlmit einigem · Verluße durchſchlug
Dies war nicht mebr weit von Jaͤg ermdorf, wo
. bald Darauf. zum geoͤßten Erſtaunen und zur ent⸗
zaltenden Freude des Dartgeifigen Bert güüle
bich — rede :
Zu
. ‚ ed 9 .
Gh 3 PN , . ‚ * ‘ — I X un "28
j D
em Der Markgraf Kart: begab ſich den empfallg⸗ 5
nen en gemäß, ſogleich den 22 Mui af’ oM
, fe; RR züm Kdulge Zu ſtoßen. Die Oeſtrei⸗
«cher, weite ber Felörtatflalt Eſerhaz ons
mandirte, hatten? dieſen Ru vermuthet, und
Nialles veraͤnſtaltet, um: ihn wenigſtens: zu erſchweren.
Schonreine · Wiertelmeile vdn · Jaͤgerndorf hattenſte
rine Batterie won. 12,’ auf dem Hullbetge aber äitle
vbn ga Kandnen ertichtet, undudie ganze Stiuſe
dis Neuftadt⸗hin mit noch andern Kanonen undenat
180000 Mariubeſezti Diesnaules hicit Jeboch den
Vuůg der 00Preuften tiicht Auf; unter dei fatch⸗
enichſten· Feuer aus · dem proben: Geſchuͤz, ulnn dem
Aeinen Gewehr, welches aber: meiſtens zur hoch y
J
ziässefiwar, Veſtlirten der: Borkrab und das Mitret.
æorps nrbeit:ven Hullberge vorbei. Durch ein Miß⸗
verſtaͤndniß blieb hier ein Theil der Arrilletie "ib
Bugagel zuruke Dieſen Fehler "bemerkte der Felnd,
erieitteodather mis ſeiner · gauzen Macht vom WAHR,
geerab· n ha hier eier machen! YORE
Wäo · Auftihrer des Meußiſchenuirerzuges, bie Ba
webalervon Ziatdunt und von Sech wo draͤnyrleztret
meoeuntmanderr den Dragecesivon⸗ eudwig Micvcccber
Ton edie⸗ Deſtrvicher for weit nichtkomnien fäde
dern‘ geiſfen · Wei ſelber mit einem ſolchen Nachvto⸗
pt, daß fiermit Afreh 3 Regimenietn drei feindttigb.
Regimentet ap ganz ·zuſfa menhieben. ME DIE
abrigen · Oekreicher ug tiaurigen Ausgang vieſes
Unternehmens ſahen, verging ihnen ale Luſk; Ach
mb den Preußen zu meſſen; fie liefen Davon, und
| u * |
Mirzten ſich wit. graͤgilchem Gehenle‘ih-Vie- Gerade
Barten Wälder. "Die Preußen, deren Kavallerie _
hier einen außerotdentlichen Nuhm ernten, winden
aaf’ihreni fernern Marſche nicht mehr beunruhigt,
Sie jogen am 28. Mai wie tm Triampfe zur Frende
der ganzen Armee,ht bas.: königliche Lager buü
Erankunftein, - Ye mißlicher die Vereinigung
dieſes Korps mit den Huuptheere geweſen war, um
deſto größer war die. Zufriedenheit des Konigs hien
über) am'deſto lauter der Dank, welchen er dem
Gerarale Zieten und Schwerin fuͤr ihr Betragen bb
zeigte; alle Stabskapitaͤne⸗ itzer Resimenttt erhieb
enden Bett: Orden... “ €
Dieigroße —— — — Anne, weh
che fich bei: ka wdon au vereinige / hatie, Akte zu
Euro. des Moi’s. bei Kompakt in das dZuͤrſtenthurz
Shiriunigisoinet Mazefien- Shrrkiis, und
ine lvichten Eroberungen traͤumend ein. Fries
deichehatte fie nat. ranſilich erſonuene Rift Imre
Sergkoſtgkeit geroingt, ı Bun Sehrdelduiz ohnte ein
Yulidkerj welchet Spionsdienſte wrrnicheetey:inbet
den Preußen untreu, ſich zugleich von den Oeſtreis
thern / als Kundfchafter brauchen ließ. Frie dr ichz
weicher efrine Zoppelzuͤngigkeir bald iune wurde, -
Ka ficd; als ob er davon aichts merke, und / baute
hlerauf ven: Plan, ‚inte Feinde durchfulſche HRach⸗
richtar zu taͤuſchen, uud ind Nez zu Velten Durch
dine auſehnliche GBelvſannne verpflichtete er den
Epion, ihm fruͤhzeitiz voin vvni Marſche des Prim
um: Karl von Lochringen Meldung · Kſthum, damit
rn —65 er
ar ur
a ſich, En er es für notlig hielte, bi unter wie >
Kanonen von Breslawigurätziehen, und dort dep. :
Feind; ergarsem. koͤnute ; and um⸗ den ſchlanen Ata⸗
aͤuer in diefer Meinung gm beſtaͤrken, Hefi.sriäiß .
Waege nach Breslan zu, mit einem Unfchein vom -
großem Aufwande, ‚auöbeffen. Der Spion eilte
zum: Pringen Karl, um ihm die wichtige Cotdelkung
mitzutheilen, Daß: bie: Hanpſrarmee Der Preußen bis
in di-Mirte Schlefien’s, abzöge, und er auffer eini⸗
gen Ötreifparteien und Heimen: Wefazzunges in den
Srengorten keine Feinde antreſſen wuͤrde. Die Geo⸗
aerale Winterfelde und Damoulim „else
von ihrem biöherigen Maſten beit à udah ut· nach
Sch weicdniz zaruͤkgingen, vetbreiteren· een Dad
fejbre Bericht -allenthasben ‚..:uud. ‚hintergingen ven
gebachtin::Gpion : durch: sine verſtellte Vertraulich⸗
dit, daß er; em: Prim⸗u Karl immen: neue .
guifpen «Bon; der. "Entfernung „Der imußene ahene
race Wer Prinzʒſezte zulezt keinen Zwaifek weln
imndia Machricht; noch gam erfüllt nen Zrinfäge ·
Yalsl en. Det nergangnen Jahtes glaubte er Aiif und
keit at. den Ruͤlzug des Könige, weil dieſer· Olanbe
ir feinen :Wünfchen. oͤhere immte, und. fein
Ehngeize fdymeichelte, '. Ex. iibeckieß: ſich diner nblkis .
gen. Sorgloſigkeit, und brgüufigte daburch fe
Projetin; :nitleharBriedrid) laͤngſt entroorfems Hatkes;.
»’ .QU8 Der. König; von dar-Wanaberung: der Geinde
benachrichtigt wurbe, foıbbnih:ee am 29. Mai us
dem Lager — ‚an: marſchirte iuch
Reich em ka h.. ‚Bet. eami/ gingen. Dune -
Schweid⸗
j
= 65 m |
Schwei dui iz, und Verteilte feine Armee son. Bier
an bis Sıriegau 2 Meilen weit in eine faft ums
wuterbrochne Linie, Dieſe Gegend hatte er zum
Empfange und zur Nieverlage ber Feinde beſtimmt;
sr wendete 3 Tage an, alle Qerter herum geunu zu,
unterfuchen, alle Wege in.den Stand zu fezzen, alle.
Anhoͤhen zu verſchanzen und alle Vorbereitungen zu
treffen, um die aus dem Gebitge hervorruͤkkenden
Seinde ‚durch Waffengewalt und Ueberrafdungse _
Fhret nieder zu donnern. Am 2. Juli lagerten ſich
die Oeſtreicher und Sachen. bei- Bolfenhaim,
Die beiden Anfuͤhrer, Prinz Karl, und der Sächfte
ſche Herzog von Weißenfels, ritten bis auf eine
Anhoͤhe von Hohenfriedberg, wo. fie ſich am
Golgen poſtirten und von hier aus die ganze Ebene
überfchanten, Sie bemerften aber nur einige unbebeus
tende Haufen von Preußen. ‚Die sigentliche Armee,
welche hinter dem Nonnenbuſche, hinter Huͤgeln und
Erdwaͤllen mit der aͤußerſten Stille verborgen lag,
entging ihren Blikken, und fie fanden die taͤuſchende
Hofnung, daß hier Fein Zeind zum Widerflande vors
handen fei, beſtaͤtiget. Sie verabredeten daher,
daß dar, Oeſtreichiſche General Wallis Schwyi d⸗
wiz wegnehmen, das dortige große Magazin erz
bern, nud dam die Preußen bis Breslan berfol⸗
gen; der Herzog von Weißenfels aber. die Stadt
Striegau mit ſeinen Sachſen beſezzen, und-forann.
BGlogau belagern ſollte. Am 3. Jumi bemerkte
Friedxuach, der feine Borpoften alle Tage befuche
te.,, von: einer Anhöhe, daß die Deftreicher mit flies
MAallns Br. Geſch. 6. Thl. IN CE) gem
.
| — 7 EEE
genden‘ Zahnen und iilugentem Spiele weiter vorräßs N
‚ten, daß dad, ganze feindliche. Heer in 8 Kolonnen
rs den Gebirgen mehr in die Ebene marſchire,
daß ſich die Sachfen uͤber Striegdu' hmans bis
‚nah Pilgrimshain ausdehnten, die Oeſtreicher
aber bei Ronftorf und Hausdorf festen, und ihrem
rechten Flügel an das Striegauer Waſſer lehn⸗
ten... Nım rüftete: er ſich zu einer Hanpiſchlacht auf
den folgenden Tags Der Gmerol Duͤmoulin
mußte Abende um 8 Uhr aufbrechen, und die bei.
Striegau llegende felfige Auhoͤhe, ' die einen
Topasbruch enthält, und der Spizberg heißf, beſez⸗
zen. Die übrige Armee nahm ebenfall$ in nächte
ficher Stille, wobei auch daß, Tobakrauchen nicht
geftatter wurde, die neuen Stellungen ber Striegau
ein, welche Friedrich für die zwekmaͤßlgſten sum
gluͤtlichen Erfolge bes Kampfes hielt. |
Zchlacht bei Hohenftie bbetg oder
Ä Striegau
den 4. Juni 1745.
Schon fruͤh Morgens um 2 Uhr verſammelte
Frie drich feine vornehmſten Generale, um ihnen
die Anordnung der Schlacht mitzutheilen, wobei er
unter andern ſagte: „Die Reuterei faͤllt ven
Feind ungeſtuͤm mit dein Saͤbel in der Kauft m;
fie macht in der Hizze des Treffens Feine Sefangues
fie richten ihre, Hiebe alle nach dem Geſichtz nach⸗
| ‚ dem 9". bie vor iht belnudiche Kavallerie arworfeh,
| ' uns \
3
1
IN .
und. zerſtreut hat, kehret ſie dann gegen dad feinde
liche Bußuolt guruͤk, uind nimmt es entweder in die
Seite oder. in den Ruͤkken, wie die Gelegenheit ſein
wird. Die Infanterie ruͤkt mit großen Schrit⸗
im gegen den Feind an; wenn ed die Umſtaͤnde nur » '
emgermaßen erlauben, bringe fie mit aufge
pflanztem Bajonette auf denfelben ein; muß aber
gefeuert werden, ſo thut fie Died nur in einer Ente
fernung von 150 Schritt.” . Hierauf begab fich je⸗
der auf feinen Poften, um die erhaltnen Befehle zu
vollziehen. Der- General Dümgalin bekam auf .“\
dem rechten Flägel zuerſt Gelegenheit, das große
Schauſpiel des blutigen Tages zu eroͤfnen. Auf
einer ihm gegen über ‚liegenden. Anhoͤhe zeigten ſich
3 Infanterie » Basaillone Suchfen,. "welche bed. -
fimmit waren, ‚ Striegan einzunehmen. Sie ers
Raunten, Preußen vor fich zu finden, die fie niche
dermuthet hatten, ud machten daher Halt, bis alle
Übrigen, Soͤchſiſchen Abtheilungen heran. kamen.
Dieſe wurde bon 6 Mierundzwanzigpfänbeen,
weiche auf dem -Spizberge aufgepflangt waren wie
der alles Enverten heſchoſſen und Abel zugerichtet.
Dennoch " haste‘ die. Saͤchfiſhe Kavallerie Mur
genug, die Preußifihe ſchon in Ordnung ‚fishende
Meuterei anzugreifen; ſie wurde aber nach 2 Sal⸗
von völlig: geworfen, nud zur unordentlichen Flucht
gebracht. Die Pteußiſchen Gardes duͤ Corps hieben
aun in die 2 Infanterie⸗VBataillone ein, welche ſich
F gezeigt Hatten; dieſe leztern ſanken Ffaſt alle
Mann für Mann unrer dem Preußiſchen Saͤbel.
E23) Dar
6 — |
Darauf drangen die Grenabirre und. da6 Regiment
inhalt in die Sächfifche Infanterie ein, weiche fh
ſtellen wollte, ‚die aber, ehe fie died konnte nd
Zincht getrieben wurde: Eben dies Schikſal hattð
das are Sächflfche Treffen, an welches nun bie
Neihe kam; ‚ob. es gleich auf-einem morafligen Bo⸗
den · ſtaund und.fichtapfer wehrte, konnte es ven fies
genden. Preußen: ‚nicht lange widerſtehen. Die
Säcpfiichen. Generale . bildeten. endlich aus rmmigen
Bataillonen auf einer Auhbhe ein Drriek, welches
die Preußen wenigflens. einige Zeit aufhalten follte,
Banıit das übrige gefchlagne Korps einen fichern und
gutgeordneten Nälzug-thun- koͤnnte. Aber die fiege -
reihe Prendifche. Ravallerie verhinderte Diefe Were
‚haben, Durd Truppen, welche der General Kalle
ſtein vom 2ten Treffen herbeifuͤhrte, unterſtuͤzt, übere
fluͤgelten ſie die Sachſen. Leztre ſahen jezt alle Hof⸗
nung zum ruhigen Abzuge vereitelt, und das Dreieß
wardete ed nicht ab, bis es umtingt und zuſammen⸗
gehanen würde; es machte ſich eligft auf die
Biluchtz die ganze Saͤchſiſche Armee ſtuͤrzte In dee
gröoͤßten Unordnung, fo gut jeder kennte, davon,
Ein paniſches Schrekken bemädhtigte fich ihrer.
Sie hatte die eutſchiedenſte Niederlage bloß. von
einem Theile des Preußifchen rechten Flügels erlite
- ten, ehe noch der linke in vbdlliger: Schlachtordnung
fand. Die Sachſen berechneten felber ihren Bere
Inft an Tobten, Verwundeten und Vefangnen zu
3350 Dann.
> .
uf
Ps
, — 6q —
n Caurcchiſche Sehe war nech nichts vor⸗
Wen es verfloß noch eine Diientelfinnbe, abs _
auch fie bintige Denkzeichen ber Preußlſchen Tapfer⸗
keit erhlelten. Wan meſdete dem Prinzen Karl
‚ a Hausdorf, wo. er fein Quartier hatte, daß · man
ein ſtarkes Kanotzen⸗ mid Gewrhr⸗Feuer hore E
biieß boi dinfer Nachricht ganz ruhlig, well en ſich
einbilbste, daß dies vun dem Saͤchſeſchen Vortrabe
derruͤhhre, welcher Striegau eimehmen ſollte.
Vald zeigte ihm eine: andre. Boiſchaft· anti, daß die
Gacfen: villig: geſchlagen, und. ae - ‚gelder mit |
Fuͤchtliagen überfäer wären, Jezt erwachte er
Wıreltich aus feiner Taͤufchunger zog fich eiligſt
an, und lie ſeine Arıhas.asörätten.. Die Deftreis
der warfchixten mit: abgemeßnen Schwitten in die
—
‚Stone, welche zwiſchen dene Striegauer Wälfer und
dem Ronſtolker Gchötze liegt; und die mit vielen
Gräben als Grenzbezeichnuugen ber Bauerguͤter
durchſchnitten iſt. “ihre Greuadiere wialbien von
dieſen Graben mit vieler Einſicht zu ihrem Vortheile
Gehbrouch. Aber vie Prouben ließen fünen nicht
Zeit, fich in gebörige Orbeumg zu ſtelen; der rechte.
Preußiſche Flaͤgel aud die Mirte Des erſten Treffens
näberte: fi Innen [hme, uud brachte ihren linken
Flügel nach einer tapfern Gegenwehr-zuni Weichen,
Sr zeichnete ſich beſonders die konigliche Garde
aus; fie warf Die feindlichen Grenadierr, welche ſich
ten. Onlber: amal ideen qn ſezzen fuchten , beide
Male mit dent Vaſonette in die Flucht. Bor de
ee ek er
u Zu > ‘ J
nn — 79 m 4
FR han. Nun fellte der unke on gegeik den
sechten. feindlichen van, vorne anruͤkken und‘ durch
deſſen Niederlage den Sieg. vollenden. Der Preußi⸗
ſche rechte Flaͤgel folite dieſe Operatiom daburch un⸗
terſtuͤzzen, daß er eine Viertelſchwenkung machte,
‚and dem: nach. Stand haltenden. Slügel- des: Feindes
an die Flanke : und in den ˖Ruͤkken fiele. Ehe dieß
aber. geſchehen konnte, mußte ſich der gedachte
Pregßiſche Fluͤgel durch die, Moräfte und Geſtraͤuche
| . pen. Honkot. sieben, "wobei ein. unghaͤllicher Dis |
- fall „. welcher, der. :Reuterei’ unter dem General
Naffau— „begegnete .: : beinahe alle Borsheile der
Preußen vernichtet haͤtte. Um an ben Feind zu
kommen,“ ritt der General Kiau über die Brauͤtle
des Striegauer Waſſers, „weiche. aber nach Dem
Aebergange von 10 Echwadronen zerbrach. Riau
agriff mir, ſeinent kleinen Haufen dennoch die vor ihm
ſehende Reuterei an; aber er wurde bald umringt,
‚uud kampin Gefahr, entweder ganz niedergehauen
Ader gefangen 3a werden ;. nulı in dieſem Falle hätten
‚bie Deftreicher, den: lnken Fluͤgel des Preußifchen
'-Bußoglfö, der von Reiner Reuterei mehr gedekt
war, vinflügeln, und: ben Siegen der Triumpf
entreiffen Idnnen. Die Geiſtesgegenwart des Gen⸗⸗
rals Zieten, der zum. emſten Male einer Schlacht
beihohnte , verbeflerte pen Zufall uud bewahrte und
defeſtigte den Sieg. Der König: harte ihm dad Mer
ſervekorps von 20. Schpahtenen-anveruimb,:: ſeinen
Etandpunkt ˖ hinter: ber: Mitte des zwerten · Treffens
wngihea.ed weiter kein hefonbreh: Eeſchafte
auf⸗
—
— ?71 —
BF as beß er Aus ‚ur Rachhälfe in⸗
‚men ſollte, wo es die Gefahr nörkig wachen würde,
Bieten Hatte nach feinem Tchablik den Einſturz
der Bruͤkke im vorans ale moͤglich in Rechnung ge⸗
bracht, und desweyen eine ſeichte Durchfurt durch
das Waſſer gefucht; md in der: Nähe, gefunden.
Jet, ba-der Nothfall eintrat, ſprengte er. mit fer
nen 20 Schwadronen durch ſelbige, und kam noch
gerade zur rechten Zeit nm dem bedraͤngten Kiau
Luft zu. machen, und.die feindliche zahlreiche Renten,
ui fo lange, aufzuhalten, his Naſſan wit der
Abrigen Kapallerie des Iinfen Flügels durch eben Dies
ſe Furt herbei kam, und alles, was von -Defiseis
chiſchen Reutern noch focht, in die Flucht jagte.
As der: rechte koͤnigliche Flügel aus ven Gebuͤſchen
und Moraͤſten zum Seitens Angriff. hervorruͤkte,
fund er beyeits ailes geworfen. Jezt Drang der Ge⸗
mal: Geß ler mit feinem, 10. Schwadronen des
Dragoner «Regiments von Barent aus der Mitte
des zweiten Treffens durch die Preußifche Infante⸗
tie, welche ſich Öffnen mußte, auf die in Unerdaung
arathene Oeſtreichiſche Infanterie, griff 7 ihrer bes
Ren: Regimenter, an,. hieb viele ‚derfelben nieder,
machte 21 Bataillone zu. Sefangnen und. erbeutete
66 Fahnen, Noch pie war etwas Ähnliches gefehen
worden. Derc ganze: erſte Zug dieſes Regimentä
zog mit araberien Fahnen und Standarten vor Dem
Rhaige varbei. Die Berwirzung der. Deftreichee
wurde durch die, Heldenthat ‚der, Barguter Dragoner
mehr Eo albemeinz &.Dapen gor. Saw
N
— > Dun —
ee PS Abhenfriedberge wo. sie. =
Nadaſti ihren Ruͤtzug dekten, den Gebirgen zu.
Wie Preußen, welche durch den Marſch der vorige
Macht uud: durch die“ ſtarke Auſtreugung in. der
Schlacht ermuͤder wären, und feine Munition wer
hatten, verfolgten den Feind nie dis Kaiuder.
„Beide Heere waren ſich an Anzahl renich gleich
eweſene die Orſtreicher zaͤhlten ohne die Sachſen
an 70,000 Mann ;- eben ſo groß war. anch das Preis
piſcehe Heer; doch von dieſen, welches G4 Mataitlewe
renthielt, waren nicht mehr als 27 ind Feuer ge
Sommer. : Der König giebt den Verluſt an Todten
ib WBerwundeten zu 1600 Mann au; Audre be⸗
J fſtlinmen die Zahl der Todten auf 968, und der Bobs
wundeten Aber 3000 Mann, Unter ven Todtensbes
on famden-fich der General‘ Truchſeß und ·g Oberſten.
KWriedrich war mit dem Verhalten feiner Armee Bi
jufrieden, daß er von ißr ſagte: bie Melt ruhe nieht
ſichrer auf- ben Schültern des Atlas, ald Preußen
auf einer’ ſolchen Urmee. Die mehrſlen Stabsof ſe
diere' von den Regimentech Saale ‚und: Bevern und
don ‘der Gardegrenadieren erhielten den Verdienſtor⸗
Rei. Dem Megimente Vareut gab Friedrich ein
need Siegel mit der Zahl 66, ein eigneb Diplaımy
worin alle damalige Officiere nainentlidh: angeführt 7
wurben, nnd das zwar unbedeutende, aber in den
Augeu ehrbegieriger Krieger twichtige Vortecht, des
Waꝛſch der Grenhdiete, und ver Rürdfflere, mar
mit Pauken zu ſchlagen. Die-Gleger erbtuteten 76
Fatnen, Sitandaͤrntein ¶ Vaar Panlen _ An
'.
, on | oo. .
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nei.’ Die Beiistiher sahen sieh. Boa, |
und verloren ‚200 Officiere, 7000 erseine.wip
GSaierale als Gefaugne. Die legtern waren
Werlichingen,: Saint Igndn, Forgatſich
und Schlichting. Der General Berlichiks - .
gen baries fich- hierbei manſtaͤndig und unwuͤrbig.
Er hatie als Kavalleriſt eine hohe Meinung von der
Unäbertrefbarleit der Deſtreichiſchen Neuter, nid
hielt die Praußen une für ſchuͤlerhafte Stkmper da⸗ —
gegen. IE er aber jegt beuierkie.,. daß bie: Schäfer.
Meiſter geworden: wären, fo glaubte ee: ihte Tapfrr⸗
St dadurch zu nichte machen. zu koͤnnen, wenn er
Aiekhy einem diſchweibe fhimpfte: (Er aieß bahee
dad) waͤhrend des Geſechtes eine Ziufh von Schmaͤh⸗
und Lſterroden ‚gegen die Preußen fo laut aus, daß
ah die Bittenfchen Huſaren hören konnten. Daruͤber
abittert ſprengte ein Huſar plozlich heran, und hieb
ibm ſo nacharäflich ‚Über den Kopf, daß feine weiß
arpuberte. Nerülle: herunter flog, ihm jedoch dr
Vrtheil brachte, daB. die Wunde, nicht tief. ging,
Dieſe baubgreifliche Erinnerung. berkubte ihn fo fehg,
bei::er „Pardon vief und ſich gefangen Jah
dus er ſich wieder etwas. erholt hatte, feste er fein
nahelhaftrd Echimpfen fort, bis er-.gor den König
tim. Hier beklagten ſich die Huſaren “ber. da
fölrdhte Berragen des Gefanguen, und: nerlangten
deſſe Welrafung:. . Briebeich. begufigte fich Damit,
Un ‚einen: eruſtlichen Verweis ‚über feine Unmäniie
ea Dre ihn an die Pflicht. zu erg
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N — 74 — ⸗ 93
em; mie Dapfemeit, bei wem man · ſke er
‚Finde, zu chren. ne
Diefe berühmte und: 9 gaim: helungne Stack,
Selde Liſt vorbrreitet / undTapferkeit vollendet
zhatte, dauerte 5 Stundeh, und bedelte die Preußi⸗
‚schen Waffen, welche die Feinde wegen des Jahres
2744 gering zu ſchaͤzzen anfingen, ınit unverwelf⸗
cichem Nuhme. Ale Theile des Heeres zeichneten
fi, Die, Infanterie erregte Bewunderung, -
Die rtillerke zeigte einen hohen Grab der Mu,
nund die Kavallerie ſtritt mit einen lange, dene
ach nie gehabt hatte. . Vorzüglich legte hier rien
drich Beweife ſotnas unerfchbpflichen n Erſindungs⸗
geiſtes ab. Er hatte als Meiſter in ber. Kriegsusife
ſenſchaft einen: Plan entwerſen, wodurch <bie -
Schlacht gewonnen war, ſo bald ſie nur angefan⸗
‚gen wurde: Vor feinem Heldenarm. mußte ber
Feind fich bengen; alles war- fo berechnet, daß ihnn
Zeine Möglichkeit, .:der Usorbäundi.und Flucht u zu
wehren, Abrig” blieb. Auf einmal. änderte fh
Eriedricys.. Enge, Schleſien was gerettet, usb
das Uehergewicht für den ganzew.Krieg ertungen
„Sie wöällen.alfo ſehen, wem Schlefieh
wgebdremfokl;“ ſagte Friedrich bei der Zudie
Ang der Schlacht zu dem Ritter Latour, wel⸗
cher als Franzoͤſiſcher Generaladjutant mit. der Nache
Hit. zu ihm : gekommen ‚war, daß die Franzbfiihe
Armee im Beiſein ihres. Konigs ani 12. Mai einen
en ‚Sag kai dr wegen. Engine; 0
_ 0m BE
Nabe Decmediecte main Woſtaiher I Nom
Obefe Eontenos In: Sehnen’ eckampft Habe,
| Surch denjelben Offieler ſchrich er nacy der Schlacht.
ww Ladwig KV: th habe free bies
Ooheufriedberg dem Wechſelhrief ba
gahlt, welchen fie. bet Sonteuotfrauf.
"mid. ausgeftellt hatten. Sonſt Ak noch: gu
bemerleu daß 2. Bricher Briedrich’s der Schlaht
mit "Auszeichnung beiwohnten. Der’: Kronpring
Kugaf: Wilhelm: ging: wär. feiner Brigade in's
Rärkfte Feuer, und: als der auweßende Franzoftſche
Geſanbee Markis Bakori.inachher feine Vrrwum
derung daruͤber bezeigte, antwortete der Prinz:
man iſt nirgends. beffer, als unter fo
Gen Gefaͤhrten, aber man muß ihnen
Besesifen, ‚daß. man ihrer würdig: pl,
Der Prinz. Heinrich, . diefer vollendete Held nis
fiebenjäyrigen Krieges, that hier als 1öhdhriget "
Arouns Adjaraen⸗ Dinſte bei. dem klatge.
s
| Borfälte 20) der. Strieganer Sälcht | |
| bis sur. — bei Sorram Ende -
43 des September,
Den Kg nach der Echlacht ſchikte gei⸗dri
die. Generale Duͤmoulin, Zieten, und. Wins
texfekd dem fchenden Beinde ‚nach, Der Prinz
Ser: Band bei Laudshut, von wo er!ploͤztich
miſhrach, aund /ſo ſchnell weiter fluͤchtete 3daß die
renßen nur. den Nacynob des Naafı: eizeiihten,
Ru, | , Pr und
u
— 22 ze
and ver dieſem neorh einen Danfentin, Mar:
Kanonen und Diagen:enlieutten. Die Seftstiehiik .
geogen. Sch, nung. wach! Böhmen herein. Grin
Dr ich folgte Ihnen auf ben Tuße nach, Mita m
6. Jumi zu; Duͤmonlin bei Landehut ſtieß, ereignete
ſiich ein eganz eigner MAiftritt. Einige tauſend Bau⸗
Eu umringten den Koͤnig, and beſtuͤrnuen ihn mit
per Bitte; daß er ihnen die Ermordung aller: dou⸗
tigen Katholiken erlauben möchte, damit fie fuͤr die
geon den Papiſten, behondert van Den Griſtſichenov⸗
littnen Verfolgungen unter ber vorigen Regierung
BGenngthuung · bekaͤmen. Wrikdrich: verabſcheute
ſolche barbariſche Wiederrergeltungen; doch ser. ließ
Es vnicht dabei bewendeh, die. Banern abzuweiſen
ſondern ar belehrne ſie, indem an ihnen das Verhabe
ER und die Gebote des Stifters der chriſtliche äh
ARzgior zw Gemuͤthe führte, und. ihnen. ben Spruch
> gerhielt:; lieber eure Feinde, feguet eure Beleidiger
"Better, für eure Verfolger ꝛc. Erſtaunt, einen König
alſo predige zu hören, antworteten die Bauern,
daß er Recht habe, daß fie feiner Etmahnung fob⸗
en uud die Katholiken eben laſſen wollten, =
Der ‚Prinz Karl hatte fich indeſſen mwiſchen
dnmigrugraßz und Pardubiz an der ie gen
lagert, und; feit. den 20. Inni ſein Layer ſo vor
ſcharzt und befeſtigt, daß. er nicht augegriſſen nen
den fonnte: Friedrich rüte ihm dahin nach,
und bezog bᷣei Chlumegz in der Gegend von Ruſuk
wan vema hutea gr fa vab an von Binnen
t
= i
2 FR Bilder. Rider: Kr ensishi ‚bite ie.
wen. "Fa: Diefer: Stellung blieben Oeſtreicher und
regen 3 Monate hindurch. FSriedrich hatte.
zwar Schleſien bei’ Hohenfriedberg gleichſam noch
viamal erobert} abet Oeſtreichz Huͤlfsquelleun
nm’ San nicht erſchoͤpft; er wollte fich alſo
nicht zu dreiſt auf ſeinGlat verlaffen, fondern
Share ſtandhaft bei-feinent Plane, die Grenze
VBohmenes ans zufuragieren, und es ruhig zu er⸗
warten, was die Umſtaͤnde weiter herbei führen
wuͤrden. Im Kleinen wurde der Krieg mit im⸗
mennährenden Schatmlizzeln fortgeſezt.“ - Der ger
Yange Unmtveis wor: Wbhmen, weichen die · Preußen
imme Hatten, enthiele wicht Votrath genng, um
ullezn die ganze Atmee mit allem Nothigen zu
verſorgen; jeden gten⸗ Tag ging duher von
Schweidniz aus dei’ dortigen Magazinen ein
Wirpflegungetränspärt‘ mE Rager db, Die Def
reicher denuzten bie‘ Ueberlegenheit ihrer Teiche : ° .
Truppen dazu, dieſe Transporte aufzufangen;
Wer: voch zu erſchweren ' dieß beranlaßte be⸗
Madige Gefechte. Jedes Bund Sttoh koſtete ein
- Richten; Moraz / der Unmenſch Trenk, Nas
Saft und Srandini lagen alle auf dem Selbe; |
Rury, es war eine rechie Schule für den reis I
nen Kite, · J
Mancherlei unten adthigten den Knie, ab
durch Abſendung anſehnlicher Abtheilungen/zu ſchwaͤ⸗
nd Sleich u dem wrätnge Des "rt
| | Mar ’
!
2
*
—
*
| Wartgunfen Karl:aus —* Meisten ſich die
Ungarn ungeſtoͤrt i in Oberſchleſien aus, und erobere
ten durch Treuloſigkeit eines Officiers, der zu ihnen
Äherging, die Oderfeſtung Koſel. Derſelde zeigte
Graben und erſtieg mit ihnen die Baſtei. Ein Theil
8
—
ihnen an, daß der Wallgraben noch nicht fertig ende; "
“und daß er an der Ekſpizze einer Baſtei durchwatet
werden koͤnnte. Der Verraͤther zeigte den Paudun⸗
ren, 2000 au ber Ball, ‚felber den Weg durch deu
der Befazsung warb niedergehquen; der uͤbrige 350 J
Mann ſtark gerieth in Gefangenſchaft. Fri edrich
ſchikte hierauf am 25. Juni den General Naſſau
mit 12000 Mann nach Dberfglefien, mm Kofel
wifder zu erobern und. die Ungarn zu vertfeiben;
Naffau wendete ſich anfänglich nach Neuſtadt im.
Neißeſchen reinigte die dortigen Gegenden von den
_ Sspaten, und blieb hier viele Wochen lang ſteben,
. am die Gemeinſchaft mir Niederfchlefien offen zu be⸗
halten und das Wiederkommen der Ungarn zu dere
hüten. - Erf am 20. Auguſt nach empfanguem Bea
fehle, die Einnghme von Kofel zu beſchleunigen, wen⸗
dete er ſich nach dieſer Feſtung bin, der er durch vern
ſtellte Bewegungen fo unerwartet nahe-tamı, ; daß die
feindliche Beſazzung non ſeiner Ankunft eher wichf&
exfuhr, als bis fie eingeſchloſſen war. Die Preußen
machten nach einigen. Nachrichten ein (p- geftigeh
Feuer auf die Stadt, welche fie für treuloß anfabhen, --
dag die mehren Haͤuſer in-Wrand geriethen; nach
Sriedrichs Erzählung ergriff. das Feuer nur einige
Haͤuſer, und das nicht oe, ang, durch Mm ’
«
w
— ee
kan Dies leʒtere ſchriut ber Wahrheit aemaherz |
denn die Werke der: Feſtung (auf dieſe mußte alfo' _
das Feuer gerichtet worden fein) wären fo.befchädigt,.
wie alle Nachrichten übereinflinmend melden, daß.
fich die Beſazzung nicht, mehr halten Esımte, Der
Befehlöhaber bat um freien Abzug. „Sie haben.
„lich, fagte Naffa u zurben abgeotoneten Biken Ä
als brave ‚Leute gewehrt; ich habe aber ſchon die.
„Quartiere für: fie. zu Breslau beſtellt; folglich: -
wmuͤſſen fie ſich geichwind entfchließen, im die Krieges.
Adefangenſchaft gu willigen.” Diefen Rath befolg⸗
ten ſie. Es wurden 3000. Kroaten am 6. Sept. Pi |
fangen, da die Eroberung den Siegern nur 45 Mann
koſtete. Naſſau ließ: 1300 Mann zur Belazzung:
jerüf, verſorgte die Stadt mit Lebensmitteln, und. _
39. fich darauf nah Troppan, von mo aus er⸗
einige Kreiſe m Maͤhren durchfireifte, uud ſich bu
Peach: mit ben Ungarn herumſchlus. -
. Die Drofungen der. Sachſen, einen Eiai ws:
Kurfirftenspam Brandenburg zu thun, und die Ah⸗
Berufung ihrer : mehrften, Truppen von den Defireie
Gern zu biefem Zwek, höthigten den König zu neuen.
Schwächungen feines Boͤhmiſchen Heeres. Er ſandie.
den General Geßler mit 4 Regimentern Infanterie
md 3 Regimentern Kavallerie im Auguſt zu demjea
untgen Korps, welches. der alte Fuͤrſt von Deſſau bei
Halle ſammelte, und: am. Zuße des. Petersberges
Iagerte, um die Sachſen in Furcht zu .erhaften,
Die Unnee Bär fat vensnnin, bie Suchfen
für.
—
——
— +
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u fir’ f wele deräßte Beige zu ie,
Aber die Hofnung, fie nach wu Oeſtreich's Bunde j
. 3m, trennen, "welche jegt durch einen befondern Um .
ſtand zunahm, "hielt. Preußen von wirklichen Feinde
heligkeiten zuruͤk. Diefer beſondte Umſtand war eint
friedliche Konvention, welche Friedrich zu Hanaeg:
ner mit dem eben dort anwefenden Könige GedigIL,
am 22.. Septenlber abgefihlofjen hatte. Friedrich
wuͤnſchte ben Frieden ernſtlich, weil er feine Finan⸗
zen vetzehrte und feine Statskraͤfte ſchwaͤchte; alle
feine Verſuche in Wien waren vergeblich; er benpgta
daber die Stimmung des neuen Englifchen Miniften
rinms, und, die Wuͤnſche Georg's, um andıer Ahr
ſichten willen den Schleſiſchen Krieg: grendigt E71 |
feheh; ;.er Inäpfte Unterhandlungen mit ihm ame
deren Reſultat das Verſprechen von Engliſcher Seite,
war, daß der Ftiede mit Oeſtreich nach Juhalt des
Breslauer Traktats gefchloffen, und durch England)
- Bermittlung von allen Turopäifchen Mächten Bas
Jantirk.iwerden folle, wogegen Friedrich die Kälfere
wuͤrde des Großherzogd Franz. anerkennen wollte. :
Georg ſchmeichelte ſich, die Hoͤfe von Wien ung _
Drssben:jam Beitritt dieſer Hanndverſchen Konoenn
nen bewegen. zu koͤnnen; und eben darum verfuhr
Fried rich fchonend und nachfichtig mit Sachſen.
Seint Erwartung, daß: dies einen baldigen Frieden
zur gewuͤnſchten Folge haben wuͤrde, ſchlug aben
ſehl. Der Stolz und die Erbitterung vr Marie
Therefic vermehrte fich, als ed ihr endlich gelun⸗
gen war, buch Die an'sz. Dept; oölgogne Best
v
>
— En
der wehrſten Sarfürten; die Bafieme auf 8
Haupte ihr; Gemahls Framz I. glämzengu ſehen .·
Gie begegnete bei ihrer Anweſenheit zu Sramffurc,.. -
wo. die Krönung am 4; Oltober, obgleich mit Wider⸗
ſpruch von Brandenburg und Pfalz, vor ſich ging,
den Deutfchen- Fuͤrſten mis Webermuth, dem Heſſi⸗
ſchen Prinzen mit. Unbfflichfeit, und redete heftig:
gegen Friedrich. . Sie besrachtete ihn wie einen ren,
Bellifchen Ugterthan, und vesfücherte, daB fie Lies
ber nen. Rot uam Keibe, als Schlefien
von ibren Staten miſſen wolle, :Unf pie
Friedenſvorſchlaͤge wurde nicht einmal gehört. Der.
Kurfuͤrſt von Sachſen hatte keinen hoͤhern Wanſch,
ns den, feine Koͤnigswuͤrde in Polen ‚erblich- zu
machen. Dazu ſollte ibm Oeſtreichs Beiſtaur und-
Preußens Demuͤthigung den Weg ebnen. Die Fuͤr⸗
ſtenthuͤmer Sagan und Glogau waren ihm daher reis,
zeüde Erwerbungen, uns Sachſen mit Polen in Ver⸗
bipdung zu. bringen, : Um dieſer Ehimären willen
verwarf er alle Borftelungen zur Ausföhnung mit
Preußen, Es waren neue Siege udthig, um dem:
Siarrſinn der Feinde Friedrich's zu brechen, Und
diefe wurden durch. die Preußen erfochten, ba die: |
Gegner ihnen ſelber die Gelegendeit dazu anboten.
es. war in- der Nähe des kbuiglichen Lager⸗ alle
dFuͤtterung aufgezehtt; dies bewog den König, feine
Stellung zu verändern, und ſich näher an Trautes
nau nuuweit der-Schlefifehen Grenze herau zu ziehen
Der Genexal Dämonlin maßte Trautenqu, und.
als vr. Beh. 6. Thi. 1. Abth. CM . Lehe
1
— 828 — nn
gehe atd Starkſtatk!beſezzen, um bie Gemein⸗
ſchaft mir Schleſien zu ſichern. Durch dieſe Teup⸗
pen⸗ Abſonderungen wurde die Hauptarmer noch
mehr geſchwaͤcht; fo, daß Friedrich das neue
Lager bei dem Dorfe Staudenz, welches er ſeit
dem 21. Sept. bezogen hatte, nicht gehoͤrig mie
- Mannfchaft ausfüllen Eonnte, Das Lager war über
haupt nicht gut gewählt und nicht feſt verwahrt:
Dies reizte die Döftreicher, welche‘ durch die feit fünf
Jahren entbehrte und jezt wieder angenommene Bes
nennung: kaiſerliche Soldaten, ſtolzer ges
—
worden waren, einen großen Anſchlag wider die
Preußen wuözuführen. Die nene Kaiſerin Marie
Therefi ie hatte ed ausdruͤklich befohlen! fie war
des’ Zanderns, der nichts entſcheidenden Gefechte
‚Aberbrüßig; fie wollte fo bald als möglich eine‘
Hauptſchlacht geliefert wiffen. Sie ſchikte daher den
Fuͤrſten von Lobkowinz, einen heftigen, ungeſtuͤner
Mann, der immer nur ſchlagen wollte, nnd den alten
bevächtigen, Herzog von Ahremberg, ihrem‘
| . Schwager, dem Prinzen Karl’als Ratgeber zu.
Der leztre, welcher die Preußen’beffer kannte, härte
bie bisherige langfame Art des Kriegführens ger
noch fortgefezt. Aber die Beftärmungen des hizzi⸗
gen Lobkowiz, die wiederholten Nufforderungen \
von Wien, und die ſcheinbar günftigen Umftände bes
fimmten ihn zu dem Entſchluſſe, den König am
30. September anzugreifen. - Aus vielen Anſtalten
Sriedrich’g, und aus mehrern eingezugnen Nach
ren done, er bemerkt, bap bie Preußen Böhnen
dere
—
— 8 —
verlaffen und. nach Schlifien: räffen wollten, Er
machte demnach den Plan,ıden: Nachtrak des Königs
anzufallen, und nad) deſſen Ueberwaͤltigung bie
| übrige Armee. auf ihrem Marſche Durch Die Hohl⸗
wege zul umringen. Er rechnete ganz gewiß anf beh '
Raͤk zug der Preußen und einzig und allein darauf
gruͤndete ſich ſein Entwurf, welchen indeſſen Frie⸗
drich's Entſchloſſenheit völlig zerförte. Win. 29. Eep⸗
temher nuhm ſich Friedrich feſt vor, Böhmen zu rd — |
nen, weil et das Gefaͤhrliche feiner Lage erkamite,
und mit 18000 Mann, bie er nach feiner. Augabe
nur bei ſich hatte, gegen 45000 Oeſtreicher in eniein
ſchlechten Lager nicht Stand halten Tomte, Er
ſchilte den General Kayter:ulit 2000 Reutern aus, .
um. bie. Wege zn unterſuchen, und von den Feinden,
die nur einen Tagemarſch von ihm funden, Nach⸗
tichten einzuziehen.‘ Kater Fam aber nicht weit;
im nächiten Walde fand er fich zwifchen zwei Kos
lonnen Oeſtreicher eingeſchloſſen, vor ſich ſahe er ei⸗
ken Haufen leichter Truppen, und hinter ihm’ jog
eim Korps Reuterei, größer ald das feinige, herbei,
Er eilte noch zu sechter Zeit zuräf und meldete den
Vorfall an’ den König, Friedrich hielt es jezt
für dringende Nothwendigkeit, "feine Stellung ya |
ändern; er gab daher einen allgemeinen Befehl, dag
die Armee den folgenden Morgen um 10 Uhr abs
marſchiren falle, Ä
Ix
FORT bei, Gemsder: Teautendue
— “ben gch Sepreiiber 745 a
u Worgens am + meldeten mehrere Offen °
| frei, hinter einander dem Könige, daß die ganze.
feindliche Armee -im Anmarſche fer Friedrich
befahl 2 ‚sogleich. ‚zum. Gewehr zu greifen, und ging
ſelber zu den Vorpoſten, um ſich von ber Wahrheit
oder Unwahryeit der Nachricht zu überzeugen, &.
fand fie beftätigt; er ſahe Die. Oeſtreicher ſchon üp-
i Schlachtordnung. Nun hatte er von zwei Uebeln
einß zu waͤhlen. Er wußte entweder mit 2500@
Mann *) gegen 45000 fechten, over ſich in Gogen⸗
wart eines geruͤſteten Fejndes durch Hoblwege -unp
enge Paͤſſe zuruͤkziehen. Jeder Fall hatte ſeine Be⸗
—— ver. leztre aber die mehrfign;z., rauch
ſchien er der ſchimpflichſte zu ſein. Frie drich eiyt⸗
Be fi ch zum Angriff; ex glaubte, er ſei xuͤhm
licher kaͤmpfend zu ſterben, ala feigherzig- fliehenh
F — Schon digfer Könehe und musheolle
hy
| en —* in eine ine Sie, da jene drei
‚Kinien
er,
® Friedrich, wie fhon oben bemerkt ie nennt 2
13000 Mann; glaubwuͤrdige Nachtichten geben die
odiage Zahl an; es waren 30 Bataillone und 46 Schwa⸗
dronen; immer ohne Verbalumig gegen die ſeinduche
urbermacht.
u “ ö R “N.
in
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J
1 . . _ \
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Li u _ u
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Shen Pr WOnE Bis Muibiiren und: Selen Pr) .
Yreaßen geſchahe unter dem Fenern der Zeihde von
zwei wert 28" Kantnen befesten Batterien, und unter
dem Werfen vleler Grawentageln auf die Nenterei,
nedarch jede‘ antıre Armee, die nicht die Hebung ht .
ſchaelles Schwenkungen, wie die Preußiſche, gehabt Be
hätte, verloren geweſen fein wuͤrde. Aber Feine Ge⸗
fat drachte die Preußen aus ver Fafſang, kein
Sofsat verrieth Muchloſtgleit, Feier wich aus ſel⸗
wm Gliede. So geſchwind dies Stellen von Statten
sn, fo blieb doch der rechte Fluͤgel faſt eine Halbe.
Eennde dem: feindlicyen Kugelregen ausgeſezt, che
ver Tate Fluͤgel aus dem Lager geruͤtt und du feittent
Paz im die Einie gefonmmen war. Als dies endlich
m Stande war, fo erdfhete . der Feldrnatſchat
Vubdenbrok auf Friedrich“s Gehein mit der Ka⸗
vallerie das Schlachtgewuͤhl. Mit ra Schwadronen
hieb er in 55 Oeſtreichiſche ein, und ſchlug ſie im
erſten Aureunen. Die Veſchaffenheit des Boben
begauͤnſtigte und uuterſtuͤzte die Preußiſche Tapferkeit.
Die: Oeſtreichet hatten ihren Plaz ſchlecht gewählt;
ihre Kavallerie hatte einen Abgrund hinter ſich, fie.
fand in drei Treffen, deren jedes kaum 20 Schritte:
som andern entfernt war; es lich alfo den beiden’
hinern Treffen’ kein Raum übrig ſich zu bewegen;
md dieſes dichte Beiſammienſtehen diente ihnen zu”.
Verderben. MB die Preußen beranfprengten, feuer⸗
ten die Deftreicher erſt ihre Karabiner ab, wie es bei‘
ihnen uͤblich iſt; aber che. fle den Pallaſch ergreifen
“Tomte, vwar ihr find Treffen ſchon über den Haufen -
F gemwors
on.
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I { v
z6 ⸗ | n
geworfen; ; dies fiel auf das zweite Treffen, das
zweite auf das dritke, und alle insgefammt ſtuͤrzten
entweder in Dem Abgrund ‚ oder Hüchteten ſich zu übe
ver Infanterie, Dieb fiegreiche Reutergefechte machte
bie Infanterie des rechten - Preußifchen Fluͤgels zu
hizzig; fie wollten die. oben erwähnten zwei feinds,
lichen Batterien erobern; fie.rüften aber zu früh dn,
ebe bie uͤbrigen Abtheilungen den Angriff unterftägzen
konnten; die 28 mit Kartaͤtſchen geladnen Kanonen
wätheten fchreflich unter ihr, und brachten fie bald
zum Weichen. Doch eben kamen 5 frifche Bataillone,
die gleich. Anfangs zu ihrer Mitwirkung beftimmt
waren, an; die Weichenden ftellten ſich wieder im.
Dronung, und in Verbindung mit jenen eroberten
. We die Batterien, wozn ‚der General Bonip und
dev, Oberſte von Geiſt das Mehrſte ‚beitragen,
Dieſe ſiegende Preußifche Jufanterie drang hierauf
in das feindliche Fußvolk von der Seite ein, und trieb
4 auf ihren rechten: Flügel zuräl. Die im Mittels
punkte ſtehende Garde erflieg, angefährt von ben
Prinzen Ferdinand von Braunſchweig,
Schwager des Könige, eine fleile mit Holz —8
ſene Anhöhe, welche die Oeſtreicher ſtark beſezt hats
- ten, und welche der Prinz Ludwig von Brauns,
ſchweig, Bruder des Ungreifers, vertheidigte. Hier.
ereignete. fich ber. feltfante Umftand, daß Bruder
gegen Bruder kaͤmpfte, und daß der jüngere den Altern
befiegte. Das Schlachtfeld wechfelte zuie Höhen und
"Tiefen ab. Auf jedem Hügel, auf jedem Berge.
fammelten ſich die geichlaguen Feinde wieder; dies
. v j vrer⸗
\
| I. U—
u 7 —
—X erutmerte bad Gelecht. ‚Poster u |
den von Anhoͤhe zu Anhöhe geiagt; ihr Zuruͤkziehen
‚verwandelte fich eudlich in: Flucht, und dieſe geſchahe
mit Verwirrung; Sußvolk und Reuterei Yief..unter
‚einander; - Feine Abtheilung hielt fich mehr zu ein⸗
ander. . So wie. fi in der vorigen Schlacht dad
Bareuter Reglment vergäglich ausgeichnese,- fo that
ſich jezt dab Küradier: Regiment von Boruftedt
:auf dem linken Fluͤgel herpor , indem es das feind⸗
dide Regiment. Dammiz und ein Bataillon ven Kol⸗
lowrat umringte, 10 Bahnen eroberte, und 1700 Ges
fangne machte. Die uͤbrige Preußiſche Reuterei des
linten Zlögel6 konyte die ihr. gegenuͤber ſtehenden
Oeſtreichiſchen Kavalleriſten uicht einholen, weil dieſe
gar nicht zum Fechten kamen, ſondern ſich zeitig in
den Kdnigsreichswald zuruͤlzegen. Friedrich
hemmte das Nachſezzen bei. dem Dorfe Sorr, mes
von die. Schlacht benannt wird. Hinter ſelbigen |
‚legt des Koͤnigsreichswald, in welchen ‚hinein die
Feinde zu. verfolgen ‚gefährlich, und ohne Nuzzen
geweſen ‚fein würde, Es war genug, fagt Gries
drich, daß 18000 (25000) Preußen mehr als
40000 Deſtreicher in die Flucht ſchlugen. Die Sie⸗
ger verloren den Prinzen Albrecht von Braun⸗
ſchweig, Bruder de Helden Ferdinand und der. Kdo⸗
nigin, den Generalmajor Blankenſee, 4. Ober⸗
fin, 2 Oberſtlieutenante und 1000 Soldaten an
Todten, fo wie, ſie 2000 Berwundete hatten. Andre,
seihnen. 836 Todte und 2612 Verwundete, Die Oe⸗
ſteicher bäßten 22 Kanonen, 10 Fahnen, 2 Stan⸗
dorten,
bertei, De und 2080 Gemeine au efüngs
‚neu, uud 4000 Mami. on- Testen und Verwundeten
ein. Der Srhpring Leopold, Prinz For diuaud,
KFelomarſchall Buddenbrok, Gensrat Bolz, Bes
Binamd Bornftede ‚erwarben fich bier. ‚einem
glänzenden Ruhm. Die, gebirgige Gegend, welche
der Kavallerie nicht genug freien Spielraum ließ,
‚wer Schuld, daß Diefe Schlacht weniger eniſchei⸗
dend, 016 die zu Heheufriedberg war. Docd-eben
. fe landen Preußen auch wieder zu Statten; denn.
fie verhinderte ben Prinzen Karl, die Menge feinde
Stieger gehörig in Bewegung zu bringen‘, umd den
Sieg wo nicht zu erringen, den Preußen'nt eis
cchweren. Ueberhanpt aber beging bes Prinz Karl
‚große ‚Sehlers er ließ. dem Könige zu viel Zeit, A
von dem erfien Schrekken der Ueberraſchung sur. er⸗
holen, er ſahe zu Lauge ruhig zu, wie Friedrich feine
Henpimacht auf ben rechten Flgel, den Ort u
Naͤrkſten Gefahr, zog; er blieb anf den Anhdhen
Nehen, und wartete: den Augriff der Preußen ab,
auftast ſelher zuerſt anzugreifen ; er dehnte feinen lin⸗
Ten Fluͤgel nicht genug aus und ſtellte die. Reuserd .
‚Ja dicht au einander. Uber auch Friedrich beging
nach feinem eignen Seftänenip manche eher, welche
die Fertigkeit und Tapferkeit ſeiner geuͤbten Truppen
wieder gut machte. Die Oeſtreicher ſchoben die
‚ Schuld ihrer Niederlage, doch mehr fheinbar, alß
ganz gegrämdet, auf das Korps des Generals Nas
daſti und Dberfin Trent, welches den Preußen
- te den Ratte⸗ fallen folkte,. De rear Kuh
. re \
—
Mn 20 29 — on
Sihget ab ber irre hana wich Beitgehabg, >
ühre Zeite apzubarchen: und ige-Mepäk in Sicherheit
zu bringen, Nabafi neh. iron? fiel üher das -
Feldgeruͤhe des Königs und der Officiere her, und
plaͤnderten anſtatt zu ſechten; - fie beſoſſen ſach, ſie
wißhanbelten dio In Lager zurälgeblichuen Weibee,
and veräbten an deu Kranken verabſcheuuugswerthe
Araaſamtriten/ bewen nöch der General Lehwald ein
Ende machte: Sie bekamen felbft die koniglichen
Selretaͤre gefangen, welche indeſſen alle Papiere yore
eifen, Die Panduren und Ungara hatten ut
die gebßten: Kleinigkeiten alles fo fehr geraubt, daß
der Roͤnig zur Abendrafel keinen Wein und Tein Brodt
fand. Don ungefähr entdekte man noch zwei Fla⸗
(den Wein. in einem Winkel, und ein Soldat brachte \
ein Rommißbrost, welches er vorher einem Dffider
um; Seinen Dukaten verlaufen wollte, weit, wie er
ſagte, der Diskaten nicht gegeffen werben Eirinte,
Der Koͤnig beyabite ihm das Brodit mit einem Schule
hengerichte. Nicht einmal Zeder und Thute hatten die
Ktoaten verſchout. Friedrich ſchrieb mit Bleiſtift
gu feinen. Mlinifter zu Breslau: Yai battn tes Au-
wichions, jai fait = prifönniers, chanıcı le To
Dem),
Hanme gleich. Die Breuifige Ofrmer zwei große
GSeege erkaͤwpft, fo zog fie fich vdoch or bem Uebers .
Banden ent, Die “ne, welche VBbhmen eiu⸗
ZZ „fblies
m Ich ine bie Oeftreicher weſchlaten: is babe Ge⸗
„fauane gemacht, fingt ; Her Bert, dich loben wirt.
⸗
N + ap 90 —
’ 4 .
Kitten; Vie! Hohhnage ,itie.ed von Schuſien tolle
nen, die Schwierigkeiten, den: Truppen Unterhalt. zu
verſchaffen, die Scharen leichten Volls bei deu Zeins
‚Ben, und ‚die. Schwaͤche · des Preußiſchen Heeres —
‚alle dieſe Umſtaͤnde bewogen ben König, die Anue
nad Schleſien zurälzufähren. . Fuͤnf Tage blieb er
zur Rettung feiner Ehre auf dent, Rampfplazze bei
Sorr fiehen. Dam zog er nach Traute nau,
wo er bis zum 14. Oktober verweilte. Als hier das
lezte Bund. Stroh von den Pferden, und die lezte
Tonue Mehl von den Menſchen verzehrt war, ſo
trat die Armee den gaͤnzlichen Rükzug nach Schleñen
an, wo fie am ıgten ohne Verluſt einruͤlte. Duͤ⸗
moulin zog eine Linie an ber Grenze. Das übrige
Heer lantohirte zwifchen Non fiot. und Schwieide
niz;. binnen 6. Stunde konnte es ſich zufammene
ziehep; bie Menge Dörfer und Städte in diefer biäs
henden Provinz verfchaften ihm Bequemlichkeit. und
Erholung, Der Koͤnig wollte die Armee wicht eher
verlaſſen, ala bis die Oeſtreicher die Winterquartiere
hezogen haͤtten. Am 24. Oftober hörte er, daß der
VPrinz Karl: feine Truppen in drei Haufen getbeilt
babe; ; er vermuhete, Died wäre gefcheben, uns ihren
Kriegsoperarionen ein Ziel zu fezzen. Er übergab
daher dem Pring Leopold .von Deſſau den Ober⸗
befehl und ging nach Berlin, um entweder ber
Frieden zu unterhandeln, oder bie Raſtungen zum
kuͤnftigen Feldzuge zu beforgen.
Des Königs Aufenthalt it in Berlin und der Urmee
Rahe in Schleſien dauerte nur wenig Wochen. Die
Zeinde
—
-
[2
u yr' —
. einbe eutwarfen einen neuen, kaͤhnen, riefeshaften u
Plan, Friedrich s Untergang. mitten im Winter yafdy
und mit einem Schlage. zu bewirken. . Sie wollten
nicht bi6 zum Fruͤhlinge warten; und allerdings
waren Eile und Verſchwiegenheit die Bedingungen,
unter welchen das Vorhaben allein gelingen konnte.
Aber auch jezt ſcheiterte es an Preußens Gluͤt und
Muh, Da die Oeſtreicher durch Böhmen nicht nach
Schlefien mit Erfolg. batten eindringen konuen, ſo
wollten ſie durch Sachſen in Brandenburg einräften,
und Schleſien mitten in Berlin erobern, Die Haupte
armee des Prinzen. Kerl folte durch die Laufiz "ges
sade auf Berlin losgehen; ein andres Korps non
100006 Mann ſollte die Oeſtreichiſche Rheinarmee
verlaffen, unter Anfährung des Grafen Gruͤn nach
Leipzig marſchiren/ ſich dort mit der Saͤchſiſchen Ar⸗
mee vereinigen, die wenigen Preußiſchen Regimenter
bei Halle in ihren Quartieren überfallen, und dann
ebenfalls den Weg nah Berlin nehmen, wo Fries
hrich, von allen Truppen. entblößt,, zum fchinpfliche
Ben Frieden gejwungen werden würde, Oeſtreich
wollte ſich Schleſien, der König von Polen aber
Magdeburg, Halle und Halberſtadt mit allem Zus
Gehör zueignen; nach Befinden der Umſtaͤnde hofte
man die Preußifche Macht noch mehr, als bloß hie⸗
durch, zu ſchwaͤchen. Schöne Bilder der Phantaſie,
die vielleicht zur Wirklichkeit hätten Lommen koͤnnen,
wenn alles geheim geblieben wäre; ſobald fie aber
* gewahr wurde, blieben fie Träume, für
vor ſchrekliche, wervende Zraͤun, ſide ein ander
DM
m 9x — ..
ARE Rich wieder in. Brenber Eretigteitn pa so
ſchen. "Brähl, der Entwerfer diefes Plans, plau⸗
keite felber das GSeheinwiß aus; er verrleth ſich
gegen ſeinen Epielfreund, den Schwediſchen Geſand
‚ten Wolfſtierna, einen Beisunderer und Vereh⸗
rer Friedrichs, welcher es ihm durch den Schwebi⸗
schen Miniſter zu Berlin, Ruténſkidüd, mitihei⸗
dem, ließ. Die Gefahr war wicht - Hein; bie Noth
driugend, die Gegeumitiel mußten ohne —R
waͤhit md ausgeführt werden. Es war der 8. Res
vember, gerabe ber Tag, wo man bie bei Hohe ne
friedberg und Sorr erbeuteten Siegesʒeichen A|
ver Garnifontirche zu Berlin aufhing, als der Aduig
die Nachricht von den hinterliſtigen Aufchlägen feines:
Seinde erhielt. Sogleich berief er. einen Statsrath
won Miniftern und Generafen zuſammen, um die
Meinung, erfahrner Männer hieräber zu hören and
ihre Rathſchlaͤge zu vernehmen. Aber bier fand er
wenig Glauben, noch. weniger Troſt. Wäre er eim-
Fuͤrſt, von ‚gewöhnlicher Art. geweſen, fo mürbe ihn
die Furcht und Unentſchloſſenheit ſeiner Rathgeber
eher, als die Liſt und Gewalt der Feinde ins Ver⸗
derben geſtuͤrzt haben. Der alte Faͤrſt von. Deſſan,
ein eigenſiuniger Kopf, ber nur feine Jdeen, die ziem⸗
lich befchräuft waren, für richtig, uud aller Andern
Einfichten für grundlos hielt, widerfprach der ganzen
Sache, erklaͤrte ſie für erdichtet, den König fuͤt leicht⸗
glaͤubig/ und. alles Sinnen auf @egenanflalten: fhe
"ann; und überflüffig. Ihm ſtimmte der Graf Pr
dewils —B——— bei; ex, ein
—
unbe
— .
in — J
bei tee Min, voor dabel verzagt; et
archeilte, daß jeder Miniſter es in eben dem Grade,
fi, „und daß Sruͤht nicht das Herz Habe, einen fü
Uhpeen Gedanten zu faffen, Anſtatt dem Uedel, das
ſchon im Anzuge war, zuvorzufonmen,, ftriee man”
über de Wahrheit oder Folfchheit der Angabe, von -
weicher der König durch eine Menge Briefe immer
vene Veſtaͤtigungen vorlegte; Alles machte feinen
Erdrul in Die. Gemuͤther ver eingenomntenen Stats⸗
und Kriogsmaͤnnen; Friedrich mußte fein ganzes
Naigliches Auſehen gebrauchen, um ben. Grafen
Vobewils zu bewegen, daß er die ndehigen Depe⸗
ſchen an vie auswärtigen He beſorgte, und den
eisen Def ſauet dahin zu bringen, daß er für die
Sufankmenziehung und Werpflrgung des Heeres vel
/ Dan Weftalten träfe. Der Fürft Leopold. blieb
immer noch unglaͤnbig und widerſezlith, ob es gleich
feinem militaͤriſchen Ehrgeize ſchmeichelte, daß er dem”
Doerbefeht über das Halliſche Korps erhielt, Seine .
wunderlichen Brillen und Launen gingen ſo weit, daß
ex ſich bemühte, deu Koͤnig ſelber von der Abreiſe
nach Schlefien und ven der Uebernahme des Armeen.
Kemmando’s abzuhalten; bie endlich Friedrich fein _
nen Einiwendungen dadurch ein Ziel feste, daß er
fügte: er würde ſich an, die Spizze feiner Truppen... '
Rein, möge man reden, was man wolle; wenn der
Darſt von Deffau eine- Armee halten würde, fo Finne . '
er den Oberbefehl nach feinem Gutduͤnken geben, an
wen er Luft baͤtte / Der alte Fuͤrſt ſchwieg, und glüg:
wo Pelle; der Kopig aber vefee den 14, Novbr.
on
.
«4
— — —
— -1—_
| u Schlefien, und hinterließ Berlin’ in Befärzing,
—
den Saͤchſiſchen Hof in Hofnung, Oeſtreich in Eut⸗ |
zütfen, und ganz Europa in geſpanuter Erwartung
äber die Eutwillung des nen beginnenden eqas.
ſpiels. nn
Friedrichs Vorſaz war gefaßt, e£ galt FR
‚ oder. Untergang: In’ diefer Stimmung achtete er
wenig auf eine drohende Erflärung, welche: die
Ruſſiſche Kaiſerin durch ihren Geſandten geben ließ:
wie ſie hoffe, ver König wuͤrde ſich nicht unterfane
gen, in Sachfen einzufgllen weil ſie ſonſt gendthigt
fein würde, dem Könige von Polen vermdge ihres
Schuzhuͤnduiſſes die verabredete Huͤlfe zu" ſenden.
Zriedrich antwortete: kalt und männlich: „er wuͤn⸗
ſche , mit allen ſeinen Nachbarn in Frieden zu lebenz
wenn aber Jemand wider feine Staten derderbliche
‚Plane ausbrütste, fo folle ihn Feine Macht in Europa
bigdern, fi zu vertheidigen, und feine Feinde. zu
‚Schanden ‚zu machen.“ Die Ruffifche Erklärung
kammerte ihn nicht; 'demn vor 6 Monaten konnte
feine Ruffifche Armee in Bewegung fein, und ehe
fie- anlangte, mußte der Streit zwiſchen Preußen
und Sachſen laͤngſt eine entſcheidende Wendung
genommen haben. Friedrich fuͤrchtete ſich weit
mehr vor der Unglaͤnbigkeit und dem Widerſpruchs
geifte des alten Leopold, er beforgre ‚ daß er fein
ven Auftrag mit den Halliſchen Korps nicht eifrig,
nicht. ſchuell genug ausführen möchte, und daß den
Deftreichifche General Grän, der mit 7000 Manu
ſchon bie Gera ‚geräts war, Ber | in den Stand,
l ge ‘
ur
1
— 352
allen oerbin önnte, in Werbinduug mit⸗ ER
ken Truppen wirffich 518 Berlin zu dringen Det
Grenpfirt General Haake erhielt daher Befehl,
MR 5000 Mann: Berlin zu bekfen;. und in dieſer
"licht den Feinden entgegen zu gehen, ‚nad ein
Treffen’ gu liefern. Freilich ein ſchwacher Schnz;
aber Friebrich bekennt, Daß er in ſeiner ne
Sage nichts Beſſeres za veranſtalten wußte. Zugleich
fniven X0o. Wagen bereit, um in Fall eines Uns.
MARS, die konigliche Zamilie, die Kaſſen, die Ay
chive, die ‚Sehen Landedtol· gien nach Eieuin ze
ſwaſen
Friedrich naf ven 15. evember zu‘ Liegniz
ei, Hier gaben ihm /Vriefe des Generals Wine.
terfetd, welcher die Bewegungen der Feinde an
det Lanſtzzer Grenge Beobachtete, Die Nachricht, daß
000: Sachſen, der Bortrab der großen Armet des
einzen Karl, üder Zirt au in die Oberlauſtz ein⸗
gedruugen wären, und daß Bas Hauptheer bato fols
—
gen wuͤrde. Friedrich zog hierauf 30600’ Mann:
daſannnen, um den Prinzen Karl damit in feinem.
Quartiere‘ in der Lauſiz zu uͤberfallen, odet durch
eine Schlacht zum Ruͤkzuge nach Böhmen zu zwin⸗
gen. Den General Na f faui rief er aus Oberfhlen
ſien nach Landshut, wo er dem feindlichen Ga
neral Hohenems das Einfäleiben anf der Seite
von Hirſchberg, wozu er Mine machte, vermehren: -
ſollte. Friedrich verließ“ fich jedoch nicht allein
auf feine Macht, und. auf den Muth: feiner fieggen
wohnten em, ſoudern er iu auch bie Erfin⸗
un
[|
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R)
9 -
| — ſeines Geiſtes auf, um do vei
Karl, wie er bei Soohenfriehberg ſchou einmal ana
than hatte, durch Klugbeit zu auͤberliſten, m re
falfche Nachrichten irre zu führen... Diet: gelang
am zweiten Male, auf Die. eivÄnfgte At, Arien -
drich ſtelite ſich, als wenn er Aus Furcht nor. den
Rufliichen Deofungen, und aus üpergroßer. Teforgn
ws wegen feiner Hauptiſtadt Verlin von dem gg
Yen, den Saͤchſiſchen Boden zu. betreten, weit mw -
fernt, wäre, daß er. feine einzige Aufmerkfamtaig,
: ur drauf richte, von. Schleſien aus eher vech
Kroſſen zu kommen, ald Prinz Karl durch Aue.
Lauſiz dahin gelangen konne. Um Riefe Meinung
giaubhaft zu machen, ließ: er einige. Gufartn ua _ -
Winterfelds Korps, dig in die Kauf) hinein ehreife - -
waren, und ſich eiwas unordentlich betragen haften;
beftzafen ; zugleich wurden Die Wege nach Kroffen Hu
ausgebeſſert, in der Nähe deſſelben Magazine:errich⸗
tet, und alle dortigen Bayern zu der Meberieugung:
gebracht, daß die koͤnigliche Hauptarntre dabin mare,
ſchure. Damit vie Oeſtreicher von der rechten Der
ſchaffenheit der Sachen. nicht unterrichtet: werrbent -
Bomten, fo ließ Friedrich die 3-. vor ihm liegenden
Fluͤſſe, den Bober, den Queis und die Neiße. befegn . |
zen. Aus der Laufiz durfte Jeder frei uͤber dieſe
Zläffe nach Schlefien gehen, aber Niemand durfte:
uͤber fie nah Sachſen hin. Der Prinz Kark.
glaubte, Dusch alle- diefe Vorlehrungen überlifiet,
im Eruft, daß die Preußen durch Schleſien länge:
dem. Rebe bis nach ver Ausflinß in die Oder bei.’
Kr
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enge Weobikhtuhgbfätpe. vor *
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mav vatee nach Naumburg ’aikr' ui, nn‘
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BSahſiſche Vorttab Maiden Serettd in ber Sberlan⸗
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| und einzeln, eha fie ſich ſammich knten, gefam⸗
[| minder ng * er weite ſe augri⸗ |
fen „: und. wenn nicht (chingent, doch fe Lange aufhal⸗
nz vis er non eine Theile der Kolonne umterftüge
werben Tonne, : Er tbeilte: hieran fein. Regiment:
in 3 Tpeila; en Jchhf ſtellta ſich an die Spizze Song
4Echwadretgen, und: hrach indie Mitte des Dorfes
day. wuhr | deſen die.6 Abrigen Schwadrsnen
Vecht mind Liufs die baden Erden des Dorfes hin⸗
anseriaptae „um die feludliche Reuterei weder zum
Auffizzen un zum Befinden und gemeinfchaftlichen
Wigräuien Tom zu iaſſenJeboch durch bed
Zalıwr einiger Schüfla,marenr verfchiedene Saͤchſiſche
Gdanehreum wach gewierbeiii und das ganze Ins
fontevie 3 Regiment Soch a Hatte fich siligft zuſam⸗
mengczegen vnd in Wekyegung geſezt, es marſchirts
in Holle Ordnung gegen Aieten, und bewilllow⸗
te. Dips Mihtheilung» welche er fuͤhrte, mit Kau⸗
un a. vnd Kartaͤtſchenſchaͤffen. Bieten aber hich
mit ſeinem Heinen: Haufen ſo raſch· und mit einen
2. Erfalge An, daß faſt: das gabze Regimen]
anfgerleben / vder aefangen.wurde; bloß der Prinz
mob 59, Marn renctun Ach; die aͤbrigen unterlagen
her. Gewalt der. Sieger.: Allen Kandnen, Fahnen
un. Selngerksöfcbafsen: wurden von · den Hufaren ers
obart. u: Die: G ar Gchwadronen toaren gleiche
os mcht⸗mbtg, ‚fir Nihteg und Ihaftmäzgelten im
Aut hueun,. und: wment viellocht bo einen har⸗
tm, Syah heben haben; mean nicht das. Huſa⸗
user e far: clen yurı rechtes: Beit.ben
war win, und mit Ihnen vi eirotigen Kavalle ⸗
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: ten die Sachſen, Brfentre: —— Obv⸗ —ä
J web 5 Paar Yailani- ——* "8. N au u
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E in «geben: irn, Sp eh wi
"> eigeime Geinwadrurir Sangeiei: fi; ymfanmunen. bey
: ben. uud: nach der Wird: des Dorfes, Ale Dark Dynb
des Hauptgefechtes, hinziehan ; Wober fie Aber ten
‚fo einzeln angegeiffeec md: gefähfagen-mirebin,: Ei
noch weiter Preupiiche Werftärkung. anfangır,. hate
Küraffier a Regiment: and‘ riäige Batalllouen - voll
Fecriedrich s Kolonie einkedfen, ſo aha das Weck
7 ya allen Beiten uenriugt, ib bie Mrige Sacht
2 füge Mannſchaft beinahe nbkip zu Grunee gerichen
Des. General Dalwrz / ber Obetſte Obye ru,
andri Dfficere wild. 940: Make winven geſantem
und nik. viele «Gisgespißhen:.erbautet,. "De: own
der Meſt son. g Repimenteriy die andern: agen trits
0. Vergeflveit auf dam Kanpfpiazze. TI Hrun- Dr
Wahr zum ſteten Dental: viches Steges kin. Puer
ſlbberne Pantar. von din. rröberten.fhr fen Regkcnant
aus, welche er, ſo wie den General. Rutfa nf
‚von aͤtnliches Seſuch, erhioln. - Weftemdend IE
ss, baß Friedtich den. Hauptauthe
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gieoten an: dieſent glutlichen / Ereigniſſe hatce,in
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feinen hinterlaffnen Werken vrrſchweigt, und · iber⸗
Yonıpt ehige Umnſtande; ebſt die Zoh der Sichet⸗
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ſenes Hetretanges un Boauxenburg vallig auf
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wis, Beareriung üben; Bizta u. mach. Bohrnen zurut
DT VoR0 In -IPR ET. Pin wis: er wuͤnſchte, MR.
Salache efeen Fomua:;- Binnen 5 Regen. zuar iR
el: Annee, wilde: Merlin, exahem, ER
Neun Atrunkfoflen exf trem: mellte;, aus der
Aeſi c hea; suägelmmunie Vagen, wrugeflitz
—— zurhlgeiofige Palnerhkorren bezeichne⸗
sen ben Weg/ weichen fin geururien, mnd die Nee
Mrzung, vnut welcher fie. ſich dem Anbbil ner Sreu⸗
fm. emoger botie. ¶ Vehkerlaufer, weiche (bau
wriſe anfawen, maldetan, daß Die Oefreicher ven
pauſche Auſt egriſen wären, uud daß die Anfhha
wer in⸗pe kun Jaden mahr als ⸗o wirſchiedu⸗
‚damen. apineafprechnude Vefeble gegeben · haͤten.
Aie Niterlage dar Sachſen ie —E
. Den zuhe Bla; iyolker Prrte wer mm. ein.
Qacpuiqeile nach vereielk X" die Oeſtreicher netiyuns:
Une Tostpezine in der Banfis nie Gepaͤlle unbe
Vern/ da vor Diptteignge: gefangen wurden, oder⸗
ſala anꝭx. Der Greral Min terfeild.
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ei wach SthuſtenNandvele er Bene
Hohenems Kinn ctugifalen, RÄDER
Ya Maſfann von Horn angriffe. Hoh onems
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ſo ſchnell, daß in⸗4 nnd tel Oeſtreichvenenchi
Mm Sauſien· n ftasrn wm. Dabel! vor ed alles
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dwwelchexmit: — Ana Mir Arte
unkchrieen fich der · 3. Meten· von Da Tentlärtun
Era Guben,Vnwv 'nihin win auſchaliches ieh
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Denppen bel· Gärlir auf? ini: Bit ur Erho⸗
mic gequariere; von: Senmut Reh uht kb
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. BE die ELSE, ana one When we gurcheedichcpi⸗
ai. vie: Serge: zu Fey; ?: ms ame u
Deifan zur unrekiggeniie Ric: er A
‚ weite vet ‚feitien: wen! duhin: nachfolgend 7)
RATE des ae! Moser.
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Key so 1NVꝰ nathaͤtig sehlieheni, und haue⸗ dein Abe
ig HIT anmal: Naiprikhuen wire feine Teil und⸗
fer‘ jutöramen :Imfaı Tr tm; Unkıdgeni dene
mache Tante Offirr ins Wrzuchen
Sagen any: und meer]; rich Bag vvn
Deſſau ii: 250007 Mia Val be anus ·
Novemnber ia Bewegung geſert am Wind ver:
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. dort aber Heine beruuffiiere Bachfen / kugtrmachient |
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Ocepd an ich zu ehe Unðve Er hler beiichten
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qa auns: derl aaſũ3· ante Fünfter Leo polbe bloſß
beißt dalvlſchea Worte gefchriößen häkter-} ‚ich? babe
miinen·Sihlag dmıder Roafiz vellhracht; laſſen fie
Men ·chigen: bei Leipzig Falten ,- dauiehoffe: ich fie inf
Dn oven wirdemizui ſchen. Dor: Shtfihe Hof
getieth über den Annutch des: Zanſten von Defk
ſuwrn. in bie bölrgfg Bofhiegmmeggeriäet.bein eneral
@ rin; mekherriun ker hat· auf· dem Wiege na.
Beslin : ziar.zırpfüzlich nänkehten,, · wand ibefahl veup
Diesmal, Graffn Rusoingtiz nem warn '
een Brnteri ds Rbaighıyen Pruen⸗ anunder are
ia iẽ Nähe eh Gaupeflebt;gu.rüklen, : ° a
ni Wai allenupnignen Vertheilen zog: xii eb ich
deunoch die Guoͤt der Gewalt/ vie: Maͤtigung der
Mauͤrte sr. Als er. unbeichaͤftigr· wei Adrlig
nnuuhgen maniere rerholſt voti en dere Bachfen
anf; Die VBediugunn der Hangöverſchen iKondentidn
au Frieden ur Er aaa ugliſchen Oro
aari zu Dmeahen, incherxa bon Th g, as
Vernttler / venlics dunh ihn den Kung Und .
beſchworen, aasanga weſcheẽ ſeias Unräxthaung
bedeee. Wu Dele frenntuchen ——
un
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”
u! nu, * es 9 —— er |
thige. fir. ab: Veſto des Sede <ehun.t: —2 J
| J Bröbl, eig: Mipifher «ı rebate in hahan, Kraft
- ghigen Zope, Er Prohlte min Sachſers —DA
a. Ya, wit Ba Plan Meiſtanda⸗ ein Heſteeicha Mache
zu 4 0 017 jadoch na: Ar Hrn.
un Den | * Euglaud, Mmaͤchſtens die Denen
ngen, uwiar dacn ein Briehe: geſchloſfen men
ae. vorlegen woher: Dem x Deo; teifeted Due _
gut und Brawl una VPras / um Weibeiteriäleg. .
| \ Üen Prinzen mach Nönnbengni Anz. Dice
hielt Willens Sing. Bote, nwerin;fichi ber Ceffähe -
| & „für, dm: Faitden ; genieigt::atflänte ;- wene ni
enflen augſubliclich Ake: Goiudſaligkeiten eiıfanilt
Mu alle geuamnune Kbatrikutienen herauegaben
Gen bipberigen, oderbei n Mäfmariheri
Aprkonumenhen Sriegäfcgandit erfrgteit, . Uber felbft |
J Diele hochtrabendanand uͤberſaanicke Erklaͤruc zus
„nicht einmal aufrichtig genieint,ſie ſolſte die Yreni
U m ulthläfen, und für" die Sachſen Zeit gewin⸗
MR bier‘ Unter⸗ 2. Miniſter nicht· aber
og Fribt, : heiten. :fid unterzeichnes; 048 hied, weh
Tante fie. ‚für untergeſchoben aogelſen,ſourbals
man ed. fürs Dlenlich thelss! Den Ponig: K Anh
- HU milder: großen kaiſeckichen Lirmer bei: ute
mer i z. 81.77 Elbe, Am · ſichvnachn Dretdeh
- 3 beißen, Und: mit den Bückfen zu otueinit
gen. Da dien gerade zu banQhit gefcbahtz iind
a Biken ra, ed sie
au,
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BR es in a u “
rt —EI St BR
‚ nnsgsihun bitte Erbe: nicht cüf, ‚abo
Vaſdraermug 282. ErideE qu arbeiten, und auf bdes
Vecchluß ‚Ders vorläufigen Melitgungen zu briugenz
. "uhren leztere · untarfilirichen „fo: fellee jebe Feindſe⸗
‚ Neheit:elöbalmmenfghren; .utfhänigung time Sacht
ben: micht farbartt; weil deſſen Aruippen in Sachſes
weit. :gräßese: Erpreffungen: ab Bewalithäiigiiten
veraht bitteng,. ld ae deu Prraten zer Dali legen
.. Mare. < Kr; hallngse ſich Babes äbrn die Abreiſs wid
Klauga urn. Taken: mach! Prag, als. uͤber einen
E⸗tut, der wenig friebliche Befiumiägen üffenbare,
‚Go war eh with; Vr d hi unamchraͤntiet er
heeſchar feine Sins nud ſeines: Andes, hatte ihn
dataan won: Axechen entfernt, um ihm bie Greu
des Aritged: wicht ſeben, bie Seufzer feiner Lntern
shhnin ;nichts hüren, ‚bie Rathſchlaͤge wriſer Srats⸗
maduner ‚nicht. varnchenen 'zu laſſen, wu ihn durch
a Schauſpiel der voraberʒichendeu Deflreicher: Io
ſaindlicher Stiwnmug gegen roußen zu erhalten,
um! ihn „ganz acı feinem! Snıthükeri gu "Ink
Dar: Bugliſche Befandie Wiliterö reifete gleich⸗
fals nach Prag, um dem ſchaͤdlichen 'Enifiife
Ven bio Agege zu reden; und wo · moglich das
ſexaere Vutvergieta pm verhindern; / Am y. Del
belanı er eine: Soͤchſtſche Dentſchrifr, worin Wilde
(ige Berimigbärüng bejehate,; daß Friedr ich di
au: 3.: Der; i vorgeleglen Wedingenzen” nicht —
uni „oe, N Bike ſchilte dleſe Se
zo: ubig, Zara Lu 0a Zu u Auguft
BT Da — u | kejnen
fi 5% Prinz. —* ö
— und, 2. eh det — ah, —
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Bu bienfer,. jest ein Sinangs Winifer, Brühe Epfichel⸗
Aller, ——— Heihel, Agufra4 Nerſchwenden
1 Atarfepie, mic gi «Die Mai
} 5— bemaͤchtigte ſich ihnen, nein
| Lehwald/ der jenfeitg fand, und mm hei
Ne Suhl, an.iben (Beh amp. griff die Geirhfenen
BT, rn Smbeögeuoffen unserfiizt wurden:
‚SHIFD FIG hrang wit fejner-Aemsse gleichfaua erh -
yor,. Ann, n December Ingerie g Ach bei Korigna
by.l as Der ‚Grenze .ngn der Kauſiz und Dan Fate
rfienthume; am 1 ten gpaf et in Meißen ejia« Mit
- 34 Datailonen hefegfe, er die Stadt am inf Vfrz
die übrige Infonterig- mb die Kavallerie: Aupteniute
0m. ‚echten Elbufer⸗ Kaum wor Arie ih im
| Meifen angelangt, gls nr sign Briefinam ängkhne
„er SRlließ erhielt, tugfchen mefpete: deaß ſob evrich
Auguf, von — uud Periegenheit;:bafkitrrun fie“
" Ain auan — eg [6 un
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wiachten na Dresen Toulien wärde; auch die
Kaiſerin Marie Thereſie wolle der. Hanndoerlchen
Kirschen beltreten/ werun aͤntged zu‘ ihren Vor⸗
sten gehwert "wärde,' Ware bieſer Brief nr eilied
eñthigru Lug fruͤcer iberbräche worden, ſo Härte &-
Laufeuben Bas Leben‘; un Hundernaufenden 40
Wehüöpeiigerettet, Fest wat 16 zu fpdt. Das mil
ſeh wert war gezukt⸗; die Mordfakkel gezuͤrder, ud
Wengerngel geſaudt. "Safer ſollte für das In.
Bein feineh Hetrſchets, fat den bbfen Raih ſeinet
infters ſchtetſich Bien,” Friedriih hhatre dch
Brief, Bitte des Kriedens imd ver Berfignhng
athmetr/ eben 6 heleſtn als ihm angezelgt u
BB der gange — tion nady der Gegend ohn Dress
den hiu He iu gküten ſchirne, und tag ia -
des Kader” chier Thrähtertichen Korionabe air
Head ir zinurtheiten/ vaß eine St acht 'ded
—— Friebrich INE ſogleich Die —
fait" md dad Fittvolt las Gewehr Irdieh, alt
Wriitt vie Pröißen geſchlagen wätden, die ———
Du vie Witte auf zunehnien aͤnd den Kartaif ju ets
num.’ Er fetbjt riit mit einigen Huſaren anf vie
Große: nach Bresden. Faſt den gartzen Tag blieb
æx in Uurnhe und Ungewißzheit. Spat brachte ihm
Er ausgefaubter Trupp 6 Filſchtiluige voin Sydits⸗
tiſchen Harp, idelche vi Nedertlage ber Sachſen
3" Ahr“ am Abende Deftätigte el Offitier⸗
welcher Fran Seiten tEoholo. kat, de vrei⸗ |
Ak — —⏑ > + r= &
n,3 . . " Solar
-, " \ on
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——— —* Kerhaisnng.
et den ag; ‚December! — —X
nr Hr wißnß
ur Sähfithen einiger mr Geper le hanen |
F miancherlei Vorwürfen in Bo. der. Unglaͤts,
| welches ihre Armee ‚betraf, nicht frei geſprochen were
den. Schon am 13. Dec, graf bet Delay Karlmit .
dem, großen Faiferlichen. ‚Herte. usweif - Rute
eu; daſſelbe hätte. eins. große Stqhzze
werben fönnen und. jollen, --Yber. ber. VMinſſier Her⸗
mm
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e — Auordner der Nugttiere, legte ‚ie ebgeicher
fo weit aus, einander, daß ſie laum in 24 Stunden
— werden ‚fonsten, ‚Prinz -Ien che
gunte. das Echaͤdliche giner loichen Berlegungu. tg
. HbarAÖgafpprfiellingeng. hoch ber, Rfnligr Alte
auf nicht. Eben ſo mhenig hielt ‚ben Ohfrhefehlde
aber Graf Rutowski feine Warnungen mn gs :
grbietungen der Nufmertfamfeit werth, als ße voch
bitten: fruchten Eupen. Prinz Sarlı
Kegimenter ſonſt nicht da, wo Beiſtand · nhthig
fein ı mochte, ſchnell genug, herbeiführen, khunte. Ra
“ tomeli. wies das Meerbieten anfauglich ap; . en
Zu babe,. tieß er ihm ‚fagen, Feine, Hllje,pökkigs:: *
Stellung, mare fi icher genug; ‚Die Pırußen Ehnne
zen und, ‚wuͤrden e⸗ vicht wagen, ihu,ays
gngreifen, Nachher verabredete map, Die erhinn |
dung, als es zu tväg. wear... Am Dec. tzeſahe,
echte äh
bei, Zeiten ‚über ‚bie , Bereinigung beiben Seerg, a.
ihm Möffpracpe zu nehmen, weil gr feine gerfisenteng
| Prinz Karl das San ſche ee ——— |
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1: Miu
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‚awsugreifenn; hlher dieſer lirß ihnen dagu les
ER dha upar⸗rund wage daan ava im Ei
ewsti nicht augetrqut hatte. Die Saͤchſiſche Arne
one: in Den has Ta ſeſt und vorſichtig poſtirt/daß
46 allesvingä schien, als konng fa vor einem Angriff
ale Sorgen ſein. .Sie Dehnze ſich von Keffeihe
Zorf an zei; Stunden weit bis nahe an die Elbe
Ain aus. „She: linler Fluͤgel lehme 56 on das Dorf
Re sfelämnrfarihes eine Meile mon Dresdam
ander Swaße: nah ;Breiberg: lieg. Rechtr
hand ſeult ſich der Iſchoner Grand, Mufonge ad;
wernach tieffr uud. endlich ſo ficii herab, daß Feine
Aruppan Dröbst gehen Planen, ‚Mei dem Eingange
auch Seefleitponn fr Meihrs arbeit ſich ein- Lüge,
Alt 6 Kanench bepflaux warde..: Hien fing ſich
die exſte Saͤchfiſcha Xwie ans Kanten Fofanterje an.
Das Dorf war von allen een Branadieren, und. non
dem Begimenie Motewsli beſezt. Den Hauptan⸗
ang: aa. Dasfih: verwahtte eine· attert von
ſchweren NAanonen. Der rechte Fluͤgel der. Sachſen
amrekie ſich bis Yenner jch mahe an der Eibe; hi
ſchloß fich das Korps des Generals Grien non oo
Mann ;an, dns. ejnzige von Oeſueichiſcher Eite⸗
ices de ollache beiivohnter «.DieferWopen mar
wegen · der Felſen und Abgroͤnde faſt gauz unzugdnge
fe; und ſchien Wi unangreifbar. Die Haupte”
anmee Des Prinzen. Kari ſollte ſich bej Kefſeis⸗
Der f mit den · Sachſen vereinigen , mob neben ihney
linte Mana Bone an. gusſereklen.
2 u E Aber
IL N . 7
1.9
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Grellung, in Ihrem wehrlduftigen Quartioten gwiſchen
ghr na order groBen Garten Dat Diechen ſtehen.
Die Sachſtu wareü dahir hrem eignen Echltfale
Wirlaffen, , Dei Zarſt don Deſſan rutte ink’We
Wietagsden von Wilsdruf aus gegen · die Safe
Wr und dere bemerkte/ daß der Sieg den der @kte
wnhne des Dorfes Keſfel sd orf abhlng, ſo ſtelke
Te die Gier Biſtimmie · Jufanterlein Vrei · Treffec,
uns unterftäge fie. vurth ein Repiineiit: Dragoner: ha
ieh Treffen, ' Ungefähr um gwei Uhr Mächiefttage
Bbrgann der Ungtiff. Leopold eiuies Reglnein
Vrbſt drei Grenadier⸗ Dataſtlonen mußten das: Mcf
von vorn beſrrmen, aadeß deh wia ld Son ver Seüe
det andraͤngter DIET Werſuch ſiel Für die Preußen
Vnhluklich aus. Ein Tugeltegen Boh-Särtärfcheh
aus den oben bemerkten 24 Kanone, and aus Derk
Meinen Gewehr et Sachſen, die im Dorfe ſtanveh,
we Die Angreifer art größer Verlue Yin —39—
Wen:vie Att wurde der zweire Preußfſche Angriff: uc
geſchlagen. Der Voden war mit erſchohnen un nd -
wundeten Preußen bedekt. Es erfolgte eiue tiefe
Suſtte, ur das Gefecht ſchien geenbigk. Aberdet
unbcberlegte Eifer Fihes Säcyfifyen Generals; St
kein Haupilommande Hätte, verdard Aled’fät Filme
Kamtpfgeroffei et tief den Otenadieten zu, init
Prtaßen zu Verfolgen: web vorzurukken. Dieſer aͤben
inte Befehl windehigzig befolgt. Die Suthſen
er Bernie; und kamen dadinch vor ihre? Barte⸗
au, welche in ae uk vTantihee ergtık
_ Keule j
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= au , — ⸗
gerte ehe: zu adeten. Mit Mlerbbltten Beni
der Fuͤrſt von Deſſan .biefe: uͤbel berechnete Ve⸗
wegung her geinde, und mit Klugbeit mußte er fie.
In feinen Vortheil zu benuzzen. Das Dragoner⸗
"Regiment der aten Linie ſtuͤrzte nach feinem. Befehl
anf. die vurgerflgen Ciochfeu,. hieb fie wit Ungeftäm:
nieder, und nahm den Ueberreſt gefangen. Zugleich
ſtuͤrmte die Jufanterie von allen Seiten in Keſſels⸗
dorf hinein, eroberte, die fo fuͤrchterlich gewordne
Batterie, und: zwang alle Sachſen, die das Dorf vers:
‚theidigten, das Gewehr zu ſtrekken. Die Preußifche,
Kavallerie. brach. nun in’ ben Iinfen Fluͤgel der Sachs:
fen, und. warf.ihre Reuterei beim erſten Anlauf fo:
| gewaitſam, doß 206 ſie ſich nicht wieder ſammeln konnte.
Auf dieſer Seite floh von: den Sachfen alles). was
aur-enskonemne Tonnte; ſchnell und unaufhaltſam.
Des Fuͤrſten Leopolds juͤngſter Sohn, der Prinz
Moriz, welcher den linken Fluͤgel der Preußen‘ be⸗
fehligte, und bis nach vollendeter Eroberung von
Keſſelsdorf hloß kanonirt hatte, ward des bloßen
Ehießens uͤberdruͤßig; voll Ungeduld und Begierde,
am Ruhme des, Sieges Theil zu nehmen, rüfte er
gegen den ‚rechten. Fluͤgel der Feinde an, und bot
allen Hinderniſſen der Natur und ber Menfchen X Troz.
Steile Felſen, jaͤhe Abgruͤnde, tiefer Schnee, und
ein Heer, das non Vaterlandsliebe deſeelt war, dies
alles war nicht vermdgend/ die Kuͤhnheit der Preußer
abzuſchrelken, ‚der ihren Muth zu. erſchuͤtteru.
Wegen er ſchroffen Anhoͤhen konnten fie-üpte. Ba
willone- fo. wenig, . ale. ihte Glieder in. Ordnung‘
Galnd Dr. Geſch. 6 ud J. wo Br hal⸗
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— 1 — — u ?
Ballen; fle marſtdicten ober Hlettertin —E u "u
einzelt, und halfen fich einauter mit ber Hand und
mit dem Gewehre über Eid und Steiuhbhen. Iudewe
ſie ſo zerſtreut heran zogen, wurden fit von der feiud⸗
lühen Kavallerie dieſes Stägeld, theils yon Sachen,
theils von Deftreichern,. ungegriffen; aber Died gen
ſchahe von beiden le ztern fo ſchwach und nachlaͤſſig,
das fie ſich durch einige lintenfchäffe zurũtſcheuchen
Uegen. Haͤtten dieſe feindlichen Reuter mehr Muth
und Standhaftigkeit bewiefen, ſo hätten fie nach
Jraedrich's eigner Beuterkung die Jufanterie,
‚weiche Moriz anfuͤhrte, niederhauen kbnnen. Die
Sachfen und Oeſtreicher wurden mm von ihren ſteilen
Hdhen bei Pennerich vertrieben. Die Preußiſche
Kavallerie bes Inıten Stögels, welche durch Abgründe
vos Feinde getremmt war, konnte nichts Towites-unters
vehmen, als daß fie,den Fluͤchtlingen nachſezte, won
bei fie viele Gefangne eiabrachte. Die Schlacht war
nach zwei Stunden zum vdiligen Vortheile dar Preist
‚Gen eotſchieden und gerudigt. Die Sachfen waren
mit Inbegriff des Grünfchen. Korps 26000 Mani
ſtark geweſen, die Preußen mochten nur um tauſene
Mann ſtaͤrker fein. Friedrich vechner die Zahl ben
Toedten bei.ben Sarhfen zu 3000, der Gefaugnen an
Dfficieren zu zı5, und au Gemeinen zu 6500 Mann; -
Die Sachſen feiber geben ihren Berluft au Todten
und Bermundeten zwiſchon 4 bis 9000 an; Befangne
geſtehen fie.nur. 2000 Mann ein. Ohnebein verloren
‚fie 48 Kanonen, 5 Fahnen, 3 Standarten und ı Paar
Paulen.. Die Preußen zählten 4 Bffiiere —
mei⸗
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BL 118 aa; i ‘ J
Sanciae al; Eopten,. and: doppelt To viel Bes
wundete ; u 3 * Er “ | mn ; j
Ge Fraͤe voſch ratte mie feiner: Armee am Tage -
a) der Sihlacht von Meißen bis Wilspruf,
wis vreimgte ſich am 17, December thit beih' Deere
des Farſten · ven Defſau. Er war mit beſſen Verras.
seh anßerordentlich zuftieden, meichte feiner Einficht
Und: Tapferten die: ſchmeichelhafteſten Lobfpräcye,
und beine; in ſelnea Morken,baß ber große If
aig dit Reffiiedeif”die: Tungfäihfeit,) welihe Leos |
Pold im Maforge debeJeldzuges mit Werfaz bei
in Bergeffenpeirigebimcht, win über ſeinen Fehler ih
sin ſchonen Sehleler geworfen habe. Der'gefihlagne
Sraf Ruroisski war indeſſen mit dem Reſte fett |
Ber Mrrtte-nd Dresben geeilt, wo er ben Prinzen
Karl mit Zaſamnienhang feiner zerſtteut ltegenben
Vruppen befdjäfige fand, - Der Pris) weite die
. Eadyfen beriöen; einen neuen Angriff zu verfiicheni
wer Rutowakn weigerte ſich deffen gämiliip: ed
führte an,: daß ſein Fußvolk beinahe aufgerieheh
ware, daß er 10606 Mann verloren Härte, "Haß:cd
Int. an Fliuten aub Kanonen fehle, baß ſich feind
Kruppen von bern Sqhtekken der gRiederkage no —
nicht erholt hätten, und daß der Konig zu dem ya
ſten Leopols zu ſtoßen Anſtalt much⸗. Et ſchloh mA
ber: Bemeitung, daß Dresden an’ Abensnuͤttet?
Nu leide, und daß zur Rettung der Ueberbleibſel
von Keſſelsdorf Fein ander Mittel vorhanden ſei, als
ſthbis au Ben Grenzgebirge zu Pifchken,
Dies geſchahe auch, Die Suchfen idunmen Dresden,
WW HD) - und
Rx
’ gen. eine Kapitulation, :werbe., Frjedrich vermarf,
yrb ließen ohne. allen vernunftigen Zwel 4000 Ma⸗
, Zandmiliz darin; man hätte fie beffer zur Ergaͤn⸗
/ *
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‚zung der. Armer benugzen Hönnpii,: Binz Karl und
Rutowski zogen ſich nach Böhmen; Friedrich aber
Aieß . Dresden auffordern... - Der. Kommandant, ige
* Kriegdort, aus
neral Boſe, antwortete: Die Stadt waͤre kein
einem Luftgarten 9 Tonne er fich
Richt vertheidigen; die. Minifter, Hingegen aberſchit⸗
and: dafuͤr eine. unbedingte Uedergabe verlangte
Dies Begehren. mußte mau erfüllen, ‚weil:es- nicht
FE abgewehrt werden Tonne, Dan bfuete alfo den Sp
- gern die. Thore. Friedrich marſchirte ⸗ am 18. Des,
mit vier Regimentern hinein, machte die Landmiliz, |
415 Officiere und. ‚1500 verwundete Soldaten zu Ger
fangnen, und, befam die juͤngſten Kinder der Kara
fomilie „die. Minifter und obengen Landeskollegien
in feine Gewalt. Die Stadt- wurde faum gewahr,
daß fie in den Händen der Feinde war... Frie drich
bewies ſich mild und liebreich, beſuchte in der erſten
Stuude feiner Ankunft die koͤniglichen Kinder, berug
higte und tröftete fie, uͤberließ ihnen die Schloßwache
und jede Art von Ehrenbezeugungs den Einwohnerg
perſchafte er Vergnügen und gewohnte Zefte; er:lich
gas Te Deum fingen, Opern aufführen, Bälle geben,
J outheuen, und rs ma: Ewoenſpie und
Tan⸗
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Pa Ü 1.
." Eibangirtes vermandelt on Er
Ka
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9 Da Sc Sräht. haite einige —2 wi
nu i
⸗ 117 —XR
| ai Di Lam man DES ves warenlann
vertuͤnchen. oe Sr EYE
As: Den evelſten/ den mente Vebrauch von
feinen Siegen machte Friedrich badurch, daß er
WS Werkzeugr zum Frieden benuzte. Er Heß
ven In Dresden angekommenen Exiplifchen-Gefandten
. Biltiers rufen, md erklaͤrte ihm, wie er ſich ſehr
gewundert habe, am Inge einer Schlacht Briedenda
vorſchlaͤge zu Trhalten;‘ das Gickhabe ihm zwar
Mittel an die Hand gegeben, die Untreue und Raͤu⸗
- "Yinalherei des Grafen Brühl zu beftrafen; er wolle _
jedoch aus Abſchen gegen. etüe ſolche Denkungsart
Reber die Güte erwaͤhlen; er Biete ‘Daher dem Könige
‚ won Polen zuni lezten Dale feine. Freuudſchaft an;
unuverbleunder vom Slaͤkke, und nie yerzweifelnd im
- Mißgefchit würde er feine Forderungen weder era”
Höhen noch erniedrigen; feine- Gegner dürften nicht
erwarten, ‘daß er nut in dem unbedentendfien Punkte
—
won: den Bedingungen der Hanndverſchen Konvention
| ‚abweichen werde. Villiers möchte dies alles dem
Baͤchſiſchen Hofe und. den: kalſerlichen Miniſtern
whbrilich berichten; „damit kein ferneres Hinderniß
den Frieden: verzögerte... Der Koͤnig An guſt, wels
cher feiner Laͤnder, feiner Einkünfte, feiner beſten
Krüppen beraubt war, fahe eö ein, daß ihm keine
beſſere Partei’ zur ergreifen frei und, als Bi ange⸗
botuen Frieden begierig anzunehmen. Er ſchrieb
ſelber an die Kaiſerin Marie Thereſie, um fie zum
Weitritt des Friedens zu. bewegen. Verſchiedne
frame ende der Er ar *
i
—8
N
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un m. 28 —
i we, welchen der Prendkiä Bra hei.Ru .
ſelsdorf den ftärkften Nachdruk gab, aufk, eifrigfie-
Marie, Thareſie rueiching ſich ehe Zandern, dieſem
Anbringen nagtzugeben. Sie ſandie ihrem oberen
Kanzler von Bomen, dem Grafen Harrach, WE
ſich zu Prag vefand, die nothigen Vollmachten suz
—
*
Abſchließnng deßKFeiedenstraltates. Villiers alß
Unperpändier, up, Horvach alt, Wenolmdbtigtn,
Tangten hald in Direöpen en,.und betrieben, vom
Eriedrich's Gegenwart beſeelt, Ait.Weserhanklung
ſbo ſchnell und aufrichtig, dep ber Criede ſchon zehe
"age. nad) der eſſelsdorfer Schlacht hergeſtellt wor,
Das brauchte wicht uehr als 24 Stunder, um; alle
Zwiſtigkeiten auszugleichen. ‚Der Berteg wurde
Im 25, December vom den Gächfifchen Miniſtern
WBalow and Stuhenberg, vom. dem Preußifchen
Nabinetsminiſter Podamils, um won Dem Faifew -
lichen geheimen Mathe Haxnrech :unterzeichuek
* Seatrer hatte, nach’ dem Uebermathe der Deftseicher
"par Zeit des Gluͤko, geglaubt, Friedrich würde (sine
Borderungen bäber ſpaunen; er erfaunte.nicht wups _
nig, ihn nach dem Siege eben fo mäßig. nid vor dem⸗
B ſeiben zu ſinden, und er fonnse nicht umhin, Yen
Mbnige von Prenßen feine. Hochachtung uud Dank⸗
beaxkeit für eine ſo ſeltne Billigkeit, die das Geſchaͤtz
des Friedens erleichierte. und beſchleunigte, zu. beſes
gen. Die Hannbyerſche Konvention murde zus
Geunde gelegt, der Breslauer Friede beſtaͤtigt, folge
Inh der Beſiz Schleſiens dem Prautiſchen Haufe von
sea weeſiden, angegen. Frichnich vie, Kaifery
wärbe |
nn
Per Bransens: I. wierkannse, Cam: Fa |
WWeach, Seinem, Feiade Briedeich’s dem Darchmerih
"Sach eine kander zu geſtatten, eine Million Kriegs⸗
Eener zu bezahlen, die Stadt Fuͤr ſte uberg om.
der Oder nebſt dem Dorfe Schidlo gegen eine bins
Lagliche Verguͤtigung von Laud an Preußen abzu⸗
areten, vnd die Proteſtantiſche Religion nad) dem
De ſtalſchen Frieben im Sande zu erhalten.
Bo eudigte ib diefer Krieg, meicher etwas über u |
36 Monate gedauert und in der Lage ber ftreitens
den Parteien’ außer gegenfeitigen Geld» und Mens E |
ſchenverluſt - Leine. Be bewirkt hatte, -
Sriedrich venut es fekher in feinen Schriften
sin unnuͤzzes Pintvergießen. Er war freilich zur
Ziehmg des Schwertes burd) dad Betragen feine J
Seinde gendebiget woerden; aber in Ruͤkſicht deſſen,
daß Niemand dabei gewann, und alles wie vorher
blieb, konute das Blutsergießen ‚ein nmügzed hehe |
gm. ‚Die ‚erhöhte Achtung und Bewunderung, wel⸗
Be, griadrichs Heldengeiſi, und Sürftengröße,
and feiner Heere Tapferleit bei ganz Curopa cu
2 war der: einzige, in manchem Betracht uicht
gnbedeutende Vortheil, den Preußen von feinen Sie⸗
=
J
gen erutete. gum zweiten Male verließ Friedrich
Das Echlachtfeld als Ueherwinder; 5 errungene
ge ſezten Seins deldherrentalente außer allen Zweu
fe; und sit. Staunen ſahe die Welt einen jungen
Wegenian: Br vor. Jehre⸗ als; Rehrling in des
N
en, —28— Ben bos on, waw
ſtellte Phrafen feine Meinung zu verbergen, mb:
alle: Meitläuftigeit, Hinterliſi, und —**
J J
oo. . .- .
-
— nu
als ln zu fürchten 3 "un ſelne Truppen für-un
uͤberwindlich gi halten. Noch von- ‚einer: ander.
J Seite machte ſich Friedrich wichtig, und zeich⸗
mete ſich vor den gewöhnlichen großen’ Herren, die
. ar Fruges conſumore nati: find, duf eine nme
und ruͤhmliche Weiſe aus, Vis dahin hatten Euros
pen's Herrfcher nur durch Dollmetſcher geredet,
durch Sekrxetaͤre geſchrieden, durch Miniſter unters
handelt; und das, was an Statskunſt nannte,
war nichts als ein Gewebe von NRanken, Lügen,
Ausfluͤchten, Umwegen: ‚ ‚dunklem · Wortkram, ges
AIchraubten Zweidentigfeiten, und barbariſchen Tiere”
muinologien. Fried rich redete, fehrieb, und uhteie. —
handelte mit ben fremben Hoͤfen felber ; und verach⸗
tete die. elende Geſchillichteit, durch -hinterliffig gen
durch ſchlangenformige Kruͤmmungen zum Ziele zu .
ſchleichen; er ſprach und ſchrieb mit einer Offenheit, .
Deutlichkeit, Einfachheit und mit einem Nachdrukke,
drer Einem kriegeriſchen Khuige, noch mehr einem
edlen und großen Regenten geziemte. Die Mani⸗
feſte und Erklaͤrungen, welche feine Miniſtet als
GSoͤrmlichkeiten heransgaben, unterſchrieh er niemaͤlsz
ließ ſie auch nicht in ſeinem Namen erſcheinen, weil
er. fie als Schriften betrachtete, welche bereven,
Nenden, überrafchen follen ; ‚aber bei: afleni, was ee
ſelbſt an feine Bundesgenoſſen oder. Feinde richtete,
wnd wovor oder worumter fein Name fland, daͤ
zeigte er. ſich wahr, ernſt und ſtark, da vermied et ·
«
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BP Ze . - 5 —
[2 * “ ‘
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nk eb feiner Ere db feiner Redlichtoit fe une
DSirdig, etwas zu fagen ; wovon bie. Welt fruͤh oder
Ipaͤt das Gegentheil erfahren mußte. ‚Ber hierin
Ben ‚großen Geiſt verkrunt, minß won dem Wein
ehneb wahrhaft großen Karalters kleinliche oder irri⸗ —
Ye. Begriffe habe. Nur der Schwachkopf nimmt zu
em Raͤnken, zu finftern Schleichn egen feine
Zuflucht; und wenn Männer,’ denen Äbrigens Ta⸗
Leute nicht abgeſprochen werden koͤnnen, zu ſolchen
Vmdurdigen Mitteln griffen, fo waren ſie in bieſden
Stuͤkle doch nichts als Schwachkoͤpfe.
Friedrich ließ am Tage der Unterzeichnung
des Friedens zu Dresden in der Kreuzkirche das
MHirr Gott dich loben wir!“ fingen, die Kanonen
auf den Mällen abfauern, reifete am 39. Dec, von
E70 and traf amt 29. Dec, in Berlin ’ein, wo.
ihn ein. ungeheurer Zulauf von Menſchen frohlok⸗
Bd; "und die Vuͤrgerſchaft in den geſchmakvollſten
on —* Aufzuͤgen empfing. Abends war
‚die. Stadt ‚erleuchtet, und · mit: mehr aber minder
‚wiszigen Sinnbildern geſchmuͤktt. Man fand. ein
beſenderes Wohlgefallen an dern Einfall eines Buͤr⸗
gers, welcher den General Grün auf einem Krebs
fe, ftait eines Pferdes. reitend porftellte, und darun⸗
„zer die. Worte ſezte: Der. General Grün
Bü nah Berlin, Wichtiger ift die Bemer⸗
fung, daß die Preußen 45000 Gefiingue gemacht, .
und nicht mehr als 4400 derſelben verloren hatten.
Dafaͤr hatte ihnen der Krieg 8 Millionen Thaler ge⸗
dor, weoon. am Sorte: nur noch 15800 “une
I orig
2
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- } 20 2 — —W —
—* 2m fanenfien: empfante Sachſcn de
Raſt /beſſelben; es hüßte- 5 Mikionen an, Kontribie
"tionen ein, „Die Stadt deipzig allein hatte 12 KTofs
men Goldes on die Preuſten zohlen mäfei,. Die
Landesſchalden dekte mau. ‚mit Papiergelde un
Brühl, welcher die Kank,. ein Land recht mit
Mnethode zu Grunde zu richten verfland, machte
och. neues Papiergeld, dazu. Die befien Kanonen
50 an: der Zahl wurden / aus ben Dresdner Zeug⸗
dauſe nach Berlin geſchaft, 1600 Manu der. auser⸗
leſenſten Kreistruppen und 26 junge Edelleute ars
dem Kadettenkorpe unter Die Preußiſche Armer auf⸗
genommen. Fried rich ‚hatte ebenfalls Gelb wos |
Menfcyen. verloren; er erſqzte daB erfte durch Spare i
ſamteit und ‚gute Finanzeinrichtungen, uud das
feste, den ˖ Abgang ber Truppen, durch Ergänzengen
son den zahlreichen Gefangnen, und Durda 7000
Ranteöteftnten. . Durch fortgeſezte Negentenforge
verwiſchte gr bald alle Sram son 2 bald he ein
\ a aefalgten Kriegen, .
Sriedensjapre zwifhen dem weiten |
und dritten Schleſiſchen Krigse.
1746 1756, °
Die zehn Jahre, welche vom Deektner Bde
zu an Bis. zum fiebenjährigen Kriege bin verfloſſen,
maren: die glüflichfien für’ das Land, die-fehduften
‚Für Eried rich nad die erfreulichſten für die Us⸗
sershanen in feine ganz Negierungszeit. In ibe
— 775. nen
—
0. 128 em
| am war ——— Beterfendtfiche Baker
vanheit, Sitlichkeit, meingeift mehr als in den
‚ten: Jahten Friedrich's in Preußens Staten J
Fchtbar. Das Wolk may, ſoiuem Könige mit enthu⸗
NKaſtiſcher Liebe, zugethan,, und fahe iu ihm den Ge
genſtand feines. Stolzes und feiner Verchrung
Amen: 25 hatte noch kein druͤlleudes Monopol, noch
Feine Fronzoͤſiſche Regia, noch kein uͤbertriebnes
Kentzahande Siſtan nach Tin zu hartes militäri⸗
ſches Kanton : Joch die Herzen der Unterthanen ven
- feinen Herrſcher abwendig gemacht, und bie heilige
Flemmae des Patriptismus ausgoloͤſcht. Frie⸗s⸗
Dricp ſtand in ver vollen Bluͤthe feiner Manns⸗
üahre, nud entfaltete als Regent und Menſch die
Llabendwuͤrdigen aan feines Geiles im herr⸗
Uchſten Schmulke. Er feste, alle Triebfeberu im
Beaegung, um-daB Sand zum, hoͤchſten Flor, und
die -Wawohner zur. mdglichfien Zufrievenheig zu brin⸗
m. Was .ur als Privannamı und als Fuͤrſt that, _
amwerb ihm nieht bloß · Vewunderung, die. ibm nie
ſeble, ſordern andı Duneigung des Wells, die gegen
Da& Ende ‚feines ‚Sehens ſehr abnahm. Dies kleinße |
Daug buieb nicht unbemerkt, der geringſte Same fiel
anfkeinen undankharen Boden. Wie ſanft und gute
michig unßte ein Koͤnig erſcheinen, ber. nach dem
euften Augenblikke ſeines Triumpfd a Einzuges in
" Werlin auf Die Nachticht, daß ſein alter: Lehrer
Mhan von Janben wit dem Tode ringe, ſogleich
vwen Schloſſe in das Kranlenhaus eilt, ‚deu. Stere
* schflet, den den Todten beweint, die Dinteriade
)
—
.1
*
ms 124 —
v
An verdegt! Welch ein Water des Veie lawer
mußte ein Monarch fehr, der: zwar ſeine Einkäufer |
zaãhrlich zu 15 Tomen Goldes «die vom: Schleflen |
®
Feine neue Stener aus ſchreibt keine alte vermehrt,
Feine laͤſtige Einrichtung trift ;: ; Rat deſſen vielmiehe -
große Summen zur Erleichterung: ver Berungififten,
und Oſtfriesland ungerechnet) erhöht, und doch
=
⸗
5
dzur Austrofnüng meifenlanger Moraͤſte, zur De
bung "des Gewerbes, und - zur. Befdrberung dee -
Freude theils verſchenkt/ theils anwendet! Wie
thaͤtig mußte ein Regent “für die Bevdlkerung ſor
"gen, der allein in dieſer 10jaͤhrigen Perivde 280
. neue Dörfer anlegte, und 'in-den aüdgetrofnäten
Dderfümpfen von Swinemunde: bis Kuſtrin, von da
bis Wriezen, , und von Stchwebt bib jenfeits Srettin
8500 Familien anſezte, und da, wo feit Jahrhun
derten Irdſche gequakt hatten/ von jezt an frohe
— wohnen ließ! Um den’ Handel Stettimk
und die. Einkünfte des Zolles zu erhoͤhen, wurde
1748 der Hafen an der Swin e, mit großen‘ Koſten
‚in einen guten. Stand gebracht, und an dem · dabei
beſinruch Dorfe eine neue Stadt unter dem Na⸗
men Swinemünde erbaut. Die Staͤdte wur
Ben durch Verbeſſerung der Wellmanufakturen, Geis
denarbeiten, Zengfabriken und dergleichen belebt.
Berlin, Potsdam, Magdeburg, Frankfurtu. a. m.
lieferten vorzuͤglich gute Sammte, Seidenwaren,
Sarchem, Jufte, und einige Orte dullenße⸗
dereien. Holzreiche Gegenden enthielten Gelegen⸗
beit zu Anlegnug von Eiſenhatten, — und Vattan
- — as —
f — Venben, Nanonen⸗ 2 et
entbefte man neue Salzwerfe ‚und bei. den altem - -
erſparte man Lurch Gradiren den iHetzoerdraucht F
Ganze Doͤrfer, Hunderte non Familien: enthaltend /
ennÄhrten ſich vonc: Wella und Flachsſpianen; viela
einzelne von: Manldeer ⸗ und · Seiden wurmgucht, wua
zu. Nrediger md Kuͤſter dus Belfpigf ‚uud tdaizliche J
Belohnungen bier; Ernunterung gaben: Werk _
Grbenrich: dureh ſeins. Fuͤrſorge ifuͤrr niefe Gegend
flaͤnde den; Cimsahuend Unterhalt ih / Gewian veng
ſchafte, fü ſicherte er ihnen beides duref-eine .unpars
triſche uud, verbeſſerte Rechtspflege. 2 Die vielen
Ringen beri vergogerte under verletnte Juſtiz, wo⸗
wit Officiare un andre hedeutende Muieriden Kon
vig nach dou mten: chleſiſcheu: ſeriege · be ftrͤrmten/
enameried iihn uu den dacftrag, wehrhenterfchum ik
dem Miege deu Miniſter · Co ccẽ i. gur Eutwerfuas
hear een gegeben hatte; er ern
wenerte jest feinen Befehl. in dieſer Abſicht/ erhvbi
‚xlaz den Varon. Corceji sim Greßktanxyler
nd: Haupt nes Juſtiz in allen ſeinen · Landen; unff
feste: ihn. durch dleſe: aue and ungemöhntiche Wird
werben Gtandı, feine MPlane, womit-er ſchon unten
der vorigen" Regierung. befchäftigt "war ;' ‚wobei €
ahrt an andern Miriſtern, beſonders an dem Eigeno
ffime und on: na Worurtheilen Kan inns Wider⸗
Rand -amttaf,:: jest enblich durchſezzen zu kdunen.
&oxzeii;: und fen. Vertrauter, der ihn hernach
in Awte nachfelgte, : ber damalige Reviſtonsratz
a0 benva⸗ eine Sammlung meet m
| tego
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⸗
ben dem Behr, wo der driedti voto
oo
nn — - on
one warten weicht —
und codex Fridericianus genaunt · wurde. Da⸗
VDauptaugtamierk ging dahin, die Prozeſſe zu ver
daͤrzen; und eben biefer einſeitige Geſtchte⸗
punkt mußte neut Fehlgriffe, Ungewiſtheit, BDacu
lelheit und: Zanfmaterte veranlaffen; obgleich ‚hilf
gewonnen uud, Biche Verbeſſerung bewnkt "wars
Zugleich wurden fähigere:Bemmmıs. angefegt,, die
Gexichtsternine und Inſtanzen verkürzt, ins Gan⸗
yon. alle: PBopefie Sinnen’: Jahreofeiſt - emtfchteuenn;
‚ buch: Tabellen dem Känige Nachrichten gegeben;
wie viele Rechtsſachen nach Ende des Jahres nad
obſchwebten, „mb. barch ſtrenge breikigrige Wificts
Nonen . die Eerichtshofe in. Furcht erhalten, Indepb
\ fen. daber verfuhr man "—urweifänigiemmtich ſoldanſche
Borwärts;. was fÄlte, das fälkt, ws.
war ber Wahlſpruch; Befchumdigheir, : md‘ micht
immer Griudlichkeit der Umerſuchniug leitete ie
Wihfien Bchleden;.. Es machte vem Könige: up
Frende, la an: ihm iSexichtere, daß vom x 1,078
7 Gpogeffen, bie ie:einehn Yale wngehttatyr Warkny ,
21,749 iı berfälben. Zeit: abyaamthkile,; ui me macht
239: im; auge: wauͤren; "alte" bald ‚fühe: 2
Rachtheitige ;biefer Berfahtungsaru" 6: Jarigrs
J Großhanzler wurde, mußte er dudih beſtäcdige Wie
ſibte Auer: und fill; dicierwilch dieſ gae
anfänglich: ·¶ himmelhoch echobne Yaftiz.: Werfafſaug/
2781 :gu Grabe geirugen;; um einr: völlig uene⸗
Cehbpfung der Gefezgebung eingeſtitet wutdr wi
Guͤl⸗
N
1
— wu —“*
Cileigkeit lan, uſtet dar. baig das —*
lentollegtum, weiches die Rechte der. Unmimn⸗
digen ſchuͤztz eine Statsſache, die in. ſo vielen Alm
vern noch jezt mit einer unperamtmortlichen, Nachtaͤſ⸗
figkeit betrieben, ober vielmehr verſaͤumt wird‘, da
dech gerade die, welche ſich ſelbſt nicht Schügzen Fön
nen, md dfters von ben.mächiten Wesmandsen dia
ſchreiendſten Bedruͤkllungen deiden muͤffen, des öffente
chen Scheczzes der Obrigken am, bedarſtigiꝛe und
wöärbigiet: ſind.
Daß —— bie Vermehrueg and Ve woll⸗
Ionnnerung der Armee nicht ans den Augen gelaſſeir
habe, wird jeber Lofer: cn ſeibſt denken. Erin
färkee.fie fo auſebnlich, daß ſie 1755.an8 140: Bas -
teillonen: 223 Schwadronen, zufammmraud. 252:
"399 Mama beftayd. „Me: machte mit ſcharfem. Wii
über den punttlichſten Behzorſam, ‚die ſtrengſte Zucht,
nud die ſtete Uebung decſelben. Fuͤr die Bofehls⸗
ſchrieb er : eine. eigne Auweiſung; und: wenn
die Gemeinen in. ben Staudquartieren in deu miechae
niſchen Handgriffen uud nothzuͤrftigen Eeſchiklichtei⸗
mn. abgerichtet waren, ſo iwerſarumeku⸗ ſie Friedeich -
jaͤhrlich in geoßen Friedenblagern, umtnihuen eime:
höhere wiitärifche Bildung zu geben. Das Faßvoil
Abte.er in Answillungen und:rafchen Schenkungen,
Angeiffen: in der Ebne und von Ssanbdrtem, Bere,
theidigung von: Dönfern,. Utbergängen :über Fluͤſſe,
vwverſtellten Maͤrſchen⸗ geſchihren Ruͤkzoͤgen and: in ·alls
dem übeshaniptz, wutt un wirklichen Kriege gchoͤrt,
Ar wo. — Ya ‚ein usb —
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het der ’ Die Meutehel lehei⸗ en/ wirt
ſich bei’ heſchloſnen und getrennten Augriffen, beine
Kundſchaften und Beſichtigen,. bri trofngn. und he.
ieim Fouragieren, im Faſſen der Geſichts punkte made
" sorgefihriebnen Richtungen gu verhalten habe. Diele,
Mabungenwarben: gewiſſet. Maſten auf eine geheim⸗
nißoßtte Urt angeftelt „:iadenc ohne hefundre Exrlaube,
. if kein · fremder Zuſchauer ıgugegen fein duefte · In
Gegenwart ·aus laͤndiſcher Officiere machte man uur·
unbedeutende Manoͤver. Bei volkreichen Kantons
heob mauñ für jede Kompagnie nad) 24 bis 36 Ueber⸗
zaͤhſige aus, welches für Andıganze Heer an..10,000
Manu vbetrug. Dennoch waren die Werbinigen nicht
fo druͤklend, als nach dem 7 jaͤhrigen Kriege, wo die
Arniee um myo,occa Mann verſtaͤrkt, und. alſo eine
größere: Nekruten « Auanahme erforderlich wurde
Zwar. kam Weſtpteußen it: der Folge hinzu, ‚aber -
dies qllein · konnte auf den Weberfchuß nicht geuechuen
— werden! 18 ra eid nich. war indeſſen :nicht fo leiden⸗
ſchaftlicher Soldatenfreund, daß er die Regentena
pflichten ;gegin-die übrigen Stände hinten an :gefegtr
sten Eskgendie: Anekdote wird feine ‚gerechten une nt
be Denlungsart in's hellſte Licht ſezzen. aid
ar, 2247. Dewerkte er, eiuſt bei einer Karnevals⸗
| Mebonte;,eime „Auffallend große Menge von :fchbik _
gewachſenen Vedienten. Als. man ihm auffeine:
Nachfrage mehreutheils Dymen nannte, <in derem
Zienſt: fie: ſtaͤnden, fü fagte.er voll Unwillen⸗ es fer
Schade, daß ſolcht Müßiggängenden Weibern aufer
wurtetenz ſie andren‘ nuͤzlicher fuͤr den Stabz were:
Na —18
!
\
erniie ati er he Awldderte
‚Bier; dageaminneſie alrerfatıs vazube-
Wegen Arte en ed bes Königs Wille wäre,
Fa einen‘ Zerſtrewmung / emd ·ini Nachdenken über.
andre” Gegeilfiäne” werfefte "Friedrich kurz : (73
ee Ueb ee, Der Sinn konnte hiers
ven fen anbrer Jein, als der, es würde ihn freuen;
wenn man Anen und den andern in Guͤte zum Sol
datenſtande bewegen koͤnnte. Die Berliniſchen
Bffiuere malhten won dieſer vernunftigen Dentung
eine ganz verkehrte Auslegung, und erlaubten ſich
Di. tere Mißbrauch. Gleich am nächften
Ziude "wurden "alle Straßen der Hauptſtadt mit
Serhern nd“ Sblbaten·⸗ Matronillen angefuͤllt,
welche nicht orte Alle Bebienten gewaltfam von den
age herunterriſſen, Fordern‘ dich KRaufmanns⸗
ducner · Warbiergefellen Handwerksbuvſchen ‚und
aubre Leute von · ‚gutem Wuchſe in’ die Wachſtuben
ſchleppten, ” wid’ durch ſchaͤndliche Mihandlungen
gehn Auziehen des Solbarenrokles zwaugen. Gang
‚Wertht gerierh- in Schrekken, alles dffehtliche Wera
Ki rg," jeder Kaufmann‘ ſchloß ‚feinen
Snen; jeder Bürger verriegefte felme Wohnung, jede
Slenße wurde dde nub menſchenletr. Der König er)
flaͤunte aͤber eine ſolche Misdentung feiner muſchul⸗
digen Worte, er befahl int heftigſten Unwillen uͤber
die: Urheber diefeß Umfriges, alle‘ elttgezognen
Perfonen: föRtekh zu befreien tb ftare Ihrer die 5
AUndruhſtifter gefangen zu nehmen und zu beſtrafen.
Er erklaͤrte den Tag diefer Gewaltthärigkeiten für
Gallus Vr. ar 1.08, "=: en . den,
Br |
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Ti Tr nt Bean
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zen tnauriafen —— hisherigen Beklersign
aind ‚ei die Kaufleute und die poruchmſten anherg
| Bürger. auf das Karktaus berufen, mo ſte die Bärky
en Verficvernngen, erhleiten, „Daf kein Manch ie
206 Standes, mbaqhte er auch. bie, größte Laipıde
länge haben ,.. vider Millen uyter, irgend einem Vor⸗
wande zum KZriegadienſte angewerber werden falle
40: Dieb. felfte. Die Orhnung Aeden. her, und iq⸗
zubigee: ‚die Bemäther, Ä rd
Wenn fib..riedrich vun, Dip Sinfärrdee
Kung. der wilitärifchen ‚Schreffenswißltähr, die Liche
der Bürger erwarb, fo gewann: er durch feine Faͤr⸗
ſorge für dienſtunfaͤhig gewordne Soldaten die Her
en der Vaterlandglaͤmpfer. Im Jatzuar 1743 408
darf erben Plan. zur Aufführung eines —&
denhauſes, in welchem alte; verſtaͤmmelte. nu
Ansgediente Soldaten verpflegi werden foliten. In
"einer tobten,. unhewohnten Gieoend. vor dem Sigg
nienburger Thore ‚wurde der Bau ohne. Zoͤgern auge;
fangen und durch Die Menge der, Arbeiter/ mar
das Treiben des Königs, ‚der überhaupt; bei Many .
raſch, faſt uͤbereilt perfuhr, ſtand das Hauptadi
baͤude ſchon im Oltober vollenden da/ und prauet⸗
wit der febr paſſend. som Markis. D Urgens wre
gebenen JInſchrift: Iaelo et invicto. Mile #y
Sa ibın fand der, Invalide af mdaliche Benni:
lichleit und Unterftäguug.. : Eine, latheliſche un
tere Kirche man BR Wil J
1 .”
ne en
‚-ut-
and naehrere Wicthfihaftsgehöuhe für feine tpe
ru Vedurſaiſſe; amp die Öne Gegend unıher erhiels
durch —— ‚Anlagen, perrs Leben und, beit
1 r ieb ri os Beheben, vonh Verod uungen
—— ugd Ermunterungen icder Art die Kol⸗
sus. (signed Landes zu befoͤrdern umD zu arhühen, xw
* viele Kople, auf / neue Erfindungeu zu one.
uud mertwuͤrdige Verſuche zu. mathen, Die oft ip
. Bjaigen garietken,, im Broßen neraugläften, nad das * .
her mehrenthrils wieder wergeffen, oder buch ſelten
nachstahan wurden. Der onlgliche Gaͤrtver zu
‚ Mowbijon erzeugte auf oaterkännifipem, Boden wirds
ches Zukkerrohr, woren man tqı Sabre 1733
wie Raͤhmenß machte: Cin gewifſer Meilgenand
— durch dlonomſche Kanſte einen Soudflet,
der ſeit ni. Fahren acht. geduͤngt war, zu, einex
folden Bemubeefsit, Dad, er.non 3 Eiheffel Bogen
Umötant, 3 Wispel aber 48: Echeffel Gewinn ſiefexte,
Ba, deniſelban Sonde ſtanhen Stquder you 164 Hals
von, mon. laztera jede 6 bis 7200 Jang, lechsſchichtig
un guohlbrmigt, der Garſte Akmlign Moch auffale
leeder ‚par. Dad -Derfprehen „oeh. Mrgimentöfelbe
man: Budemmites:von har arde, Dusch ein gee
wife: Palete einen geſunden Diepfchen, mehrere
Tage lang vhne weise Nehrungbusistel zu ſaͤttigen
X zwei Qrenadieren und elta Dificier ang gutem
Anpetit wurde 1756 bie Probe gugefiellg, und, wie
«8. helft, bewaͤhrt gefundem. Eie marfcirsen täglich
* Ber mxeranten ſadaun, und geneffeu cine
(3 2) | Bege
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J are hir nichtt ns vies ati er |
._ Yer ward Generalchirurgus, das Pulver IR: größrer
x. Menge bereitet, ain Ende aber wenig gebraucht,
weil man Magazine doch: für nöthiger zur Bäpfe
wvuüng der Armee, alsl alle Pulver hieſt. Veſſer gelang
es mit den Erfindungen rines anvern nachventernden |
u u Manues, „des "Yofanientiererd Holfel b. Er vers
fertige Begemeffer in Geſtalt einier großen Das
ſchenuhr, die an jedem Whgen leicht augebracht, und
weomit "eine Strekke vbn 166 Meilen richeig abge⸗
meſſen werden konnte. "Die Englaͤnder verdoltiomm⸗
ten-Diefe: Maſchine, and fanden · ſie beim Straßendan
hdchſt nuzlich. Edeii dieſer Holfeld erfand Klabtere;
Welche’ beim ‚Spielen die Noten auf ein veſondres |
2 Yapfdr abfegten. Dem ranriäflin: Yasgkrgnahık:
rim lolkendes, vielderfebechender Unteruehmen, wel⸗·
ches gewinnfüchtige' Projektmacher erſonnvn⸗nſedoch
ſcſchlecht berechnet hatten! Man errichtete: Menden
Eu Ane Aſiatiſche Handelskompagunie,vie Bi
j nach China hin haudeln/vbtt gegen Silber, avovon)
man ſich einbildete, daß es mehr als Gov geachtet
wuͤnde, Gold eintauſchen, "ind -andre- große Speka⸗
laͤtionen alısführktiwätlte. Ein gewiſſer Stwarde
rhielt 7750 auf ER Fahre eine kotigliche Dein
: dung dazu; das. Publikum ·ward “eingeladen ;- das
ndbthige Geld in einzeluen Antheilen von Son Thalern
aM Friedtichsd oren auf Hofnung höher: Ziuſen herzu⸗
keihen. "Die: Sache machte Aufſehen, veizten viele
Kapitaliſten, gefiel dem“ Kbnige, und erhielt troz
| ler eenflen und ſphitiſchen eoetenenng⸗ Bei⸗.
fe
!
oloe ·web Somzert das mabe bes Pots dam pen 5
1
—— ES Ey
* Am 17. dekwar. 1259 ging: das enſte Ei
mÄarRauton; ah, ihm folgten. nach und nach. meh⸗
werd zdex. Handel ging: raſch, bald ſchlich er, Tangfaa
wwerj. lest bärte er auf, Im Jahre 1765: 0erlaufte
man Vaarer⸗Schiffeund ÄprigeFffelten; pub. ſtatt
des arworatten Gewinne „.befanıen: die- Gläuhiges
matten nkabar zur 18; Procent Kapital zurit;
fe sähe alix an ichen; Hunders. 82 Thaler einz
und Mtgdanbaug ſabe zum zweiten Male das Vorg
dabenon calches Ar ae Kurfeſt [pn egonnen
— —
YO 3. Mei 1747 weine gxiebrie, Durch ein
mal von 200. Gedelken und durch eig
arbaute Latſi ſ ca loß oin. welches er ſeit dem Jebends
laug bewohnten: Er: - gab eihnr. den Ramen Sanusq
(au ci or gonfrei,, mie die Inſchrift der. Faca
ciateranbugiſet Mid o Lai chat ‚is zweiten. Hefte
ſeirenn Meldoten fahr. aunchiiliche Gruͤnde orgez
brachn undahzfice dieſe Benennung nicht ſovohl auf
das ules: Arien, ale nielmehr. auf. daß Brad
dabeiarea Gleich Anfangs, var Erwaͤblung die⸗
ſer Gagtode an: keinem. iafaman. Sommer⸗Aufent⸗
helae numnd uech ebe dar; Grund um Schloffe aele
war erh 1740. an day. ſEtille ‚eine. ee.
. „arı
nbeis bad; Bonälbe. alt Bayer. bekleiden. und
wachhat. auiuhr oux xlevende Pildſaͤude DER.
Klene naher Blumen gdtkig: ſtizen. -. Diele
Gerit Aa: Rakelı: ſehr geſeim gehalten, und uur
wenigen Monenin Roh une ver.
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hir zZoce ſtets vie Aegen/ —* wandim PR |
, fir ſeines Seadirzimmers. gerade gogenſcher; ci.
khons Kurakteriſtifches, DaB’ dr aus Frei · Wahl: uns
u vom Votlke unbemerkt Bel feinen Gerimwerszignigame
gen dei Web immer Vor Augen harte): wid Aine-
roſtlofen Begriffe“ Baben vVennoch air ct Frohe
J Lebensgenuffe ul mit ehren ſtreugen Pfichtgefuchie
‚A deteinigen Wagner: RI ·vas Sci uwch nicht
gbollender war eier den Martis Aligeno,
daß er dei end: ARE Gebraken ir Eibumuugrinrs
Luſtſchloſſes auch die unge gehabt haben daſelbſt
=; vr einer en je re daſc ſezte
Be, je Frei Tower irren
Ehen Werde, dan werdeich iu freie
feintEt wollle hler begraben ſein, webches jedoch
BASE geſchehen aiſt.gu See aidt
in dem glänzenden: Elenude des Mofgeprauges ſon⸗
bern in der anſamen Zurũtge zogenheit⸗ eines wetfen
Privaimaunes; von Bier and‘ vgierte er fing” years
ktrultue Staten, und hier aberlien Ar ſich, uach Er
Ad ferier: Brftinpteishe; “beit Yedijen einfache⸗
‚igeügngen, dem Unigaege mit ven Wufeh,; dad
den Unlerhaltungen mit · wigzigen imd geleherea Lieb⸗
Kürgen, Me aber th Heine Vrpterangiunpe den, ww
Hören‘ Linfluß: Hatten Schon und are ce
bebrt e⸗enſenne Lebensurt in einor dichteriſchin Eyifich
an den Maͤrkls d Urgeus auf findeirtxn, Beni
-
traͤger Matkis, andy Sausſonri. 1 Gier herrſche
Aune CThorheit non Yang qualenken · Euſtinaien /
J |
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nder alone Tee vie? der Nerſtctloenbilng sa |
Mwvao paart· Hier ſfuw feind vornehine 5
Raten; tier echigte Scheihheifiäl, keine alten |
ten, vw taußbweiſe Aber Aridieg i imd wie .
„es: freditie,‘ Eine ſparſame Mitagstant 4
Arselthe wma Geſpraͤche wöärzen, wobei iuweilen
anlängendt Fucken· eines iedhaftln Whzes "auf Ron N
Aſten wer Narren beluſtigen, befriedigr hier das Ba
Danas, und bie ſeltdliche Einſmteit fange wit
‚join faftes Bollwerk idider die Anfaͤlle des get aͤuſch⸗
selben: Pdhoiß die dr gewdhnllch audit Werehrer
re uch Miſſenfchaften zu‘ ıtiadhen pftegt.“
Where Zit ſchrieb Friebrich fein Yon Ger
wicht: Non· det Vriegvtunſt, ld Fate‘ die Gedicht⸗
nico Mafſaͤzze, welehe unker den gtamen det Werte
VEsad tee Sausfouck “bekannt ° .
Aare: Echon held nach dem —** Frie⸗
Don / oörfaßte MeBentrörgfeiten det
Brenue nungen Sefchichre, wozu ihn j
ver Miniſter Hetybetg, vamals Aur och ein von
ver: Misiserfieht:sußlgefonnmmer Fäniglirig‘, befonderd
Bade iczojaͤnrigen Kriege und‘ dat Blandeudurgiſchen
Wiegswaſen aus den tdniglichen Anbiven bie ndihl⸗
gen dus zuge gemacht · hatte. DR Schlift, weldie -
ſich warch Bewer Urchendh, dutch rahn⸗
te ee Karäkiiten, unb eine ,
| geiner au ffulaepe eher ubjeichiee, würde
| siegen Ey rare
vo Dieſe au einem SCötitfe [6 Ahenohnlen Beſchat⸗ |
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verhreiteten ‚Seinen, Ruhm bis in ferue Gegendeaat.
Aus dem. Ökienpe, erfhienen, Minzen und bholua Eex
ſandie, um ihni hre Ehrfurchtzu zalle. In Dutg
1746 lam ein Siriſcher Prinz, Mahfer Haie: -
u ind 1750. ejm Geſandter, des Fatarlaas: vupedes
Sultans von. Budzial ‚an; fehm, Hof e
durch Ihre feltfamen, Aufzüge, aller Angen · aun ih
. zoͤgen, ‚ehrenyoll, empfangen- AuD nit atn ausgtſache
teften Feſten Dewirsget: wurden. JImder Bdigt melz
deteu fi nnd, niehreye Moxgenlaͤupiſche Mituntien,
am Srieprich’e, Sf, zu verhegrtigheg,. Kür. ee -
aber, dafl fe im Frunde aur Mettler vonnenznieriich ,
Almoſen erfinleichen, wollten ; er lehme daher ferne
| Befuche der Art ‚vienffzeupnlichk: Ah. Sa ekaefte
| der Herren Bettep.aus dern page immbe mau nicht⸗
im ‚dern Hofe Ffiedrich's Glaus apdı Aknfehenogn
— hebemn — „abgefehieden, usa, allem Bruple erırer
Sansfouc lebſen xcoiorte a ſapiment ſo wielta
diufwand fir. Bergnägyngen „und, Faſte macdhte es
doch ‚zu Zewiſſen Seiten... befonpars an ze Gelurrio
tagen feinen ; Matter nnd: andeer Angehoͤrigen bed
Hauſes, und-. ut Karnevalt zeit in Verlin.Vt
I6arite ni nich 98 Schäpe zufarun „oma ſich uk wie
ein, Gera a anderem: Ynpliäke, Mmiſweiden; ſoudern
‚er bemahrte ‚elyen heit zu--upnanlarnga ehe Stande |
bedärfniffen,, un), yepwendege aingn>ohderä, umedig
Känfflen und andwertern Verdienſt ge: verichaffee
und. den Geldumlanf,äg befdrhemn..; Dhmedenb. von
Natut für Warme rn en 3
Ben Pe
4
“- _ F NT“ Ps
nike innehge int Abit ge, 16
ertes an loſtiznen ad; teienden Worgnuͤgungen in
dieſer Meriede ocht feblen. Hier ein / Weiſpiel ſtatt
aller, Seindt Whitter Seburistag feirvie er 174%
falgehet Geſſalte Es teurbe eino Praͤthtige end
Axer, Traumüed Seipio, gogeben · Nahe .
Weile:der Hufiin einem Zimmer ded· Konigs, tel⸗
Rt: aus eiaoni Tiuftlichen Worten: dom: Zwergbaͤu⸗
en heſtande⸗ sie volle ungenöhriikectes ‚was m
Miryi. md: uilig reife Fruͤchir itngrut Dit: erfig
Maag nes Bars Sopeit Waltseeriewären)
dt Keftbarkäkenben rillauten beſezt, woelche durch
ei Arten merloſet : avurden.n Sechzmat vrruͤadeu J—
hr darauftie Mafel Schäfkin, Sen alletz was
un ben Gefcharal rgozzen konnde dieferten; iuwb
u Machtiſch erſchpfie: in zehni Vorſtellungen duch.
Miʒ ard alle uuſt:der Hoftonditoer· nt
2 Bein det Nafmokfanbeli,unwiihe Ira eder aich
Auf: nie idee Gefihäfte wandte , n mid dej den Were
uhgungemn, Denen ic ſach ·von AAt zn1Zeir aberltrß
nerſamte er; eomicht/ ſerie Blilke cuf die großen
Acwelegenheiten. Caroptus guirbchten Mare
"Eiherefie,:werdgärikch demi Drebdner / Frieben den
Veiegi megen dire agaatifchen Bantzjieg
las Fromtooich mic Spanien: uoch⸗ fortgeſegt harteß
‚Mehate: ſi c ſ zu Mayen it: men: Beindun
- ri. nn table Bertrand: Srieii
‚Shilter ne. Gern An Fllen m vn zuur Aachner Korh
gechke, ma eek ih Lan wähtı ſchlto⸗
Iemiie: Muches ins: RG iedenstuaitaugh
ann. | — den
Zur 738 —
| den 1 Bir von E lekden Hirten: De:
dein ‚den zwenen Schlefiichen Arieg niven gan . .
suche. Wünfbe: und Abſichten prendigr. hikte,iche
kezte er. ſeine Werbindung mit. Dicker Arandı dermechß/
- font, Schloß dereint wir-ähr:. UN a7eier Lſtiaz lei
Rwedenuugd..mit ls befondens Ss
Handels⸗ Meheteinkunfts: -S Ihr zu efallen unb ant
ibt: und den: Kurfuͤrſton von::hek.: Pakg > und. Kite:
wurkend, wjdenſegte er ſich ſeit i socdern Bünfihänge
zur; Romiſchen: Nonigs mahl deg Erzherzoge ki:
ſeph/weichen Hannoner umde Seqhſen⸗ beginſtigten
Diefe dingelegeuhalt emregte am allen Deutſche ten
boͤfen lebhafte Beibegumgen: mb mannigfaltige u
tternandlungen. kin: Paupteugenmerk::inbefien-
, Bub anenfahrlih: wer Bebante j: Daß, der Wiener
a auf die tere era · Schbrſlewe
ſinne; Argwohn and Migtrauen erfhälten- Kr -
Eifer, DER geheimen Uwmtricken bed: Wiener. iKabis.
ui nochduſpoͤren; und Der riplq mechtfertigte tie
A Werdacht. Dina: kanm Me Marie Tin
aefie. in; Dreiinef. Frieden gunkızmweiten Mole. --
Sriebe iches Herrſchaft uͤber Cihlefterangnluguig: '
amd ihn Frog. An Aubigen Beige dann wre. .
Geldher;,..dEB fie tet Kupigkeis vtpgaßd Bienpeilighie.
der Tralzates virfpotiete,.. ide arucechar Jauuf
ie Fahre: 174 die ſe om: Weten arg
Oreoaben zu ine. getzeinun Wande sgogen Ares
dem’. vernadite;::gvohei.: um Falle ime Qiegeaan
wartäuflte Mückiung, bei erhiißtion Känter Felhyen
ſa te ROM Rap on Rublenil.
u% j Vente
> „
“ [1
Per
Bine: os Natun Ten’ gtrich side; defls'ihieht äh
Bir: endet der Stintihteit und . gewiffer Genäffe,
woraber man damals die geringern Stände beffrafte,
sh wog: bie miehrfien Heben ein’ Privtieghmi a,
haden Ziaubten. Priedihch wachte einige‘ fattrid
ſche Berherkungen’hieräbet‘, welche der Eliſaber zu -
Doter Taten, "and? fe in dem Grade erbinerten
wall: fie ſich willig mitſeinen Feinden zur Rache N
— wur FRE ihm abgenrigt/ weil eo
Eiiete ı Melon Häite,uhd "feine: Gemahlin aicht
Beßıa; Die: Defirerigäichei und Saͤchfiſchen inte
Wer: wußben: die Höintieften" Nänfe zu geschücheng
un: fer Zorı nhıhet Aiehr zu eniflamwen⸗
nt tie Gelegenhẽetin ya’ Ahtfernen,, wodurch ihr
wi Vifero Meimng voi · Frledrich hatie ‚südefährt j
werden tönen; Diermit üoch nicht zufrieden, arbei⸗
trre der Wiener Hof mit unermaͤdeter Empigleirdare
an; Mnig Kudıd TERV. von Frankteich in
feiae Plane ze ziehen / bei Haß ;- welcher Teit‘ äh u
Danteren! beibe teicheokretinte, und von Geflecht
un Drfchli erbte/ g veititgen , und' kiile Vetbmi⸗
dunij zu ſchſirßen, die der Pofitifern' ale \
0 himdoiſch Fehlen. Der Graf don“ a.
Deſtwitcher Geſanvrer Yu Varid eb nich nl
vaaR,- uin vles Meifierſtat der Sratokanft / wie
ſMut ann hen delanhteten / "ji Gtande u hringen·
DONE war eine ME vergrbeils; Enblich ge⸗
aan ira iu, die Featgzdftſeben MNitrner kaluſtunſg
, Bea Fanrviuch zu acheij; ‚ver Hansi Sr
— Kuh Won Brit ——
wi f
— w-
ſchen Peinneik: - "Die Bramgofm.gerietiem: 11295: wi
i ‚den. Ensiandern wegen einiger Greuzmeilen Kand von
db, xuͤſten. Eindden Kanadas: in Aweribaru
Streit; t;. das Perſailler Kabiprt.-haste-: die Abſicht,
dos Kurlürſteuthum Haurgpyer zu, belegen Air
Umerifa, in Deusfcland zu erobern. Giegaga lie
i Öfk, feine: Dentichen.. Stammlandar mhn.aiqhzſeimn
Knigreich, liebte ... diffezte ‚par dieſem aindichen
Porhaben und, um ec rüfgängis zu ugdien , Indien
5 ira Frenudſchaf „ Neztres.uriaßt , n 0
| eoxge in voltonumpem, Kinnesändnjf, mitaen .
Kaiferin Eliſaber bente nn. nd, daß die. Auglifchen
„> Onlngen; Biel Eingang hel dan Muikioen Mieten
ken. „Diele. Brmerfung, ‚an. bie. Bedgerimelbe
Sr Dargug henkeiteig,. hie Ruſgiſche. Freundſchaſt duh
8 2 Vermittlung . ‚gewinnen. zu Üinyanıt anueme
löste, iur, ſich mir.‚Engfapd, zu- vereigigen,.: ge
u un deſto mehr, "Por feing. Alliang. zip. Faaukreich
2. 3u.Fube ‚ging. :. pn. 46. Jaruatr 7a
* din ‚aebeimen Traftat ‚ou; Meitmänfteran nad
wehfheie keinne frempen Truppen den Dentſchenva ⸗
den „betreten, folten.. Gipen Monat ·ven mieſer Day
abrepung-kap, ber Srangbfiiche Herzog van. Rivem
und, na Vvarlin, md ſuchte den Koni rnhpat
Ynprbieten.,.. ihm vie mefimhite: ale Tabas«
einzuräumen ‚zur Theilnahme au einem Sulngssuih
gegen. Hanover gu, beweach· Friedrich maiterie
Sache aid. Schero aufs ‚Ihote alle Beamsbiilken
Borfeiegelwugen 0b, „id. aim, ſo aniruirksin cam
Berkgeripk #8: ne —2 kan ——— deln
UI
⸗
ei Dee ven Pieißenv Seinde im fol⸗
— En =...
‚6 6 Meiträhed ich jegfe. 08 ri |
von dieſer Allianz erregte‘ am granzbſiſchen Hole
"willen ed‘ Gin‘: « Bogleich der‘ Termin de 7
Prenßiſchen Verbindung mit drankreich vorfloſſer
war, Friebrich folglich freie Hände hatte, "und eine
sihentitche -Feindfeligkeit’geaen Frankreich,” fondern |
bleß die Neutralität Deitfchlarbd benbfichtiare „1b
ſyr athman gu Verſailles deni Sizzed © Weberniets
des under Veraͤnderlichkeit, in einem foiyen Tone
bon Friledrich, als iob er ein Repoltewaͤre. | 5
Dirs oat der guͤnſtige Augenblik, den Kaumi F
ergriff, undder ſeine Wanſche kronte.Ein "alfa
won :Kefeigkeit: bei dem Könige vdudwig XV. ‚dd
Die Gewohrnheit deo Statsrathes/ gerade jezt gegen .
Fiedrich in. Fränzöfifien Kiradtn zu fethten⸗ bei
wirkto, warn RR beni 16. Sekuͤld für übrige
Ach gehatren Halte‘; 3 efite® enge Vereinigung zwiſchen
ven Erbfemden Bourbhon und Hab 6b frg
Den 6. Mai: 1756 würde von Deftreidg und Srahls
reich) se Verſailles jrne "Altanz, , ‚die niau ven Buhl
wer: großen Mächte nannte⸗ geſchloffen nach el
ae jeder Hof dem andern verſprach, Hi gegenfelz
dig tm Falle, daß einer‘ attgegriffen würde, mit
34600: Häffdtruppen beizuſtehen. Frankreith ließ
ar aber-in der Zölge durch rachſuͤchtige Eingebhns Ä
ven Lewegen, ſtatt diefer Vedungnen 24806 Mann
Sehwaͤrme von · 180,060 Streitern gegen Friedrich
und‘ Geoige abzufchikken. Der Franzdfiſthe Einfluß
in Die: "Berathfchlagungeh‘ des Reichsrathes "zu
* ise — |
| graben ‚Safıy dadutch „daß für. Bann
augen, gzriedrich erflaͤrte. u non
"Die Heffung, des Konigs aan Prouber, dutch
feine „Verbindung, mit England Dad wie Vern⸗bmen
mit Rußlaud wieder herzuſtellen, ſchlug. gänglich
| fehl... Die Kaiferin Fliſahet hate den Köpig.Birdie:
drich ſo unnerſdhplich, daß ſie um ſeine twegen ſv
gat deu Englaͤudern bie alte: Freundſchaft aufloͤn⸗
digte. Sie konnte zwar „die Franzoͤſiſche Motion
| sur ‚nicht, quöftehen;, aber ihr, Groff. gegen Friedrich
war ‚no ſſaͤrker z;fie. that den Schritt / melher.iig
er: ‚genug wurde, fi: wit. Frankreich zu verhin⸗
en, doc ziel ljeber, als ur einen: Same
| Pereinignug mit Euglanp- znanterhaften wire '
Macht, die ihr Ploͤzlich ‚aumider wurg, mel -
| den großen Friedrich zum Pundesſgenoſſen Dante...
Der ‚mächtige Statenbund, wider Preaugen Härte
I — werden koͤnnen, wenn feine Plane nd cd
= ſichten bis, zum Angenhhlikke der Entſcheidang geheim
op blieben. wären, ‚Uber bereits feit. bem-Dakne u745
wubie zſiedrich jeden Anfehlng, welchennte heine.
Kaiferinnen, in Opmeinfchaft Bruͤhls wer ihn. ente
worfen hatten. Der geheime, Kanzelliſt Man zei
zu „Dresden verrieth das ‚ganze Gewebe weiche⸗
zum Verderben Friedrichs entſponnen, war.“ Dur
anſebnliche Geldſammen, nie Einige, ar und Ei
geben heit fuͤr Friedrich, ie Andre ſagen, br ih
verleitenn, Reim Preußifchen Geſandten. M —XRX
abe Machen bie Depeſchen abſchriftlich suitzushsilen;
wache vom. Wien und NPeterabug ze —
n;
J |
\ ’
22
3 1)
u ‘
-
FOREREFEFFOR ERBEN wie Roger von —*—
Mexbinbungd, Urkunden, Die ſich im Saͤchſeſchen Min
shive befanyen. . Die :Urkanden ‚wurden‘ in. einem
Echranke aufbewahrt, zu welchem ein Rachſchiccel
ga Berlin verfertigt warde. Ans den Petereburger
riefſchaften erſabr. Friedrich, daß Mußland in dern
ahre 1756 hen. Krieg nach wicht. anfangen. kdame,
in folgenden. Jatce. aber eine daft gräßere Thätigh
Jeit beweifen male. Judeſſen gogen ſich doch ſchen
so000 Raun in Licfland zuſammen. Ehen fo mach⸗
en bie Oeſtreichar, beatubliche Anſtalten in Bbhmem
Sie verfammſſen zahlreiche Truppen aufn, a
hildeten von ihnen zwei große Armeen. die eine
Bahn. ihre Gtehang: unter ders Fuͤrſten Piccolos
mini bei Söuigimgräy,. und DiEmmdFe unter dem
Zeie warſchal Brome:rbei Prag. Men;legıe Ma⸗
** ‚an. hob zablrejche Pferde pr Fortbringuug
ſchmerem Geſchuͤr uud Keben⸗mittein ab, aka
eve fh, nld-ab- per. Feidzug rächfiens erdfuet
yoezben ſollte. Die: Depeſchen aus Wien, welie
Meuzel einlisferte, entbielten nithes ale Angriffee
plane, und ‚waren: aur um einen Vorwand zum
Kriege. verlegen. Uns Mangel eines beſſern Brums '
des beſchloß man endlich, die unbebeutenden Werbo⸗
ſtreitigkeiten, in welche Friedrich gerade damals
mit dem Herzoge von Meklenburg gerathen war, als
Urſache zur Sriegderflänung gu gebrauchen, inden
ed leicht fi, dieſe geringluͤgigen Haͤndel als eine
Berl, des Weſtfaͤſſchen Frieden: vorgufelen,
au Diem Arglena⸗cea nehm ber Haß gegen ar
| dri
u euroncit Auehmötkch" — ** ———
2
Ben m.
a ni fi Brüche "Ale Heß wien sascih
Alnguſten 736 zu Wien anfragen zu aſſen, was die
Kriegsruͤſtungen in’? Böhmen: zu bedeuten hätten?
=, Man, annwortekt zweideutig, Bunkeriändanbeftzkinie,
man: wollte durchaus feine aufricheige Friedensber⸗
nicherung geben⸗ Welche Frledrich derlangte, man
aͤugnete das Dafeln von“: verabrldeten Buͤndniffen
winer Preußen, md: der: kaͤſerliche: Minister Rad
is erklaͤrte, auch dem Inhulte elner aufgefatignek.
Oepeſchean deu Siichfifchen: Miniſter Flemming,
BB er mitraulenn Vorſaz den: Konig datch vetfuͤigh
liche Antworten!ih nunruhe verſchzyen, nd zuͤm n
ſangen der Formofelipfeiten bringen wolle. In Abs.
ſicht des leztern Punktes hatte WHEN |
gabter. ganz richtig ergtuͤndet, ro. ſeine Hatbhinged. -
weife gm: errathecirFriebrich AWberzengte· ſich von
der Nothwendigteit it den, Feinden’ zuvorzukommen;
. u glaubte,“ beln anderes: Wihtet zur: Abrwenbeing
der Gefahr zu Saben; als ihr ſelbſt kahn tntgegen za
gehen. Died-ift: die Auficht der She, wie ſie delt
Ringen des Konigs serächten, - und wie ſie ‚allen deren
werfen, yoelche fie male Dam- Seife deffelben bettachs⸗
teten. DaB eh aber noch andre Gefichtöpmnfte gibt.·
von weichen uns: an den Urfpkikig‘ dieſes Rrieged ·
beſchauen Abeme, lehrt das Beiſpiel bes Minifterd
Horzberg, welcher den Zuſanimenhanz und die
geheimen Zriebräder eines der verderblichſten Kriege
. gewiß beffer als ee [., Amir Schriftſtiller uͤber⸗
ei. u ſahe,
un J Fl s
u N —
“
ee 27’; u. ‘
m. ar Bach RI EL Wachranbiene
“ dazu. laͤugnet, wenigfiens hoͤchſt ‚zweifelhaft mad
. Selue merkwuͤrdige Aeußerung hierüber findet fi in
der Hiftoriihen Nächricyt 'von dem lezten
Sebenfjehre Friedrichs, welche er den 25. Say
1787 in Der Derfagmlung der Alademie abi
8 NM fagt dieſer henkende Statsmann, au.
einaht, daß eventuelle Kriege: und
Theiluugsprtane wider Friedrich“ exi⸗
AMiraenz ober daeſennur enensagdf wa⸗
——RXX ueh.die Bobin mag voranaeazs tug
wriern.der Kündg von. Preußen: Sig
„Are. ee Arien geben müde; BB
— image inenehbichen bldihemg "
bee Alaneı. iamela. marken .yat.
Minsführung: selomwer:fein, oh 2.
pgrhähriiher gewefenfein wärbe:.gin. ge
wernnsken,:eld ihneu gubergufenunn,
Woaa æce auch fei, die Neugiſer eig _
M di ga umd der Meineilmfiond der Bas.
Añt he ata e im eis Saͤchfieſch ein. Gelrenkih
ziind ;DÄK:. zuvenkiffige Urſache Diefeh
yAlndbiisficen. drin Kareges, u
gRrisotib ik und bg Dr nie Rain
pngsetr Eb Luce gen aniıt hats neck Aber quch
bach: en Sadyen:Bimat gn’Grumme
weishlk 12, und. am eier
oh Grüne ev da N en Pie EFER DE A
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eff ge fer) u:ν "U WB 7-01 KIRE PET TUE
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| Srrsicre des fiebenfäprigen Ka
968 vom Ende Auguft- 1756 bis!
13. Febr. 1763. u
geid zug 1756. Zeiedrich 6 Elnfall in.
Sachſen. Schlacht bei Loweoſij; den ıten
Ottober. Einnahme/des Sidfifhen La⸗
gers bei Pirna den id. Dfoper.
ee” ber Rbmiſch⸗ Gelchichtſchreiber eivius vom
| zweiten Puniſchen Kriege, weicher 18 Jahre dauerte,
Sagt, gilt eben fo ſehr von demjenigen, welcher fieben
is
"7 Sabre: hindurch: dos ‚brusfche Reich Dermüftete; mb
7 gap Eurdpa gu Waſſer und zu Lande in Bewegung
fezte. Es war der denkwuͤrdigſte Krieg: der nenuem⸗
BZeit, welchen machtige Staten mit der ganzen Kraft
hhrer innern oder aͤuſern Staͤrke, mit der hoͤchſten
.. Kunft einer erprobten Kriegskenntniß, und wit.noch
grdßerm Kaffe als Nachdruk führten, und worin das
lat fo abwechſelud und veraͤnderlich war, daß die.
Sieger mehr al& einmal den Abgrund der Vernich⸗
>. Kung nahe an.fich. erdfuet ſahen. Voͤller, welche
durch, Sprache, Sitten, Religion und Bildung noch
weiter von einander abgingen, ald durch die Entfere .
eng der Wohnplaͤzze, die fir ‚trennten; ‚Menfchen
son ber feinften Kultur und. Naturfinder son ber
roheſten Wildheit, Franzoſen, Deusiche, Unger,
- Kroaten, Kalmufken, Baskiren, Rofalen, Rufen,
- Schweden, Dalekarlier ftrdmten von der Nähe nes
Rordpols, und von ben Kuͤſten des Adriatiſchen
u Bar 4* NE Mens, “
i N
2
Rn
a 147 en
Meer, von ven guße der Direnden, von den Ufene
Der Wolga und dont: Geſtade des Kaspiſchen Mieres
Jufänmen, um einen Koͤnig zu bekampfen, der fie
nie beleidigi hatte, und ein Volk zu zertreten, das |
die mehrſten nnter. ‚burn Tau dem Vottenamen
nach kanuten.
De Srievri® dei Krieg z zur Betrug feines ,
Neige⸗ für unvermeidlich hielt, fo zoͤgerie er wicht, -
ibn auf eine At zu erofnen, welche feine Beide in
Verreundetung und Beftätzung drachte. Noch beachte. -
kelner ernſilich barkın), ihn ſchon jezt anzugreifen,
dem aͤberall ‚fehlte: ed an Geld, an Kriegsbeduͤrf⸗
niffen, an gehöriger Truppenzahl, neh Niernand
. Yarte feine Röftungen nur zur Hälfte vollendet,‘ Da.
erfihien Friedrich plözlich und "fürchtesfich mit
Go0o Man im Felde, und bemaͤchtigte ſich des
Kurfuͤrſtenthums Sachfen, ehe: jemand ahnere, wo
der erſte "Schlag niederfallen wuͤrde. Deil aller
Wahrſcheinlichkeit eines nahen Krieges erfuhren nm
⁊
wenige Vertraute Friedtichs, wenn ud wo ey
ausbrechen follte. Am 20. Auguſt rief der König -
den Belseimenräch von Herzberg ganz itögehein
nach Sansfouch,': bergab ihm Lie Depefipem dog -
Saͤchſtſchen Hofes, und trug ihm auf, daraud einen
Muszag zu verfertigen, welcher allen Höfen zur Bes
nachrichtigung Über die Urjachen des Feluzuges mid
. gethellt warde. Friedrich allen machte durch Dülfe
des Kriegszaͤhlmeiſters Kb p pen ir allen. Provinzeü
in gedßter Stiue die Truppen marſchfertig; die Dis |
ſeblohader der. man Arhielten: serfchloßne Or
Win .3 , IR 2) “ . derbe
0.
2... _? u of: 2
—
| - 248 — BE
—
en * die ee au Een genichn; Tog⸗ Adfeh AR.
Ben durften; Celbſt is Merian: seusder König dig -
Garniſon perſbabich ausfuͤrge, enſube man Monde .
Nichtung des Marſches cher bidhtä, ala bis man dia
vandſtratze nach Sehen hetrot. Es war. dan 298°
Auguſt, als dieſer folgenreiche Heereszug hegeane
WWie Arwmeenruͤlte in drez Abthefluagen nache Sachſen,
N at ſollte: bimwen B Tagen An dern Naͤherwot Dresden
zuſammentreffen. Die erſte; Libtheibang · wurden von
Friedriys Echwngen, Mn Heczege Ser dinand
a gen Braunſchweig, über MalleReip zig, Beeibergrn
an den Dre ihrer Veſtimmung gefuͤhrt. Dip ſcan⸗
- "am aber die zweite Kolenute zog ſich unter der.Meſe
“opt, da: Sinigs. am linden Cuonftr üben Witienbere
Torgau, Meißen und Keſfelsdorf nach Dreapam
"Ab. bie deine Mibtteihung boichunt van dem Jen
zer a Benaan,. all za, der Gegenir: urn.
Sroulfarg durch Die Lanſiz ani;bag, taste or von
Elbe, Pieme gegenuber, Ammn Saptember men
alle Preußen in. der. Nachbarſchafd der Sachſiſchen
Reſidenz augelaugt. Die gerſtrenean Gaͤthſiſchen
Soldaten, die auf feinen Widerſtqud gefaſt wrug -
zegen . fi) überall gehen Fk zuni, Der Meu⸗
bßiſche Morſch verdiente wegen der Nöberrafihüng:ädd
Esxnalligkejt/ womii er geſehahe wegen des uyfkird
hnuften Orpuung, die man berbachtite, und wagen
er genaven Nerechnung, wöerüt: Feder Juguntnäebg -
Anuuſt / Saſiaut war, dit hoͤchſte Bewnud uugt
Gnedrich. xechtfenigte femme ¶ Sthricte et gea
| we oktärungy; welche an: ſeibez Werfaßt Hat"
| N € Sp | X
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N
k ; 8
\ . tr \
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m 239 Zn F
nt Selber: Rn Rnchnecht ——
—* derierh ver Saͤchſiſche Hof ar: Beſtaͤrzung.
Dt geheime Seardrath hielt nnuter demn Vorſizze u
DENE S eint Verſammlung "hc wer; kb. Ss
Birke zwar wilt den großen Riem Zeiedrichs Ra...
bder als vinen · Math: cheilen wollen; abet a.
. Wartet gun dieſenn Binek fh wenig bekuͤramert. Ja.
Polen ſtanden kinige Baͤchſeſche Regimenter, mühe -
olnmal Tiefe Warer zum Schuz Des Vaterlandes ges
ruftn wordeh; an hatte für kein Magazin geſorgi,
au keiue Eiykizemng” der Rruppen. gedacht; um DIE
Nepriglen vos Hoſes und vie Aſiariſche Verſchwen·
King Bruͤhls befriedigen zu Tönen, war die Arinee,
nelche 40000 Maut enthalten ſollte, bis auf 17080
vermindert. Jezt wußte: man weder Rath nech
Hulfe; - und eben darum erwaͤhlte man gerade die
ünglätfichfien und · Kehlechteſten Maßregeln, die zu
ordenten waren. Der Of Rurswettmußtremiß, .
fürmittlichen: Truppen BA Pirna an Koͤnigſtein uusßs
. Goimenftein hin zwiſthen der Elbe und 'einer Sue
en ſchroffen Felſen en Lager dezirhen; VB jeden Bu
fraineſachen "Yniffe:; rnit der Ddtenden Hans
ger, wierjichen konnte, Die Natur hatte ſchon
ales gerhan, üm Died Layer zu bewcchton; die Kunſt
beriferte fi, 6 gung bci zu machen;
Die Ehäyfreen Wenerate benvzten Vie men gich
Atriödtver dazu, nin Die dhnedem engen ind faf ws‘.
wegfamen Zagaãnge ded vigers vollends Durch, Ver
‚Sitte und Prilliſaden za verſchlikßen; vergaßen aber
wen, Mo ar wog, für Qebeua
mittel
. .
. .
— ri B - 2
—
1J
ee 150 —
abe. Fer. Di raten Dielen dh.
Hungers waren freilich dem ‚Grafen Bräpi.unbee
\ kannt, einem Miniſter, der zwar wit feinem Deren,
dem Könige Auguſt LEI. und den Prinzen Kaner
J und Karl den Truppen in bie Felſenkluͤſte gefolgt war
ber aber mitten: unter dem allgemeinen. Eleude nach
immer eine ſchwelgeriſche Tafel hielt, -weil:- die
Preußen die Kachenwagen für deu. Hof zur. Zeit
ber Einſchließung ungehindert ein» und ausließen.
8 r aͤhl erwog die Wichtigkeit des Brodtbeduͤrfniſſes
t
wicht, weil er es noch nie gefühlt hatte; Darum
machte er damals, ald es noch in feiner Gewalt
Rand, nur zundedeutende Anſtalten zur Verſorguug
"der edlen und muthigen Sachſen; daher hatte *
nr auf 14 Fage vollen zureichenden Vorrath;
wach konnte mehr geſchehen; denn ſchon am 2. * |
teniber ruͤlte die Lrmee in's Lager, und erſt ſeit der
Mitte dieſes Monais wurden ihnen bie Zufuhren uow
den Preußen gänzlich abgeſchnitten. „Die Hofnung,
bejzog. Friedrich wollte fie unter gewiſſen Bedin⸗
gungen zugeſtehen; aber Auguſt wollte von feinem
“ befondern Porfchlägen etwas hören, fondern befland
auf eiutr unhediugten uud allgemeingn Parteilofige
dvurch die Balferliche Armee, welche der Selbwarichall
Brown von Prag berbeiführte, errettet zu werben,
wiegie nen Minifter in eine ſtolze Ruhe u Soc
J loſizten ein. |
Unterdeſſen fingen ie Beiden Könige 5 riedrich
und Auguſt einen Briefwechſel au, deſſen Inhalt
ſich auf die Bewilligung des Neutralitaͤt Sachſens
— —⸗ m‘. “
-...-
— tet, on rc wei, daß er fie wegen feine
augen Verbindung mit den Katferhbfen nicht auf⸗
eichaig deodachten wuͤrde: er verlangte Beweiſe und
"Sicherheit, und weil Sachſen keins von beiden geben -
mochte, ſo ließ ſich Preußen nicht weiter darauf ein. '
Des wegen fuchte ſich Friedrich im Sachſen zu be⸗
haupten; er nannte die Befezzung dieſes Landes nur
ein Depaut, eine Verwahrung; eine Spizfindigkeit
Ber weıtern Gtatskanſt, womit man gewaltſame Un⸗
ternehmungen beſchoͤnigen, und die Welt taͤuſchen
will, die ſich aber durch leere Namen nicht hinter⸗
gehen läßt, ſondern ungeſcheut jedes Ding nach der
woahren Befchaffenheit :benenut. Der Erfolg. zeigte
es auch bald, wie dies sinfiweilige Nehmen in Bere
wahrang zu verſtehen fei, Denn es wurden Gelb⸗
ſtenern und Naturallieferungen jeder Art ausge⸗
ſchrieben, alle Kaſſen im Lande in Beſchlag genem⸗
men, die Kanzleien in der Hauptſtadt verfiegelt; Dis
VBerſammlungs ſaͤle der hoben Beaniten verfchloffen,
mehrere angeſehne Civildiener und Raͤthe verabe
ſchiedet, das Muͤnzdepattement aufgehoben, die
ganze Artillerie und Munition aus dem Zeughauſe
nach Magdeburg geſchaft und die Schweizergaid⸗
entwafnet. Es iſt ſchwer zu begreifen, wie dies alles
mit einer freundfchaftlichen Bewahrung gereimt wem
ben Fönne. In feinem perſonlichen Beuchmen iss
deſſen zeigte ſich Friedrich liebreich und gefaͤllig,
und gab ſich das Anſehn eines Gaſtes, Freundes
und Bandesgenoſſen. Er nahm. fein Quartier im
Dresden, we wm 10 — — 2
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an Buß und dem Aurpuiugen, Die daſelbſt zumälgee |
lieben waren ; keine Nowmehmtichleit. zu sachen,
„E fondern. er wohnte in einem Garten der Worlds,
geſtattete allen ſremben Gefandten, allen Sihfikhen / .
Standesperſonen, /und dem Stadtinagiſtrate freien
Futritt zu ſich, und miſchen Scherz, frohe Lauue und
Anmuth in feine Unterhaltung mit ihnen . Cr bie.
: fughte ſelbſt die Kirche, nad beſcheolte den Prediger
alt Champagner⸗ Weir. An ber Mfenstichen. Tafel .
bunfte. das Voll ihansemteiie zuſchauen. Der Halte
warf Keith uußes; vie Tönigliche Fumilie de⸗
grüßen, und wir Hoͤclichleit Überhäufen, wogegen
die Königin ihren Veſieger zut Tafel einladen, und
2 Übenieinen. Kannmerherru zur Bebimung.anhietem -
lließ, welches. natuͤrlich von Friedrich. wicht: anger
yonımen wurde. Das Eaͤchſiſche Lager werte ind
deſſen von 32000 HPreußen an beiden Elbuſten eins
geſchleffen; md eine andte eben fo ſtarkle Armee
rtuͤfte unter dem Felduarichall Keith. in die Bob⸗
wiſche Grenze, drang bis Lia ß i an der Elbe, ne ..
lagerte ſich bei Johnsdorf. Der Herzog Bert =
naud von Brauuſchweig hatte Gelegenheit, mit
bein Vortrabe bie erſten Kriegsthaten zu verrichten,
ae vertrieb den Taiferlichen General Wied us Nie
Inuberf, welches Diefer mit, 000 Mann befegt Hatte,
Vis zu Eundr s Gaptembens fiel ıneier wichta, Bee
BeutendeB Hör: oo
MDa dir Femde Friedtig⸗ ales das, was
vom weinen. Kater wit, —
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Alte, fl: —E atianes, ihm. er
marcher Umſtand * blieb ;; fo war es gu. Reis
sang Helmes Ehre, ‚we zu: Nechtfenigung feineb
inner da Sachſen urchaus nothwendig, —
Bed: Dresdner Archivs zubranraͤchtigen, um die Ori⸗ |
ginglichriften Der wider ˖ ihs vorbundnen Höfegu em
balter. Dieſe wurden in J Zimmeru des Schloffitaufe
bewahrt wilche mit einen Privat⸗ Genach der Konigin
mnſaruuentingen; fie: wuren bereits elugeyaft, und
falten nach Polen abgeführt werden. Des hoͤfliche
Erſachten Friteder ichh an die Koͤnigin, die Schlaͤſſel
anäzubefern,; - wurde trozzig abgeſchlagen. Des
Prentiſche Kommandant Wyl ich non Dreaden era
lieit daher den Anftrag, Bas Archiv auf ingend eins —
Wet, ea ſei wir Guͤte vder Gewalt, in Beftz zu neh
en: Nachdem einer ſrtintte abgeſchikten Officketr
richts. auorichtete, begab er ſich ſelber zur Koͤnigin,
bat, ſteyte, deſchwor ſie, Die verlangten Schloͤffel
un geben. Die Koaigin, ‚eine Tochter des chemie - '
. gen Romiſchen Kaifels Joſelah, fühlte ihren
Stolz beleidigt, ihren Zern erregt; fie ſteilte Ach
wiit anageſiretten Armen ner die Ihüre, Amdıbes --
ehraerte, daß fie din Gingang mit ihrenz Leibe dek⸗
I wärbe, . Aber Wolich uachtete feinem, VBefchie
"wach: weder ihres Schreiens, noch Widerſezzens,
ſondern verfi icherte, daß man im äuferften Sale.
Gewalt Weanchen, und die Dhuͤre erbrethen mürbe;
mu er ſchob die Kntgin, wie Einige erzaͤhlen, wirds
Pech. von det Thuͤrr weg. Nun wurden die Shläfs |
3J— Ba Man ſand die vewunſchten Papiere,
4 Baͤn⸗
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un 22 Kr
6 are, Bir ‚ber abnig "dem Sa imeinethe
„Herzberg uͤbergab, uin ‚Daraus eine Becitfertie
gung des Preußifgen Senehmens ‘ aufzufeggen,
: Geldiger verfaßte aus den Originals Utkunden ber
Deſtreichiſchen und. Sächfifchen Minifker binnen 9 -
Tagen jene beruͤhmte Sratsſchrift e)y, welche
die Mechtmaͤßigkeit ver Masregeln Ftiedrichs bei
allen Unbefanznen anßer Zweifel ſezte. Dieſer Bors -
fall, ohne welchen Friebrich'6 Ehre bei der Nachwelt
‚auf immer zweibentig geblieben wäre, ob nicht viele .
Ye ‚wie verrathnen Kopien erdichtet fein Tbnnten,
trug fehr viel’ zur Vermehrung feiner Feinde Bei.
Mo. an. eben dem. Tage rief die beleidigte. Königie
alle frembe Gefandten zu ſich, ſchilderte ihnen Fries
drich's Verfahren, ;. der auch alsbald nachher Die
.. Gächfiichen Mintfter verabſchiedet hatte, mit den.
ſchwaͤrzeſten Farben, und gab den Vorgang für eine,
Beſchimpfung aller Könige aud. Ihre Tochter, .
"Gemahlin des. Sranzdfilchen Dauphin's oder Aranı ⸗·
prinzen, warf ſich ihrem Schwiegervater dem Ks
nige Rudwig XV. zu-Fäßen, und bat in Thraͤnen
— 5z— — ‚ ihre Eltern und ihr Vaterland zu
raͤchen. Sranfreich Hehte jezt den Preußiſchen Eins’
fen. in Bann als: m Belegung des Weite
‚® 8ie führt den —9— emoir⸗ iorn⸗ is
. . oonduitö des .ooury de Vienve or de Baxe, er fur _
les defleins dangereux poptre 8. M. le .Roi de
Prufle aveo les pioces originales et jußificariven,
„Qi eu fournilfent les preuven. 4 Balin. ur |
k
- 135 m. |
(hen: Bent vor, ab behaupteie, 06 ale
Weichlizger tiefes Friedens wit poller Macht. wider N
Friedrich quftreten uud Schweden, als den au⸗
dem Garant, gleichſalls dazu bereden muͤſſe. Uns
zuittelbar Darauf wurden bie beiberjeitigen. Gefanngen
obberufen ober. fortgefchift, - u
en Der Engliſche und, Hollaͤndiſche geordnete |
"gaben fich ‚alle Muͤhe, um, wo möglich, noch eine
Ausföhuung. zwifhen Frie drich und Auguf zu
ſtiſten. Friedrich war fehr geneigt day. Er
’- wollte anfänglich. die Neutralitaͤt Sachſen's banillie
gen, weng die Truppen: auseinander gingen und
Ihre friedlichen Quartiere dezoͤgen. Später bin ers -
hohte er ‚feine Ferderungen, weil, bie Oeſtreichiſchen
Burüfungen feine Lage bedenklicher machten. Er j
‚verlangte jest, bad Sachſen ein foͤrmliches Bünde
niß mit ihm. ſchließen, Sefahr und Vortheil mit
ihm theilen follte. Aber Friedrich's ſchriftliche Vore⸗
ſtelluugen waren bei Auguſt eben fo unwirlſam, als
BWinterfeld's muͤndliche, pon Beredſamleit und
Nachdrul begleiteten Bemühungen. Auguſt zeigte
eine Feſtigkeit, die man an einem fo weichlichen mb
traͤgen Fuͤrſten gax nicht. erwartet hatte, Cr ſchlug
aut das Unseinandergehen feiner Armes, uud here
nach dad Unerbieten ber Allianz tühn und ſtandhaft
aus; er forderte ſeine Truppen auf, die Ehre ihres
Adnigs und die Unabhängigkeit ihres Landes DIE
auf pen legten Blutötropfen zu vertheidigen. Die
getreuen. und muthigen Sachſen waren wirklich ; -
Fee, in. für Bhf" und Vaterland gu
wagen
|
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en
\ — * so —
ge Wer ir a großer/ an ih eich)
Schon Jeigte ſich det Hunger inde ſeinen ſchrekliche⸗
- Berwärtungen, da man den Menſeheu und Pferven
"Ber veſtimmten Murerhalt nn erh Druͤtel verniind
fe, Aurkft wuͤnſchte dieſen rranrgen ——
halt zu verlaſſen, und nach Polen zu gehen, wo
ftelne Gegenwarr Aörhig ward;: da ver Reichttag zu
Marian in: Oktober: erdffnet Herden Filter -
Iriedrich ſchlug ihm, und dein Vohniſchen Großs
konzler, welther ſogar Dichtungen‘ wagte, dit ders
kangten paſſe ab,’ and gad- zu verſſehen, aß, e ,
deſe Reife vor der Entſcheidung des Sanſeß "Sch
Sachfen nicht geſtakten (11T A ne
"Die elnzige Hoöfnung, welche beos ainheſdiehe
Beer mod nafrecht erhieli, ſtüͤzte ſich auf die
ruͤrtenden Oeſtreicher, denen ſie uls ihren Befreiern
enrgegen bltkten.“* Der Wiener Hof ließ es nuth al
Leimen Eifer, an einer Thaͤtigkeit fehlen, um bei
SGachſtu fchlemtigſt zu Huife zu konmen. Sehhon
ben ganzen Sommer hinducch ſtand eine Armee um ü |
rer vem Befehle des Feldmarſthalls Brown in
Lager Hei Kofltiin ber vie Kavalletie war grbßk
entheils noch Anbertten, und nicht eher als zu Erwl
Auguſt's kamen bie nörhigen Pferde an. Kanu
war dies Hinderniß gehoben, ſo feitie fich em meine
A, Maiı inte kein Sefpam, um bie Kanvneit
aus dem Mirflalte hierzu her, und errminterte dan -
vi ihren ut: in Seit ah oh, Fs
Glei⸗
⸗
Ed -
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— — 152 I
Aurdes y’ than —E Ab· dal —
dercitailig su dieſem· QOfer· zeigen, : In den Tepe
Zagen sven Gepvaibars ruͤtte dar Vraf Braven KW
Mudin an ver: Eger ven wit.ume Berg, alleß
som Rettung der Sachſen zu verſachen. Mo sie ie -
/prech ſamen ¶ Auzna vemwahnn,.: Abergob er uw
Sherbefeht : ud, Cinfiblisßungslangd an den Pre
grofen. Karl, mind⸗cilte fagleih zur Weise Dep
sSeldmarſchala Keith kei Auſpfg, um: die Oeſtrei⸗
aber darex eine Cudlacht zuum Mhlzuga as. zmingem
m hier. hrach er aur 30: Scpr auf ud maiſchirif
weite parwaͤechzn au xben Yapı Tage wan · Broms
in: : gleicher. Auſicht ber Budan aber Al Bots; Me
einen... Mini laden Tage, dan. 1. Dftehee \
Br Quaeos aubruch, amen Pede: Heere baß
em Shah Kemo.hi zuon den Cihreſa nahe up
ſenmen, Daseins That unneriendätt wand. ı 3 J
21,0 Defireichen augren.Weftshie Hälfte Tärden
als Die Noemoriz¶ Fe Hakan: 54, Darahlinas mb 7.
iareaduontuy öhaesbie Grhanenmem Mrd aite „und
98, Kommen, ärtedridhiuleeniten ihntn num a
- ht re · Schundrcuen Sentgegjen.finlleng.
Wafürsabsechafin.en.0pr aninen.See v w n Ace
Be: Sialen.Blügelnıfeinee. ren re nichen
Ermipf; ad dauch dieſen name reg -
uche Angaͤnge delte ur: die. Huͤlts Inn: Aemee ſo map.
a. hier hein Eugriff mix, Brfdig Fu befiegen warg
Wer. chte Sitget dehnte fach bi: Aaw ſuz nud pie
Elbe hin. An die: Stadt aarfer feiwrbefte-Infene -
wie; ni Rene, mb berjeiheh -
Ge . ' . “ haste
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dr ich konute anmdglich glauben, daß ſich die Feinde
einer ſolcheu Nachlaͤſfigloit ſchaldig gemacht haͤrten;
Er bildete ſich daher ein, daß ſie uͤber die Eibe- geb
- gangen waͤren, und daß er nut thchden Nachtrah
dvor ·ſich erblitte. "Fü dieſem Itrthume beſtaͤtigten
ihn:einige taufend: Kroaten und Ungarn, welche, arte
= Satie er eine flarke Batterie angelegt! ein ini. J
perſehen beging er jedoch dadurch, daß er wie Anhoͤden
bei Loboſch und Raſtodiz, von. welchen feine Ttup⸗
pen beſchoſſen werden konuten, nicht beſezte. Fri
ſtatt den Loboſcher Derg.zu beſezgen, am Fuße deffels
den in den Weinbergen beramfchwärjiten und tin
verlernes Feuer marhren. Won der kaſetlichen Ku
vallerie, welche das Preußiſche Kanbneufeuer arte
1
hielt, ſlellte er ſich vor, daß fie den Rikzug böifte |
ſoute. Er ſelbſt nahm die Uuhbhen in Weiz, mb
‚fing nach 7 Uhr Morgens das Gefecht mit dem Nach⸗
zuge, wie er meinte / an. Bis um 11 Uhr lampfte
‚man gleichſam Im Finſtern; denn es war ein ſo dicke
| ker Nebel; daß man einander nicht ſehen Immte, Erſt
gegen Mittag: verfihwand :der: Nebel, und.erft jegt
wrmerkte Friedrich, daß die ganze feiadliche Ara -
me im SHiachtorauung: vor. ihm: aufnisnfchhrt; iht
hbeſtuͤrmen war. Er gebot fogleich, daß feine externe
über einen ‚breiten Graben ſezzen, und den. Feind Anh -
greifen ſollte. Dies. geſchahe mit Gchuelligkeit aid
tät. Die Deſtrricher wurden dis unker Dit Rancb
wen non Koivafiz: getrieben, Die Higse riß.hien HR
Duenten eh: ee en
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uw amim durch DaB Jruer von 66 Baar
Kanorich Einen felchen Schaden, daß fit mit Verluſt
zuräßfehren mußten. Die nächfte Mähe derfelben
ging mın dahin, die Kroaten aus den Weinbergen
and Gärten am Lobofcher Berge, deren Mauern und
Zaͤune fie als Vollwerk gebrauchten, zu vertreiben.
Mac einem tapfern Widerſtande, und nach der größe
ten Auſtrengung gelang es ihnen. Brown empfaud
jezt den Nachtheil ſeines Fehlers, daß er den Preus ,
Ben die Auhdhen überleffen: hatte; er wollte ihn ver⸗
beſſern 72er · ſchikte daher ſeine beſte Infanterie Des
rechten Jlaͤgels ab, um die Verge gu erflärnieni Dee :
Angtiff var heftig und wuͤthend, unde die Preußen
halten ale: Standhaftigkeit nothig, ſich ju behaup⸗
venz als ſie ihre Patronen · veuſchoſſen Harkkır, -flärze
gen ſie mit aufgepflanztem Bajonet oder umgekehrtenu
Dintentolben über bie Deftteicher ber, jagten ſie *
Berg hinunter, und benußten ihre Unorduung,
die: Stadt Lowoſiz anzujännen, und alle: —* „
daraus zu ndihigen, Dies entfchied den Sieg. Die
Deſtieicher koumen fich nicht mehr haften. Brown - 9
trat um 3 Uhr Nachmittags den Raͤtzug an. Da
fein linker Fluͤgel gar nicht geſochten hatte, ſo konnte
er ſeinen Abzug mis Vorſicht und Ordnung einrichten,
Yun noch. weniger von den Preußen zu: farchten m.
haben, Heß.er-die Bruͤklke aͤber die Eibeibei Leute
merizy und die über bie Eger abwerfen. Ehen
darum kornte Friedrich. feine gröͤßern Vortheile
wvworn dem Siege ernten. Die Deſtreicher harten ſich ⸗
— ſo arten un rang. bewieſen/ daß die
Dreus
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“r "ts
In ED
re: —
u Arne weiten: hie) alcht —R äh
. Prfbreichen” . Dagegen. legten bie Feinde das Dee -
= Yeynsmih ads „wis haben: bie alten Preußta wieder
gehenden.‘ ¶ Doch hassen die Preußen mehe alt Die
efiegten verloren; fie. bäßten.au Todten, Nenvunp
Besen und: Gafangnen 3300 Mus ein; un eflen
waren drei Generate, „Sie machten mr 780 Seiude
U 90. Gefangaen ,„bei.wahdien fish der Firfk, Yohfowig
defend. Au Todten aad Verwundeten ‚bhürse die
/
—
» ——— ———
Um dieſes geriugern Varluſtes willen, und wegen DAR
Gefangenvehemung auchrerer Preußen: begiagen Die
. Delneiches die Schwachheit, ſich - ben U. 4,7 26
Achreihen, und in Wien eine g iägige Atacht da⸗
Danfes KRem zu laſes. Maß fie aber dierlichen .
wyndnag mare, bemeifer ihr Ruͤkzug on chlachs⸗
fniöe, wen Die vdllige Berfübrung, ihrrs Blones- üf
vallten durch die Vreuson Hindurch, bie piden
Eachfen driugen,um ſie a befreien;; fon dieſts
Dmiſesn des Biegen mnften fie die Zluchn ergwilen.: .
ı „ Ob⸗ num:gieich diefer Bari) gur Eirfoggiugider
ESEachſrnfablgrichlager wur; fo auachte der nfiheie
wolle,iugd. unermäneee. Gunf: Br du "iainkiup
nenen, dier aber am Ende Aenfalls nußgluͤlcca: Tles
gtachter ſainar damaligen Knrekheit zeigte / ca mie
Yuadsuas.umd eiwe. Toitigbäit, weiche Zwiungereug
medghentay Yan: ihn. für Birber-hed Meogmle ins babe
Geade caru⸗· ar jcpftefinnter frelem med; auell
E feistı delta veggeſchilſ haue, er Wztẽ füehri olme
deichich den —RRR ‚nahen
Wittes _
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Witternig fe ehr aus, daß er inf bor leigen Bine
ten. zu Boden ſanke Dafür folgten fie ihm, auch i in
jede Gefahr. Er verabredete mis den. Sachſen fol⸗
genden Entwurft er ſelbſt wollte am rechten Elbufet
bis Schandau ziehen; bie Sachſen aher ſollten in I
der Nacht vom 11. Oltober ihr Lager bei Pirna ver ⸗
laſſen, und bei Königftein über. die Elbe gehen; dann
ſollten bie vortigen Preußen von zwei Seiten ange⸗
"griffen, geworfen, und auf bie, Urt die Nereinigung |
der. Sachfen mit den Deftreicyern bewirkt werden,
Das ungewöhnliche regnige und. ſtuͤrmiſche Wetter
xerſchwerte Den, ausgehungerten Pferden das Fort⸗
ſchaffen der ſchweren Kupferpoutons, ‚und verzoͤgerte
pen Uebergqng über die Elbe um zwei Tape. Dieff
Zeit benuzte Friedtich dazn, feine Poſten Jeufeits
des Fluſſes zu verſtaͤrken und mehr zu befeſtigen. Am
113. Oktober führten die Sachfen mit unbefchreiblicher
u Muͤhfeligkeit ihr Vorhaben aus. Sie ſezten dem
Hhohen Lilienſtein gegenuͤber wirklich uͤber die Elhe.
N
Die Preußen bemaͤchtigten ſich ſogleich des Lagers
‚bei Pirna, holten den, Nachtrab ein, und eroberten
‚das mehrſte Gepaͤlke, weil die Bruͤkke einbrach, ehe
es gerettet werden kounte. Diejenigen Sachſen,
weiche das rechte Eibufer, erreicht hatten, geriethen, "
‚anftart ihr. Schitfal j zu. verbeſſern, in die traurigͤfͤe
Rage, in welcher fi) je eine edle und- entſchloßne
‚Nation befunden hat. Sie trafen keine Spur von
‚Ihren. Bundeögenoffen, den Deftreichern » welche, ‚fps :
| wohl durch ein Korps Preußen als durch die Hindgrs
huiſſe des Erdbodens vom Vortuͤlken abgehalten wur⸗
. . Sale ui beſch 6 Sn. Abth.· | @. denz
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| ua den; aid dagegen eiöidten ſte I Shrertensbt
ſcchaft, daß man ihnen Feine. Hätfe leiſten Tönfie;
‚ Brown hatte zwei Tage bei Schandau gewartefi'
\ ‚bie Sorge für feine eigne Sicherheit bewog ihn nach
Böhmen zuruͤkzugehen. Die Sachſen waren ſi ch nuit
allein überlaffen, der Wut‘ des Hungers, den Er⸗
‚ gießungen des Regens, und dem Schwerte der Preus
Ben ausgeſezt. Sie wollten ih am Lilienfteine id
Ordnung fiellen, v ' Aber ber enge Raums, zwifchen‘ ihm
und der Elbe geſtattete es ihnen nicht. Sie hatten
N
Keine Kanonen, weil fie felbige wegen der verdorbnen
Wege jenſeits laſſen. mußten; feine Zelte, weil; das
Gepäf verloren ging; kein Pulver und Munition aub .
eben den Gründen, und vor allen kein Brodt. Seit
drei Tagen hatten fie nichts genoffen; da’ lagen fie
Yun von Kälte erftartt, von Hunger gequaͤlt, von
Wwachfamen Seinden umringt auf dem feuchten Boden
unter freiem Himmel, und hatten keine Hofnung,
als in der Milde des Slegers, ober iin den Zuklun⸗
gen des Todes. Ihr König Augnſt hatte ſich mit
ſemen Prinzen, und dem Stifter dieſes Elendes, dem
Grafen vom Bruͤhl, einige Tage vorher auf die Berge
feſte Königftein begeben. on hier aus gebot er
feinem’ Feldmarſchall und Halbbruder, dem Grafen
Rutowski, zu wiederhplten Malen, die Preußen
"anzugreifen. Die folgfamen Sächfen hätten ed gern
gethan. Über wie war es nar denkbar, daß ausge⸗
hungerte Schatten ohne Pulver und Kanonen Zugleich
"gegen die Stürme des Himmels, und gegen die
‚Waffen außgeruhter und gut geräfterer Seinde kami⸗
. pfen
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sen. fen. Endlich, (rich —XRX von der
Mothweundigkeit der Unterwerfung uͤberzeugt, am Ru
towski:Ich uͤbergebe euch das Schitſal der Armee; |
euer Kriegsrath mag enutſcheiden, vb man ſich erge⸗
ben, oder den Tod wählen ſoll, es ſei durch Hunget
oder Schwert. Die Feldhetren ſahen keinen andern
Answeg, als Uebergabe an bie Preußen: Nach einet
Einfchließung von 5 Wochen tragen fie dem Könige
Friedrich am 14. Oftober. eine Kapitulation at;
Diefer beantwortete die vorgeföhlagnen Artikel felber,
und bewiltigte unter den vielen Bitten weiter feine,
als daß die Feſtung Koͤnig ſte in während des gan⸗
gen: Krieges. neutral fein ſollte. Die Truppen, it
noch 14000 Mann ſtark, mußten fich alle unbedingt .
ergeben und das Gewehr ſtrekken. Die Dfficiere er⸗
hielten gegen ihr Verſprechen, nicht wider die Preu⸗
Ben zu dienen, bie Freiheit, ſich 'nach Gefallen ihren
Aufenthaltsort zu. waͤhlen. Die Unterofficiere and‘ _
Gemeinen aber mußten dem Könige: Treue und Ges
horſam fohredren ; und Preußiſche Dienfte nehmen;
Sie waren fü entkraͤftet, daß fie mart nieberfanken und
laut um Brodt ‚flehtem, Friedrich ließ jeder Kom⸗
paguie ſogleich zo ſechspfuͤndige Brodte geben, und
bie Generale jur Tafel laden. Uuguft wänfchte, 7
wenigſtens feine Gurde von der Gefangenſchaft aus⸗
genommen werden. moͤchte. Friedrich fching das’ .
wiederholte Gefuch damach ab, wen ſie, wie er wuͤß⸗
se, ſich bald in die feindlichen Reihen ſtellen, under
dann die, Mähe haben würde, fie zum zweiten Male
gefangen m; nehmen. Auguſt war man nicht bloß
ech 0 e 2) feiner
. . 5 le — 164 SEEN
Seine veihwache, fendern feiner ganzen Ahmed; PR .
ner. Erbländer und feiner Einfünfte. beraubt; er er⸗
hielt Teine andre Begänftigung, alö:bie Eriaubniß,
mit ſeiem Miniſter Bruͤhl und den koniglichen Ge⸗
folge nach Warfchau zeifen zu- dürfen, Friedrich
ſandte ihm ein hoͤfliches Abſchiedsſchreiben, nannte
ähm, wit immer, Herr Bruder, nad entfernte >
alle Preußische Truppen. von feinem Wege, um ihm
den Anblik unangenehmen Gegeuflände zu entziehen.
Bei dieſer Hoͤflichkeit gegen den Fürften bewied er
J ſich um deſto gebietriſcher gegen die gefangnen Trups
N) yon Weil er meinte, daß Auguſt keine Armee mehr
halten und bezahlen koͤnne, viele Soldaten ‚aber feig
u andres Erwerbmittel ald-den Degen hätten, fo pfte
an : 7 daß ihnen das Anerbieten zu‘ neuen; Dieuſten
willkommen fein muͤſſe. Er ſchuf ſie Daher zu Prenßi⸗
ſchen Soldaten uns, beging: kedoch pas. große Verfehen,
daßs er fie e groͤßtentheils in ihrer'biöberigen: Ordimng
heiſammen ließ. So blieben 10a. Snfanterie Regi⸗
menter, wie ſie waren; und Friedrich glaubte, daß
fie mit der veränderten Uniforni auch einen andern
Geiſt anziehen, und gut Preußiſch werben wuͤrden,
weil er ihnen Prengiſche Kleidungen, Fahnen und
Dffictere gab. Die übrigen Infanteriften fo wie die
RFenter wurden nuter andre Preußifche Negimenter
| Vemiſcht. Außerdem mußte’ Sachfen noch ja den
erſten Monaten 9284 Wann zur Ergaͤnzung liefern.
Aber Fried ri ch wurde auf eine. verbrießliche Art
aus ſeinem Irrthume geriſſen. Die Liebe zum Bas
terlande und zu ihrem Regemꝛen aͤberwog alle andern
9 ar Betrach⸗
—
U
/ F .
N, . .
- 165 | —
V machtamgen bei den Sachſiſchen arlegern. Eie⸗
gingen öffentlich mir Ordnung und Kühnhert bataile
Tormweife. davon, veriagten die Preußifchen Hffteiere, | ö
wödteten die; welche ſich ihnen widerſezzen wollten;
theilten die Seldkaffen unter ſſch, nahmen die Brodt⸗
mid Mimitiondivagen,; und‘ folgten ihrem KNduige Fun
nach Polen nach, oder begaben ſich zur Franzdſiſchen
Vrmee. Unterofficiere, welche" Friedrich durch
Erhehung zw. Officierſtellen an ſich feſſeln wollte,
verachteten die angebotne Ehre, wurden Anfuͤhrer
des Aufſtandes, und zögen Das; was fie Pflicht
nannten, der Ausſicht zum Gluͤkke vor. Die Bebrige
gebliebnen - wurben dieranf in die Staͤdte verlegt;
doch ohne Erfolg. In Leipzig oͤfnete ſich ein Theil
der Saͤchſiſchen Beſaz ung die Thore mit Gewalt,
und ging am hellen Tage weg. In Wittenberg;
"Pirna und. andern Drten braten es die: Sachfen
Durch Drohung und Gewalt‘ dahin, daß fidy die
Preußiſchen Befehlshaber an-die Feinde ergeben
„mußten; nind ſelbſt auf· dem Schlachtfelde gingen
ganze Kompagnien zu dein Feinde uͤber, und kaͤmpfe
ten angenblitfich gegen die Preußen. Tiefer konnte
Ver Nationalhaß zwiſehen Englaͤndern und Franzoſen
wicht eingetvurzelt fein, - als er ſich in diefem Kriege
‚eifihen Sachſen und Nu Preußen befeſtigt au Haben BE
„ Phien, “ Zu
Ukbbrigens war der Feldzug, des erſten gahres “
ı Welcher noch nicht" zwei volle Monate gedauert hatte,
mit dem: Oktober gaͤnzlich geendigt. Die Deſtreicht⸗
wm Yeimee a tiefer it Böhmen hinein,
— 7
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2 ’ ©
alle
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“..: I.
1)
— 16
| af, Preußen. gingen nach Sachſen ober. Schlefien
zuröf, um in den Winterquartieren aus zuruhen.
Außer ben erwähnten öniglichen Truppen, welbe
u durch Sachfen gedrongen waren, hatte der Feldmar⸗
ſchall Schwerin eine andre Armee von 25000
Mann and Schlefien nach Boͤhmen führen muͤſſen.
Dieſe ruͤkte zwar über Machod und Neuſtadt in den
J Konigingraͤzer Kreis, Sonne aber. feine weitern Sorte
ſchritte machen, weil der Koͤnig durch den Wider⸗
ſtand der Sachſen verhindert wurde, ihr Verſtaͤrkun⸗
gan zu, ſenden, und ſie allein zu ſchwach war, die bei
Koͤnigiugraͤz wohlgtlagerte Armee der Oeſtrei⸗
cher unter Piceolomini zu verdraͤngen. Schwerin⸗.
begnuͤgte ſich aiſo, die Lebensmittel iv. den beſezten
Boͤhmiſchen Orten zu verzehren, und bis unter die ur
‚ feindlichen Kanonen zu fouragieren; und führte beim
. - Ynfange der fshlimmen Witterung fein Korps wieder
nach, Schiefien. . Aus ber biöherigen Erzählung it .
‚... 3u erfegen, daß dje Sachſen durch ihre Ausdauer im
Virnaſchen Lager his zur ſpaͤten Jahres zeit dem Exp
hauſe Deftreich einen Dienft. erzeigten, von dem feine .
Rettung, wenigſtens die Erhaltung des Königreichd
Boͤhmen abhing. Hätte Briedric die Sachſen
"ohne Aufeuthalt zur Nachgiebigkeit bewegen koͤnnen,
fo wuͤrde er ploͤzlich und ſchuell in Böhmen einge⸗
driungen ſein, und die kaiſerlichen Truppen, denen
Es damals au. den mehrſten Beduͤrſniſſen. des Krieges
fehlte, und die noch unvollzaͤhlig in gerſtreuten Quar⸗
tieren lagen, wahrſcheinlich aͤberwaͤltigt haben.
Dann „hätte er, der Armee des Grafen Schwerin
die
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die Hand hinten, mit ihr vereint ‚gan Böhmen Heife
erobern, und DON. hier aus das ftolze Men erfchlite
term und beugen . Lnnen. Gegen diefe Unfälle. KARL ..
. "Defreigp durch „Sachfend, kandhafte, Unhängricpteit
gn die ‚gemeinfchaftliche Sache geſchuͤjt, ſezties “aber
für feine Aufopferung ‚ für fein grenzenloſes Elend:
nur mit Undanf belohnt. In Wien erkaunte man,
Den geleifieten Dienft, ‚beinghe gar nicht ‚ verſpottete
bie und da die Anſtrenguug der edlen. Saͤchſiſchen
Krieger, und ſahe, wenn man das Verdienſt Sach⸗
ſens um das krzhaus nicht laͤugnen Fade, Ibiged
für eine. Art Schaldigken au. | J
BSeldzug vom Jahre, 175%
Ealaten Bei. Drag d. 6. Mai; le
bei Kollin. d. 18. Juni; rn
e8vei Haftenbeef 26. Ich;
.. bei Broß⸗Jaͤgerndorf d. 30. Aug. |
ic Roßbach d. 5. Neember;
| u bei Breßlan d. 22, Nobembet;
bei. Keuthen 5. December;
J "Kein Jahr des ganzen Krieges ‚war fo frucht⸗ 9—
| Bar: an: Entwuͤrfen, fe thatenvoll an Hauptſchlach⸗ 9
ten, und ſo ahwechſelnd/ an Glauͤkefaͤlen, als bieſes.
FZriedrich nahm den Minter hindurch fein Haupt⸗
auartier zu Dresden, behandelte zwar Sachſen als
eine eroherte Propinz, doch Aufangs mit. Schonung.
weil er es immer noch für moͤglich hielt, den König.
Cugnſt au feinem; Bundes genoſt⸗n zu machen. Er
er Bee . Kl ie vr.
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er ‚ — : 168. \ -n
w PIE un aAdcchterte sem Yanbe bie Laſt dunh
Vie ſtrengſte Manns zucht. Dabei: forderte er freifich
Kriegsſteuern, doch vhne ‚Härte und mit’ mäpignng,
& bligs in philoſophiſcher Kühe‘ feine Floͤte, und
‚ bermehrte mit beſonnenem Gleichmuth fein Heer mit
” "goooo. Manu, worunter 7 Freibataillons waren,
Was’ indeſſen die mehrſten, und unter biefen ſer
DE er EZ
Hauptmann Archenholz, von einem Verſuch
den Koͤnig um dieſe Zeit zu vergiften ‚ erzählen ; id
eine bloße Erdichtung, wie der gelehrte Buchhaͤndlet
x Nikolai im 6. Hefte feiner Anekdoten Far und Aberä
zeugend bewieſen hat. -Der Faniglice, Kammerdies
ner Slafow wurde in. die Feſtung Spaudow ge⸗
„fat aber nicht wegen angeblich entdekter Bergif
merlakai Voltet einen Vethaftbefeht: im Mamen des
Könige an den Kommandanten zu Magdeburg zu
gefaͤnglicher Einziehung eines unſchuldigen Officier⸗
bedienten ausgeſtellt, und Friedrich s Petſchaft dar⸗
unter gedräßt hatte. Friedtrch wurde mit ganz
andern Gefahren, als Gift und Dolch waren; be⸗
broht. Seine Feinde machten‘ die furchtbarſten An⸗
ffalten, ihr in den Staub zu treten; und ließen
nichts underfucht, um die Zahl feiner Miiderfacher: zu
vermehren. Man hielt ſeinen Untergang für ke
ausbleibtich, und entrogrf folgenden Theilungsplun⸗
. Deftreich ſollte Schleſien, Rußlande das Kodnigreich
Preußen, Schweden das Herzogthum Pommern;
Sarpfen Magdeburg und: Halberfints, : und Frauta
reich
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- “ u pP)
rich“ ae ren Pwotinen raldmen 9
Wenn ſich Friedrich noch zu rechter Zeit demuͤthigte
und Stade ſuchte, fo Tollte er aus: Mitleiden das
. Rur fuͤrſtenthum̃ "Brandenburg behalten; ſonſt wuͤrde
min es verheeren, ihm ganz abſezzen, und die Kara
. Lande dem naͤchſten Erben übergeben. : Diefen flo® -
Zzen und rachfuichtigen Abfichten gemäß ſuchte Set
Wieuner Hof ganz Deistfchlend wider ihn aufzuwie⸗
geln, ihn als einen Reichsfeind dem Haſſe aller feis
ner Mitſtaͤnde, und den Strafen der Reichsgeſezze
zu opfern, ja wie einen Verbrecher zu behandeln.
Man feste alle Achtung, allen Auſtand, alle NRaͤk⸗
ſicht auf eigne Ehre aus den Augen, "und: erniedrigte
ſich bis zu dei gemeinften Schwahungen. Dee
MNeichshoftath zu Wien, eins von ven’ beiden hohen
Berichten des Deutſchen Statenbundes, fing einen
ordentlichen Prozeß wider ihn an,er war Willens J
vie Reichsacht Eher ihn auszuſprechen, das heißt,
Sri aller feirier Laͤnder und Fuͤrſtenwuͤrden für verluftig “
gu erllaͤten, ind durch den Reichdtag eine Exeku⸗
tlondarmee. wider ihn aus zuſenden. Der Gewohn⸗
Heit gemaͤß wurde ein kaiſerlicher Notarins, ein ge |
wiſſer D, April, "at "den ’ Preaßifchen Gefanpten
von Plotho zu Megensburg abgeſchikt, um Ahnk
die Klageſchrift In uͤberreichen, und ihn ſtatt des
Koͤnigs vor Gericht: zu fordern. Sr follte binnen 2
Monaten vom: 32, Auguſt am gerechnet vor der
Reichsverfammlung erſcheinen, und die Anklage⸗
. puukre beantworten. Ploͤt ho nahm aber dieſe entb
ehrende- weg nicht an, ‚ fondern ſchob den
en Notar
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No
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; — 174 = Ze
; gotar Mit feinen Papierey zur. Shire hinqus, FAR “
ließ ihn durch feine Bedienten bie Treppe ‚hinunter,
‚nnd zum Haufe heraus werfen: Des, Notqrs Name u | |
und Abenteuer erregte jezt allgemeines Geſpoͤte
ad Hohnlachen. Der Reichshofrath mußte wagen
geſtdrter Formalitaͤt mit ſeinem n Prozoffe inne halzen⸗
und ernſtlirhe Rorlellvngen pon Tronkreich hintere
eben die ‚gone: heztwekte Rejchſacht. Es gab zu
atkennen, daß dieſer Bannſtral zeig oaralkeie , Abu “.
mächtig gewordne Waffe fei, wider Ftiedrich ‚zu
ihre helfen, und nur dazu fuͤhren Könnte, daß ſich
Brandenburg und Hannover vom Dentſchen Reichen
ande losriſſen. Behr für . ihre Sache wäre.ed,
durch den’ Reichotag ein aahlreiches ‚Deer wider Preus u
dien in Bewegung: zu bringen: Hierauf richteten - .
gun Friedrich's Feinde ihre’ ganze Aufmerlſam⸗ j
keit. :-Unter, dem Borwande, daß Friebwich einem
Ä Kondfriedensbruch begangen ‚habe, forderte Oeſtreich
und Sachſen ale Deutſchen Stände zur Stellung
ihrer Truppenbeitroͤge, Kontiugente genannt, auf,
am daqraus eine Reichsexekntious⸗ Armee zu bilden,
Sa bent Schreiben, „welches, hieruͤber gedrukt wurbe,
Japı der. Drukfehler elend« Reichshülfe, ans
| Bart eilende. Huͤlfe vor, welches zu vielen beis -
Benden ‚Sariren Gelegenheit ‚geh. .. Der Berlins
Hef aaland-rinz; daß die Veſetzung eines Deutſchen
FZandes wezu · keine Urach verhanden waͤre, ein
——— ſei, daß aber derienige, welchex
spiber den: andern heimlicht Buͤndie und Verſchude
Ausen Maib epenſals DAN Knien Ben
ELTEN
——
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Sohe. Unter den. Reibhäeden artatten ſich 25
Stimmen wider De Deftreichifchen Antrag, und
fingen var, daß man liehar die Urſachen der. Un⸗
sinigfeit unterfiichen, und die ſtreitenden ‚Parteien
. 32 einander ausſohnen mörhte. Dieſer nernäuftige
Mash wurde aher fo wenig, als die Berliniſche Eins
wendung geachtet; Die Mehrheit der Reichs verſamm-⸗
dung, 60 Stimmen, größtentheild katholiſche, dem
Oeſtreichiſchen Haufe ftlaviſch ergebue Stände, unb
deibft 9,Broteftantifche Fuͤrſten gaben.den Kingebuns
gen des Haſſes Gchör, und. vereinigum ſich gm ı7
- Zanpar. 1357 zu einem Neichägutachten,. in welchem
der. Meichöftigg wider PBrandenbusg - beishioffen
wurde. Zuerſt wollte man bad dreifache Kontin⸗
sent, Fin Heer. vom 120000 Mann, - sufanımens
„bringen ; hernach Seguägte man fich mit dem Aus,
Schreiben .auf die Hälfte, Der Muth ger Deutſchen
Zwergfeinde Friedrich s wuchs bis zum Enthufinds
mus, al, Franukraich und Schweden iu ber :
Mire. März dem Reichstage bekannt. ‚machten,
Raß ‚fie als Weichägger‘ des Weſtfaͤliſchen Asiedens,
on. einigen Höfen darum gebeten, fiarke. Armren
wider Frifdrich abfanden amd folglich naͤchſteus den
Deutſchen Boden hetreten wuͤrden. Der Preußiſche
Geſandte hemerlte dagegen, daß die beiden Harauts
u acht: angezeigt hätten, welcher Hof ihren Grhug
Kerlasgt ‚habe, und daß ber Kaifer in-feinge Maple
Fapitnigtign beſchworen habe, ‚ohne. Einwilliguug
den. Feichstages Fein fremdes Kriegsrolk nah.
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| Per she: wiches Sriegeoitk: nnelnt fe weten
gegen,‘ aber nicht folches , welches für ven Meftfälte
ſchen Frieden nad: Deutſchlaud kaͤme. Clende'Ctle
Meitflecherei , womit man jedeb Verſprechen entkraͤſ⸗
ten, jeden Eid vernichten kam}. Es blieb dabei;
das Deütfehe Reich, mit Ausnahme weniger dar⸗ oo
- fien, ruͤſtete ſich wider Preußen: die Ruſſen zogen |
3 Tore, aim Theil halb rohe. Menſchenmaſſe, 3von
Oſten, Frankreich feine Scharen von Weſten,
Schweden 'von-Rorde‘, und Deſtreich von Suͤden
— zuſammen, um wie raubgierige und biutpärfteibe.
Beier ber Preußifchen Adler zu zerfleiſchen.
Da; Friedrich von 3 Raiferinnen, :3 Koͤni⸗
| gen, and dem hundertarmigen Koloſſe Deutſchlan⸗ J
des einien Kampf auf⸗ Tod und Leben, auf Dafein
und Exiſtenz bereitet fahe, ſo glaͤubte er auch, keine
Milde gegen’ feine Feinde mehrl beiweifen zu dürfen,
fonserne jedes Mittel zu ſeiner Rettung gebrauchen zu
mauͤſſen. Sachſen würde nun mit mehr Nachdruk
amd Ernſt behaudelt. Biele Beſoldungen der .
Sliatsdiener wurden eingezogen," andre verringert,
Die Unterhaltung der Xandesfollegien hatte‘ ſonſt
- 790,000 gekoſtet; Friedrich behielt jezt 166,066
Thaler von biefer Summe für feinen Bedarf, und .
lließ nur 30,000 Thaler für die alte. Beſtimmung.
Der Beichtvater, ſein wichtiger Mann nach · katholi⸗
ſchen Grundfäzgen, verlor 31,000 Thaler feines Ges
noch 2000. Thaler. Die. Kdnigin von Polen bekam
auf ihie-Witte um Geld das eine Mal 7860 Thalet,
4* ee I .. ‚pen
. ‚Salt, der Operndireftor 14000; beide erhielteh .
. “ j ,
— — 13. —
der Reft- einer Kaffe, das andre. Mal * ihr Be⸗
gehren, monatlich 4 74, 000 Thaler zu hezichen, die
trofne Autwort, daß ihr Gemahl für fie. zu ſorgen
habe. Den Dpernfängern und Taͤuzern wurde nichts
gegeben; fie veifeten daher nach Italien zuräf,
Der ungeheure Vorrath von Porzellan: in Dresden
und Meißen, wurde ffentlic) verſteigert. Der
Saͤchſiſche Kaufmanır Schimmelmann erkaufte alles
‚für 2, Tonnen Goldes, erwarb ſich Dadurch, und
durch fortgeſezte Spekulationen unermeßliche Reich⸗
thuͤmer, ging. ind Ausland, und flieg zulezt zur
Wuͤrde eines Dänifchen Statsminiſters. Die Koſt⸗
barkeiten. des Dresdner: Schloſſes, die Bildergallerie,
das grüne: Gewolte und :dergleichen blieben unbe⸗
ruͤhrt. Nur gegen die Pracht: Beſizzungen Bruͤ H18,
den Friedrich” als den Urheber des Krieges haßte,
gegen feine. Gärten, Schloͤſſer, Hausgeraͤthe er⸗
laubie et ſich eine Rache, Die man von ainem Philo⸗
ſophiſchen Koͤnige nicht ‚erwartet hatie. „Die Side
ſiſchen Rekruten wurden mit Gewalt zum Preußi⸗
ſchen Dienſte ausgehöben, Der in Dresbeu ges
bliebne Kurprinz machte. Einwendungen Dagegen,
erhielt aber die Antwort; daß er fi) um foldye Dinge
nicht bekuͤmmern möchte. Den Lanpftänden, welche
ſich auf: die Pflicht, "ihrem Fuͤrſten gehorchen zu
‚ wihfen, bezogen, erwieberte Fried rich: fo lange
th. Sadıfen in Beſiz habe, bin ich. euer ‚Landes,
herr; folglich feid ihr mir Gehorſam ſchuldig. Be
Yen: Anſtalten zu feiner Vertheidigung hatte er zu
| vi ein wachſames sat auf die heimlichen Raͤnke
wora
⸗ —
ur VER ze
— 276 —
ein & mirdrch nicht fthleu konnte. Die Oeſ
veicher wollten die fuͤr neutral erklaͤrte Feſtung de
migſteitn mit Wiſſen des Saͤchſi ſchen Befehlssabers
aherrunipein. Friebrich entdekte den Auſchlag/ md.
vereitelte ihn. Einſt bekum ;dle Königin eine.Kifte -
wit Würften ans Böhner; man durchſuchte fie, vnd
fand bie Haͤute ſtatt des Fleiſches mit Briefen, ausge⸗
Nopft. Ehe: gleiches bemerkte man in einem Faffe
Angariſchen Weins, wilches aus Warſchau an die
Graͤfin Bruͤul geſandt war. Den Wein zapfte man
ab, und Aberſchikte ihn au die Graͤfin; das Faß
vehielt man zuruͤk; bei der Anterfuchung zeigte ſich
At doppelter Boden. mis. vielen Btiefſchaften ange
für, Mn jedem Thore wurden nun alle Ballen,
Käuftuaunsgäter und Pakete genau. durchgefehen,
Am auch auf dirſem Wege alle geheimen Korcefpon u
dengen zu verhindern. =
. Die Angahl der. feindlichen Zeuppen, welche i
vleſem Jahre wider Friedrich wufzutreten bereit wa⸗
xen, belief fi) auf 7003000 Mann, denen ex. mit
: (einen wenigen. Bundesgenoffen- hoͤchſtens 260,009 .- "
entgegen ftellen konnte, Gen Plan war daher, fie
eiizeln anzufallen und zu ſehlagen, che fie vereint
- . oder dach zu gleicher Zeit gegen ihn andringen Sonne
ten Die naͤchſten und mächtigfien Gegner. waren
die Deftreicher, deren Befehlshaber Graf Browg
das Königreich Böhmen. durch 4 große Abtheilungen
zu dekken fuchte, da er einen ernfllichen Angriff
vurch Fridrich's Lage und Liſt getaͤuſcht ohnedem
Hann erwartete. gZriedrich aber brach früh uny
uner⸗
⸗
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/ Feuer = | u
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inerwärtet ‚su, und theilte feine’ Armee glei |
. "falls im 4 beſondre Heere, welche von Sachfen und
Schleſien aus unter dem Feldmat ihall Schwerim,
Herzog von Bevern, ihm, felber und’den Fuͤrſten
Moriz. von Deffan ati einem Tage, am 20 April
. an ganz verſchiednen Gegenden den Böhmifchen Bode
den betraten, und ſogleich mehrere beträchtliche Mas
gazine eroberten. ‚Die Abtheilung des Hetzogs ven
Bevern, welche von Zittau aus in den Bun z⸗
Tauer Kreis ruͤkte, ſtieß zuerſt auf eine feindliche
Armee. Der Graf von Koͤnigsegg bewachte
bei Reichenberg die engen Zugaͤnge mit 28008
Mann; fein Lager war zwiſchen 3 waldigen Bergen,
und ſeine Schlachtordnung glich einer Feſtung.
Dennoch griff tin der Herzog von Bevern, der
duich einige Detaſchements geſchwaͤcht nur 16006
‚Mann bei ſich bitte, am 21 April mathig an, und
bffnete ſich nach einenii Gefecht dc 5 Stunden den
Weg. Die Deftreither flohen nach einem Verluſte
“bon 1800 Mann, - Die Preußen Hatten nicht mehr
als 300 Mann eingebüßt; fie maͤrſchirten ungehiite
‘dert weiter und vereinigten fih mit beim Korps -deB
"Grafen Schwerin, welcher and Schlefien kam,
nd bei Altbunzlau 1500 Mann vom kaiſerlichen
Nachtrabe niederhieb oder gefangen marhtd.:-
- Der König ging mit: feiner Übtheifung der den .
hohen Berg Paskoͤpol, fezte bei Koſchliz über die
Eger, und wollte fid) am sten Mai am rechten Ufer
der Mulde mit der größern Armee des Grafen -
Schwerin vereinigen, ‚Schon hatte er bei Selz
, | eine
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— 476 — *
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eine Schiffsbrutte ‚über bie Mulde ſchl gen. und — eine
CTheil feiner Truppen "darüber ziehen aſſen older
die unangenehme “Rachricht befam;, daß dns Schwe⸗
riniſche Heer nicht eher, als am folgenden Morgen
fruͤh bei Prag am beſtimmten Orte eintreffen koͤnnte
Friedrich gerieth durch diefen. Umſtand in die
wißlichſte Lagẽe. Er hatte gerade die kleinſte
Altheilung ſeiner Krieger bei ſich; ihm gegen
. Aber. ſtand ein großes . Eaiferfiches Her. une
den Kanonen von Prag,. welches Teicht. feine Ay
Aunft bemerken ,; feine Schwäche erfahren, feinen
Uebergang ſehen, und mit unverhaͤltnißmoͤßiger Ue⸗
berzahl ihn angreifen und umringen konnte. Frie⸗—
drich entdekte feine Verlegenheit nur wenigen Ders M
trauten, feste feinen Uebergang-mig Gleichmuth fort, .
- und bezog ein Lager, . zu ‚welchem ser General Z its
[4
. sen alle: Zugänge: fergfälsig beivachen mußte, um
‚jeve Defertion zu verhäten, und jedes Mittel gu. De.
hindern, durch weldyes dem Zeinde ‚die mahre Lage .
verrathen werden Eonnte, Diele bedenkliche Nacht,
wo die Oeſtreicher einen großen Streich hätten aug⸗
Führen koͤnnen, ging für Frie drich ruhig vorüber;
‚and: um 5 Uhr des. Morgens am 6. Mai rüfte die |
‚son ihm fehnlichft. erwartete Armee des Feldmar⸗
ſchalls Schwerin heran, um ſich mit ihm zu vers
. einigen. Sogleich beſchloß er, eine Schlacht zu
liefern. Verſchiedne Generale widerriethen es, und
baten um einen Tag Aufſchub, ‚weil die. Schwerin⸗
ſchen Kolonnen, folglich die mehrſten Truppen ſchon
an dieſem Morgen einen harten uud —
21 Marſch
— u —
Rare ms hatten, md da Rohe PRO
Der: Rönig.aher autwaftetq iimn: Friſche Fiſche
guts. Fiſchee und. gebus den, Angriff. Die Berfafluug
dar Feinde bemsg ihn. zu Niefem wohl uͤberlegten
Euiälaf;. ya vergangen. Kage. hatte ER daß
Heet des Anka; Bu Han Mt danenigen des Priy
- u Sa thunderanm ben Sahprbeichl arhielt, verbans
benz. marınsı, Feldraarſchalt. Dramasımar mit nieleg .
eimala anſa amenzezoghen Ralenu⸗it in nollen..Zime
warf. zu izuen zu; ſtaßen a: AMqr bereifs ſa
vabe, Veh Fhaai chekeing, Zeit am: herlieren Hatte, |
wenn. er. aha Uebergewichte allen vereinigten
Graͤßte Der; Deftreichen rdrut marden wolle, Er beq
Wehe, zeit A nalen Sch wa xi n ans feindlicha
er, und; macte wait ihm nach der behundgfn Mer
ſchaffenhein. den ut: ar chlacht.Die Feinde.
Kanden :a00a9 Mann Narh atjf wertbeilgaftet: Aua
toͤhau⸗ gragert fumufige Viaſew olxgelaßna Teichey
ſblammigt Mesth awschten Die .Zunduge ſchwieriae
nad foſt uagaughar. Nur, ſchwale Daͤprmen ragen
(ie: ugd. na. hervor , und geſtatzetan bloß ainzeinen
Seldaten pen :Maburgaugı .: fs: ner Blanc -
Sehen eher. ſich üben. ‚heinabasuneijrigliche:
Zelſen und Auholren. bin und tung Darchr, eigen, za
Fuß tiefen Graben/ uelchen. ſach nen fein Fromte
befand. gedekh Dieſen Sluͤqul ſoſlte dahar mach”,
Friadr ichs Dispoten nicuu unta angegriſfeu
merden;: an Be ang aur dencfeind⸗
lichen rechten. Eägeh buch. Dem Prasfiichen, linlen
zu deſkuv au p Zar Mer
et Bi. Geſch · 6
I. Abth an auf
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" eüfaetagen "wire! Bir. loniglichevrichte Frog
war nicht zum Schlagen veſtimmt, ſenbern ſollte nur
Sen angreifenden linken · unterſtuzenan Zere Generat
BZerten blieb der 38: Schwabronen Meferver Ren⸗
‚tert, "wit denen dr ohne / weitern Befehl nichts unten)
nwehnien ſollte.n Nachben Ft rebe ich dieſe · Anorbe
friigeh getroffen und bekannt‘ geicachtehaste fo gat
erh g Uhr Morgens feinem Heere⸗ weſches: 6408
Manm zaͤhlte, das Zeichen zur Syrah yür blatiga
lei" inbrderifchften , -DehFnlähtigficht Schlachtr des
ganden Jahrhunderts wo. beide · Afmeen mut Lowen "
muthe fochten, beide ihre BSbetanfuͤhreb verloten/
beſde den Eidboben mit Strömen von Blatitraͤnkeen;
anddie Preußen nur nach Darbricignutz der größter _
- Opfer den Sieg errangen. :- Die Shhrgreifehbe TIARE
Elügel ded Könige: hatte ·mit unglaublichen Schwie⸗
rigkeiten zu kampfenßer zog theils Aber’gmei eug⸗
Teichdaͤmme, großlentheils aber aͤder Meraſte birij)
wo ganze Megimenter! bet’ jedem Write Bis'iunt-Miet
u "Knie. im ‚Schlammme warteten,“ Ale Augenblite:
wetten blieben‘, unð ihre Kanonen‘, dier ſiec vochſt
/
«
n
Adrhig brauchten, zuratlaſſen mußten.. Nach einent
maͤhſeligen · Marſtr⸗ vonn4 Ständen: Gatten‘ fie ſich
‚äh herauogearbeitet, und igefangten antDerters..
wo ſie fich gehdeig ſtellen Tomach; Ohnie uhöjus
— ohne zu feuern, ‚ftärgten'fie ungeftärti mit aufs
gepflanztem Vajbnet auf Die Fehde 168, ud rare
mit- raſcher Heigl" endet Mr (IR: witi Mike:
Sroße zu werfen. ber ein entfägliches): tbohlgentche:
uns 8 gandiſchenener der: ‘Deftreieper Bub fie *
y e .v. . —8 AM EI
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und hku Saldo htogiienuet, ganze. Rottep-su ie -
ben, \uxb;renthebe. fo fürdmerlich, . daß die Preußken
‚die Yölten :der yerrißuen : Bataillone kaum wiehr
ſchließen Fonnten. Das Regiment Winterfeld ar \
ie Barteriecmuthig an, wurde aber faft ganz qui
‚gerieben,, :Dekusdy. ruͤkten die Geenadiere von, Mra⸗
ben an, md riefen dem; Reſſe der Winterfelver, eine
muͤthig · zus „Kameraden, BL uns heran! Lhr habt
„Ehre. genng2. Indeſfen ihre Mnfrengung.ipar pop
” gebends Fastiußten: weichengi.die neben ihnen. ſteheu⸗
Den Regimenten felgren ihnen; ‚Me ganze Linien des
Simten Gluͤgets wantte; . baldı Ranzie alles mit ſchnei⸗
Jen: Schrirtenuund in. großer Verwirruug ouf de
Slucht.. Der Sieg ·ſchien verlhrer, ah, Niederlag
übe: Loch, da atch ihxe Meuserek nicht: glaͤllicher gh⸗
weſen war. (Dir: Erbroinz von Dch din ei ch/ Au⸗
ifuͤhrer der · Kavallerle auf. dirſem Floͤgel, griff ‚hie
Orſtteichiſthen Deuter Ixgfwoll an, und. warf, ihn
erſte Linie ſiegreich über: Den Haufen, ‚aber, da er zu
maſch ꝓorratte/ wurde er, vom ihrer 2ten Linie uͤber⸗
Hlägelt aundzuräfgefihlagen. . Der pͤptlich⸗ META
Ste Piz lkonnte nicht. ;mehg: widerſtehen 3 feine
Menterti ſlohe.Die geſchlagnen Preußen, Fuſwl⸗
Fer und Reuter, eiltes, von; feindlichen Grengdierm
ans "Aupalierifien veifolge, fliehend über. bie; Dimuge
yurüf..,: Düne die Geiſtesgegenwart des Geuerald
Bikttms: wer: ohne. den Heldenfinn ‚de. twahn |
Schwerin · waͤre pie Schlacht.unwiederkringich“
verlotenn: geweſen.Der· Entkchleffenbeit . ud; den
wilen. Norlaiorom Rieder; ae Wine
| @ 2) dd
‚ u | E — ES — J J J
J Me eb: ein zuzeſchreiben, wos die REN eine
andre Wendung, und: zulezt einen: glorreichen Aus⸗
ang: nahm. Zieten beſezte mit 10Schwabronen
Diagoner von der‘ Reſerve die Enden der Daͤmme,
mi die Flachtliuge aufzuhalten‘ und. wieher Zur
u . Glehen zu bringen. Aber ‘der: Schrökten und: die
Unordnung war ſo groß⸗ baß er Me hatte, feinen
e Bine zu erreichen. Die Fluͤchttinge wollten: duich⸗·
vus weiter fliehen/ nd. firengtenihre Kraft: an, um
| Bieten. Dragoner zu uͤberwaͤitigenrnn VLange wendete
Zieten Gewalt, Zuredru, Ermahnnagen erge bens
"Js + Bi vedpter Zem ſpreugten noch 20 dit dahin eun⸗
Ferm gewelene · Reſerve⸗ Huſarenfchwadrrus herbei,
Welche durch ihre, Gegenwart: ber Geſchlatnen: neuen
Muth und neue Hoſuang tinfloßten. ‚Die te
mmachte einen mejſterhaften Ertwurf/ju einem menen
Angriff, ‚führte: feine: friſchen Truppenborand,, :Kuß
ie füchtigen folgen, die Feldmuſik von allen Seiten
erſchallen, und: ſpreugte fit verhaͤngtem Bügel auf
!
Be kaiſerliche Reuteret, weldge beim Werfolgen im
jerftrentte Haufen‘ getheilt wat. Eie wurde augtn⸗
Brlich teworfen, und und aus Worfolgern it Werfolgte
derwandelt. "Ein ſthweres Kürafler Mogiiment er⸗
Rate über: die: Kuͤhnhett bee Bioreufches’Hufareınz J
he Anführer ſchrie Ihnen Sp Schriet weitienigegen:
| | Hufaren, ſeid Ale to Seht ihr nicht, daß wir
Kuͤraſſiere fi ? Unſtattzu antworten, marfißite
e n die ſtolzen Kuͤrafſiere ſammdlich über den Haufc.
Schritt vor Schritt dahnte er den Weg zum Wiege,
. and durch die ie Aulunſt immier medeer⸗ Regimentet
wurde
*
—*
*
Se
PR P At über Mina: Song. |
Fire bei der Kavallerie that, "eben daB dewirkes
Schweelu beider Infanterie vor gleichem Murhe
end groͤßret Hüfopferung zu eben berfelben Zeit.
Diefſer ehrwurdige 70 jährige Gelb empfand die tieffte
Kraͤnkung, daß nicht nur der linke Flügel, ſondern.
duch fein eignes Reginment gewichen- war. Er holte
frifche Trippen aid dem 2tcn Treffen herbei, brachte .
Die Flichtigen in Stonung, und um ſre zu neuer An⸗
ffrengung Zu fpornen, ſtieg er vom Pferde, ergriff
eitte Fahne, „'ſtellte fich au die Spizze ſeines Regi⸗
"end; um: zeigte ihnen. die Bahn der Ehre und des:
Sieges mit: den Wortens wir nach, wer kein:
Zeiger 1ff : Mies folgte- ihm: aber nur. wenig:
Schriste- brang-er vorwärts, da fiel er won vier Kar⸗ |
taͤtſchenkageln getroffen todt zu Boden; + die. Tape!
bevekte ihn/ und verharg · des Todes entſtellende
Züge: "Von heiligem Enthuſiasmus er griffen, elite
nun bie ganze Linie gegen den-Zeind, uni des edlen‘
Heerfuͤhrers Lob’ zu rächen. Mehrere Generale
ſprangen, nach dem Beifpiele Schwerin’, von den“.
Pferden und führten ihre Neginienter zu Tape an.
Unter ihnen lhefand ſich ver kdnigliche Bruder, Prinz.
Heinrith, wilder als Fußgänger'mie feinen Regte .
mente eine Batterte erobertk; - Dem Audrange diefer .
Hetwenſchaat Tohüteh DIE Oeſtreicher nicht Stand
Falten, ’ fie würden uͤberwunden und Bis zu ihren:
Fetten zurſflkgetrieben. ‚Noch ſtand aber Ihr: feſter
Hilfer'Pfiget- wiibewegfich, Der Prinj Ferdinand:
vr Srauſchweig/ welchet Bisher anf dem Tinten
Ä
Preus ·
. 1 Pr ® .
5 ' N 2 J
VW on iu .
)
in 190 u,
| Ailten Zlögehnegen den feindichen mechten mi⸗
tbig · geſochten harte, ıhier-aber. nichto mıchr zu thun
ſahe, erſuchte den Hoͤnig, dem linken Deſtreichiſchen
Fboͤgel in die Flanke und in den Raͤkken fallen zg.
disfen. Friedrich ſtellte es fein Eutvefinden
— anheim; Ferdinand machte den Varſuch, under
gelmp Über Crwartung. Die Feinde, urban; HOW,
Berg. zu Ders gejagt, ‚fieben ihren, mit den ausge⸗
ſuchteſten · Greuadieren beſezten Schanzen ewpbert,
und ihre beiden: Fluͤgel getrennt. Frie dr ich rule:
ſogleich in die Hefnung, und theilte durch dieſe ges,
ſchiẽte Wendung Die: Oeſtreicher in zwei · Araigen, von
denen: die kleinſtq mi Verluſte ihres ganzen Lagers
wach Beneſchau zu flohe, die. größte won gaoca Maun
aber, il die Stadt Pirag hinein ſtuͤrzte. Dieb leztre
Unternehmen war hoͤchſt unvorſichtig und übereiltz
ſchon in den erſten Stunden bemerkten die feindlichen
Generale die Gefahr ihrer Lage, und fact. obwohl
nicht vochdruͤllich genug, ſich durchzuſchlagen. Aher
‚Die Preußen. hatten bei der Dunkelheit des Abends
bereits alle Zugänge befezt, und die Oeſtreicher blie⸗
ben in ihrem ſelbſtgewaͤhlten Gefängniffe, Es war
8. Uhr Abends, als dieſe heiße Schlacht endigte.
Eiu Paar Pontons retteten die Deftreicher von ihrem.
: völligen Untergange, Der Prinz Morig und Feld⸗
warſchall Keith ſtanden mit ihren Kolonnen ober⸗
halb Prag an der andern Seite des Fluſfes, md
ruͤſteten fich Aber ‚das Waſſer zu kommen. Die .
‚ Mulde war aber gerabe fo weit angeſchwollen, daß
die vorhanduen Frontend zur Vollendung, ber
3 br e
’
IV _ 7
Beiben. ums dloße Zuſchauer abgebes. Haͤtren Fe
| un 283 - Pan De FE \
—E u Rt erste: qu Sis ithußten I
anige Yomons mehr geſade ſo vifisoen fie Aber ven
Finß gerũkt⸗ven: Heſtreichern In ben Ruͤkken gekomo⸗
men, und auf die Yfr in den Stand geſezt worden
fein,” fie dgdazlich · abzuſchnelden "ud gefangen zu
wachen 7 Der Vetluft / war auf beiden Seiten unge⸗
wdhulich oh, Die Deftreicher hatten 0000 Todte
und Verwumete, Und: 5000 geriethen in Gefangen⸗
ſchaft. Die Praußen erkauften ihren Sieg nicht mins
der theuerz ihre Todten und Verwundeten betrugen
16500° Manny ind 1550 wurden gefangen. Die
Sufauterle' hatie vorzuglich · gelitten; -Briedrich fage
Ai ſeinen· Werken, daß die Saͤulen des Fußvolſs an
Biefem Tage: gefallen, daß viel tapfere Officiere und .
verſachte Veteranen gebllebeniwaͤren, welche zu er?
fezzen "ein. tangivieriger Krieg feine Zeit. geroährt
hatte. Den Tod Schwerin's, ſeines Lehrers i in ber
_ Attegölunft,: hiels er dum Verluſte von mehr‘ ale
500096 Manu glei, and trauerte Aber ihn, ald
über einen Unfall „ weicyerivie Lorbeern des Sieges |
| *3 mare: Wie. er in der Folge fein Anden⸗
Ben: durch Errichtung eines Marmor⸗Denkmales zu
Berlin ehrte und verewigte, iſt allgemein bekannt.
Außer · Schwetin waren an Generalen die Prinzen
vdu Helften und: von Anhalt, ſedann Golz und
Hautcharmois getoͤdtet, Vonquet / und Winterfeld
ſchwer verwhundet worden.. Auch bie Oeſtreicher ver⸗
loren rinen edlen: id großen Fledherrn, den Gtafen
vB, welcher Boa he) dem Schlacht:
Dein, |
x
‚io
=
.
> Mech Siena wii ——
en ſeinen Wangen an: Prag: ſtarb. Sie Wirkung
6o. Kanomn al Fatznen ums -Titandartap ,. Du.
Kriegskaſſg und aiar Menge: Bälle dinanün., in O
>
or Zen. re Jap Que ur
m Der Drogen Giegmerbreiiete:& — EE I
u mi, neuer Bemundetung · durch garz Einuopa, hielt
die gegen feine: rangen anruͤtkenen Zeinde in Un⸗
aͤtigkeit und ‚Zweifek, (ließ viele dautſibhe Forſten
ihren Beitritt zu, Nundt wider aihn gereuen und auf
Belegenheit zug, Ausführung. besfen,: uptı.mefegte
‚den Wiener „Hof in Bolünsung. -Man glanbte, den
König, von, Preußen , ſchon vor den heran oe Kaiſer .
ſtadt zu feben,. man ühertegte. hereitä, aurch weiche ..
ganehmliche. Friedemsvorſchlaͤge man; dies, Ungluͤt
verbigdern Fhange 1. denn einem Helden, der den brita
ten Krieg wit dem Ragifeam Sehrekken: begann „. woa
uui erx die porigen geendigt hatte (dien nichts mehe
werubglich 5: ugD-feine,Brraagz die una: Hanptſchlach⸗
ken, aefiggt ‚Hatten rrägtai nie Meirnung, daß fie.nie
unterliegen. ang... Man weitere‘, daß: der Alchrige
Veberrefl-ber Deiberichifügen Yemiee oosfolgt und anfe
gerieben, Ver in Prag ngeſchlone durch Feuer un
Hunger zur Uehergahe gezwungen, und: ſocjede vor⸗
handne Grüsse. 26: Erghauſes zertroͤmgert ſein
würde, ahe eine nee his, ertſchuitte Der. Ginger aufe
. abalten bereit waͤre. Aber Ale diefe ·wabrſcheint
blchen Hefnxnger blixban für--Erierich.mwerfälltz.
du emerwarteter Gluͤlkawnchſel⸗ marf ihn mom den
DR. der Uebergewichtes herab. ——————— J
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«
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me 188 -
Ä Neiße im imo. —* am ‚ef (ans eilt ; |
u. erkringunmn
“3: De; Prinz Karl con: oihrinen „die Pringen
yoen Sachlen, von ‚Biweibrälfen, ven Mepene, die
übrigen Befeblöhaber, und 4ooco Mann, Zlüchn
linge der Prager Schlacht, befanden fich nehſt 1c00y
Mann voriger Veſazuung und mis Socop-Eimuohs
wert in ‚der Hauptſtadt · Bohmens in-einer veyzweif⸗ |
lungsvollen ‚Lage, und es ſchien, daß fie dem Hun⸗
ger. oder bem Sugelsogen. der Preußen, unmöglich
hauge widerſtehen, ‚fondern in kurzem das Schitſai u
der. Sachſen bei Pirna erfahren würden,: ‚Seit den
7. Mai wurden fie enge, blolirt, um feit Ende deſ⸗
ſelben, wo erſt das fchwere Geſchuͤz ‚von Dresden
anlem,.unaufhbrlich beſchoſſen. Binnen 3) Wochen
berurfachten 18Coco. geworfene Bomben und gluͤ⸗
hende Kugeln eine fortdauernde Fenershrunſt; an
990 Haͤuſer brannten und ſtuͤrzten cin, Greiſe und
Kinder wurden ‚von dem Kugeln getoͤdtet, oder unter
dem Einiiurz der Wohnungen. begraben, die Kirchen
flaften voll winſelnder Kranken und Berwundeten,
Moth, Hunger und. ſchlechte Nahrungsmittel bewirk⸗
ten ein häufiges Sterben, wie zur Peſtzeit. Die
yferde der Ranallerfe und Urtillerie wurden geſchlach⸗
tet, und das Pfund Fleiſch zu 2, nachher zu 4 Kreu⸗
gern verkauft; dennoch erſezte dies den Mangel an
Beduͤrfniſſen nicht... Die Beſazzung machte oͤftere
Derfuche aus ihrem Sefaͤngniſſe herautzubrechen, ſie
wurde aber jedesmal plutig zuruͤkgewigſen. Man
| Ir I. — Kemer « au dyr Gtadt, 2
42
Ve
N
tut
E 186 — .*
da Pr ii erleichtern; «allein auch Biefe —E
die wachfamen Preußen wieder hinein, danntdee
Hungersnorh. vrrmehrt und” daburch bie "Uehfrgabe
beſchleunigt werden möchte. Bei naͤchtlicher Stine
konnte man vbn außen das Behtiagen ber Einges
ſchloßmen Bören.:; Der Magiſttat; die Geiſtlichkeie
die Bkůrgerſchaft Jehten den Prinzen Kart uniEr
barmen, weicher, auf der einen Seite von Mileiden
geruͤhrt, auf der andern von der Strenge der Kriegs⸗
geſezze 'eingefhräntt, in fo weit nachgab, daß er den
Preußen unter der Bedingung eined. freiem Abzuges
die Thore zu Öfnen: verfprach. Friedrich verwarf
bieſen Vorſchlag, und beſtand auf einer unbedingten
I Mebergabe, welches der Pfinz ‘nicht bewilligen zu
. Fonnen- behunptete. Der" Zuftand der Belagerren
wurde mit jeder Tage trauriger, die Generale,
welche unaufhoͤrlich Kriegsrath hielten, wußten keine
Rettungsmittel mehr, alle Hofnung ſchien verloren,
als die Stunde der Befreiung Ihnen und iedem uner⸗
wartet ſchlug.
Die einzige: Sthjje ver Oeſteeich ſhen Menar
chie beſtand in dem Heere des Feldmarſchulls
Daun, und biefer vorfichtige und auf Friedrich's
Verfahren: aufrierffame Befehtshiber hatte'bald Ge⸗
legenheit, Tech um feine-Kaiferin und um fein Warere
and 'nnvergktigliche Verdienſte zu erwerben; : Yiat
Tage der Prager Schlacht war'er bis Boͤhmiſch
Brod, 1 Meile von Prag, gekommen; dieſe Naͤhe
: fegte ihn im den Stand, 16000 Fluͤchtlinge des
vethten ETAGE an ſich zu Ziehen, in giesbang in |
4
f ‘
—
Dielen, meicher kei, dem
Rand, am 13. Juni solls. gelungen, fein. : Zieten:
- eptpelte jedoch den Auſchlag noch zux ‚rechten Zeit, _
sb Durch einen gefaͤhrlichen, aber, ‚alällichen Ruͤk⸗
\
, s
far
en 397 m.
— Sik:euP; 30000: Doonn on werläckn;
Gr wich, Iedochpon 20PPO Preußen mier dent
._ Dying „von Beh pen sap öngt a Dur Aalin, Canser |
BT X Sofienlay Sie Hober wert. Als aber
wo anchrexe ‚Heine Trugpenabtheilungen qus. den,
Eblenden. ad ſelhſt die Wiener Veſazzung von 3 -
Bareillenen zue ihm Sehen, fo wuchs ſeine Armee
u bcqoe Many, an, ı Sest. hefeploß: sr: wieder vor⸗
zurhtten,, und das Beverufche Korps burdyverfickte,
Bewpeaungen bei.Auttegberg zu umringen uud "
" aufnabeben.. Dies mwahlanggei humane Unternehmen
aleit des Venrals
erzauge von Bevern
wuͤrde ‚auch ohne. die Machſ
ang bis Kollin, und folgenden Tages Hi Kaurs⸗
zim rettete fih das Preußiſche Heer. Daum
lagerte ſich nun. auf nem Bergen und: fteilen Auböhen.
"wwilgen. Plauian und, Kollin, pub verhängte
fü ‚aufs. forgfältigfie, „ Friedrich wurde endlich
usgehuldig,. DaB ſich die Belagerung Prag’ fo ſehr
in bie. le 308, und beſorgt, dag in Daun-au
den Mauern tiefer Stadt umgeben, und zwifchen.
2. Gmer. bringen koͤnnte, ‚übergab er. die. Belage⸗
sungd «Armee. dem Befehle des Feldwarſchaß
Keich, brach mit 12000 Mann auf, und verei⸗
yigte. ſich zu ‚Kanrzipi mit. dem Herzoge ‚vom,
Bevern. Died Hetr enthielt, jezt 32000 Mann,
wit welchem Sri. die a *— Birne
—R
4
—⸗
+
Per Dank sch: Gboaer |
ſchanzungen bei —* anzugreifrn eilté I
Sieg / an uveichem er, Vers is! dahin ſtets Sieger
im Felde geweſen war, ſeiner geringen Maniſchufri
ungeachtetn uicht zwofelte/ imußie ihmi Peug — |
die gange eingeſchloßne Armee in die GSerdalt ve
gen. „Das: Schttſel bomte: "db 'Ahibere beſchloſſen
Die merkwärdige Schlacht, wo ſich der: eg zuri
erſten Male: für Preußen: in ‚Niederlage, 2.73
- Erlumpferifiiin : Trauer· vorwanbelte Hole re
48: Jurnheheneſert. Flaebeſch Suhbar ber pr
‚ Fur Gthlacht mit’ foleer "Kriegeherkitniß und Mieled
Beit, daß ihin det Cieg gewit zu Then geworben
waͤre, wenn alle Generale ſeine Anorduuig pin
. Kid) befelgt hätten Der eechtt PBlügel- der Feinde
‚ ftend: auf denn Abhänge der: Berge det andte auf
dem Gipfel Verfelben:'-Wor der Froute läge‘ Dötd
für, reiſende Kornfelder, Hohlwege, und: ſtint /
faſt Under, Age
rie beſezt. Friedrichi gebot daher, den finkeifeinde
lichen Sfügel "fo wenig‘; ald He-Bionte anfugrtifen.
Daun; weldier die Abſicht des Mönige; ſeiucn
rechten Flaͤgel zuerſt zu werfen, merkte, Aſirru⸗ u
felbigen diuch ein beſondres Reuterkorps von ind
daſti, durch eine Nörheilung Infanterie ind Rroab
ten, und bar) diejenige Saͤchſiſche Reuterei, die
fich beit -Defaud, Die gedachte Infanterle und
Kroatemnenge ſtand in einem Eichenwalde zwiſchen
Dim Nadaſtiſchen Horps ind Alien ſtarken Vorpe⸗
er walchen vor bern Tone: Arjezot eirie-trößende
Bats
Materie" aieb in iväen Derfe euere .
harte: Mach des: Anendnung des ghnins ſoile ber
Weneral, Bieten mit: ga‘ Erhwadrvuen: Huſaren
. a8 Dragonern die dortigen Anhdhen / befeyfen;, un
Aus Mabaſtiſche Kerya verzagen; der enenc Hul
Fed. mie ⁊ Vatailloen / porn Vorderzuge vie Batretie
Mei Argegon. erebany ta&.Diorf elumehuen uað ve
Achenwald befejgeis ver Fuͤrſt. Wired
Wir: m: ganzen bntn: Fluͤgelec dem Huͤlfeſchein
Anauttlvcps in einei Entfernung. von AO
wedhifebuen .. solhndndiäsffen Mugeiffo icuyrzuge
Hilfen bein Burfe. weggiehen md dewsrechtunnfeinbfid
eiö-Bähnel insai. Bemchnifählojemnterh d . —
alſ tul fuͤhrtenahre Aeferäge mise‘ .
ader bach. vollig/ nach: Wunfche aus, Bas gunʒe
Sps des Genprais, Ol ada fi, welcheorymme ven
Nuitligger Höhen: fü Echlachtordunug! Aufnar ii
any: erde. venGiet an lebhufi ·angegriffeic ad
wi. genehfet, und heßtig verſolgt. SEM u
Krlid., war von der ͤbrigen Brmeh wölij'geitäning
mad: Schäite, nicht: nieder: .verdringenni fen
hatte einen ſchwerern Enand ; das würkende Kand⸗
: Wufenen der Feinhr trieb ih: mehrerr Me: zuräfj
wa: richtete ‚großen Schaden. üntertihn Ana endlich
Merwast er jedes Hmberuiß, er erfehiyBiefärchtens
lie: Batterie; vererieb den Feind dis Krzegor, un
benächtigte The Eechenwaldes. "Wie Bahn zum
Siege war gebroche , nehtere Kolonuen Ve Ahnige
Acen. Uen Flogels Ära mit ! Ordnimg vor, der
Tee Ryan ef 0 Fiutel- fuageun zu white, die
BE DODeſt⸗
\
Br = m 190 — | .
¶ Meſtrelcher wochten bereit aef-ihren Rllpik nie -
- Dei weitermFechten Feine gaͤnzliche Nidierlage:zte
erfahren; mie: Adjutanten eilten mit Bitteln;; Rz |
anelche Dee mit. Bleiſtift geſchrieben baners Die.
Kerraitesift: noch Guchdal, : zu den Geaca
walen,und wa: machte inflale, Die Kawpsiniabgk
— hrs salber plözlichs aͤnderten ſich dier Scete ip‘
SDreudens : Echrelken uns Orftreich’s Gläh DE.
Hauptucheben ‚:det . Zerrättung wear: der:: Mentrai
Maun ſtein, welchen durch feine uͤhertilte digg.
mb: ſchlecht angebrachte Tapferbeit ven. bhalglichen
Qqhladheplandarchinenzto den ganzen.· rechten hs
ael. im Unprinung ‚brachten Den :grbiuku ei
deö. linden. mitin die Beiwirrangigog: "| Deren
VWuraußiſche Zluͤgel ſollee vſichrin: Unthaͤtigkrit rehig
fſpnboncgrn nnd dirrch eine Unzeisrenefiche: Begbizid
. Aug dan linken angreifenden Flügel: Ansegdügzem.
: Eh rl po Siege anigwrudige: Mastegel warte
m Beterale Mann ſtenn nicht ‚befokgts. Mind
ber feindlichen: Sranse Inge: viele Kroaten unb: Zu
fauteriſtem inden Doͤrfern undr hotzen Gctseibeflusen
‚asrftelt „on ano. aus. fienanf bie ‚vorhöi miasfchiseng
den. Prendifchen, Kolonnen in: siaulidyer Etfervung
ſoſſen, und tinige Beute: wer@underen, Mir uam
deoß den·Geueroi Manufteiu;.er mich; daher
eigenmächtig von Sriedtigit Aenehnung: ab; drang
.. water. die; Kryaten, ‚und. ;iadBe:. ſiengn mertüeibend
Er fand aber. größere, Widarſtaud, als er gegigula
hatte „ mehrere Mastailipua alten hin iu Daft ab
de vn ur weit angehäre hätte uglı in
⸗
-
J ar =
J —*'l Yen; machte: ih "ont FOR FAIR am;
Ze "x überhaupt" u ei Urigriff. gefchehein folttel -
Man 'tüfte..biß Unet dab Kartaͤtſceufener dor bike.
Feichifpen'"Wätterie; das Gefeeht aber . -
md: Allgemein AR Kb: ’al 21,2 Kdnig jci antam,
Virifte ötr die Truppen ven da nicht aacr wegtziehen⸗
weil igouſt. a an En ET vebs 2gen
Weſenn wird; char Bulle ran vol waͤres!chagen· die
feindliche: Fronte Degen‘: :unübetfteigliche. Hoͤhen,
egen woſpruͤhenbe Bakterien Yalki HD Tinte Flle
Get, ⸗. wo einige Zeit vorhet über Yen Maiſchibet
Dart Dorfe Kyzezor cih heftiger Wokwerhfer: wiſchon
BZu ednch an demi Prineu Morig ausgebtvchen, a
dubrtch ver guuſtige iugendiit · ur Bemugz ziug dei
Halfeſchen Sieges ·berloren · ggangen van ix vicſer
nał grageit TR TEN HAAR heileiten, no.
Ber gta le a UL und He gatize Schlachterde
tig le ohren. RIP .
EUER? Hrioenſtan wo Zapfeiteiivermönueng
Be’ Netterten· Aber FiRgchseihügek ihreß Kammetaden,
fie: erfhiegen: feiſtge in NMheu, undniardul cr einigen
EOten gluͤklich; aber das endſezlich⸗ Atibnenſriter wer
Oeſmeicher riB folge Biken in ihre Bulaillone, Dre
4 Falten es an friſchen Eruppen fehlte, Det Kduig
‚Rt "Prinz Metiy faben-- ſich gendryigui die / eiſtaut⸗
naen !ngwiſchenraͤune durch Kaballetieziterſezzen z
- Birken wude mil in avaltoelerehienentetu von et⸗
rege Untreftarzung baruftuzner tm,
+.
ME in vir Veſnungert, an. lat ie Felnwenabr!
wee vue ur BO ai fe
mach⸗
⸗
N *
—— 19 amr u „a
"race manfehlich une Ahkten Der Ehe Dar
wänfbte dad. Zieten.felbige waggnehmen. ıbchie,
Es wurden, 4, ber heſten Kuͤraſger⸗ Negiunmter, am
Yiefem.-Bageikük, beſtimwt; aber die ;gehasuilkhtgg
Beute anrdgn,, por den Kartaſchen ſo hacttvwe
an Boden Behr lin doß, Be. weichen mußten
Zie ten —— ‚die zu eine wen Aagrifſen
Be geharghten ;,oben ais eine Harhatſchenlugel dieſem
Keloen, am. Kopfe direiften. Die Muͤzse gbräßrr.umg
. eine-folche Sontufiop. veruclachie/ daß er Be
som Pierbe dank. da; vex oren Reiben Muth, ya
indem fie ihren Anführer für godt bielten, hegqken
fie ſich ohne Aufenthalt und Orduung auf die ZUR
Bir kam wasg. von eier Korues· im Siukensaufags
Fugen and;.aufr ein, ahdres Pferd gebracht. Atem
fipafte ihr. berngch im. den Wagem des Fuͤty Mg
arz, ie welchem. er das Vepenfaftin wieder, erichie
und; bis zum Ausgange der nugloͤkſichen Spar
gerweilte. ‚Dis: Unordiiuug uahm. el: den Mreuften
immer mehr uͤrcthand, : DT: die Sich
fiſchen Rentarganz vollenidetun le Ara oh.
VBegiendeAhnarn Haffe gagen Die. Vrexßen ‚Kuftı a
| wm er or ftwarten: ang eimer HERNE
machen. Der Belehlahaher Ben Airaganer- Aaslı gon
Sachen. gab aug fraiam nwied; Befehl. zn. Fim
han ; und leilisse,.bieragych, dpa Oeſtreichern eitzen
außerordentliche. Dismß. «Dis ul m uiſcn
verie egum ien Wece⸗n, Haintich, SA a:
die: Leibaarat liadden mern Sphmahranen Fachſem
in ihre Mittcneinungan, ſchlaceh. dargicein Vieh
als
4
. u. — 193 ua)
als 0b fie auf dem Moſternngeplaſpe täten, Kon Ge
. den Sachfen. ftärzten Roß und Mann uͤber einander,
es ihurmies fich Leichenhuͤgel nom ihren Erſchlagnen,
ne fie ſchienen ale hier ihr Grab finden zu muͤſſen⸗
Bald aber kamen ihnen.mehrere Regimenter Drago⸗
wer zu Huͤlfe, und nun war Tod und Niederlage
das Loos der Preußen. Won vom und im Nüffer
angefallen, “mußten leztre im Kampfe unterliegen, -
Die Sachfen erinnerten fich ihres im Jahre 1745 bei
Striegau erlittnen Verluſtes, und gaben jezt
ihren Zeinden die erhaltnen Streiche, mit ſchreklicher
Wiedervergeltung zuräl, Das if für Strie .
gan, riefen ſie racheduͤrſtend, und hieben alles mit
ihren ſpaltenden Saͤbeln nieder, was ſich nicht ges
fangen geben wollte. Dieſe zermalmende Wuth
der Sachſen entſchied das Schilfai des Tages. Obs
gleich die Übrigen Bataillone ver Preußen ſich wieder
fammelten, obgleich Friedrich ſich ſelbſt an die
Spizze ftellte und einige Schwadronen darch den
Buruf: wolltihr ewig leben? auf's neue ins
. euer trieb, fo Fonnte nichts den Strom der Sieger,
befonderd der Sachen mehr aufhalten. Am längs
fien widerfezte fich die Leibwache des Königs; dieſe
edlen und tapfern Streiter, 1000 an ber Zahl, die
ſchoͤnſten aller Infanteriften, und nicht die unwuͤr⸗
digſten an Verdienſt, fochten noch, als ſchon alle Ihre
Waffenbruͤder gewichen waren; dody- fie richteten
vichts aus, als daß ſie ihr Leben theuer verkauften.
An 750 derſelben bedekten mit ihren gegen den Feind
gerichteten Geſichtern den Schlachtplaz, und preßten
Gallus Dr. Geſch. 6. Thl. I. Abd, (MR) ſel⸗
‘
-;
\ | — 194 — 1, Zr
_ folder ihren Ueberwindern Bewunderung and 5 Bit
muth aus; Es war 9 Uhr Abends, als die Preußen,
welche feit ı Uhr gefüchten hatten, bas @ichlachtfeto
ganz raͤumten, und, vom Prinzen Moriz geführt,
ihren Ruͤkzug nad) Nim bur g an der Elbe nahmen.
Das Zietenſche Avantkorps und Huͤlſens Bataillone
hatten indeffen ihre gleich Anfangs eroberten Poſten
bis zu Sonnenuntergange ſtegreich behauptet, aub⸗
geuoumen, daß ihnen der zu ſchwach beſezte Eichen⸗
wald wieder entriffen worden war; fchon machten
ſie fich fertig, ein Lager zu beziehen, und Srendens
ſchuͤſſe zu thun; aber da Üüberbrachte ihnen Moriz in
eigner Perſon den Schrekkensbefehl zum Ubzuge. Der
bedaͤchtige Feldmarſchall Daun begnägte fi mie
dem Ruhme, der erfte Faiferliche Heerführer zu fein,
weicher die Preußen überwunden hatte; er legte
‚ Ähret Flucht keine Sinderniffe ih den Weg, er hielt
* feinen rechten Flügel, welcher von deu Anhöhen zur
‚Verfolgung der Beidyenden herabſtieg, durch ein ge⸗
bietriſches „Halt“ zuruͤk, und ließ ihren Abmarſch
durch. nichts ftören, Sriebrich fagt von dem Ver⸗
Iufte, daß er in 8000 Mann feiner beften Snfauterie
beſtanden habe. Von der Neuterei.erwähnt er nichts,
Glaubwuͤrdige Preußiſche Berichte ſchaͤzzen ihre Ein⸗
buße zu 13770 Mann, unter welchen 3568 Ver⸗
wundete waren. Das Geſchuͤz wurde gerettet; "nie
16 Kanonen blieben aus Mangel an Pferden zuruͤk.
- Die Deftreicher zählten go0o Todte und Verwundete,
und die Sachen, denen bie Ehre des Sieges am.
miehr⸗
⸗
1
«
— 12 95 —
meheſten An bauen Senf viele Breten
verloͤren.
Mit unswßlkten Bliken ſammelteFriedrich
feine geſchlaznen Truppen in Nimburg, mit Thraͤt
nen im Auge muſterte er ſeine · 250 uͤbrig gehliebnen
Gardiſten; duͤſter und truͤbe lag die Zukunft vor ihm;
Bald aber rief er feinen: Muth, der ihn nur Augen⸗
blikke verlaſſen konnte, mit neuer Geiſteskraft in ſich
zuruͤk, und gab mit gefaßter Befonnehheit die weife
fien Befehle, um die Folgen des erlitten Uufalts
weniger nachtheilig ‘zu machen, als fie zu werden
sröhten, "Seine Gemuͤths ſtimmung erkennt man am
richtigſten aus einem Briefe, den er den Tag nach
der Schlacht an den Engliſchen Lord Marſchal nach
Neufſchatel ſchrieb, und rgrin er: unter andern ſagt?
„Das Gluͤk floͤßet uns oft ein ſchaͤdliches Vertrauen
ein. Em ander Mal wollen wir imfre Sachen beſſet
niachen. Das Gluͤk hat mir diefen Tag den Ruͤkken
gelehrt; ich hätte, es vermuthen follen; es iſt ein
Sranenzimnr, und ich bin nicht gelaut, Es er⸗
Märte: fich für die Damen, die mit mir Krieg fuͤh⸗
sn — — Wie fehr märde der große Karfuͤrſt ers
ſtanuen, wenn er ſeinen Enkel mit den Rufen,
: Seftreichern,, fait ganz Deutfihland und 100000
Franzoſen im Handgemenge fehen filter Ich weiß
nicht, ob es mir eine Schande ſein wird mmrergus
hiegen; aber dad‘ weiß ich, daß es Beine Ehre fein
wird, mich zur uͤberwinden.“ Sriedrid’s Wider⸗
waͤrtigkenen dienten dazu, den ganzen Umfang feiner
Geifesgröße in ein i kl Licht zu ſezzen, jedes,
M 2) auch,
\ 2‘?
196
Er das verborgenffe feiner Talente. zu entfalten,
und die Huͤlfsmittel, die feiner Erfindngsfraft zu
- Gebote ſtanden, fennen zu lernen. Ein entfchloßner, -
‚ fein Geſchik bekaͤmpfender, und ſich ‚Aber die äußern -
Zufaͤlle durch feine innere Kraft. erhebender Mann
ift Immer ein Schauſpiel, welches die Zeitgenoffen
nicht ohne Theilnahme, und DM Nachkommen nicht -
ohne. Ehrfurcht erblikken können. Friedrich beſtand
"vie harte Probe, welche das Ungluͤk ihm vorlegte,
mit Wuͤrde und Ehre, und Mite und Nachwelt Tal
ihm deu gerechten Zoll der Achtung und Bewundes
Yung nicht verſagen. Die Unterthanen wurden ſo
wenig niebergefehlagen, daß fie sielmehr, von En⸗
thufiadmus für ihren König, "und von Xiebe für ihr
Vaterland befeelt, alle KaOfte anfirengten, um den,
e dringendſten Bebärfniffen abzuhelfen. Die Lande
ſtaͤnde von. Pommern, Brandenburg und Magdeburg - -
errichteten und ernährten 12000 Mann Landmiliz,
die nicht: zu den’ gewöhnlichen Kantons gehdrten;
> außerdem ſtellten fie noch, eine Anzahl Hufaren, _ .
welche unter den Generalen Belling und Werner den
ganzen Krieg hindurch die nuͤzlichſten Dienfte leiſte⸗
. tens Bejahrte, wegen ihres Alter verabſchiedete
Officiere eilten aus ihren ruhigen Wohnfizzen herbei, \
um bei diefen Tfuppen von neuem Officierftellen an⸗
‚zunehmen. Zu Stettin wurden zwei Sregatten von 20,
drei Galeeren von 10, und 9 Heinere Fahrzeuge von
6 Kanonen anögeräfte. Die vom Feinde befezten
Provinzen in Weftfalen und Preußen verbargen bie _ |
khuiglichen Eintänfte, fo viel fie Fonnten, und über:
ſchikten |
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EZ 77 Zu ze
ſchitien fie nicht ohne große Sefabren chrem ve”
mäßigen Landesherrn. Nach der Kolliner Schlacht
mangelte es der Armee außerordemlich gu Pferden.
WVom Magdebingiſchen Praͤſidenten, nachmaligen Mi⸗
niſter Blumenthal, ermuntert, heeiferten ſich Die Edel⸗
keute, Bürger uud Bauern von Magdeburg und Hals E
berſtadt, mir ihren von Kutſchen und Wagen losge⸗ =
ſpaunten Pferden dem Könige ein Opfer zu bringen, _
J Es kamen auf dieſe Art 4000 Pferde zuſammen.
J Sriedrich mußte ohne Zeitverluſt die Belagerung J
von Prag aufheben, und ſi ch aus Boͤhmen heraus⸗
ziehen. Der Abmarſch von Prag gefchahe am ,
20. Yuni, zwei Tage nach der Schlacht, Öffentlich,
. mir Mi iugendem Spiele und in ſolcher Ordnung, daß
das Belagerungskorps keinen weitern Verluſt erdul⸗
dete, als daß eine Anzahl Kranker und einiges we⸗
nige Geh; in feindliche Hände gerieth. Durch
viele beföhbre Abtheilungen fuͤhrte Friedrich die
Deſtreicher irre, und legte die eugen Gebirgoͤpaͤffe
ohne Nachtheil zuräl, Freilich kam ihm die Saum⸗
feligkeit der feindlichen Heerfuͤhrer ſehr zu Statten. |
. Daun vesftand, wie einftend Hannibal, einen Sieg
zu erringen, "aber nicht die weit. wichtigere Kunſt,
ihn zw: beninzfen. Er blieb auf feinen Felſenhoͤhen
unthaͤtig ſtehen, anſtatt die zerruͤtteten Preußiſchen
Armeen kebhaft zu. verfolgen. Er nahm ſich ſo gute
Zeit, daß er erſt 8 Tage nach der Schlacht zu der
großen Armee des Prinzen Karl ſtieß, welche ſo uno ⸗
gehoft aus ihrem Kerley erloſet wnrde. Und noch
Un
nur
| wier andre Tage Ahansen beibe vireinigee Heere, ſich:
4 . .
ww. N
—
me 198 —
m bie au die Elbe zu bewegen. Fried, rich, der
Bon einer ſo furchtbaren Truppenmenge bei gehörigen '
Schnelle und Thaͤtigken umringt und aufgehoben
- werben konnte, hatte alle erforderliche. Muße, feinen u
Ruͤkzug wit Sicherheit. zu, vollenden. ‚Dann, der
borh mehr ‚durch. ‚ein Ungefähr und durch offenbare
Fehlgriffe feiner Gegner, - als, durch feige, weiſen Ang *
‚ vrdnnngen gefegt hatte, wurde himmelhoch in Wien
‚erhoben, mo die Freude uͤber dieſes“gſuͤkliche Ereigniß
in der That ſehr gegrudet uud. gerecht war. Alle
Okficiere erhielten eig, Geſchenk son einem Monats
ſolde, die Gemeinen Kreuzer für den, Mann, und,
die Verwundeten doppelt fo viel alg Die Dffieiere,
Dex Therefien = Orden wurde als Beiohuung fuͤr
tgpfere Krieger und als Gedaͤchtniß der Kolliner
Schlacht geſtiftet. Der 18. Juni ſollte ſtets als Ging
ſczzungstag deſſelben betrachtet werden. Beſondre
Denkmuͤnzen wurden geſchlagen, um die n Sieg.
bie Rettung der. Monarchie der Radwelt zu vers
könpigen,
und die Laufiz zu beffen, die Oeſtreicher vom Eins
dringen in, dieſe Länder abzuhalten, und. ſobald als
maoglich wieder eine Schlacht zu, gewinnen. Er bes
hielt daher. die. Grenzpaͤſſe von Boͤhmen beſezt. Er,
elbſt blieb his zum 19. Juli, alſo noch einen ganzem
Monat nach der Kollineg, Schlacht, wit der Haupte
armes bei Lowoſiz and Leutmeriz an beiden Elbufern,
fiehen. Ein ander Heer. un 39090 Mann, wahm
unter der Anführung ſeines One heä Kronpriva
—R zen,
Friedrichs Abliht ging nun dahin, Sachſen
-W-
on feine Stellung hei Leypaz ‚der. General Yürte u
anunet. bewahrte ben wichtigen Poſten @abel mit
4 Bataillonen und 500 Hufaren. Aie große Oeſtrei⸗
chiſche Armee ruͤkte unterdeffet. dangfam und vor⸗
fſachaig durch den Bunzlauer Kreis, mit dem Vor⸗
haben, ven Preußiſchen Kronpringen zu verdraͤngen,
den Wag in die kauf; zu Dfnen; und den Koͤnig von
Schleſten ah zuſchneiden. Des Prinzen Stellung bei:
Leypa ſchienr deu. Oeſtreichern zu feſt, fie wendetett -
ſich deswegen ploͤzlich ſeitwaͤrta, und griffen deu
Genaral Puntt ka m er mit 20000 Mann zu Gas
bei an:. Puttkammer vertheidigts ſich mit ſeinen
wenigen Bataillonen drei Tage lang gegen bie unver⸗
bitmißwmäßige Uebermacht, nınfte aber, ve Nine
Unteiſtuͤzzung kanr, endlich in did Kriegsgefangen⸗
ſchaft willigen. E&. war ein großes, in Jrie drichs
Augen unverzeihliches Berjehen, daß vie Tramprinze
UN
küche Armee den Poſten bei Gabel nicht rettete, _'
weiches ihr ſehr wohl möglich geweſen waͤre. Nuu
kumsen pie Oeſtreicher :ungehinbert in die Lanſiz
detingen, welches fie. auch alsbald thaten: Der Kronz
yriz. mußte: ſich fehmell von Leyp-a entfernen, durch
Ummmege die Saufiz gewinnen, uns in bie Gegend
son Zittaw zu kommen ſuchen. Hiebei verlor er
wile Pontons: und eine Menge Gepaͤk. Die O
cher flauden ſchon an der andern Seite von, Zitta
den Preußen gegenuͤber. Der Prim Xaver von
Sachfen, zweiter Sohn des Abnigs von: Polen, ber
hei der kaiſerlichen Armee diente, ſoll die Zittauer füs
nlcht gun ri gefinnt gehalten, und darum bie
rn Peliree
r
J — 200 m
eure ‚enter? haben, bieſen ofiten Ort bar
‚Bomben und gläbende Kugeln zu zerſtdren. Den
. Bonvand zu dieſer Grauſamkeit · mußte ein Preußi⸗
ſches Magagin hergeben, welches ſich darin befand,
und weiches man verbrennen wollte. Die Oeftreicher
erfuͤllten bie MWänfhe des Prinzen, und verwandelte
- 0m 23. Juli eine ber reichſten Manuſakturſtaͤdte 5
Sachſens in menig Stunden in einen Aſchenhaufen.
Der Verluſt wurde zu 100 Tonnen Goldes gerechuet.
Die Preußiſche Beſazziingg von einigen Bataillonen
rettete ſich durch die Flammen, nur 200 Mann wurs
den abgeſchnitten und gefangen genommen. Dieſe
Unfälle riefen; den König zur Unterſtuͤzzung herbei.
Er brach am 20. Juli von Leutmeriz auf, marſchirte
nach Pirna, ging am 29. Juli hier uͤber die Elbe,
und vereinigte ſich Anfaugs Anguſt bei Bautzen
mit dem Kronprinzen. Er empfing feinen Bruder
und deſſen Generale ſehr uͤbel, erklaͤrte ihr Verhalten
für todeswerthe Kriegsfehler, und veranlaßte erſtern
dadurch, die Armee auf intmer zu verlaſſen. Frie⸗
drich ruͤkte darauf bis Bernſtaͤdtel vor, ‚mb
tam deu Oeſtreichern endlich bis auf einen Kanonen⸗
ſcheß nahe, um ihmen eine Schlacht zu liefern.
Daun tuneffen vermied ſie eben fo forgfältig,, als
fie der Konig wuͤnſchte; er ſtand hinter der Neiße
anweit Oſtriz fo vortheilhaft und meiſterhaft ge⸗
lagert, daß er wicht angegriffen werben konnte. Er
wollte feinen bei Kollin errungnen Ruhm um fo
weniger aufs Spiel ſezzen, da er hefte, daß bie vvn
| alen Orten anräfenden ' Bunietgenafin bie koͤnia
ei
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Ä guch⸗ Armee, wo nicht ang, boch zum heit bald
aus feiner- Nähe entfernen wuͤrden. Diefe Meinung . J
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betrog ihn nicht. Friedrich brach am 25. Auguſt auf,
um ben Franzeſen, welche Magdeburg und Sachſen
bedrohten, enigegen zu gehen, =
Nach der Kolliner Schlacht wurden Die Defreichie
ſchen Bundesgenoſſen mit dem lebhafteſten Eifer,
gleiche. Siegeslorbeern zu brechen, erfüllt, Der Feld⸗
marſchall Aprarin, welcher im Junius mit
- 300000 -Ruffen,: und einer Menge roher Wilden,
Tatarn, Kalmukken und Koſaken genannt, in das |
Kimigreich Preußen eingefallen war, und Die Feſtung
Memel ua. einem 5 taͤgigen Bombardement er⸗
obert hatte, ruͤkte unter mehr als thieriſchen Grau⸗
ſamkeiten, die feine gefühllofen Horden veruͤbten, bis
We lau vor. Der Preußiſche Feldmarſchall Lehe
wald konnte ihm nur 24000 Mann entgegen ſtellen;
denunoch griff er ihn am zo. Auguſt in feinen. Vers
ſchanzungen unweit Groß⸗Jaͤgerndorf an. Die
Kriegökenntniß uud Disciplin erſezte bei den Preu⸗
hen, was ihnen an ber Menge abging: Sie fochten
“anfänglich mit ſolchem Gluͤk, daß ſie ſchon einen
Flügel. der Ruſſen geworfen, ihre Kavallerie geſchla-
gen, und ein ganzes Grenadierkorps in einem Walde
vernichtet hatten. Aber einige dort befinufiche Doͤr⸗
fer, "weiche von dem. Feinden angezuͤndet wurden,
führten durch Dampf und Rauch bie Sieger irre;
das 2te Treffen feuerte auf das eigne erſte; die vier .
mal ſtaͤrkern Ruſſen überfiägelsen- fie; fie mußten
j 6 zuräßzichen, re ſe vu Koh —
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— 202 — ”
bare, „Minh eines to fißnbigen Gefchten dag
.. "genfie a allem, an. Todten, Verwindeten und: Gen
faugnen, ‚nichtmehr als 1400, Dranu verloren. den
Feinden ah eiaen Schaden bon. 7000 Leuten: tan
urſacht. Die Unmenfchlichleiten,. welche die Rufen .
danials sum; Schrelken und Abſcheu der Bewohner
Preußens machten, erſchwerten ‚ihnen. ihren eignen
Unterhait: Der Großlanzlet Beftnchef, von Englia
(ihrem Golde beſtechen, und von den Bittended Große .
= fuͤeſten Peters, eines enthuſiaſtiſchen Bewundes
ud Friedrichs, beſtuͤrmt, gebot den Truppen, un«
verzuͤglich zunükzugehen, weichen Befehl er mit dem
Mangel der: Lehenämittel vor der Welt rechtfertigte.
: Der Abmarkb.gefchahe-fo ſchnell, daß ı 3000 Kranke,
u
3. gorKanonen nun viele Kriegögeräthfchaften den Preu⸗
gan in die. Hände fielen... Raub, Mord, Brand und
Iaöbrüche aller. Unten. von Wildpeit bezeichneten dem
Weg, welchen die Ruſfiſchen Uahofde genommen
"hatten. ‚Sie hingen unſchuldige Einwohuer an Bed
mn, ſchuitten ihnen Die Leiber auf, riſſen Herz. un
Eingeiveiwe aus: felbigen, hieken- ihnen Naſe wa
Ohren ab, zefchmestersen Die: Weine, zuͤndeten Der
fer und Flelken an, zogen einen. Kreis um bie. bwerh⸗
nenden Oerter, und trieben die wegeilenden Men
ſchen mitten in ‚die Flammen, veruͤbten: beſonders au
Edelleuten und Purdigern ihren 'niehtfchen Wuchs
willen, banben: fiatanı ihre Pferdefchwelfe und jagten
davon, legten.fie nalkend auf glaͤhende Kohlen, und
wnztesten ſie mach. Mienfcheifrefien Art; ſelbſt am
an Tonieu-dtngn Reeing unfiauige Bunde ana ꝑ
um ’
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nie Gräber Bfueten und die gehn vertiͤmmelt
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herumfireuten. Bon den pildeften, dieſer Kannibalen, , ' 2
von den Kalmukken, wurden die Preußen durch die
Blattern befreit. Dieſe Seuche wor in ihren Steps
pen am Kaspiſchen Meere und den Ufern der Wolga
ganz. unbekaunt; jezt. wurden fie von ihr befallen,
und zu Tauſenden bingerafft; die uͤbrigen liefen ohne
Befehl. in ihre Heimath zurüß; nur wenige blieben
| bei dem Heere, und lamen in der Folge nach
Deut ſchlnd.
Nachdem nun ieuten geräumt, und nur in
Menel eine Befazzung, eon 10000 Mann Ruffen zu⸗
zÄlgelaffen war, ſo rief der König den Kojährigen
Felomarſchall Lehwald nach Pommern, um, bier eis,
nem neuen Zeinde der indeſſen aufgetreten war, den
Raͤltweg zu zeigen. Died waren pie, Schweden,
deren Reichsrath auf eine hoͤchſt unanſtaͤndige und
ungerechte Weiſe den Krieg wider Preußen im Sep⸗
tember beganu. Als eine Truppenabtheilung nach
‚ber, andern uͤber die Oſtſee twiffte, und der Preußi⸗
ſche Geſandte nach der Abſicht dieſer Maßregel fragte,
exxiedrigte ſich der Reichsrqth bis zu. der Feigheit
und, ünpouͤrdigteit · daß er feierlich Dig Verficherung
998,68. ſollte nicht ein Mann, gegen Friedrich mars“
ſſchiren. Kaum wagen. alle: Krieger, 229 au der
Zahl. an. Stralfund augelaugt, als ein Schwediſches
ifeit ſoaleich eine andre Sprache fuͤhrte, und dig,
Anfrechthaltung des. Weſifaͤliſchen Friedens als Ura
ſcehet zut Feindſeljgleit angab. Die Truppen ſezten
DER. Aa vpie nten ühgt bie vom den Geraluch
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ze beiden Veftzungen⸗ Aberſchwemmten v8 =
Preußiſche Vorpommern, ſprachen die Untertanen,
son ihrem ide gegen‘ Friedrich los, und ſuchten die
Feſtung Stettin zu üßerrumpeln. "Aber der Ruhm,
welchen dieſe tapfere Nation ehemals in fo vielen
Kriegen’ mit vollem Mechte erworben hatte, wich jezt
ganz von ihr, und machte einer allgemeinen Ver⸗
ſpottung Plaz. Hieran waren die ſchlechten Unſtal⸗
ien des Reichsrathes, der Mangel an leichten Trup⸗
pen, an Magazinen, an Feldbaͤkkerei, an Kriego⸗
zucht, an uͤberlegten Planen Schuld. Die Schweden
hanſeten den ganzen Krieg hindurch bloß in dem klei⸗
unien Winfel von Vorpommern und einem Theile ver
. Mark, ‚richteten zwar. den Unterthanen Schober
genug zu, führten aber ujcht rine vinzige :helvens‘ _
imäßige Unternehmung aus; fie wichen, ſobald ihnen
nur wenige Preußen zu Sei te kamen, und beurs
kundeten ihre Furchtſamkeit in unerhoͤrten Beiſpielen.
Gleich im Aufange des Feldzuges wuͤtheten fie nicht
wie wie Krieger, ſondern wie Pluͤnderer i in der UÜkermark.
on einer Nacht ſchoſſen fünf als Huſaren gekleidete
Poſtkuechte mit Piſtolen in einem Gebuͤſche unter
„einen Haufen mehrerer Hunderte von Schweden, und’
verwundeten einige. Bon Paniſchem Schreien‘ ers
griffen flohen fie nach Prenzlow, und verbreifeten
hier eine ſolche Angft, daß die ganze Schwediſche
Armee am folgenden Tage die Ukermark räuntte,
Es war dem Feldmarſchall Lehwald im Oktober
daher eine Kleinigkeit, Truppen von ſolcher Beſchaſ⸗
| feahen wie Heerden Fate ‚vor ſich her au treiben.
Die
⸗
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Yo. ,
nt 105 2
Die Sweden flohen zagend nach Stralfumv, und |
hielten ſich hier nicht einmal für gefi ichert; fie eitten
nach der Jnuſel Rügen, und. überließen den Preußen
3000. Befangne. |
Feinde, die mehr zu | bedeuten ha Hatten, und ernfls I
lichere Sorgen einzufloͤßen fähig waren, die Fran⸗
zofen, lenkten indeſſen Briedrich’s. gange Aufe
inerkfamkeit auf fih, und erforderten feinen nach⸗ Ä
druͤklichſten Widerfiand, "Der Franzoͤſiſche Hof
wollte Anfangs die bedungnen 24000 Mann Hlfee
truppen durch Geld an Deftreich verguͤten; aber da⸗
mit war der Kaiſerin Marie Thereſie wenig gedient.
VXLSie antwortete ſchmeichelnd ‚daß ihr ein einzigen
Sranzbfe auf dem Schlachtfelde lieber fer, als eine
Tonne Goldes für ihren Schaz. Darch.Beredungen,
durch sachfüchtige Leidenfchaften, durch den Willen
der von Wien gefchmeichelten Buhlerin Pompadour
ließ ſich der Koͤnig endwig XV. endlich bewegen,
im Fruͤhlinge 1757 ein Heer von mehr als 100000
Mann unter dem Marſchall d Et rees, Enkel des
ehemaligen Miniſters Louvois, mach Weſtfalen zu
ſchikken. Friedrich, der feine entfernten Provin⸗
zen Preis geben mußte, weil er zu ſchwach war, ſich
uͤberall zu⸗ behaupten, ließ die Feſtung Weſel raͤu⸗
men. Zu dieſem Entſchluß nöthigte ihn außerbem .
der Eigenfinn ver Hanndverfchen Miniſter, welche,
« feinen wohl Überlegen Vertheidigungeplan durchaus
nicht annehmen wollten. „Der König von England; -
der ſich ſchon ein Jahr mit Franfreich im Kriege bee.
im, und wegen feines Kurfärfentpums in. großer
Ar ‚ | | Sor⸗
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4 206. —
Eigene, Hätte: bei Vlleſeld ein Ohfersatfänstong
von 18000 Hannoveranern, 13000 Heſſen, boco
¶Biounſchweigern, zwei Bataillonen Gothaern, und
1 Bataillon und 1 Schwadron Buͤkkeburgern ders
ſammelt. Bu ihnen ſtießen noch 6 Bataillone Preis
ßen. Friedrich wollte dieſes Heer mit 15000 Manıt
unter der Bedingung verſtaͤrken, daß es bis an ben
Rhein ruͤtte, und den. Sranzofen den Uebergang ver⸗
wehrte. Das Hannoͤverſche Miniſterium aber wider⸗
fezte ſich dieſem Vorſchlage mit einer unbegreiflichen
| Berblendung; ed gab weder ben Gründen Friedrichs,
wech "ver von Kriegserfahrung unterſtuͤzten Bereds
famkeit des Preußiſchen Generals Schmettau
Gehoͤr, und beſtand dagegen anf dem Plane, ſich
bloß/auf bie Vertheidigung der Weſer einzufchränket,
Basen ſchlecht gewählten Maßregeln kam nun noch
> ein umerfahrner Oberbeſchlohaber ‚der fie noch
ſchlechter ausfuͤhrte. Dies war der Herzog von
Kumbexrland, der weiter keinen Beruf zu einer
polchen Stelle hatte, als daß er ein Sohn des Koͤ⸗
nigs von Englaͤnd war, Er traf am 4. Mai: bet
Bielefeld. ein, von wo er fich aber bei der erſten
Nachricht von. dem Anzuge der Franzoſen ſo uͤbereilt
zuruͤkzog, daß er ein großes Magazin, welches zu
retten war, der Vernichtung weihte. Die Franzoſen
rükten ſehr laugſam und hoͤchſt vorfichtig nach, fie
blieben allein bei Bielefeld 33 Woche ſtill ſtehen,
und ließen dem Herzoge von Kumberland Zeit genug,
"ons die Weſerpoſten in gehdrigen Vertheidigungsſtand
—WE
kemen
n a Paper Jr er machte von biefen Vortheilen
‘ .-
3
I
!
Be u > Ze
veinen Satmu, ‚er marſchirte pr "Sinter‘ Hameln, -
nud ließ die Franzoſen ruhig über die Meter gehen.
Er lagerte fich Sei dem Dorfe HDuftenbet; am
36, Juni ſtand er zivifchen der Wefer und’ einem Ges '
Yblze auf Anhöhen, und wurde von den Franzoſen
mit Uebermacht ängegriffen. Er war aber "bes
Ntiegsweſens fo wenig fündig, daß er gleich beim
erfien. Unfalle, da bie Feinde, die ſich durchs Ges
Ydlze Ichlichen, einige Batterien erobert häften, alles
Für verlören gab, und fliehend nad) Hameln eilte,
Dies that er gerabe zu einer Zeit, wo der damalige
Erbprinz und gegenwärtige Herzog ven Braun⸗
ſchweig mit ſeinen Bräunfchweigern die Barterien
wieder gewann, und der Ganndverfche Oberfle Breie
renbach mit einigen Bataillonen in das Gehölze
rang, und die bier fleljenden Sranzofen ſo muthig
‚ ab gluͤklich anfiel, daͤß ſie in Unordnung wichen,
und ſchon das ganze Schlachtfeld raͤumen wollten.
Nur die unbegreifliche Flucht des Herzogs von Kum⸗
berland veränderte ihren Vorſaz, fie blieben ſtehen
nd erhielten den Steg, beunruhigten jedoch dem
Oberſten Breitenbach nicht, welcher bis in die Nacht
feinen Plaz behauptete, dann erft, von Unterſtuͤzzung
verlaſſen, mit erbeuteten Fahnen und Kanonen nady
* Hameln ging, amd dem betänbten Herzoge bie Gies
geözeichen vorlegte. Dieſer vergoß nun Thränen der.
Nene, daß er feinen Sieg muthwillig aufgegeben
hatte, Die Deutſchen verloren 1400 Mann, worun⸗ |
‚ter 220 Gefangne waren. Auf’ diefe Uebereitung
igten noch ather. Der Herzog von Kumberland,
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ſchen son fee wenig ſtandhaft/ k wunde von ”
MAengſtlichkeit der - Hannoͤverſchen Miniſter noch
furchtfamer gemacht. Anſtatt ſich in Hameln zu
‚halten, zog er ſich wider den Willen aller Generale,
‚ohne alle. militärifche Gründe immer nordwaͤris zu⸗
ruͤk, uͤberließ Hameln, Hannover, Verden, Harburg
‚und ale umliegende Gegenden der Willkuͤhr der
Feinde, und fahe fich endlich bei Bremervoͤrde in ei⸗
‚nen fo kleinen Winkel eingeſchloſſen, daß ihm nichts
als Einſchiffung ‘zu Stade, wo es aber an Fahr⸗
geugen fehlte, oder Uebergabe übrig blieb. Die Noth
erzivang bad Leztre. Im Kloſter Sseven wurde
den. 8. September eine für die Deutfchen hochſt
demuͤthigende Konvention unterzekthnet, vermöge
welcher die Hannoveraner in der Gegend von Stade
beiſammen bleiben, die übrigen Alliirten nah Kauf
. gehen, und alle während des Krieges unthätig bleis
ben foßten.. Das Verfprechen; daß die Länder von
Kurhannover und deffen Bundeögenoflen eine Urt
- Reutralicdt genießen wuͤrden, hatte den Ubfchluß ber
Konvention vorndmlich befdrdert. - Dänemark garanı
tiirte fie. Der Graf Lynar, Daͤniſcher Statthalter
von Oldenburg, vermittelte und betrieb Die-Untere
bandlung, und als ein Anhanger ver Hernhuter
ſchrieb er die Ehre des vollendeten Gefchäftes der
Eingebung de& heiligen Geiſtes zu, und pries fi)
gluͤklich, daß er Unmwärdiger durch Gottes Kraft,
wie einft Joſua die Sonne in ihrem-Laufe, fo die
Franzoſen in ihren Siegen aufgehalten, und die Vere
gießung des loſtbaten Hanndverſchen Blutes abge⸗
_ wende
\
— 209 di —2
wendet habe; Dir tapfere md eBelmfithige Franzi
füfche Marſchall d'Etrees hatte Die Kraͤukuug, daß J
er durch die Raͤnke der koͤniglichen Bublerin bereits
ins Auguſt Das Kommando verlor, und daß sein.
Nachfolger; der Herzog von Riihelie u, die Früchte.
feines Mauthes und feiner Klugheit einerntete. J
Die Ronvention-don Seeven konnte für den König. -
George nicht ſchaͤdlicher fein, als fie für Friedrich
var, oder doch werden konnte. Seine Weſtfaͤliſchen
Laͤnder waren in der Sewait der Feinde, und die
Truppen, welche fie wieder. befreien Fonnsen, außer -
Thaͤtigleit weſezt; ſeine Miederfäihfiichei imd Maͤrki⸗
ſchen Provinzen mußten den Angriff aller Franzdfis. -
ſchen ‚Het, dife ʒt freie Haͤnde hatten, befuͤrchten.
Und ſchon war eine beſondre Franzoͤſiſche Armee in
vollem’ Muarſche, um dem Koͤnige das Karfuͤrſten⸗
thum Sachſen zu entreißen, Der Prinz Soubife,
weliher von ber Hauptarmee abhing, aber ein eignes
Korps befehligte, hatte ſich bereits in der Mitte des
Junl von dem großen Heere getrennt und nach
Frankfurt am Main begeben, wo er die für ihm be⸗
ſtimmten Truppen fammelte, mit denen er Hanau
eroberte, und fobann über Fulda nah Eiſenach
marſchirte, am ſich daſelbſt mit der ſogenannten
Reichs armee zu vereinigen. Der Oeſtreichiſche
Sieg bei Kollin hatte auf einmal den erloͤſchenden
Muth der kaiſerlich geſinnten Reichsfuͤrſten wieder
entzuͤndet; voll brennender Begierde, an dem Ruh⸗
me Oeſtreichs Theil zu nehmen, ſandten ſie ihre von
ungeuͤbten Leuten, rohen Kloſterknechten, friedlichen
Ballus Br. Geſch. 6. Ep. J. Abib. (O) Schwei⸗
I) . . -
⁊
, }
— 210 — —
Eehweinetreitern und abulichen Burfchen zuſamenen ⸗ |
gerafften Soldaten nach Nürnberg, dem. Sammel:
u plazze einer Armee, die durch ihre (eltfame Vereiniz
gung, durch. den Mangel aller Ordnung und Diss
‚eipfin, durch die Vernachläffigung aller Kriegsbeduͤrf⸗
niſſe und durch ihre Feigheit das Geſpoͤtte der, Zeit⸗ |
genoſſen und Nachkommen wurde. Es kamen unge⸗
faͤhr 30000 Mann derſelben zuſammen, über welche
der Prinz Joſeph von Hildbürghauſeun den Ober⸗
befehl bekam, und die, jedoch mit Ausuahme der
4
‚Pfälzer, Baiern und Wirtemberger, ein bunticheffiz, |
ges Gemifch ausmachten.. . Sie ruͤkten durd) Fran: F
ken und den Thüringer Wald nad) Arnſtadt, und ver⸗
einigten fi ch mit eben ſo vielen Franzoſen, als ſie
ſelber ſtark waren, wozu bald ‚noch 4000 Oeſtreicher
ſtießen. Dieſe verbundnen Scharen gingen uach
Gotha, und ſchienen bis an die Elbe vordringen
zu wollen, Einem folchen Vorhaben mußte fich
Friedrich widerſezzen. Er theilte daher feine in
der Laufiz flehende Armee, Die größere Abrheilung, -
einige 30000 Maun, ließ er unter dem Herzog: von
ne Bevern zuruͤk, um der großen kaiſerlichen Armee von
90000 Mann“ den Eintritt in Schleiien zu verwehr .
‚ren, oder doch befchwerlich, und für. Preußen uns
ſchaͤdlich zu machen. Mit der Hleinern Kolonne,
ungefähr 16000 Mann ftark, brach er am 25. Aus
guſt von Bernftäptel auf, marfchirte Durch) Dresden,
zog bier noch mehrere einzelne Korps des Fürften
Moriz an fi, und fezte dann mit feinen auf 22400
Mann angewachfenen Truppen feinen Lauf biß Er⸗
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furt fort, wo er am 14. September ankam, und.
ungeachtet ſeiner geringen Kriegsmacht einige Deta⸗
ſchements von 4000 Mann nach Magdebura, und,
von 9000 nach ber Elbe⸗ und Muldegegend zur
Beobachtung der Oeſtreicher abſandte. So ſehr er
ſich hiedurch geſchwaͤcht hatte, ſo behauptete er ſich
dennoch etliche Wochen hindurch in feiner Stelung.
Die Feinde hatten ſich auf die Nachricht vom An⸗
drange der Preußen in ein feſtes Lager hinter Eiſe⸗
‚nach zuruͤlgezogen, und wagten,es nicht von ihrer .
Uebermacht Gebrauch zu machen. Am 19. Septem⸗
ber erfuhren fie eine merkwuͤrdige Probe von denn
Muthe und dem Unternehmungsgeijte der Preußen,
Saͤmmtliche Franzöfifche Generale rüften an diefent
Zage mit 8000 Mann in die Stadt Gotha; um
fich hier ihrem Vergnügen an, einem Hofe zw. übers
laſſen, melchen ſelbſt die eingebildeteſten Franzoͤſi⸗
ſchen Weltleute für fein und glänzend erklärten,
Sie begaben fich fogleich zu der. Herzoglichen Fas
milie nad) Frieden Rein, wo fie aufs artigſte em—
pfaugen, und zu einem Föftlichen Mittagsmal ges
führe wurden, , Schon wollten fie fh zu Tiſche
ſezzen, als man ihnen die Annäherung der Preußen
- meldete, und ein ſtarkes Schießen die Nachricht bes
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ſtaͤtigte. Der General Seidlitz, welcher ſich unter
Zieten's Augen und nach feinen Deifpiele zu.einem
großen Feldherrn gebildet haste ‚, wer: bloß mit. zwei
. Regimentern von 1500 Mann, theils Hufaren, theild
. Dragonern, unter Begünftigung eines Nebels ſo un⸗
‚erwartet und fo raſch vor Den Thoren Gotha's ers -
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5 ſchienen, daß die Betäubten Franzoſen ohne‘ Wider: u
ſtand und in höchfter Unordnung die Stadt verließen,
und fliehend davon, eilten. Der Prinz Soubife war
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der erſte, welcher fich auf die Flucht begab. Er hatte
in ſtolzer Sicherheit am Feine Möglichkeit der Ueber=
„ie Seidkigverzehrtenum mit feineti Officieren_
- die ausgefuchten Speifen, von welchen die Franzoſem
ſo uͤnfreundlich weggejagt worden waren. Die Eil⸗
| fertigkeit der ſchnellfuͤßigen Flaͤchtlinge verhinderte
- die Preußen, viele Gefangne zu machen, Nur 6
Dffiziere und 51 Gemeine geriethen in ihre Hände,
Deſto größer war der Troß von’ Rammerdienern,
‚Kommiffarien, Selbpatern, Komddianten, Frifeurs,
Köchen, Modehändlern und Frauenzimmern, welche
Beute, indem fie die Equipage der Generale erhiel⸗
linge. beffer, als für wahre Soldaten (hiften; fie
fanden ganze Kiften von wohlriechenden Waſſern,
Pupdermänteln; Schlafrökten, Haarkeutefn, Sonnen:
litz, welcher ‚feine Feldherrntalente zu entwikkeln
anfing, ‚ blieb bis’ zum 22, Sept. in Gotha fichen,
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. gefangen, von Seidlitz aber, ‚der mit ihnen‘ nichts
anzufangen wußte, hoͤflichſt zuruͤk geſchickt wurden, |
‚ Die Hufaren und Dragoner machten eine anfehnliche
firmen, Papageien und ähnlichen Dingen, © eids
rumplung gedacht, folglich auch keine Befehle für, dies ;
. fen Ball gegeben; verwirrt empfahl er ſich dem Her:
zoglichen Hofe, und ſtuͤrzte mit dem Ausrufe: Sauve _
“qui peut! rerte fi, wer kann! von bannen. Der
"ten; hierunter waren: indeffen neben den Koftbarkeis
ten aud) viele Dinge, die fich für Sybaritifche Weich⸗
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tehrte darauf , weil ihn die Feinde mit ihren beflen
Truppen, und mit Huͤlfe der kaiſerlichen Reiterei
unter Laudon zu umringen ſuchten zum Könige
zwmuͤk. Gotha wurde von ben Franzoſen wieder
beſezt, und ihr. ganzes Heer lagerte fh in der Ge⸗
gend dieſer Stadt. Friedrich zog bis Buttſtaͤdt
ruͤkwaͤrts, wo er bis zum 10. Oktober von Niemand
beunruhigt, kautonirte. Da es überhaupt den: Ans
ſchein haste, als ob. die. Franzoſen zu eräften Unter⸗ |
nehmungen für dieſes Jahr nicht geneigt wären, fe
beſchloß er, fich wieder der Elbe mehr zu nähern,
um die Schleſiſche Armee noͤthigen Falles unterſtuͤz⸗
zen zu koͤnnen. Aber eine kuͤhne That eines kaiſer⸗
Nlichen fliegenden Korps: zog ion an wie Grenzen der
Mark Brandeuburg. 8
Der Oeſtreichiſche General Haddit wagte &
bei der Zerftrenung aller Preußifchen Truppen, fih
mit "einem Haufen vermifchter und unregelmäßiger
Soldaten von etma 7000 Mann bid nah - Berlin zu
ſchleichen. Am 16. Oktober erfchien er vor dem
Thoren dieſer unbefeftigten Hauptſtadt, foderte eine
unbedingte Uebergabe und Gooooo Thaler. Brande
ſchazzung. Der Preußiſche Kommandant General .
Rochow, welcher ſchon einige ‚Zeit vorher von
einem feindlichen Auſchlage auf Berlin reden hörte,
wies dieſe Nachricht veraͤchtlich und drohend ab,
glaubte die wiederholten Ankuͤndigungen davon durch⸗
aus nicht, und machte auch keine Unftälten zur Ges
genwehr. Als er die Wahrheit aber nicht mehr
verkennen konnte, verlor er alle Beſonnenheit, und
⸗ , bewies
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| beivies ſi & iezt eben ſo. muthlos, als ei vorher tloge
zig geweſen wars. . Er dhatte ein Landregiment, zwei
Bataillone Garniſonſolduten, und ine Menge Re⸗
kruten unter ſeinem Befehl; ganze Gewerke und
Zuͤnfte erboten ſich, in Reih und Glied zu treten,
nnd die. verwegnen Feinde: entſchloſſen zuruͤkzuweiſen.
Aber Rochow wollte es nicht geſtatten, und bee
nahm fi ſich ſo kleinminhig und unmaͤnlͤlich, daß et
von. Beibern : und. Suſſenbuben "verfpofter wurde,
und in. Gefahr kam vom Poͤbel empfindlich beleidigt
zu werden. Er entſchloß ſich zu nichts, als bloß
die konigliche: Famitie durch 400 Mann nach Spatk
dow in Sicherheit zu:brängen. Und auch dies that
er fo langſamr und ſpaͤr, daß die Feinde fie ohne,
Muͤhe haͤtten aufheben koͤnnen, wenn fie Davon Kun⸗
de gehabt hätten. Nochow' ging ſelber nad)
Spandow, und überließ Berlin feinem Schicke
Ffale. Hapddik.fahe-imdeffen das Gefaͤhrliche ſeines
Wageſfuͤlkes yur ein, und ba er feine Zeit zu derlie⸗
. zen hatte; und die Berliner über die Antwort auf
sein Begehren noch zweifelhaft waren, fo ſtuͤrmte er
das Schleſiſche und. Kotbuffer Thor, ſchoß die Pal⸗
Nuiſaden nieder, und. drang in die Vorſtadt. Hier
begegnete ihm Ein Kommando Proupiſcher Barnifons
Foldaren,, denen Roch o w gegen den Feind zu rüfs
Een gebbten,-aber über die Urt, wie ſie fich hier
- verhalten ſollten, nichts vorgefchrieben harte: Der
:befehlende Offizier wollte ſich nicht gefangen geben,
fondern beantwortete die Ermahnung, Die Leute zu
henen, mit‘ einer. Glintenfaloe, w wovon ber Faifer-
N . liche
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fühe General Baboczai getoͤdtet wurde. Dies ans
befonnene F Feuer erbitterte die“ Oeſtreicher /ſie zogen
bie Schwerter,, und hieben das ganze Kommando
zufammens\ es eutfgm. nicht ein einziger: die Lodz
ten wurden deplündert, nakkend ausgezogen, gräne
lic) gemißhandelt, und an ben Stadtmauern herum⸗
geworfen. Dennoch erdreifteten fich die Deflreicher -
nicht, in.die Stadt zu dringen. Sie blieben in der
Vorſtadt, wo fie, vielen Frevel verühten, Häufer
‚auölcerten, Menſchen beraubten und mprbeten, .
. welches Ieztere unter andern dem Suijährigen Gehei⸗
menrathe von Stofdh wiederfuhr. Haddik.fandte
feinen Adjutanten, den Oberſten Ried, an den Mas
giſtrat, um fich über die Brandſchazzungsgelder zu
vergleichen. Cr ließ ſich endlich an acooco Tha⸗
lern getügen, foberte aber noch ein Geſchenk von
12000 Thlr. für fich , von 3000 Thlr. für den Ade
juranten, und 2 Duzzend mit dem Stabtwappen
geftempelte Fraueuhandſchuhe für die Kaiſerin.
Kaum hatte er diefe Beute erhafcht, fo flog er noch
vor Tages Anbruch anı 18. Dftober davon. Er
konnte von Gluk fagen, daß er fein Gefchäft- geen⸗
Bigt hatte. Denn nur noch eine Heine Zdgerung,
und das Rachſchwert der Preußen hätte ihn ereilt.
Wenig Stunden nach feinem Abzuge fprengte der
General Seidtig mit 3000 Meutern zur Mettung
Berlin's herbei, und am.andern Tage folgte ihm
das ganze Korps dei Fuͤrſten Morig von Deffau,
welchen Sriedrich auf die erfie. Nachricht von
Haddits Meberfall zur dellaug der Haupiſtadt abe
gefiits
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‚aus in Bewegung, um den Feinden den Ruͤlzug
voraus hatte, waͤhlte lautet Abwege, und entfam
allen Nachſtellungen gluͤklich, außer daß Et 60 Mann
x Die Entfernung des Königs aus ber. Mitte Soc
ſere gab den Franzoſen und Reichsvoͤlkern Muth,
weiter vorzudringen. Cie gingen “über. die. Saale,
nahmen ihr Hauptquartier zu. Weißenfels, foderten
Reipzig auf, wo noch- ein ‘Korps: Preußen flant, .
verhielten ſich aber nach erhaltner abfchlägiger Aut⸗
wort doch in Abſicht des Feindes unthaͤtig. Eine
deſto größere, verabſcheuungswerthe Thaͤtigkeit be⸗
wieſen fie gegen ihre Freuude, die Sachſen. Sie
kehrten dad Verhaͤltniß um, fie wurden aus Beſchuͤz⸗
zern Unserdrüffer, aus Bundesgenoſſen Raͤuber,
und preßten den Sachſen den Wunſch nach baldiger
Ruͤkkehr ihrer Gegner, der Preußen, ab, um durch
dieſe von ihren Plagegeiſtern, die. fich Alliirte nann⸗
‘ten, befreit zn werben... Die‘ Franzofen erftürmten
ſich „unter ſchreklichen Drohungen und wirklichen
Mishandlungen Fourage, Proviant, reichliche Mahl⸗
"zeiten , koſtbare Geldgeſchenke. Viele Derter wur:
den rein auögepfändert, und unter andern 20,Ddrfer
bei Freiburg -auf Koſgkenart verwuͤſtet. Die Bars’
‚baren ſchonten ſelbſt der Kirchen. nicht ; fi te zertruͤm⸗
merten die Altäre, Kanzeln und Kirchſtuͤle, und
„fodnbenn den. meialluen Kelche. durch unflaͤtige
Hand⸗
delin har. "rich fer ft fi ven Lei,
4 abzuſchneiden. ‚Uber Haddik, der einige Maͤrſche
als Gefangene, ‚und einem Geldwagen, bie ſich ver⸗
ſppoaͤtet hatten, ‚verlor,
_
Hewlungen⸗ donnten ſie etwas nicht braucher
oder nicht mit fortſchaffen, fo.Tießen fie es darum
Doch: nicht unbeſchaͤdigt. Sie zerſchnitten die Haus⸗ |
geräthfchaften , gerfchlugen die ledigen Weinfäffer, '
gerriffen die: Briefe und. Urkunden, ſtrenten die Fe⸗
derbetten auf den Feldern herum, und hießen das
Wieh, mas fie nicht. zu verzehren vermochten, als ”
Beute: für die Raubvoͤgel in Stuͤkken. Diefer. Uns
- Yharıa machten: fih nicht bloß die Franzoſen, ſondern
auch die Pfaͤlzer und Ungarn ſchuldig. Man glaubt
die Grenel einer Robespierrſchen Rotte, nicht eines
‚Eboiglichen Kriegeäherreb. zu. ‚lefen, wenn. man daß
Verhalten diefer Horden gegen ihre Pundesgenoſſen
beſchrieben findet. Eine allgemeine Freude verbreis -
‚sete fich in den gepfünderten. Kreifen Sachſen's, als
„Hriedrich mit allen,am fich gezognen Fleinern Ab⸗
theilungen 22000 Mann ſtark wieder von Leipzig |
heranrüfte,. Die. Feinde michen ſeit den 31. Oltbr.
etwas von Weißenfels zuruͤk, ſonderten ſich in
3 Theile auf eine unbequeme Art ab, hatten jedoch
ven Vorſaz, ſich in den Gegenden der Saale ben .
4
Winter hindurch zu behaupten. Ein ſolches Vor⸗
‚haben konnte Friedrich nicht geſtatten; er wollte
durchaus keinen Feind in der Naͤhe Mag deburg’s.
und im Herzen Sachſen's dulden; er beſchloß
‚Daher, ihn entweder burg) Fünftliche Maͤrſche oder
durch eine ſiegreiche Schlacht weit zuruͤk zu treiben. .
‚Er ging in dieſer Abficht ven. 2, Nov. beir Halle, -
Weißeunfels und Merfeburg über die. Saale, und -
ao feine Stellung bei d bem, durch ihn fo beruͤhmt
un w gewer;
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gewordenen Der fe Roßba 6. "Am bolgerben Abs “
den -3. Nov. inarſchirte er mit-der Kavallerie vor
aus, ließ das Fußvolk ſich ordnen, und niachte: alfe
Anftalten, die, wie er wußte, übel poftirten Feindr
zu ſchlagen. - Aber zu ſeiner Verwunderung fand er
Ihre Stellung ſo vortheilhaft verändert, daßergegen .
‚einen 3mal ftärfern Feind feinen Sieg zu enchige '
hoffen konnte. Zriedrich zog nun wieder eine pute
Strekke zuruͤk, um die Franzoſen aus ihren“ feſten
Poften herauszulokken. Dieſer ans. Liſt md mit
Bedacht gewaͤhlte Ruͤkzug de Koͤnigs entflammfe
auf einmal den verloſchnen Muth der eitlen Fran⸗
zoſen bis zur laͤcherlichſten Großſprecherei. Sie
hielten die ruͤkgaͤngige Bewegung der Preußen: fük-
Furchtſamkeit, und beſchloſſen daher‘, fie von ihrek
Seite anzugreifen, oder vielnehr bloß gefangen in
nehmen. Denn fie glaubten- garnicht, daß ſich
Friedrich vertheidigen wuͤrde; fie. fuͤrchteten, er
moͤchte Yır zu ſchnell fliehen, and ihnen entrinnen.
Man warf im vollen Ernfte die Frage auf, ob es
auch einer großen Armee Ehre bringe, ſich mit einer
Heinen in ein Gefecht einzulaſſen.
Der 5. November war der merhvärbige Zug, ai an
welchen die Franzoſen das fo gering ſcheinende Ges.
ſchaͤft, die Gefangennahme der ganzen Preußifcheit _
Armee audführen wollten; an welchem fie aber mir
nuvertilgbarer Schande. äberdduft, “und für ihren
lächetlichen Eigenduͤnkel, für ihre windige Pralerel, h
s für ihren unbändigen Hochmuth, und für ihre ehtlo⸗
: fen Raͤub ereien nach Venienſt gezuͤchtiger wurden.
Fried⸗
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| Friedrich druͤkte chaen das Hort. Roßbach wie
ein Brandmal in ihre flachen Köpfe; weiches Beine
Zeit, fo fange Sefchichte geleſen werden wird, ver⸗
wifchen. fann. Die Franzoͤſiſchen Generale hieften
iudeſſen den rechten : Flügel und die Mitte ver-Preur -
‚ Ben; welche durch Suͤmpfe gedeft waren, für zu
vovtheilhaft geftellt;- fie ſezten ihnen die Reichsarmee
entgegen, und befdloffen mit ihrer Hauptmacht,
‚ den inten-Preußifchen Fluͤgel zu ungehen, ihıten in
sen Rüften zu kommen, und auf diefe Art ihre Ab⸗
ſicht zu erreichen. Um 11 Uhr fezte ſi ch die Fran⸗
zoͤſi ſche Armee in Marſch, und zog einige Stunden
im einer bogenformigen Ausdehnung nm die Preußen, .
herum, Friedrich ſaß bei Tifche, als ihm die.
Annäherung der Ei genrelvet wurde, umd gleich
ihm waren feine Soldaten mit der Mahlzeit beſchaͤf⸗
tigt.” Die Franzofen erſtaunten uͤber dieſe Trägheit
nnd: Verzweiflung. der Preußen, die nach ihrer
‚Meinung. nidyt einmal anf die Ehre, Tänpfend zu
‚fterben, bedacht wären, ſondern fich wehrlos der
Gnade ihrer Sieger überlaflen wollten, Wie ſchrek⸗
Sich wurden fie. aus Vihrer geträumten Sicherheit
gewelt!
Um 3 Uhr Nachmittags. ließ Friedrich die
‚Zelte abbrechen, und. feine. Kavallerie, nebft-7 Bat:
toillonen Fufanterie andrüffen., Seidlitz erhielt
‚ den Oberbefehl über die ganze Reicerei, mit welcher
er eben das thun mußte, was die Feinde zur Abſicht
Hatten, nämlich, fie von hinten untgehen,“ Durch
an deren bier wicht find, ſchlich ih Seidlitz
hinter
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2. Y, !
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. hihter einige Auhdhen „wo er von den Feinden gar
uicht gefehen werden konnte. Unerwartet ſprengte
er hervor, und warf durch geſchikte Evolutionen die
| betänbten Branzofen, die nicht einmal Zeit zum Orte
nen ihrer Kolonnen hatten, uͤber den Haufen. Da
ſie in der Einbildung ſtanden daß die Prenßen aus
dumpfer Muthloſigkeit alles ‚Gefechte, ju vermeiben
fuchten, fo war jezt- ihre Beſtuͤrzung grenzenbos, dB
ſie ſich von einer Seite angefallen ſahen, we. ſie kei⸗
nen Feind erwartet hatten. Dieſe erſtarrende Ueber⸗
raſchung war die Haupturſache ihres wenigen Widet⸗ |
ſtandes ‚und .ihrer völligen Zerſprengung. Die \
ſchwer geräfteten Gensd armes, ber Stolz und
der: Kem. der Franzoͤſiſchen Armee,“ wurden
troz ihrer ungeheuern Pferde von den leichten
Roſſen der Preußiſchen Huſaren niedergetrabt. In
wenig Augenblikken war die Franzoͤſiſche Kavallerie
wie vom Sturmwinde aus. einander gewirbeit.
Nur 2 Oeſtreichiſche Negimenter hielten Stand;
aber von ihren Allirten verlaffen hatte. fie Fein
anderes. Schidfal ald Tod oder Flucht. Der Pig
Soubiſe ließ hierauf ein Refervelorps von. 5 Reutet⸗
Megimentern vorruͤkken; doch fo wie fie fich zeigten,
wurden. fie ohne Mühe gleich den Uebrigen niederges
hauen oder verjagt. Bald darauf kam die Preußiſche
Infanterie heran, welche von einer Batterie, die auf
- einer Uöhe errichtet war, unterſtuͤzt, durch ges
ſchwinde ·Schwenkungen Das Kranzöfiiche Sußvoff in
vie rechte Flauke nahm, und es mir einem regelmäßigen -
Slintenfener, wie bei einer Muſterung begrüßte: Die
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| Ftanzofen w warteten an kaum eine zmalige‘ Los ieung
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ab; von Angſt und: Schreffen ergriffen ſtuͤrzten fie
fi) auf ihren linken Flägel, welcher durch die Menge
ber Sfüchtlinge f6' Zufanımengepreßt wiirde, daß er
einen‘ dichten, ımbehütflichen- und verwirrten Mens .
fchenklumpen darſtellte. Die Preußiſche Infanterie
uͤberflaͤgelte dieſe gepreßte Maſſe von vorne, und
die koͤniglichen Reitergardiſten und Geusd'armes
hieben auf eine eniſezliche Art in ſie ein. Ein be⸗
ſondres Mißvetſtaͤndniß vermehrte die Erbitterung
u der Preußen, Sie hatten: gehört, daß die Franzoſen. |
lihre Winterquartiere in Brandenburg nehmen woll⸗
‚ten. Als leztre daher ihr gewoͤhnliches Wort,
Quartier, womit fie die Ergebung zur Gefangen: .
.
: haft, und die Bitte um Verſchonung des Lebens
’ andeuteten, nach deürfcher Mundart ausſprachen, fp.
| hielten dies die Preußen- für Spott, amd für: Hinz |
weiſung auf die Winterquartiere. Voll Grimm
riefen fie daher? ihr ſollt Quartier haben; und
mit dieſen Worten ſpalteten ſie ſie mit fuͤrchterlichen
ehem, feinen mu, ‚Feine * Saflung einzuhauchen,
Schwertfireichen, . Mehrere der beutfchen Sprache.
Kundige metkten endlich den Irrthum, riefen Parts
bon, umd retteten ihr-Leben. Wäre ed nicht ſchen
. Uhr bes Abends, und folglich um diefe Jahreszeit
ganz dunkel gewefen, ſo haͤtte die Franzoͤſiſche Armee
. bier ihren völligen Untergang gefunden. So manche
Kuͤnſte ihre Generale, ſo viele Anſtrengung ihre
Artillerieꝰ⸗ Aufſeher auch verſuchten, ſo vermochten 9—
ſie doch dem von Furcht ertoͤdteten Haufen Fein
. Eine
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5 | 2.04 | ' Sgepe, 222 — |
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Eine alzeneine Flucht, von;der. Nacht begünfthe—
„ war: dad einzige Gluͤk, was‘ ihm ‚zu Theil.wurde,
und wa ihn vom Tode oder ber Gefangenſchaft
befreite. Die Feigherzigkeit dieſer Poltrone war
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nun eben ſo einzig uud veraͤchtlich, als vorher ihr
Uebermuth, Die Infanteriſten warfen ihre Gewehre
and Torniſter, die zu Fuße fliehenden Kavalleriſten
ihre Bruſtharniſche und Reiterſtiefeln weg, um nur
ungehindert laufen zu koͤnnen. Der. gauze. Weg bis
Erfurt war mit weggeworfeneh Sachen beſaͤet.
Viele fprangen aus Angſt in die Saale, weil fie vor
- Betänbung nicht, wußten, wo und. wie fie fih vor .-
den Preußiſchen Huſaren xetten follten, ‚Ganze
Hanfen gaben ſich an einzelne Reiter gefaugen.
In Neichartömwerben hatten ſich 100 Mann | in einen
Garten verſtekt; von 2 Dragonern aufgeſcheucht/
ließen fie ſich durch dieſe gefangen. fortführen. Nie
wär eine Niederlage fihneller und ſchimpflicher, nie
J ein Sieg wohlfeiler und ehrenvoller geweſen. Die
eigentliche Schlacht dauerte hoͤchſtens anderthalb
einmal eines männlichen Widerſtaudes, fondern ent⸗
ſchuldigen ſich mit einem Pauiſchen Schrekken, der
freilich mit ihren vorhergegangnen Rodomontaden
arg kontraſtiret. Selbſt die Geſchicklighleit ihrer
beruͤhmien Artilleriſten, des Grafen Aumale und
Oberſten Briot, wurde diesmal zu Schanden. Sie,
die oͤffentlich behaupteten, daß fie mit ihrem Kano⸗
nenfeuer eine von der ganzen Armee verlorne Schlacht
dennoch gewinnen wollten, muſten die Schande der
AUn⸗
Staunden. Die Franzoſen ruͤhmen ſich ſelber nicht J
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Jethatigtet⸗ und des Veiluſtes mit den Uebrigen
theilen. Die Reichötruppen ‚muften die Ableiter
fein, welche die Schuld von den Fianzoſen hinweg⸗
nehmen ſollten. Sie hatten allerdings. eine Feigheit
bewieſen, die ihrem ganzen Verhalten augemeſſen
war. Bei dem erſten Kaudnenſchuſſe liefen fie da⸗
von, amd ließen dem. Preußiſchen rechten Flügen 0
‚nicht fo viel Zeit, um ihre Flinten abſchießen zu
koͤnuen. Far
Der Prinz Ferdinand, welcher Hier. 10 Bas .
taillone befehligte, mufte unthätig bleiben, und er
kam gar nicht zum. Schlügen, die. Musketiere bez.
hielten ihre Stine gefchultert, und ſahen dem fonderk
bariten aller Schaufpiele bloß zu. Ob' ſich nun
gleich vie Neichötruppen ihrer würdig zeigten, ſo
‚waren ‚die Franzoſen dennoch um die Hälfte ſtaͤrker,
als die Preußen, und haͤtten den Sieg wohl erringen
koͤnnen wenn es bloß auf die Menge ankaͤme. u
Die geringere Tapferkeit derfelben laͤßt ſich deutlich -
aus dem geringen Berlufte der Preußen, welchenicht .
mehr ald gu Todte und 274 Verwundete zählten, .
beurtheilen. Dagegen hatten die Sranzofen und
ihre Alliirten 3360 Todte und Verwundete; 7000
wurden auf dem Schlachtfelde, mehrere Zaufende
noch auf der Flucht. gefangen ‘genommen; unter ih⸗
men befanden fih 8 Generale, von denen Küftine,
der Vater des nachberigen Generals der Revolution,
der befanntefle war, außerdem 19 Ktabäoffiziere
und 200 andere Offiziere, - Die Sieger eroberten
63 Kanonen, und 22 Sahnen und Standarten, und
-_ | ‚machten |
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- ‘ “ n — | 224 BE
machten überhaupt eine große Beute, Dieſer glaͤn⸗
zende Sieg war bloß don der Preußiſchen Reiter
und von 7 Bataillonen ‚erfochten, dabei aber ber
große Held des Tages, Seidlitz, und der koͤni⸗
— ,
gliche Bruder Heinr ich verwundet worden. Eben
‘fo wichtig war die: Folge 'Diefer unvergeßlichen
Schlacht für der König. Er fahe fih wie durch
einen Zauberfchlag bon einer zahlreichen Armee be⸗
freit, die" feinen Unternehmungen an der Elbe keinen
Zwang. mehr. anferlegte. Die fo kuͤhn daher ſchwel⸗
lenden Franzoſen brauſeten auf allen Seiten odem⸗
-108 zuruͤk. Die Generale hatten an gar keinen
üfzug gedacht; auch jezt ergriffen fie Feine “vers
nlinfrigen Maßregeln, um die Fliehenden wieder zu
‚vereinigen. Broße und Kleine Haufen irrten nach
. eiguem Gutduͤnken, nach bloßem Ungefähr herum’
piele wurden von Saͤchſiſchen Bauern gefangen ge -
nommen, und den Preußen, den Feinden Sachſen's
abgeliefert. Andere Scharen flohen bis an den.
‚ Rhein, und hielten fich vor den Preußen nicht: eher _
- "als jenfeirs des Fluffes gefichert. Einige Ueberrefte
fammelten fich den 9. Nov. bei Nordhaufen, Herins
gen, Tenſtaͤdt und Langenſalza. Die Artillerie eilte
bis nad) Göttingen, und hernach uͤber Kaffel nad)
Friedberg. Nicht Jange hernach befam der Prinz
Soubiſe Befehl, feine geichlagenen Trümmer nad)
Heſſen und Der Graffchaft Hanau in bie Winters
quartiere zu führen. Die Neichdarmer verbarg
ihre Schande in Franken. Dieſe Niederlage der
Gran ;oien, erregte in Iganz}- Deutſchland bei allen
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Darteien und bei allen Kloffendie 1eögafrefe Frende;
felbſt Friedrichs Feinde frohlokten über die Demuͤ⸗
thigung einer Nation, bie bei’ vielen unlaͤugbaren
Vorzuͤgen doch durch einen eben fo unläugbaren
Zeichtfiun und Uebermuth, durch Anmaßung, Trens
loſigkeit und orrächtliche, tirannifihe hoͤhnende Bes
haudkung anderer Völker allgenreinen Umwillen auf
ſich gelaven harte, Selbft- die wizzelnden Parifer
ſpotteten Aber ihren eiguen Schimpf, fie verfertigten
- Gaffenlieder nnd ſchmaͤhende Sinngedichte auf Sou⸗
bifen, und fprachen ihren feigen Truppen Hohn,
De verſpottete Soubdife behielt dennoch das Kom⸗
| mando, da er ein Guͤnſtling der Maͤtreſſe Pompadoue
vom
wär ; ja diefe mächtige Bulerin, weiche das Reich
wegierte, beredere den ſchwachen Wollüftling kud⸗
wig XV., ein Troſtſchreiben an den durch eigne
Schuld beſiegten Prinzen zu’fenden.
. Am nachtheiligfien wirkte die Roßbacher Mieder⸗
lage auf die Koͤnigin von Polen. Sie gpatte ihre .
‚ganze Hofnung auf die Franzoſen gefezt; ‚die Nache
- richt der verlornen Schlacht brachte ihr bon den hefa:
tigften Leidenſchaften beſtuͤrmtes Herz in eine fülche
Bewegung, dap ed brach. -Eie entließ eines Abends
ihre Hofleute im tiefften Orame, und des Morgens
fand man ſie todt im Bette. Den fanatifcher Relis.
gionsſchwaͤrmerei getrieben, blieb fie bis zum Ende |
«ing unverföhnliche Feindin Frie drich“s.
So gluͤllich die Preagen-in Sachſen gefechten
hatten; ſo bedraͤngt wurde ihre Lage in Schleſien,
und Friedrich's Ruͤlkehr in dieſt Provinz wurde, mit:
Beine. Seid. 6. Thl. J. Abth. Pd) jedem.
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J —E nothwendiger. Der Heriog von Bevern
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war, nicht im Stande, mit einem Heere von einigen’
sen. Zu ‚Ende Auguſt's lagerte er ſich auf der Lauds⸗
krone bei Goͤrliz fo vorſichtig, daß er nicht ange⸗
griffen werden komite. + Eine halbe Meile davon
ftand der General Winterfeld, welcher ein klei⸗
30000 Mann ver Hauptmacht der Seftreicher von.
- 300000 Mann bei‘ Eintritt in dies Land, zu verweh⸗
nes Korps mit beſondern Auftraͤgen bei der Bevern⸗
ſchen Armee befehligte. Vor feinem rechten Flügel
lagen 2 Berge, wovon erben einen,. den Holz berg
. verſchanzte, und mit 2 Bataillonen beſezte, den au⸗
dern gegen‘, über ftehenden ober, den ſo genarhten |
Galgenberg, vernachlaͤßigte. Den legten Um:
Hand benuzte der feindliche General Nodafüi, uns .
dem im Lager angelommenen Minifter, Grafen
Kauniz, einen Beweis. feiner. Tapferkeit, und. ein’
angenehmes Kriegsſchauſpiel zu geben. Unter Be⸗
guͤnſtiaung eines dikken Nebels erſtieg er am 7. Sept.
ungeſehen den Galgenberg, und beſchoß von- hier
aus mit ſchwerem Geſchuͤzze die ſtarken Vorpoſten
am Molzberge. Gegen Mittag griff er mit 40 aus⸗
erleſenen Kompagnien Grenadiere den Dofzberg felz
ber an, und noͤthigte die 2 Preußiſchen Bataillone J
ihres Lowenmuthes ungeachtet ſelbigen zu nerlaffen.
Der General Winterfeld war waͤhrend dieſes
ungleichen Kampfes im Hauptquartiere zu Goͤrliz.
Auf die erſte Nachricht davon eilte er mit friſchen
Bataillonen herbei, -um Lie fechtenden Truppen zu
unterſtuͤzzen. St kam zu ſpaͤt. Die Sache war
,
DE Gere \ . Bu Toon
nn Erz
PER eitſchlern. wi nterfeld beſchloß das Ole
zu erneuern, und den Berg, es koſte was es wolle/
wieder zu erobern, weil er den Verlaſt deſſelben für
‚einen Schimpf hielt, von dem man ſich durchaus
reinigen muͤſte. Sein Begleiter, der Genernl Zie⸗
"sen,Überraditete das Unternehmen aus einem ganz
andern Geſichts punkte. Er urtheilte aus hoͤchſt
wahrſcheiulichen Grändeh, die faſt an Gewißheit
graͤnzten, daß der Verſuch nngluͤklich endigen, eine
Menge tapferer Etreitgeiibiien wegraffen, das kleine
Heer ſchiaͤchen, amd im giäflichften Falle gar feinen
Muzzen gewaͤhren wuͤrde. Er warnte ihn daher
| ernſtlich vor einem Kampfe ‚ki welchen kein Ges
winn, "fein Erfolg, feine Ehre. zu erwarten ſei.
Minterfeld nahm jedoöch Frine ‚Vorftellungen an;
eigenfinnig beharrte er auf ſeinem Vorſazze, wooon
ſo mancher brave Preuße und er ſelbſt das Opfer u
wurde. Der Holzberg würde mit Zaufenden von
geröpteten Soldaten bedekt, und dennoch nicht ero⸗
bert. Der Urheber biefe® annizjen Blutvergießeng,‘
der Beneral MWinterfelb,- erhielt eine töofiche Wunde,
woran er am: folgenden’ "Morgen farb. Die uͤber⸗
mächtigen Oeſtreicher behanpteten den Berg, obwohl: -
mit einer Einbuße von 2000 Mann, Die Zietenſche |
Meinung, daß auch’ der. fiegreithe Ausgang: des Ge⸗
. fechts feinen ˖ Vorthell Brärigen kdune, y wurde durch: '
das Merhalten ber Feinde vollkommen beftätiget,“
Sie raͤumten am H Sept. den Holzberg, auf wel⸗
chend vyhn "beiden: Seiten ſo viel Blut gefloſſen war;
freieilfig, nd oe ſech an ihre Rupiaimee zurut 15
1 009 2) Das
an
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— 228 —,
das ganze- Prerdiſche Heer aber bettanirte den Tod
Winterfelds, Friedrich hielt ihn für einen Nationale
- verluſt. Diefer Feldherr, welchen ſeltne Talente,
und liebenswuͤrdige Eigenſchaften ſchmuͤkten, war
S fein trautefter- Liebling geweſen; und wurde -noch
kange nad) feinem. ‚Tode koͤniglich geehrt. Ein fo
= ausgezeichneter Mann vermied jedoch nicht immer
die Klippe, an welcher die Ehrſucht der Hofgünfts
linge fo häufig fcheitert. Er konnte feine Neben⸗
verdienſte ertragen, er wollte gllein nur glaͤnzen,
und er wendete feinen Einfluß manchmal an, um
ven König gegen andre große Männer einzunehmen.
Dies erfuhr z. B. Zieten; lm, ſelbſt · das Mißvers _
ſtaͤndniß zwiſchen Friedrich und ſeinem Bruder, dem
Kronprinzen, war durch gehaͤſſ iges Eintüfern Bin
tterfelds erregt worden.
. Der Herzog von Bevern blieb ſo lange in der
auſiz, als er dort Unterhalt fand. Nachdem aber
der lezte Mehlwagen aus dem Magazine beladen
, war, fo veränderte er den Kriegsſchauplaz. Er
rüfte am 10. Sept, nach Schlefin. Die Uebers _
legenheit der Deftreicher, welche ihr Heer theilen,-
und. die Preußen von mehrern Seiten bedrohen konn⸗
ten, noͤthigte ihn, auf feine Sicherheit bedacht zw
fein. - Hierzu. fehien es ‚erforderlich, entwerer
Schweidnitz oder Breslau in der Naͤhe und:
zum Ruͤkhalt. zu haben. Schweidnitz erregte keive
Beſorguiſe in ihm. Dieſe Feſtung war mit allen
Mitteln der Vertheidigung, mit Maunſchaft, Ge⸗
| ini und Magazinen Sing. verfehen,:: und
konnte
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E 229 a
dem Anſcheine nach. einen Fräftigen Widerſtam von
weniaſtens 6 Wochen beweifen. Breslau hinges -
gen befand-fich in einem weit wehrlofern Zuftande;
die Abficht der Feinde war auf die Eroberung davon
gerichtet; der Verluſt der Hquptſtadt ‚zeigte die
empfindlichſten Nachtheile; Urſachen genug, welche
den. Herzog dewogen, feine Stellung bei Breölau zu
nehmen, Der gerade Marſch dahin war zu-gefähre
lich; er ging daher bei Lampersdorf über bie“
Oder, 309 ſich ienfeits dieſes Fluſſes aufwaͤrts. ſezte
“am 1. Oftbr. zu Breslau zum zweiten Male über \
ſelbigen, und lagerte ſich nahe dabei bitter der Lohe.
Dieſer wurde mit fo viel Ordnung und Gluͤk vollens -
det, daß nicht ein einziger Wagen verloren ging, .
‚and dag man dem Feinde einen ganzen Tagemarſch
abgewann. Denn die große kaiſerliche Armee traf
erſt am 2. Dftober in der Nachbarſchaft ein, lagerte
ſich bei Liß a den Preußen gegeuuͤber, und hatte _
die Lohe vor fi. Wider alle Erwartung verhielten
fich beide Heere „ bie einander ſtets im Angeſichte
waren, 5 Wochen hindurch ganz ruhig, und die
‚durch einige Detafchements gefchwächte Preußiſche
Armee erfuhr nicht den geringſten Unfall. Die
Oeſtreicher hätten gern einen Angrif gewagt; aber
- Die Bedenklichfeit, daß ihnen Schweidnig im Rüffen -
lag, ‚und im Fall einer Niederlage gefährlich werben
konnte, fchrefte fie davon ab. Sie beſchloſſen dess
wegen, ſich vorher der genaunten Feſtung zu bemaͤch⸗
tigen. Napdafti- erhielt den Auftrag zu diefer Un⸗
ternehmung, und wurde, po auſehnlich fein Korps.
N ‚ auch
_
00-1
\ — 250 J— J —
ſchon war, noch mit vielen Vaiern und Wirtem⸗
bergern verſtaͤtkt. Der Plan gluͤtte über Ver⸗
„muthen. Die Beſazzung, welche nach des
Herzogs von Bebern Erwarten 6 Wochen anbharren
ſollte, widerſtand nur 16 Tage. Nachdem einige
Breſchen geſchoͤſſen waren, gebot Nadeftiseinen Ge⸗
neralſturm auf 5 Forts; 2 Redonten wurden ers!
flärnıt, die Preußen durch eitten falſchen Angrif i irre.
geführt, und’ außer Faſſung gebracht. ‚Der: Kom:
nrandant, General Seers, fapitulirte am 12. No:
vernber, gab'fich mit 3 andern Generaien und 5840
Mann gefangen, und uͤberließ die greßen Magazine '
and einige Tonnen Goldes Kriegskaſſengolderu den‘
VUeberwindern. Nadafti befezte Schiveidniz mirgoco.
Mann, und begab ſich mjt den, übrigen nach Liña
gm Obelbefehlshaber Prinzen Karl, um nun einen -
Hauptkampf gegen die Preußen volkführen zu helfen,
Diie Veſtreicher vornahmen indeſſen, daß or
sich in Unzuge nah Schleſien begriffen. fei.
hielten. es nicht für rathſam, feine Aukunft u .
warten, fondern eilten, da ihnen nach Eroberung .
von Schweitniz der Ruͤkken geſichert war, die Be⸗
vernſche Armee zu uͤberſallen. Dies thaten fie am.
22. Nov. mit großer Ueberlegenheit an Mannſchaft
und Artillerie. Unter dent Schuzze vieler und Rars
fer Barterien gingen fi fi e Morgens über den Tohefluß,
imd befchoffen das gut verſchanzte Lager der Preus .
Ben wie eine ordentliche Feſtung mit ſchwerer Artil⸗
ferie, wovon fie einen Theil zu Schweidniz erbeutet
hatten, "Der. Graf Nadaſti begam feinen Angrif
f
— . — auf
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den linken Preußiſchen Zldgel zuerſt, aber mit“ un⸗
| guͤnſtigem Erfolge. Denn ihm gegenüber ſtand
Zielen, welcer ein beſonderes Korps. von etwa
Looo Man befehligte, und mit frinen Hufaren und’
Dragonern fo nachdräßfich einhieb, daß die Kroateit,
Ungarn und Wirtembderger. in Verwirrung zuruͤk eil⸗
ten, und von allem fernern Fechten abgeſchrekt wur⸗
den. Zieten nahm ihnen. im Dorfe Kleinburg ſelbſt
13 Kanonen ab; von denen jedoch aus Mangel am
Pferden nur viere nach Breslau, gebracht werben
Tonnten, - Gegen Mittag geſchahen an 3 verſchiede⸗
nen Orten die Hauptangriffe der. Feinde gegen den
- Mittelpunkt und den rechten Fluͤgel. Das Gefecht
wurde hartnäffig und blutig. Die Preußen fochten
mit Loͤwenmuthe, und machten den Oeſtreichern
jeden Schritt vorwärts ſtreitig; der. Prinz Ferdi
nand, Bruder des Königs, ſtuͤrmte mit der Sahne.
‚in der Haud gegen eine Eaiferliche Batterie. Doch
dieſe Anſtrengungen konnten die Menge der Feinde.
nicht uͤberwaͤltigen. Die geworfenen Scharen wur⸗
den augenbliklich durch friſche Streiter erfezt; und
das zahlreiche Geſchuͤz verhinderte die Preußen am
Vordringen. Ein großes Verſehen ward leztern hoͤchſt
nachtheilig. Zieten hatte vor dem Dorfe Gräbis
ſchen eine Redoute angelegt, welche die Verbin⸗
dung ſeines Korps mit ber Übrigen "Armee unters _
hielt. Aus einer falfch verſtandnen Ordre wurde
diefe Nedoute freiwillig vertaffen, und fogleich von
den Feinden befest. Hierdurch war dad Zietenſche
. Korps wie abgefchnitien, und die Deftreicher Fonnten
en Ä ER die
⸗
, vi fine Haute der Beeiufen Armee beſchichen·
—Dennoch wichen die Preußen un’ feinen Schritt;
ſie fochten bis zum Abende mit Beſonnenheit und
he Muthe. Die Nacht brach an; das Schikſal
— *
—
beider Heere war uneniſchieden. Die Oeſtreicher J
haͤtten uͤber die Lohe zuruͤkgetrieben werden muͤſſen,
wenn die Preußen ſiegen wollten; da fie dies aber
nicht vermochten, uud durch die lange Auſtrengung
ihre Kraͤfte erſchoͤpft fühlten, fo verzagten fie end«
— AUch, und verließen das Schlachtfeld in einzelnen
. Partien, ob es ihnen gleich nicht befohlen
— war. Es iſt eine ganz irrige Vorſtelluug,
welche ſelbſt der. meiſterhafte Beſchreiber dieſes
>," Krieges, der Hauptmann Archenholz, ungepruͤft
vLerbreitet, daß der betaͤubte Herzog von Bevern aus
politiſcher Furchtſamkeit den Ruͤkzug nach, Breslan
abf ih rich veranſtaltet habe, Daß die Truppen
in der Nacht jn die Nikkelsvorſtadt und nad) Bres⸗
lau hiuwichen, geſchahe wider den Willen der Be⸗
fehlähaber, und allein aus Eigenmächtigkeit ber
ermatteten Soldaten. Der Herzon faßterim Gegen:
theile den Entſchluß, die nicht mehr ganz in. Ord⸗
nung befindlichen Feinde in der Mitternachtsſtunde
"zu überfallen, wozu ihm eine tapfere Kolonne, welche
beim Weichen der Übrigen noch ſtaudhaft kaͤmpfte,
ı die Veranlaſſung gab, Er eilte daher zu dem Ge⸗
neral Zieren, um mit ihm die noͤrhige Verabre⸗
bung zu nehmen; als er aber von ihm zu ſeinem
Flügel zuruͤkkehrte, war auch die lezte muthovolle
„Kolonne oon aller. Hnterfihgguns. verlaffen dem Beis
_ 0.07 fpide
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hiele ihrer Kameraden 'gefolgt und gewichen.
Zieten mußte jezt mit feinem Korps aleichfalls
‚fen Sicherheit denfen, nnd den Ruͤlzug antre⸗
Ohne alſo eigentliche Sieger zu ſein, wurden
hie Deftreicher auf diefe Art Herren des Schlacht?
felded , uud gengffen in der Folge alle Früchte, die.
“ur eih wirklicher Sieg bringen kann. „Der erftaus - _
nende Verluſt, den ſie erlitten, iſt ein Zeuge der
Preußiſchen Tapferkeit; nach ihrer eignen Angabe,
hatten ſie 18000 Todte und Verwundete; die Preu⸗
- Ben aber. nur 6200; doch machten Eritere 3600 . -
+ Mann gefangen, und eroberten, 80 Kanonen, Der
Muth der Preußen iſt um deitd mehr zu verwundern,
da ihr Heer bloß 25000 Mann flark gewefen war,
und es mit Feinden aufzunehmen hatte.
Der Herg von. Bevern führte. am folgenden:
Tage fein kleines niedergeſchlagenes Heer von Bres⸗
lau drei Meilen weiter bis Prot ſch, mo er am 24.
November beim Mondenfiheine eine Nelognoscirung
- der Vorpoften: vornahm, auf einen Kroatenhaufen
ſtieß, und gefangen wurde. Da er außer einem
| Neitfnechte feine Bedeklung bei ſich hatte, ſo zog er
ſich den Verdacht zu, daß er ſich vorſaͤzlich habe
, gelangen, nehmen laſſen, ‚am den zu Defürchtenden
Vorwuͤrfen des Koͤnigs, deſſen Ankuuft nahe war,
| auszuweichen, - An eben dem Tage gerierh. aud)
‚Breslau in feindliche Gewalt. Der General
Leſt witz getraute ſi ſich bei der üblen Stimmung ber
Bereifon nicht, Widerſiand zu len Er übergab
die
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Uebergabe, indem die Hälfte der 3cco Mann ftars
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ken Beſazzung zum Feinde überging, Die Deftreis
cher machten in Breslau an Geſchuͤz, Magazinen
und Munition eine außerordentliche Beute,
"Seit dem 18. Juni bis Ende des Novemberd
hatte die Oeſtreichiſchen Waffen ein Gluͤk begleitet,
ft.
"vie Stadt auf die erfte Aufforderung, . und bedung
ſich inrder Kapitularion freien Abzug, den'man gern
‚bevoilligte. Wie gegründet fein Mißtrauen im die
Treue der Soldaten war, zeigte 'fi ſich gleich nach der
Fr
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welches ihnen große Vortheile gewährte ‚und mit
noch größern Hofniingen ſchmeichelte. Zwei
Schlachten waren von ihren Herren gewonnen, und
2 Feſtungen erobert worden ;, die Hauptſtadt Schles
fiens, und ein beträchtlicher Theil des Landes befand’
fidy in ihrer Gewalt; Liegniz wurde Sefeliget; eine
ſtarke Macht defte das Erworbene. Der eintretende
Winter, die Strenge der beginnenden Kälte, wer
‚Heine Ueberreft des Preupiichen Heeres, ‚alles
ſchien das völlige Ende des diesjährigen Feldzuges
zu verkuͤndigen, und der Kaiſerin Maria Thereſia
das Uebergewicht über Friedrich auch für bie. Zukunft
zu ſichern. Der Wiener Hof betrachtete Schleſi ien
ald fein von nenem errungnes Eigenthum, er richtete
die Negierung darin ganz nad) Deftreichifchen Orunds
ſaͤzzen ein, nahm die Beamten und Raͤthe in Eid
und Pflicht, und fandte die gefangnen Preußen,
welche geborne Schlefier waren, frei indie Heimath.
Die koͤniglich geſinnten Ejnwohner : verloren den
Much, die geheimen Freunde des Erzhaufes erhoben
ihr
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‚ihr Hanpt , Zund: gaben ihre Seffmnin gen oͤffentlich
. zu erkennen. Keiner that dies mit mehr Zreiheit
und Umäberlehtheir, als ver Zürft Schafgorfch.
Friedrich hatte ihn zum Biſchof non. Breslau
ernannt, mit dem ſchwarzen Adlerorden geſchmuͤkt,
ft zur Tafel gezogen, und mir Wohlthaten maͤn⸗
cherlei Art überhäuft, Dies alles vergaß der Uns
dankbare und Unbefonnene fo fehr,. daß erden nlers
- orden mit Fuͤßen trat, und den König mit den ges
meinſten Schimpfreden ſchmaͤhete. Dieſer empoͤ⸗
sende Auftritt erbitterte felbit die faiferlichen Genes
role, und laut bezeigten fie dem fanatiſchen Driefter
ihre Verachtung. Wien nnd Rom mißbilligten feine
verworfene Aufführung, und mit allgemeinen Ab⸗
ſcheu bedekt verlebte er in der Folge traurige Tage
als Verbannter in Böhmen, Sein Berragen cnts j
fand auß der Vorausſezzung, daß Friedrich's Unter⸗
gang fo gut als gewiß ſei. Dazu wur allerdings
viel Wahrſcheinlichkeit vorhanden. Der König brach
zwywar am 12. Nov. von Leipzia’auf, und marjchirte -
mit fiegreichen Truppen nach Schlefien. ber diefe
waren noch nicht völlig 14000 Mann, und in Ruͤk⸗
fit der Koloſſenmacht Oeſtreichs fo unbedeutend,
daß man fie fpdttifep die Berliner Wacht pa⸗
rade nannte. Die Ueberreſte der Schleſiſchen Ar⸗
mee, welche jezt der General Zieten anfuͤhrte,
machten gleichfalls nur 15000 Mann aus, und
waren mit Niedergeichlagenheit erfüllt. Die Oeſt⸗
- reicher hatten die Vortheile des Ueberfluſſes, der
Ruhe der ſichern Stellung und des Selbſtver⸗
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trauens, weiche das Gluͤk einflößte: Die Proußen
Titten Mangel, wurden durch weite Maͤrſche ermattet,
und durch. finitre Ausfichten geſchrekt. Friedrich's
Anzug nach Schleſien wurde daher als die kezte ohn⸗
maͤchtige Anſtrengung eiues Verzwetfeluden betrach⸗
tet, Der unwiederbringlich verloren wäre. Aber dieſer
+
war von einer ſolchen Lage noch weit entfernt. Erb: .
ser als fein Geſchik erhob fich fein. ‚Geift über die
Gegenwart, entwarf gerade jezt die kuͤhnſten Plaͤne,
und wußte ſeine Truppen mit gieichem Muthe zu
9 begeiſtern. Nachdem er ſich am 3. December. mit
der Zietenſchen % Armee zu Parch wiz vereinigt hatte,
—*
berief:er alle Generale und Sraböoffiziere in fein
Haupiquartier, und bleit eine Rede voll Feuer und |
„ Meber redungskraft, womit einft Römische Heerführer
die verlöfchenden Funken des Muths, der Batera
landsliebe, ber Todeöberachtung bei ihren Kampf⸗
gefaͤhrten zur alles ergreifenden Flamme angeſacht
hatten. Er verſchwieg ihnen keinen von den Aus
‚ gihlöfällen, die fie bisher erlitten hatten; dabei ver⸗
" fiderte er fie. aber, ‚daß er auf ihren Muth, auf.
ihre Staudhaftigkeit, auf ihre Liebe zum Vaterlande
eimſolches Bertranen fezze, daß er hoffe, fie würden
‚ durch ihr vorzüglich tapfres Beträgen! bei der erſten
Gelegenheit dem Feinde alle feine. errungnen Vor⸗
theife wieder entreißen. Ex trug ihnen ſodann auf,
dies alles den ihrer Uufſicht anvertrauten Offizieren _
und Gemeinen befannt zu machen, um fie. zu deu
Auftritten, die bald folgen würden, vorzubereiten;
ihnen zu jagen, daß er den Feind. angreifen mäffe,
——— wo
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wo⸗ er and fände; daz bier- nicht von Ber- Minge;
sondern von der. Ueberwindung ber Widerfacher die:
tage fei; daß er erwarte, feine- Truppen werden
mit Herzhaftigkeit angreifen, ‚nie Eifer kaͤmpfen,
mit Rahm ſiegen, wuͤrden den Feind fchlagen, wenn”
er ſich oleich bis an die Zaͤhne verſchanzi haͤtte;
gegemwvaͤrtig, ſezte er, noch hinzu, wäre der Zau, |
wo fie füh wis wahre, als patriotiſch denkende Dreus
eh .zeigen mäRten, und daß es gefcheben werde,
dafuͤr fei ihm der erft kuͤrzlich bei Roßbach erfochtene
| Sieg Buͤrge.
Dieſe Rede ‚erhöhte ben Woath der Anwefenden |
biß zur Begeiſterung. Die vornehmſten Generale
autworteten im Namen aller mit kurzen aber nach⸗
druͤklichen Worten, entweder zn ſiegen oder zu ſter⸗ Eu
‚ben... Der Koͤnig behielt fie zur Tafel, und ‚gen‘
- brauchte felbft den Wein als Hälföniriel, die nie .
dergefchlogenen Gemather durch nene Hofnungen:
ji heben. Er redete ſelbſt die gemeinen Soldaten
bie und %a an, theilte reichlichere Yu dahremg unter
fie. ans, und verſaͤnumte nichts, um ihnen wieder:
Zutrauen auf/ ihre Kräfte einzuflͤßen. Die Ueber⸗ |
N _
‚winder: der Roßbather Franzoſen Überzeugren ihre
Mitbruͤder von’ der Möglichkeit, auch Sieger der
Orefſtreicher werden zu koͤnnen, die ohnedem ſchon fo:
oftivon ihnen bezwungen worden waren. Die Ge⸗
‚ fühter: 'heiterten ſich wieder auf, - eine · entfchloffene,:
frohe Stimmang verbreitete Fihi durch die ganze
Armer, alle brannten von Begierde, den bei Brise:
lan mimen eat abzunſchen und auf den‘
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u RR zu werfen. | Wehbe Weide, weiche Zahl
konnte einer Heldenſchaar von ſolcher Denkungsart
widerſtehen ? Der Enthuſiasimns fuͤr Friedrich war.
eine natuͤrliche Folge des Umſtandes, daß die gegen⸗
waͤrtigen Truppen faſt lauter Landskinder wasen,
| indem die mehrſten Fremden feine Dienfte. verlaffem;
and die wenig übrig gebliebenen den Karaktet vg
- Nation angenommen hatten... Als / endlich die Oeſt⸗
“ reither aus ihren vortheifgaften Stellungen :bei
— Breslau hervorruͤkten, und. den Preußen hoͤchſt
uüuͤbereilt entgegen zogen, fo hielten ſich Leztre des
Sieges fuͤr gewiß, und betrachteten Erſtere ſchon
als gedemuͤthigt.
Die Oeſtreicher Fonuten. in der. That nichts Yes
genehmeres für. Briedrich.,- und nichts Schäplicdyeres
| für ſi fih thun, . als daß fie ihre Verſchanzungen.
raͤumten. Daun and Serbetloni, zwei eben -
fo tapfre als weife Mämer, widerriethen . diefep
verderblichen Entſchluß, und bewiefen.dem Prinzen
Karl, daß eben:jezt ein behutſames Werfahren
noͤthiger, als je ſei, daß fie durch einen gluͤklichen
Angrif nicht viel gewinuen, durch. einen .ninglaͤklichen
alles verlieren koͤnnten, daß fie überhaupt gar Feine
Urfache zur Lieferung einer Schlacht hätten, fonbern
nur die. großen bisherigen, Bortheife zu behaupten
brauchten. Der Stolz, Me Schmeichelei und Die.
Uneriahrenheit. der andern Generale überſtimmten
dieſe wohlgegruͤndete Meinung. Es fi, rief man .
hochuͤſhig aus, ‚unter ber Würde der Kaiferarmee, _
. träge ſtehen zu bleiben ;. in Unfall koͤnne ande ben
... | FB gegen⸗
DE 2239 ne
2 egenwärtigen Umſtanden gar niet‘ als gli |
gedacht werden; nur. noch der eine Schlag. auf
Friedrich, und der ganze Krieg Wäre Heendigt ; wel⸗ 3 wel⸗
he Ehre für den Prinzen, ‚ben Bruder de Kaifer,
durch eine fofche hat feinen Ruhm. bis auf den
feiljten ‚Gipfel zu erhöhen. Sp ſprach vormaͤmlich
Lyecheſi, xin Guͤnſtling des Prinzen; ſeine Rede
gefiel den mehrſten Wohl, und erhielt das Ueberge
wicht. Dan ruͤtte alfe vorwärts, und richtete den
Marſch eben fo forgenlos nnd. ſtolzſicher ein, als die
Berathfchlagung geweſen war. Man ſchikte die
Feldbaͤkkerei nicht wie. gewöhnlich’ ‚bihter die Armee,
Sondern legte fie. verwärts nach der Stadt Rem,
mark, gerade als ob man die Abſicht hätte, fie ven.
Preußen muthwillig zu überliefern. Friedrich
tzraute ſeinen Uugen Zaum ; als er am 4. Dre, dieſe u
Vernachlaͤßegung ber gemeinfien "Kriegöregel bes
merkte; durch zinige Haufen Dragoner und: Hufaren
ließ er in die Faiferliche. Bedekkung zu Neumark eine |
yauen; 206 Kroaten wurden getoͤdtet, 6oo derſelben
gefangen, und die ganze Baͤkkerei erobert. Mit
gleicher Leichtigkeit uͤberrumpelten die Pteußiſchen J
Reiter den Vortrab der Feinde, ein Saͤchſiſches u
Korpa sm 5 Regimentern zu Pferde, ‚ weiches bis
Boma- borgedrungen war; es wurde gänzlich zer⸗
freut; und·verlor·11 Offiziere und 540:Gemeine -
an Gefangnen. Dieſe glüklichen Gefechte Friedrich's
waren ‚Die Vorlaͤufer des außerordentlichen Sieges,
welcher den 5. Dec. in der Preußiſchen Krieges. |
ante vor andern obegtichuet.
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Fried⸗
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Fete orich konnte den Kambſpiaz * vor⸗
Weite wuͤnſchen, als ihn die Deftreicher waͤhl⸗
Sie dehnten ihre faſt gcoco ſtarke Armee
von dem Derfe Rippern bie Golan am Schweld⸗ |
mißzer Waſſer iu 2 unäberfehbare Linien aus, und
Hatten dad Dorf Leuthen, wovon die Schlacht den
Damen: führt, im: Mitteipunfte. , Sie erfiaunten,
als fie die Kleine Preußiſche Armee, die hoͤchſtens
z30000 Mannm enthielt, vor ſich erblikten, ſie ſpoͤtielten
darüber, md chen um dieſer Geringſchaͤzzung wegen
hatten ſie zum erſten Male eine freie Ebene zum
Schtachtfelde genommen, da fie ſich ſonſt ſtets auf
hohen Felſen und Bergen lagerten. Friedrich
kannté die Gegend, wo. er zuweilen Muſterung ge⸗
halten; genau, und ordnete varnac)-feinen Angrifs⸗
plan ſo weiſe, daß er, Tobald er geldrig:außgefährt,
und pünftlich befolgt wurde, den ſiegreichſten Auss
gang gewaͤhren muſte. Und beides wur jezt der
Faall. Die mkeiſterhaften Entwürfe wurden entſchloſ⸗
fen und doech vorſichtig bewerkſteligt. Keine übers‘ .
eilte Hizze riß einen General zur Unzeit hin, ſon⸗
dern mit Ueberlegung richtete jeder feinen Math auf
den vorgezeichneten Punkt, und fo reiheten fh in
.. bewunderungswuͤrdiger Eintracht Thaten an Thaten.
Friedrichs Hamptabficht ging -auf den . linken
Fluͤgel der Feinde bei Golau; aber er machte eine
Menge Bervegungen ‚gegen ben rechten Kiägel, um
fie irre jn-führen. Died.gelang fo vollklommen, daß
‚die Oeſtreicher in eine marternde Ungewißheit verfezt
wurden. Jener Praler Luccheſi Ir weicher ſchon
2 1J im
\
om
ieh: die Siimme der Klugbeit Überförien
harte, vollendere fein Werk, indem er durch, feine
Muthloſigkeit ſeiner Partei ebemfo viel ſchadete, als
VWriedrich mir feinen Waffen, Luccheſi ſollte mit ſei⸗
ner/Reiterei den rechten Fluͤgel bei Nipperw deffen;
taum bemerkte. er einige Preußen, ſo vergaß er alle
feine Sroßfprecberei, und bat den Oberbefehlshaber
dringend und kieinmuͤthig um Unterſtuͤzzung. Eine
gleiche Birte, und mit mehrer, Gtunde that der ,
"General Ravafti, der auf dem linken. Fluͤgel ſtand,
und mit feinem richtigen Scharfblikke Friedrich's
wahre Abſichten durchſchante. Mit jedem Augen⸗
blikte ſtieg ‚die Gefahr, fo wie die Gewißheit, daß -
- die Preußen .ihn. nit aller Stärke. angreifen würden,
Er ſchikte Officier auf Oificier, um Huͤlfe zu fordern.
Der Prinz: Karl und ver Feldmarſchal Daun
‚wurden durch ‚Diele widerſprechenden Berichte zweier
vielgeltender Generale ganz irre und verlegen, ſie
wuſten nicht, was ſie glauben, noch viel weniger,
was fie thun follten, Endlich behielt L uchef s
Begehren die Oberhand, da “er ſich im Fall einer Nies
derlage von aller Verantwortlichkeit losſagte. Daun
führte ihm Die Reſervetruppen ſelber zuz und an
Nad aſti dachte man nicht eher, als bis es zu ſpaͤt
war. Der General Zieten ebnete die Bahn zum
Sieger -Er ſchlug das Nadaſtiſche Korps, welches
‚ben linken Eaiferlichen Fluͤgel, das Hauptziel des
Preußiſchen Angriffs, dekte. Einige nuter ihm fies
hende Infanterie⸗ Regimenter, gefuͤhrt vom General
Wede. I, warfen das Nadaſtiſche Fußvolk, vornaͤm⸗
Bollus Si. ‚Bit Ri (O) lich
+
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N,
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hr die Wi rtemberger und Balern, nahmen ihnen bie \
Batterie, imd brachten fie völlig ‚zum. Weichen.
. Darauf wurden letztre von der Zietenſchen· Reiterei,
welche durch die feindliche brach, verfolgt, umringt
uund abgefchnitten, Die Niederlage dieſes Nadaſti⸗
ſchen Korps war ſo groß, daß allein die Zietenfchen
Huſaren 2000 Gefatigne machten, und daB ein Kor⸗
uet mit 10 Huſaren den Ueberbeſt eines ganzen Re⸗
giments in Empfang nahm, und zum Könige. führe
ten, wofür er den Verdienſtorden, und das Rittmei⸗
fier = Patent erhielt: Nachdem nun Nadaſtiaus
dem $elye gefihlagen war, fo Fonnte-der linke Fluͤ⸗
gel von den Preußen mit Nachdruf angegriffen wer⸗
din. Died. gefihähe ach von der Flanke her mit
. foldyer Gefhiklichkeit und Wuth, daß die ganze
feindliche Linie von oben an bis unten gleithfan: aufs
gerollt wurde. Vergebens tüften frifche Regimenter
an, die Prenßen ließen fie hicht zum Aufmarſchiren
kommen; ein Regiment fiel. af das andre, und vu:
mehrte die Verwirrung, Vergebeus ſtellten die Edis
ſerlichen Kuͤrafſire die Schlachtordnung auf einen An⸗
genblik her; eine Preußiſche Hauptbatterie trieb · fie
” auseinander, und die Kavallerie erfreute fie vollig.
Noch einmal ſezten ſich die Zeirde bei Leuthen;
hier fand ihre⸗beſte Infanterie und viel Geſchuͤz;
ein Haufen Fluͤchtlinge eilte herzu, und fühlte Haͤufer,
Gaͤrten und Winkel an; ihr Widerſtand war groß;
aber die Tapferkeit der Preußen noch größer. Der . _
junge Hauptmann von Möllendorf, jezziger
Zelomarſchall, bemoͤchtite f ich mit.einem Gardeba⸗
taillon
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Yoiflen v8 Dorfle, und oͤfnete feihen aanpfhenoſen
hen Weg; mehtere Bataillone folgten nach; die:
Dragoner von Barent', jene Sieger von Hohenfriede
berg, fielen dem Feinde in den Ruͤkken: andre Reis
terabtheilungeh ariffen don den Seiten an ;.alle dieſe
ſchrekkensvollen Ueberraſchungen brachten die Deflreis |
cher ſo Dußer Faſſung, daß fie ſich zu halben und
4
ganzen Bataillonen gefangen gaben. In 5 Stun⸗
den wurde dad Waffengluͤt der Feinde von 5 Mona⸗
ien zertruͤmmert, und eine mit Rieſenkraft drohende |
- Brmee völlig jerfprengts Das Bareuter. Dragoner⸗ —
Regiment zeichnete ſich wieder vorzuͤglich aus. Es
wachte auf: mol 2 ganze Infanterie: Rigimenter
mit allen Officieren, Fahnen und Kanonen gefangen. ;
"Die Zahl aller, Die auf dem Schlachtfelde in Prene
Bifche Gewalt geriethen, betrug die außerordentliche
Summe von 21,506 Gemeinen und 307 Sfficieren.
Dabei wurden 59 Fahnen und 134 Kanonen erbeu⸗
38
tet, Getoͤdtet oder. verwundet waren 65002 und
uͤber 6000 Mann gingen nad) der Schlacht freiwillig
zu dven Siegeru uͤber. Der feindliche Verluſt beſtand
alſo Ih 34,006 Köpfen; in einer Menge, welche die
fiegende Preußifihe Armee bei weitem überftieg.
Friedrich hatte dieſe ſeltnen Vortheile mit dem ver⸗
haͤltnißmaͤßigen geringen Verluſte von 2660 Todten
und Verwundeten erkauft. Die Schlacht Hatte um
ı Uhr Nachmiträgs angefangen; ſchon um’3 Uhr
ſtobe der Prinz Kart durch Liſſa; und. um 6 Uhr
war der vollſtaͤndigſte Sieg von den Preußen er tfoch⸗
ten Sun. ungefäßt ſtimmte tin einzelner Soldat
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das ged au? Nun dantet ae Vott ecch
mehrere fielen mit ein, die Feldmnſik begleitete den
Geſang; und endlich nahm die.ganze Armee ie
- FZelerlicher und erhebender Fonnte nicht leicht eine
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Himne in den Kirchen abgefungen worden Yin, al&'
dieſes religidfe Danklied, weiches auf dem Schlachts
felde in der Dunkelheit der Nacht aus freiem Herzeuss
erguß' von mehr als 20009 Rriegern ertönte! ‚Det
- König, wünfchre indeffen, das ofne Städtchen Liß a,
nd die dabei befindliche Bruͤkke über das Schweid
nizger Waſſer noch dieſen Abend befeszen zu koͤnnen,
damit wicht. die Feinde die Bräffe abbräden, jenfeits
eine neue Stellung nähen und für den folgender .
Tag eine nene. Schlacht noͤthig machten. Denn em⸗
geachtet des fuͤrchterlichen Verluſtes, den fie erfahren
hatten, waren fie, im Fall ihre gerfprengten Slüchts
Unge zuſammen ſtießen, den Siegern an Zahl weit
Üperlegen. Friedrich ol: jedoch feinen ermattes -
ten Truppen Teine neuen Anſtrengungen zumuthen.
‚ Er ritt alfo, von einigen Artilleriſten ‚, dem General
. Zieten und wenigen Hufaren, begleitet, felber beim
Schein einer Larerne nach Lißa. Einige Hundert
Schritte vor diefem Orte fielen mehrere Schäffer
- hierdurch wurde der König. bewogen, durch einen Ad⸗
jutanten 2 Grenadierbataillene holen zu laſſen; er
machte ſo lange Halt, bis fie kamen; nun rüfte er,
es war 8 Uhr Abends, in die Stadt, wo aus Thuͤ⸗
ren und Fenftern von den Deftreichern ein ſtarkes
Feuer gemarht wurde. Ohne den Ausgang ded Ges
fechtes abzuwarten ritt Beier nach dem Schloſſe,
wel⸗
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— 245 — I |
ache⸗ mit keindiichen Generafen und > Offizieren m au⸗
"gefällt war, : Bon. dem Schießen aufgeſchrekt ſtuͤrz⸗
‚ten: verſchiedne Offiziere mit Lichtern in den Händen
die Treppe herab, um zu ihren Pferden: zu eilen.
‚Sriedrich bot ihnen: freundlich einen guten Abend
‚und fragte fie, ob er bier auch noch unterfonmen
fJönnte? Die Generale kamen herzu, erkannten den
König, kounten ihn gefangen nehmen; aber von
Ehrfurcht ergriffen, eutriſſen fle den Offizieren die
‚Leuchter, leuchteten dem Könige die Treppe herauf, =
“and wiefen ihm das befie Zimmer an. Sie wurden
‚höflich unterhalten, zerftreuten fich aber hernach indie
‚Übrigen Zimmer des weitläuftigen Schloffes, und -
zogen ſich erſt dann aus Lißa heraus ‚old immer
mehrere Preußiſche Adjutanten anlangten ‚ und dem
- Könige meldeten, daB bie. ganze Armee auf. dem
Marſche nach Lißa begriffen wäre, weiches zwar aus
Mißverſtand der koͤniglichen Befehle geſchahe, dem
Aduige aber hoͤchſt angenehm war. |
Die Folgen diefes Sieges ſind eben fo. denkwuͤr⸗
dig, als der. Sieg felber. Der Prinz Karl beging
‚Die unverzeihlichften Fehler, und eben dadurch vers
srfachte er ſeiner Schwägerin ‚den empfindlichfien
Schaden. Er flohe,- ohne feine muthlofen Truppen
wieder zu Athem lommen zu laffen, in ‚einem Zuge
nach Breölau, und flast hier in ben Verſchanzungen
eine feſte Stellung zn nehmen, zog er ſich fchon des
‚andern Tages am Mittage in flächtiger Eile weiter
nad) Borau und Schweidnig. : Der. König ſchikte
dm die Generale. Bieten mb Fonquet mit
duß⸗
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‚Weniger an, ’
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Jußvolk und, Rriterei na; uad troz ſeiner —— I
ur , Menge ließ ſich Prinz Karl yon diefen durch Vaͤſſe
und Gebirge nach Boͤhmen hineinjagen, we er ohne
Sepäl, ohne Kanonen, ohne Fahnen mis nicht mehr
als 17000 Mann in dem traurigften Zuſtande am
22 Dee, ankam. Dies war der ganze Ueberreſt einer
Armee, bie noch vor einigen Wochen, wohlgeräftet -
und durch Siege ermuntert, mit ihner Ueberzahl deas
kleine Haͤuflein der Preußen zu verſchlingen und
Friedrichen in dem Staub zu druͤkken faͤhig zu ſein
ſchien. Bieten mad Fouquet brachten noch eine
Menge Gefangne, Audreider,, Geſchuͤz und Wagen
. alferlei Art mit, Die Zahl ift'-niche belanns ; einige
geben 9000 Gefangne und 300 Wagen mie
- Unterreffen hatte ber König von feiner &xite
nicht gezögert, den Sieg. von Leuthen zu benuzjen,
Er forderte die ſtarke Befazzung in Breslau zur
Uebergabe auf; aber. man weigerte fich beffenmicht
‚be, fordern errichtete mehrere Galgen für diejeui⸗
gen, welche von Uebergabe reden würden, Fries
drich fing nun eine ordentliche Belagerung an, md
ließ am 16 Dec, die Laufgraben erdfnen, Bald fiel
‚eine Bombe in einen Pulverthurm, fprengta eide
- Baftion, und. warf 800 Drfireicher. in. die Luft. Jezt
bereitete Friedrich alle zu einem Sturm; jener Uns
„fall und diefe Anſtalten fchreften aber den Muth der
kaiſerlicher Befehlshaber fo fehr, daß fie auf eine
‚Kapitulation - auͤtrugen. Naur der General Bei
where AB, wies zum Fenſter hinaus auf die ers
0
⸗ 2 rich⸗
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nchieien Salen, und beſtaud auf. ‚ber toitſezuung |
der ‚Gegeumebr... Doc er wurde überflimmt, und
die Uebergabe erfolgte am 19 Decemb. Die Beſaz⸗
sung pon 13 Geueralen, 656% ffizieren, und 17500
Semeinen firefte dad Gewehr Ind unterwarf fich der
Kriegsgefangenfchaft, Der-König erhielt feine vor
ber verlorne Feſtungskanonen wieder, und noch SL
feindliche dazu ,- außerdem vietz Zugpferde und Wa⸗
gen, und 144000 Gulden Kriegskaſſengelder. Zehn
Tage fpäter dfnete auch die Liegnizzer Beſazzung
von 3500 Mann dem Fuͤrſten Moriz die Thor,
nachdem ihr eim frejer Abzug bewilligt worden war. ı'
- Eine fürmliche Belagerung auf dem mit Eis beveften
Boden zeigte zu viele Schwitrigfeiten; darum bes
freite Moriz die Deftreicher. yon der Gefangenſchaft;
aber viele Lebensmittel und Geſchuͤz⸗ : Borräthe er⸗
heutett er. Der König ließ die Feſtungswerke nie⸗
berreißen, und die Stadt in ihren borigen wehrlofen .
Zuſtand verſezzen. Die Deftreicher hatten gu Ende
des Jahres von allen ihren muͤhfam gemachten Ers '
pberungen in Schlefien feinen Fußbreit weiter inne,
. als die Zeftung Schweidniz. Auch diefe würde
ihnen Friedrich fogleich entriffen haben, wenn
. wicht der tiefe Schnee, der heftige Froſt und die gaͤnz⸗
liche Ermattung der Truppen. eine Unterbre ung
der Kriegöoperationen . nothwendig gemacht haͤtten.
>
—
Schweidniz wurde vor jezt durch Reiterei einge⸗
ſoloſſen , die Eroberung Davon aber bis zum naͤch⸗
ſten Fruͤhiahre verſchoben. Den 6.3 Januar 1758
bezogen bie, Preußen | bie fpäten Binterquartiere, um
von
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me einem der thatenreichſten und’ beſchaenichſen
Feldzuͤge auszuruhen. Friedrich ſelber blied zu
Brest au, und beforgte den Winter hiindurch die -
| Ausrüſtung, Ergaͤczung und werpegung | ver
Armee, -
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u Feldzug der it Friedrich alliixten
Urmee gegen die Franzoſen im Spaͤtz
herdſt 1757 und Binter 12 58 ir
Im Herbſte „757 erhielt einer ber heliſten, ein⸗
fichtsvollſten und feurigſten Statsniaͤnner Europen's;
Pitt, der große Vater des in unfern Tagen viel
Auffſehen machenden, ‚aber ihm nicht gleichkommen⸗
ben Miniſters, die Hanptfuͤhrung der Engliſchen
| Sraregefchäfte. "Dieter beträchtere Die Konvention
von Klofter Seven fir einen Schandflek- ſeinet
Narion, und für eine Zuchtrinhe Hannever's; es
.. —J ihm, feine Denkart dem Könige George IL,
er fein Kürfuͤrſtenthum mehr als fein Königreig
liebte, einzuflößen, und ihm folgenden Plan ans
nehmlich zu machen die mit don-Deutfchen Fuͤrſten
Heſſen, Braunfchweig ze; eingegangenen Verbinde
lichkeiten ſollten etneuert, Eugliſche und Schottiſche
. Zruppen nach Deutſchland geſchikt, dem Könige: vo
Preußen Huͤlfsgelder angeboten, und alle Bemuͤhun⸗
gen angewender werden, von Ihm einen fähigen und
entſchloßnen Heerfuͤhrer fuͤr die alliirte Armee zu be⸗
kommen. Der Engliſche Geſandte Mitchel, welcher
Sriedrichen auf ſeinen Kriegszuͤgen begleitete, und
be j 1 Damboerfge General-Schutenbärg wurden m
vor
⸗
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» vor der Rohbache Sgiact ohetligt, & den entworſ⸗
nen Plan mit dem Könige von Preußen, und deſſen
Miniktern zur - felten Beſtimmung zu bringen, ‘
Friedrich ließ fich ſaͤmmtliche Worſchlaͤge, denje⸗
nigen, welcher die Subſi dien betraf, freilich nur mit
Maͤhe, und bloß von äußerfter Noth gedrungen,
wohlgefallen; und Birrs ſiegende Beredſamkleit
verſchafte ihnen auch die: ‚freudige Zuftimmung des
Brittiſchen Parlaments, bei welchem, ſo wie bei
dem ganzen Volke, der Roßbacher Sieg, und Stier |
drich s Großthaten. ohnedem das lebhofteſte Entzuͤk⸗
fen erregten. Der Herzog Ferdinand von
Braunſchweig, Friedrich's Schwager, und heffes.
Stuͤzze bei den gefährlichiten Unternehmungen, wur⸗
de an die Spizze der Hanndverſch⸗LAlliirten Armee
geſtellt, die ſich aus dem Stande der Ohnmacht und
Schwäche, worein fie durch den Vertrag von Klo⸗
fer Seven gerierh, bald. zu einer gefuͤrchteten
‚und geachteten Stärke empor hob. Ferdinand
begab fich in moͤglichſter Stille nach Stade, wo er
den 24, Nov, eintraf, und machte fogleich die kraft⸗
vollſten Anſtalten, die zerſtreut liegenden, muthlooͤge⸗
wordnen, und ſchlecht geruͤſteten Haundverſchen Trup⸗
pen mit einem neuen Geiſte zu beſeelen, und mit
den noͤthigen Beduͤrfniſſen zu verſehen. Der Lands
graf von Heſſen, welcher durch die unerhörteften Ges
yenftthärigfeiten der Franzoſen faft. ‚zur. Berzweiflung
gebracht war, überließ feine. Truppen der Anfährung
Ferdinand’, und bie. Braunfchweiger. wurden von
stem, dem Willen. feines. Bruders, us regitrenden
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deroge zuwiber, mit Gewalt gem m Gefdguge. ‚ger
— Youngeti ; Friedrich ſchikte noch einige Regimenter
Kavallerie, und’ fo konnte bereits im. December eine
Armee von 6000 Mann vie Treuloſigkeit und · Bar⸗
* | Barei der Franzoſen zuͤchtigen. Das Hannoͤverſche
Mimiſterium erklaͤrte unter m 26. November die
a Sevenſche Kondemion für aufgehoben, und rechte
fertigte: dieſen Schritt. dureh. die gältigften Gründe;
Die Frauzofen hatten Feinen Punkt derfefben mit
v
Anfrichtigkeit erfuͤllt, hatten das Hanndverſche Land,
ſtatt es neuttat · zu behandeln, als eine eroberte Pro⸗
vinz mit allen Graͤueln raubſuͤchtiger Pldudrer heims
‚gefnchtz and ein von Paris angekomuener Gouerab⸗
paͤchtet "oroßte dem ungluͤkſichen Lande vollends die
ezte: Hälfsquelle auszutrofgen. 7 Der Herzog von
RMichelien, Dbergeneral der Franzoſen, vermehrte
den Druk durch: eigne Raubgier, und bekuͤmmerte
ſich weniger um feine Armee, als un die Anhaͤufung
mit Blur’ beflekter Schaͤzze. Mehrere Generale
folgten feinem Beifpiele, und’ nur wenige. Befehls⸗
haber zeigten benjenigen Edelmuth, und, diejenige
Gerechtigkeit, die für ben rechtlichen Krieger Pflicht
ft, und deren:fih die Frangofen ‚nom jeher viel
ruͤhmten, 'wovon fig aber felten Beweiſe ablegten.
Als sin’ gewähnlscher Tirann war Richelien then)
. und feig: Er wuͤthete vor Zorn, als ihm Ferd i⸗
nand die Erneuerung ber Feindſeligkeiten meldete;
er drohte, alle Königliche Schlöffer und Haͤnſer zu
verbrennen‘, ale. Staͤdte und Dörfer zu zerflören,
und aue Harmoveraurt grauſam zu quaͤlen. Fere
dinand
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251 — —
nbinanð gab ſich wicht. „bie Mäte, diehenErgeß
twhoͤrichter Rachwoͤrter mit Gegenerklaͤrungen zu
erwiedern; er antwortete bloß mit dem. Degen,. aber,
ſchnell, ſchrekkend und denkwuͤrdig. Un eben dem
- Tage, wo dad Hanndverſche Meanifeit erfebien, am
26. Nov. brach er von Stade. auf, beſezte Har⸗
burg, umringte die non Fronzoſen : angefüllte
Feſte, fchifte den Geueral Diepgabrof nach Bremen
und Verden, und marſchirte mit dem Hauptklorps
. ‚son 26000 Mann dem Herzog Nicheliei entgegen,
welcher in dußerfter Beſtuͤrzung und mit übereiltey
Eurcht das ganze Land. zwiſchen der Elbe und Aller
räumte, und hinter lezterm Fluſſe bei Zelle ein
feſtes Lager bezug... Ferdingn d nahm Lüneburg
und Me yon ‚ven Franzoſen eiligſt verlaffene Orte
in Befiz, und rüfte. au die Aller vor Zelle. Die
‚jenfeitige Vorſtadt wurde vom Hanndverfhen Bo:
trab nnverzuͤglich augegriffen; Richelien wüßte ſich
nicht anders zu vertheidigen, als daß er alle Haͤuſer
derſelben, und ſelbſt alles Flebeus ungeachtet, das
Waiſenhaus auf Barbareuart anzaͤnden und in
Aſche verwandeln ließ. Da auch zugleich Die Bruͤkke
zerſtoͤrt wurde, und’ die. franzoſiſche Armee das linke
Aferufer ſtark beſezt hielt, fe konnte Ferdinand, bp
der ranhen Jahreszeit den Uebergang!uͤner Den Fluß
nicht bewerkſteligen. Er, oder. vielmehr der heftige
Winter feste. feinen: Unterneiamiingen- vor jezt ein
Ziel; vom 28. Derember an wmurden die Truppen
in die ſehr erweiterten Quartiere head Am 29./
De ergab ſich das Ed Mei. Der General
Diepens
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en 252 —
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| Biepenbröt hatte noch bis zum 6. Januar mehrere
J Heine Gefechte auf dem rechten Fluͤgel, che er Die,
Beinde bis Äber die Wumme.vertreiben kannte. Bon’
qjezt an genoſſen die Truppen: einer: völligen Ruhe, |
I die aber nicht länger als 5 Wochen dauerte.,
. Die Erpreffungen Ri vellend bewogen den
Herzog Ferdinand, der die Purze Ruhezeit zür
Wollendung ſeiner Kriegsruͤſtungen benuzt hatte, den
Feldzug fruͤhzeitig wieder zu erofnen. Richelien
erfuhr, daß er naͤchſtens den Oberbefehl verlieren
wuͤtde z er beſchloß daher, ſeinem unerſaͤttlichen
| Beige noch vorher ein Opfer zurhringen.- Er ſchickte
lam 9. Januar:1758 ven. General Argenſon, der
Sm an Anmenſchlichteit gleich lam, mit. g0o6. Mann
nach Halberftabt, um Pländerungen vorzunehmen,
welche da6 Andenken beider Generale zum. Abfcyen
der geſitneten Welt'machen, Argenſon gebot, daß
. $ein- Einwohner mehr old 4 Thaler Geld, und. als 5
"Scheel ˖ Korn behalten, alles übrige gemänste ‚und
ungemuͤnzte Gold und Silber, und den ganzen Ges
—
treidevorrath abliefern ſollte; jedes‘ Haus, in dem
mehr gefunden wuͤrde, follte;niedergebraunt werden.
Es wurden 4000 Scheffel Korn, und 121,000 Tha⸗
ler Beto zufammen gebracht ; dennoch pländerte man
"Die Höfer, zerſchlug Spiegel, Fenſter und Holzge⸗
‘särhe, verbrännte die Stadtthore, warf die Pfeiler
ab und riß die Mauern ein, Argenfon felber zer:
ſchnitt in feiner. Wohnung bie Spiegel mit einem
"Diamant, Um feiner Tiraunenwuth die Krone aufs
en . zu⸗
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zufezen, verlange er von den Stadtdep nůirien DT
Berſprechen, jedesmal. eine Tonne Goldes Strafe
zu bezahlen, wenn Preußiſche Truppen in ihr Ge⸗
biet rücken wuͤrden; eine ungereimte Forderung, bie
fie. ſtandhaft abwieſen Als man nun Preußiſcher |
Seits Anftalten zur Gegenwehr machte, fo. zog Ar⸗
genſon nach Aufhebung von 6 augeſehenen Geiſeln J
davon. En u
Nichelien erhielt zu Anfänge des Febrnars die
beſtimmte Nachricht, daß ſein Nachfolger im Konte -
mando ernanht und zur. Ubreife bereit ſei. Ohne
deſſen Ankunft abzuwarten, verließ er augenblicklich | u
bie Armee, und freute fih, daß er feine Bente in
Sicherheit gebracht hatte, mochte e8 feinen Waffen⸗
bruͤdern ergehen, wie es wollte. Am 14. Februar
. traf der neue Oberbefehlshaber zu Hannover ein,
ein Mann, der nicht ungeſchikter gewählt fein konnte.
Dies. war der- Graf von Klermont; ein Geiſtli⸗
cher, noch wirklicher Bepediftinerabt, der nie eine '
Armee gefeben, mie einer Muſterung beigewhhnt
. batte, uud bIoß durch den Willen feiner Beſchuͤzzerin,
ber Föniglichen' Maͤtreſſe, zu dieſem Poften gelangte, ,
Die Kriegsmacht entſprach ganz der Beſchaffenheit
des Feldherrn; beide paßten vortreflich zw einander,
um den Franzoͤſi ſchen Heldennamen in den Augen der
Deutſchen herabzuwuͤrdigen. Klermont, dem es nicht
an Beurtheilungskraft, wenn gleich an Kriegskenntniß
fehlte, ſahe dies ſelber ein; und machte in feinem
erſten Berichte an den Hof folgende lakoniſche
Sciderung. von den Rruppen; fie beſtaͤnden aus.
. dreierlei
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Aneieei Art. Leuten 5 "ein Theil Fußete fobr in ver”
on Erde; ein’ ‚andrer‘ wandelte lebend in Geflalt: son
Dieben und Marodoͤren, und.in ‚der. Hülle don Eume
“pen auf ber Erde herum; und-ber übrige laͤge im
elendeſten Zuſtande in den Hospitaͤlern. Er frage
alſo An, ob-er vie Geſunden züchfführen, oder- ſo
ange in Deutfchland laͤſſen Sollte... bie Be mit den
Todten oder Lazarethuͤtern vereinigt wären. Die -
Deuſchen ließen ihm feine Zeit, weder eine Antwort
von Paris zu erwarten, nöd eigue heilſame Verfür
gungen zu machen. Deniy ſchon am 173 Februar
ruͤktenfie von 3 Seiten her ploͤzlich gegen alle frau⸗
zoͤſiſche Quartiere an, und brachten ihin einen ſol⸗
_
chen Schrei bei, daß er Feine andere Wahl, als vie
ſchimpflichſte Zucht zu ergreifen wuſte. Der Preis -
Biſche Prinz Heinrich rüfte mit 10 Bataillonen
und 10 Sehwadronen ius Halberſtaͤdtiſche, hob zü
Hornburg 300 Franzoſen in ihren Betten auf, und
drang. ind Bisthum Hildesheim. Der Erprinz von
Braunſchweig, jezt regierender Herzog, nahm Ver⸗
den ein, Kroberte Stadt und Schloß Hoya nach
"einen hizzigen Gefechte, und belagerte Nienburg,
wo ſich die Feinde ſchon am gien Tage ergaben.
Ferdingnd leitete. außer dieſen die Hauptbewe⸗
gungen im Bremiſchen. Klermont gerieth in ſolche
Beſtuͤrzung, daß er zu Anfange des März gang Nies’
- berfschfen raͤumte, Zelle, Braunſchweig, Wolfeue⸗
buͤttel, Hannober und Hildesheim eben fo uͤbereilt,
als unerwartet verließ, und das linke Weſerufer
| sohn Hamein und Winden sum Sammelplaze
be
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a. 7 We
7 —— ‚a
-Seflinmte Als aber die Befagpung., her. Fefinng
Hameln von 3560 Mann nach einer Belagerung von
6 Tagen aller‘ voppergegangnen Pralereien ungeach⸗
tet in.die Kriegsgefangenſchaft willigte; da verlor
Klerwont vollends alle Befinnung und allen Muth;
er gab den Befehl zur allgemeinen Flucht his uͤber
den Rhein. Nun ſtuͤrzten die Franzoſen wie eine
nerfcheuchte und nom Hirten verlaſſene Heerde mit
Unordnung und Verwirrung auf.dem nächflen Wege, .
den jeder finden Fonnte, dem Rheine zu, fegten inden , -
erfien Apriltggen bei Düffelporf über diefen Strom,
und erholten fich vor ihrer Angft-nicht eher, als bis
ſie zwiſchen dem Rheine und ‚Sollen iu friedliche
Quartiere verlegt waren. Mur einige im Heſſiſchen
geweſene Truppen⸗ Abꝛheilungen behaupteten ſich
ımier. dem Herzog Broglio dieſſeit des Rheins zu
‚Hanau und Frankfurt. Die Sranzofen flohen allent⸗
halben ſo ſchnell, daß⸗ fi ie Lazarethe, Bepaͤſte, Urs
tillerie, Mögazine, Kriegökaflen und dergleichen *
zuruͤkließen. In trauriger Verfaſſung kamen nur
etwa 30000 Mann einer Armee über den Rhein
zuruͤk, welche. im vorigen Jahre imehr ald 100000
Streiter ſtark eben dem Fluß paffirt hatte: "Der
Herzog Ferdinand machte 11000 Franzofeh gefans.
gen, breitete fich in Weſtfalen au, und nahm fein
Hauptquartier. zu Muͤnſter. Die. Anſtrengungen
feiner Truppen waren groß und ermattend -gemefen ;
er mußte ihnen Erhölung goͤnnen. Bitten 6 Wo⸗
chen hätte er die geplagten Ränder der Alliirten -bes
freit, und bie feinbfelig gefi nnien Bistpämer Weſ
talent
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| fileits- Angenenmen, wo er nun auf Koften de der
Gegner zehrte. Die Franzoſen, welche vor kurzem
in der Hauptſtaͤbten deutſcher duͤrſten als Sieger
wuͤtheten, verbargen jetzt ihre Schande on den
Graͤnzen ihres Vaterlandes, "und wuͤrden von Mit⸗
buͤrgern und Fremden um die Wette verſpottet. Der
VWerſailler Hof fühlte uͤber dieſe Unfaͤlle den tiefſten
Schmerz, und die beiden Kaiſerinnen erftatinten über
eine ſolche pidgliche Umwälzung des Gluͤks in dem
‚Maße, daß fie den König von: Frankreich eined ger
Heimen Einverftändniffes mit den Preußen befchuls
Digten‘;; ein Verdacht, welchen Ludwig nur mit vieler.
mise von fire abwaͤlzen konnte.
Feldzug des FJahres 1155..
Schlachten bei Zorndorf den 25, Aug,
bei Hochkirch den 14. Det,
VDie vielen und durch ſeltne Kraftanſtrenguugen
erfochtenen Siege des vorigen Jahres konnten den
König Friedrich nicht zu dem Ziele führen, wel⸗
ches et zu erreichen wuͤnſchte, zu einem chrenvollen
und feiten Frieden. Er fihrieb nach der Schlacht
Bei Leuthen eigenhändig an die Kaiferin Marta _
Thereſia, und bot ihr die Hand zur Verſoͤnnung.
‚Sie aber verachteteialle Vorſchlaͤge und verftopfte
ihre Ohren vor dem Nufe der Menfchlichkeit: ud
hoͤrte nur auf die Eingebungen der Mache und des
Stolzes. Obgleich durch große Niederlagen erſchuͤt⸗
tert, beharrte ſie bei der Fortſezzung des Krieges,
da
= —E * J *
are HP NONRTT PO daß!es den — zulezt eu
Huͤlfsmittkeln, an-Geld und Mannſchaft feiten, mad
¶dieſer Mautel ihr das Urbergewicht verſchaffen muͤſſe.
Noch mehr wurde fie in ihren feindſeligen Geſinnun⸗
gen durch die Berficheräng der Kaiſerin Eltſabeth
beſtaͤrkt, daß bine größere: Zahl Ruſſen in's. Zeig "
ruͤkken, und mehr Thatigkeit beweiſen ſollte. fie Ku
ſabeth, burch ihre vön Oeſtreicw beſtochenen Miniſter
gtewonnen/ traf wirklich, Die: ernſtlichſten Anſtalten
ihr Wort zu erfuͤllen. Sie Ichikte den Generat |
| Apraxin ; welcder- nach ſeinem Siege· bei Jaͤgern⸗
dorf Preußen verlaſſen hatte, jur Strafe in die
Feſtung, und entſezte ihren Guͤnſtling, ven Miniſter
Beſtuſchef, den Ausſteller jener milden Befehle, aller
feiner Aeniter und Wuͤrden.“ Den Graf Fermor
erhielt als neueb- Befehlshaber die Anweiſung vdas
| Köhigseich Preußen unverzuͤglich wieder zu beſezzen. J
Dies geſchahe höch waͤhrend de Winters, und Eonute
deſto leichter voll jbgen werden, da Friedrich die
wenigen daſelbſt fiehenden Truppen, die fich doch
nicht zu halten ·im Stande: waren, zuruͤckderufen
yatte. Um ſich den gefuͤrchteten Ruſſen in etwas
gefaͤllig zu machen, feierten die Koͤnigsberger ihren
Einzug init. Trompeten, Pauken, und: Glokkenge⸗
laͤute von allen Thuͤrmen. Fermör ſchikte die
Schluͤſſel dei Hauptſtadt an die. Kaiſerin, gebot allen
Kollegien und Buͤrgern, in den Kirchen der Rjiſſi⸗
ſchen Negierwiig den Eid der Treue zu ſchwoͤren,
umd alle Ruſſiſchen Feſte zu feiern. Es ſchien dem
‚unge Friedrich, als db die Preußen in ihren Ehe
Galins Dt. Geſch. 6, Thi. 1.M0tb. time
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EN u \ "258 — u ur
eeubejeugungen- en: ihre Unterdrffe weite
gangen ‚wären, als fie nöthig gehabt: hätten; und.
- ee. befuchte nachher Königsberg. nicht wieder. _.:-- f
Es war gu erwarten, daß dir Ruſſiſche Armee,
Bald- tiefer in das Innere der Füniglichen Staaten,
eindringen würde, Friedrich nehm ich. beöwes "
gen vor, erſt einen Hauptſchlag gegen die Deftreicher
zu vorſuchen, -und..wenu dieſe zu Boden, geworfen,
waͤren, ſich aloͤdann gegen die Ruſſen zu wenden, -
Ber allen aber mußte die Feſtung Schweidniz
“ , gubert "werden. Sie war. mit gcoo- Deftreichern
beſezt, mit vielen Rebeusmitteln angefült , und mit
wohl: auögebeflerten Werken verfehen, ließ alfo eine
J tapfere Gegenwehr erwarten. Friedrich zog im
März feine Schlefifche Armee gufammen , ließ am
1. April die Laufgraͤhen erdfnen, und von 8; April,
an ein lebhaftes Feuer auf die Feſtung machen. Je⸗
doch die Belagerungsartillerie war zu gering, die
Munition zu ſparſam, und die dazu gehörige Mann» -
ſchaft zu ſchwach; nie Belagerung ruͤkte langſam
| pt, and. ſchien am ‚Ende mißlich zu werden. Der,
Ingenieur.« Oberfie Balby rieth Daher zum Sturme.
Der Koͤnig bewilligte den Borfhlag In der Nacht
zum 16. April. wurde er mit ſolchem Gluͤtke ausge⸗
fuͤhrt, daß die ſtuͤrmenden Preußen mit geringem
Verluſt das Hauptfort einnahmen, und die Oeſtrei⸗
cher dadurch ip ſchrekten, daß fie ſich noch am naͤmli⸗
chen Tage zu Kriegsgefangnen ergaben,
Nach der gewuͤnſchten Beendigung dieſes Unter⸗
nehmens ſaun Sr auf wichtigete Entwürfe,
243: 2 Er
1
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‘x ” .
“ Y . > RG . „.' e”
m 259. — —
2 u. fi :
Er richtete fein. Augenmerk auf Mähren, und
beſchloß, die Feſtung Ollmuͤtz anzugreifen, . Gr
ſahe ein, daß er ſich bier auf immer nicht behgupren
wuͤrde; dies war auch feine Abſtcht nicht. Konnte |
et Ollmuͤtz erobern, fo mußten die Deftreicher für ,.
- Wien beforgt ein, folglich alles anwenden, eine
ſolche yichtige Feftung wieder zu gewinnen; eine
ſolche Operation haͤtte fie den Sommier hindurch in
einer von den Brandenburgiſchen Staten weit ent⸗
fernen Provinz beſchaͤftigt; und Friedrich waͤre ir
den Stand geſezt worden, von den Oeſtreichern un⸗
geſtoͤrt feine Hauptmacht gegen die Ruſſen zu führen,
and fie mit Rieſenſtaͤrke anzufallen. Der Ausgang ,
eniſprach ſeinen ſchoͤnen Erwartungen nicht; die Ans. |
tetnehmung ſehlug gänzlich fehl.’ Friedrich hielt ſeit
Vorhaben fo geheim, daß der Feldmarſchall Dam, .
welcher mit der Hauptatmee in Böhnten fand, und .
men Einfall in dies Königreich vermurhete, wönid
getaͤuſcht wurde: Die Preußifchen Truppen machs
ten gu Ende Aprils allerlei Wendungen gegen Boͤh⸗
*
men, aͤnderten Aber ihre Bewegungen pfözlich,. uny“
bezogen fihon am 3, Mai bei Olimutz ein Lager,
Ba die Deftreicher noch mit Bewachung der Boͤhmi⸗
ſchen Eingaͤnge befchäftigt waren. Die Belagerung
I.
‚nahm unser Aufſicht des Generald Keith und des
Odberſten Balbih ihren ungehinderten Anfang, aber
Then in der erſten Zeit mit nicht vielem Gluͤkte.
Die Laufgraͤben wirden in einet Entfernung Bon -
1500 Schritten von der Feftung angelegt, und durch
die gu große Weite alles anfaͤngliche Schießen ganz
Am. un⸗
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2
1
”‘ So
er 260 — —
dieſen Fehler, und ruͤkte alimaͤhlig näher, „ aber erſt
zu einer Zeit ,.wo die Daunſche Armee aus Bbhmien
pawirkfam md umuͤtz hemacht. Man verßefferte |
heray marſchirte, und 2000 Mann Verſtaͤrkung in
die Feſtung zu werfen Gelegenheit fand. Die Preu⸗
ßiſchen Angriffe wurden uͤderhaupt nicht mit der
Geſchiklichteit und dem Nachdruk betrieben, wodurch
ſich ihre Thaten im freien Felde auszeichneten; und
dies entweder daher, weit fi fie diefen Tpeil der Kriegs⸗
kunſt nicht ſo gut verſtanden, oder weil Friedrich da⸗
mals auf das Artillerie ⸗ und Jugenieurweſen nicht
die gehoͤrige Aufmerkfamkeit und die nörhigen Geld⸗
ſlummen verwendete. Das viele vergebliche Schie⸗
ßen verurſachte bald einen Pulvermangel; die zahl⸗
Iofen Schwaͤrme der leichten Truppen von Dauu's
gloßer Armee ſchnitten die Lebensmittel ab. "Der
aiferliche Befehlshaber in Ollmutz, General Mate -
ſchall befaß Erfahrung und Muth, die Bürgerfchaft‘
Daterlandsliebe und Eifer, mit allen perſoͤnlichen
Aufopferungen die Beſazzung zu unterſtuͤzzen. Das
Feuer aus 80 Preußiſchen Kanonen, und 128000
geworfene Bomben und ſchwere Stuͤkkugeln hatten
verhaͤltnißmaͤßig nur wenig Verwuͤſtung in Ollmuͤtz
angerichtet. Friedrich mußte alſo kraͤftigere Uns
ſtalten machen, oder fein Vorhaben aufgeben. Das
erſte ſuchte, aber das leztre erfuhr er. Das Schik⸗
ſai der Feſtung hing jezt davon ab, ob ein: Traus⸗
port von 4000 Wagen, die mit Kugeln und Pulver,
mir Kebensmitteln und SKleivungsfiülfen beladen
woren, bei dem Preußifchen Belagerungskorps glüfs
u W lich
—
[x Du
1
— — — —
wa antäri ser le Daun hain —* dem Uhr
gange dieſcr groten Zufuhr von Koſel. und Reiße
|
Nachricht befoinmen, und gebot deni General Laus
don, alles Moͤgliche; zur Wegnahme. oder Zerftdrung
deffelben zu thun. Laudon, freilich durch außer⸗
pidentliye Ueberlegenheit an Truͤppen/ und durch
Die ihm genau befannten zahlteichen Hohlwege und
Gebirgspaͤſſe beguͤn ſligt, fuͤhrte dieſen Auftrag zu Preua
fans Nachtheil fo erwuͤnſcht aus, daß ſein Name
von nun an im ganz Europa Aufſehen erregte ‚und
daß er den bisher‘ umuberwuadneii Bieten zum | Ä
erſten Mate beſi iegte. |
‚Der Preugifche Öberfte Mof ei; ‚ ein talentvol⸗
ie md würdiger Offizier begleitete und dekte den
Wagenzug mit 9200 Mann, die zum Theil aus
- Genefenen, and aus jungen Rekruten 4 bie noch kei⸗
nen Feind geſehen hatten, beſtand. "Er Fam ohne
Schwierigkeit bis Troppau. "Die Fortſetzung ded
Marſches wurde mit jedem. Tage bedenklicher. Am⸗
28. Junius ſahe er ſich ploͤzlich in den Gebirgsengen
bei Bautſch von Kroaten und ungarn umringt; et
vertheidigte fich jedoch ſo tapfer, daß er, obwohl mit
viel Mühe, die Pauiduren vertrieb, eine Kanone ers
beutete, und 206 Gefähgne mathte, Nachher jagte
| er felbft den General Laudon mit einem Berluft von
500 Mann zurüb, "nid, erreichte am Abend nach)
groͤßen Muͤhſeligkeiten den Ort Neuddrfel, wo.
er zu feiner Freude den General Zieten antraf, den
ihm der König mit einigen Regimentern zur Huͤlfe
| ſchitte. Dieſer es verbefent jeboch bie üble Lage
| ‚nicht
oe En
iu helche d der Pogenfrentport gerathen wer, Pu
den erſten Kanonenſchuͤffen hatten die Kuschte ‚alle
Faſſung verloren, theils die Wagen verlaſſen, rheils
die Pferde ausgeſpannt, fi ſich zerſtreut, und den Weg
"nach Troppau zuruͤk genommen, Die feindlichen
Huſaren benuzten dieſe PBerpirrung r, pluͤnderten
mehrere Wagen, zerfprengten. die Äbrigen Fubrleutgg
und eb fie wohl endlich verjagt wurden, beförderteg
fie dennoch ‚manchen Verluſt mud- Schaen, De
= General Zieten,, ‚welcher. um den. Dherbefeht. nerg
moͤge ſeines Rongis erhieit, wendete die Racht
.. und ben folgenden 239, Junius dazu an, in Neuz
e
‘
dorfel ſo viel Wagen, als. woͤglich war, wieder
zu. ſammlen, und die gefldrte Ordnung herzuſtellen
Es ward. aber kaum ‘die Hälfte der Wagen wieder
in Gang gebracht: und bei den yon. langem Neon,
perborbenen Wegen fiel es den ‚eymatteten Mferden
Außerſt ſchwer, ſie fortzuſchaffen -Diefer Aufenthalg
"gab dem geworfenen Laudon Zeit, neue Truppen .
torp6 an fih zu, ziehen, und ſich zu einem deftigen,
- Angriffe zu ruͤſten. Er legte ſich zwiſchen den Ge⸗
oͤlzen von Fieda und Domſtaͤdtel in einen,
fürchterlichen, ‚Hinterhalt, und lauerte auf bie Preug, - i
gen da, wo fie durch Finen beſchwerlichen Hohlipegz
am 30. Fun ziehen mußten. Der. HPreußiſche Gen
neral ven Kr o kow kam mit dem Vorderʒuge von
250 Wagen gluͤklich durch; dies war eine feindliche,
Kriegelift, um den großen, Wagentransport fi ficher a,
machen und ‚herbei zu lokken. Alz ſi fi & dieſer naͤ⸗
herte eher big, geinde den etang lang, De,
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— 263 —
dies; p\ beganiien ein himziges : Geſerht bei wel
. ‚Hhem ſſich dennSiegrroy aller Hinderniſſe auf Zieb,
sen? Seiteneign. Schon hᷣqtte vleſer Heggemoknig
Held mehere feindliche :WBatdillonengewerfen;, einige <
Kanonen erobert und den Meg gedfnet, als Laudon- .
wie ein reißander Wald ſtrout vou den · Bergen harab⸗
ſtuͤrzte umtgidie Preußen nicht bloß von vorn, fon⸗
dern auch am aidern Ende bed Hohlweges, und ven
den Seiteinit.agooo Mann waͤthend auftel. Eines V.
fſolchen Urbermucht: mit Erfolg zu widrrſtehru, ge⸗
hoͤrte uuter⸗die unmoͤglichen Dinge. De⸗ Magen
zug wardans einander geſprengt· unt geplündenkz:
vas Pulver angeshabit, aller Verrath von Lebende.
bedauͤrfniſſen vornichter; und RZur ren⸗ Preiſenss
bisheriger ungeſchlagner Het, zum Meichen gende,
iger; er handle. zum lezten Augenblitke de
. Kampfes, was Much und Verzweiſtuug ihm etugabe
er ſtuͤrzte mir feinen Getreuen in den dikſten Haufen,
bis er ſich abgeſchnitten ſahe ab ıummerbeftäubiger: - -.
Ks
JZechten von wenigen Woffentikenwälngeben ih '
bier Molh ad ro ppa wien: En
. 77 u Mt 35* Et α“. * 4 Pain Sue: ime
BieTapferkete ver‘ Brenn verdient lies: eek
8* ungtachtet dennech Achrung u Bewundermg.“
Sie thaten mohr, als virle Kreger undrer Arrucen!
gzethan haben: Winben!“ Ueerfahrnaiuib upeäben: -
Wirfehe' von STE: do Ahr; era vom
Mugerbbet mib der Handtorrks ſtube weggewomncin
waten,ſothnern nieSpaetaniſchri Standhäaftigkeitn⸗
Bba eg Dany Gera
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ranbaus Der Mrafſchaft Mappin uud ser: Prigni
sanken uͤher Han mihtt chreur Onuptibane: Pirch nach
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gelangen, unbaan!3o venteten — roppan. 9
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Der Geueral Rrokow —* —* 250 |
Wagen, wahre 37: Metomagen Die: Spigperausmadiy
ar, war glaͤklich I Preußiſchen· Neger au; allein
brr innerfezkiche. Verluſt des uͤtrigen · Transporis
mochte fuͤr den Röwig.den fraurigen- Entichluß: north
wendig die Velagering aufzuheben, iund den Mälz
ug sauß. Mässen.angutietem. BSriepricdrd Lage
"abe hchſt · nriich/ aber ‚feind:Brikedgegemunrt,
verties ihn nieyı fieczeigte ihm: Rislmehr: Yerade-iet
dem ‚Uugenbiikte,: go :nlkes-nerknwen. zn-fein fchien,
Kir Minel· gꝛe Meta; Der natoͤrlichte und naͤchſte
Aeſuchtsort Fürfeee. ern Hungen untneinem wachn
fenien- Feinde⸗ gedruͤngte Armeewar Schlefiem
‚ Bye itumeleauch ·wut ſalcher· Mewiſheit auf den .
Nualzug: rei Main diele Mrrviez/ Haß er Die
feinſten Anſtalten arafg die ahziehenden renden auf”
dem Wege zu umringen und aufzuheben, und daß
A ei die Moalichkeit: einer · audern Maß:
rxatuaveaſchwabte. Dvach fen. veranderten Stela
lugen Buster Die Swrate vach. Voͤhnnin, und ent⸗
ang diefem Abnigaittp ale Reibeſeignn.veil. c
gað nicht: aaa Dachtar- bh: Friedrich in ein gebichn
giatz ud lab lied San aufundhlaieen Mupeuu
uehen konne. DChen; heran anti erwähhte lestiap
ehe: Arge —— ver —*
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— 265 — J |
3: Then Nacht, mit ſolcher Vorſicht und
Elle, daß die ODeſtreicher ihr wuhres Vothaben
auchtreber als nach geſchehner Vollziehung gewaht
wurdeu "Ar Tage bezogen die Bataillone, vom
gewobnlich, die Laufgraͤben, und die Amuleriſten
machten aus allen Batierien yin.gewaltiges: Feuer,
nm alle. noch vorraͤthige Munition zu verſchießen.
‚Die Beine: hielten daher ihren Abzug. fuͤr noch eute
‚Hera Des Nachts wurde alles Seſchuͤr bie aufs
Moͤrſer una eine uubrauchbare Kanone algefahren,
EWes uͤbrige Wiehl, ufcdie Wagen geladen, und de
- Mannichaft in Marſch geſezt;. nur 30 der hofnungtz⸗
lofeſten Kranken: mißten aus Mangel au Fuhrwerf
zuruͤkbleiben, und: dem Edelmuthe ˖ ber. Feinde übers
Ioffen werden, Mit Unbruche des Tages. mar die
ganze Preußiſche rmedrbereith in Sicherhrit; und
pobgleich· ihr: ferneret Zug mit einem Trofſe von bes
em Bepäfte über ‚Berge und durch Thaͤler
‘ in der breunendſien Gommerhigꝛe, und unter heſtaͤn⸗
digem Schuarmuziren bersleichten Truppen fort geſezt
wurde... fo langte Friedrich dennoch ohne ven Verluſt
aines einzigen· Wagens· gluͤklich hei Römigingeds an.
Keith. and. Fonquet; haten vorzuͤglich viet zum Ge⸗
Ungen Wei "bemunbesungänäirdigen Ruͤlmarſches
bdeigetragen. In Wien erſtaunte man üben dieſen
Meiſterſtreich, und hczeigte ſich uͤber Daun’d Betras
gen, daß: ennden Pruden: koinen beſondern Saab u
‚ugefänt. Harte, bichjkanzuftienen, -
35 Bere hatte Fried rach feinen’ mhaendolen Rühr
ug aud Mahren geendigt, fo nue m ſtch nach
s
BE . von
, . * “ ,
A
2 — 386. ;
"am nalegenſten Thbeilen vr Neu tar
amd: Much der Ruffen Einhalt zu: thun. Dice
harten nach der Befizuahme von Preußen ihrrurver⸗
hekerenden Zug durch Pommern und Polen nach der
Meumark fortgeſezt, und alle ihre Schritte mis
blutiger, mit. unmenfeliches;, mit. chieriſcher Oxanz
ſamlbeit bezeichnet. Der Proußiſche General ,- Graf
Dohna, welcher bie. Schweden in Stralfanb und
euf der, Inſel Magen eitigeſchloſſen hielt, nmÄte:
awar den, Ruſſen entgegen ruͤkken; aber erwarnitht
m. Standa, mit feinen’ 16600: Mann ‚einer. Armer
von 70,000 Streitern ‚die: Spint zu bieten; er
konnte nicht verhindern, daß: disungluͤltiche Stadt
Kuͤſt vin auf eint boiſpielloſe Weiſe zerfibit- wurde.
. Der Ruſſiſche Oberbefehtähaben, : Graf. Fermor,
ſah wenig. Wahrſcheinlichleit vor ſich, hiefe Feſtung
- au erohern, da er fie nur von der Nordſeite her Bes
ſchießen, und wegen der Mühe der -Dobnafeuent
Armee wicht yon aken Orten. her: umringen Tonne) '
Dennoch wachte er einen. Merſuch fie vielleicht durch
| — in ſeine Gewalt-zu Sekommen. Er rich⸗
tete daher :gläich Aufangs ſein Abſehen nicht auf · dio
Veſchatigng den Feſtung, ſondem auf die Verbren⸗
ng ber: Stabt. Er ließ am 15.’ Ung, Marens
sign: entfezlichen Regen. won gläßenden - "Kugeln;
Braudgranaten und. Vomben: auf wies Stadt ſchuͤtten.
Schon die dritte Oranate: Marek; um⸗ em Uhr
ſtanden alle Straßen: zn Hemer; nud Muchmimgee
winen :allenDänfer- in Aſchenhaufen verwacdelt.
Diebadıken Eimanipes dachten an lein ſche⸗ bey
Slut,
⸗
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@let,.und. an kein Matten ihres Bernskgeng, ſondem
nur an die Erhaltung ihres Lebens. Bie.liefen zum,
Kpeit. nalkend davon, verſtekten ſich in den Gewöla
bern der Feſtung oder ‚eilten fiber ‚Die Oder in das
iqufeitige. Land wa feine Ruſſen ſtanden. Viele
Veerſchen Samen in. ‚den, Flammen um; Andre wur⸗
den. von dem. ‚einftärgenhen, Manern zerffhmertert;, -
meyrer⸗ ertiteen iyıpen..Relen, Große. Krichthüe -
wer, koſtbare Sthaͤzze. gingen in Rauch anf. Viele
Evelleute und ‚Bürger: qus des umliegenden Nachbare,
{haft batten ihe heiten Sachen nach Kaſtrin ge⸗
bracht, wo nun gües,. vom, Feuer verzehrt wurden .
Sp nun gleich, nichtg mehr. zu verbrennen. war ‚fe:
"führen bie Ruſſen. doch pie zum Abende. mir Schiea,
Ben. fort; und, old ndlich die Dffigierg des yunüzzen,
Bombardirend ‚müde, . damit aufhörten, fo. gebot,
Graf, Bermog, bei eigbrecpenber Naocht. degaech Di,
‚werfen, weil, ‚non fe in diefem Sahıe. ‚nicht, weiten
brauchen würde, Das Feuer würhese, ſo ſchreklich,
daß bie. Kanonen, i in ‚den Benghänfern ſchmolzen.
Dir Ruffen unterhielten doch au den folaenden Tagc
Sn, ſchwaches Fener; und erſt am Izten forderten fie, .
den Kemmandanten unter. den ſtaͤrſten Drohungen.
vir Ugbergabe. auf. gOieſer ‚aber, antwortete: bie, -
Giegpt. ift ein Steinbgufen; Die Trßung,indefen if,
unverlebrt und. die Garniſon hat nichta gelitten ;.äcn .
Tan, daher ruhig vᷣbrdatten was Fezmox weiten,
vornehmen Würde. Der Kommandant Tonute, bie- Aufe
fggperung nm Aale.gier: abfeolagen, weil,beg, Genen
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and die Gatniſon durch friſche Truppen abloͤſete.
AUngeachtet ſeiner muthigen Antwort'hatte der Kon
wandant große Fehler begangen; nnd auf ſeine nach⸗
herige Rechtfertigung erwiederte Friedrich?
Schweig er; ich bin ſelbſt Schu? "warum haͤbe
ich ihn zumt Befehlshaber gemacht! Die Rufſen lie⸗
fen nun von Ka ſtrin ab, weil Friedrich im ſchnell⸗
fen einmanfihe gegen fie begtiffen war
Die Venäkfige‘ Hauptarmee blieb unter. dem
- Markgrafen Karl und Felbmaeſchall Keith zur
Beobachtung der Deftreicher m Schleſi ten, Brier
vrich brach von hier mit 14000 Mann am 10, Aug
Auf, und legte den wälten: Weg His in die Mark fd
ellig zurik, daß er oh am 21. hei Küftrin eintrafz |
wo er ſich mit der Armẽe des Giafen Dohng vers
einigte. Das graͤßliche Schauſpiel, welches ſich
-
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it Voni ſideme eine Swiffbeut⸗ über die Se |
ſchlug, die Gemeinſchaft mit der Stadt herſtellte/ J
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ihm hier därſtellte, übertraf voch die traurige Schil⸗ |
derung, welche ihm der Muf von ‚der Graufamfeit
ver Ruſſen gemacht hatte. Er kannte fein Vater⸗
Fand wicht ner: Verdͤdete Gelder, ‚niebergebrannite
Dörfer, raucheude Wfchenhifen ,; vertriebene Ban?
ren und herum irrende Buͤrger erfüllten ihn quf der
. _ einen: Seite mit ver‘ tiefften Wehmuth ‚ anf. der ans
dern mit dem heftigſten Zorne gegen bie Utheber die⸗
. fir Graͤuel.“ Alte feine Krieger Iwaren von gleichen‘
Empfindungen ' durkhbrungei‘; fie“ darſteten nach"
RKache, und wurden ungedalbig, ‚daß dieſe noch einis
ge Tage arfzeſcheben werden mußte, Die Diver -
— trennte .
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renute beide Armeen: Friedeich mnſte dem —8
gang uͤber das Waſſer im Angeſichte des Feindes
nicht wagen. Er marſchirte Daher am linken Ufer
noch einige Meilen weiter abwaͤrts, und ſezte den
Ruſſen unerwarter bei dem Dorfe Ga ſtebieſe
‚über die Oder. Ohne Aufenthalt zog er ſich venn
waͤrts gegen den Feind und traf am 24. Auguſt ia
der Naͤhe deſfelben ein. Sogleich machte er Anſtalt/
auf den folgenden Tag eine Schlacht zu liefern, wel⸗
che auch bei dem Dorfe⸗ Zorndorf Start fand/
eine Schlacht, welche. ‚mit blutigen Zügen in den
_ Sahrbüchern der Menfchheit eingegraben ift, Dom .'
‚.bitterften Unwillen gereizt, wollte Frirdtich die Rufen
wicht bloß ſchlagen/ ſondern felbft vertilgen, weil er
es in ſeinen Zorne fuͤr gerecht hielt, ſolche Unholde,
weiche alle: Gefühle der Menſchlichteit verlaͤugneten,
- ganz auszutotten. Er ließ. deswegen ale Bruͤtken
abwerfen, um ihaen die Flucht unmöglich zw:
wachen; er gebot ſeinen Truppen, keinen Rufſen
in der Hizze des Gefechts das Leben zu ſchenken,
ſondern alles nieder zu ſtoßen was nicht weichen:
wollte}; und die übrigen in die Mordite der Oder zu.
- fiörzen, Es wat 8 Uhr am Morgen des 25; Ans:
guſts, 818 die Preußen mit 30 Kanonen bie Schlacht.
‚ erbfneten. Das Feuer. diefes "groben Geſchuͤzzes
machte eine fchreflihe Wirkung auf den rechten Fe. |
gel der Ruſſen, weil diefe in einem vollgepfropften
Vierek fanden, deffen Mitte die Reiterei, das Bes:
paͤkke, und das Meferbeforps im fich faßte. Von
Bien guten Anfange ermuntert ratte der linke =
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gel der Preußen zü raſch und ur hizzig vor,‘ ode du
Begleitung der. Reiterei abzuwarten. : Einige Rufe
ſiſche Ravallerie.a Regimenter bemerkten den Fehler,
welchen die Preußen macehten; fie griffen fie ‘son
vorn und von der ‚enitblößten Flanke an, und trieben.
u fie lebhatt zuruͤk. Der Ober⸗General Fermor
glaubre fchom alles gewormen. zu: haben, erbfnete da⸗
J her das Vierek und ließ eine Reiterei heraus, um,
wie er meinte, nicht zu kaͤmpfen, fopbern nur. zu vers |
folgen, In ſtolzer Sicherheit" und :acit: frohem Eis
gesgeſchrei ſprengten die Ruſſen hinter den Preußen J
her und bildeten ſich ein, auf die Ordnung ihrer Sie |
der sicht. mehr: ſo genau fchen zu dürfen. Sie hielz .
sen ihre Linie nicht, ihre Reihen ſchwanlten; es ent⸗
ſtanden Lüften: und. Unordnumgen. In dieſem ent⸗
ſcheidenden Angenblikle kam Seidliz mit der
Preußiſchen Reiterei berang und et, der Sieger. bey.
‚ Ropbad, murde nun auch der Ueberwinder der
Ruſſen. Leztere hatten Zorndorf angezuͤndet. Dies
hielt die Preußen nicht auf. Ihre Dragoner ; jagten:
vurch das brennende Dorf, ihre Kuͤraſſiere nahmen
eine ſchwere Batterie weg und ihre Huſaren griffen
raſch an. In einer Viertelſtunde wat die Ruſſiſche
m Kavallerie geworfen und gefprengt. Hierauf wurde
das Fußvolk angegriffen, das erwähnte Vierek von:
Allen Seiten durchbrochen, und ſchreklich niederges
meet Die Wuth der Preußen wurde durch die,
Stumpfpeit und. Hartnaͤkkigkeit der Muffen vers .
mehrt. Obgleich sänze Reihen nach einander zu
Boden, geftrelt,. ae ihre Abteilungen und Linien.
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datchhauen- und ihre die Mittel der Vatheidigum
benommen waren, fo-wichen fie doch nicht, ſondern
ſtanden gleich den Mauern, und ließen, ſich wie das
Schlachtvieh in dumpfer Gleichguͤltigkeit erwuͤrgen.
Es war leichter, fig zu toͤdten, als zu vertrelben.
Die blutigſte Wunde, ſelbſt ein Schuß durch den
Leib fonnite fie oft nicht niederwerfen.. Die Verwirs -
sung nahm .enbfich fo überhand, daß bie hinterm
Zreffen der Ruſſen auf ihre vordern Glieder ſelbſt,
Zeuer gaben. Viele Negimenter dachten, an feinen:
Widerſtand mehr, fendern pländerten das Gepäffe,.
nund befoffen fi) in Brantwein, der auf ben Marke⸗
tender⸗ Wagen gefunden wurde. Vergehens riefen-
“fie die Offiziere zur Ordnung, : vergebens zerſchlugen
‚ fie die Brantweinfäffer; die Gemeinen achteten Feig
ner Kriegszucht mehr, fie erfhlugen einige ihrer.
eignen Offiziere „ und ftärzten auf bie Erde, am den:
vergoßnen Brantwein-mit dem Sande zu verfchlufs
fen, Um 1 Uhr Mittags war der ganze rechte;
Slägel der Ruſſen zuſammengehauen uber in die‘
Moraͤſte getrieben; die Koſaken liefen als tolle Men⸗
ſchen mit entfezlichem Geheul umber, und, von diefep °
Seite fanden die Preußen, nichts wehr zu uns,
Ihre Kavallerie zog ſich nach Zorudorf. zuräß,.
um ſich wjeder zu ordnen, und nene Kraͤfte zu ſam⸗
‚Im. Bis jezt waren die Bataillone des Preußiſchen
rxchten Fluͤgels gegen den linken Ruſſiſchen noch gar
nicht von der Stelle gerüft ; nun erhielten fie Befehl,
gleichfalls anzugreifen, ....iber hier- gelaug es den
Preußen nicht einen enfgeidenden Sieg zu erringen,
er Die
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4
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Die Bien“ machten ihnen ige 5% jr Stat:
flreitig, und es wurde mit abwechfelndem Gluͤkte ger
fochten: Ja die Preußiſche Infanterie wich einmal
tm Angeſicht des Könige vollig zuruͤk, und kein Zus
reden, Feine Drohung konnte ſie Jam Stehen brin -
gen. Auch ‘hier machte. Seibttz' alles wieder dur:
Er flog vom linken Flaͤgel herbei, und don einigen
Maͤrkiſchen Infauterie⸗ Regimentern unterfiäz® jagte
ex die feindliche Kavallerie in die Moraͤſte. Freunde
und Zeinde kamen endlich mitten untereinandei, und
Jaͤmpften ohne Orbnüuhg, wie fid) Einzelne Bataillone
gegen ‚über fanden. ‚Weil es beiden Parteien Pr
Pulver fehlte, fo fewerte man gar nicht mehr, ſon⸗
dern flug ſich mit Bajonetten, "Slintenfolden und
GSaͤbeln herum. Zwei Preußifche Infanterie s Regi⸗
wmenter Biegen im Vorruͤlken auf einen tiefen Grund,
in welchem die Ruffifche Ariegsfaffe, der Artillerier
zug und dad Gepälte ſtand, welches fie plänverfen
‚nd erbeuteten. Die Nacht gebot zulezt, dem
ſchreklichen Morden Einhalt zu thun. Nur die Ko⸗
ſaken ſchwaͤrnnen noch herum, /beraubten die Todten;
und erwuͤrgten die Verwundeten. Die Preußiſchen
Huſaren vertrieben fie nach langer Anſtreugung,
’ 1600 derſelben verließen ihre Pferde, und liefen in
die. große Gihäferei von Quarıfiben, mo. fit
ſich durchaus hicht . ergeben wöllten, fordern ak:
Verzweifelte forhten. Darüber gerieth das Dach,
tinter welchen viel Stroh lag, in Brand, und! etz
Räte oder erfchlüg ſaͤmmmehe Sofaten, |
* w
ar
Beide
.
j — 73 —
vewe ‚Heie bileben die Radır Aber uyter ten
"rer ud : ſammleten ihre. gerfireuten Truppen,
Die Ruffen waͤren gern vom Schlachtfelde gewichen,
wean ihnen eine Bruͤkke den Weg zur Flucht gebahut
haͤtte. Sie lagerten ſich daher in unordentlichen
Haufen auf der Erde; mit Anbruch des Tages gaben
ſie ſich alle Muͤhe, die Regimenter wieder zu ordnen·
Sie kamen damit ziemlich zu. Stande. Friedrich
‚sunterfuchte ihre Stellung am Morgen felber, ließ
. - feine Armee in Schlachtorbunng aufmarfdjiren, und
- sbegeigte große Luft, das Gefecht zu erneuern, Aber
“feine. Munition war groͤßtentheils verſchoſſen, und
‚bie Frmatiung feiner Kadallerie zu ſtark. Es blieb
Daher von beiden Geiten. bei bloßen Kanoniren, wo⸗
it man jedoch um. st Uhr aufhbrte, Erſt amızıem
Zage zogen fich die Ruffen bis Landsber g- zuräf, .
‚wohin ‚fie don den Preußen verfolgt vonrden, denen -
fie. alfo die Fruͤchte des Sieges uͤberließen. Die
MRuſſen, welche wegen einiger abgeſchikten Detafches |
ments‘ mit 50,000 Manu in die Schlacht geräüße
'waren, ‚hatten 18,000 Zodte und Verwundete,
3000 Gefangne, 103 Kanonen, 27 Fahnen und ıhre
Kriegskaffe eingebuͤßt. Die Preußen zaͤhlten 10,000
Todte und Verwundete, und verioren bei’'m Weichen
ihres rechten Fluͤgels 1470 Öefangne und 26 Kano⸗
nen. Wegen dieſes Umſtandes, und weil fie, obs.
wohl-auf. einer andern Stelle, die Nacht auf dem
Kampfplazze zugebracht hatten,“ fchrieben fich die
Ruſſen den Sieg zu, und ließen zu Petersburg '
| Dankfeſte feiern, welches ihre Bundesgenoſſen nach⸗
"ort Br. ia. 6. Sb I. Abtb. DZ ahniten.
a
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BE. PR
—* Abt übt eigweb Bekenntuiß —8 Pa |
Bermor.. erſuchte am erfien. Abende den Generäl
‚ Dohua um einen atägigen Waffenſtillſtand, damit
er die Todten begraben koͤnne. Dohna antwortete:
Der König, mein Kerr, hat die Echlacht gewonnen,
und er wirb für die Beerdigung ber Todten, und
Werpfleanug der Vleſſirten Sorge tragen, Der Ru
‚ Bioe General Panin war aufrichtiger, : Bir has
1, fagte er, den Wahlplag behauptet, aber tobt,
erwundet und befoffen. Friedrich ließ feinem
u Seidlis volle Gerechtigkeit wiederfahren.. NIS
ben der Engliſche Geſandte in deffen Gegenwart zum-
Sn
Quartier einige Tage auch wirklich gefallen laflen; -
nachher geftattete er ihnen, fich im eine nicht abge⸗
brannte Vorſtadt zu begeben. Der. zerrütiete Zu⸗
ſtand der Ruſſiſchen Heere ließ für dies Jahr keine
‚wichtigen Dinge mehr. erwarten. . Friedrich befahl
Wiege Gluͤk wünfchte,. ermieberte er: ohne dieſen,
indem er auf Seidliz zeigte, würde 88 fchlecht ausſe⸗
hen. Unter den gefangnen Ruſſen befanden fich die
Grafen uud Fuͤrſten Czeruiſchef, Soltikow, Sul⸗
kowski und andre, denen Friedrich wegen ihrer zuge⸗
laßnen Verwuͤſtungen veraͤchtliche Blikke zuwarf,
und entgegen rief: ich habe fein Sibirien, wohin ic)
fie ſchikken Tünnte, fie follen Daher. in die Keller unter
der Feſtung Kuͤſtrin kriechen. Sie umßten ſich dies
daher dem General Dohna, fie mit eine Theile
der Armee zu beobachten; ein andres Korps fehikte
“er gegen bie Schweden; und mit den uͤbrigen Regi⸗
men⸗
-
N '
* 278 u.
werten ging er nach Sm, m nr air
vöthig war.
Der Enigiche Vruder, der PR Heinrich
hatte unterdeſſen zu Friedrich's greßer Zufriedenheit
Die ſtaͤrkſten Beweiſe eines geſchikten Feloherrn abge⸗
legt, wenn er gleich keine Schlacht lieferte ‚fe viele
meht der Klugheit gemäß vermied, Er befehligte
‚ur 20,000 Mann, uhb wuſte ſich doch gegen
Fanffach Härkere Feinde, die ihn von vorn und ig
Mälten bedrohten, ohne Verluſt zu behaupten, -
Auf der einen Seite haste er es mit einer zahlreichen
Meichſ armee unter dem Herzog von Zweibruͤtken zu
chun, anf/ der andern mußte er.die Angriffe Daun - -
Am Ruͤkken befuͤrchten. Sein Muth, und feine Ge⸗
wanothejt ‚unerwartete Bewegungen‘ zu machen und
wortheilhafte Stellungen zu nehmen, retteten ihn,
Der Hauptzwek ber Reichſtruppen, welchen die
Oeſtreicher kraͤftig unterflügzen und befdrdern ſollten
amı 22. Mai nach Saatz, wo ſie die Gelegenheit abe
wartete, nach Sachſen dringen zu ſoͤnnen. So
ange aber Friedrich in Mähren die Belagerung von
Dlimäg betrieb, verhielten ſich Die Reichötruppen -
ganz ruhig, und verhinderten es nicht, daß der
Prinz Heinrich durch einzelne Detaſchementer
war die Eroberung Sach ſeurs, und die de
wimung der beiden Elbufer. I dieſer Abſicht I
Brady die Reichsarmee in der Mitte des Mais ans
‚Ihrem Lager bei Bamberg auf, süftenach Eger, und -
. wamberlei kuͤhne Entwürfe: ansführse, ihr Haupts:
wegauin in Bamberg zerſtdrte, mehrere muſcrd fuͤr
} m
(5 2) | u. z
*
7 -
\. ur — 376. —
fſe verſeichte Gewehre aus der Sabrit zu: Cost
wegnahm, in der Vorſtadt zu Eger ein großeß
Holzmagazin verbrannte, und bi tief in —2
hinein ſehr bedeutende Brandſchazzungsgelder einfor⸗
derte. Nachdem jedoch Friedrich aus Maͤhren und
Bdoͤbmen zuruͤk und von da nach Schleſien und der
Nenmark ging, ſo wendete ſich die ganze Staͤrke der
Deſtreicher und. Reichsvoͤlker gegen den Prinzen \
Heinrich ‚ der alleKraft feines Genies aufbieten
mußte, um nicht. unterzuliegen. Daun marſchirte
im Auguſt in die Oberlauſiz, und zog ſich nachher
“an die Eibe, mit dem ‚offenbaren Borbaben, fie zu
paſſis ĩren, den Prinzen von der Geineinſchaft mit
Dresden, - Torgau und Leipzig abzufchneiden und
ſelvſt im Ruͤlken anzugreifen, waͤhrend deſſen die“,
Reichsttuppen, denen es gelungen war, Bis i in das
belannte Lager von Pirna zu dringen, von vorme ber .
gegen ihn Tämpfen ſollten. Aber Heinrich verein >
‚telte durch gefchikte Wendungen ihre Abſicyten, und
erfuhr . weiter Zeinen- Unfall, als daß: die Feſtung
:Sonnenftein ‚mit 2440 Preußen am 5. Sept,
durch Kapituͤlation an den Herzog von. Zweibrütten,
j überging: Dies machte dem General Daun Muth,
Die Eroberung Dresdens zu verfüchen. Errüfte mit _
„feiner ‘großen Armee fehnell heran, und weil die ge
‚ fungöwerte ſchlecht, und die darin liegenden Preußen
nicht zahlreich genng zur Beſazzung aller Poſten wa⸗
ren, ſo hofte er, dieſe Hauptſtadt durch Schrekworte
zu uͤberrumpeln. Zu einer ordentlichen Belagerung
war er nicht benirt, arch fegte ihr die Nähe de -
Prim⸗
- . . a
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tr rn ,
p , m . am — —
Bingen. Hehmich der wiſchen dem Plauenſchen
Srunde und Pirna⸗ ſtand, große Hinderniſſe eutgee
gen. Allein der Preußiſche Kommandant, Graf
Schmettan ließ, ſich durch Pralereien nicht
bange machen „ern ſezte den Drehmgen andre
Drohungen, den Phantomen andre Schrekbilder ent⸗
gegen. Er verſi cherte, daß et die prachtvollen, mit
hohen Pallaͤſten gezierten Vorſtaͤdte abbrennen wäre
de, fo bald Daun näher käme, denn er fel als Sach⸗
ſen's Feind nicht verhunden, die Stadt zu ſchonen,
‚wenn es feime Freunde nicht fuͤr Pflicht hielten.
Daun antmiortete, daß er, im: Falle Schmettau
feint- Drohang wahr dachte, alle Prentßen ohne Er⸗
Barınen niederhauen wärde. Schmett an half ſich
durch eine noch ſchreklichere Drohung. Er wuͤrde
E ſich, fagte er, ijn Außerften Zalle von Straße zu.
. Straße vertheibigen, das Königliche Schloß zu ſeiner
lezten Schuawehr machen, daſſelbe mit Bulver anz
fuͤllen, den Kurprinzen, die übrige Saͤchfiſche Fuͤr⸗
- Benfamilie, ben Adel, ben Hofſtat und die Vornehm⸗
ſeen der Stadt darin perfammien, und fich mit ihnen
unter den Truͤmmern begraben. Da ‚Schmettau: ”
wirklich allerlei -Auftelten. machte, welche anf vie
‚Weollziehung diefer- Drohungen dauteten, fo wurde
das Wehflagen allgemein, und Daun von den Bits
ten des Hofes, des Magiſtrats und. der Landſtaͤnde
beftürmt gab. fein Vorhaben auf. Er entwarf hier⸗
auf einen. andern. Plan, Sachſen zu befreien; er
wollte. ben 10. Sept. Nachts heimlich-äber Die Elbe
m ven augen. den —— in
> F einem
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Stang Rripe: wis naar men ſdrrulich · belaa
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“ine (often ke ats ine Aberfallen, weicher
dugleich von’ den. Neichſtrappen: im Angeſichte bes
flürmt werden follte, Alles war veranfaltet; als
pldzlich die furchtbare Nachricht: Friedrich in
telte.
Frievrig wer 8 Zuge nach der Zorndorfer
"Solch am. 3: Sept. von Kkfkin- anfgebrochen ⸗
und fdyon am 21. Sept. Rand er m Der Nachbarſchaft
von Dresden. eine Armee wer je flat genug,
dem vorſichtigen Daum, noch mein. Behutſamtru
einzuftoßen; dem er hatte einige: Tage vorher eine
da, — und anf einmat den Entwurf vesris
hr,
N
Abrheilung des Generals Bieten; um das Heer
‚bes Markgrafen Karl a fih gezogen. Dann
lagerie ſich hierauf bei Stelpen auf: ſteiten/ durch
Teiche, Moraͤſte, Wälder un Hohlwege gedekren
VAnbbhen, und ſicherte ſich die Struße uͤber Baugen
und bau auf eine ſolche Wet, daß er dem Koͤnige
die Gemeinſchaft mit Schleſten, wo nicht garz abs
fehmitt doch erſchwerte, und ihm, wenn er dahin ge⸗
dachte, den Vorfprung abgewinnen konute. ‚Arien.
drich woaͤnſchte feharficdh, ihn durch eine Schlact
‚aus Sachſen nach. Bbinwen zu treißen:, um bie Cibe
"is. feiner Gewalt zu behalten; und die freie Gembin⸗
ſchaft mit Schleſien herzuſtelken. Aber Dann ver ⸗
micd mis Awaftlicher Sorgfalt jede Gelegenheit zum
Treffen, und vor einem Ueberfalle ſchuüͤzte ihn ſein
uwqugreifbates Junker, Durch feine Zögerangen
wollte er. derd. Bentrale: Harſch, welcher die
gerte,
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Bette; aub dern Eeneral Deville; ider POFSURFE _
Wieh, und’gäng Dberfchlefien-2und: Ctreiferuen
beunruhigte, Zeit perichaffen burch Ervveruag dep
- einen ober. des andern Drted einen feſten Fuß in dies
fer Proving zu fafſen
Da: Friedrich den ſtand hafien Daun dutchaus
ur keiner Blade bewegen konnte, fo. beſchloß er,
ihm darch veränderte. Stellungen Beſprgniſſe wegen
. Bitten, woher er ſeine Beduͤrfuiſſe zog, za erweiten;
und ihn Dadurch aus ſeinem feſter Lager bei Stolpen
gu tokleu. Dies: bewirkte er zwar, aber zu feiern
"eignen Beiderben. Deun Daun. wählte. eine neue⸗
‚gleich fefte und gleich unangreifbare Ötellung auf ben
Anhðhen bei Rittli}, die ihm noch dazu den Rd“
beit — bie Preuſen mit Gluͤt aͤberfallen
Friebrith. War am 7. Oktober nach Baus u
zen —— aud von da nach Gochlirch grzogen.
Er glaubte, daß Daun hinter Ldbau fidude; ala
er aber Wergend am To. Okt. bei Hodkicd wit, .
den Vortrabe aukam, und der dichte Nebel fick...
erbiitte er plbglich und. unermwartkt. bie ganze kaifers
- Hehe. Armee auf, Den: nahe vor ihm liegenden Hoͤhen
bei Aittliz gelagert; er. ließ ſich aber dadurch niit
intern, vor den Augen dei Feinde fein Lager aufzu⸗
_ Ablagen; ungtathtet feine Fourierlchuͤzzen, bie es
- ablichten, vo den Kanenen ber Oeſreicher begrüßt
marden. . Dar Preuß iſche rechte: Flügel. Iehnte Gh.
a. Hoch hir; das. Hauptquartier war jü Ra de⸗
- wi Dies. Vager war fo übel gewaͤtze daß ed WM. 5
‚Man: Bsiöqmngans Abrieb —* —*8*
2827 J koumte;
\
— 280 — er
onnte; und 'nech dan verſnmte · man 8, die
ſogenannten Steinberge „die es beſchuͤzzen⸗konnten,
‚zu befezzen; man dachte daran erſt, als es zu. pie
x
| . - war, als ſich ’die Feinde. derſelben ſchon benaͤchtigi
hatten.Dieſer Umſtand trug viel zum nachherigen J
Unaluͤlkke des Königs bel. Die⸗hoͤchſt gewagte und
gefahrvolle Stellung der, Preußen Srachte auf eiumul
in der Serle des bevachtfamen: Daun den khnen |
Tr Gehanten eined Ueberfalles hervor; einen Gedanken,
u den die muthigen Generale Laudon, Lafcy mub .
andre, weiter ausſpannen. Friedriches greunde
waren mit ängftlicher: Unruhe erfüllt ‚md wenderm.
.. alle ihre Beredtſamkeit an, ihn. zur Aendernag des
Lagers zu "bewegen. Der FeldmarſchallKeinh
fagte ſcherzend aber. nachdruͤllichr „wenn uns: die
„Deſtreicher im dieſem Lager ruhig laſſen, verdienen
„ſie gehangen zw werden.“ + Friedrich. erwiedertet
wir muͤſſen hoffen, daß ſie ſich mehr vor uns, als
pdem Galgen ˖ fuͤrchten.“ - Die:eigensliche. Urſache
reiner Gleichmuͤthigkeit bei dieſen droheuden GSefah⸗
ren ruͤhrte daher, das er fh auf die geheimen Nach⸗
sichten eines taiferlichen Spiend zu: feſt verließ, -
Sie waren. anfänglich richtig;.. nur hernach mögen -
riſch. Der Feldmarſchall Daun hielt einem Schrei⸗
ber, welcher fich an Friedrich verkauft hatte, amd
ſelbigen die wichtigen Dinge mitthrilte. Daun be⸗
mexkte endlich feine Verräthereien‘; und wußte fie ,
6 ein Hunger. Manıı weislith zuinfggens er zwang.
‚is, fernere. Nachrichten an den Kouig zu fm;
welche Daran tler ihre, un we
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BE — 481 — |
de: den nieht ahnenben Feiedtich ſere PAAR
ihn ficher wiadieh „ - und - dadurch in dien gelegten
Schlingenlokken muten. Leztrer ttauie ben Vor ⸗
fſpiegelungen Des Rimvfchafters mehr, als den War⸗
Rungen feiner. gepruͤfteſten Freunde. Doch zulezt
erkannte et das Machthellige feiner Rage, und bes
ſchloß fie ‚zu verändern‘, ſobald die Armee. mie
neuem Vorrath von Mehl und Brodt aus den Mar
gazinen verfehen “fein wuͤrde. Dann wollte er
Abends ausshkfen, das ‚abgefonderte ‚Korps des
Prinzen. von Durlach bei Weißenberg angreifen/ |
und ſich Ver rechten Seite. der großen Kaiſerarmes
gegen⸗aͤber. ſtellen; dies alles folltein’der Nacht vom .
14.: um 15. Ofteb, geſchehen. Wber, eine Nacht
früher brach das Ungewitter Aber: ihn ber, welches
ihm Daun: mit möglichfter Stille und nach la 3
faſt Abertriebnen · Vorkehrungen bereitet hatte.
geheim er indeſſen ſeine Anſtalten betrieb, fü 88
gen ſeine lezten Bewegungen der Aufmerkſamkeit der on
Zietenfehen Difaren auf den Vorpoften doch nicht;
fie meldeten das · Geſehene ſogleich dem Koͤnig; dieſer
bezweifelte die ganze Sache. Als ihm aber bald
Darauf. der Zietenſche Oberfie von Seelen ‚berichtete,
daß der Feind gewiß envag Großes im Sinne habe,
weil-feine ganze Armee in Bewegung fei ,ı To ließ er
feine -Eruppen aus dem Lager vorräffen; ed wurde
wieber-ftille, Bein Beind-erfchien, Friedrich führte das
ber fein Heer noch vor völliger Nacht in’s- Eager zus
Ab, ıda.ihn.die falfehen Spidusderichte In eine traus
u age. wiegten, rn und Bieten
be
15
— 282 — —
” .
1
m
"Beide fe; mwenipflond ben; wiſe enanmin
en, daß die Kruppen geruͤſtet, mud:die Pferbe gen -.
ſattelt biieben ;: allein alle ihre · Baredtfamkert "war
cvergebens.Friedrich geboe vielmehr, die Pfewo⸗
abzuſatteln, und ſich der Ruhe zu uͤberlaſſen. Bien -
ten, wie jebefmenn., befolgte dieſen Befenk;:. aber
PvE
BR aus Vorſicht, durch die Meldungen: ‚feiner a u
erzeugt, boorderte er nach einer heiben Stunbe:feine
Keiterei, wieder anfzufattelt" un ſtets bei der
Hand zu ſein. Ohne dieſe Verauſtaliung waͤre das
er Ungluͤt sn roch sehe und ‚Verfläwender ger
" worden. | LE:
1.8 flog: im Dorfe Hochiirch 4 uhr wit.
: war ed dunkle Nacht, als ſich Lau on mit ſeinda
Danduren der Preuffiſchen Aemee in den Nukken ge⸗
ſchlichen haste, «und: das · Dorf anzindete, welches
au wie ein Leuchthurn is der. Fniſterniß zum Jei⸗
dqhen diente. Dig ganze Oeſtreichiſche Armee rufte
"ohne Verzug. von vorn und / von den Zlaͤnken in vus
Preußifche Lager, bemaͤchtigte fin einer Batterie ak
der Spizze von Hochfirch;- und Weite die Schlafenben
J mit, dem Donner. ihrer eignen Kanvnen. Vielr uns
derte erwachten gar nicht wieder, ſoudern verſanten
in ihren Zelten aus dem einen Schlaf in einen ans
bdern feſtern, ia den Todesſchlaf. Doch im eiuiga
Wugenhhtfen geriethen die Preußiſchen Truppen.
ten, Aare: ärzte nal den nen, nah. do Ne
2 md
“ * „Bewegung und. Leben, ‚viele: ergriffen halbıntkente:
ihre Waffen; : die mehreflen bemaͤchtigten fich der eye
fen, beſten Geroerre, deren ſie abhaft: werden Earike
[4
[2
/
J
— 43 —
pr er; und. Mau waren: wenige Ninuten
‚vergangen, ſo Bann. der groͤßte Theit der Infanterie
wen Meiterei twes: ber. entiezlichen Urberrafgung im '-
gewöriger Schlecdhrorinnug: : Dieb Wertagen iſt neo
wiß der voͤchſte Zriumpf der Preußifchen- Kriegs⸗
yacht,,. Geſchillichkeit nad Tavferleir. Hier, wo
. Ade andre Armee ‚mir einem Schlage vernichzet oder
.. gelangen geweſen waͤre, erdnete ſich die Preiußiſche
ſelber md focht mis einem, Mutbe, der ſelbſt den
Sos errungen haͤrte, weun nicht die dikſte Finſter⸗
ih ein Äbereinfkimmendes und. zuſammenhaͤugendes
Zechten unmodglich gemacht hätte. ‚Die Regimenter
wußten nicht, wo fte die Hauptmacht des Feindes
fſchen ſollten, ſie konnten daher mir einzel kaͤm⸗
pien, und tappten jungs. nach ben Bärenmäzsen der
‚ Deftzeicher , um durch das Befühl zu erfahmen, wen
fe morden ſollten. Die Zierenſchen Huſaren und
; Ggetteriger Dragoner, welche ihre Pferde fchon bereit
‘fanden, seleben die gegen fie auruͤlkenden Feinde
giätlich zurak, hieben die Baiferlichen Grenadiere
bhreklich zuſammen, und warfen bei Aubruch De&
Wages, von 2.andern Regimentern unterfiägt, «ing
‚ganze Linie Oeſtreichiſcher Infanterie über den Hau⸗
fen, von denen viele Tauſende das Gewehr wegfcleus
derten unb davon Tiefen, und 500 in Gefangenichaft
lameij. Über da dies mir einzelne glüklidye Gefechte
waren, ſo koume dies in das Gaujze keinem uͤberwie⸗
ganben Einfinß haben, Da die Regimentet bei det
Ounkelheit feine fichre Richtung nehmen konnten ‚ße
mie ” alle να auf. Bahn, wo fie
"der
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a .
” £\ .
3 uf
Zu. on
der Webernnicht: weichen mußten." Die Deftreihee:
ſtuͤrmten mit· ihrer Haupiſtaͤrke af Hochkirch;
von deſſen Eroborung ver Sieg. abzuhaͤngen ſchien.
Dieſes in Flammen ſtehende Dotf wurde nur von
einen Barnillong, das. heißt, von 600 Preußen
vertheldigt, und lange gegen die: ffürniende, Ueberzahl
behauptet. Us: fie von der Feuerglut gezwungen
die Haͤnſer und Gaͤrten verlaſſen mußten, ſor zogen
fe fich anf den Kirchhof, wo ſie die muthigſten And
griffe ·norch muthiger zuruͤbſchlugen. Die feindlichen
Grenadiere waren faſt aufgerieben. Der erſtaunte
Daum, der ſich den Ueberfall · leichter gedacht hatte,
beſtand durchans auf Dem Beſizze des Kirchhofes ʒ
er ließ 7 friſche Jufanterie⸗ Regimenter gegen eine
Handvoll Preußen anruͤkken. Leztre hatten. Fein
Pulver mehr; von allen Seiten umringt beſchloſſen
fie; ſich mis dem Bajonett durchzuſchlagen. Aber
ihr Anführer dor Major Lange, und die mehrſten
derſelben bezahlten ihre Kuͤhnheit mit denn Leben;
viele andre wurden. gefangen. und nur wenige biefen
Helidenſchaar entkamen zu der Armee. Die Deſtrei⸗
"Wer erpberten hierauf den Kirchhof und das ganze
Dorf. Der Prinz Franz don: Braunſchweig,
Moriz von Deſſan, Mierkgraf Karl und Feld⸗
marſchall Keith ftellten fich an: die Spizze einiger
Bataillone, ‚drangen in dad brennende Dorf, -uud
jagten bie: Deftreicher gluͤklich heraus. Aber die
Zeinde hatten zu viele Vortheile; es ſtanden ſogleich
neue Regimenter im -Rüllen der ſirgenden Preußen,
mb D euren ihnen den muͤhſam errungnen *
wieder.
J on ge ’_
2%
ziehen. Bei dieſem Dorfkampfe war es, wo eine
Kanopenkugel den, Kopf des tapfern Prinzen Franz
- ‚wegriß, wo der edle Krith vom einem Schüſſe durch
—X
Aldhremberg, vom vorigen Nebel verdelt, mit einer
vie Draft niederſank, und ohne einen Laut‘ don. fi
" Bier. Die Wecußen müßten wie dur
zu geben flarb; hier wurde der ‚General Geiſt ge
toͤdtet, und Hier enipfing Moriz zwer Kugeln in dei
"Unterfeib, die. ihm toͤdtliche Wunden beibrachten.
Alle dieſe großen Kriegsopfer konnten den Sieg nicht
erkaufen. Der König führte 7 Bataillone in eigner
NPerſon ‚gegen die Oeſtreicher; er und ſie boten ale
"Kräfte auf, und fie hatten ſchon feſten Fuß gefaßt, ald, "-
-fie im Ruͤkken und. an den Briten von feindlicher Rei⸗
terei angegriffen und zum Weichen gezwuiger wurden.
Es ward Tagy aber ein dichter Nebel bedelte die
Trauerferne; erft gegen +0 Uhr ſchwand er und hub Ä
wlutte man ſich mit Grauſen ins ofne Geſicht. Man
bildete von beiden Seiten neue Schlachtordnungen,
Friedrich zog feine zerfirenten Truppen zuſammen,
nnd wollte eben einen neuen regelmäßigen Kampf
beginnen, als er bemerkte, daB ihm der Herzog von
äberlegnen Abtheifung friſcher Truppen ganz indie _
Flanke gelonmien war. Unter diefen Umitänden blieb
ihm keine andre Wahl Äbrig,.. ald der Ruͤkzug, der
mwit ſo Biel: Muth und Geſchiklichtkeit vollzogen’ wurde, -
daß er. die Bewunderung der Welt erregte, . Dee |
überfaline,. gefchlague, beftegte Friedrich wich -
richt weiter, als eine balbe "Meile vom Schlacht⸗
piazze. u. bei Baugen dezog er auf. den
nn — Spiy
4
. -
| \ — 2 —
| Eritheigen an ·feſteres Lager, als dos verige,
200 die Soldaten keine audre Dekke, als ihren: kur⸗
dem Re, und feinen Schu gur Bertheidigung ; als
ihren SäÄbel harten; ‚beim ihre ganze: Artillerie, alle
Belte nud Gepaͤkke waren verloren: Der Ueberwin⸗
ber Daun wagte es wicht, mit feiner ſiegrei
emee den König zu beunruhigen; er getraute ſich
aicht einmal, auf dem Orte des Kampfes ſlehen zu
bpleiben, ſondern von uͤbergroßer Behntſamkeit adeis
tt ruͤkte ern fein altes Lager. Die Schlacht harte
Beiden Theilen viel Meufchen gekoſtet. Der Preupis
ſche linke Flügel, die Kavallerie und das Retzowſche
"Korps hatten wenig; der rechte Fluͤgel abre die
Haͤlfte werloren, Die ganze Einbuße betrug an
‚9900 did 10,000 Mam; außerdem erbeuteten die
Birger 101 Kanouen, 28 ahnen, 2 Standarten
und das ganze Lager. Die Oeſtreicher rechneten
3300 Todte und Verwundete, 2000 waren davon
gelaufen, und 1000 Maun nebft einem General von
"den Preußen gefangen. Ihr Verlaft. kam -atfo dem
Preußiſchen fehr nahe. Faſt alle Preußiſche Gengs
tale waren verwundet; der König felber hatte’ eine
Queiſchung bekommen; eig Pferd ward ihm unter'm
Leibe getoͤdtet, 2 Pagen flürzten an feiner Seite ers
ſchoſſen wieder, und nur. mir Mühe entging er der
Gefaugenſchafi; ſchou hatten ihn die Feinde ymringt,
and ‚nur die Tapferkeit feiner Huſaren rettete ihm
noch. Zu dem Öffentlichen Ungluͤkte gefellte fich noch
! -
ein Bamilen » Unfall, welcher den 14. Oltob. fo
traurig für Friedrich aus zeichuste. An eben Dem
| Er 79
⸗i
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⸗ ⸗
N oo. IN
m, BT. —
Fe, R wo die Srigren feiner Snfdsteric "Sei
Hochlirch ſanken, ſtarb feine geliebtefte. Schweſter⸗
die Markaräfin Friederike von Barent, die ihm
on Geiſte und Herzen fo aͤhnlich, ind. durch Liebe
wit· ihmn ſo verbunden war, als ſonſt kein ame
Beni. oc |
Daun. verftand zwar zu fiegen, aber wie einft
Kännibel, nicht ben Sieg zu bennzzen. Die Fruͤch⸗
n dieſes Tages. gingen fuͤr Oeſtreich ganz verloren: _
7
'@. verſchwendete die Zeit, wo er die gefohlagnen ' -
Preußen ganz niederdruͤkken fonnte, mit eitlen Gier
waecgepraͤngen und. Breubenöbejeugungen, ‚Der Sieg
War gerade am Namenstage der Kaiſerin Thereſſe
erfochten; fie daufte: ihm in. den ſtaͤrkſten Ausdruͤlken
fir den Blumenfraus, womit ex fie: angebunden‘
‚hätte; darunter. verſtand fie das mit Blut befpriste
„ Bund: von eroberten Fahnen, und die ——
and Verſtuͤmmlung von. 19000 Menſchen. |
Raiferin :von Rußland ſchenkte ihm einen —* u
Degen, der Wiener Stadtrath errichtete ihm eine ,
Ehreufäule; und die Defireicher Landſtaͤnde ſchoſſen
360,000 Gulden zuſammen, wofär fie feine ver
Pfändete Herrſchaft Ladenburg wieder einloͤſeten.
Selbſt der Papſt blieb mit feinen Gnadenerweiſun⸗
gen nicht zuräß, die aber freilich in geiſtlichen Alfanze⸗
veien beſtanden, er überfchikte ihm einen geweihten
Haut und Degen, weicher die Kraft haben ſollte, die
Kezzer nachdruͤklich zu bekaͤnpfen. Dieſe laͤcherli⸗
hen Poſfen enthielten bei aller ihrer Abſurditaͤt doch
eine benac⸗ für geicdeich ⸗ da ni bisher nur
J geger
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aan. en a Arten und Ungklübige, et
x „worden waren. Djeſe beneiungslofe Ehre war · das
Einzige, was -Daun- von ſeinem liſtig ertworfaen
a flug ausgeführten‘ Ueberfalle einerntete; zur
Serwundervng des Wels bliehen alle Vortheile für,
ſein Heer aus; hicht einmal daß, wie es fchien, nun
aller Unterftügzung:verlaßue Neiße kam. in Deſt⸗
reichs Bewalt, ungeachtet: Daun gleich nach: den |
‚Siege an den: General Harſch ſchrieb? ſezzen fe -_
ihre Belagerung / unbeſorgt foͤrt, ich halte den König. |
in ver Laufiz feſt; er iſt gang vom Schleſien abge⸗
J ſchnitten und wollte er einen Ungriff,.um ich Luft
zu machen, , wagen, ſo ſoll er gewiß geſchlagen wer⸗
en,’ Aber Friedrich dachte an feine Schlacht, auch
ohne ſie erreichte er fein große6.Biel; ,.er zog feinen
Biuder Heinrich von Dresden mit 10 Bataillonen
‚und einer Menge Gefchüg am fich, verforgte ſich amt
BE Brodt, dekte Sachſen, brachte ſeine Kranken und
Werwundeten nebſt der Baͤkterei in Sicherheit nid
durch kuͤnſtliche Bewegungen gewann er den. Deftrlis
dern. ven. Vorfprung. nah Börliz, das ‚heißt die
freie, Straße "nach: Schleſien ab. Wie erſtauute “
Daun, als er die für verhichter gehaltne Prenfis
je Armee fchon ro Tage nach ihrer Niederlage in
:einer drohenden Stellung in feinen Rüften, im vbͤl⸗
Uigem Beſizze des Weges nad) Schlefien, und ſich \
she Hofnung fahe, fie aufhalten zu koͤnnen, ja fo
gar die Wegnahme feiner Magazine fürchten. mußte, .
Durch Friedrich's fühnen Schritt kam Daun um alle
Ba feiner‘: » info ausſtudirten Plane,
‚Gries
l nn. ” n . !
, . . - . 1} *
1 * I
. N ’ a m -_ ” x.
ri zültg mit ſeinem pie Pr —X |
: fen, und legte, einen Marſch ppu 40 Tagen in 13 Ta⸗ ä
gen zurüf; und feine Ynfunft bei Nimvtſch em 3.
Nov. war hinlaͤnglich, den Geyeral Horſch 28
Aufhebung der Belagerung von Meiße, und iz
Raͤumung von ganz Oberſchlefien zu bewegen, —
Da Daund Abſichten anf Schlafien-gereitalt wge
sen, fp wolte.er von feinem Hochkircher Siege *
irgend einen Nazzen ziehen, und waͤhrend der Ab⸗
weſenheit des Königs doch erwas Auffallendes ause
foͤhren: et wendete ſich plözli ‚wieder nach) Dres,
- den, um es zu erobern, und im Verbindung der
Keichsarmee ganz Sachjen zu befreien; bies fh .“
eine, leichte Unternehmung, da fic in allen Furl . ..
: bern, Sachſens kaum 20006 Preußen befanden, .
‚ber ‚fein. Verſuch ſcheiterte zum” zweiten Male on
der Eusichioffenhejt des Dresdner Kommandanton,
VWrafen von Schmettan, und an ber Schnelligkeit
Friedrichs Schmettza u vollzog am 19. Non,
7 Seine ſchon früher gethamg Drohung, welche der Saͤch⸗
ſiſche Hof ſo wenig als Days ira einer Beachtung -
‚ werth hielt; er ließ 266. ‚bob · Pallaͤſte und Garten⸗
danes der Vorſtadt wirklich ahbrenuen,, wobel sing
> "Menge des koſtbarſten Hausgeroͤthes, pielz feltue
Kunſt⸗ und Manufaliur-Produkte, Die nich. Ich 0
genug. fortgeſchaft werden dounten, in Rauch 4 J
giugen. Daun ſtellte ſich uͤber dies Verfahren zw
fehs erbittert, ‚aber Schmettau entfchuldigte ſich mit
der Nothwehr. Die ſchlimmen Nachrichten, melche
Down pom Ubzuge des Generals Horſch nach Maͤh⸗
" mans Br. Eeſch x«. Th. I Abd (7) eu
. nn. ’ ur or > \ ‘ _ -
IT, | Nee, u
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En 290 Eee
17 ; und von Friedrich's nrtehr nach Sahin J
vernahmw, trieben ihn an, die Entwuͤrfe auf Dresden
der Ruhe zu pflegen. Friedrich, der ſchon am
xx. Nov. wieder bei Lauban in der Laufiz eintraf,
ſchitte ein kleines Korps gegen die Schweden, wel⸗
che in der Mark brandſchazten, und im Oftober nur
voch 5 Meilen von Berlin entfernt waren; fie wur⸗
=." den bald. mit-geringer Mühe nach Stralſund gejagt.
Gegen Ende Novembers bezogen auch die Preußen
die Winterquartiere, indem der Feldzug geendigt,
und Zein, ‚Seind mehr in Sachſen oder Schleſien zu
finden war. uch die Ruffen hatten zu Anfang des
Novemberd Brandenburg und Pommern- verlaffen,
und Sachſen überhaupt eiligft aufzugeben, und ſich
Dr nach Böhmen ig die Winterquartiere zn begeben.
"Die Reichsarmee zog ſich eben fo ſchuell von Leipzig
und Torgau zurüf, und flohe nach Franken, um vore
und ſich mis ihren Schwärmen nach Prien gezogen, |
nachdem ihr Anfchlag auf Kölberg verungläfe -
“war. "Der Graf Fermor drang wach der Zorndorfer
Schlacht in das Herzogthum Pommern, und ſuchte
ſich der Feſtang Kolberg zu bemaͤchtigen. Da
dieſer Ort an der'Dfifee liegt, fo wuͤnſchte er ihn zu
leſizzen ey: nm eine Niederlage für bie Lebensmittel
J tiegsbebärfniffe zu haben, welche die Ruſſi⸗
Schiffe aus den Haͤfen der Oſtſee herbeifuͤhr⸗
en. Die eigentlichen Feſtungswerke von Kolberg
waren nach alter Art, und folglich nicht ſehr kunſt⸗
u mäßig angelegt; aber die ſtarken Wille, die tiefen-
und breiten Graben, die umliegenden Moräfte und .
haͤufi⸗
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Säufigen Kanaͤl⸗ ſezten dem Feinde ſolche Binden - a
niſſe emgegen, die nicht Teiche zu Kefiegen waren,
Die befie Schuzwehr beſtand jedoch in dem Kom⸗
mandanten, dem Invaliden⸗Major "von Heiden,
einem Manne von feltner Geifteögegenwart und von
bewunderungswuͤrdigem Muthe. Ob er gleich nur
‚700 alte, "abgelebte,. aber. entſchloßne Laudmilizſol⸗
⸗
daten ußb- an ordentliche Artilleriſten unter feinem |
Befehl Harte, fo machte: er doch Jo trefliche Anſtai⸗ Eu
ten, und wurde doh der Buͤrgerſchaft, welche ſich zu
Kriegsdienſten anbot, ſo nachdruͤklich unterſtuͤzt, daß
die Ruſſen nach einer vierwoͤchentlichen Einſchlie⸗
| ßung, und einer mehrtägigen' heftigen Belchießung
der Feſtung unversichteter Sache abziehen, und den
Gedanten einer Eroberung aufgeben mußten.
Setd zug der Alliirten gegen bie. |
Sranzofen im Sommer und
Herbſte 1758.
Schlacht Er Krefeld d. 2%, Juyni.
Treffen bei Sandershauſen d. 23. Juli.
ber Meer d, 5. Auguſt.
bei Lutternberg d. 11. Oktober.
unterdeſſen, baß Friedrich im Oſten Deutſch⸗
lands mit ven Oeſtreichern, Ruſſen, Schweden und
Reichsvoͤlkern muthig kämpfte, ſchlug ſich der Her⸗
zog Ferdinand im Weſten deſſelben mit der 3mal
ſtaͤrkern Armee ber Sranzofen ſiegreich herum. |
u Den Verſoiller Hof kraͤnkte es außerordentlich ‚daß. -
Ra — feine
ww
—
i in Er ale w
gene‘ jabtieihen Truppen vor dem nehuen Haufen
der Deutfchen, welcher tır einen Winkel don Nievers |
- fachlen "zufanmengebrängt und, faſt von aller Reitea -
gi entbloͤßt war, bis uͤber den Rhein-hatfen weichen
muͤſſen. Die erſchroknen Hofleute hielten es in ihrer
Abertriebnen Furcht für moͤglich, daß Ferbinand übre
den Rhein’gehen, ‚in das Innere von Brantreich ins
den, ja bis vor die Thore von Paris ‚gelangen .
Sonne, Ets wurden daher die ernſtlichſten Auſtalren
„getroffen, einem ' folchen Ungtäfte vorzubeugen,
Alle Truppen an ben Grenzen und in der Mitte des
Neichs mußten ſich im Bewegung ſezzen, um die
N ‚Rheinarmeen zu verftärken und. zü ergänzen. Es
Ergingen Die ſchaͤrfſten Befehle, den Unorvmangen
im Kriegsweſen Einhalt zu thun. Viele Offiziere .
„wurden in die Baſtille gefezt, alle Regimentöbefch]&s
haber erhielten Schreiben voll. heftiger Drohungen s
es ‚wurde befohlen,, daß wenigfiens die Hälfte der
Offiziere bei der Armee bleiben follte: aber alle diefe
= und andre Verordnungen wuiden nicht geachtet, die
MNisßbraͤuche pflanzten ſich fort, und das gauze Bee
nehmen der Franzoſen war von einen Art, die den
Deutſchen nar Verachtung. oder Abſcheu einflößte, ;
Der Herzog Ferdinand, welcher einige Wochen
hindurch geruhet, und feine Armee mitvielen noch J
fehlenden Beduͤrfniſfen verſehen hatte, brach in der
Witte des Ma's wieder auf, ging am 2. Jun bei
Emme rich über den Rhein, beſezte das Kleviſche,
and lokte die Branzofen indie Ebnen von Krefeld,
„m er chuen am 2 Juni eine empfindliche Meder⸗
.*5. | 0. lage
N —
— 298. —
ar, Pers nen Veꝛlnt —* Main Bei
Lrachte. Die Akürten- verloren 1500 Mann: air’
Todton umd Voerwundeten. Der Erbprinz von
vBraunſweig, ver Herzog von: Holſtein und ber
General Wangenheim hatten an biefent. außgezeichnien .
ven: Siege. einen. großen. Autheil. Die Franzofen,
welche in ber Nähe ihres Vaterlaubes ſtets mit grd- -
hern Mathe beieelt waren, fochten zwar fehr tapfer,
aber vergebens. Ihre Kanalledie. litt „unrzäglich.
- Von ben Karabiniers wurben allein 600 Mann zus: -. °
- fammengehauen, '- Der Graf Giſors der. einzige
Sol des Statsminiſters vor Beileisle, Anführer:
der Meiterei, wollte die. Unorduung heiumen, er |
ſtuͤrzte fich in den dikſien Haufen ver Feinde, ſant
aber bald toͤdtlich verwundet nieder, und ſtarb in
den Armen des Erbpringen von "Braunfchweig. -
Gein Unfail. war eine Folge der niedrigſten Cifer⸗
ſucht und Sqadenſreude des Seren: Abt « Öengrals
Klermont. Diefer ſaß waͤhrend der Schlacht rabig-
bei Tiſche, und. führte ‚mit den Champagner Bou⸗
tellien einen Krieg vom andrer Art; als man ihm
mildete, daß Graf Gifers. mit den Karabiniers mits: .
te in das Deuiſche Faßvolk eingedrungen fei, ante .
wartei⸗ er ſpoͤttiſch und rachetrunkea, num wollen wir
doch ſehen, wie ſich dad Soͤhnchen tes Premiermi⸗
fürs ‚aus dieſer Patſche heranähetfen wird, Er
"fewöre. ihen Feine Haͤlfe und freute ſich des traurigen
Schikſals . Der menſchlichfuͤhlende Held
betrachtete da ) Schladrfeto mit wehmuͤthiger Ruͤh⸗
mg an fm. ia ſeie BSeglenen: dles iſt daß·
‚s0fe
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yore ‚Schaufgiel - son riegeriſchen nid· antc
das ich erblilfe; wollte Gott, es waͤre das lezte!
Die naͤchſte ‚Folge des Krefelder Sieges war die Er⸗
"eberung von Roermonde, welches der Sraunfchweige
fche Erbprinz nach einem afländigen Angriffe. am
"27. Jun. einnahm, und ‚die Beſezzung von Düfe
ſeldorf, welches die Hanptmagazine ber Fravzo⸗
len enthielt, und nach einem heftigen Bombardement
am 7. Juli durch Kapitulation überging.: Dieſe.
neuen Niederlagen und Verluſte erſchuͤtterten den. Hof
zu Verſailles fo ſehr, daß ſich der Dauphin ſelbſt am:
die Spizze der Armee ſtellen wollte; um welche Be⸗
guͤnſtigung er dringend bat. Man fand dies nicht
für zwelvienlich, wohl aber- hielt man es für nöthig,
dert untauglichen Klermont durch, einen. beffern Feld⸗
herrn ablöfen zu laſſen. Der Markis von Contades
erbielt jezt den Oberbefehl, und er leitete bie. An⸗
gelegenfeiten. wirtuch mit mehr nf und
Rz
: Um ber Gedrängten Rheinarme⸗ etwas But. "
- machen, erhielten der Prinz Soubiſe und der Her⸗
zog Broglio,. weiche im Hanauiſchen ſtanden, und
nach Boͤhmen zu den Oeſtreichern marſchiren ſollten,
im Anfang des Juni Befehl, in Heſſen einzufallen,
und dadurch die Alliirten ganz oder zufn Theil in
jene Gegenden binzuloffen. Died Zeangöfiiche
Korps wurde mit ‚6800 Wirtembergern verftärkt,..
und ed enthielt jezt 30,000. Man, Zur Verthei⸗
Nm Heffen’s waren sicht mehr. als 7000, Sol⸗
Zn
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u Lu ae |
| Ben nt 16 Kanonen. vorhanden, ‚ ber welche ber
- Pring von Pſenburg den Oberbefehl fuͤhrte. Zou
Ahwach, einer mehr als 4mal fo ſtarken Macht zu
widerſtehen, zog er ſich durch Kaſſel nach Sam _
dershauſen zuruͤk, und nahm auf den dortigen
‚Höhen eine vortheilhafte Stellung. Sein rechter
SFluͤgel ſtand auf einer ſteilen mit Holz bewachſenen
Anhöhe an dem Ufer. der Fulde, der linke flözte ſich
an das Hlz bei Ellenbach. Der ‚Herzog von Bro⸗
gglio, welcher den Vortrab ber Franzoſen aus
22000 Mann beſtehend befehligte, griff die Heften
am 33. Juli in diefer Lage an, und erlitt 6 Stans
den hindurch woz ſeiner Ueberlegenheit von den Dent⸗⸗
—* doch ‚endlich machte der Prinz: Dfenburg, |
am, feine Vortheile zu ſichern, "und den Franzoſen
Die linke Seite abzugewinnen, eine unvorſichtige Be
wagung, wodurch er feine rechte Flauke entbloͤßte.
Broglio benuzte-biefen Fehler augenbliktich, bemaͤch⸗
sigte ſich der Anhöhe an der Fulde, und nöthigte bie
Helfen: zum Ruͤkzuge nad). Minden, Reltre hatten
adoo Mann an Todien, Nerwundeten und Gefang⸗
sen, ad ihre mehrften Kanonen“ eingebüßt, und noch
etrxtxanlen 300 muthige Heffen, welche durch die Fulde
ſchwimmen wollten, um der. Gefangenſchaft zu ent⸗
sehen, Der Verluſt ber Franzoſen war viel groͤßer,
Aber der Sieg auf ihrer Seite. Sie gingen indeffen
. ach Kaſſel zurüf,, wo bie Hauptarmee unter Sou⸗
> Eile angelommen war. Der Prinz VYſenburg ſam⸗
— inelte: fine Berfireunen Krappen, und begab ſich uach
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Ehe; m die Sennſan nit Sue m
” "Die Vetenand Kiffen Hatte in die Unternii 5
hängen Ferdinands einin, wie es die. Frauzoe
fen gewanſcht haften, MEHR nachtheiligen Einflat.
Er Yonite fich jeifeiss. des Rbeins nicht Ringer ben:
. Airäpteh, und mmßte ſich zuruͤkziehen, uni das Mote
. Yülteh Soubile's ind Rurfärftenthuin. Hannover
verhindern. Die Hanpturfache davon lag Ih dem
Hisdfeiben ber Eugliſchen Hauͤlfstruppen von 19000
Mann, die © begierig erwattete, und die erſt zu
Uner Zeit eingeſchift wurden, als die bequemſte O8
legenheit zu groͤßern Thaten verſtrichen war. He“
ten. fie ſich zu. Anfang des Juli bei ihm eitigefuirken,
fo wäre er ſtark genug. gewrfen, U 11 77707 25
_ Wefel, die in Franzoſtſchet Sewalt waren, geborig
. Ju belagern. Aus Maugel in Truppen mußte Vils
für Plan aufgegeben werben. Das ind, ſich
vurch eine gluͤttiche Schlacht zu helfen, ſchlug gleich⸗
- Pals fehl, Denn der delle Franzoͤſtſche Befehlsha⸗
ber Conades bewies ſich als Mann von Eluſicht
und Erfahrung; er wich ſeder Gelegenheit ah.
Kıeifen aus, und fteflte fich ſtetd To vorthetthaft,
pop er nicht wohl anfegeiffe werden konnte. Nach
denm er aber fein Heer biß kuf do, oo0 Nann ver
flaͤrkt, tb hinlaͤnglich verſorgt hatte, Fo entwarf er
hiflige Pie, am. die Dentfchen vom. Meine abzu⸗
ſneiden, ih einen engen Wiilkel zwiſchen Hollunid
und Kleve einzuſchſießen, und die Scene "der Kon
„ Veto pl Slot Eercn 36 ne — |
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9— Jerdiaauds md: —— Pine u Ä
Truppen vereitelte dieſen· —— Eutwurfß.
Darch kluge Maͤrſche uns Stellungen kam Berdinane
Vven Abſichten der Feinde zubor; mb die Tapferkeit.
us Sfnerats J Imhof tettete ihn aus einer großen
SGefaht. Imhof ſtand mit 3000 Hannoveranern ·
Merk, ind dette die Rheindrätte zu Rees
das ih der Stade, befindliche große Magazin, dab
izareth und die Kriegskaſſe, eihielt die Brangofeh
oe PR Wefel in der Furcht, und ficherte die Gemeinſchaft
We Zerdinand md mit ben erwarteten Eugtaͤndern.
Gegen Ay und ſein kleines Korps wurde zu Anfangre
nuguſts der Franzoſiſche General Chebert, einet
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Ber geſchilteſten und thaͤtigſten Anführer nit 10000 u
. MRantt abgeſchikt, am fie zu verdraͤngen, die Braͤkke
ww serfiören und das Magazin nebſt der Kriegen
kaſſe zu erböuten;, Thevert wollte die Deutſchen in
Morgens. Er glaubte unerkannt und unerwattet ana
Er machts bei 1Beiten feine Gegenanſtalten, und
‚rt ſich überfatten gu laſſen, griff er den Selnb- an, -
Er Märye ſich mit:fenen Heinen Haufen hber vit
- a0 ae ſicher anenarſchitenden Franzofen ft ſoiz
Men Ungeftbn Her, daß Tegtte‘ in einer halben
i We Nan ar —2 ermeat waten, DR:
J amal
u bir Nacht zum 3, Aug. aͤberfallen. der ein Unm⸗ u
Jörg, den er nehmen müßte, amd Die Beſchwerlichkeit
des Marſches verſpaͤtete feine Ankunft bis un Sie
7 "gan, Ale er ”Derreg Rip: Dir Küng ange
eorgne Tag serviert fohn Borhaben. Iınof kannt >
EN Gegend genau, and "Bemmte.. fie — |
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u ng J — ‘ x .
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| . * J En) Ei na
\ mi hehireichem FZeamelen flohen eiigfe nach
Weſel, ließen 11 Kanonen, viel Gepaͤlke und. Mi
. aition „im Stiche, und warfen ihre Waffen weg; - . | |
- Die Hamoperaner fanden auf dem Wege nach Wefel
fer 2000. Flinten, machten 400 Mann gefangen,.
and halten. yon Ihnen eben fo:oiel getddiet und vers
wundet. Diefed fiegreiche Gefecht machte es dem
Herzog Ferdinand moͤglich, uͤber den Rhein obnre
Berlaft zurüfzugehn, welches er am 9. und 10. Aug.
ungehindert that. Er zog ſich darauf nach Millingen,
Am den zu Enden augelommenen Englaͤndern naͤher
7 ga fein, und am 21: hatte er endlich die Freude, viefe
ſehnlich erwarteten Huͤlfstruppen zu feiner Armee
ſtoßen zu ſehen. Die Engländer. gewaͤhrten einen
vrachnigen Sabiik. Es waren lauter auserlefene
Eeute. Die Jufanteriſten mehrenthtils Gardiſten, de⸗
ren Anzug reich mit Gold und Silber geſtikt war;
die Kaballeriſten zeichneten ſich durch den Wuchs
der Menſchen und durch die Schönheit der. Pferde
aus. Ein: Reginient hätte lauter Rothe, bad aus",
Dre lauter Blauſchimmel, ein drittes nur ſchwarze,
und ein viertes kaſtanieubtaune Pferde, ſaͤmmtlich
ausgeſuchte und. -den Paradepferden ähniiche Roſſe.
Der Herzog Marlborongh war Obergeneral, unter
ihm befehligten Lord Sakville und Granby.
Der Sranzdfifche General Contades ging am
31. Aug. gleichfalls über den Rhein, uud lagerte
Sich vor Duͤſſeldorf. Semer Hebermacht ungeachtet
‚glaubte er den vereinigten Deutſchen und - Eng
lundein ‚wicht amnachfen zu fin. ſondem hielt — * für.
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ae; die ESoubiſtſche Armee aus Heſſen am PR u
zu ziehen; er befebligte- den Prinzen, von Soubife,
* Paderborn gegen, Lipſtadt anzuruͤlken. Auf
die Nachricht von dieſen VBewegungen marfchiste
Ferdinand bis Dulmen und Lette, und nahm an der
„ Bippe- eine fefte Stellung. Da nım Soubife gegen "
Ende des Auguſts wirklich bi6 Warburg an der Dit⸗
mel vorräfte, und feine leichten Xruppen (don biR
VMaderborn und Lippfkadt fireifen ließ, ſo fehiteg Ä
Ferdinand ſeinen General Oberg mit 7 Regie
mentern · Fußvoll und 8 Schwadronen Reiterel nach
Kppftadt, um das fernere Vorbringen des Soubiſe
‚und feine Vereinigung mit Coutades zu verhindern,
Auf der andern Seite der Wefer war der. Prinz von
Dfenburg durch Heffifche Mefrnten, Haundver⸗
ſche Landmiliz und new. errichtete Jaͤger verſtaͤrkt
durch GSottingen bis Mohring en vorgedrungen.
Um dieſe Zeit erhielten Die. Franzoſen anſehnliche
Verſtaͤrkungen. Es ſtießen 12 Regimenter, aus
- Sähfifchen Landeskindern, die dem Preußiſchen
Heere entlaufen waren, nen :orgänifirt,, und aus g 9
bis 10000 Mann beſtehend, zu ihnen; fie traten
foͤrmlich in Frauzdſiſchen Sold, leiſteten die wichtige
fen Dienſte, und erfschten vie wenigen Siege, der
ren fich die Franzoſen rühmen kounten, erfuhren
ober. den Undank, daß man ihnen die mehrern Nies
derlagen zur Laſt legre. Bei aller ihrer Menge ben
wieſen ſich die Frarzafen doch Fehr aͤngſtlich. Sou⸗
bife fuͤrchtete fich vor dem Korps Oberg’s, gaͤb alle
Gedauken au Aare mit Contades auf, wilb
2 | | Bu beſchloß
ROHR, im une. Sainboerfihe eigefien; we
den Herzog Serdinanh von ber großen Eonnadeſchen
== Armee zu entfernen. In miglichſter Sue mars -
ſcirte er daber nach: Gottiugen, wo. ee des Prim
"Wer Gefahr, und zog ſich eiligſt 6ber-Eimbet dr die
: ‚Nähe son Spamehl;;. Combife: ging, bie. Niebhehe,
Wer unbetoegtich ſtetzen blieb dych den’ Oberſten
VFiſcher bis vrr die Thore vom Haunover auf Stel
— ꝓurtnen uud ſtarke Brandſchazzungen aueſchirte.
= VYVn der Milte des Geptembers gebot Ferdanau d
dem Generali Oberg, an die Heffifche Wremge ze:
Mſenpurg zu: uͤberrumpeln hofte; aBein Liefer mierkte 2
wmarſchiren, und.den Nakken dee Sonbififihen Area
.. ge beorobenroährend deſſen fie Menburg von vorue
K meiſen ſoite Ob erg hätne det einen" fümelli
Auzuge Kafſel eimehwen, bie: dortige ſchwache
Derenzbfiſche Beſag zung gefaugen machen, und die“
„großen; feindlichen Magazine erobern Löhnen. Aber
marſchirre ſo laugſam, daß ———
Are feiner Beſtinamieng eintraf, ais er haͤtte au ⸗
.. Tonemen- Knien; et vichtete alter weahehdpeiitich: feine
Meweanger. deswegen ſo ein⸗, um fich mie: dem
Prinzen Hſenbarg zu vereinigen, weiches aut 274
Sept geſchahxe. Somb iſe raͤuate nun plozlich das
Mganndverſche, und marſchirte To eilig, daß er ſcheu
am 28. Sept, vei Kaſſel aulaugte, wo er eine feſte,
-auangreifbare Stellung nahen, fich aber. ſo wenig
für ficher hielt, daß er ven Marſchall ——
ine, Verſtaͤrlung bar. Dieſer ſchikte hn 31 Was
willone uns en, under deuen ei.
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— zor — Fan
wiguue A der d neuen Sächfifgen Beginnen
SBrafen Lauſiz gefuͤhrt befand.
Oberg / welcher das Verdienſt hane⸗ 5 Hannes:
ver von den Fran zoſen befreit zu haben, wollte ſich
‚noch den Ruhm erwerben, auch Heſſen von die⸗
| Er Feinden zu remigen. Dies konnte jedoch ‚ee
eime Schlasht nicht geſchehen. Er machte: alſd be
- lan, den Prinz von Soubife aus feinem feften Xde
‚ger auf ein’ bequemes Schlachtfeld za lokken. Aber
ſeine Maſtalten entfprächen der guten Abſicht nicht;
Er benahm ſich bei der Ausführung nicht fovorfichtig,
als es für die Beförderung feines Entwurfs wörbig -
war, Dir katentöolle, in den Kriegewiſſenſchaften
ganz eingeweihte Graf Wilhelm von Vaͤtkeburg,
der mit dem Muthe eines Helden den Stharfblik des
Theoretikerd verband, bemerkte die auffallenden Zee,
‚ler, welche Oberg machte, und erhob feine Stimnie
gegen die ergriffnen Masregeln; ; aber.er wurde nicht
gehdrt, und das Ungluk, was er vdrausſahe, traf
ein. Oberg lagerte fh hinter Sandershaufen- Fr
eben da, wo Dfenburg vor einigen Monaten geſchla⸗
den Gedanken, u
oo. gen, worden war; der. vorige Unfall machte ihn nicht
weiſer, er ſtellte ſich fo, daß er an der Seite und
derue
* ⁊
im Kuͤlken nicht. Ka war, Sonbiſe kam auf
mußte natuͤrlich auf den Gedau⸗
tn kommen, bie Deutſchen ine Ruͤkken anzafallen. J
Da enbdlich Oberg aus den Bewegungen der Franzo⸗
fen ſchloß, daß fie ihn von Minden abſchneiden
woltten, ſo zog er fih am 11. Okt. Morgend 4 Uhr
* gusternberg mi, und ſteace ſieh auf der
sertieen. gibe in —E es: Kam hiee
bald zu einem hizzigen Treffen, wo bie Deutſchen
mit ihrer gewohnten Tapferkeit fochten. Uber De.
or Dberg die linke Geite noch immer: nicht ges
. hoͤrig geſichert hatte, ſo uaͤberfluͤgelten die zahlreichen
| Franzoſen dieſe Flanke, und uͤberwaͤltigten die Al⸗
liirten. Die tapfern Heſſen hatten zwar die Franzd⸗
ſfſiſche Jufanterie zuräfgetrieben, aber in dem Augens
bvblilke ihres Sieges wurden fie von der: feindlichen
Kavpxallerie von der Seite und im Raͤkken angegriffen
und geworfen. Die Saͤchſiſche Jufanterie vollendete
| durch. ihre Anftrengungen den Sieg der Sränzofen, .
‚ Die einbrechendg Nacht gab den Alllirten Gelegen⸗
ur „beit, ſſich ohne verfolgt zu werden, üder die Werre
zurakzuziehen. Sie hatten etwas über 1200 Mann
an Todten, Verwundeten und Gefangnen nebſt 28
Kanonen verloren. Die Franzoſen gaben ihren Vers
luſt nur zu 600 Mann: an, ex fam aber in Wahrheit
der Einbuße der. Beftegten ziemlich. nuahe.
Ferdinand wußie den uͤblen Felgen dieſer Mie⸗
derlage durch ſeine geſchikten Bewegungen aluͤtlich
” vorzubeugen ;- er berief den gefihlagnen Oberg mit |
feinem Korps zu ſich, und ſezte ſich bei Hoveſtadt
an der Lippe fo meiſterhaft, Daß ſich die Franzoͤſi⸗
ſchen Heere durchaus nicht vereinigen konuten. Da
nun Coutades außer Weſel keine Feſtung dies⸗
ſeits des Ryeins in’ feiner Gewalt hatte “und. bie
ur ſchlimme Jahres jeit anbrach, fo ſahe er ſich gend⸗
thigt, unwerrichteter Dinge über den Mhein zuräfjus
m und Mine F erappen ie awiſchen dieſem
Be
\ \
N
See und der Mao, in die ie Biiterquatier uses.
legen. Jezt konnte ſich Soubi fe ebenfals nicht
in Heſſen behaupten; er mußte befuͤrchten, durch I
die ganze Stärke der Allürten erdruͤkt zn werden. |
Much er räumte feine Eroberungen, und kehrte an’ die
Ufer. des Mains mid Rheins. zuruͤk, dahiu ‚we.
vor: Erdffnung des Geldzuges geftanden hatte, Fer
dinand verlegte: feine Arinee in die Bisthuͤmer
Muͤnſter, Osnabruͤt, Paderborn und das Koͤllniſche
Sauerlaud. Der Prinz Vſenburg quattierte ſich ig
Heſſen und in der Gegend von Frizlar din, Am
Ende Novemberö war Weitfalen, Heſſen und Hanz E
.. . höver. durch bie weiſe Tapferkeit Fordi nand's vo
der Gegenwart. der Feinde, entlafte. Hanau e Hefs
ſen und ein Theil von Hanuover hatten von den Er⸗
preffüngen ber Franzoſen viel gelitten, doch zur Ehre
der Befehlshaber ſei es geſagt, nicht ſo viel, als
ihnen die kalte, erfinderiſche Grauſamkeit der Mini⸗
ſter zugedacht hatte. Schon im Sommer beſchloß
man zu Verſailles, die eroberten Laͤnder auf das un⸗
barmherzigſte zu behandeln, alles Geld wegzuſchlepe⸗
pen, .alle Lebensmittel an fich zu reißen, und ſelbſt
bie Menſchen zum Franzoͤſiſchen Dienfte zu zwingen,
“alle Niederlagen durch Deutfche Einwohner zu erfege
zen.. Des Kriegsminiſter ſchrieb au ben Marſchall
Contades: gu Ende Septembers muͤſſen alle Länder
‚dor der Fronte unfrer Winterquartiere m eine voͤl⸗
lige Wäfte' verwandelt fein, damit. ed dem Feinde
‚unmöglich werde, ſich und zu nähern, In den fol⸗
genden: Briefen winden dieſe Zioleſſchen Eimapnuns
gen
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v ut ss⸗ — ⸗
den: wiederheli. PERSSÜRPICHENIPIEROUEE ,
Ktiegsminiſter: ganz Weſtfalen muß zu einer Eine
Bde und Wildniß gemacht, und in den fruchtbarſten
Drovinzen muß aliss bis auf bie, Wuriel in der Erbe."
ausgerottet werden. Die Franzoſiſchen Generalt
befolgten dieſe barbariſchen Vorſchriſten nicht genau;
voch thaten ſich einige Cibillommiſſarien dyrch Une
thaten fehe hervor; am mehrſten ſtiftete ſich Ehe
lon, den endlich die. ſpaͤtere Rache der Revolution
ergriff, in Heſſen ein Dendindt der uuschbiteßen
Beauſankeit. | ee.
‚Belbaus va Auttieren gegen bie
Sranzofen im Jahre 175% —
203 bei Bergen d. 13, April.
Schlacht bei Minden di 1. Aug '
Zieffen bei. Gofrld an eben dem 1. Ang.
Befecht bei Fulda d. 30; Nov, F
Frankreich hatte bisher durch feine ninatlue
liche Verbindung mit Dejtreich nichts als Uufälle zy
Waſſer und zu Lande erlitten, wogegen die geringen
Vortheile, die ſeine Heere zuweilen erfochien/ in
eine Betrachtung kamen; das Land wurde in uner⸗
ſchwingliche Schulden, das Volk in tiefes Elend,
der Hof im Verwirtuug geſtuͤrzt, und alle Ueberle⸗ |
—6*— zur See ging verloren. Der Mitiſter ber
auswärtigen Verhäfmifle, ber Kardinal Bernid, . '
ſahe das Schaͤdliche des bisherigen Siffems ’ein, _
von da er Seine Aenderung benirken konutt, ur ex
eine
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—s803 ER
feine "Stelle nieder; der” erfahrne Kriegdmidiſi —
Belle⸗Isle ſtarb; und der ſchwache, nur in Raͤn⸗
ken gewandte Herzog Choiſeul erhielt das Ruder
des Stats in ſeine Haͤnde. Dieſer war ganz den
Oeſtreichſchen Intereſſe ergeben, kannte oder bedachte
die wahre Wolfahrt feines Vaterlandes wenig, und
alle von Friedrich bekriegten Maͤchte zum Inhalt RE
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iichem Gluͤkkebeglentet, und Öfneten ihnen bie erfreus .
hatte einen ſolchen Haß, gegen Friedrich, daß er
am 30. Dec, 1758 eine noch engere Verbindung zu
Verxſailles mit dem Wiener Hofe ſchloß, welche die
Ä Schwaͤchung des Koͤnigs von Preußen, die Ruͤkgabe
Schlefien’s.an Oeſtreich, und eine Genngthumig für
hatte, Der: Feldzug wurde daher mit mehr
Hizze, als je, und fruͤhzeitiger als fonft von Frans :
zoͤſiſcher Seite begonnen, Die erften Unternehmun⸗
gen der Srangofen waren bis Ende‘ Juli's mit ziem⸗
Ulichſten Ausſichten, als Ferdingnd's Einſicht und
Deutſcher Muth am 1. Aug. durch den glaͤnzenden
ze
Sieg bei Minden alle ihre glänzenden Hofnungen
auf einmal niederfehlug und vernichtet, Soubiſe
' führte am 2. Januar einen zwar ungerechten,. aber
für Frankreichs Vortheil wichtigen Meiſterſtreich
aus, indem er ſich der neutralen Stadt Frankfurt
am Main bemaͤchtigte. Er hatte bloß um den
Durchmarſch eines Regiments gebeten: der Magi⸗
ſtrat bewilligte ihn, ſahe ſich aber zu ſeiner Kraͤn⸗
kung bald betrogen, da die einruͤkkenden Sranzofen a
"bie Stadt ‚förmlich in Beſiz nahmen, zu ihrem
Hauptquartiere und Hauptwaffenplazze machten, und
Bene! Sr. Grin. 6. RL I 5 Abth. w. durch
—406 [ei
0 *
‚ni fie eine Gemeinſchaft mit ihrer Rheinarmee,
mit den Reichstruppen und mit den ‚Deftgeichenn -
TE gnknöpften, Diefe Bortheile waren zu groß,rund-
für die Alliirten zu ſchaͤdlich, als daß nicht. Ferdis
nand filled hätte.aufbieten folen, fie ihnen wieder Zu
- entreißen. Er zog daher alle feine-abgefonderten
i Korps bei Fulda zuſammen, uud brach von hier
am 10. April auf, um die Sranzofen. zu überfallen,
‘ihre Magazine zu nehmen ober zu jerfidren, , Frauf⸗
fart zu erobern, und die Plane auf Heſſen ruͤkgaͤngig
gu machen. Uber die Wachſamkeit und die weile -
- Hoordnung des Herzogs Broglio vereitelte Ferdi⸗
nands Vorhaben, Er ‚hatte bei dem Dorfe Ber
gen unweit Srankfurt. eine der sortheilhaftefteh“
Stellungen genommen, und“ feine Truppen in eine
der ninfterhafteften Schlachtordnungen vertheilt,
. Herdinand hielt ihm wicht für fo gut vorbereitet,
als er ihn. am 13. Aptil wirflih fand. Bon dem
Beſiz dieſes Poftens hing jedoch die Ausführung: feis
‚ner Entwürfe ab; er fieß ihn deswegen beſtuͤrmen.
Seine Truppen hatten einen ſchweren Stand; -fie _
mußten gegen ein Darf, das mit 8 Deutfchen,” den
Fianzoſen dienenden Bataillonen befezt war, anruͤk⸗
fen, mußten ſich durch Hohlwege winden, mußten
über Helken, Zäune und Weinberge klettern, muß⸗
en anf-eine Anhöhe klimmen, welche Broglio mit
dem Kern der Franzoͤſiſchen Briguden erfüllt hatte, -
Dennoch that der Prinz von Vfenburg mit den Heſ⸗
ſiſchen Grenadieren, nnd vom Erbprinz von Brauns
ſchwis unter eh, einen muthigen und ‚viel Glauͤk
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witfoiichenden Anarif. ‚Die Femzoſen wichen Sie
Heffen drangen kühn und fiegend weiter vor.- Aber
jezt mächtE der. aufmerkſame Broglio eine gefchifte
Bewegung in die rechte Flanke der Aklirten, weiche
der Erbprinz beim Vorruͤkken nicht genug hatte dek⸗
‚Sen koͤnnen. Dieſes war enticheidend > die Heffen,
\ wurden zuruͤkgedraͤngt/ ihr Anführer Prinz UHſenburg |
verlor durch einen Schuß das Leben, der Erbpring
son. Braunfchiweig mußre gleichfalls weichen.
gerdi Hand ließ die Angriffe auf Bergen zmal er⸗
neuern, eroberte das untere Dorf auch wirklich; aber
der vbere Theil blieb ihm unerſteiglich; er unterhielt
jezt nach fo vielen fruchtiofen Verſuchen den übrigen
Tag hindurch ivsine lebhafte Kanonade, taͤuſchte den
Feind ſtets mit ſcheinbaren Anflalten, als woilteer
das Gefecht wiederholen, und zog ſich durch dieſe
Liſt unangefochten während. der Nacht nach Heffen -
urüß, nachdem / er 88 Offiziere, 2170. Gemeine an
Todien, Verwundeten and Gefangnen und 5 Kano⸗
nen verloren hätte,
Diefer Sieg, welcher dem. Marſchall Broglio
did Deutſche Reichsfuͤrſtenwuͤrde vom Kaiſer ver⸗
ſchafte, war fuͤr die Franzoſen das Loſungs zeichen/
mit aller Macht in Heſſen einzudringen, welches ih⸗
nen um fo mehr gelang, da der Oberbefehlähnber
- Contad es mit der Hauptarmee vom Rheine her
nach Giefen; zog, und ſich hernach mit Broglio vers
einigie, Außerdem: "fanden noch 19 Bataillone und -
40 Schwadronen am Niederrhein von Weſel bis
Kölle, Broglio beſezte Kafſel und Münden, und.
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Bette den: Meg nach Hannover ur Braunfihroeig
offen. Allein Eontades hielt es nicht fuͤr rathſam,
„fo weit vorzurüften, -fo lange bie Adigten durch
Minden umd Hameln die Wefer in ihrer Ger
u walt, und durch Muͤnſter die Herrſchaft uͤber Weſt⸗
falen, hatten. Er wuͤnſchte daher, ihnen vorher biefe
Voſten zu entreißen, uud marſchirte durch's Wadern
bornuſche nach Preußiſch⸗ Minden, welche. Feſtung
Bröoglio dur die Treuloſigkeit eines Deutſchen
Bauern unterſtuͤzt am 9. Juli mit Sturm eroberte,
‚wobei das Fiſcherſche Freilorps grauſame Aus⸗
ſchweifungen in der Stadt beging, denen der beſſer⸗
geſiunte Broglio endlich mit Gewalt. Grenzen ſezte.
‚ Die Befazzung von 1400 Mann ward Iriegägefans
gen. Am 23. Juli eroberte der General. Armen⸗
—
tieres die Stadt Muͤnſter nach einer langen Belag
.nıng durch Kapitulation. Eontoded nahm feit dem
34. Juli eine eingeſchloßne Stellung bei Minden in
einem feften Lager, wo er.einige Wochen unbeweg⸗
lich ſtehen bfieb. Der Herzog Ferdinand zog fick
- um einen Tag fpäter mit feiner Armee hinter Peteyds
hagen, nur einige Stunden von den Franzoſen ent⸗
Weſtfalen's durch eine Haupiſchlacht zu eutſcheiden.
Er. machte an ber Seite der Frauzoſen allerlei Bes
wegungen, ließ am 28. Inli Osnabruͤf und das dor⸗
tige feindliche Magazin wegnehmen, marſchirte am
29. von: Petershagen in die Ebne von Minden, und
ſchloß um Contades einen weirgedehnteh Halbzirkel,
| wodurch er iha aus feinem feſten Lager herauslokte,
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ferut, und rüftere.fich, dad Schikſal Hannovers und .
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ind: Pr einer Schtacht ndthigte. Contades rief an,
30. das am andern Weſerufer ſtehende Heer des
Broglio zu ſich, und beſchloß, die Alfürten auf den
. 7. Aug. mit Anbruch des Tages anzugreifen, Uns
ſtatt aber gleich mit der Morgenbämmerung den
Kampf zu beginnen, verfchwendere .er die Zeit mit
Haltmachen, Ünentfchloffenheit, Zuſammenziehen
and Stellen feiner Kolonnen, und erſt um 5 Uhr war
er mit ſeinen Anſtalten fertig. Ferdinand rechnete
auf eine Schlacht; vielleicht aber waͤre er bei größe | .
rer Schnelligkeit der Franzoſen doch uͤberraſcht wor⸗
den. Um. 3 Uhr ‚erfuhr er durch ueberlaͤufer die BR
feindliche Abſicht — und. achte feine Gegendvor⸗
kehrungen. Das Broglioſche Korps fing den Uns
. griff auf den finfen Fluͤgel der, Alüirten vor dem
Dorfe Tonhauſen an, aber durch das Artilleriefeuer —
aus einer vom Srafen Wilhelm von Buͤckeburg ans
_ gelegten Verſchanzung wurde er amal fo aurätgedons Bu
nert, daß er in Unordnung gerieth, wobei fein In⸗
fanterift der Alliirten feine Flinte abzuſchießen ndthig
hatte. Der Herzog. Ferdinand rühmte nachher die
Geſchiklichkeit des Grafen Wilhelm dͤffentlich, und
ſtattete ihm feinen verbindlichſten Dank ab, weil
ohne fein fo treflich gerichteted Teuer der Uusgang
Det Schlacht nicht ſo erwuͤnſcht geweſen ſein wuͤrde.
Die Franzoſen hatten ihre beſte Kavallerie in das
Mitteltveffen geſteilt; dieſe wollte in bie Engliſche
und Hannoͤverſche Infanterie einhauen; aber die Al⸗
lürten Fußvoͤlker wieſen ihre Angriffe fo muthig zu⸗
ud und drangen dafuͤr ſo vanfr und anſchloſſen in. .
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fie ein⸗ daß ſe in die Böse Verwirrung getiethen
nund mit Schrekken flohen. Jezt trat ein Augenblik
verweigerte dieſer General, der auf Ferdinande
der volligen Zerruͤttung bei der Franjoſi ſchen Armee
ein. Alle ihre Linien waren durchbrochen, alle ihre u
Brigaden ohne, Bedekkung, alle ihre Schwadronen in
Zerſtreuung. Haͤtte jezt die Engliſche Kavallerie in
ſie eingehauen, ſo waͤre das ganze Franzoſiſche Heer
vernichtet „worden, To wäre eine Niederlage erfolgt,
‚deren bie Gefchichte nur wenige aufwelſen koͤnnte.
Der Eigenſinn und die. niedrige Eiferſucht des Englie
ſchen Befehlshabers der Reiterei, des unedlen Lords
"Satvill e, verhinderte Diefen ausgezeichnet feltuen .
Trinmpf. Dreimal ſandte ihm der Herzog Ferdi⸗
nand durch Deurfche und Englifche Adjuranten dem, -
beſtimmiteſten Befehl zum Ungriffe zu; und dreimal,
Ruhm ueidiſch war, den militärifchen Gehorſam.
Endlich vollzog der folgende General Granbuidie
gegebne Order; aber über dem Din«nind Herſchik⸗
Ten, dem Unterhandlen und Anräffen war fo, viel
hkoſtbare Zeit verſtrichen, daß nun die Engliſche Ka⸗
2 vallerie zu fpät Fan. . Die Franzoͤſiſche Armee harte,
=
ſich von ihrer Beſtuͤrzung erholt, ſie ſtand wieder in
Ordnung, fie zog ſich Aber 19 Bruͤkken des Bartes
fluſſes naͤher nach Minden, und Broglio hatte eine
> fo gute Stellung eingenommen, daß er den Ruͤkzug
dekte. Der linke Flügel. der Zranzofen ‚wich unter .
dem Echuzze der Sachſen zur, Die. Befiegten
rüften wieder. in ihr altes Lager ein; fie zählten
4000 an Todten und Verwundeten, und 3907 Ges, j
‚fangut,
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fangne, 25 Rarionen viele Fahnen und Standar- g | .
ten ‚waren verloren ;, ‚einige Tage nachher büßten fie
noch ihr mehrſtes Gepäffe, vie Kriegskaſſe, das
Kriegsaxrchiv, ‚die Beſazzung und die Magazine zu
Minden, Bielefeld, Paderborn und an andern Orten ,
ein; : Der Verluſt der Sieger beftand nur in 1300
Todten und; Derinundeten. Der unwürdige S ake
‚pille wurde zwar nach England gerufen, und bon
...
“ einem dortigen Kriegsgerichte aller militaͤriſchen N
Wuͤrden auf immer für wufähig: erklärt, aber ‚der .
Nachtheil ſeines Ungehorſams lounte wicht wieder.
gu gemacht werden, |
- Bar’. übrigens der Sieg der Alliirten nicht wo
groß, als er hei einem beſſern Verhalten Sakv il⸗
‚les Hätte werden Können, fo war er doch vdllig ent⸗
ſcheidend, und zög den Deutfchen die erwünfchteflen |
Vortheile zu. Leztere wurden dadurch mit bewirk,
daß der Erbprinz von Braunſchweig an eben. dem
Tage ein: fiegreiches Treffen bei Gohfeld, einige - .
. Stunden weiter herauf an der Wefer, lieferte, He,
. ftand ein Korps von 8000 Mann unter dem, Befehle
des Herzog Briffec, welches die Gemeinſchaft mit
Hervorden unterhalten und bewahren ſollte. Der
Erbprinz griff ſelbiges mit einem ſolchen Erfolge an,
daß es gaͤnzlich zerſtreut wurde, und daB 200
Bauern -3 Tage mit Begrabung der Todten zubrachs _
ten; - hiervon gehörten nur. wenige den Allüirten an, — i
denn ihr Verluſt belief. ſich bloß auf 300 Maun.
‚Diele neue Niederlage verfezte den Marfchall Cote
tades in die ie außeaſte·Verlegenheit er war durch
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dieſen Säle von ſeinen Magazinen zu gareiden
Paderborn und allen naͤher an Heſſen liegenden Orts
ten abgeſchnitten, er konnte fich nicht einmal’an-der
\ linken Weſerſeite zurüfzichen. Es blieb ihm kein
andrer Ausweg übrig, als durch Minden Äber die
Weſer zu eilen, und an dem rechten Ufer fo ſchnell
als möglich nach Kafſel zu flüchten. Aber auch hier
konnte er nicht Stand halten; er mußte ganz, Heſſen
- räumen, und ſich bis über die Lahn zurüfziehen,
ülle Vortheile ver Branzofen gingen nun obllig vers
Toren, Kaſſel ergab fi ſich auf die erfte Aufforderung
mit 400 Gefunden und 1600 Kranken; Ziegen
Hain fiel nach einigen Ramonenfchäffen mit 260
Mann; Marburgfapitulirte nach dem gien Belge
‚gerungdtage mit goo Mann; Münfter that den
Naͤngſten und hartnaͤkkigſten Wiverfiand; General u
Imhof, melden es einſchloß, mußte, durch frifche
Truppen bedroht, die Belagerung am 6. Sept. auf⸗
heben; zu Anfang des Oktobers erhielt ex Verſtaͤr⸗
‚ ang, jest fing er die Beftürmung wieder an; im.
. Unfang bed Novembere traf der Graf Wilhelm von
- Büfleburg ein, und feiner gefchikten Leitung des
AUrtillerieweſens iſt es zuzuſchreiben, daß die Beſaz⸗
zung endlich am 20. November die Feſtung gegen.
| einen freien Abzug räumte,
Die beiden Hauptarmieen der Franzoſen und As
. Hirten fanden dei Gießen unbeweglich einander
gegen über, und jede ſuchte bie andre zu verdrängen,
Contadeõö md Brogliv ſchoben die Schuld der
erlittuen Unfaͤtle einer auf den abet, und bemuͤhten
ſich
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ſich einander zu ſtuͤrzen. Brogfio Bobiel band
ſeine mächtigere Partei die Oberhand, Coutades
mußte feine Stelle niederlegen, und jener wurde.
Oberfeldherr. Nach Erlangung diefer Würde wollte
Broglie durch einen Meiſterſtreich die Ueberlegen⸗
hyeit fejned kriegeriſchen Geiſtes auf eine ausgezeich⸗
nete Art in's Licht ſtellen. Cr wollte den Ruͤkken
der. Alliirten bedrohen, und dadurch ihren Ruͤkmarſch
bewirken. Zu‘ dieſem Zwek ſtiftete er den Herzz—8
von Wirtemberg an, daß er mit feinen 12000
Mann, welche er in Franzoͤſiſchen Sold gegeben
datte, aus Zranlen aufbrechen, und Kaffel übers
sumpeln follte, Er fam aber nicht weiter,. als bis:
Kulda, wo 1000 ‚Sramgöftiche Reiter zu ihn ſtie⸗
ften, - Hier griff der Erbprinz von Braunſchweig
mit 8 Bataillonen und 17 Schwadronen die vor ber _
Stadt gelagerten Wirtemberger und Franzofen fb ..
+ zafch und anvermuthet am 30. November an, daß
fie mit der ‚größten Eilfertigkeit durch die Stadt
flohen. Der Herzog felber entkam mit einigen Ges
"treuen nad) Hammelbufg; er batte ſich eines feind⸗
lichen Beſuchs ſo wenig verſehen, daß er wie im tief⸗
ſten Frieden einen Maskenball veranſtaltete, ſtatt
Deſſen er jezt andre Spruͤnge zu machen genoͤthigt
wurde. Die mehrſten feiner Leute liefen in getheil⸗
ten Haufen und auf verſchiednen Wegen dadon;
ſeine heſte Mannfchaft, vie anserlefenften Grena⸗
Diere, 1200 an der Zahl, mußten das Gewehr firels
ten und ſich gefangen ergeben. Hierauf ging e
nah Fraulen zuhl, und auch bie. Stanzbfifce
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| Yänpfäriee wich aus ihrer Stang, doch hielt
ſie Gießen ſtark beſezt. Ferdinand wunſchte
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noch dieſen Ort zu erobern, weil alsdann die’ Fran⸗
gzöſen bis jenſeits des‘ Mains flüchten mußten.
Aber die ſtrenge Kaͤlte, und die Abſendung von
13 Bataillonen und 19 Schwadronen an die Urmee
des Königs, weiche die bebrängte Lage des leztern
| erforderte } verhinderten ihn an der. Ausführung: Dies \
ſes Vorhabens, . Et mußte ſich mit dem Ruhme be⸗
gmnuͤgen, alle die Laͤnder, welche er vor Eröfnuug
des Feldzuges inne gehabt hatte, wieder in ſeiner
Gewalt zu ſehen; er verlegte feine Truppen bei Kap
ſel und. in Weſtfalen in bie Winterqzuartiere, und bie: +
. Grangofen begogen die ihrigen bei öranffurt,
gr Preußen , und ein Aben ſeines Weſtfaͤli⸗
Seidzus des Königs im Jahre 1759:
. Schlacht bei Kai oder Palzig d. 23. Jull.
bei Kunersdorf d. 12. Auguſt.
Gefecht bei Maren d. 21. November.
> Sriedrid brachte ben biesjährigeh Winter in
Breslau zu, wo er ſich mit: Ergänzung der Ar⸗
mee, welche 30000 Rekruten brauchte, eifrig be⸗
ſchaͤſtigte, die übrigen Regierungs Angelegenheiten: °
beſorgte, Unterſuchungen über einige verrätherifcye
on Unterthanen anſtellte, fich durch Muſik und Dicht⸗
Tunft aufheiterte, und mit feinen gelehrten Freliu⸗
den in vertraulichen Briefen unterhielt. “SeineLage -
voar, bedenklich, doch nicht huͤlflos. Nur dad Kös. -
ſchen
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ſchen Gebiets befand fi - in feinälicher Gewalt; e
dafuͤr herrſchte er in Sachſen, , Meflenburg und
Schwediſch⸗ Pommerg. bis an die Thore von Stral⸗
ſund. Die Kriegsſteuern, welche er diefen Ländern
auflegte, die Kontrihutionen, die er in Franken und -
“andern Reichöftaten eintrieb, und die Rekruten, die
ar von den feindlichen Unterthanen aushob, erfezten
ihm den Verluft, den er durch feine Gegner in feinen ”
eignen Staten erlitt, mehr als doppelt. Hierzu.
. Fam, daß er von den Engländern 700,000 Pfund
" Sterling, Hülfögelder erhielt , die er durch Verringen
‚sung des inuern Werthes der einzelnen Münzftäffe
um mehrere Millionen erhöhte, eine Operation,
welche freilich für viele: Familien, beſonders nach
dem Frieden, nachdem diefe geringern Geldſorten
außer Umlauf geſezt wurden, die Zerruͤttung ihrer
Vermoͤgenbumſtaͤnde zus ‚traurigen Folge hatte, .
Aber fie war dad einzige Mittel,. den Star während ..
des Krieged vom Unfergange zu retten. Dagegen
legte Friedrich feinen Ländern Feine außerorbentlicheng
Steuern auf, fie zahlten Keinen Pfeunig mehr als
zu Friedens zeiten, und den verwuͤſteten Gegenden
erließ. er die Abgaben ‚ganz oder zum Theil. Ehen
jo ‚wenig machte er Schulden, zu deren Abtragung .
oft. und die fpätern Generationen nach ‚halben und "
ganzen Jahrhunderten die Eoflbarfien usd druͤkkende
Pen Opfer ‚bringen muͤſſen. Seine Feinde hingegen
mußten zu beiden verhaßten Mitteln, zu laͤſtigen
Kriegsſteuern, und zu ſtatsverderblichen Auleihen
u itre Aut ame, Das Einzige, woran es
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nah ihrer Meinung dent König. ndlich festen,
und was ihnen den Sieg verfchaffen würde, war die
ndthige Meyſchenzahl. Aber der Ruf von Frie⸗
d rich's Thaten, die puͤnktliche Bezahlung ber Trup⸗
pen, die Lift, und die freilich nicht immer auf
das redlichſte zu Werke gehende Geſchiklichkeit des
Werbe⸗Oberſten Kalignön zog aus Polen und
dem ganzen Deutſchen Reiche eine ſolche Menge
kriegsluſtige Leute zu feinen Fahuen, als er mur im⸗
mer verlangen konnte. Er trat im Fruͤhlinge 1759
mit 142,000 wohl geräfteten Streitern auf den
Kampfplaz; fie waren in 3 Armeen vertheilt, wos
von er die eine felber in Schleflen, die andre Prinz
Heinrich in Sachen, ..umd bie britte Graf Dohna im ..
- Pommern und in ber Mark befehligte, Allen diefen -
. ftanden "aber 230,000 Feinde, naͤmlich 120,000
Deftreicher , 60,000 Rufen, „20,000 Schweden und
30,000 Meichsvblfer entgegen,
Friedrich beſchloß in den erſten Monaten
bed Kriegsjahres 1759 blyß vertbeidigungs—
weiſe zu verfahren, um eiſt abzuwarten, wie und
auf welche Art ſich die Maßregeln der Feinde ent⸗
wikkeln wuͤrden. Er bezog daher in der Mitte des
Maͤrz noch kein Feldlager, ſondern ließ ſeine Armee
dan Fuße der Schleſiſchen Gebirge von Schweidnig
bis Jauer und Loͤwenberg in Kantouirungs⸗ Quar⸗
tiere ruͤklken. Der Feldmarſchal Daun that in
Böhmen daffelbe, er verlegte fein ‚Heer zwifchen der
Sfer und Elbe von Trantenan bis Reicheubach
in aͤhnliche Quartiere, Um den Fortgang ber
* feine
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feindlichen Unternehnmingen ° zu Kernen r Befah
Friedrich feinem Bruder, dem Prinzen Heinrich,
won Sachfen aud die Faiferlichen Magazine bon. Eger
"bis an die Elbe bin zu zerſtoͤren. Hein rich brach
fm April von. 2 Drten ber der rauen Gebirge und
der ſchlimmen Jahreszeit ungeachtet fo kuͤhn und
ſchnell in Boͤhmen ein, daß diejenigen Oeſtreicher,
welche Die. ¶ Magazine dekten, ‚nicht zum Befinnen,
nicht zu Gegengaftalten kommen konnten, Er ſel⸗
. = er führte die eine Abtheilung uͤber Peterswalde und
Nollendorf nad) Leutmeriz und die. umliegenden Ges
genden, nertrieb die Kroaten und zerftörte alle Mas
gasine zu. Uußig, Lowoſiz, Leutmeriz un
Bupdin und verbrannte alle. dortigen Elbſchiffe.
Mir eben fo viel Gluͤk und Hoc glänzenden. Dora
theilen fuͤhrte General Huͤlfen den andern Theil
dleſer Unternehmungen aus. Er. drang uͤber Bade
berg nach Kommatau und Saatz, nahm bei
Priesniz ein ganzes Korps von 2500 Mann nebft
ihrem General Meichard gefangen, ohne daß ein
einziger entlanı, und vernichtete daß große Maga⸗
zin zu Saat. Dieſe wichtigen Streifzüge waren
bereitd am 20, April geendigt, und fämmtliche
Preußen zogen ſich nun nach Sachfen zurüf, Dee
den Feinden verurſachte, und den Seldmarfchall em⸗
pfindlich kraͤnkende Schade war fehr groß; bloß.an
- Diehl wurde fo viel zerſtoͤr, daß ein Peer von
)
"50,000 Mann ein halbes Jahr davon hätte zehren
bnnen; des Brodtes, des Habers und des Heues
fir, 23009, Savallerifen noch nicht zu ‚gedenken, |
Nach⸗
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Mahhen Yon der drinz Heinrich uf bieſe
Weiſe die Entwuͤrfe Daun’d auf eine Zeitlang ges. ,
lähmt hatte, beſchloß er, einen aͤhnlichen Plan gegen
die an Sachſens uud Bohhmens Grenzen gelagerten
Reichsvoͤlker auszufuͤhren: dies bewirkte er im
Mai. Er zog ſeine Regimenter bei Zwikkau zu
fammen und marſchirte von 4 Seiten her gegen die
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MNeeichsarmee, und ein mit ihr verbundenes Korps
Deſtreicher des Generals Maoquire. Der General
Ein ruͤkte uͤber Adorf uud Aſch, Knobloch über
Saalburg nach Kronach, Bamberg und Wuͤrzburg,
and Heinrich mit der Hauptarmee über Hof und
- Münchberg bis Boreus. Alle Abtheilungen trieben
die aufgeſchrekten Feinde vor ſi ch her, draͤngten fie
bis an die Baierſchen Grenzen zuruͤk, zerſtorten ihre
Magazine bis hinter Nuͤrnberg, nahmen ihnen 3000
Gemeine und 60 Offiziere von hohem Poſten als
| Gefangne ab, nnd erbeuteten. anfehufiche) Kriegs⸗
ſteuern in’ Franken. Gem hätte Heinrich die:
Reichsarmee durch eine Hauptſchlacht fo geſchwaͤcht,
daß fie fuͤr die Zukunft zu allen Uuternehmungen
untuͤchtig wuͤrde; aber theils Hatte fie hinter Näens,
berg eine vortheilhafte, faſt unangreifbare Stel⸗
lung genommen, theils fehlte es ihm auch an Zeit,
feine Vortheilel weiter zu verfolgen. Die Bewegun⸗
gen der Ruffen . und Defireicher machten zu
. Anfange des Juni ſeine Ruͤtkehr⸗ nach Sochſen
nothwendig.
Die mehrſten Sorgen wurden dem Könige
durch bie Ruf l en, giregt; ; er ‚abe, vorher, daß
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fe Pr dies Jahe, da fe. in der Abe do =
Brandenburg: lagen, ‚größere Unruhe verurſachen
wuͤrden, als in den vorigen Feldzuͤgen, wo · ſte aus·
weiter Entfernuug hervorruͤfkten. Er war daher
frühzeitig. bedacht, ihnen ſo viel Abbruch als möge
Lich. Zu mun, "um ihre Operationen aufzuhalten. -
Auch bei ihnen ‚gebrauchte er hierzu das Mittel
der MagazinsZerfiörung.
Er erfuhr, daß fie zu
Poſen einen ‘großen Vorrath von Lebensmitteln
aufgehaͤuft hatten. Diefen zu verwuͤſten, ſchikte er
"den General Wopersnow mit 5 Bataillonen und: 5
- Schwadronen. ab. Woperbnow ließ ein ordentlich
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‚ ‚Manifeftvor fich her gehen, worin er den Polen era Du
Härte, daß fie die Preußen nicht als Feinde zuiben _
trachten haͤtten; es waͤre den Ruſſen der Winter⸗
aufenthalt i in ihrem Lande, und der Aukauf von Ma⸗
gazinen verſtattet worden; fie muͤßten ven. Preußen
_ ähnliche Gefälligfeiten "erlauben, und därften ihre
Durchzuͤge nicht übel deuten. Ehe er nach Poſen
‚eines Eleinen Polnifchen Despoten,. welcher den Vors
wiz hatte, ſich zu Friedrichs Feind aufzuwerfemt -
. Died war der Zürft Sulkowski; diefer errichtete
Magajine fuͤr die Ruſſen, warb Truppen ·fuͤr fie,
= md antwortete in Öffentlichen Schriften auf. Ste
drichs Beſchwerden trozzig und verwegen. Mon
persnow nahm ihn'in feiner Reſidenz Rieſa die
“ziemlich weit von Schleſien's Grenzen lag, wit ſei⸗
“nen 200 Gardeſoldaten gefangen, und ſchikte ihr
nath Glogau, wo er bis zum Frieden fuͤr ſeine
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marſchirte, beftrafte er noch vorher die Kuͤhnheit J
aufs
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Unbeſomedhet bäßen. mußte, Nach dieſem am 24 |
Febr. vollzognen Streifzuge marſchirte Wepersnow
“nach Poſen, und volfuͤhrte feinen Auftrag mit Sta
and Nachdruk; er zerſtorte alle Nuffifchen Vorraͤrhe,
und ſchleppte alle vorgefundnen Wagen, Pferde,
Kanonen und Kriegsgeraͤthe mir nad) Schleſien. N
Diefer Vorfall konute die Ruſſiſchen Unterneh⸗
mungen zwar etwas verzogern, aber nicht. vdllig
verhindern. Sie legten bald wieder ihre Hauptnie⸗
.derlage in Poſen an, und zogen unter Anfuͤhrung
des Grafen Soltikof, Ihres jezzigen Oberfeld⸗
herrn, ihre ganze Macht bei dieſer Stadt in ber
Mitte des Juni gufammen, um fich in die Mark
Brandenburg zu begeben und mit den Deftreichern
In ‚vereinigen, - Sriedrich gebot beöwegen bem
. General Dohna mit feiner in Pommern liegenden
Armee, welche noch Verſtaͤrkung erhielt, ben Ruſſen
bis in Polen hinein entgegen zu gehen, und ſie auf
ihrem Manfche anzugreifen. Dohna räfte dber vie
Warte, zerftörte einige kleinere Ruffifche Magazine
zu Browberg, Ragosno und Inin, fehrieb Lebende
mittel von den Polen aus, ging aber aus Mangel
an Nahrung wieder. über die Warte zuruͤk. Hierbei
verſaͤumte er, wie ihm Sriedrich Schuld giebt, die
- bequeme Gelegenheit, die Ruſſen zu ſchlagen. Sie
marfchirten in. der Nähe der Preußen mit folcher
Unordnung, daß fie mit Bortheil angegriffen werben
konnten. Uber Mangel An Einigkeit unter den
Preußifchen Generalen, an Thätigfeit und Ent⸗
ſhloſſenheit bei Dohna ließ dieſen koſtbaren Zeit⸗
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Yun. gur Zerrantung de Ruſſen s“ Metern?
angenuͤgzt voruͤbergehen, und zog die traurigſten 1)
gen für Friedrich nach ſich. Beide Armeen ruͤlten
. tun, in geringer Entfernung von einander, Ind
Brandenburgiſche ein, um fich daſelbſt des Hungers⸗
gu erwehren. Friedrich war Über Dohna’s Ver⸗ ö
halten. fo unzufrieden, daß er ihm ven Oberbefchl:
nahm, and ihn unter dem ſchonenden Vorwande der
Wiederherftellung ſeinet geſchwaͤchten Geſundheit
ganz von der Armee entfernte, Dafuͤr ſchikte er den
General Wedel, einen feiner Lieblinge, mit unımts
fehräntter Vollmacht zur Dohnaſchen Armee, und bes
fahl allen übrigen Generalen, demſelben, ob er gleich
einer der füngern war, wie einem Dittator wie
dent König ſelber zu gehorchen. Wedel Hatte zu.
"gleich. den mißlichen Auftrag, unangefragt eine
ESchlacht zu liefern, wenn er die Bereinigung ve .
Sluffen mit einem Oeſtreichiſchen Heere von 30000
Mann, das Laudon herbeifuͤhrte, nicht auf auvre
Art verhindern konnte. Mißlich war dieſer Auftrag,
weil Wedel weder feine Truppen, noch die Feind,
noch die Gegend kauate, und unter den mehrſten äls
tern Getieralen, die,über feine Erhebung eiferfüchtig.
„waren, wenig treue Nathgeber fand, Er kam erſt
am 32, Juli bei.der Armee zu Zuͤllichau an, und .
(dom. am folgenden Tage lieferte er in voͤlliger Un⸗
bekanutſchaft mit allen feinen Vethaͤltuiſſen eine -
Echlacht, die hoͤchſt ungtäflich endete; Die Ruſſen
waren den Preußen an Menſchen⸗ und Kanonenzahl .
ſeht uͤberlegen, und bei Pal zig hoͤchſt vortheile
Sauas Dr oeſa · 6. Th. J. abid⸗ ) haft
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daft of Sauech grif fie. Bart‘ en, a. |
beging noch manche andie Unvorfichtigkeit. Der ,
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Vortrab wich. vor dem Kanonenfeuer in Unerdnung
zuruͤk. Dies verſezte die Preußen in folche Hizze,
"daß ſie ſich nicht die Zeit nahmen, eine Linie in ge⸗
hoͤriger Ausdehnung gu bilden, ſondern daß fie im.
BE einzelnen Bataillonen anruͤkten. Ihr Angriff ge⸗
ſchahe daher nicht im hinlaͤnglichen Zuſammenhange,
"nicht. mit dem nöthigen Nachdrukle. Die Ruſſen
hatten nun Muße genug, das Darf Palzig, bee
ſonders den Kirchhof mit zahlreicher Artillerie zu bes
AIczzen. Die Preußiſchen Bataillone draͤngten zwar
bie vorwaͤrts ſtehenden Ruſſen bis an das Dorf, .
‚aber hier wurden fie mit fo wuörderifchem Kartätfepene
“ feuer empfangen, daß fie weichen mußten. Die gen
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ſchlagnen Bataillone wurden indeffen durch nenange⸗
lommne erſezt, und der rechte Fluͤgel bewegte ſich
trog aller Hinderniſſe der Gegend vorwaͤrts. Allein
die Ruſſen hatten waͤhrend deſſen eine ſo lang ausge⸗
pehnte Linie formirt, daß fie die Preußen uͤberflu⸗
gelten. Ein Preußiſches Bataillon nach bem’andern _
mußte ſich mit Verluff nah Kai zuruͤk ziehen. Die
Kavallerie war gluͤklicher gewefen, ſie hatte ſich .
durch ein Gehoͤlze gezogen, und. in einen Theil dep
Ruſſiſchen FZußvolks vom rechten Sluͤgel eingehauen;
fie. mußte jedoch. wegen ber Flucht ihrer Infanterie
alle Vortheile fahren laſſen und gleichfalls zu TE
eilen. Die Schlacht dauerte von 4 Uhr Nachmit⸗
sag bis Sonwenuntergang, und. koſtete den Preußen |
m: Todten, Werwunderen und. Gefangnen ‘5009
j Mann.
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a Mm empfinblichften is war der Tb des —*
derrieth und ein Opfer derſelben ward.
-Am 24. Juli ging die Preußiſche Armee aͤber die J
Oder· zurüß, ohne von den Siegern verfolgt zu wer⸗
ben, Die Ruffen marſchirten darauf nach Kroſ⸗
fen, und von da am reihten Dpderufer herunter nach
Frankfurt, wodurch ſie Berlin ‚bedrohten,
Nichtd konnte die Vereinigung der, Oeſtreicher mit
ibnen mehr verhiudern. Laudon, welcher 30000
Mann befehligte, theißte fein Heer, et ließ 12000
- Mann unter Haddik im der Lauſiz, und mit‘den
_ abrigen igoco, großtentheils Reitern, ruͤkte er
nach Frankfurt, wo er am 3, Auguſt anlaugte, und
ſich an die Ruſſen anfchleß: Friedrich verließ,
-. von einer ſchwachen Bedekkung begleitet, nunmehr
die Schleſtſche Armee und -eilte in-die Mar; um
Berlin zu reiten, und bem weitern Vordringen Ver
” Buffen ein Ziel zu ſezzen. Bon Schleſien Tonnte
er Beine: Truppen nitmehmen,/ j weil Daun’ gegens
über ſtehende Armee von 79,060 Mann feine. Vera
ringernng des Heers erlaubte. - Dagegen mußte
Heinrich von ſeinet Armee anſehnliche Abthellu⸗
gen aus Sachſen unter Huͤlſen und Fin? nach der
- Marl. fenden; und‘ diefer Prinz felber erhielt ben
Oberbefehl aͤber das Schleſiſche Heer, um die Ver⸗ *
einigung D aun’s mit den Ruſſen zu hintertreiben,
. welches er auch nach Wunſche zu Stande brachte.
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nerals Wopersndw eines talentvollen und er |
fahrnen Kriegers, welcher die Schlacht ernftlich wi⸗
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ging am 11. Auguſt unterhalb ‚Srankfurt. bei,
— WMeltwein über biefen Fluß, und ſtellte ſich mit
40000 Mann: zwifchen Trettin und Biſchofſee / deu
"7° Muffe entgegen, welche, das Landonſche Korps mits
gerechnet, noch einmal fo ſtark waren. Die Ruſſen
. fanden zwiſchen Frankfurt ind Kunersdorf
auf verſchanzten, durch eine ungeheure Artillerie
vertheidigten Anhdhen. Der rechte Fluͤgel war durch
die Oder und eine Sternſchanze, der. linke durch
Buͤſche und Suͤmpfe gedekt, "die Fronte durch tiefe.
Gruͤnde, "und die Zugänge durch kuͤnſtliche Verhaue
verwahrt. Dennoch befchloß fie. Friedrich anf
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den 12. Auguſt anzugrefen. 3.
Vgach ‘einer weiſen Anordnung ſezte der König
Morgens 3 Uhr, von dem Dorfe Oetſcher aus, die
Armee in Bewegung. Es ſchien indeſſen, als ober
die Gegeud umher nicht genau genug kannte.
Denn der Marſch wurde unerwartet durch Teiche
und Gebuͤſche gehemmt’; die Truppen mußten große
Ummege machen, die Kanonen, die nicht umlenken
J konnten erſt abſpannen, und dann umwenden, auf
dieſe Art viel Zeit verlieren und ihre Kräfte erſchoͤ⸗
"fen, Gegen Mittag trafen ſie, ſchon ermüder, am
Srie ihrer Beflimmung ein. Nun wurde die Slanfe
"des Hinten Ruſſiſchen Fluͤgels angegriffen, und vim _
. 3 Preußifchen Batterien’ befchoflen ; welches Feuer. |
"die Hufen aus 100 Kanonen noch nachdräflicher. bes"
"autworteten, Da dies nichts entfchied, fo befahl | -
Friedrich, die Ruſſiſchen Verfhanzungen zu beſtuͤr⸗
"men, Ein gefaͤhrliches Wageſtuͤt, welches die
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Vreutiſchen Grenadiere muthig beftanden.. Sie
arbeiteten ſich durch Verhaue, ſenkten ſich durch...
Gruͤnde, kletterten gegen Anhoͤhen. Die feindlichen
Be Kanonenbugeln trafen fie in ganzen Lagen. Den⸗
ngch drangen die heldenmäthigen Prenßen vorwärts,
eritiegen die Nuffifche Batterie mit efaͤlltem Bayo⸗
net, und trieben die Ruſſen mit einem entfezlichen
Segel aus ihren Verſchauzungen. Der ganze
linke Fluͤgel flohe in Unordnung ‚ ließ alle‘ Artillerie |
zuruͤk, und nur eine einzige. Verſchanzung auf den
Judenkirchhofe dekte die Weichenden. Es war 6
Uhr Abends, als die Schlacht dieſe fuͤr die Preußen
ten die erſtaunende Zahl won 180 Kanonen erobert,
mehrere Taufend Gefangne gemacht, und eine große \. "
Menge nievergehanen, . Eilboten flogen nach allen
Seiten, ‚um ben. Preußifchen Sieg zu Berlin, in.
Sachſen und Schlefien zu verkuͤndigen. Aber plöze
lich aͤnderte ſich die Scene; das GIÄE wandte ſich
von den Preußen, fie otsforen eine der größten Zu
Schlachten des Jahrhunderts. ‚Die Preußiſche In⸗
fanterie des rechten Fluͤgels hatte alles gethan, was
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nur zu fordern war; aber ihr Sieg konnte nicht bes -
muzt, nicht vollfländig gemacht werben. Die ganze
Uch, ihre Niederlage beiſpiellos geworden, Aber
um weur ni bie- Preufen befand ſich ibre ⸗
ganze,
Zu
\ Begend zwifchen Kunersdorf und den Anhoͤhen war
“ mit verwirrtſtehenden Haufen, Ruffen angefuͤlt;
waͤre hier ſogleich Preußiſche Reiterei zum Einhauen
bei der Hand geweſen, fo woͤre ihr Schikſal ſchrek⸗
gluͤtliche Wendung nahm. Sie waren Sieger, hate
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j hanze Kaballre auf. dem linken Flaget, add
fehlte es hier am einer beträchtlichen Anzahl Geſchuͤz.
Das Gefecht würde fortgeſezt, das Finkeſche Korps
und der. Preußifche linke Flügel, der noch nũchts ges
. than hatte, in Bervegung gebracht, und die Kavallge-
-- sie herbeigerufen,, Auch Seidlig, welcher mit
‚einer beſondern Abtheilung das Oeſtreichſche Huͤlfs⸗
korps in Unthaͤtigkeit ethalten Karte, mußte feinen
Poſten verlaſſen, und in's Shlachtgewuͤhl eilen.
Seidlitz machte Gegenvorftellungen, aber.der König
beftand auf feinem Willen, und jener mußte gehors .
. hen, - Diefer Umſtand wurde hoͤchſt nachtheilig.
- Randon bekam him freie Hand, er nahm mit feis
nen ausgeruhten Truppen am Kampfe Theil, und
gab der Schlacht zum Vortheile der Ruſſen den Aus⸗
fſchlag. Er ruͤkte mit feinen 18000 Streitern hinter
dem rechten Fluͤgel hervor, und flel die abgemattes
ten, und in Verwirrung gerathnen Preußen von ber.
Seite und im Nülfen an, und brachte fie zur poͤlli⸗
gen Flucht. Auch die Ruſſen hatten ſich wieder ge⸗
ſammelt; ſie behaupteten den Judeuberg: 50 auf
„der. Anhdhe gepflanzte Stuͤkke und dad Meine Ges
I wehr der wieder erſezten Regimenter machten unter
den anruͤlkenden Preußen deſto größere Lukken, weil.
bei ſich wegen des eingefchränften Bodens in Haufen
drängen mußten. Die Reiterel war niche gläfficher;
56 Kartärfchenfeuer zerriß ihre Züge und Glieder,
ſie geriethen unter das Fußvolk, und die Zerruͤttung
wurde allgemein. Jezt wich afles zuräl, und ums
ve!
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ſonſt frengte grledrich Dim, weſehle An“
| ſehen,
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nu se7, nen.
: ſehen, Gewalt an , u, nuͤr einige Baia
zum GStehen zw bringen; Snfanterie ‚ Ravallerie,,
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Artillerie ſtuͤrzte im verworrnen Gedränge nad) ben '
Oderſchiffbruͤkken kein Bataillon hatte ſeine Leute
beiſammen, ganze Regimenter ſahen wie einzelne.
Kompagnien aus, noch nie war bie Prenßiſche Armne
in folch-efnem zerruͤtteten Zuſtande geweſen. Haͤtten
ihnen die Bieger mit Hizze nachgefezt,, fo waͤre ihre
Niederlage fuͤrchterlich gewoſen. Aber die Feinde be
guůuͤgten ſich mit dem Ruhme des Triumpfs, und
ließen den Preußen Zeit, über bie Sciffbräkten zu
entfommen: Der Gmeral Wunſch, welcher auf
der linken Operfeite fland, hatte‘ die Auweiſung, das nn
von den Ruſſen befeste Frankfurt einzunehmen 1
ben Feinden den Ruͤkzug über die Oder abyafgnee.
ven. Bunſch führte feinen Auftrag gluͤkllich aus; =
er nahm die Frankfurter Beſazzung gefangen, und
beſezte die Oderbruͤkke. Wäre die Schlacht gewons
nen worben, fo hätten. die Ruſſen auf diefer Seite
- "nicht entfliehen koͤnnen. Über gegen die Nacht ließ
Soltikof die Stadt wieder auffordern; Wunſch
urtheilte hieraus mit Necht, daß die Schlacht für
Friedrich verloren fein möfle; se 308 ſich daher eilfers
tig zuruͤf.
Der Prenßifche diebmalige Verluſt war der J
größte i im ganzen 7 jaͤhrigen Kriege; ;, fie hatten Sooo
Todte, 15000 VBerwundete, und 3000 Gefangne,
ihnen die 180 erbeuteten Ruſſiſchen Kanonen und
voch 109 der Fer ur Die Generale
Seid⸗
*
— alſo mehr als die Hälfte eingebuͤßt; dabei wurden .
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J — z28 —E
Zr Prinz Wirteriberg. Sat, Helſen, Pte
| zenblig Waren verwundet, Puttkammer erſchoſſen,
alle Truppen beſtuͤrzt. Sriedrid ſelbſt hatte eine,
obwol leichte Wunde, . Geige Kleider waren von
J Kugeln durchloͤchert, 2 Pferde ſtuͤrzten unter ihm, F
ein goldnes Etui, das er in der Taſche trug, rettete
ſein Leben, indem es eine Kugel auffing und ermat⸗
.. tete. Endlich war er der) Gefaugennehmung nahe,
Er war einer der lezten, ver vom Schlachtfelde _ |
‚ wid. An einem Hohlwege, durch welchen ihn ſein
Weg fuͤhrte, wurde er von Tauſenden der Feinde
umringt, ſo daß er ſich ſelbſt fuͤr verloren hielt, und
zu dem Maior Prittwiz ſagte: es iſt vorbei. Rein!
antwortete Prittwitz; ich habe 100 Huſaren bei wir,
“und fo lange noch ein Odem in une ift, ergeben wir .
uns nicht. Er hielt Wort, er vertheidigte ſich nicht
vloß, fondern griff felbft au, und hielt die Feinde in
folder Entfernung, daß Sriedrid gluͤklich nach
Oetſcher, dem Hauptquartiere der vorigen Nacht
gelangte. Dieſer Dienſt wurde hernach koniglich be
lohnt, indem Prittwiz ein Landgut von etlichen
hunderttauſend Thalern zum Geſchenk erhielt. —
Die Feinde hatten gleichfalls einen bedeutenden Vers
luſt erlitten; die Deftreicher und Rufen hatten ges
felber geftebt s6acd Maun Einbuße feines Heeres
noch einen ſolchen Sieg erfechte, fo werde ich bie
ade nach Peteröhurg bringen wife FR
‚Die
)
- Wi 24000 Todte und Verwundete. Soltitof
E zu, und fagte in der Kolge zu Daun: „wenn ich
Nachricht davon allein mit einem Stabe in der
vi” . Y
ı
®.
=. zu‘ ‘= 2 — — Eu |
Die Urfahen der Pteubiſchen Niederlage wei ”
ſabr verſchieden angegeben, und es ſcheint dem Ga
| ſchichtsfreunde faſt uicht moͤglich, hieruͤber zur ent
ſcheidenden Gewißheit ‚gu gelangen, ' Sriedrid
erzaͤhlt in feinen binterlaßnen Werken, daB der Pring
von Wirtemberg aus Ungeduld oͤber die Unthaͤtigken
der Kavallerie zur Unzeit die Verſchanzung der Rufe \
fen auf dem Judenfirchhofe Angesriffen habe, aber
zuruͤlgeſchlagen worden fei; die Auen, fer
- fort „ hätten jedoch, zugleich eine große Batterie nahe
. bei diefem Kirchhofe verlaffen. Die Preußiſche nahe
ſtehende Inſanterie wäre berbeigeeilt, ı um diefe Bat⸗
"serie zu beſezzen, noch haͤtte fie 150 Schritte tun. “
bürfen, um ihren wel zu erreichen; da wäre Ihr in
großen Verfü in der Nacht den völligen Ruͤkzug
dieſem kritiſchen Augenblik der wachſame Laudo n
zuvorgekonnnen, welcher alsbald die Preußen wit
Kartaͤtſchen begruͤßt hätte, Archenhofz. meint,
der Koͤnig haͤtte den Kampf nach der Ueberwaͤltigung
des linken Ruſſiſchen Fluͤgels nicht erneuern ſolen;
hoͤchſt wahrfcheinlich. würden. Die Ruſſen bei, ihrem
angetreten haben; nur. bei hellen Tage hätten fie ge : °
; glaubt, in ihrer legten Verſchanzuug fichter, als auf
j . ‚der ofnen Flucht zu fein, Aber Fried rich glaubte, .
wie dieſer fonft ſo gründliche, und. anmuthige Ger
ſchichtſchreiber weiter berichtet, niches gethan zu In |
. ben, fo lange noch etwas zu thun übrig war,
wollte die Ruſſen nicht nur ſchlagen, fondern * ur
vernichten. ’ Seine Generale ‚fchilderten ihm de.
u Baflofen. auflanb feiner Rappen, welche durch
_ eine
‚ BEE — 330 *
äne Anftrengneg von 15 Stunden auf dem Dans .
‚Abe und im Gefechte einen neuer Kampfe ünterlies
gen wärden, Der König achtete dies nicht. - Seid⸗
lin -fagte eben daſſelbe; nun wurde Friedrich
‚Jweifelhaft und wankend. „Was meint Er denn u
rief er dem eben herzukonnnenden Wedel entgegen, :
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welcher troz der Niederlage bei Rai fein Vertrauen
bebielt. Wedrel war ein Hofmann, und ſtimmte
aus Schmeichelei den Wuͤnſchen des Könige be
uUnd nun erſcholl das ungluͤkliche: Manſch, vor⸗
vaͤrts! — Tempelhof hingegen, dieſer ſach⸗
kandige und kriegserfahrne Hiſtoriker will es nicht |
gzugeben, daß der Sieg ſchon geſichert, und ein
neuer Angriff überfläffig geweſen waͤre. Der König,
fügt er, hätte durchaus’ nicht Halt machen dürfen, .
wenn er Sieger werben wollte. "Die Raıffen waͤren
noch lange nicht bis zu den Indenbergen getrieben
worden, wie man gewoͤhnlich glaube, Rei Erobes
sung des Ruſſiſchen Geſchuͤzzes haͤtten erſt 8 Ba⸗
taillone gekaͤmpft; der ganze aͤbrige Theil der Ar⸗
mee haͤtte noch keinen Mann verloren gehabt. Frie⸗
drich hätte alſo auf eine wohl überlegte Weife, und
milt großer. Wahrſcheinlichkeit des Gewinnens den
Kampf fortgeſezt. — Bei dieſen verſchiednen An⸗
ſichten der Dinge ſtimmen aber alle Erzähfer t daria
überein, daß Laudons Dazwifchentunft und
mufterhaftes Verhalten das Mehrfte zum Siege der - -
MRuſſen beitrug. - Diefe Gerechtigkeit ließ ihm auch
die danfbare Kaiferin Elifaberh wiederfahren; ſie
ſchenlte ihm einen golden, reich mit Diamanten be⸗
ſezten
\- >
⸗
NT J m 331 —
eꝛten Degen; „ Sand jedem von ii —* Bi
“ gimente 5000 Mubel; doch wurden die Ruſſen dabei
uicht vergeſſen. Sol titof erhielt die Feldmar⸗
ſchallswurde, jeder andre General den Andreasorden,
und jeder Gemeine einen Halbjährigen Sold. Noch
Neß ſie To viele Gedaͤchtnißmuͤnzen auf dieſen Sieg
ſclagen, daß 2 Wagen damit beladen werden mafis
ten, un fi fie der Armee zur Bertheilung zuzufahren.
Bei der Beſchreibung der Kuneréedorfer Schlacht
kann kein Deutſcher des ‚edlen Majors von Kleiſt,
spe blumenreichen Saͤngers des Fruͤhlings, des Lieb⸗
ingzedichters ver Nation, vergeffen, Nah Erftuͤr
mung 'breier Batterien ward ihm durch eine Kugel.
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Be rechte. Hand zerfihoffen und daran durch eine |
ariatſche der rechte Fuß zerſchmettert. Hinter die
Fronte getragen blieb er feinem Schikſal äberlaffen.
Unmeuſchliche Koſalen riffen "dem Blutenden dad
Hemde vom Leibe, und warfen ihn im einen ſchlam⸗
— migen Graben, wo er die ganze Nacht nalkend fies
gen mußte. Erſt am folgenden Tage fand ihn der
>. Wuffifche Hauptmany von Stakelberg, und ließ ihn
nah Frankfurt fahren. Hier ſtarb er nach eini⸗
den Tagen und erhielt von den Feinden, die feing --
WBVerdienſte ehrten, ein wuͤrdevolles Begraͤbniß.
Die Ruffen thaͤtten jezt mit einem Schlage den
gangen Krieg beendigen konuen, wenn ſie mit 3—
ESchnelligkeit uͤber die zerſtreuten Ueberreſte der flie⸗
henden Preußen hergefallen wären, und fie einzeln
aufgerieben haͤtten. Aber fie blieben auf dem
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4 72:79 ‚griedrich ſchlief in der Nacht nach dieſem
Schrelkkenstage eine Meile davon in bein Dorfe Oet⸗
fiher im einer ‚von den Koſaken zerſtoͤrten ofnen
Bauerhuͤtte auf Stroh ſo gut und feſt, als wenn er
nachl einem guͤnſtigern Schikſale auf einem weichen La⸗
ger ruhete, ſo ſehr ſchien er den Schlaf wie-die heftig⸗
ſten Triebe in feiner Gewalt zu haben. Um ih ber,
lagen fein Adittanten auf ber bloßen Erde; ein,
Grenadier wachte vor. bem Haufe, . Bei'm Erwa⸗
chen fand er kaum 5000 Mann bei ſich. Er glaubte
ſchon Berlin: von den Feinden befezt uud geplündert,
. and den Abgrund ded Verderbens geoͤfnet. Doch) _
. verließ ibn fein Muth, und feine Heldenkraft i in den- - -
bvaͤngſten Augenblikken nicht. Er ließ den Offizier S
rufen, welcher vor einigen Tagen die Nachricht von
Ferdinand's Siege bei Minden uͤberbracht, und
‚welcher auf feinen Befehl bis jezt gewartet hatte, -
um für- ben Herzog ein Gegenkompliment mitzunehs _
men. Es thut mir Leid, ſagte der Koͤnig zu ihm,
aß meine Untwort auf ihre gute Borfchaft nicht.
beſſer ausgefallen iſt. Wenn ſie indeß auf ihrem
Ruͤckwege noch gläftich durch die Feinde kommen,
.„nicht ſchou den General Daun in Berlin, unb
. „Eontabes in Magdeburg finder, ſo verfichern"
„ſie den Herzog, daß noch nicht viel verloren, ſei.“
Dieſe nur hingeworfenen Worte wurden bald ale
richtig befunden. Friedrich's Selbſtvertrauen, wo⸗
mit er ſich uͤber ſein Geſchik erhob, und die Thaͤtig⸗
keit, womit er das Zandem der Zeinde zu feinem
.. Ä Vor⸗ J.
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— 333 —
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Vortheile Binupe, brachte: vie dhiſſen um alle
GBGBruͤchte ihrer Siege. Am Zuge nach der Schlachtt
> ging er bei Reirwein uͤber die Oder, zug alle Fluͤcht
—1* an“ fich,. vereinigte ſich mit dem: Geueral
Wunfd, rief den General’ Ateift niit söoo Mann
ons Pommern zumäf, und ließ aus den Zenghäufern
zu —** and Käftrin-Gefihäz kommen. So befand
er ſich in kurzem wieder an der Spizze von 28000 =
mit allen Beduͤrfniſſen wohl, verſehnen Soldaten, die
den Feinden eben ſo furchibar, als vorher waren.
Er floͤßte ihnen durch eine Rede, wie er in gefährlie
chen Zeitpunften gewohnt war, Muth ein, ficherre
Berlin, dekte das Kurfuͤrſtenthum, und ſchikte nach
„einigen Wochen den General Wunſch nach Sadye
fen ab. Daun drang unaufhoͤrlich in den Fflo⸗
marſchall Soltikof/ feine Voltheile gegen den
‚König eifriger zu verfolgen; aber dieſer gab DIE
trokne Antwort: „Mein Here, in dieſem Jahre
„habe ich genug gethan, ich habe 2 Schlachten ga
„wonnen, die und 27000 Mann koſten. Um mid)
zauPs- neue in Thaͤtigkeit Ju feggen, erwarte ich,
„daß arich fie ihrer Seitd 2! Siege erfechten; es iſt
„nicht billig, daß die Truppen meiner Kaiferin alleas |
„allein thun ſollen.“ Dacy- endlich ließ er ſich dep
“wegen; mit. Danneine Zufammenfunft zu Gu⸗
ben in der Niederlaufi is zu halten, um ben fernern ”
Arigrifeplan mit ihm zu verabreden. Daum, wel⸗
her mit feiner Hauptarmee in der Raufiz ſtand, hielt
‚ed. nicht für rathſam, ſich mit den Ruſſen zu verein
wis, weil‘ ihm der Prinz vbeiatio an der
u. Sqle⸗
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Shhleſiſchen Grane große Veſreguie Im. Räte "
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erwebte, und ihn dadurch zum Rüfzuge nad) der Ober⸗
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lauſiz nad dem Kurfuͤrſtenihum Sachſen antrieb.
‘Er verlangte yon Soltikof nur. dieſes, daß er an
der linken Oderſeite bliebe, Glogan zu erobern
ſuchte, den Koͤnig von Sachſen entfernt hielte, und n
fuͤr fi fi ch und bie Deſtreicher die Bintgrousitiere in
Schleſien zu bewahren trachtete. Dafür verfprach
er, fuͤr die Verpflegung der Ruflifchen Armee zu
ſorgen. Soltikof genehmigte unter. der leztem
" Bedingung bie gethanen Vorſchlaͤge, und marſchirte
nach Chriſtianſtadt am. Bober. Aber hier faud
er keine Lebensmittel, und nicht einmal die Anflafe '
"ten dazu. - Dies erbitterte ihn fo fehr, daß er fen
"gleich nah Kroſſen marfchiren, und uͤber die dor
tige Oderbrälte an die Polnifche Gränge ziehen
wollte, um feinen Magazinen in Poſen näher zu. fein, :
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Das hieß fo viel als den Feldzug beendigen. Sol⸗
ikof hätte Died gewiß augenbliflich. gethau, wenn
.. Ab wicht Die einfchmeichelnde Beredtſamkeit des
Fraugzdſiſchen Markis Mont⸗ Nlembert, der als Ge .
- fandter der Ruffifchen Armee folgte. noch wieber be⸗
fänftigt, .umd zum Suge nah Slogan beredet
. hätte. Daun konnte fein VBerfprechen unmoͤglich
erfällen, da bie. Ruſſen jeben Tag 1400 Scheffel
Mehl brauchten, und zu Bostichaffung deſſen, fo vor -
der Fonrage 2400 vierſpaͤnnige Wagen erfordert
wurden. Man bot den Ruffen dafuͤr Geldbezahlung
an. Allein Soltikof erwiederte: meine Soldaten
een Fein Geld. Er erhielt darauf von Daun
noch
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woch ine neue Berfiitung v von r0,000 - Mau,
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welche Glogau erſtuͤrmen "helfen. ſollten. Aber
- Sriedrich Fanf ihnen von Sag an aus zuvor, er
verſperrte ihnen den Durchweg vurch die Hohlwege
von Nenſtaͤdtel, und ſezte die Nuſſen durch dieſe
Kuͤhnheit in ſolches Erſtaunen, daB fie glaubten, er
habe ſich mit feinem Bruder vereinigt... Sie fießen
daher von Bin gan ab, marſchirten und) Karolot,
. "mid fezten bier. am 24. Sept. über: die Ober. Es
eutſtanden ‚bald darauf zwiſchen Soltikodf, 8
General Laudon und den. andern Oeſtreichiſchen Be⸗
fehlshaber ſolche Uneinigleiten, daB es zu heftigen,
bittern Antworten kam, und daB Soltikof auf die
Aufrage, was: das Oeſtreichiſche Huͤlfokorps bei
den machen ſollte, kalt erwiederte: es kaun machen,
was es will, ich gehe nach Poſen. Nur der glatte
yüngige Franzoſe verzögerte durch feine Lieblofungen
dies Vorhaben fo lauge, bis am 20. Okt. ein Pe⸗ J
tersburger Kourier den Befehl zu einer Unternehe
mung auf Breslau brachte, Die Nuffifche Ar
mee mußte alfo. wieder vorwärts raͤtken ‚ fie mars
ſchirte nad Herrenſtadt. Doch: Friedrich
war gleichfalls uͤber die Der gegangen, und auch
diesmal ben Ruſſen auf dem Marſche nach Bres⸗
Lau zuvorgekommen. Herrönftabt, ber Paß das
- hin, war von einem Freibataillon befezt, und befam
bald Verſtaͤrkung. Sol tikof verlangte. die Uehers
Gabe des Orte unter Vedrohung ver Einäfcherung,
Die Preußen antworteten, daß fie Befehl haͤtten.
die Stans zu, vertheidigen, wenn auch die Ruſſen
nach
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5. 336
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— ihrer Brwohaßeit mordbrennen pre. Der -
‚ Bamont fegte den ſtolzen Soltikof in einen fin
Brimm, daß er bie Stadt Durch Haubiszen au
4 Orten. in Brand ſtekte, und nach Loſchang des
Feuers, das Anzuͤuden wiederholte and nicht eher
Fuhte, ala bie die Stadt ein Aſchenhaufen war, .'
Denzioch Eormte-er fie nicht eroberis - Mit diefer
‚ = Barbasifchen: That .endigte er den Feldzug. Um 24
Okrober zog er aller Bitten: des Franzoͤſiſchen Ge⸗
. fondten ungeachtet nach Polen in die Winterquar⸗
tie, Die flammende Stadt Gurau und 12 bren⸗
nende Doͤrfer bezeichneten den Weg einer Arwee, die
"ihr Verfabren dadurch entſchuldigte, deß fie ungen \
wielen fei den Preußifchen Unterthanen nichts als
Kuft und Erde zu laſſen. Eine Entſchuldigung,
die noch empdrender als die Verwuͤſtung felber iſt.
‚ Brandenburg und Schleſien waren am Ende
Oftobers- von den befchwerlichfle ihrer Feinde bes:
freit, nad zwei errungne Siege. verfchaften den Buße
fer kejnen Fußbreit Land. Aber die empfindlichſte
Kraͤnkung erlitt: Friedrich gerade von einer Seite,
wo er ed nicht erwartet, und von eier Armee, von
der ed kein Menſch vermuthet hatte, DeReihie
armee, die bisher jahrelang das Geſpoͤtte ber Zeite
genoſſen gewejen war, machte jestin wenig Wochen
ſolche wichtige Eroberungen, wie fie Daun. ſeit
‚mehrern Feldzuͤgen mit, feiner „großen Armee eifrig
zZewuͤnſcht, und doch vergebens verſucht hatte.
Durch den Zug der Preußen gegen bie Ruſſen bei
Brentfar war Saale, bis auf die Beſazzungen
ff
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ar. —
9— ganz von rbpyen aubidt dies brachte vie:
Reichsvoͤſler, von Daun ermuntert, auf den kuͤhnen
Gedanken, auch einmal Thaten zu thun, die ihnen
J wirkilch gelangen. Der Herzog von Zw eibräßs.
„ten,. Oberreichsfeldherr, rüfte im- Unfauge vd
Aug. mit 30,000 Mann in das Herz von Sachfen,
und bemächtigte ſich nach kurzer Gegemmehr. der
Staͤdte Leipzig, Torgau und Wittenberg,
Die Preußifchen Befagzungen ,. die Biel zu ſchwach
waren, ſich auf die Dauer zu halten, nnd vhnedem
viele unzuverlaͤſſige Leute, Sachſen und Ueberlaͤufer,
gnthielten, mußten ſich fuͤr gluͤcklich halten, daß
man, ihnen einen freien Abzug bewilligte, Durch
dee freilich ſehr leicht zu bewirkenden Eroberun⸗
gen zu. hoͤhern Unternehmungen angefeuert, bei
—* die Reichsvoͤller, ſich durch ein ſchwereres
Beginnen einen Namen zu machen; ſie beſchloſſen
Dresden einzunehmen. Da ihnen nach ſtarken
J Truppenverſendungen, um das uͤbrige Sachſen zu
behaupten, nur 14, bis 15,000 Mann zur Belages
zung Dresden’s übrig blieben, ſo erfuchten fie
den Feldmarſchali Daun um Unterſtuͤzzung. Die⸗
“fer verſtaͤrkte fie durch den General Macquire bis
auf 30,000 Mann, und nun wurde die Einfchlies
‚Bung Dresdens raſch begonnen, die: Eroberung:
aber mehr durch fuͤrchterliche Drohungen, ale durch
gewagte Unternehmungen verſucht. Lange verach⸗
tete ber bekannte muthvolle Kommandant Schme t⸗
tan alle dieſe Schrekbilder, lange ſchlug er bie aus
j gebotene Kapitulation. ‚aus; endlich aber, am 4«
Gallus Brei & Eu LM (V) . Sept
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. 338 — _ .
Eat. gerade zus Zeit, wo der Weſnal Buie
. ya feiner Hälfe, und zum Entfaz, der Feſtung her⸗
beieilte, willigte er in die Uebergabe, und unters
zeichnete die ‚Kapitnlation, worauf die Elbbruͤkke
und das Pirnaiſche Thor ſogleich von den Oeſtrei⸗
chern befezt wurde; die kigentliche Mäuntung. der
- Stadt und Feſtung follte erſt in einigen Tagen erfole '-
gie Wunfch, der-von.diefem Vorgänge nichts
wußte, ſtand damals noch 2 Meilen von Dresden;
dvoll Begierde, das. bedrohte Dresden zu retten,
brach er aͤm folgenden Morgen mit der Tagesdaͤm⸗
merung auf, hieb ſich durch die im Wege ſteheudui
leichten Truppen der Feinde gluͤcklich hindurch, und
drang bis an die Vorſtadt. Sein Aublik erfuͤllte
- den Kommandanten Schmettau mit Wehmuth,
den Vicekommandanten Oberſten Hofmann aber
mit einem kuͤhnen Entſchluſſe. Mehrere Offiziere
waren ber Meinung, man’ dürfe die Kapitulation
nicht halten, da fie anf die falfche Vorausſezzung,
| . daß gar Feine Hülfe zu erwarten fei, geichloffen
worden wäre; man. Fine 'dje Feinde, weldje Bloß
ein Thor befezt hatten „ leicht wieder vertreiben,
Schmettau verwärf dies, und gebot, dem Ver⸗
“ sprechen getren zu bleiben, Der: Dberfte Hofmann
hielt es unter diefen Umftänden nicht für Unredpt,
anuch ‚ohne. Befehl nach den Eingebungen feines
Muthes zu handen. Cr forderte die Hauptwache
| auf, ihm zur Beſtuͤrmung des Thores zu folgen,
und ſchoß auf den ſich weigemden Wade» Offisier
‚fine piſtole, womit er jedoch nicht traf, ab.
Die
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Be 339. — N
Die Wache F gegen. ihn, gener und ſchoß 9—
dald todt. Dadurch. wiirde der. Verſuch zur Be⸗
bauptung Drespens- vereitelt, Wunſch zog
fich zuruͤk, und. Schmetkan hielt fen Wort.
8Zriedrich war Aber den Verluſt eier Siabi, |
= welche die Elbe beherrſchte, fo unwillig, daß er dernnr
General Schmettau Aller ſeiner ſonſtigen großen
Vewienſte ungeachtet verabſchiedete, und aus ſel
nem Dienſt entfernte. Seine Erbitterung entſtand
vornaͤmlich daher, daß er eine Feſtung, vor welcher
keine Laufgraben erdfnet, in deren Wall noch
keine Breſchen gefchuffen: wären, übergeben hatte.
Und’ in der That ſcheint dieſen herzhaften | Krieger ii |
dem entfcheidenden Augenblikte feine gewohnte Geiz
ſtesgegenwart verlaſſen zu haben, ſo wichtige An⸗
triebe zur Uebergabe er auch hatte, ſo groß die Ent⸗
ſchuldigung für fein Berfahren auch ſein mag. Von
emem Manne wie Schmettau laͤßt es ſich von,
ſelbſt nicht. anders denken, als daß er nach wohl⸗ J
‚ Werdachten Gruͤnden gehandelt haben muͤſſe. Dieſe
beſtanden in Folgendem. In der Mitte des Auguſis
erhielt er ein eigenhaͤndiges Schreiben von Frie⸗ |
drith, worin ihm diefer das Ungluͤk von Kunersdorf —
meldete, die faſt unuͤberſteigliche Schwierigkeit, m.
Huͤlſe zu: fenden, berichtete, ud im Fall, daBee >» .
Dresden übergeben müßte, Die Anweiſung ertheilte,
durch Eine vortheilhafte Kapitulation die großen dort
befindlichen Geloſchaͤtzze zu retten. Wun ſch mars.
ſchirte zwar mit einem beſondern Korps zum Entfa —
| nach Sacſen, er bitte auch a rechter Zeit vor
2: 2). 4 Dreo⸗
\ Fass
— 4
Dresden eintreffen Koen, wenn er gerade wi
‚hin geräft waͤre. Aber auf Friedrichs Bekehl mußte
er ſich erſt mit der Wiedereinnahme von Wittenberg,
und Torgau aufhalten; und dabei beging man den
geiler, daß man dem Grafen Schmiettau nicht die
J geringſte Nachricht zukommen ließ. Seit 27 Tagen
wußte er nicht, was außerhalb der Feſtung vor⸗ J |
ging. Er glaubte ‚daher aller Hofnung zum Entſaz
vobpollig betarht zu ſein; und war einzig und allein
bedacht, die: kdmiglichen Kaſſen, welche die erſtau⸗
uende Summe von’ 50 Tonnen Goldes. in fich faß⸗
. 5; : gen, nebft einem freien Abzuge der Garniſon fuͤr
griedrich zw erhalten, welches ihm von den kaiſer⸗
lichen und reichsſtaͤndigen Generalen, welche Wun⸗
ſehſe 8 Ankunft wußten, gern bewilliget wurde.
Mit Schnelligkeit eilte Wu nf nad Torgan
| zart , wo feine: Gegenwart: hoͤchſt noͤthig war.
‚Denn 10,000 Mann Oeſtreicher und Reichstruppen
v
hatten ſich hier verſammelt, und ſezten der kleinen
Preußiſchen Beſazzung fo heftig zu, daß dieſe ſchon
unterliegen wollie. Auf die Meldung, daß Wunſch
komme, ſtellten fi) die Feinde bei Siptiz im
J Schlachtordnung. Aber Wunſch gif fie am &-
Sept, ob er gleich durch kleine Detaſchements ge⸗
u ſchwaͤcht, nur: 4090 Mann bei: ſich Hatte, ſo vor⸗
fichtig und muthig an, daß er ſie ganz zerſtreute;
2 Preußiſche Dragoner⸗Esladrous warfen 3 kaiſer⸗
liche Reiter: Regimenter über den Haufen, und far:
men der Zufanterie in ben Müffen, woburd) ber -
ol en, herbei are Wurde, Die ,VUeherwiu⸗
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‚Der erbenfsten 8 Kandnen, und das ganze vager ,
welches ihnen Preis gegeben wurde: War hies Ges
fecht gleich mit, feiner Schlacht zu ‚vergleichen, ſo
hob es doch den gefunknen Muth der Preußen wie⸗
der, und floͤßte den Reichsodikern, die ſchon uͤber⸗
muͤthig zu werben anfangen wollten, auf's neue
durcht und Reſpekt vor dem Preußiſchen Namen
ein. Wunſch ging bald noch weiter. Nachreinis
gen Tagen forderte er Leipzig auf, und bewilligte
den 3 daſelbſt liegenden Reichsbataillonen nicht ein⸗
mal den begehrten freien Abzug, ſondern drang ih⸗
- gen die Kriegsgefangenſchaft ab. Ueber dieſe That
wurde Daun aͤußerſt aufgebracht „. da fie Wunſch
im Angeficht ‚einer. feindlichen Macht von 36009
‘ Mann vollzog, und er, jezt mit Fink vereinigt,
hoͤchſtens 10,000 ‚Soldaten zaͤblte. Daun befahl
dem Herzog von Zweibruͤkken, ſogleich wieder vorzu⸗
dringen, das Wuuſcheſche Korps anfzuheben, und
“bie, Saͤchſiſchen ‚Städte wieder zu erobern,
- Bunf ch gerierh nun in. eine, bedenkliche, Lage,
er verſchanzte fich bei Zinna, und wartete auf ven
Prinzen, Heinrich, welcher ihn auch) bald aus der.
Vebraͤngniß befreite. Heinrich kam im Aufang
Ottober gluͤklich bei der Elbe an. Sein March
war eig Meiſterſtuͤk, und wurde allgemein bewun⸗
dert. Daun ſtand mit 70000 Wann bei Bau⸗
en und. tonnte ihn völlig einfchließen, Der
Mrinz 309 ſich um die, Defiteicher ‘herum, er. Indie |
ſchirte “des Nachts "mit fo vieler Geſchwindigkeit und
Vorſicht, daß ev bei. Horerswerde er
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ert den nic ahnenden Generat MWehla wie
28 Offizieren und 1400 Gemeinen uͤberraſchte und
"gefangen nahm, woburch "er. ſich den Weg nach
Sachſen völlig dfnete, ehe noch Daun wußte, daß
er fich nach diefer Gegend gewendet habe, "Daun
glaubte Aus den verftellten Bewegungen der Prene
‚ Ben, daß fie nach Schlefien zum Könige geben wolle
te, er richtete feinen Zug dahiny uud. verlor auf die
tz Märfche, Heinrich konnte nun tücht mehr.
verhindert werden, die Elbe. zu paſſiren und zung
General Wunſch zu ſtoßen. Daun, eilte eben da⸗
“ Yin, um Dresden zu deffen, und mit der Reichs⸗
armee verbunden, Meiſter von der Elbe zu bleiben.
Heinrich hatte bei Torgan eine vortheilhafte
Stellung, and welcher ihn Daun durchaus vertrei⸗
ben wollte, damit er ihn von der: Gemeinſchaft mit
Wittenberg und Leipzig abſchnitte. Jedoch
‚ber Prinz erfuhr diefe Abfi cht, ſchlug am 29. Olib.
Ein weit vorgeruͤkltes Korps unter Ahrembeyrg,
machte 1400 Gefaugne und behauptete” feinen:
‚ polen, \
Als die, Rufen Schlefien erlaffen hatten, fo u
Torre Friedrich feine Armee gleichfalls nad) Sachs
- fen ziehen, Er felbft litt an heftigen Zufätten. des
Podagra, und kounte nicht im Felde bleiben; er be⸗
gab fich zur Wiederherſtellung feiner Geſundheit
nah Glogau, und ſchikte feine mehrſten Truppen
unter Huͤlſen nach Sachſen, wo fe am 4, No⸗
vember ankamen. Friedruch folgte, ihnen, ob⸗
glei noch nicht ganz hergeſtellt, und vereinigte
ſich
3
7
en u. 348 —
Ach am 13. Nov. mit feinem Bruder, über on 2
fen Betragen er fo zufriedeu war, daß er bffentlich
ſagte: „Heinrich iſt der einzige General, wel⸗
Bye in dieſem Kriege keinen Fehler gemacht hat,” _
- Dann z0g fi: nad) Friedrich's Aukanft eiligfi bis
Wils druf zuruͤk, und ſchraͤnkte ſich auf ein kleines
. —
on, —
—W N, En En
Stuͤt non Sachen zwiſchen Dresden und Böhmen u
. ei Friebrich wollte ihm auch dieſes Stuͤk ent⸗
reißen, und ruͤkte daher bie Dreöden vor. Wahre
„ſcheiulich würde Dann aus eignem Antriebe nach·
Böhmen gegangen fein, aber der König wollte feinen
Kuaͤl zug befchleunigen, er fchifte Deswegen den Gene⸗
tal Sin mit: einem befondern Korps von 13, biß
13,600, Mann um die feindliche Armee herum nach
dem Dorfe Maxen im Gebirge, Diefe Stellung
eſollte dazu dienen, den Deftreichern mit der Abe",
ſchneidung ihrer Zufuhr aus Möhmen zu drohen,
‚und. fie folglich zum Abzuge ans Sachien zu bewe⸗
‚Wegen. Allein fie war hoͤchſt gewagt, weil Fink
vom Könige entfernt wurde, und fich von der feindd
lichen Armee ümfchloffen fand, Dieſer fahe die Ges
- fahr, und machte dem Könige Gegenvorſtellungen;
Friedraͤch wies ſie unwillig zurüf, udd forderte
Gehorſam. Zink marſchirte alſo an einen Ort, der
Für ihn bald fo traurig, und fuͤr den König fo
ſchreklich merkwuͤrdig wurde. Daun kounte einen
fo gefährlid) poſtirten Feind nicht. dulden, .er bes
ſchleß ihn mit, 40,000 Mann Deftreichern und -
"Reichötruppen von allen Seiten ber anzugreifen
id vollfuͤhrte Fin Verheben am 20. Now mit Klug⸗ |
—
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heit und Muth, Die Kaiſerlichen uflisgen bie
| hoͤchſten beſchneiten und von Froſt glitſchendgeworde
nen Berge, zogen Acht⸗ und Zwoͤlfpfuͤnder muͤhſam
hinauf, und zeigten eine Außerordentliche Standhaf⸗
tigkeit. Die Preußen wurden von den beſezten Au⸗
Noͤhen nach einem heftigen Widerſtaude vertrieben,
ihre Flanken vom Kanonenfeuer befitichen, durch
das angezuͤndete Dorf Maren und durch Haubijgras. |
—E
gefangen worden; daher erhielt er zur rechten Zeit
Beine Hälfe, Zwei Wege fehienen ihm nur hoch
naten in Unordnung gebracht, und überall, wo fie
einen. Ausweg zur Flucht ſuchten, zuruͤkgeſchlagen.
Begen Abend zog Fink frine geſchlaguen Bataillone
auf einigen Höhen zuſammen, aber er ſahe ſich von
allen Seiten umringt r.und befand fich im Vergleich
. der höher, liegenden Steilberge im. Grunde, feine
"Truppen harten ifre Munition verſchoſſen; alle an
"den König geſchikten Boten und Briefe waren aufs
übrig, Gefangenfchaft ober Durchſchlagung. Das
| legte bieß fo viel als vie Leute dem augenfcheinlichen
Tode weihen, fie muthwillig aufopfer, Der Koͤ⸗
vig hatte Oeſtreicher genug gefangen, es Tonate alſo
leicht ein Austauſch getroffen werden, Indeſſen
verſprach Wunſch mit feinen Reitern durch Die Bes
günftigung der Nacht einen Verſuch zu machen, .
‚ sermittelft eines Umweges zum Könige durchzudrin⸗
gen. Er kam, obgleich mit großer Gefahr mid Lang⸗
ſamkeit etwas vorwaͤrts. Fink berief darauf einen
Kriegsrath, welcher das Durchſchlagen für unrath⸗
m, und bie Ergebung an bie Feinde für nothe -
wendig”
'
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J zas .
Ä wendig erklaͤrte. Der General Rebentiſch begab
ſich eine Stunde vor Tagesanbruch am 21. Nov. - '
zu Daun, um zu unterhandeln; dieſer forderte
eine unbedingte Uebergabe, und zugleich die Rüfbes .
rufung von Wunſch, welches alles endlich bewils,
ligt wurde. Wunſch kam zuruͤk, und war der
einzige General, welcher die Kapitulation verwarf.
Saͤmtliche Preußen 16 Bataillone und 35 Schwa⸗
dronen, von Tr Generalen angeführt, 'fireften dad
Gewehr; nur einige Huſaren entwifchten, um ber
Könige die verbräßliche Nachricht zu bringen: Das
Gepaͤlke blieb ungeptündert, aber. 71 Kanonen, 24
Epmbartes und.g6 Bahnen fielen in feindliche haß
Fink, überhaupt ein tapfrer und erfahrner
—* hatte nach vieler Kenner⸗ Meinung ſeine
Pflicht gethanz aber Friedrich urtheilte anders.
Dieb Ungluͤk, ſchrieb er an D’Urgens, hat. mich
fo beräußt-, daß Ich mich von“ meiner Beſtuͤrzung
„nicht ˖ erholen kann, Dies bringt alle meine Mas⸗
regen im Unordnung, ‚md geht mir tief in's
re Beſtuoͤrzung, Gram, Unwille, Aergerniß
Anagen ‚an meiner Seele, Wann werden doch mei⸗ j
‚ae Qualen ſich enden? Er gab Finken Schule,
daß er die wichtigſte Anhoͤhe nur habe mit Huſaren
9 beſezzen laſſen, wo nachher die Feinde ihr ſchweres
Geſchuͤz hinpflanzten; daß einige Regimenter ihre
Schuldigkeit verſaͤumt, und die Generale außer
Wunſch die Ueberlegung verloren haͤtten, indent
ihnen noch 2 Auswege uͤbrig geblieben waͤren; ‚fie:
hätten entweder anf dem Wehe “e der *
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7
— 34 —
dlate Freiberg. erreichen ji öder aber Gleebateln nach
- Böhmen entkommen, und: von da durch mancherlei
- Art wieder nach! Sachſen gelangen koͤnten. Dieſe
Gruͤnde mochten vermuͤrhlich auch das nach dent .
Frieden unter Zieten's Vorſizze angeordnete '
Kriegsgericht beſtimmen, ſaͤmtliche Generale außer
Wunſch für ſchuldig zu erklaͤren, und die 3 vor⸗
7 mebmften, Zink... Rebentifch und Gersdorf zum.
. Keflungsarreft zu verurtheilen. Sie erhielten jedoch :
nuach einiger Zeit Die Freiheit wieder, und gingen im.
‚ fremde Dienfte. Die gefangen Fufanteries Regie - .
menter verloren nach der Zurullunft die Ehre des
"> Birenadiermarfche®, —
Daun ſchikte die eroberten Fabnen na Bin;
wo fie im Triumpf in die Eaiferliche Burg geführt
wurden. Die Dejtreicher fanden dieſen Sieg für .
"glänzenider, als die Preußifche Gefangennahme der -
Saͤchſiſchen Armee bei Pirna. Nach einigen’ Tagen -
vob der kalſerliche General Bed unweit Meißen
den Pteußiſchen General Dierke wit 1400 Mann
- auf, welche wegen des ftarken Eisganges nicht Über
die Elbe Formen konnten. Nach diefen glöflichen
Begebenheiten konnte Daun freilich nicht Daran ges
denken, Sachſen zu verloffen- Friedrich blieb.
indeſſen troz ‚aller Niederlagen und Unfälle. feftents
ſchloſſen, die Deftreicher aus dem legten Sächfifchen
Winkel zn verjagen. Er Heß daher dem Erbprinz
How Brounfehweig mit 12060’ Mann von der Allire '
un Armee. nad) Steiberg fommen, wo or felbex
das # REIHE nahe, und alle. Unhesuemliche.
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euen wit feinen Solbaien. cheilte. Es Yan on
zw. einem: Winterfeldzuge, dem- einzigen, ſchraklich· Fr
ſten, und ‚wie: es dem, Urtheile unparteiiſcher und
ſachkundiger Maͤnner ſcheint, dem unnäjzeften feiner
gt, Der Minter war ungewöhnlich firenge der |
Schnes Tag: Shen tief, dennoch mußten die Truppen,
auf ofnem Felde bleiben, . Endlich bezogen Die Pren«
‘gen zwar feit dem 12. Januar 1760 bei Wilsdruf
ı Meile von Dresden in den Doͤrfern Kantonirungs⸗
— ——— aher die Lagerzelte blieben unter freiem
Himmel: ſtehen, und 6 Bataillone, die alle 24
Stunden abgeldſt wurden, mußten darin die
Wache beziehen, welches die ganze Armee die Reihe
herum ging. Die kantonirenden Soldaten konnten
da den Dörfern wicht unterkommen, weil dit Offie
ziere die Haͤuſer einnahmen; die Gemeinen bauten
. fih daher Brandhuͤtten, wo fie Tag und. Nacht
Feuer ufterbielten, halb an ſelbigem orateten, und
hdbalb. froren, und.dabei nur Waſſerſuppen und Koms.
misbrod zur Nahrung hatten. Dieſer Zuſtand war
noch zu ertragen; aber traurig wurde ihr Loos,
— wenn ſſie in's Lager rüffen mußten. In den übers
frornen Zeiten legte ſich vft ein Mann auf denandern, ..
am nur einige Glieder zu erwärmen; andre liefen
wie Rafende umber, und eine Metige erſtarrten ſo
daß fie nie wieder erwachten, Kein Regiment kehrte
aus biefer Eiswache i in die Dörfer zuruͤk, ohne ſtine J
Todten nad Kranken betraͤchtlich vermehrt zu haben.
Augenzeugen verſichern, daß dieſer Winterfeldzug
en e Sönlge “ Meufpen wegraſte, ei = ver
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forte Edlehietz PRESS aber nvicht ſo in die
Augen fiel, weil der Abgang gleich durch Pd
erſezt wurde. Die Oeſtreicher ahmten das Beiſpiel
Friedrich s nach, und erfuhren in ihrem Lager bei
Bauen unweit Dresden eben daſſelbe Schikſal;
\ bei. ihnen ſtellte fich noch dazu eine Seuche ein,
welche bianen 16 Tagen 4009 Menſchen hinriß.
*
geldzus des Königs tim Za hre 1760;
Gefecht bei Landshut d. 23. Juni.
‚Solace bei’ Riegniz b 15: Auguſt.
bei Torgau d. 3. November, |
Friedrichs Rage war durch den vorjährigen j
dveldzug verſchlimmert worden, und das Gluͤk fing -
' ah, feinen Feinden zu lächeln. Er ‚hatte üßer.die
"Hälfte feiner Armee verloren, und er "mußte eim
ganz neues ‚Heer von 60,cco Mann anmerben, um
wieder zum Kampfe erfcheinen zu: koͤnnen. Die:
üriegsfaͤhige Mannſchaft ſeiner Staten ueigte ſich
zur Erſchoͤpfung, wie dies bei einer Menſchenzahl
vou Faum 5 Milfionen Einwohner nicht anders mdgs
lich war, wozu noch kam, daß ſich Preußen und
ein Theit Weſtfalens in feindlicher Gewalt befand.
Die Feinde, welche uͤber mehr, als 90 Millionen
Menſchen herrſchten, ſezten ihr vornehmſtes Vers
trauen zur Unterdruͤkkung Sriedrich"3 hauptſaͤchlich
auf dieſen Umſtand, und verwarfen daher mit
hartnaͤkligem Trozze alle Vorſchlaͤge zum Frieden,
die ihnen gethan wurden. Da König Ferd i⸗
| Ä van B
'
— 249 —
wand VI von Spanien war, im Sag. 1759 ob
Kinder geftorben; fein Bruper Rarl LIT. bisheriger
König von Neapel wurde fein Nachfolger, nachdem
er vorher die Krone beider. Sicilien an feinen gjaͤhe
rigen Sohn Ferdinand, den noch lebenddn Ada
nig. abtrat. Oeſtreich hatte gegruͤndete Anſpruͤche
anf Neapel, 'und konöte fie jezt mit Erfolg geltend
machen, konnte Die Oberherrſchaft uͤber Italien mit
Leichtigkeit erringen; wozu aber eine Ausföhnung
mit Preußen noͤthig war, um freie. Dände zu haben,
Man’ berarbfchlagte. in Wien darüber; aber Haß:
und Mache behielt über. Vörtheil und Statsklugheit
| die Oberhand und man ſieß Italien aus den Au⸗
gen, um Schleſien zu erobern. In Petersburg
verwarf man ebenfalls alle Friedensgedanken, weil
eine erzuͤrnte Frau grenzenlos in ihrer Verfolgung
gegen Friedrich blieb, und das Miniſterium das
Kdnigreich Preußen behalten. wollte. Frankre ich
wuͤnſchte eine Vermittelung zwiſchen fich und Engs
land, weil ſein Verluſt zur See die Niederlage zu
Lande noch weit uͤberſtieg, aber Preußen ſollte vom
Frieden ausgeſchloſſen ſein, eine Bedingung, welche
der ‚evelmäthige Ge org II. ſtandhaft und unwillig
abwies. Endlich forderte der Verſailler Hof ſolche
Aufopferungen, welche mit der Ehre und dem Vor⸗
teile Fried rich's unvereinbar, und zum. Theil
abgeſchmakt waren, wie ein ‚Brief ded Koͤnigs am.
, „Boltaire beweifer. „Die Friedensbedingungen,
„non denen ſie reden, fchreibt er, find fd unſinnig,
deß ich fe in's Tollhaus ſchillen will; denn dort
„ann
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Kann man’ derade recht darauf autteorten, : "Ihre
„Minifter Fönnen fich darauf verlaſſen, daß ich mich
„wie ein Verzweifelter vertheidigen, und den Frie⸗
nden nicht anders unterzeichnen werde, als Auf. Des
„dingungen, die ſich mit der Ehre mehrer Nation
—vertragen. Welch ein Vernunftſchluß! Sie fas
gen, ich ſolle Kleve abtreten, weil es Don
„Dummkoͤpfen bewohnt iſt. Was wuͤrden ihre
Miniſter ſagen, wein Jemand von ihnen Cham⸗
„pague forderte, weil. inan zu fügen pflegt: 9)
3 „Schdpfe und. ı Champagner machen 100 Stäf
„Vieh. Weg mit allen ven laͤcherlichen Projeften I"
Eben fo hatte das Anerbieten des 2mal abgeſezten
Koͤnigs von Polen Stanislaus Leszinski, feine das
malige Reſidenz Nancy in Lothringen zum Friedens⸗
kongreß zu beſtimmen, keme weitern Folgen.
Zrkedtich war alſo gezwungen, alle Haifsmittel
ſeines Geiſtes sur Selbſtwehr aufzubieten. Der
Gelbonoth half er leicht und / viel beffer als. feine
Zeinde ad. Sachſen litt dabei unausfprechlich,
Bloß die Stadt Leipzig mußte fuͤr das Jahr 1760
"an 11 Tonnen Goldes, und der ganze Lelpziger
Kreis/2 Million Thaler erlegen; Thüringen zahle
te beinahe 14 Tonnen Goldes, und fd verhaͤltniß⸗
. mäßig. die Übrigen Provinzen, Tanſende von Pfers
den, eine‘ ungeheure Menge Getreide und vieles .
ESchlachtvieh wurden gleichfalls gefordert, Noch
wurden bie beſten Wälder ausgehauen, ‚und das
Holz im Ganzen an reiche Kapttaliften verkauft,
Ä ein Schitſal, welches beſonders den an der Elbe’
: ber
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"Beinen jeteanen Torgauer Wald Betaf. Ei
. . mußten die herrſchaftlichen. Pächter die. Pachtgelder a
ein Jahr vorausbezahlen. Hiezu kam die Verrin⸗
gernug des Muͤnzwerthes, womit Friedrich fortfuhr; u
acht, Thaler waren kaum -ı Dufäten werth. Auf -
dieſe Akt fehlte es feinen Kaffen an: feinem Gerde; |
deſto mehr aber feinen Armeen an Menfcyen Er m,
trieb fie gleichfalls aus Sachfen, Meklendurg nud J
Pommern zuſaminen, ‚der Leipziger Kreis mußte “
‚ allein 10,069 Rekruten ſtellen. Gefangne Soldaten”.
yonrden mit Gewalt zu Preußifchen Soldaten. ge⸗
gwungen. Koͤnigliche Werber durchſtreiften das
ganze Deutſche Reich, und lieferten von allen Vole⸗
kern und Zungen Schlachtopfer des Kriege, .&g -
— fahe fſich Friedrich im Stande, im Fruͤhnge
A760 mit 90,800 Seldfoldaten gegen mehr als
. 200,050 Feinde aufzutreten, und ſich wie im Aw
fange des vorigen Jahres vor's erſte vertheidlgung
weiſe zu verhalten.
Die Oeſtreicher und Ruffen entwarfen den Plan,
mit vereinter Macht ſo furchtbar auf Friedrich los⸗
zuſtuͤrmen, daß er entweder Sach ſen oder Schle⸗
fien ohne Schuz verlaſſen muͤſſe; die Ruſſen ſoll⸗
‚ten Breslau erobern’, und dann mit 80,000 Mann .
"zu dem Hauptheere ber Deftreicher ftoßen, womit J
man dann gewiß die Eroberung von Schleſien voll⸗
"enden zu koͤnnen glaubte Wollte Friedrich dies
verhindern, ſo müßte er, wie fie meinten, alle feine
Truppen hieher ziehen; in dieſem Falle koͤnnte er
leine, ober vo wenige Soldaten - in Sal en
zus -
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Sogar laſſen und dies Kurfuͤrſtentham wäre han sine
leichte Beute für die Reichsvoͤlker. Friedrichs
Gegenanſtalten beſtunden in Folgendem. Die Ver⸗
Bataillonen und 64; Schwadronen an die Polniſche
Graͤnze entgegen, Der General Fou quet ſollte
Echleſien, aber freilich nur mit 19 Bataillonen und '\-
‚38 Schwadronen dekken. Und der Prinz von Wir⸗
tembeyg erhielt. Befehl, die Schweden mit ia
ſcchwachen Bataillonen von der Matk abzuhalten.
Die erſten Begebenheiten dieſes Feldzuges waren
Aridi Preußen hoͤchſt nieberföhlagend, uund nut die
7° fpätern erfreulich und fiegreid. Der: Seldmarfchall
| —* blieb: anfänglich i in Sachfen, um den Erfolg '
der Ungernehmungen Laudon's auf Schlefien abzus .
Ä arten ‚ und basm ebenfalls in dieſe Provinz zu räle .
Een. Landon eroͤfnete die Kriegsſcene mit 46,000
Mann in Schleſien, und führte das aus, was ſeit
4Jahren feinem kaiſerlichen Generale gelungen war,
den Krieg im feindlichen Gebiete anzufangen.
Fouquet, Friedrichs Freund und wuͤrdiger Sreit⸗
geuefie fe, ſtand mit 130006 Mann auf ben: Höhen bei
Landshut, um den Deflreichern ven Eingang durch
die Gebirge ſtreitig zu machen. Laudon naͤherte
ſich im. Mai), und verfegte ihn durch) feine Ueberzahl
bald in eine mißliche Lage, Er fahe ein, daß es
ten; aber er ſollte auch die Feſtungen Glaz,
4
deldigung von Sachſen uͤbernahm er ſelber. Den
RRuſſen ſchilte er feinen Bruder Heinrich mit 44
dienlich wäre, den Poſten bei Landshut zu behaups - _'
Breslau, Slogau und Neiße ſchuͤzzen. Wie
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konute —* mit ſeinen wenigen Rente len biefen
"Forderungen ein Genuͤge thum! Lau don. machte :
Bewegungen gegen Breslanz dies bewog den Ge⸗
neral douquet, bie Stellugg! Bei Landshut zu raͤu⸗
men, um die Hauptſtadt außer Gefahr zu fegzen,
"Died beibirkte .er, aber nun nahmen die Oeſtreichet
- die erledigren Poſten bei: kandohnt ein/ und ruͤſteten
fi ich, © a5 einzafchließen. -Der König gebot, die:
Geinde „es koſte, was es wolle, Yon dort wieder zu
vertreiben. Bouquet machte era;
doch er mußte gehorchen. Am 17. Juni erflieg er
‚wir feinem Korps die Tandöhnter Höhen. gluͤttich wie⸗
er, da die Oeſtreicher, „vielleicht, um ihn in die
Falle zu lokken, wenig Widerſtand thaten. Nach
einigen Tagen erſahr er dafür. die" traurigſie Nies J
derlage. |
Fouquet haͤtte weuigſtens goxoo Dani
noͤthig gehabt, um alle Gebirgspoſten in dieſer Ge⸗
gend zu befesjen; ; durch nothwendige Detaſchements
gefchwäche behielt er nur Soco- Mann. bei ſich.
Eaudon bemerkte feine gefahrvolle Lage, und bes
ſchloß, fie zum Merberben der Preußen zu benuz⸗
‚zen, Er ließ 12006. Mann bor- Glaz, um zog
felne übrigen, 28,000 / andıe verßichern gar 31,000
Mann zuſammen, um in 5 Abtheilungen das
ſchwache Preußiſche Korps von 8000 Mann in der
Nacht zum 23. Juni au überfallen, - Mit einer fol
chen Uebermacht konnte es ihm nicht fehlen, einige
Schanmen zu erſteigen. Jezt ließ er den General
Zoꝛmuet wie bei einer Beftung zur Uebergabe aufs
Sale Vi. —8 6. bl. I Abib. (3) ſor⸗
4 —
1
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Foͤrdern. Fouquet wollte, nicht das Seitenſtuͤk
Zu Maren liefern. Er antwortete mit Kanonen»
ſchuͤſſen, und wehrte ſich wie ein Werzweifelter
ꝛvou einer Anhöhe zur andern. IS aber die Hälfte
feiner Keute erfchoffen oder gefängen war, und ihhm
die Reiterei den Ruͤkweg abſchnitt, fo zog er: ſich
ir's Thal herab, ftellte fein Fußvolk in ein Vierek,
und ſuchte ſich einen Ausgang zu erkaͤmpfen. Die
‚ ‚feindliche Kapvallerie griff jest an, aber fange ver⸗
gebens, fie wurde wehrmals zurüdgetrieben, Je⸗
po als bie Preußen ihre Patronen verſchoſſen hats
-...»ten, und Die Feinde immer mit frifchen Truppen.
einander ablöfeten , ſo wurde. dad Vierek durchbros
"in, und Fouquet, der fich von 2 Uhr der Nacht
‚bis 10 Uhr Morgens muthig vertheidigt hatte, mit -
4000 Kampfgefaͤhrten gefangen genommen, Ohne
pie fellme Irene’ feines Reitknechtes Trauſchle
2.0... eäre-et niedergehauen worben. Er hatte 3 gefähr:
77 Jiche- Wunden empfangen, flürzte vom ‚getödteten
02. Pferde zu Boden, und wurde von den betrunknen
feindlichen Dragonern ohne Perſchonen mit, Sieben
-.hedroht. Sein treuer Diener - warf. ſich auf. ibn,
fing die Hiebe auf, und rief in Verzweiflung: wollt
7 4he denn ben kommandirenden General umbringen 2...
Dies horte der kaiſerliche Oberſte Voit, welcher die
Trunkenbolde wegſtieß, und den mit Blut und
Staub bedekten Fonguet von der Erde auf fein Par
radepferd hob. Nur ein Theil der Preußiſchen Hu⸗
ſaren yon Gersdorf und Dragoner von Platen hieb
ſich gluͤtlich durch, rettete noch verſchiedne Fusſol⸗
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baten, un. dieſet ueberteſt von etwa 1506 309 rw
nach Sauer und dann nad) Breslan. An 1800
Todte bedekten den Wahlplaz; alle andere geriethen
in die Gefangenfchaft. Die Oeſtreicher hatten jes
doch au ftarf gelten, und ihren Sieg mit 3000 :
Mann erkauft. Laudon jedoch beflefte ‚feinen |
Ruhm durch die Erlaubniß, die durch Reinwande . -
manufakturen bluͤhende Stadt Landshut barba⸗
riſch zu, pluͤndern, eine Pluͤnderung, die ihm Frie⸗
drich nie verzeihen konnte. Friedrich war uͤbr
gens ‚mit dem Verhalten Fouquet's ‚tb fehr die
- Miederlage ihn ſchmerzte, dennoch vollkommen zus .
frieden; er verglich es mit dem Kampf des Leonidas.
in den Engen Thermopylä, und ehrte diefen Helden
Lebenslang als feinen Freund: Jezt war.deffen, .
Schikſal hart und frendenleer , er verlor bald nachher _
bei. der Beſtuͤrmung von Glaz fein ganzes Vermögen,
und.wurbe, weil er für die mitgefangnen und oft ges -
wißhandelten Offiziere. gu Wien mit Tifer. ſprach,
‚im Sept. bis nad) der Feſtung Karlftadt in Kroa⸗
wien geſchikt, wo er bis nach dem Frieden bleiben
mußte, ‚weil ‚man feine Auswechſelung hartnaͤkkig
verweigerte. Friedrich erſezte ihm hernach alle ſeine
Leiden durch auffallende Beweiſe der. koͤniglichen
Milde und Traulichkeit. Als er ſich wegen Alterss
ſchwaͤche vom Dienſte zur Ruhe in die Stadt Bran⸗
deuburg begab, beſuchte ihn der Koͤnig oft, ſorgte
für ihn als Arzt, ſchikte ihm von dem beſten Obſte
aus den Gaͤrten zu Sansſouci die erſten Fruͤcht
und von jedem ſelinen ea einige Son „und
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bettauerte ſeinen 1773 äfgten Tode mit ae
Schmerze.
Die wichtigſte Geige des Landshuter Sieges war
die „Eroberung der Feſtung Glaz, welche nad.
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Magdeburg die ſtaͤrkſte in allen Preußiſchen
Staten iſt. Sie hatte Proviayt im Ueberfluſſe,
‚aber nur 2400 Mann Beſazzung, größtentheild Aus⸗
Jänder und’ uUeberlaͤufer und in dem Kommandan⸗
Im O., einem Staliener, einen nicht ſehr geſchik⸗
ten Vertheidiger. Harſch leitete die Belagerung,
und Laudon dekte fie. Kaum fingen die Oeſtrei⸗
her am 26. Juli an, dje Feſtung zu beſchießen, ſo
verließen die Belagerten einige Außenwerke. Die
‚Kroaten, durch dieſe fchnellen Vortheile ermuntert,
wagten einen Sturm; Ganze Kompagnien Preu⸗
ßen, durch die Jeſuiten gewonnen, warfen das
Gewehr weg und empoͤrten ſich. Der Komman⸗
dant D, ergab ſich nun ohne Kapitulation, und ſo
Jam. diefe beteutenbe Feſtung binnen 4 Stunden mit ,
ihren, ungeheuern Magazinen in feinzfiche Gewalt
O. bezeugte Feine Luft, nach, geendigtem Kriege in
Preußiſche Dienſte zurüßzugeben:
Das bisherige: Kriegsgtüf machte den Beat
Laudon kühn genug, größere Unternehmungen zu
wagen, als feine Kräfte geftattsten., wobei er ſich
Auf Ueberrafchung nnd Zufall verließ, die ihn aber
diesmal taͤuſchten. Er. rüfre'vor Breslau, und
Pärftere nad) der Ehre, es noch vor Ankunft der
Ruſſen, welche feit dem 36. Suli in vollem Anmar⸗·
w nach ˖ Scheßen waren, zu erobern. Ein glaͤk⸗
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Ucher Ausgang war ihm feier. zweifelhaft; er er
rechnete bloß auf Ueberrumpelung. Deun es fehlte I
ihm, an: Munition’ und Belagerungsgeſchuͤz; und
einem. Sturme ſezten Die tiefen und breiten mit .
, Waſſer angefülten Graben unäberfteigliche Hinder⸗
niſſe entgegen! "Er fand indeffen an dem Komimans. _
dapıen einen Mann, der ‘alle feine Hofnungen ver⸗
. eitehte. - Died-war der Befehlähaber der koniglichen
Garde, Geueral Tauenzien, ein eben'ifo. ents- -
ſchloßner als kluger Held. Seine Lage war midlich
ſeine Geiſtesgegenwart deſts größer. Er hatte nur | ..
- 1000: Mans Garde, ‚deu. Ueberreft. der Kolliner
Schlacht; ‚auf welche er ſich veriaſſen konnte. Die
2000 übrigen Soldaten der Befazzung waren unzu⸗ Ze
verläffige Leute, . Ausreißer, Smpaliden und ge,
zwungne Miethlinge, die Luft zum. Anfruhre gig
ten,. und von 9000: gefangnen, _ dort. verwahrten |
Deftseichern leicht darin unterſtuͤzt werden konuten.
Laudon ließ bie Seftung amt 30, Juli auffordern, —
und da es ihm an andern Mitten gebrach,, kramte
fein, Abgeordneter . einen Wortſchwall von. philofos
phifch » politifch = juriftifch » militärifchen - Gründen .
aus, welche dem General Tauenzien die Nothwen⸗
digkeit und ‚Mechtmäßigfeit der Uebergabe beweiſen
ſollten. Tauenzien fertigte dieſe Botſchaft mit
gebaͤhrender Verweigerung ab. Laudon wieder⸗
hoite feine Aufforderung, uͤberließ ihm bie Freiheit,
bie. Kapitulatien nach feinem Wunſche aufzuſezzen,
md, Suchte, durch färchtesliche: Befchreibungenwon der
Suite: ad Re ber Rolũſchen mer zu —
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en; in 2, hochſtens 3 Tagen, Heß es, waren fie da;
: dann würde gar- Feine Kapitulation mehrbewilligt,
dann ſollte auch das Kind in Mutterlkibe nicht vers
fihont werden, Tauenzien dntwortete kaltblaͤtig ui
lakoniſch: ich bin nicht ſchwauger, meine Soldaten
find es ebenfalls nicht. Laudon ſchrieb darauf an
den Stadtrath, machte jedoch keinen Eiudruk, und
erbielt feine Antwort: Um doch. etwas zu thuu,
ließ er am 1. Auguſt 3 Batterien anlegen, und von
10 Uhr Abends bis ‚Mitternacht ein lebhaftes Feuer
' machen, wodurch Friedrich's Pallaft und einige Baͤr⸗
gerhaͤuſer in Brand gerierhen, Täuenzien ſchoß.
ebenfalls aus langen Feldſchlangen, und zwar fo
gluͤllich, daß er Laudon's Hauptquartier erreichte,
‚fein Zimmer durchloͤcherte und ihn zur Veraͤnderung |
ſeiner Wohnung veranlaßte, Am folgenden Tage
we _ -unterhandelte Sauden noch einmal,.boe-der Beſaz⸗
zung ‚freien Abzug an, und drohte im Weigerungs⸗
falle die Laufgraben zu eroͤfnen. Das habe ic)
laͤngſt erwartet, erwiederte der unerſchuͤtterliche
Kommandant und damit hatte die Unterredung ein
‚ Ende, Unerwartet verhielt ſich Laudon ganz ruhig,
und zog am 3: YAuguft eiligft weiter, nachdem er. die
"Stadt 5, Tage lang eingeichloflen ‚hatte. " Die. Urs: -
ſache dieſes Abmarfches war die Unmäherung bes
Prinzen Heinrich, welcher auf die Nachricht der
‚Gefahr von Breslau fogleich zum Entfaz heraneilte,
‚nad ur noch 4 Meilen davon war, ald Laudon fein:
Vorhaben aufgab. Heinrich erwarb fich ‚neue:
Verdienſte um's. 3. Batıciand, indem er durch feine,
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gefihiften Bovegungen und Stellungen die Bereis .
higung der ihm nachfolgenden Ruffen mit den Defls
reichern verhinderte. Laudon marſchirte nach
Schweidniz zu, und Soltikof, welcher auf der.
andern Oderſeite bis Hundsfeld eine Meile von Bres⸗
lau kom, fand es nicht für rathſam, ber den Fluß
"zu gehen, um mit feinen 75000 Dann etwas gegen
bie 30,000 . Mann fasten ürmee Heintichs zu
unternehmen. —
Des Prinzen Lage lieb; immer hoͤchſt gefhrlich, |
denn Laudon durftk nur. ſchnelle Märfche machen,
ſo war er wieder vor ihm, and die Rufen konnten:
ihn an einem Tage amringen. Griedrich be⸗
ſchloß daher, ihm zu Huͤlfe zu Fommen, nachdem
fein Verfuh, Dresden zu erobern, mißlun⸗
gen war. Diefe Belagerung verdient es, daß wir
einige Augenbliffe bei ihr verweilen. Friedrich
machte die kunſtreichſten Bewegungen, um die große
Armee Daunꝰs von Dresden wegzuloften. Schon
im Juni ging er unterhalb. biefer Stade über die
Elbe, "welches. Daun ruhig gefihehen ließ, weil er
ed nur durch eine Schlacht, wozu er durchaus nicht
geneigt war,- hätte verhindern koͤnnen. Friedrach
wendete fich hierauf in die Laufiz, fand den 6. Jnli
‚ bei Bauzen, ünd machte Miene, als wenn en
nach Schlefien gehen, bie Gemeinfchaft Daun’s mit“
Laudon und: Soltikof abfchneiden - und fich rnit feis.
nem "Bruder verbinden wollte. Daun glaubte ein’
ſolches Vorhaben zerſtoͤren, zu muͤſſen, er brach alſo
eilendo auf / und are 3-Xage hinten einander
ni, \ mit
\
Pi
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—4ö——5—
er ber haftigſten Geaſchwindigteſt; um dem gdeige
guvorzukommen, und freute ſich, als er anı'9, Jul
ſchon den Queisfluß hinter ſich, und ‚ferne Armee
. auf Schlefifhem Boden ſahe; nun glaubte er bie.
. Preußen ‚recht aberliſtet zu haben. Sriedrich hatte: . .
indeſſen keinen Schritt weiter oprwärts gethan; ſon⸗
dern ſtait deſſen kehrte er ſich plözlich wieder um,
ging Aus ber. Naufiz über die Efbe zuräf, und fland -
- den 12, Juli von neuem vor Dredden Die
Reichsarmee wich ſchuͤchtern zuruͤk, die Stadt
wurde aufgefordert, ‚und auf bie abfchlägige Anta
wort: bed Kommendanten Macquire lebhaft beihof
ſen. Die Preußen dehnten ſich von Gruͤnau bis
Rakniz aus, eroberten die Pirnaſche Vorſtadt, ver⸗
trieben die Panduren aus. dem großen Garten, und
waͤren vielleicht bei der erſten Beſtuͤrzung der Bela⸗ |
gerten durch einen Sturm Meiſter der Zeitung ges -
,‚ worden, wenn sicht Sriedrich die mit einer ſol⸗
chen Eroberung verbuudnen Greuel, befanbers in
einer Konigoſtadt verabſcheut haͤtte. Er hoffte
durch Furcht den Kommendanten zu ſchrekken, daß
er als Bundesgenoſſe Sachſen's lieber die Stäbe.
uͤbergeben „ als in einen Schutthaufen wuͤrde ver⸗
wandeln laſſen. Aber Macquire hatte die ſtreng⸗
ſten Befehle, fich zu behaupten, und da er mit
>" einem Korpd des Generals Lafıy die Gemeinſchaft
opffen bedielt,-fo fehlte ed ihm nicht an Truppen,
um alle. Poſten ſtark beſezzen zu ldunen. Zries
drich ſahe fih dahex zu einer formlichen⸗ Beier
gerung veraulaßt, Vom 14. Jult an uide guit
.
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—E— Hanbijgranaten und ngererlugen
.eine ſchrekliche Werwuͤſtung angefangen, uud nach
per Ankunft des ſchweren Geſchuͤzzes von Magde⸗
burg fo fuͤrchterlich fortgefahren, daß ganze Stra⸗
. Yen in Brand geriethen, und die prachwollſten Pals
laͤſte einſtuͤrzten. Am 19. Juli flogen allein 1400
VBomben und. Kugeln in die ungluͤkliche Stadt:
Zaneı und Dampf erfüllte den Ort, an Fein Loͤſchen
war mehr zn denken, das Roͤhrwaſſer war abge⸗
ſchnitten, nirgends fand man Sicherheit, in den:
Haͤnſern und auf dan Straßen gerieth man in Ge⸗
fahr „ zu yerbrennen, zu erſtilken ober von den herz
umfliegenden Kugeln gerfmettert zu werben, Die - '
NMoth der: Einwohner, wurde durch die Raubfuche
Ihrer ſogenannten Beſchůzzer, der Oeſtreicher, ver⸗
gfoͤßert, indem dieſe die bombenfeften Gewölbe der
Dresdner erbrachen, bie verwahrten Schaͤzze plüns
derten, verdarben, zerſihrten. Wer noch Kraft zum.
Gehen Hatte, mußte es für ein Gluͤk halten, daß
er über die rauchenden Truͤmmer feiner Wohnung
u ſchreiten und die freie Landſtraße durch die Flucht
erreichen konnte. Da gerade der ſchoͤnſte und bluͤ⸗
hendſte Theil der Stadt, : die Pirnaer und die .
Sthloßſtraße abbranuten, ſo traf die Flucht auch
die vornehmſten, feinſten und wohlhabenſten Ein⸗
wohner beiderlei Geſchlechto, welche in ‚allen. Bea
e quemlichkeiten des Lebens erzogen und au ſie ge⸗
woͤhut, jest: ihre wenigen Habſeligkeiten, die noch
zu retten: waren, wie Laſtthiere ſelher fortſchleppen.
und kraule ader ſchwoͤchliche Damen auf Schublar⸗
-
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K- — 362. —— 5 .
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rm wegthen niußten. Be An Okitiemaltraner
betrachtete man die Zerflöring rer Kreuzkirche,
die durch ihr Alter und ihre Schönheit fuͤr eine
Zierde von ganz Sachſen, und fuͤr die einzige ihrer
Art in Deutſchland galt. Der Thurm, von Bom⸗
ben in Brand geſtekt, flammte wie eine Fakkel,
ſtaͤrzte auf, das Dach der Kirche, und' verwuͤſtete
das Aeußere wie das Innere, und die umliegenden
NPallaͤſte, Denkmaͤler der Italieniſchen Baukunſt.
Zur Rechtfertigung ihres Verfahrens fuͤhrten die
Preußen an, daß die auf dem Thurme ſtehenden
Kanonen, welche ſonſt nur an Feſttagen abgebrannt·
wurden, jezt von den Feinden wie son einer Bat⸗
terie losgeſchoſſen worden waͤren. Daan bereute
es, daß er ſich durch Friedridy’ 8- Liſt hatte Ente
‚fernen laffen, er eilte. daher mit ſchnellen Schritten.
nach Dresden zurüf, wo er bereitd am 20. Juli
eintraf. Er warf: täglich friſche Truppen in’ die
Stadt, welche die Beſazzung ablöfeten ; „ed erfolgte:
ein Ausfall nach dem andern, wobei den Preußen
oft die Kanonen vernagelt wurden, wenn gleich die
- Deitreichet gewöhnlich wieder. ‘weichen mußten,
Friedrich gerieth: Bald vom Unfange der Belas
gerung her Über die Fehler feiner Ingenieure, Artil⸗
‘ Jeriften und Dffiziere in Zorn, ihnen ſchrieb er die
Schuld des Mißlingens zn; und ſchon Fängft gereizt
ſchuͤttete Er feinen‘ ‚ganzen Unwillen fiber das Halli⸗
ſche Regiment von Bernburg aus, weil er meinte,
daß es ſich in den. Laufgraͤben nicht lange genug ge⸗
wehrt und zs ſtuͤh der Uebermacht nachgeneben
habe.
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" gabe. .& Seftrafte es vom, daß bie Dffiyiere deſ⸗ "
felhen bie ſchmalen Huttreffen und die Gemeine bie:
Seitengewehre ablegen mußten. Diefe ‚Kleinigkeit
wurde in. den Yugen der- Preußen, die ein hohe&
Ehrgefuͤhl erfüllte, für - eine fo :unerträgliche Be⸗
gethan zu haben’ überzeugt‘ waren, Ihr Geſuch fand
nicht Statt.
Die Oeſtreicher waren iudeſſen der Belägerung
— —— ig, und ſuchten ihr durch einen Ueber⸗
fall der koͤniglichen Armee, "weiche fie defte, ein.
Ende zu machen. Friedrich hatte in einem Mors
werke bei dem ſchwach befezten Dorfe. Grün fein.
Hauptquartier. Das Lager wer etwas Davon ents
ferne, Mit anbrechenderh Tage drangen die. Defle
‘
ſtchimpfung gehalten, daß alle Offiziere dieſes Regi⸗
ments ihren Abſchſed forderten, weil fie ihre Pflicht
—
—
reicher vor, die Preußiſchen Feldwachen zogen ſich
zuruͤk, und Friedrich, der faſt gefangen worden J
waͤre, ‚hatte nur noch Zeit, fich auf das Pferd zu
ſchwingen und das Lager zu erreichen In Zeit von
3 Minuten ſtand die ganze Armeer, welche bie:
Feinde wie bei Hochkirch im Schlafe zu überrafchen,
gedachten, in vdlliger Schlachtordnung. Dieſer
unerwartete Anblik ſezte die Deſtreicher in folch Er⸗
ſtaumen, daß fie fögleich zuräfgingen ; denn zu einer
- förmlichen Feldſehlacht ‚hatten: fie durchaus Feine -.
Laſt. Der König veränderte nun ſein Lager. in et⸗
was; nm die liuke Flauke zu ſichern, machte er aus.
dem großen Garten einen Verhak, zu welchem Zwek
he filmen, von aller: Reifenben, bewunderte⸗
Er | nn gi
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“ u n 9P. — 364 —
Allern niederhauen, und den ganzen Garten, y'
x Mer eines Jahrhunderts, in ‚wenig: —— in
eine‘ Eindde verwandelit ließ,’ weil der griegeda⸗
mon ein ſolch Opfer forderte. Die Belageryng wurde
bloß noch der. Ehre wegen foͤrtgeſezt, das Bombar⸗
diren ging langfamer, endlich verſtummte es. Die
deinde fingen .8 von Magdeburg kommende, mit
-Munitiog und Getreide beladene Schiffe auf; es
- riß, Mangel ein; Friedrich erhielt die Nachricht von
dem Verlufte. der Zeitung Glaz, nom dem Anzuge
der Ruſſen ‚von der Verlegenheit ſeines Bruders,
J er hob daher am 27. J Juli die Belagerung auf, und
marſchirte in einer regnichten Sturmnacht nach
Meißen. Er zaͤhlte 1478 Todte und Berwundete
J m 261 Gefangne/ die ihm die Einſchließung Dres⸗
5 "md noch nach einem. beinahe verfloßnen halben; Sa⸗
kulum ſind die „Epuren.. ‚diefer ſchreklichen Bela⸗
n's vom 14. bis 27. Juli koſtete. In Dresden
| . Waren. 6 Kirchen, 416 Pallaͤſte und ſchoͤne ‚Käufer:
" Angeäfäpert und 4 15 ſtark beſchaͤdigt. Eine Menge
Einwohner hatten ihr Leben, viele ihre geſunden
Glieder und mehrere ihren Reichthum verloren,
betung nicht gaͤnzlich verwiſcht. | |
"grieoriß ließ hierauf ben Genetal Huͤlſen
it einigen. Regimentern in Sachſen zutäf, und
ging im Angeſichte der. Feinde uͤber die Elbe, Spsee,. | |
Meiße, den Queis und Bober nach Schlefien.
Ungeachtet die Bruͤkken zerſtoͤrt ware, und er 2000
Magen bei ſich führte, legte. er: buch 20 Meilen in
in
tv.
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wagen‘ ineät, 1 uud Pam au 7A bei Yunzlau,- |
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3. ..
Eu in Seen. Dann eilte ebenfale dahin, traf am
naͤmlichen T Tage bei Lauban ein, zog Laudon's Ar⸗
mee an ſich, und ſuchte nu mit einer Macht von
90000 Mann Friedrichs Heer von 30,000. Mann
‚m der Vereinigung mit den Prinzen Heinri ch zu
hindern. Die Preußen und Oeſtreicher zogen Halb
- weiter, und marfchirten einige Tage-auf eine fülhe
Art hintereinander: daß man die Daunſche Abrhpis"
a-
. Jung im Vorderzuge, den König fir der Mitte uud
das Ascyſche Korps im Hintertrabe für die Armeen
‚einer und derfefben ‘Nation Gätte halten nidgen,
Sriedrich Tagerte ſich am 14. Aug, bei Liegniz,
und Daun gegen uͤber bei Wahlſtadt, einem Kloſter
-auf-dem Felde, y wo im Jahre 1241 die beruͤhmte
Schlacht zwiſchen den Tatarn und Chriſten geliefere
waurde. Die Prenßen und Oeſtreicher ſtanden db
unhe, daß ſie nur die Katz bach, ein kleines, ſchuell
| auffchwellendes Waſſer, zwiſchen ſich ‚hatten, und -
Bu ſid mie Kanonenkugeln erreichen konnten.
AUnterdeſſen war der Rufſiſche General ‚Ezers
nitfchef mit. 20,000 Mann uͤber die Oder gegan⸗
gen, and befand ſich auf dem Wege nach Lieguiz,
wo Daun einen klugen und wohlausgedachten
pPlian zur Wiederholung des Ueberfalls von Hochs
kirch entworfen hatte. Ex wollte den 15. Uug. it
der Morgendaͤmmerung die Preußiſche Armee uner⸗
wartet anfallen, Er ſelbſt beſchloß die Vorderſeite
des Lagers zu beſtuͤrmen, Laudon ſollte den linken
Sin gel und Lascy den rechten angreifen. Das Ruſ⸗ u
Pie Korps gu sinter Sera war. beim, ‚ven
Ron |
N .
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or. ⸗
BE — ges
Sönig.die Flucht über die Ober oder. den og
nach Glogau zu verſperren. Daun wurde nicht
aus eignem Antrieb, ſondern durch dig erufilichen
Drohungen des Ruſſiſchen Obergenerals Soltikof zu |
dieſem mutbigen Vorhaben bewogen. Soltibof
wor mit dem vorfichtigen und gar zu beaspriamen.
Derfahren der Oeſtreicher hoͤchſt unzufrieden; eb
verdroß ihn, daß man den Koͤnig fo ruhig —*
Fiaſſe hahe ziehen laſſen ; und er warf ihnen vor,
Faß fie bei ihrer, Saumſeligkeit demſelben Gelegen⸗
heit geben wuͤrden, ſich mit ſeinem Bruder Hein⸗
rich zu vereinigen, bei Steinau die Oder zu. paffiren
und ſich mit aller Stärke auf die Ruſſiſche Haupte
grmee zu ſtuͤrzen. Es koſtet, ſagte Soltikof, dem
Genie Friedrich's nur einen ſeiner gewöhnlichen
“ Kunftgriffe, um dieß zu bewirken. Gobald man. -
die Preußen aber fo weit kommen ließe, feste er .
drohend hinzu, würde er ohne das Geringfte weiter
zu wagen, nach Polen zurüfmarfchiren, und für
dieß Jahr den, Feldzug endigen, che er ihn mit
Thatkraft angefangen hätte. Durch biefe: Vorftele
luugen erſchrekt, beſchloß Daun eine, Schlacht zu
wagen, wozu er fouft Feine Neigung hatte,
Der Dauuſche Auſchlag würde wrahrſcheinlich
gelungen fein, wenn er hätte geheim bleiben koͤn⸗
nen. Aber Friedrich erfuhr ihn den Abend vorher,
und sereitelte ihm nicht bloß, fondern benuzte ihn
auch zu feinem Vortheil. Die Deftreicher glaubten: !
. Ähret Sache fo gewiß zu fein, daß fie frohloftend
ſagten: ; „De Sak für die Preußen fei aufgemacht,
, „man
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"an 'gam wuͤrde fie fangen und denn dem Gaf zuſchuuͤ⸗
ren.“griedrich erzaͤhlte dieſe Pralerei ſeinen Of⸗
„figieren Über der Tafel, und ſezte hinzu: „fie haben
⸗
‚
„eben nicht Unrecht, ‚aber ic) gedenke in-den Sak J
"nein Loch zu machen, welches, ſie Muͤhe haben ſol⸗ nn
„ien auszubeffern.“ Wuaͤhrend der Nacht. veraͤn⸗ \
derte er das Lager, ließ die Armee eine Stunde,
‚weiter an der Katzbach hernnterziehen umd Die Hoͤ⸗
u
hen. von. Pfaffendorf beſezzen. Bauern mußten ins.
deffen im alten Lager die gewoͤhnlichen Wacırfeuer
uuterhalten, ‚und, Huſarenpatrouillen wie fonft alle .
Viertelſtunden das Lagergeſchrei erheben, Hierdurch
wurden die Feinde fo getaͤuſcht, daß, fir. von dem
. Abmarfche der Preußen nichts. merkten, ben König -
noch immer in feiner ‚vorigen Steßung glaubten,
. und. barnack. ihne entworfenen, Bewegungen einriche
teten. Laudon machte einen, großen Umweg,
ging bei Parchwiz über die Katzbach, und ruͤlte von
da nach Gegniz; alles dich war nöthig, wenn er
mit anbrechendem Zage’den linken Pre ußie
ſchen Flügel nach der borigen Lage erreichen wollte.
Alber fein „langer Weg wurde ihm zu feinem großen
Schrelken fehr abgekürzt. Er glaubte noch weit |
vom Könige zu fein: und jezt fand er ihm da, wo -
er ihn nicht erwartet hatte, ganz in ‚feiner Nähe,
SZriedrich, der eben mit dem Markgrafen Kart
und mit: Bieten bei einen Pleinen Machtfeuer.
ſchlummerte, wurde durch den Zierenfchen Major -
Hund vonder Ankunft Laudon's benachrichtige;
fogleich ſchwang er ſich auf's Pferd, und brachte die.
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2 368 nn en
u auf dieſen Kom ſchon berechueten Anoidnungen tm
Ausfuͤhrung. Bieten mußte "mit dern rechten
Bluͤgel diejenige‘ Gegend, wo Daun und Lascy
. mie ihrem: Abtheilungen herkommen koͤnnten, bebb⸗
achten. Er ſelbſt räfte mit dem linken Fluͤgel dem
Laudonſchen Heere von 30,000 Mann enigegen,
und beſchoß ed vom einer. in- der Nacht aufge
führten Batterie. Laudon, der Ueberraſcher,
ſah ſich jezt uͤberraſcht; doch da er ſich noch immer
auf die Mitwirkung Daun's'verließ, wich er dem
Kampfe nicht aus, fondern ftellte feine Truppen J
bei dem ſchwachen Morgenſchimmer und auf einerk
eingefchränften Boden; fo gut er kounnte, in Ord⸗
nung, und griff die auf den Hoͤhen ſtehenden Preu⸗
Gen muthig an. Aber feine Kavallerie wurde -bald
in Moräfte gejagt, aus denen fie fich mır- nach fans: .
ger. Mühe herausasbeitete, und- feine, Infanterie
ward gleichfalls nach einem hizzigen Kampfe zurüfe J
geworfen. Als endlich die Sonne aufging, und er
von einem Hügel noch Feine herbeieilende Unterſtuͤz⸗
zung entveffen Fonnte, rief er aus: Freunde! wie
find allein, es bleibt und nichtö übrig,» alg guten - -
Muth zu behalten und mir zu folgen, Er griff noch
gmal von neuem an, und fezte ſich perfünlich der
größten Gefahr aus, Doc) er mußte in Verwir⸗
yung fliehen, Der Oberſtlieutenant Moͤllendorf
und Major Rhodig zeichneten fich mit dem 2ten
Frage Garde bei dem dn der Fronte liegenden
Dorfe Panten vorjügiih aus, trieben einen
Kauptangtiff dabei zuruͤt, und machten viele
— Gefangun
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Befangite. Laubon ſammelie un 3 Uhr Morgmd- .
fane Fluͤchtlinge, ordnete fie wieder und mahte
ine geſchikten Ruͤkzug. Die Preußen hatten einen
Manzenden ‘Sieg mit geringem Verfuft errungen, '-,
fie: hatten nur 600 Todte und 1200 MBerwundete, © 7
. dagegen nahmen: fie 86 Offiziere und 6020 Gemeine; -.
gefähgen, umd eroberten 83 Kanonen und 43 Sabk
hen. ! Un Fodten und Verwündeten rechner ma ...
. ven’ Deftreichifchen Verluſt auf. 10,006 Mann ‚Bi.
Nie ſelber gleich nur 6oco Mann zugeſtanden.
Daun und Lasey brachten die Nacht nahe
an der Katzbach ruhig zu, weil der vorlge Erands _
Punkt des Königs kaum um einen Kanonenfhuf-
dabon entfernt: war. Mit dem frühften Morgen
ruͤkten ſte ans, um die Preußen anzugreifen, ie |
groß war aber Yır Erftsuhen, als ihre Vortruppen.. '
. meldeten, Das koͤnigliche Rager fei Teer, and man tiffe
| gar nicht, 1088’ aus dem Könige geworden fein a
möäfft, "Wegen des widrigen Windes konnten fie.
von der Schießen nichts hoten, ungeachter Aber -
200 Kanonen abgefeuert wurden. Um’ nm den.
Feldmarſchall Daum, der lange unſchluͤſſtg blieb,
wauaas er than ſolle, von der Niederlage Laudons un
\, Überzeugen und zum Abzuge zu bewegen, ließ
BZriedrich einen zmaligen Siegesdonner errönen,
wöobnrch Ber vorſichtige Daun veranlaßt wurde, in
ſein altes Lager zuruͤkzugehen. Friedtich titt
nachgewonrenet Schlacht. die Fronte herauf,
danete den‘ Zrappen, and lobte auch das Hals: .
lifche Regiment, von welchem ulsbald 4 alte
OT Br. Geſch. 6. Th. J. Abth. AM Se
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— 370
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Golhaten feinen Bügel ergriffen, das Pferd. aueh
ten ‚ und um die Ruͤkgabe der. entzognen Kriegheh⸗
— jenzeichen baten. Ohne Zoͤgern wurde dieß bewil⸗
Tiget, und der König machte dad tapfere. Vetragan
dieſes Regiments und. deſſen Wiedergleichſtellung
mit den Übrigen Bataillonen bei der Parade ſelber
bekannt. Damit die Vortheile des Sieges jedoch
nicht verloren gingen, das heißt, um die geſtoͤrte |
and jegt erbfnere Gemeinſchaft mit. ber Ober zu. bes
hanpten , marfchirte Friedrich noch an demſelben
u Tage 3 Meilen weiter bis Parchwiz z.e. . Dieſer
Morfch. fezt die Fertigkeit und Gewandtheit der
Preußiſchen Truppen ins heüſte Licht. . Übgermartete
Sieger, die, der Ruhe bedurft. hätten, rafften ihre
Kräfte zuſammen, palten ihre eigne Sachen, die
erbenteten Siegesdenkmaͤler und die Verwundeten
auf, und ließen nicht das Mindeſte zurüf, Die
Bleſfirten, mochten es Preußen oder Oeſtreicher
“fein, wurden auf Brot⸗ Mehl⸗ oder Statswagen
geſezt, ohne nach dem Eigenthuͤmer zu. fragen;
Ä jeder Reiter und Pakkuecht mußte ein eroberted Ges
J wehr mitnehmen. So blieb feine Kanone, keine
Slinze, kein Gefangner auf. dem Schlachtfelde.
Der General Saldern, Jutendant der Arme,
‚hatte ale Anftalten fo ſchnell und doch ſo ots
dentlich beſorgt, daß die Preußen ſchon 4 Stunden
nach der Schlacht um 9 Uhr Morgens in vollem
Marſche nach Parchwiz zu begriffen. waren. Als
ber König dafelbft anlam, erfuhr er,. daß der Mufs
pie General & zerni Hart bei Lißa in der Naͤhe
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Breslau’ 8 fände, und fich mir den Deftreichern
zu pereinigen gedaͤchte. Dieß machte feine Sage.
och” immer bedenklich; bie kaiſerliche Hauptarmet
hatte nichts gelitten, ihm fehlte es an Brot, die
en ber Ruſſen ſchnitt ihm dm Meg zu ben
Breolaner Magazinen ab, griffen beide Heere ihn
unter diefeti Umftänden an, fo Tonnte ihm Hunger
und Schivert, und ein Haufen von 6000 Gefang⸗
nen, deren er ſich nicht zu entledigen wußte, gleich
gefährlich werben. . Die Ruſſen mußten alfo auß
- feiner Nähe entfernt werden. Dieß bewirkte er
durch folgende Liſt. Er ſchrieb an feinen Bruder
Heivurich, und meldete ihm in einem Briefe, daß er
nach feinem Siege über die Oeſtreichet die Ruſſen
jenſeits der Oder unter Soltikof angreifen wolle;
er, der Prinz, ſolle zu dieſem Zwek die verabredeten
Bewegungen machen. Durch große Verſprechum u
gen wurde ein Bauer bewogen, diefen Brief Auf eine
Huge und feine Art dem Ruffifchen Generdt '& zer⸗
nirſchef in die Hände gu ſpielen, indem er fich
von den Vorpoſten wie durch einen Unfall, ; aber
voch abſichtlich gefangen nehmen Tieße, Friedrich
erreichte feinen Zwek. Ezernitfchef ging noch.
am felbigen Abend fiber die Oder zuräf, um ben
* Soltikoͤf, dem nach Inhalt des
aufgefangnen Briefes eine Schlacht drohete, Bel⸗
Niand zu leiften, Friedrich's Beforgniffe hoͤrten
hun auf, er lagerte fich ungehindert bei Neumark,
zog ſeinen Unterhalt aus Breslau, ließ die Gefang⸗
un dahin bringe, und feine Armee vbn den
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yiebenen ahſhetic⸗ Po Zeit aubenhen
Rear mußte indeffen die. Ruffen beobachten;
: da diefe jedoch zu feinem wichtigen Unternehmen ge⸗
neigt. ſchienen, fo Welt Friebinp zur bloßen Beobach⸗
‚tung 12,000 Mann unter dem General Golz fär
hinlaͤnglich, und mit dem. Übrigen Heere Hein⸗
ich’ 5 vereinigte er ſi ch am 29. Auguſt. Mit dies
ſer verſtaͤrkten Macht marſchirte er nach Schweids
niz, ‚welches Daun zu belagern ſuchte, bei Fries
drich q Annaͤherung aber. ‚gleich verließ, ‚Der ganze
Monat September wurde von beiden. Armeen in
einem Bezirk von etlichen Meilen um Schweidniz
herum mit kuͤnſtlichen Bewegungen und Maͤrſchen
augebracht, um einander den Vortheil der Stellung
im Fall einer Schlacht abzugewinnen. Hiezu kam
28 nicht. Friedrich machte darauf "deu Plan,
den Feldmarſchall Daun ganz aus Schleſien weg⸗
zumandoriren, welches ihm endlich dadurch gelang,
"daß er fein Heer umging, die Zufuhren aus Boͤh⸗
men erſchwerte und mehrere Magazine zerſtoͤrte.
Um nicht von Bdhmen ganz abgefchnitten zu were ⸗
den, 308 ſich Daun in die Gebirge zuruͤk und
säymte Schleſien, ob er gleich eine. Armee. von -
‚109,000 Mann‘ befehligte. nn
‚Unterdeffen ereignete ſich in Pommem ein Die
fall, welchen die darauf geſchlagne Gedaͤchtnißa
muͤnze mit den paſſenden aus einem Lateimiſchen
"Dichter genommenen Worten: eine That, der
Babel aͤhnlich, karakteriſirt. Die Ruſſen,
welche | m Solchen d daB vorgeftehe Biel, "Erobrruns
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"gen ja machen, nicht erreichen. Tonnten, machten ve
Ende Huguft’s zum aten Wale den Verſuch, die
Feſtung Kölberg zu erſtuͤrmen. Sie ließen. fie -
durch 15/050 Mann zu Lande umringen, und. durch
N
eine. Slotte von :27 Kriegeſchiffen, Fregatten und
Veombardirgalllotten beſtuͤrmen, wozu die Schweden
noch 6 Kriegefchiffe und 2 Fregatten ſchiklten. Bin
nen · 4 Tagen wurden 700 Bomben in die Stadt:ges
worfen and miele Haͤnſer zerſtdrt. Der -belannte
Major Heiden ſchlug mit feiner kleinen Beſazzung a
und mif der Würgerfchoft alle Anfälle herzhaft zus . '
rat, biö er eine ungehoffte Huͤtfr erhielt, . Der Ge
seral Werwer kam bloß mit eisen: Hufarenregle
ment und 3: Bataillynen aus Schleſien herbei, nach
dem: er einen Marſch ven. go. Meilen in ın Tagen
vollender hatte, In Stettin zog-er noch. ein Bar -
talllon · an ich, und mit dieſer geringen Mannſchaft
ſtarzte er ſich am 18. September über bie Ruffen
her, daß fio voll: Bergung! die: Flucht. ergriffen
nd nach einer 20taͤglgen Einfchließung. Die. Bela⸗
gerung aufhoben. ©te- hielten es ‚für unmbglich,
daß von der fo weit entfernten. Preußifchen Armer
'ein Eutſatz verſucht werden" Torte, Bloß Diefe .
‚ Einbildung mathte ſie ficher, und Ihre Ucberraſchung
dader faſfungslos. Sie zogen ſich theils gu Lande
‚weg, thells fluͤchteten ſie anf die Schiffe, und
ließen 15 Kanonen und 7 Moͤrſer, ihre ganze Mu⸗
600 Gefangae, und ſehrekte durch den Anblik feiner
Sofa, vi fi an der Käfige, an andern
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nition und den Proviant im Stiche. Werner machte |
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. | PEN die ſeindliche Ziotte fo: ſehr, a fie: de;
Aundker Lichtetre und davon ſegelte, als eb;fie: fi. KA
Vene: Meere vor den Huſaren nicht. ſicher hieltz.
. Der: Deutſche Horaz, der Dichter Ramler befang
His Befreiung ſeiner Vaterſtadt in seiner Ode, und
VPommerus patrioriſche Bürger verewigien fie darch
sind Medaille. Werner vertrieb Darauf die Schwe⸗
I den und überfiet- fie: ſirgreich bei Defeiwalt,.wn
er oo nierhich, Con: aranart nehm. undıY San
nn “ sun atbeutete.
An dieſe frohen Ereigiſte I feteren Pr ober Sal
| wilder Knige bedeutende: und den: König-tirf Indne
Hender-Wefälle. um. Sachſen wurde ihm Cude Sem, -:
and in · Oktober enteiffen., und feine Reſideng ——
plndert. Die. Reichstrupen, welche had kleu
VPreußiſche Korpé. wider HALTEN leicht verhrhugen
konnien, varhielrenſich. mehrere: Wesen bindurch
ganz unthaͤrig, hilfe aut) Fulda im verigen Jare
unſanft vertriebne Hergeg cm Waͤrtem berg
wit 12,000 Soldaͤten zu ihnen Rieß.: Dieſer Fuͤcſn
welchen Friehrich-her’ ruhe nach feines Wabers
Keve: zu Berlin erzogen „mic vielan Wohlthaten
Aberhduft, uud dach ſrie Aufehen zur fruͤhers Yes
dernchme ner Pegierung. als, es Pie. Geſene wre
ſchreiben, verholfen beste, vergaß jezt alle Cywſin⸗
ungen der Daukberdeit, urd ſalbſt die Beobad⸗
sung des aͤuffern Auſtaudet; er Drang: Fb den Fein⸗
den deſſelben recht geiligemlich auf, und behung.
ſich ſtatt aller Subſidien bie unwaͤrdige Befngniß,
Bu ereehun. —— 2 Me zu malen |
| | a. u .
geu biefer Etlaubnitz machte er in den Heffiſchen
ind. Preußifchen Laͤndern, wohin er kam, den
ſchreklichſten Gebrauch. Vorzuͤglich ſeufzte Halle
“ Über feine Bedruͤtkungen. Er vereinigte ih Euve
Septembers mit der Reichsarmee. Haddik und
Mocquire führten ihr noch kaiferliche Verſtaͤrkung zu.
Aus mehr alo 40,000 Mann beſtehend, konnten fie‘
un leicht die verlaßne Stadt Leipzig beſezzen,
-Korgan dm 27. Sept. und Wittenberg am
14. Oktoder“ erobern , nachdem fie Dreisiertel des
lezrern Ortes in Aſche gelegt hatten. Die Preuß⸗
we Beſazzungen gerieihen im Gefangenſchaft.
"Weit empfindlicher für Friedrich und jeden Bar’
" gettanböftennd war bie Beſezzung der kdniglichen
Hauptſtadt und der Luftfchlöffer durch die Rufen
und Öffireicher vom 9. bis 12. Oktober. Die feinde
Uchen SGenerale waren mit dem bitterſten — —
Aber den ſchlechten Fortgang ihrer Waffen erführ; es
‚ Häntte fie tief, daß Sriedrich ihre Plane gereitelt, J
ind ühre großen Armeen in Unthaͤtigkeit erhalten hatte ;
Dann insbeſondre glaubte nor einem noch größern Uns
falle miche ficher zu fein, ſo lange Sriedrich in ſei⸗
ter Nahe · ſthude er wuͤnſchte ihn zu eutfernen, und
Rigleich eine Unternehmung zu vollfuͤhren, welche groo
BES Aufſchen erregen, und wenn gleich in ber Haupt⸗
fache den Preußen nicht viel Schaden, dech deſto mehr
Echrelken verurfachen möchte. Hierzu ſchien ihm bie’
Bränbichazzung Berlin's das dienlichſte Mittel zu
fein, Er beredete daher ben Ruffifchen Zeldmarfchalf .
„Seritef ZORM Dava a bie Eroberung abe
. zus
N;
{ .” [ii
. gg r} %
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—— NL ver B > ,
— 376, — —
* > y .
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gufenben;, weiche von 18,009: Oellreichern nr.
Laſcy nuterſtuͤzt werben. follten. Soltifof uch,
ſich ‚nach viglen Borftellungen endlich dazu byeiß
| ‚finden, er er ſchikte ‚ven Grafen Tottleben, ben;
wo
wald, und die verwundeten Generale Seidliz
laug in Berlin gelebt nad vorher Preußiſche Dienfte,
Ten voraus, dem- der General Czeruitſchef mit
22000 Mann nachfolgte. Er ſelbſt ging ebeufalla
num den Zug zu delken. Die Ausſicht zur Peute
war für die. Feinde fo reizend;, daß fie ‚one Def
zu. halten, in eiem Trabe vorwärts eilten, X Otte
\
gethan hatte, mit einem Avantkorps von ScooMaue .
theils regulaͤrer Truppen, -t thetls ſchwaͤrmender Kofae-
u uͤber bie Oper, ımd wendete ih nad der Mark, .
Leben vollendete. den Zug von Beuten.aa, De,
Dder in- 6 Tagen und zeigte ſich am 3. Dftpher, vor
und noch eben ſo unglaͤubig und uuentſchloſſen, als
Gewalt gegeben, und folglich den Nachiheil verdeyn
2: den Thoren Berlins Der eben nicht rͤhutlichſt,
bekannte General Ro chow war noch Kommandagtet
das verige Mal, Er hielt den Anzug der Feinde
fuͤr! ein Maͤhrchen⸗ bis zu feinem Schreifen die
. - Wufforderung zur Uebergabe an ihn - erging: Ge
aͤtge gewiß durch ‚ein uͤhereiltes and, furchtſau
Wenehmen die Refidenz den Feinden fraͤter in. hie:
pelt; aber zum Gluͤkke Berlins fanden fidh.gera«_
pe muthige Helden, ber ‚alte Feldmarſchall Lehe
und Knoblauch daſelbſt; dieſe drangen im dem .
Kommandanten, daß er die Uebergabe verweigerte,
und Batch Eilboten an den in Frame Rebenden: *
Gene⸗
“
" N
m = ir ** Nu
Wee⸗tfal ——
dp. —* ottig on erfiqunte.äber die Verwe⸗
Wirsenferg®). ſchitte. J
erh der Berliner, jhm den, Einzug, im eine ofne °
tezu wermeigern, aid Tieß fie von. 2 Mhr Mache
3 Be sie fodt,in ‚die Nacht mir Gröffugele und.
_ Poren, beſchiegen; doch da dies nicht, vitl bewickte,
> bi durch. die ‚guten Gegenanfalten. daB Zeueg u
immer ‚wieber gelbſcht wurde, fo uerfuchterer in ben -
Rabe: einen Generalſturm auf. die Thore von der
* Seite. her: Jedoch die Tapferkeit. ber
Seihiiz. un Auoblaud, wihefb
an die Spizze der, geringen. Beſazzung yon 150@.
34 ſteliten, trieb, die ſtrmenden Ruſſen zmai
Gun, Dieſer nuemeariete Wiberfland beflärzte fit
Wehr, daß ſie gqnz MIN abzogen, und-ein vexe
ſenngtes Lager „bei: Tempelhof auffhlugen, , Am
* folgenden Tage den 4. Dkiob. Abends traf, zur Freude
der ‚Berliner, ſchon das Korps des Prinzen von
Mirtemberq, uugefaͤhr 6000 Mann enhattend ein,
MED eh. Tag und Nacht 9 Meilen zuruͤkgelegt
ae Es war daher ſo abgemattet, van es ſchlech⸗
gerdings der Ruhe beducfte. Die Nuſſen, welche
en bald ang befonuen, wagen ——
—E Size ei Wrnber des ein De
aogs, ebenfals in Berlin erzogen, br blieb dem
— 2
ae, re.
Bu Grundfären der DauPbarkeit getstm, ae dieme fein
- MWoöphtpäter dem Könige Friedtich mit Inniger Erge⸗
dendheie, usb fühlte aber Dad nad (einet Trabant u
— |
m erben
‘ h “ .
Due \
NaEEPEE EEE} BE — on
F ihre Angriffe‘ zu ernenern; ff Fächteten‘ Por
| angegtiffen zu werden, und ogl fr Wesrbehen ’
Morgens am ⁊. DFB: bie Kdopenit · zurat Se
herumſchwaͤrmenden Pikets Kunden lamthwv von den
nachſezzenden Preußen: aufgrhoben. Schon Yieltere
ſich die leztern fuͤt gerettet; aber-undh einigen Tagen
ſtroͤmten die Schaͤren von Czernitſchef und Lafcy
herbei, Totileben tuͤlte wieder vot; undob Kun
gleich: eine neue Huͤlfe von 9095 Ran durch · DL
Beneral Halſen am 8. Otch. zu Berlis onlängtez
® Fogreit 13060 Preußen. einertfehüitchen? Heeres
macht ven 48600 Mann auf die Fuge nicht inet
Rechen nach mehrern gihtlichen einzefnent Gefechten
hielt es der Prinz von Wirtemberg, um nicht aufgeh
| Hösen oder gefangen‘ zu werde, für adthig, nach
Spando wzu gehen, und die Refidenz ihrem Schito
fale zu uͤberlaſſen. Ihrer großen Uebermacht ungeach
werden, "hielten daher am! 8. Oltb. Krlegstarh
hier? beſchloſſen, unverrichteter Sache abzuziehen]
Kur ehr einziger feindſeliger Daͤmon, ber Framzbſ
ſche Beobachter Mont ⸗ Alembert ſtimmte die Gene⸗
rale um; dieſer zum Verderben der Preußen ſo un⸗
verſdbniich geſchaftige Raͤnkemather ſtellte ihnen
die Schande, vor, welche fie auf ſich laden wuͤrden,
wenn, fie non siger unbefchäzten Stadt mit Zeigheit
zatuͤkwichen. Der beredte Srangufe ftiftete mit- feiner
Zunge für Verlin mehr Unheil, als Tottleben mit
ter‘ erlähnten ſich die Feinde noch nicht, Berlin ju Deu
Reöfen. Sie wußten, "daß Frie drich im vollen
nmarſche war, fie befuͤrchteten,! abgeſchnieten sd
m
fein -
-
’ > {
\ “ x J
+ = ‚a Tr , \ \
\ kinen Konoren. Die Stodt wurde daher nech eine
wal aufgeferdert. Auf den Rath des einſſchtsvollen
und edeigeſinnten Kaufınannd Botstowsti, bes.
Schuzengels yon Berlin,. wurde beſchloſſen, ſich
lieber. den Ruſſen als den Deſireichern nu ergeben,
und bie. Holge zeigte, daß dieſe Wahl die heſte won
Man ſchlaßan der Nacht eine Art Kapizulation mit
dem Grafen Tostle ben, weicher Anfangs 4Mil⸗
lionen ‚Thaler Brandſchazzung ‚forderte, ſich aber 2
we nachher mir. 433. Milliouen begnuͤgte, und noch
2 Tonne Sofas. giö Geſchenk für fein Korps und J
den ſo viel für die Deftreicher ausbebung, Den 9 u
Hktb. Morgens rüfte er mit einem groken Theile a
Buflen in Berfin ein, befszte die Thore and haupe
pache, und lagerte einige Zaufend in deu Luſtgar⸗
tey. Die, übrigen. Ruflen und die Deifreicher kam⸗
: pirten um hie Stadt ber... Der General 2a ſey wer
hieruͤbet hoͤchſt erbittert, er wollte bloß fuͤr ſich 15
Wiullion Brandſchazzung, wid verfangse alffe Stadi⸗
poſten mit deu. Rufen gemeinſchaftlich zu beſe zzen.
Dies ſchlug Tottlehen ſtandbaft ab, und erwiederte
den Dellueihern ; ‚map hat mit mir bapitulirt; die
| derren Deſtreicher werben weiter ‚nichts erhalten, u
mals. 100,000 Thaler Douceurgelder, welche ig
‚con freien Sehklen für fig ausbrbungen babe, woe
vorgegen fir aber anch gute und fepitularionsmäpige
AWMauukaucht halten peerden,“ Die Defireihen
ohten, when aber nachgehen ; doch jdamte ihnen
Toulahen dag VBraudenhurget Thor, und. einen
| Abe au Bene VORAN de Wie baren
r
ER WE \ Zu - 5
* x "
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—⸗30 -
a uͤbel ef; bie ganze Sauptflebt,w wo 4— biee
KMeichihumer vermutheten, barbariſch tu plůndern.
Selbſt viele Ruſſiſche Generate wuͤnſchten es, und
beriefen ich ‘auf. Befehle vom. Gindtal: Fermor,
der zwar das Dberfommande wegen feiner- Kurzſich⸗ |
"tigkeit niedergelegt” Hatte ‚' den: Gang ver Kriegsge⸗
ſchaͤfte bei der Armee aber immer noch mit feines .
Rathe leitete. Indeſſen der mienſchlicher denkende
CLoͤttleb en verhinderte dieſe Sraͤuelthat im Allge⸗
meinen, wenn er gleich: mehrere einzelne Ausfchweis
‚füngen! nicht abiwehtgit Konnte, Er ſelbſt ſtellte ſich
der andern Generale wegen aͤußerlich hart ; drohete;
fluchte, pochte gewaltig, aber er handelte fo gelin⸗
de, als es ihm möglich war. Er gab haͤnfige
Schuzwachen/ and ·verſchonte das Eigenthum der
Biurger. Nur das dem Könige Angehoͤrige, bie
offentlichen Anſtalten, Gebaͤude, Schloͤffer und
Magazine litten großen Schaden, und manche eine
vpyllige Verwuͤſtung. Monbi jon wurde verdor⸗
ben, das Zeughaus gepluͤndert, jede Pulvermuͤhle
Tzerſtoͤrt, das Gießhaus ſollte in die: Luft gefprengt
werden; Bloß der Umſtand, daß «in Pulvermagas
gin and Unvorfichtigfeit init so Ruſſen aufflog, uns
kein Pulver mehr da war, tettete died Gebaͤude und
N,
we umliegenden Häufer und Pallaͤſte. Go gute
Mannszucht Tottleben indeſſen hielt / fo veräbe
ten ‚bie unbänbigen Kofaten doch mandyen Mufag.
Sie brachen am heilen Tage in mehrere Häufer,
- und raubten- Kleider, ‚Kleinodien, Geld, was: ſie
mu rn. wonden kennten, nud mißhandelten die
-
\
⸗
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vo — 381 —
| ‚Einwohner. Die Deftreicher miochten es weit Yon,
fie Äbertrafen i jene wilden Horden. an Frevel. Sie
erbrächen. die Eniglichen Etälle, welche nach der
Kapitulation frei Bleiben -follten, riffen bie Pferde
heraus, zertruͤmmerten die Kntſchen; ſelbſt die ;
Ktankenhaͤuſer, Kirchen und Graͤber waren vor
ihrer Raubſucht nicht ſicher. € wurden 282 Hiys
fer geplündert. | \
Um aͤrgſten wuͤtheten bie Feinde in den Suftfehfbfe
fern außerhalb Berlin. Mit Wehmuth und ges
rechtem Unwillen muß der Geſchichtſchreiber erzaͤh⸗
len, daß diesmal die Sachſen, welche fih bei
‚ben Oeſtreichern befanden, ihren: edlen Karakte
„serlängneten, und fic) fo weit vergaßen, die Bars
“ Bareien nachjuahmen. Sie ließen eine Umshrige
Wuth an dem Schloſſe Charlotteuburg au
„und nicht genng,. daß fie die koſtbarſten Zimmerge⸗
raͤthe zerſchlugen, die Epiegel und Porzellangefaͤße
gzertruͤmmerten, die Tapeten zerriſſen, die ſeltenſten
“+ &emdide mit Meffern zerſchnitten, die Fußboden,
Thuͤren und Waͤnde mit Aerten zerhieben; ſo vers
fündigten fie ſich an der Kuuſt und Gelehrſamkeit.
Friedrich hatte eine unſchaͤzbare Sammlung von
Kunſtdenkmaͤlern, Antiken, Vaſen, Statuͤen ꝛc.
aus der Verlaffenſchaft des Kardinals Polig nat
für große Summen an’ fich gekauft, und zu Char⸗
lottenburg aufgeſtellt. Dieſe ſeltnen Schäzje wurs
ben. — der 10. Oktob. 1760 iſt dieſer Trauertag —
hit vom wilden Horden, fondern von Sachſen
dem Untergange geweiht, von Bewehyern eines Lau⸗
de s,
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—. 383 u
PAR wo Khuſte und Wiſſenſchaften bfähten,; wo
‚feine Sitten nnd anziehende Hoͤflichkeit ein gebilde⸗
. 168 Volk bezeichneten. Weder Griechiſche noch Fta⸗
liaͤniſche Kunſtwerke wurden verſchönt. Die Saͤchſi⸗
ſchen Dragoner hieben bie Kopfe, Urme und Beine
"der Bildfaͤulen in Stuͤkken, und zermtilmten fie mit
Bedacht auf eine ſolche Lirt, daß fie nicht mehr ze
." fammengefezt werden fonnten, Die Lebenden hatten
ein beſſeres Schikſal, als die lebloſen Statlen. Ob
Die Buͤrger gleich die Sicherheit ihres Eigenthums
mit 15000 Thalern abgekauft hatten, ſo wurden ihre
| . > Käufer dennoch geplündert; f uud alles, was nicht
fortzubringen war, verwuͤſtet. Viele Maͤmer wur⸗ |
den mit Saͤbeln gehauen, andere mit Peitſchet blutig
gegeißelt, die Frauenzimmer eutehrt; zwei Men⸗
ſchen farben unter dieſen Dißhandtungen. Com |
ſo verfuhe man zu Schoͤnhauſen, dem Laſtſchloſſe der
"König, Der dortige Schloßwaͤrter und deffen
Frau wurden naflend ausgezogen, mit Ruthen ges
hauen und mit glaͤhenden Eifen gezwilt, um Schaͤz⸗
ze zu verrathen, bie nicht vorhanden waren. Zur
Ehre der beleidigtem Menſchheit muß man indeffen
bemerken, daß einige Befehlshaber ruͤhmliche Ause
nahmen machen. So bezeigte det kaiſerliche Gene⸗
ral Eſterhazi, welcher Potsdam beſezt hatte, die
größte Achtung gegen feine eigne Wuͤrde, indem er
keine Mißhandlung geſtattete, ſondern Buͤrgerſchaft
und koͤnigliches Eigenthum gegen alle Raͤubereien
ſchuͤzte, und ſich dadurch ſelber ein bleibendes Eh⸗
rendenlmal enichiet.. Eben ſo ſchlug der Ruſſiſche
Gene⸗
— ass ED
General. Babmanı ein Geſchenk von 10,000
Zbaler aus, „weiches ihm. ber. Berliner Gtabtrath
durch die Ehre, 3 Tage. lang, Kommandant iu
„Berlin geweien zu ſein, hinlaͤnglich belohnt.’
Solche Beifpiefe edler Denkungsart verdienen der
Erwähnung ,.da fie:mit der Dauer des Srieges i ums .
‚mer feltner wurden,
: Sobald Sriedrig, am 4. Oktb. ben Marſch
| e afcy’s nach. Berlin erfuhr, brach er aus feinem
- Rager in. Schlefien. auf, und eilte eben. dahin, um
bdie feindlichen, Korps aufzuheben Er ging am a1. |
Dktob. bei. Sprortau über den Bober. Diele Er⸗
fheinung trieb Die Rufen und Deſtreicher mit Wine
deö Fluͤgeln von Berlin weg. Sie hatten geglaubt,
in ber Mark ihre Winterquartiere nehmen zu füns
. nen, da. fie die Reſidenz in ihrer. Gewalt ſahen.
ber ihr Irrthum währte nicht lange. . Am 12. Oh
iober flogen fie in ſolchen Eilmaͤrſchen davon „daß
| . fie binnen.2.Zagen ia Meilen zuruͤklegten. Die
Oefſtreicher ;flächteten zu ihrer Hauptarmee, die ßch
bald Darauf in Sachſen bei Torgau. feſtſezte; and
bie Rufen zogen fich nach Srankfurt, und dann zu
ihrem Heere bei. Landsberg zumif. Weider Rüfzug
war wmit den fchreflichften Verwuͤſtungen begleitet,
"Bon den Thoren Berlin's bis an die Graͤnzen von
- Polen, Schleſien und. Sachfen war das platte Land
einer völligen Waͤſte aͤhnlich gemacht; Fein Stuͤk
Mich, kein Bette, Fein Hausgeraͤthe, kein Biſſen
Bros blich ben Einwohnern. übrig. ke Gegenden
J er⸗
«
. für feine Seutfeligfeit: anbot, „Ich ibin, fagte er, .
Bu Oder ſollte niedergebrannt werden, welthes durch uns
Ye ———
Be — * bin Rand, Mord und Rolttſucht Art.
Yanden Dörfer ih Flummen, und vie Tobten in ber
Erde harten keine Ruhe. Selbſt Frankfurt an ber -.
'ermeßliche Kontriution abgewehrt wurde, Ein
Korps fehten mit dem andern an Eipreffungen. an
wettelfern. Friedrich, vorzuͤglich uͤber die Ver⸗
wuͤſtung der Kunſtſchaͤgze erbittert, ließ ſich auf
einen: Augenblik vom Zorne hinreißen, und das
reichausgeſchmuͤkte Saͤchſiſche Jagdſchloß zur Gegen ,
. : bergeltung aneplündern, ein Sefchäft, welches ‚das
Freibataillon des Oberften Quintus Icilins in wenig
n Stunden ſchauderhaft genng vollbrachte.
5 Da Sriedrich die Entfernung der Beide ü
von Berlin noch während feines Marſches erfuhr, fe
wendete er fi nach Sachſen, ging am 26. Olfob.
bei Deſſan uͤber die Elbe, und vereinigte fich da⸗
lelbſt mit den’ Abtheifungen von Huͤlſen und dem
Prinzen Wirtemberg. Die Preußen erkaͤmpften
einige Vortheile, verſcheuchten die Neichstruppen
Bis hinter Zeit, und nahmen Leipzig wieder ein.
hiber Friedrich's Lage war im Ganzen gefährlich
Dann hatte mit der Hanptarmee auf den’ Höhen
ben Siptiz bei Torgau eine faſt unangreifdare
Stellung genommen, nnd war feſt entfchloffeh, kel
nen Schritt zu weichen, folglich Sachſen der Bin:
“ter durch zu behaupten. Gelang ihm dies, fo wol
tem die bei Landsberg an der Warte Iauernden Bu
fen in die Mark Brandenburg son neuem poprdrine
ae , und f ich r rniquamieren, uf fie den König
pe
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| son Vewneen und Echleſien, ja ſelbſt von Verlin, ”
dar Vorrathskammer alfer Kriegäbebärfniffe, abſchnei⸗
den, und ihm keinen Plaz laſſen, ſeine Armee zu. .
verpflegen , und zu ergaͤnzen. Dies ſahe er, dies u
ſahen feine Srennde ein; nur ein kuͤhner Entſchluß
konnte ihn vom Untergange reiten. “Dann hatie
ein Verlangen zur Schlacht; er mußte alfo in ſeiß
nen feften Verſchanzungen beftörmt werden. Ama; ‘. -
November machte Friedrich ſein Vorhaben den Ge⸗
neralen bekannt; er verſammelte ſie in ſeinem Quar⸗
7
tiere, im Pfarrhauſe zu Langen-⸗Reichenbach, und
redete ſie alfo af: ‚Beine Herren, ich werde more’ -
" „gen den General Daum angreifen. Sch weiß,
zer ift in guter Stellung: aber zugleich, in einen‘ .
Sa eingefchloffen;. wenn ich ihu ſchlage, ſo iſt
„ſeine ganze Armee gefangen, oder fie wird in der
„Eibe erfäuft. Werden wir gefchlagen, fo gehen .
wir alle zu | Grunde ‚und ich zuerſt. Diefer Krieg
t
bauus Br. Geſch. 6. el. J. nn. @ b) Kerps
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zbauert mir zu lange; er muß auch ihnen langweilig -
"fein Wir wollen ihn Alfo morgen endigen,’*
Darauf Äbergab er ihnen die eigenhändig geſchriebne,
aber’ kurzgefaßte Anordnung zur Schlacht, die ganz
darauf berechnet war, entweder alles zu gewinnen, . .
oder alles zu, verlieren, wovon durd) angünftige
Umftände veranlaßt Feind von "beiden fo vollftäns
dig geſchahe, als er e& fich gedacht hatte, Der
techte Fluͤgel der. Oeftreicher ſtuͤzte fich hinter die
- Xeiche: von Groswich, ihr Mittelpunkt bedekte die
— AUnhdhen von. Siptiz, der linke Flügel ‚endigte
® jenſeits Zinna, und fließ an die Elbe, Ein.
IN
| und Moraͤſte gedekt. Doch Friedrich's Pan’
de
- - ' . “
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= 386: —
. ganze furchtbare Stellung war durch ſtarke Batterien
noch furchibarer gemacht, und im Ruͤkken durch Wald
Korps son 20000 Mann unter Laſcy ftanb der
Hauptarmee zur Linken, und war durch eine Kette
von Teichen auf beiden Flanken geſichert. Diele.
zunn Angriff war wohl ausgedacht, und ber Lage.
voͤllig angepaßt; waͤre er genau ausgeführt worden,
-To blieb, den Feinden nichts übrig, als entweder die
Waffen zu ſtrekken, oder durch's Schwert zu. fallen,
oder ſich in die Elbe zu ſtuͤrzen. Friedrich wollte
ſie zugleich zwifcyen 2 Fener bringen, bie halbe
-Mondglinie, welche die Daunfche Armee bildete,
anf einmal ay_beiden. Seiten, angreifen, fie gegen
die Mitte hin zufammendrängen, und alsdaun die
ganze Armee durch einen Schiag vernichten oder
gefangen niachen. In dieſer Abſi cht theilte er ſeine
Armee in 2 befondere Heere, von denen er den linken
Fluͤgel ſelber fuͤhren, um die rechte Flanke der Oeſt⸗
reicher bei Groswich herum lenken, und ihnen dann : °
,
durch Wald. und Moraft in den Ruͤkken fallen.
2... Wollte Unterdeffen follte Zieren mit dem rechten
Slügel auf dem Eilenburger Wege marfchiren, den
Feind von vorne angreifen:und auf die Siptizger
‚Höhen hinwerfen. - Weil aber Bieten’ Marie, um
2 Stunden kuͤrzer war, ſo ſollte er ſich ſo lange im
Walde verdekt halten, bis er des Koͤnigs Ankunſt
an den beſtimmten Orte durch Kanonen = und Slietene
fhäffe vernehmen wuͤrde. Uber dies verabres .
dete Zeichen war hoͤchſt truͤglich und machte
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. “ — 387 —
am Shlachttage- beide Adechellinhen ungewiß and
derlegett. , -
. Der_ 3. November mar der merkwuͤrdige Tag,
wo Friedrich feine legte, aber heißeſte Schlacht
lieferte, yon das Menſchenblut wie Waſſer floß, wo
die Sieger dem Untergange nahe kamen, und wo
ſich erſt in der Finſterniß das Gluͤk auf Preußen's
Seite wendete. Frie drich feste ſich bei angebroch⸗ u
nem Tage mit Zieten zuſammen in Marfch,
trennte fih un 10 Uhr von ihm, 309 links durch -
den Torgauer Wald, nnd ſtieß unterwegens auf _
einige feindliche Beobachtungskorps, die er nad)
kurzen Gefechten zuruͤkwarf, worauf fich diefe zur
. SHauptarmee: flächteten. "Dabei wurde das ganze
feindliche Dragoner «Megiment voh St. Ignon, das
einzeln marfchirte, und unerwartet unter die Preus
ßeu gerieth, theils niedergehauen, theild mit feinem
General gefangen gehonimen. Es war faſt 2 Uhr, .
als Friedtich mit feiner aus 10-Grenadierbataillenen -- .
beftehenden Avantgarde um den rechten Flügel dee .-.
‚Deftreicher herum gezogen war. Unvermuthet hörte
er ein fernes Kanonenſchießen, welches von einem .
/
“Gefechte Zieren’s mit einzeln detafihirten Kroaten
berrährte, und weiches ihn auf den Gedanken brach⸗
te, Zieten habe den Hauptangriff früher, al - |
‚66 verabrebet fei, angefangen ; er glaubte, ihn aus
genbliklich unterflüggen zu muͤſſen. Dieſer traurige
Irrthum zerruͤttete den ganzen Schlachtplan. Es
kamen noch andre Betrachtüngen hinzu. Ya dieſer |
J isn Jahreszeit blieben nur wenig Stunden Tas
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Mi | — . 388 — —
geoncht uͤbrig. Außerdem ‚meldeten Usberlänfer
und Bauern, daß ſich Daun uͤber Die Elbe zuruͤl⸗
iehe, und der Schlacht. ausweiche. Er hatte aber
u bloß einige Schiffbruͤkken ſchlagen laffen, ‚uni das
Genpaͤk und Getreide fortzufchaffen - Die übrigen -
Bewegungen hatten gerade den ‚entgegengelesten
Zuwek; er wich nicht, fondern er kehrte fein erfies
Treffen um, und ließ es Fronte gegen "den König
"machen, fo daß Friedrich nicht den Nüffen, fondern
die Wosderfeite der Feinde vor ſich hatte. Aus allen .
dieſen Unftänden entſtaud die ungluͤkliche Folge, daß
FSriedrich mit dem Vortrabe augriff, da noch ſeine
Hamupiftaͤrke, die Artillerie, Kabalierie und mehr⸗
Re Infanterie im Walde zuruͤk war, und feinen Ans
griff nicht mit Macht. unterftüzzen Fonnte, _ Die
‚30 @renadierbataillone ftellten ſich 800 Schritte vor
den Feinden und ruͤkten mit. berzhafter Standhaftigs
‚Veit auf den vor ihnen ſtehenden Flügel der Deftreis
‚her los. Aber fie wurden init einem fo wüthenden
| | Feuer aus 400 Kanonenfchländen, die gleichfam auf
‚einen Punkt gerichter waren, empfangen, daß die
erſte Brigade in wenig Minuten todt oder verwundet
niederſtuͤrzte. Die 2te Brigade hatte daffelbe Schiks .
ſal. Der.ganze Bortrab von 5500 Grenadieren lag
in einer halben Stunde groͤßtentheils niedergeſtrekt,
| j ‚und arnı folgenden Tage zählte er nur noch 600
Dienftfähige Xeute, Der Oberſte Graf von Anhalt
ward erfchoffen, der General Stutterheim verwuns .
der, Die Kanonen, welche ‘die Preußen auffuhren,
waren in einem Augenblitte vernichtet, fie konnten
Ä , siehe:
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nicht einmal. gun gaben kommen ‚ weil Menfchen
‚und Pferde dabei fogleichgerdbtet wurden. Das |
kaiſerliche Zeuer war ſo entſezlich, daß ſſelbſt Frie⸗
drich erſtaunte, und zum General Syburg an fein |
uer Seite fagte: welch eine ſchrekliche Kansnade!
"Baden fie je eine- Ähnlicye gehört? Unterdeflen mars
ſchirte eine :Kolonne aus dem Walde. hervor, und
räfte mit dewunderungswuͤrdiger Drdunng gegen den
Feind. Aber auch von ihr wurden ganze Rouen
von dem moͤrderiſchen Kartaͤtſchenhagel niederge⸗
ſchmetkert und zuruͤkgetrieben. Die kaiſerlichen
Karabiniers hieben voll Ungeſtuͤm in die Weichenden
ein und machten mehrere Gefangue. Die Oeſtrei⸗ u
her hielten den Sieg für gewiß; einige ihrer Fuß⸗
regimenter verließen: fogar ihre Anhöhen‘bei Siptiz
um die Preußen zu verfolgen. Jedoch 3 Preußifche.
Hätten fie ihre: Kavallerie bei
ſich gehabt, ſo konnten ſie das Treffen gewinnen.
Aber es befanden ſich nur 80o Zietenſche Huſaren
bei ihnen, die ihren Vortheilen keinen Nachdruk ge⸗
ben komten. Dann hatte Zeit, feiner geſchlagnen
Infanterie Hälfe zu ſchikken, die Preußen von ben
erſtiegnen Höhen wieder zu . verbrängen und in den
Wald zurälzundthigen.. Das ganze erfte Preußifche ,
Neffen war geworfen, obgleich die Oeſtreicher viel
gelitten. hatten, Daun ſelber verwundet worden,
und feine Kavallerie in Verwirrung gerathen war,
Friedrich lieg ſich Durch dieſe dergebuchen Mine.
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. 4 24
Jufanterie⸗Regimenter faßten wieder Poſto, trieben
die Oeſtreicher zuruk und drangen ſeibſt bis auf die
feindlichen Höhen,
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N 390 —
ſurenzargen nicht abſchtetten. Das ate —2*
ruͤlte nun muthig vor, und gewann einigen Raum, '
Das Regiment Prinz Heinrich warf Die vorfes
henden Ogftreicher über:den Haufen, wagte ſich aber
zu weit, e& wurbe bald von der Reiterei umriugt
-- nd foft ganz vernichtet. Der Feind, ftand wie ein
< Selfen Hinter Fenerſchluͤnden. Friedrich ließ nicht
nach. Das zte Treffen mußte herbei; es griff un»
erſchrokken an, obgleich Kamerad an Kamerad mies
derſank; es erſtieg einige Hoͤhen, doch gegen bie.
tedtſpruͤhenden Batterien war nichts auszurichten,
Auch diefe Infanterie mußte füh zuräf in den Wald
begeben. Endlich langte der Herzog von Holſtein
mit ber Preußifchen Kavallerie an. Der König bes
merkte, daß die Seinde durch das nnerhört heftige.
Feuern ihre Munition zu fepnell verſchoſſen hatten,
und die friſche wicht Bald an Dre und Stelle bringen
- konnten;der, Kanonendonuer toͤnte uur noch ſchwach.
Dieſen Zeitpunkt benuzte er ſogleich. Seine Reite⸗
rei mußte in die Feinde einhauen; von Kartaͤtſchen
‚nicht mehr beunruhigt, gluͤkte dies fo gut, daß das
gonze erſte Treffen der Oeſtreicher völlig geworfen
wurde, daß die Preußiſchen Dragoner 4 ſeindliche
Regimenter gefangen nahmen, daß bie Kuͤraſſere
gleichfalls viele, Feinde . umsingten und gefangen,
machten, und daß einige gewichne Batailtone ſich
von neuem ſtellten, und auf bie Anhoͤhen draugen.
Aber die uͤberzaͤhlige kaiſerliche Kavallerie rukte weit
friſcher Verſtaͤrküng von allen Seiten gegen die Grass.
de m, u zwang ſie, ſic geräfpogichen Die -
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— "91 — ”
Een begann, die Kraͤfte waren. erfchöpft, Srier J
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bich⸗ hatte eine Streifwunde bekommen, die
Schlacht ſchien für ihn verloren; die Oeſtreicher
glaubten es gewiß, Dank, fertigte. som Kampf⸗
plazze einem. Kourier ab, um in der Kaiſerſtadt ſei⸗
nen Sieg mit Jubel zu verfündigen. Ä
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| Bieten gab auf einmal der Sache eine andere |
"Berdung. Unerwartete Hinderniſſe hatten feinen.
Moarſch verzögert, einzelne vorftehende Kroatenpo⸗
ſten nicht berechnete Gefechte deranlaßt, und das u
Laſcyſche, feine Flanken bedrohende Korps ihn zu
einem Umwege gendihiget. -Der Wind wehete von |
ihin ab, und ließ ihn das Schießen auf des Koͤnigs
Seite nicht deutlich unterſcheiden. Es daͤmmerte,
da er am Orte feiner Beſtimmung angkam. Mit
u Ungeſtaͤm ruͤfte er .auf das in Flammen fichende \
Dorf Siptiz an, und da es auf bie Eroberung der -
- Höben, wo dad ate kaiſerliche Treffen gegen ihn
Fronte machte, ankam, ſo ſuchte er einen Durch⸗
weg, um. dahin zu gelangen. Die erſte Bahn brach
der berſte Moͤllendorf, Kommandeur der Garde,
der fich ſchon mehrere. Male ruͤhmlichſt ausgezeichnet
yhatte. Er bemerkte zwiſchen den Schafteichen einen
unbeſezten Damm, der zu den Höhen fuͤhrte. Er.
anterrichtere den General Zieten davon; dori
ruͤtte eine Brigade von Saldern heran, erſtuͤrmte
ſogleich eine Redoute, und behauptete fie durch
Verſtaͤrkung unterſtuͤzt gegen alle Angriffe. Die
wwuthigen Preußen zogen ihre Regimentöfanonen mit;
ven Binden. uf die ige! ’ vs ‚die Pferde auf..
J | ‚bie
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En 392. — '
gie ſtellen Höhen im tiefen Sande wicht Fern
tommenꝰkonuten. Das ſchwere Geſchuʒ mußte uns
!
ten bloiben; nud daher; den Feinden dad ihrige ent⸗
riffen „werden, Der Mangel an Artillerie machte
den Ausgang bed Kampfes noch zweifelhaft, da die
Feinde ihre wichrigſten Batterien noch behaupteten.
Ziet en bildete eine Linie, und ließ auf die Deupte
batterie Sturm laufen. Hier ward dad Gefecht
. blätig, und faſt hätte der Feind diefe vornehmſte
Schuzwehr behalten. Doch gerade im entſchei⸗
denden Augenbliffe kam der General‘ Leftwiz mit
J 5 neu geſainmelten Grenadier bataillonen von der
Iduiglichen Reſerve, womit er Sriedricy’s Ratzus
gedekt haste, dem ſtuͤrmenden Zieten zur Hälfer
Durch dieſe Mitwirtung wurde die Hauptbatteris
erobert, der Zeind hatte keine Haftung mehr, er
309 fi. allmaͤtlig vom Schlachtfelde weg, das
Kanıpfgewühl hörte auf, Bieten urtbeilte mit
Wahrſcheinlichkeit den Sieg errungen zu habenz
denn die vdiligeingebrochue Finſterniß verhluderte
ihn, mit Bewißheit die Größe der erfäntpften: Bors
theile uͤberſchanen zu können. Nachdem alles ruhig
wurde, eilte Zieten ganz allein zum Kbnige, der
in dem Dorfe Els nich fein Quartier wegen Man⸗
gel an Raum :in der Kirche gettommen Hatte,
Friedr ich empfing ihn nicht aufs freumblichfte,
er .überhäufte ihn vielmehr wegen feines verſpaͤteten
Angriffes mit Borwürfen, gegen welche fich der
Sieger, der nach dem erſten Sturme auf eine beſſere
Srimmmng van lonnte, vor jezt ice derthei⸗
igte⸗
\
J 303 —
| Die ſondern mar —— von. der eag⸗
des koͤniglichen Zlaͤgels einzog. Er erfuhr, daß fels -
biger die Gegend unter der Siptizzer Höhe behaup⸗
tet habe, und nicht verfolgt worden ſei. Dies neit
ſeinem Gewinne in Verbindung gebracht, ließ auf eis
nen obigen Sieg fehließen, von deffen Nichtigkeit,
man am fotgenben Morgen außer Zweifel sera |
tue ‚
Der ſchwer verwundete Daun war. noch vor
der Entfgeidung- des Kampfes nach Torgau ge -
gangen, um fich verbinden ‚zu laſſen. Als er nach
9 Uhr Abends von feinen Generalen vernahm, daß
die Preußen die. Hauptbatterien und die hoͤchſten
Huͤgel, von denen die ganze Gegeud beſtrichen wer⸗
- pen-tenmee, in ihrer Gewalt haͤtten, ſo hielt er die
zanze Armee für verloren, wenn fie in dieſer Stel⸗
“
—
tung ben andern Morgen erwartete; er befahl daher;
daß fie ſich ungefdumt unter dem Schuzze der fins
ſters Nacht über die Elbe zurüf ziehen follte, Dies
| geſchahe mit ſolcher Stille und Geſchwindigkeit, daß
die Preußen nichrs dadon gewahr wurden. Das
Rauſchen der Elbe diente Ihnen dabei zum Megweis
ſer. Diejenigen Preußen, welche nicht auf den Un⸗
hoͤhen ſtanden, irrten in großen und kleinen Schans
ren theild im Walde, theils auf dem Kampfplagge
if freiem Felde herum, und trafın noch viele vers
einzelve Truppe der Oeſtreicher an, vom Denen keis
ner waßte, wer Sieger oder Beflegter ſei. @ie-
tappten in der Finſterniß, Rürgten über Leichen, fles
un in Gehen, riefen auander zu, konuten aber |
Rs on oft
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— 39% —
os vor dem Gebruͤlle der Verwundeten und dem
Aechzen der Sterbenden ihre Stimme nicht hören,
Es kam noch, zu manchem Kleinen: Gefechte, in⸗
dem man noch haͤufig auf Feinde ſtieß. Zuweilen
feuerten Freunde auf ihre Mitgefaͤhrten, weil fie
ſich nicht ‚gleich erfgnnten. Ganze Bataillone Dpfte
reicher, die ihre Armee fuchtenf, geriethen noch in
| Preußifche Gefangenſchaft. Hunderte erfroren im
der Falten Nacht, auf dem naſſen, eiſigen Boden
mit zerſchmetterten Gliedern liegend, Manche win⸗
den von gefuͤhlloſen Troßknechten und Weibern bee⸗
raubet, nakkend ‚ausgezogen und fo dem Tode ges
weibt, oft gar muthwillig getdotet⸗ damit ihre Raͤu⸗
berei nicht entdekt wuͤrde. Im Torgauer Walde,
welchen Friedrich vor der Schlacht durchzog, an
| deten die Soldaten eine Menge Feuerftöße An, um
welche fh Preußen und Oeſtreicher bruͤderlich lager⸗
ten, und dabei ausbedungen, daß ſich diejenigen,
von weichen man am andern Morgen hören wuͤrde)
daß fie befiegt wären, der: Ueberwindern-ohsie- Weis
gerung als gefangen ergeben ſolten. In dem nahe
» ander Wahlftate liegenden. Dorfe Elönich waren
alee Haͤuſer, Hütten, Scheunen und Ställe fo mit
Verwundeten angefuͤllt, daß Friedtich, der kei⸗
nen. vertreiben wollte, fein Lager in ber ‚Kirche aufs
ſchlug, wo er auf den untern Stufen des Altars
ſizzend und die ‚obern zum Tiſche gebrauchend bei:
einem ſchwachen - Lichtfcheine Depeſchen fchrieb,
Eilboten abfertigte,- Berichte enpfing „Befehle era
elite und danu einige Stunden Talemnene, |
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a. dem, neuen: Morger aforſchte und erfaßt er er
erſt die naͤhern Umſtaͤnde und die wahre Beſchaffen⸗
heit des Sjeges. Die Oeſtreicher hatten an 12000
.. Xobte und Verwundete; allein anf den Schlacht⸗
felde buͤßten ſie 8060 Gefangne, darunter 4 Gene⸗
sale und 2c0- andre Offiziere waren, ein, nachher '-
wurde noch mancher. von ihken gefangen, daß alfo
ihr Verluſt, den fie felber auf 11,009 Mann anga⸗
ben, gewiß noch einmal fo viel betrug. Außerdem
verloren fie So Kanonen, 27 ahnen und 20 Vons
u tons. Die ‚Preußen zählten 10,000 Todte mp .-
Verwundete, und vermißten 4000 Mann, welche
bie Deftreicher gefangen hatten. Daun wmfte ‘
wegen feiner Wunde die Armee verlaflen, er reifete
“mach Wien, wo ihn die Kaiferin, bie ihm einige.
» Meilen entgegen fuhr, mit allen Zeichen ber hochſten
Zufriedenheit und Achtung empfing.
Die Folgen dieſes Sieges waren fuͤr Friedrich
ſehr wichtig. Er erhielt die verlorne Oberhand in
Sachſen wieder. Torgau ergab ſich, Daums Ars
mee ward verfolgt, und bis hinter Dresden in den⸗
jenigen Winkel gedraͤngt, den fie.im vorigen Winter,
inne gehabt hatte, Es Fonnten mehrere Korps mach. -
Scehleſien, Brandenburg und Pommern abgeſchikt
werben, um dieſe Provinzen ven den Feinden zu
seinigen. Die Ruffen, welche fih nach dem Gchlas
pe Über. bie Deftreicher in. Friedrich's Naͤhe nicht fuͤr
ſacher ‚hielten, gaben den Gedanken auf, in der
Mark Winterquartiere zu nehmen, ſie gingen nach
VPolen, die San. nach hren Pommern und
*8.— 9 Lauden
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xaudon unterließ die bezwelte Belagerung von fr
ſel.“ Die Einnahme von Glaz war ber engige
WVortheil der Feinde von dieſem Feldzuge, die einzige
Frucht ſo vieler weggeworfenen Millionen, ſo vielen
-. vergoßnen Menſchenblutes, fo vieler Statsopfer.
Friedrich verlegte fein Heer in Sachen in die
Winterquartiere, und er felbit wählte feinen Aufent⸗
balt:zu Leipzig, um auszuruhen von einem Huns
deleben, wie er an vertraute Freunde fchrieb , weis
ches man fich. aber nicht merken laſſen dürfe, Zus -.
‚ sleich wollte er dem Herzog Ferdinand: näher
fen, um mit ihm gewiſſe Verabredungen
kreffen. I
Felbzug der Alltirten gegen’ die
Stanzofen im Jahre 1760 und im
| Winter 1761,
Treffen bei Korb ach d. 10. Zuli 17600.
Gefecht bei Emsdorf d.16, Juli.
Tin. bei Warburg d. 31. Juli, -
bei Kloſter Kampen dv 16. Oltob.
bei Langenſalzand. 15. Febr. 1761,
. be Grünberg oder Stangenrode
d. 21. Maͤrz. J
m Weſtfalen , Stiederfacfen, m nnd dem Obere:
rhein kaͤmpften in diefem jahre weit zahlreichere
Heere, als in den vorigen Feldzuͤgen. Beide Para
teien verſtaͤrkten ſich anſehnlich. Die Branzofen
ſtellten 125000 Many in's Feld, von denen der
⁊ ’
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od N - gt f
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Kuss =. 397 —
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Edhergeneral Broglio 8000 Mann Befeligte; =
30,000 Mann ftanden am Niederrhein unter der
Mufährung des Grafen St. Germain, und der.
Saͤchſiſche Prinz: Eaver hatte dad Nefervelorps _
von 15,000 Leuten, Auf der audern Seite erhielt
der Herjog Ferdinand eine’ neue Verftärkung von
. zcop Eugländern, bie vorigen, wurden vollzaͤhlig
gemacht, und fo belief ſich das Brittiſche Huͤlftorps
auf 20,000 Mann; die uͤbrigen Truppen ſollten
a4000 Helfen, und 26000 Hannobheraner, Braun⸗
ſchweiger und Buͤkkeburger enthalten: : wenn. dieſe
“alle, wie es aber kaum fein möchte, ‚ vollftändig
‚ waren, ſo enthielt das Alliirte Heer 70,000 Strei⸗
ter. Der Tod des Landgrafen Wilyelm’s VIII.,
der am 31. Jan.’ 1760 erfolgte, änderte in dem
kriegeriſchen Verbindungen nichts. Denn ſein Sohn
and Nachfolger Friedrich II. beſtaͤtigte alle mit
Preußen und England eingegangne Verbindlichkei⸗
ten. Da die Armeen erſt ſpaͤt in die Winterquar⸗
tiere gegangen waren, fo erdfneteri fie den Feldzug
"nicht frühzeitig. Der Erbprinz von Braunſchweig
blieb bis in den Februar Hei Friedtich in Sachſen,
dann fließ er wieder zu den Alliirten, welche bis |
tief in den Mai pin rubig in ihren Quartieren lagen,
und ſich bloß mit Streifereien und Eintreibungen von
Kontributionen in den feindlichgeſiunten Bisthuͤmern
begnuͤgten. Die Franzoſen hatten die Abficht, dieß.- - -
Fahr zuerfl ganz Heffen zu erobern und dann das
Hanndoverſche zu beſezzen. Der Herzog Ferdinand
ſtreugte alle Säfte, on, diefen Plan gu vereiteln;
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a er 398. —
aber fo můͤhſelig and groß fein Eifer war, PB |
„ ‚glöfte ed ihm im Ganzen nicht pöllig, Schon die -
erſte Hauptunternehmung ſchlug fehl. Der Graf
St. Germain ging am 16. Juni bei Duͤſſeldorf
"über ben Rhein, und am 24, Did Dortmund, wo er
‚ bie zum 4, Juli ſtehen blieb. Jezt erhielt er Bes
18— nach Korbach in's Waldekſche zu rüffen,
und ſich dort mit der Hauptarmee Broglio's zu |
vereinigen, um geweinſchaftlich Heſſen zu uͤber⸗
ſchwemmen. Dieſe Bereinigung wollte Feidinand
verhindern er ſchikte daher den Erbprinzen mit dem
Vortrabe voraus, und folgte ihmmit der ganzen
Armee nad), Der: Erbprinz kam aber. zu fpät,
" St. Germain hatte ſchon am 10. Juli Morgens? die .
engen Paͤſſe von Korbach zuruͤkgelegt, ‚und die Ebue
erreicht. Auch Broglio eilte mit den Spizzen ſeiner
Kolonnen herbei, und ſiellte fie in Schlachtorduung
während‘ die übrigen. Truppen noch im Yumarfh
“ begriffen waren, Der Erbprinz kam eben von Sachs
fenhaufen an der Ebne au, und da er die in den '
Paͤſſen und Waͤldern verborgnen Franzoſen nicht
ſehen konnte, fo ‚glaubte‘ er bloß ein Korps von
St. Germain vor ſich zu haben; er griff bemnach
“an; aber von. Broglio und St, Germain zugleich
- betämpft, mußte er fich bald zurüfziehen. _ Bei dem
Ruͤkzuge gerieth die Engtifche Infanterie in folche:
Verwirrung, daß fie der Erbprinz uur au ber Epizze',
> zweier Dragoner-Regimenter vom Untergange vers
ten konnte. Da er der lezte auf dem Schlachtfelde
war, ſo wurde er ſelbſt, don nur leicht, verwun⸗
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7 det. Er verlor 644 Todte und Venwundete, 179 f
. Gefangne, 12 Kanonen und 4 Haubizzen. Die . DI
z Franzoſen rechneten ihren Berluf auf 700 Mann.
Der Erbprinz ertrug ſeinen Unfall mit Unwillen,
und wartete auf eine Gelegenheit, den Feinden Ab⸗
bruch zu thun. Dieſe zeigte ſich in wenig Tager
Die Franzoſen hatten zu Emsdorf unweit Kirche
- hain einen Poften von 3000 Mann fliehen, welcher
Ihre Baͤkkerei bei Marburg deffen follte, Der Erb⸗
prinz beſchloß Died Korps. aufzugeben. Er uͤberfiel
fie Morgens gm 16. Juli fo unerwartet, daß. Teinex.
etlam.” Die Franzofen hielten den Prinzen um
wenigſtens 6 Meilen. von fich. bei Sachfenhaufen ents -:
* fernt, und waren eben mit Fleiſch⸗ und Brotvere - ı
. ‚theilungen befchäftigt, als fie im Ruͤkken durch Ka⸗
nonenſchuͤſſe augegriffen wurden. Der Geyeral
Glaubiz, 178 Offiziere und 2482 Gemeine
wurden ‚gefangen, 8 ‚Kanonen, 7 Fahnen, 400
Pferde und das ganze Feldgeraͤthe erbeutet, nachdem
die uͤbrigen getoͤdtet waren. Der Pring verlor 36
Mann, und verſchafte ſich wegen der Korbacher Nien
derlage eine glänzende Genugthuung. Broglio
wollte es nicht lange bernach mit einem Korps des
Hannöverfchen General Spörken eben fo machen.
‚Ba wäre ed ihm gelungen. Uber Spärken zog
ſich eiligſt zuruͤk y und nur wenig vom Nachtrabe fies
fen in Zrangöfifche Gewalt. Jezt war die rechte
...Blanfe des Herzogs Ferdinand bei Sachfenhäne .
fen entbloͤßt er mußte ſich daher gleichfalls quf
der Landſtraße nach Kaſſel hin zurͤlziehen. |
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Der
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— vw . — Pr 400 ’ nd "
B ” . . ,
Der Herzog 8 rogkic ſchikte hierauf ven Nite
ter Da Muy, welcher flatt bes aus Misdergnüs .
gen abgegangum Grafen St. Germain kommans
. birte,. mit 35006. Mann.Über die Diemel, umfih
vei Marburg im Bisthum Paderborn feftzufeggen,
. Und dann Weftfalen zu erobern. Jezt mußte Fers
Dinand von 2 Mebeln eins erwählen; er mußte- =
die Franzoſen entweder ruhig nach. Weſtfalen, ever
ungeſtort nach Kaffel gehen laſſen; eins wohl, aber
nicht beides zugleich konnte er verhindern. Die
I Ueberlaſſung von Weſtfalen ſchien ihm das gefaͤhr⸗
Wlichſte; drangen die Feinde dort hin, fo fill am Eude
Heſſen doch auch in ihre Gewalt, Diefer Umſtand
heſtimmte ihn, ſi ſich dem Eindringen der Franzoſen
in Weſtfalen als dem größern Ungluͤkke zu widerſez⸗
zen, und folglich das Heer des Ritters Du Mup
tiber die Diemel zuräfzunverfen. Der Erbprinz von
Braunſchweig mußte die Franzoſen bei Warburg _
- Morgens am 51. Juli angreifen, welchen Anfall
Serbinand mit feiner Armee unterftäzte, Obgleich
die Franzoſen von allen Seiten, von vorm und im
Ruͤkken beſtuͤrmt warden; fo hielten fie den Kampf
doch lange muthig aus, und wehrten ſich hartnäffig,
bis der Lord Granby mit der Euglifchen Neiterei,
der einen Weg von 2 Stunden im Trabe gemachr
. Hatte, herbei Sam, und die ſchon etwas in Unord⸗
mmng gebrachten Sranzofen vollends zerfprengte; bie
Kavallerie eutflohe durch die Diemel, aber die Sus
fanterie, die ein gleiches thun wollte, ertrank theils
im gluſe, theils wurde ſie gefangen. Sie verlo⸗
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“4 3£ —ã 46 ame: und: viele gehnen; |
uch ;” welche "ver Voitheil der Lage für ſich
atten, büßten nur a206 ati Todten und Verwunde⸗
— din.“ Serdinan 'b° "erreichte. feine Abſicht, er
Verwehtke ven’ Stangofen' das Eindringen nady —
faͤn dafür Aber sing frelllch Syeffen verloren. Au
Demfe en "Tage , on welden "Du Muy geſchlagen
Wurde‘, nahm Brogfiv Kaffel’em, "welches der
Genre Kielmansegse, der mit godo Mahn nahe das
bet in einem verſchanzten Lager Rand, [gegen 80,000
ZFranzoſen unmoͤglich dekken kountẽ, und ſich daher,
naͤch Manven ‚zurüfzichen mußte. Er ſaͤhe ſich
Awer baid gendthigt, noch weiter zu weichen, worauf
der Prinz‘ Kaper Sörtiwgen;: Nordheim und
Eiimbet "mit Franzofen beſezte. Da fidy leztre
endlich näch’miehrern heftigen Anfällen ber Heſſiſchen
v
eflung Ziegenhain ‚mit 800° Alliirten den ’ 1, \ .
uguſt bemiachtigten, fd kamen fie zum Beſtzze von
‚ganz Hefſen, und konnte‘ ungehindert in's Kurs
< fürflent han Hannover, Aus welchem Zaver wieder
hatte weichen muͤſſen, eindringen; doch über den
Anſtalien hie zu verfloß der Auguſt und ein Theil des
Septembers, woran hauptſaͤchlich der Mangel an
unterhalt für ein fo-großes Heer Schuld war. Es
ſtelen daher nur Heine Gefechte vor. Das bedeus
rendſtẽ hiervon war ein naͤchtlicher Ueberfall, wels
chen der Erbprinz von Warb urg gegen das Hefs
fifche Städtchen Zierenberg am 5. Sept, gluͤkllich
ausfuͤhrte. Er uͤberraſchte einen Franzoͤfiſchen Vor⸗
poſten eine halbe Meile vor der Fronte ihrer
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“ ‚ und führte: eben ſo viele „mit ihrem Oberſien
und 36 Offizieren gefangen mit fich foxt.
In der Mitte des Septembers rüfte. Broglip mig
5 einer ſtarken Abtheilung feines Heeres tief in’ Sr
tingſche „ließ Goͤttiugen mit hohen Werfen, von
Erde befeſtigen, und zu Witzenhauſen ein. ießes
Magazin anlegen, in welches das Eichsfeld, das
Herzogthum Gotha; und ‚ein Theil von Franken
Vboraraͤthe liefern mußten; weil er ſich hier den gan⸗
zen Winter zu behanpten gedachte. Dabei war es
Abm hoͤchſt verdruͤßlich, daß der Herzog Ferdin and‘
ſeine fefte Stellung an. ber. Diemel verwahrte. Er
bemühte ſich daher, bei, Weſel eine beſondre Armee
zu ſammeln, und ſelbige gegen den Roͤkken des Her⸗
doss zu ſhhilken. Ferdinand, per bied,meräte, .
kam ihm zuvor. Er ſandte den Erbprinzen
wit 15,000 Mann ‚an den Niederrhein, um die
J Zranz dſi iſchen Abſichten zu vereitelen, und durch bie,
Belagerung von. De el eine wichtige Ser ion u
or. v
gm 1. Dftob. die Selen von. '5co, * zu
Kleve gefangen. Darauf ſchloß er Mefel ein, und
. Tieß'den Grafen Wilhelm von Büfkeburg mit dem
ſchweren Geſchuͤz von. Bielefeld herbeifommen.
Aber wegen der. vom. Regen verdotbnen Straßen
tonnte bie Artillerie nicht. früh genug anlangen,
Broglio gerieth uͤber die Gefahr, worin Mefel °
ſchwebie, ig, große Being; ging dieſe Befung “
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— her fa-ähıte fine‘ Gemeiaſchaft mit‘ dem Nie J
derrhein auf, alle Magazine vom Rheine her waren
bverloren, und die Franzoſiſchen Provinzen -beftändis
gen Beunruhiguugen ansgeſezt. Er befahl daher
dem Markis won Kaſtries, der am Niederrhein kom⸗
| mandiric mit feinen 30,008 Mann eiligſt heranzu⸗
rwutten. Dieſer marſchirte bie Meurs und Rheinber⸗ 3
gen, und nahm eine feſte Stellung. Der Erdpring
Heß emige Bataillone vor Weſel, und ging mit den
uͤbrigen Truppen, die nicht der Haͤlfte der Icanzoſen
gleich waren, nach Rheinbergen zu, um bie Geinde,
‚weiche ſtoiz auf ihre Ueberzahl, wie er wußte, die
gewöhnlichften- Borfichtöregeln vernachläffigten, in u
vder Macht des 16, Oktob. zu uͤberfallen. Er ftieß
nad: 3 Ahr in der Nacht auf die Worpoften bes
‚Kifcherfihein Korps bei Klofler Rampen, welche,
aufgehoben wurden. Died Korps war num abges -
ſchnitten, ward bald geworfen, und in Verwirrung
gebracht. Das Schießen machte den linken Flügel
„ber. Sranzofen, welchen der Erbprinzen zu überfallen
gedachte, aufmerkſarn, und bie beidenmüthige Aufo⸗
spferang eines Franzoͤſiſchen Hauptmanns warnte
feine ſorgloſen Waffenbruͤder. Dies war der Ritter
von Aßas, Offizier des Regiments Auvergne. Er,
vbefehligte ein Pilet in dem Walde vor Kampen⸗
broek, und ging allein voraus, um zu ſehen, was
die gehörten Schuͤſſe zu bedeuten Hätten, Ploͤzlich
untingten ihn die Englifchen Grenadiere, und droh⸗
ten ihm niederzuſtoßen, wenn er einen Laut von ſich
- sähe, ed, 398 aber das Wohl feiner Kriegsge⸗
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lahrten und den Ruhm feines. Waterländeb feinen
" eignen Leben vor; unerfchroften vief er mir lauter
— Stimme: „hierher Auvergner! hier ſind Seinde!
Gogfeich flärzte er von Bajonetflichen durchbohrt
zur Erde nieder. ; Durch den Lärm erwelt, eilte bed
General Segur mit einem Bataillon herbei; er wur⸗
btoek eigehemmen hatten, gefangen genommen,
. aber bie: Franzoͤſi ſche Armee erhielt durch das Gefeche
dabei Zeit, ſich in Ordnung zu ſtellen. Es räften -
inmmer frifche Truppen heran, das Gefecht dauerke
bis zum Mittage, der Erbprinz wurbe wieder de
wundet, ‘und Eonnte bie feindliche Stellung wicht
überwältigen. Er zog fich. unverfolgt vom Seine
“ Mit Ordnung zurüf, hatte einen vornehmen. General;
den Baron Wraygel, und einige Hundert‘ Franzo⸗
+
fen gefangen , doch laber 1600 Mann verloren; den"
feindliche Verluſt betrug 2600 Mann. Die Franzo⸗
ſen hätten die zerrifne Rheinbruͤkke ganz jerfidren,
und den Erbprinz in große Gefahr bringen tönen.
Er ſahe did Gefahr ein, waudte fie aber mie Liſt
und Muth ab, Er fiellte ſich in Schlachtorbuung
als’ wollte er bie Feinde von neuem angreifen. Die
Franzoſen rüfteten ‚fi zur Gegenwehr, und vera
u ſaͤumten daruͤber die Gelegenheit, den Alliirten zu
ſchaden. Leztre ſtellten unterdeſſen die Bruͤkke ber,
v
_ zogen ſich Über den Rhein zuruͤk, und heben die Be⸗
lagerung von Weſel auf. Auch Kaftsi es ſezte über —
den Strom, beide Heere bliebenfüber einen Monat
—
unweit Weſel einander gegen aͤher ganz ruhig, bis
un ‚Ras
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- Ye zwar von den Allirten, bie das Dosf Kampen⸗
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— Er
Ra am' 2. Hoc. über den Mein ie
Bing, und der Erbprinz die Winterquartiere bezog.
“5 Die ·beiden Hauptarmeen verhielten ſich indeſſen
rrhig, doch war der Vortheil auf Seiten der Ftan⸗
eſen. Dieſe befeftigten ſich in Göttingen, ben
herrſchten ganz Heſſen, und behnten fich über das
v.
—
Eichsfeld hin bis Thuͤringen aus. Das Hauptquar⸗
I tier war in Kaffel, der größte Theil ihrer Truppen
lagerte zwiſchen der „Zulde und Werra, Stainville
ſtand bei Gotha, und Raver's Saͤchſiſche Hälfes '
truppen befanden ſich zwiſchen Treffurt und Eiſe⸗
nach, unterhielten mit ber Meichdnrmee eine Ge⸗
meinſchaft, und bedrohten ſelbſt die Preußen, Got⸗
tingen gab der ganzen Stellung Haltung und m 0
"ruf, und ‚wurde dafer von ben Franzoſen fo ernſt⸗
ch befeſtigt, und auf.5 Monate fo reichlich ver -
forgt, daB die Verfuche Jerdinand's, diefen Ort.
durch Gewalt oder burch Hunger zu erobern, ſchei⸗
. - terten, und für das Jahr 1760, alle Unternchmum⸗ |
geh geicplofien wurden.
Jedermann hielt den Feldzug für geendigt. Aber’ |
Ferdinand's Fühner Geiſt entwarf den Plan, die
Franzoſen mitten im Winter in allen ihren weit aus⸗
gebehnten Quartieren zu überfallen, und ganz aus
Deſſen zu verdrängen. ' Der König 8 riedrich gab’ _
dieſen „Entwürfen feinen Beifall, und ſchikte ihm
7o0oo Preußen: in dieſer Abſicht zu Huͤlfe. Wohl
vorbereitet brach Ferdinand am 7. Febr. 1761 in 54
Kolonnen auf, undfiel die Franzbfiſchen Quartiere'
on elle: Seiten an. ‚Die: erſchrolkenen Franzoſen⸗
J — flohen, J
J
|
Im Pr. —
flohen, ohne Stand zu. halten; Re — 9—
feſten Plaͤzze Göttingen, Kaſſel, Marbuig, Bier
„genhain hinter fich zuräf, fie raͤumten Heſſen, wis
hen bis an den Mgin, und bezogen zwifchen Granle
furt und Salmdnfter die Kontenirungöquartitte,
‚Die wenig befeftigten Poften gingen.alle Verloren,
die Franzoſen vernichteten ihre eignen zahlreichen
Magazine; aber die Alliirten folgten . ihnen fo
ſchnell, daß fie noch 5 große Magazine ber Zerſtd⸗
tung. entriffen; fo erbeutete.der Erbprinz au Herde
feld 80,000 Säfte Mehl, 50,000 Säfte Hofer
+,
and ı Milion Kationen Zen, Um biefe Vortheilg
. Au vergrößern, näherte fich der. Hanndverſche Gene⸗
al S pörken mit einen: beſondern Korpo von Du⸗
., derftabt ‚aus der Sächfifchen Graͤnze, um ſich mit
7ooc Preußen, welche Friedrich durch den Genen
ral Syburg abſchikte, zu vereinigen. Die in Tha⸗
ringen ſtehenden Franzofen, Sachſen und Reichs⸗
vdlker ſuchten dieſe Vereinigung aus allen Kraͤften
zu verhindern; es kam daher bei Langenſalza
ben. 15. Februar zu einem blutigen Treffen, Die‘
Sachſen, welche in Abweſenheit des Prinzen Raver
der Graf Solms befehligte, ſtellten ſich bimer der
Stadt in Schlachtorduung; die Franjoſen unter
Stainville ſchloſſen an ihren rechten Fluͤgel au; aber
gerade in dein Augeublik, wo es galt, da die Preu⸗
Bifchen Kanonen ſchon donnerten, zogen die Franzoe⸗
fen pldzlich vom Kampfplazze ab, und bekuͤmmerten
fh um das Gchikfal ihrer Bundesgenoſſen, der
Soden wicht vn. eigen. va —
r on J 3 7 De | vd
Ze TE . Fa.
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—E Bemogens gab der Sf Staincdille an, oo
Daß er fo eben vom Marſchall Brogli io einen:Konä
tar erhalten‘ babe, deſſen Depefchen ihm jedes ernfte
SGeſecht unterfagten. Die Franzofen eilten nach
Gerha, und die Sachfen inußten den Kampf. alles
wſtehen. Sie: wehrten ſich heldenmaͤſtig, aber fie
eruten ben geſchikten Angriffen der „Preußen und
. Miiren. an: von Flanlen und der Fronte nicht Imge
wiwerſteheu; fie mußten ‚mit einem: BVerluſt "od
gocoo · Maun aach Eiſenach, und von be mit 3urdb
Taffımg hoer Magazine zur Sromzöftfchen Hauptaws
wie fliefen, "Die Preußen machten allein 30 Off
leere 1200 Gemeine, wie Alllirten 53 Dffigine
rs: 7001 Bemeine zu Gefangen. :. Die Franzoſen
A vhaiiten. nun viele noch beſen gehaitue Poften ,. um .
Kärenmutfe frbunten Hore Ueberläufer gü den Dein
. KIN er 7 Mu: u
ana Hängen: Anbeffen bie. Vortheile der Are
daten) «fo ttumten fie ſelbige nicht „auf die Dane |
behanpten du din Zeunzoſen die Heſſiſchen —*
zen Kafſel, das Schloß Mar durg und
g8Zie genhain mod: in ihrer Gewalt hatten·
Broglio Hatte. zwar mit ber. großen Armee: Heilen
verlaffen zuabet bie genannten Seflungen nebft Obts
dingen' wir. ſtarken Beſazzungen und bintänglichene \
Werrtattz zw net: ſtandhzaften Vertteivigung verſehen.
| Beroinond. :hemähtk : fc: Daher, Die —A
Drie zu ervhern, uund feine: Siege zu ſichern; er
ffelite feine Amee fo, vaßt eĩ Marburg und Ziegens ⸗
‚mn! Welle, un. bie; "; Belagaum von sat
u u beiten
Cu See ar VE
‚408. — — use
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5 ge Der Sf on Vutteburs adfeen —
ben. por Kaſſel mitten in der rauheſten Jahreczeit
am 1. März, aber. dieſe fo wis hie andern Delager -
rungen. waren fruchtlos. Der Mangel. an Geihig
“welches. bei den verdorbenen Wegen. nisbt in srhl>
; igenüinzahl‘ herbeigefchhft werden, konnte‘, Di.Id
guͤnſtige Witterung, und ein: entſchlaſueraan
30,000 Mann tapfrer. Leute unter kögter. Kammmu
dant, Graf Broglie,;Brnver: des Marſchallg, one
eitelte das Unternehmen.DOeim Marſchall war: ale
lLes an der Behauptung ber: Feſtargen. ‚gelegemjint
bot daher feine ganze Kraft auf,: um die Plone Gene
dinand's zu durchkreuzen. ; Er: ‚209 vonn Niaderehei
eimne Verſtaͤrkung von 15000 Mann an fir, wanit
feinen Verluſt beim Ruͤt zuge erſtzte ie: ber Mitte
des, März war: ftart-geong ; much srl
er griff am 21. März eine Abtheilung der Mldapz
wor: dem Erbprinen bei: Gruͤmdb augt vi das
gsentode an, und durch das Tervaineſe wiemorch
-
Die: außerordentliche Uebermacht Ange .
fio. dis uͤber Die Ohm zuruk, wobei ſiq aucter Den
vielen Tobten,. blaß an Gefaugnen 2000 Mann
| werlofen,, unter denen. fh: her-größte: Theil: deö-wer
gen feiner Schoͤnheit bewunderten Braunfenueigie
| — Leibregiments befand. .- Diefer :Amfell; swerig
. bau Herzog Ferdinand, feine Abſichten aıfzuges
ben; er zog ſich mit ſeiner Armee, noch Naderborn;
und die Zraugofer nahmen bie verinnnen Peftenn in
Heſfen wieder „ein. Der einzige Neuxn, welchat
ms, gerdie aud's Rage Kufstein uk
ſpraus.
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ingebut. hatten. und deswegen bis zu er Dh.
. Juni. gang unthätig in ihren‘ Quartjeren bfeihen
dadms des —R {m Jebe· 1701
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enuften .ameik.fie- zbigfe Zeit Aber: mit moſheſtü
——— Aıfadfign waren.
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| 2: "Srlebrid 3, Meiſch in. das ‚Roger. vom, Großz
Noffen d.22,.5ul.
———— Lager "bei. Baryeti, ven 16,
Ange Dis 9, Sept.
- Sriedrig ſahe in Leipzig dem geucn Fu
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PR; zwar mit. perſdalichem Günther aber doch mit
cruben Wliktlen entgegen. Ale Erbittei ung ſeiner Seins
‚de fleg,: ihre Gofaung zum endlichen Erßalge ihre
" Plans nahm zu, Therefie hätte. jegr. nicht einmal
mit Erlangung. Schlafien’s den Friedan / bewilliget,
Srird richs ganzliche Demuͤthigung ·blieb ihr Zwek,
den fie zulezt gu erreichtu meinte / weil Wreußen’&
u Huufs aurllen allmaͤhlig zu: verſtegen zunfingen;
Friedrich. ergänzte ſeine Arnice troz · aller Binden -
niſſe, welche ihm, die verweigerte Auswechslung der
Befangnew verurſachte; indeſſen. es. war nicht mehr
Dan. geühte Heer von 17573 ber Kern ſeiner Trupt
pen war vernichtet, der mehrſte ZH der alten er⸗
bproblen Ofßziert hingerafft; viele Regimenter hatten
Saum bie Haͤlfte der noͤthigen Befehlsahaber, und
in Ahle. Man Dr er
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Kenntniß ind Erfahrung. ẽSchon died veſtlunnte
den König; nicht mehr fohäufig , WIENn’Anfange,
zit Brpgeftf: det Schlachten‘ erh'Zuflddit zu veb⸗
, ern ; Tondern Teine ‚Kräfte zu fefehend® ind eutſcherre
denden Augenblikken zu fharen: " Re
audrer empfindlicher Verluſt, den er durch deu Tod
ftines toeueir, uwerfeohtterlichet fmabhaften ui
desgenoſſen, des Koͤnigs Georg's II. von England,
im Oltob. 1 760 erlitt. Sein Enkel und Nachfolger⸗
ber noch lebende Konig Georg IIE gab war dei
Antritt feiner Negierung gleich freundſchaftliche Gen
wnungen? für Friredrich zu erfeunen, und ver⸗
ſprach im Parlamente‘, ihn fernet kraͤftig zu unters
ünthen.uber ſein neuer: Mimſter un Guoſiliag,
dB use; ein ben Id unfähigers ul6 uhmärdiger
| Sraiömmiar; mußte ſein Zutrauen · bulde zum · Schaden |
- feiner rignen «Marlon und zum Nachtheile Preis
Ben’ zu mißbrauchru. Das Brutiſche Bolt ver⸗
deren Ring: Frieder ich mit ciathuſtaſtifcher Vor⸗
eb, und vernahm alle feine: Siege, beſonders
die leztern ‚bei Liegniz und Torgau mit eben
dem freudigen Taumel, wie die eignen; Das Var⸗
hanrent bewilligte Die Subſidien mit verrehrenvollen -
nspräften: „wie kbunen : die unerfpärterliche
„‚Saanvhaftigleit des Königs von Preußen, unſers
Bundeagenoſſen, und die unerfchöpflichen HUT
mittel feines Geiſtes wicht genug bewundern. Bon
„ganzem Kerzen, und ohne allen Berzug bewilligen
ir bie Hälfögelder zu - feiner- Unterftüggung“
Dem Miniſter Bute war: Diefer Dion vr
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Eimmine- des Wolle hochit zuwider, PT
vnf jede Art, und unı jeden Preis gFlieden, weil er |
2 feine Hafätigkeit nur imrieden verbergen zu Einen "
glaubie⸗ erwellte.den Köhig von Preußen zwingen,
ia jobs wich: air ſchaͤrlichſte Friehensbebingung ze
yeilfigen ;.. darum. fuchte er. tauſend Ausfloͤchte .-
Barwander am die Hälfögelder zuruͤkzubalten, ende
lich fhlägser' ſie gerade ab, und erlaubte ſich wahre,
Treuloſigkeiten. Friedrich fühlte. ſich durch diech
Betracen sief gekraͤnkt, doch verlor or kein Wort
wegen der · entgegen Dubſidien, ungeachtet ihn ned
Ausbleiben derſelben wohl druͤkte, und nebſt audeta
Urſachen mis zu ‚dem unangenchmen · Entſchluſſez
bloß nertheidigunaſsweiſe zu haudeln/ noͤthigte,
. Briedricd::heförgte indeſſen in Leipzig die Zud
Yhllusgen;, zum Kriegt wit Eifer, um derentwillen
mieſ⸗ Gadt vilt vieler Haͤrte behandelt, und zus -
Aufbetingung einer Gunmme. van 8. Tonnen Golpeh
gezwungen wurde, da man zuerſt 11. Tonnen gefor⸗
dert hatte. Vei:allem Woffengeröfe gab ſich Erin 1"
driĩch Snpfeieb den ſauften Beſchaftigugen der Kun⸗
. Be und Wifleufehuften-hin ; ex widenete täglich einige
Stunden ben -Wädern, der Muſik und den Gelehr⸗
en; Erich den Marlis D’Urgens zur Unterhal⸗
tung au ſich kommen, unb. zog den. gebildeten una
- gelehsten Oberſter Sruiesas. Jeilius zu diefen wilene
ſchaftlichen Untmrenungen. Auf deren Rath bee
vrach an ſich mit eingen Leiytieer Profefforen, von.
denen der ayniggige Gatſched, ihn im feinen Vorur⸗
theilen gagen Nie Ach Akızauıt. nus. noch .
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das Bekenntniß ablegte; dies iſt der vernaͤnſtigſke
unter allen Dentſchen Gelehruhrs Sol viel chochach⸗
sung Gellert in jeder Abſicht · verbieme ‚fo: wirds
Rch der Königreien dia 8Ehre aller Oeutſchen Gelehe⸗
ceen beleisigenden Ausdruk gewiß vicht: erlaubt · haben,
wenn rer nicht in gänzlicher Unbek antſchaft mit
allein, was Dentſche Geifteobltiunglberaf, dee
fen aim tan oe HL 2
Der Hanptplan: der geinde: war. HieiBersiniaung .
Ber ‚großen. Seftveichifchen und Wuſſiſchen Merre ie :
Scthleſien. Daun, ber wieder zur: Urek- zurat
kam,blieb in Sachſen. Laudon wunde me
U—— : Mann beſtimmt,die ſeit: q. Fahren beab⸗
Acctigte Bereinigung mit 69,006. Mann Muffen us - .
ger. Buttarlin,: des jer at Salti koſis den
Oberbefehl fuͤhrte, zu. bewirken; nd va
gu:erobeen, "Romanzowfoßtemis einet Minen - -
Muſſiſchen Armee Suerzin' oder Kolbor g eins
nehmen, und: ſich dadurch in Roninfern ·˖ ſeſtſezzen.
FGriedrich ließ ſeinen Bruder Bei nerch in
Sachſen wider Daun; u. er ſalbſt King Im Mat
nach Schleſien, um die Vereinigung der’ Auffen und
Deſtreicher entweder: ganz ober. fo lange als · moͤglich
ga bverhindern. Seine Behutſanikeit die er daber
anwandte, wurde now Laubon fuͤr Eine Kriegkliſt ges
halten, um einen größen- Streich aas zufuͤhren, und
wider feine Gewohaheit ging er · deswegtn aulh · nicht
angreifend zu Werko, "bis die Nuſſen zu ihm ſtoßen
winden. Er Sb.» Bone Ing. in einem feſten
erkrankte Golz, y und flarb, als diefer nuͤzliche
“ Plan mit Gluͤk ausgeführt werben konnte. Zie⸗
4
Fe
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ol = . - }
hg = 1
dk ber: Veannau iiter dem Schonße der Behird |
tze flehen, ind’ vermied’ förgfältig eime "Schlacht;
Di. Preußiſche Generak &oTy beobachtete mit
12000. Mann bei Glogan die Bewegungin der Ruſ⸗
ſen.Friedrich verftaͤrkte ihn mit gooo Mann, und
gebot ihm, nach Polen zu räffen, um die einzelnen u
" - Haufen’ ber Ruffen- in ihren Quartieren abgeſondert
anzugreifen. Aber gerade im wichtigſten Zeitpunkte
ren erhielt: in gleicher Abſicht daſſelbe Konimande ;
" :"jepoch er kam zu ſpaͤt; bie Müffen Hatten 2 Tage vor
ſeinem Aufbruche bereits ihre ganze Macht zuſam⸗
=
J mengkzogen. Zieten drang zwar in Polen ein;
“ober der anfängliche Zwek war nicht mehr zu erreis
. den, und’ Srtedrich rief ihn bald zuräf, um die‘
| Beffangen Brestauund Brieg zu delken.
Endlich brach La ud on aus den Gebirgen her⸗ -.
vor, "und verfehiedne Umſtaͤnde, als die verſuchte
Anlegung großer Mogazine in Oberſchleſien, leßen
den König vermutfen, daß die Vereinigung der
Ruſſen und Deftreiher in der Gegend bei: oder um‘
Oppeln vor fich gehen füllte, Laudon hatte auch
wirklich bie Abfiht, zwiſchen Reichen bach und ·
Nimptſch vorudringen, und ſich nach der Oder⸗
hin zu ziehen. Allein Friedrich kam ſeinem Pla⸗ u
ne durch Eilnaͤrſche zuvor, indem er den Weg nach |
GBiegerot von 43 Meile an einem Tage zuräffegte, |
„and bie Defteicher durch fein Dafein an einem Orte,
wo fie es nicht erwartet hatien, in Erſtaunen
a - kun
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or J De DE
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tn. Damned). machte 2a adan. Foßalten, voch
Dyppeln zu marſchiren, und ließ am a1. Juli gu diey
lem Zwek das Lager auf den Höhen von Gr oßene
Noffen abſtekken. Das wirkliche Einräffen der
Deſtreicher in ſelbiges kynnte ‚und, wollte Friedrich
nicht zugeben, und wenn er es auch durch die blu⸗
tigſte Schlacht verhindern muͤſtte. Dieſe war jedoch
u wicht nöthig. Durch einen hoͤchſt kuͤhnen und ges
faͤhrlichen Marſch im Angeſichte einer ‚ihm. weit
| "überlegnen Armee erreichte er den Vorſprung, be⸗
ſezte am 22. Juli das Lager von Großen » Nofs
. fe a, und zerfchnitt auf diefe Art den ganzen feind⸗
lichen Entwurf. Laudon ſchikte einen General an
die Muffen, um. einen neuen, völlig abgeänderten
Plan zu verabreden. Die Ruffen uͤbereilten ſich das
Rei nicht, ſie marſchirten mis ‚einer Langſamkeit,
welche nicht nur thten Bundeögenoffen, fondern ſelbſt
den Feinden auffiel. Sie zogen feinen Tag über -
Meile weiter, und machten uoch wiele Ruhepauſen.
Am 24. Juli waren. fie erſt aach Nams lau ges
| Toramen ‚ von wo fie noch mehrere Märfche bis Op⸗
ein hatten, Die Bereinigung follte sun in Nies _
u Verfälefien, gefchehen. Die Rufen, die noch
nnier jenſeits der Oder waren, zogen alſo wieder
zuruͤk, bombardirten im Vorbeigehen die Dominſel
‚von Bres lau einige Stunden lang, und ſchlugen
bei dem Kloſter Leubus eine Schifbruͤkke, über
welche fie den ur. und 12. Auguſt den Dderuͤbergang
gluͤklich vollbrachten. Friedrich wußte und erfuhr
hiervon ie weil bie bemmmſchwäemaden Koſa⸗
Seh, '
Fi \
Is
| 415.
ken, 2. und de tr —* umd d Absifegten Miete u
regeln der Feinde Ihn ale Nachrichten zu entziehen
⸗
And all⸗ — — zu verbergen wußten, Ohne⸗ u
. -
dem harte, — Körlig ſein Hauptaugenmerk auf fans
don gerichtet, and bemühte ſich, ihn theils durch
Liſt, rhejls durch ſchnelle Maͤrſche in eine Inge zu
bringen, daß es zu einer. Schlacht kommen moͤchte, u
öye die Ruſſen da wären, ° Umfonft. Laudon blieb
unberveglich in den Gedirgen ftehen, und ‚beuahm
ſich po meiſterhaft, daß die ſeit 4 Jahren eingeleitete
Vereinigung mit der Hauptmacht der Ruſſen endlich
bei Striegau vor fü fh ing.
- Karakteriftiich ift es an dem großen Könige, vB.
er während aller ‘der Unruhe, die ihm die Drohuns
gen der Feinde, die kuͤnſtlichen und ſtets abwechfelns
dent Märfche,und die Zerſtreuungen der abgehenden und
ankommenden Kouriere verurfachten, feine Geiſtes⸗
freiheit ſo zu behaupten faͤhig war, als ob er im
einſamen Studirzimmer ſaͤße; er las, durchdachte
und benrtheilte die philoſophiſchen Schriften des
Peter Baffendi Y und theilte feine' Bemerkun⸗⸗
gen daruͤher ſeinem gelehrten Sreunde D DArgens in
, weit⸗
9) ) Die Mann von weitlaͤuftiger und ſeltner Gelehr⸗
ſamleit war der Sohn geringer Landleute, in einem
- Heinen Steffen bei Digne in Provence 1592 gebos
‚ren, und mit ſolchen Talenten ausgeruͤſtet, daß er
ſchon im 16. Jahre die Profeſſur der Beredtſamkeit
‚am Wr erhielt; er ſtarb als Doktor der Theologie und
"Sanonikus zu Digne 1655. Er zeichnete ſich durch ſei⸗
ne. gründlichen Keuntniſſe eben ſo ſehr als durch Arenge
—
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eitläufiigen riefen mit. F— Beriigten Pr
h n und Deitreicher zogen ihn, aber ‚non den Spizfin⸗
u digkeiten und dem Tiefſinn der ſpelulativen Philo⸗
ſophie bald zum Nachdenken uͤber die Gefahren bes
Stats, und warfen ihm Einwuͤrfe anderer Art hin,
die ſchwerer zu widerlegen waren, als die Ideen
gruͤbelnder Vernunftweiſen. Er ſtand mit ſeinen |
48,000 Mann Bei Bunzelwiz, eine Meile von
hweidwiz. Die feindlichen Armeen 130,000.
Mann, enthaltend, umizingelten ihn, in, einer halben
- Mondd e Krümmung," ‚' wobei ihm. nuf, der Ruͤlken
sah Schweidniz zu frei blieb. Noch nie war feine
> Sage fo gefährlich, gewefen. Cine Schlecht v.fonft, -
fein Rettungsmittel,, fonnte ihm jezt nicht helfen.
Der Sieg war von geringem Nuzzen, und bie Nies
bderlage mußte ihn ganz verderben. Er vermied da⸗
her jeden Angriff, forgte aber auch dafür, daß er,
wenigſten ohne Tollkuͤhnheit nicht angegriffen wer⸗
- den. Tonnte, Er verwandelte fein Lager in eine.
Gefehung, © er kt zeigte die Sees wo die. '
Werke
ua, zeine Sitten und edle Einfal any. und \
= wurde vom dem Kreiſe des Volks, in welchem er lebte,
faſt alis ein Heiliger verehrt > oh ihn gleich die‘ Sor⸗
> bonne mu Paris für einen Gottesläugner haͤmiſch ſchalt.
Am merkwürdigfen iſt er dadurch, daß er die Lehrfäge
Edpikurs vertheidigte, ‚vermehrte und in’ Zuſammen⸗
Yang brachte, dasjenige jedoch, was mit der chriflie
chen Religion unverträglich iR, verwarf, und abänders
te. Gein Haurtwert iſt: ee Philofophiae
“ Epicuri,
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| | Werke angelegt h werden fon: und dieſe Werſchan⸗ J
zung hatte etwas ganz Außerordentliches, und wur⸗
de. mit bewunderungswuͤrdiger Geſchwindigkeit mach
Tempelhof in 8, nach andern Schrifeftellerg.gar ig
3. Tagen vollenden. Der Bezirk > in, welchem die.
Jufanterie ſtand, machte eine Kette von zuſammen⸗ \ |
hängenden Befeftigungen aud, ‚Gräben van 16 Fuß
Tiefe und gleicher Breite, und 24 Batterien mit.
300 Kanonen vet. Armee und mit 1350 Feuerſchlan
den ans Schweidniz deſezt, ſchuͤzten die Umfangälte
ien. Vot ihnen wurden Palliſaden eingerammn,
Sturmpfäple ‚gepflanzt, Spaniſche Reiter geſtellt,
und 3 Reihen Wolfsgruben, jede 6 Fuß tief degran
ben, Dabei blieben jedoch einige Zwilchenränng
durch welche die Kavallerie gegen den angreifenden
Feind ſprengen, und die Infanterie Ausfälle had
Konnte, Einige Gegenden ded Lagers waren durch
Moraͤſte, Andre durch das Striegauer Waffer, noch
vndre durch den Nomnenduſch, den Verhakke beſe⸗
ſtigten, geſchuͤzt, Innerhalb des vagers dienten
verſchanzte Hügel zu Baſtionen, und Auf dem linken
FZluͤgel ver Waͤrbener Berg zur Citadelle. Jede Battes
Nie hätte neben fich Noch 3 Ziatterininen vder Gruben, \
die mit Pulver, Kugeln, und Grauaten gefuͤut, und
durch Möhren fo verbunden waren, daß ſie jeden
Sugenbliß geffrengt werden - konntem. Es gab
Überhaupt 182 ſolcher Minen, ' Die ‚Zugänge
zum Lager waten ohnedem daurch kleine Baͤche
"mb. ſumpfige Wieſen durch die Natur u
.. ſchwert.
vein⸗ Br. Seſc. RT. Mh. .@ d) Tre
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"Run ber‘ angenfäpeitichften Gefahr wollue
Laudon dennoch das bedenkliche Wogeftüf verſ
ben; nur nicht allein; die Ruſſen ſollten eine Haupt⸗
Feldmarſchall Butturlin durchaus nicht zu bewer
gen. Um ſich gegen alle Verantworilichkeit za
hſichern, hielt er Kriegsrath, und dieſer erklaͤrte feis
nen Wuͤnſchen gemaͤß die Beſtuͤrmung des Lagers
fuͤr perwegen. ‚Nur dann, wenn Laudon angegrif⸗
fen wuͤrde, follte ihn eine Ruffifche Abtheilung, wicht
einmal die ganje Armee unterftügzen; ; griffe er ſelber
ni entfernen und dann erft zu einer Schlacht nöthie
u volle beim Angriff überneßmen, Dazu war aber der
an, fo verweigerte man ihm̃ allen Beiſtand. Die
Ruſſen glaubten, den Koͤnig durch Abſchneidung
aller Zufuhre und enge Einſchließung von Schweid⸗
gen zu koͤnnen, wobei fie nicht bedachten, Daß es N Ä
nen ſelber bad. an Unterhalt gebrechen muͤßte, de
ſolche Koloflen von Armeen in dem Umfange: einiger
u. x Meiten numdslich lange verproviantitt werden
Tonnten,
paͤkke unter bie Kanonen von Echweidniz geſchikt, und
erſt am Morgen wieder geholts Alle Regimenter
ſtanden die Nacht hindurch unter Gewehr; Kavalle⸗
. rie und Artillerie in Schlachtordnung. Friedrich
elber hielt ſi gi in einer- Eder äußerfien Schanzen auf,
und
\, ⸗
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un”
\ "Dem Kdrig war die Abneieng ber Roffen gum
Kampfe unbekannt; er-Befürchtete jede Stunde; vor⸗
nämlich zur Nachtzeit einen Angriff und Sereitete ſich
ſtets dazu. Un jedem Abende wurden Zelter und Ges -
x
und ruhete nur Haufenweife auf Eis, zuweilen Eu
auf dem Erdboden. „Nehmt heute ein Bund
Grob mit, fägte er einft zu feinen Begleitern ‚da
„er in bie Schanzen ritt, damit ich ‚nicht wieder,
„wie in den vorigen Nächten, auf der bloßen Erde
— „liegen darf” - An Brot. Ike die Armee keinen .
Mangel, weil fie damit, and. den Schweibnizzer
\ Maͤgazinen hinlaͤnglich verſorgt ward, Aber ſonſt
fehlte es an allen Bequemlichkeiten und an Lebens⸗
mitteln beſſerer Art 3. B. ‚an Gemüfen, Fleiſch und j —
geiſtigen Getraͤnken. Friedrich konnte ſich man⸗
cher aͤngſtlichen Sorgen nicht erwehren, und wurde
feiner ſelbſterwaͤhlten Gefangenfchaft in biefen be⸗
feftigten Kerler bald überbräßig. Einmal’ wurde
er auf feinem nächtlichen Strohlager fo mißmuͤthig,
daß: ‚er, in laute Klagen gegen Bieten ausbrach, ea
and den Heldentod als den einzigen Befreier anſah.
Zieten ſuchte ihn mit der Hofnung eines guten Aus⸗
gangs zu troͤſten. Zriedrrch, des Gemeinſpru⸗
ches uͤberdruͤßig, fragte ihn ſpottiſch, ob er etwu ehe |.
nen ueuen Allirten bekommen hätte? Nein, auta
wortete dieſer entſchloſſen, ‚ aber ver alte dort dben,
der dverlaͤßt und nicht, Jedoch diefer, fuhr Friedrich.
Fort, thut ja Feine Wunder mehr, Die braucht's
- auch nicht, verfezte Zieten , er flreitet für uns und
laͤßt und nicht finfen. Die fromme Zuverfiht des
’: ehrwätbigen Helden- ‚sur Borfehung ging bald in Erz *
fuͤllung. Ohne Wunder führte Friedrich fein Heer
- auf eine ehrenvolle Art aus dem verſchanzten Ge⸗
reiten und. freubig rief er feinem Troͤſter ent⸗
De 2 = Ne u
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ro
— 420 —
J gegen: . & hat doch Bet aehabtz {eig aueter
| ‚hält Wort.
J Nachdem die Armeen einander 20 Tage lang
lauerob beobachtet hatten, fo zwang fie.der Hunger
“zur Aufhebung der Blokade. Der Scheffel Roggen
oſtete 15 Thaler, Die Oeſtreichet konnten Ihren
Alliirten kein Brot mehr anfchäffen. Den Rufen
wurde dieſe Noth unerträglich. Die Nachricht, daß
ein Preußiſches Korpo Hinter ihrem Ruͤklen ihre Pol⸗
niſchen Magazine zerfiören wolle, bewog ſie vollends
zu dein Enthlufe, fih von den Deflteihern zu
rennen. GSie ließen bloß 20,000 Manıı unter
Ezernitſchef zuruͤkz mit den Übrigen Truppen bra⸗
chen fie am 9, Sept. auf, zogen bis Jauer, und.
ſodann über die Oder. Bald erführen fie; daß die
Abſichten des Preußiſchen. Korps auf ihre Vorraͤtbe
J gelungen waren. Der General Platen hatte bei.
BGoſtin in Polen eine mit 4000 Ruſſen befegte Bas
| genburg erſirmt, 1900 Mann gefangen, 5000
| Wagen erbentet , uud 3 ‚Magazine zeritörts
7 Der Abzug der Ruffifhen Hauptarmee erregte
den froheſten Jubel im Preußiſchen Lager; die Vers
fihanzungen Wurden niebergeriffen , die Minen aus⸗
‚geleert, bie Wolfsgruben zugeworfen, die Schweid⸗
nizzer Kanonen in die Feſtung zuräfgebtacht; die.
@emeinfchaft mit dem pfatten Rande war hergeſtellt,
und die Armee erhielt die fehlenden Nothwerdigkei⸗
ten wieder.
Friedrich blieb noch 14 Kage bei Schweid⸗
niz ſtehen; dann aber entfernte er ſich um 2 Ta⸗
I >
ro .n I,
x - a
— at
eenlace weit bis gegen Manſterberg hin, theild, |
"weil ihn die endlich abnehmende Zufuhr an Proviant
dazu bewog, theild, weil er.bie etwas Zurüfgegangs ' :
wen: Deftreicher noch weiter von der Feſtung entfers.
wen und zu fich Hinloffen wollte. Diefe kurze Ents
fetnung ward die Veranlaffung-zu der einzigen wich⸗
tigen Unternehmung der Feinde in dem diesjaͤhriger
"ganzen Feldzuge, die für den König. unangenehme
Folgen hatte; waͤre er bei Schweidniz geblieben, fo
wäre das Jahr gewiß thatenlos hingefloffen. kau⸗
Yon entwarf den Tühnen Plan, während der Ab⸗
weienyeie Friedrich's die Feſtung Schweibniz
durch eine gewagte Meberrumpelung zu erobern;
denn. fie auf dem ordenslichen. Wege der Belagerung
einzunehmen, „war: fo gut als unmöglich, Daun
billigte dad Vorhaben: der Kalfer Franz I. davon
- benachrichtigt, verſprach die Nichtbefragung des .
Hofkriegsraths zu verantworten, Czernitſchef wollte
—
mit feinem ganzen Korps. Beiſtand leiſten. Lau⸗
. ben verbat dies, und ſuchte bloß um 800 außerles .
ſene Ruſſiſche — nach. Er war mit der
Beſchaffenheit der Feſtung genau befamt, weil fie.
im- Winter vom 1757 bis 1758 bereit in Oeſtreichi⸗
“
ſcher Gewalt geweſen war; hierzu kam, daß er mit
einem gefangnen Major, dem Italiaͤner Rocca, dem
wegen ſeines einſchmeichelnden Betragens mehr Frei⸗
heit, als ein Gefangner verdiente, bewilliget wur⸗
de, ein geheimes Verſtaͤndniß unterhielt. Durch
alle Umſtaͤnde beguͤnſtigt unternahm er in der Nacht
zum ı. Oltob. mit 20 Vatolllonen Deſtzeichern und
800
—
De
— 422 — on
geo Muffen den Charm, Der Preutiſche gem⸗
N mandant, Generat Zaftrom, ein treflicher Soldat,
‚aber gegen die Macht gewöhnlich ben Freuden der -
Tafel zu ſehr ergehen, war auch diesmal auf einem
Balle; und ob er gleich aus Vorſicht ſeine 3800
Mann Beſazzung indie Werke vertheilte, ſo hatte
er ſie doch ohne alle Verhaltungsbefehle im Falle
eines Angriffs gelaſſen. Daher Bam es, daß man
keine Reiter zum Forſchen ausſchikte, keine Leuchte
kugeln zum Ueberblik warf, Feine nachdtuͤkliche Ras
monade begann, Es waren freilich nur 191 Artille⸗
riſten zu 240 Kanoyen vorhanden, aber diefe bäte-
teen denn doch wohl mehr als 12 Schüffe, auf die
- fie ſich einſchraͤnkten, thun Tonnen. Die Feinde
langten unbemerkt Morgens 3 Uhr mit ihren 4 Kos
lonnen, die mit Stummleitern nnd Safıhinen gut
verſehen wären, bei ben Außenwerken an. Ohne
einen Schuß zu thun, ſtuͤrzten fie ſogleich in den bes -
deiten Weg, drangen mit gefaͤlltem Bajonet in bie’
Außenwerke, vertrieben die Beſazzuug, welche nicht
Swußte, auf welchem Yunkte fie eigentlich fechten
ſollte, und richteten nun die Preußiſchen Kanonen
"gegen ben Haupiwall. Die von Brandwein völlig
trunknen Grenadiere drangen wie Unfinnige imnikr
weiter por. In der Finſterniß fließen ſie nnerwar
tet au eine Tiefe: die Vorderſten riefen nach. Faſchi⸗
nen und. Leitern ; dies fchien etlichen Ruſſiſchen Offi⸗
zieren zu weitläuffig,. fie drängten die Hinterflen
- vorwärts, und ſtuͤrzten Dadurch ihre eignen Leute im
‚den Fr ‚ bis er pefuut n war, und die J
ber
zu: Kinder, wir muͤſſen die Feſtung erfteigen oder
umkommen! Das habe ich dem. Chef verfprenben, /
anfer Regiment führt feinen Namen ; laßt uns Wort
FE: — 23 — u _
\
Tonnen, Die Ruffen wollten. feinen Pardon geben,
. fonbern bieben alles ‚nieder. Ein Preußifcher Ar⸗
uilleriſt, der doch ſterben mußte, wollte wenigſtens
wicht allein. unterliegen er zuͤndete daher ein Puls
vermagazin an, und ſprengte 300. Feinde mit ſich in
die Luft Am tapferſten vertheidigten die Preußen
das Galgenfort; fie trieben die Oeſtreicher amal zus
ruͤk, und ohne deu Nachdruk des Oberſten Wallis
vom Landouſchen Regimente wäre das feindliche Un⸗
ternehmen. gefcheitert, Dieſer aber rief feinen Leuten
halten. Alles ſprang wie begeiſtert in den Graben,
die Offiziere trugen die Leitern, jeder wollte der erſte
auf dem Walle fein. Das Fort wurde erobert,. In
dem Waſſerfert enwörten fich, won Rocca vorher
von allem unterrichtet, 250 daſelbſt gefangne Oeſt⸗
reicher, ſprengten die Kaſemattenthuͤren, ließen die
Zugbrälte nieder, und dfneten fo. den Kroaten, deu .
" Zugang. Jezt konuten fid) die verwirten Kaufen
der in der Stadt zerfirenten Preußen nicht mehr wis "
derſezzen; fie. mußten ſich alle gefangen ergeben;
ihrer waren außer dem General. noch 107 Dffigiere
und 3340 Gemeine, Lan don hatte feinen Truppen
unter Verſprechung von. 100,009 Gulden die Pluͤn⸗ |
derung unterfagt; dennoch kehrten fich feine würhens. ..
Ren Leute. nicht an den Befehl, und plünderten eini⸗
ge Stunden lang, di der Särft Kichtenftein mit:
ur 4 Schwa⸗
Ya
. Wer die Reichen ihrer Bruͤder Blensegwasfiren :
—
7.
.
3 a
u
— 424 —
4 Sthwadronen Diadrer ihren oßbwelfamgen
Eimndeitthet. Defte ibmlicher war die Mabigung
per Ruffen, die heftig Im Kampfe, jezt ruhig auf
= gen Werken blieben, und an den Gräuelm der Defte
reicher: feinen Theil nahmen, Auf dieſe Weife hatte.
Laudon eine der wichtigſten Schlefifchen Feſtungen
nach einem Sturme von 3 Stunden mit einem Ver⸗s
luſte von 1560 Mann ernbert, und dadurch feiner
Armee einen Vortheil verfchaft, welchen afle andern
Anfktengungen in G-hlutigen Fahren nicht harten bes“
wirfen innen „ den, daß fie zum erſten Male
ihre Winterquattiere in Schleſien nehmen konnte.
Dieſer große Dienſt wurde aber in Wien ſchlecht era
"Faunt, wenig helohnt, und haͤtte bem Helden Lau⸗
don beinahe eine ſchwere Strafe zugezogen, Es yera
i brof die Räiferin Thereſie, daß fie durch ihren Gemal
die erfte Nachricht davon erhielt, dem fie Fein eiuzie
ges Regierungsgeſchaͤft überließ; es erbitterte dei
Hoftriegsrath, daß ohne ſein Wiſſen und Verorduen
auch einmal etwas Gutes geſchehen war, und er ent⸗
| flammte den Zorn der Monarchin noch mehr; und
nur die Farſprache des alten Fuͤrſten Lichtenſtein,
des Minifterg Kauniz und:des Kaiſers felhft befänfe .
tigten fie fa weit, daß fie wenigftend aus Höflichkeit
dem General Laudon dankte, und jedem Solvaten
flatt der verſprochnen 100,000 Gulden Mann für
Mann 13 Gulden auszahlen ließ, Aber die That
felber, fo alänzend an ſich ‚ und fo vortheildaft fär-
Deſtreich fie war, wurde ihm nie verziehen, Er er⸗
viel im a folgenden Sahne. ein lleineres —
J and
7
De — Per (EEE
5 ab be. Hofe i in keiner: Achtung, unh. wurde,
+ ‚
. fo lange! Therefle lebte, bad heißt m Y Jahren u
\ wicht befördert,
‘ Am. defta feretißer war die: Nachricht: um = ö
= biefem Vorfalle für Friedrich; er wohte-fie.ans
ftaͤnglich durchaus nicht glauben, weil er die Sa⸗
che fär unmöglich hielt; als er fie aber nicht
„ qmehe: bezweifeln Sonnte, fühlte. ex fich tiefer gen
beugt, als er es vielleicht doch Urſach hatte.
Zaſt row rechtfertigte ſich indeſſen fo koͤnſtlich
amd geſchikt, daß er. ein beſſeres Schikſal hatte,
. ala Fink und Schmettan, Statt kraͤnkender Borg |
wuͤtfe fchrieh ihm Ftiedrich ‚bloß: „ich kann dies _
ſen Vorfall noch, wicht recht begreifen, erift aus
AAerordemlich, ich verſchiebe mein Urtheil.“ Nach
der Rüftehr aus ver Gefangenſchaft bat af
am Unterfuchung feines Verhaltens; allein & tiee
drich verſezte, daß er ihn keines Verhrechens
cchuldig halte, aber. nach einem ſolchen Ungluͤk I
wöͤrde ed gefaͤhrlich (ein, ibm ferner einen Poſten
E gmzubertrauen. .· ‚Er verlor daher fein, ‚Regintent, '
Frie drich veränderte feine Stellung nah be
Werluſte von Schweibnig nur am ein Geringes,
indem er bei Strehlen an der Ohl au ein Lager
- Bang. wodurch er den größten Theil von Nieder⸗
Shlefien dekken, und die Feflungen Brieg, Koſel, |
Meiße und Breslau unterſtuͤzzen Fonnte, Zugleich
‚hoffte: er, daß ber. General Laudan, dutch ſein
. @fhR dreuſt gemacht, ihm in die Ebne felgen und
‚eine Im BR wagen J über viele war
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feinen en dehnhrige⸗ Weihcin; naftieben,— und gr.
die Beifpielapon Roß bach, Leuthen und Tom -
gau belehrt, wollte er. ſich nicht ‘der Gefahr aus⸗
fogge, durch eine einzige, Niedes fage die Frucht ſei⸗
mer Anſtrengungen ploͤzlich zu verlieren; er, verhielk _
ſich bloß vertheidigungsweiſe, und fügte nur bas Ger - .
wonnene zu bewahren, Friedri h.gerieth, dagegen Zu
yeiwmlich in ine größere Gefahr, als ihm öffentlich
:" bereitet werben Fonnte; ein treulofer Perraͤther, ein
—
Unterthan und Guͤnſtling, ein wohlhabender Baron
und proteſtantiſcher Glaubensgenoſſe bot ſich zum
abſcheuwerthen Werkzeuge an, ihn todt_ oder lebens.
Dig in die Hände feiner Feinde zu liefern. Diefer
| Ehrloſe hieß Warkotſch, war in ſeiner Jugend,
als Schleften noch den Oeſtreichern gehoͤrte, zwar
kaiſerlicher Offizier geweſen, lebte aber ſeit preußi⸗
ſcher Herrſchaft außer allen Dienſten unabhaͤngig
auf feinen Guͤtern bei Strehleu. Friedrich kannte
und liebte ihn, dog ihn ‘oft an feine Tafel, ver
ſchoute feine Güter mit alfen Kriegslaſten und übere
haufte ihn mit vielen. ‚andern Wohlthaten, Dennoch
war der Baron undankbar und ſchlechtdenkend genug,
| ſich mit ben Feinden in ein Verſtaͤndniß ‚einzulaften,
um ben Koͤnig anfzuheben. Letzterer lag in einem
einſamen Haufe 40a Schritte von Strehlen ent⸗ on
‚ferut, wo er nur von 39 Grenadieren bewacht'wurde,
In ber Naͤhe war ein Wald, Warkotſch verab⸗
redete mit dem Grafen Wallis, mit eben dem
Dherfien. von Laudons Regiment, welcher das
. Ralgenfor aſthrmt bone, ben beebanen Plan,.
r durch
Ä . * 423 —*
und FR flarkea Korps den. König. in bei Dunfets -
heit der Nacht. zu entführen, - und. wenn. man ihn
gicht fortbringen koͤnnte, ihn zu ermorden welches
alles vollbracht fein kdunte, ehe die in Strehlen lie
genden 6000, Preußen das Geringfte ahndeten. Um
| u Aufmerkſamkeit zu zerſtreuen, wüßte man, fü
rieth ein geborner Schiefer, ao Schleſiſche Dörfer
‚un Strehlen herum anzünben Ein katholiſcher
Prieſter, Schmidt, aus Neiße herſtammend, war J
der Unterhaͤndler dei dem Oberſten Wallis, uud des
Baron's Jaͤger, Namens Kappel, der Vriefträgen
au den Pfarrer. Die Naht zum 30, Notember
wurde zur. Ausführung. de& Auſchlags beſtimmt.
Der Jäger toußte um dieß Gepeimnißi; längft von
Gexwiſſenspweifeln beunruhigt, und durch den Uoge⸗
otuͤm des Barons „ der ihn in der ſtuͤrmiſchen Racht
qus dem Bette jagie, um noch den letzten Brief zu
beſtellen, hoͤchſt beleidigt, ging er zum Latheriſchen
> Prediger Gerlach, eñtdekte ihm dad Grheimniß
md. zeigte ihm den Brief. Gerlach. drang in ihn,
‚das Verbrechen augenbliklich dem Könige zu emtdele
Tem Der Jaͤger geborchte, Friedrich erfuhr und
r soreitelte die Schaudtdat, Der Verraͤther Wars
Foifch entging durch Liſt der Wachſamkeit des Offia .
ziers, der idn, von der Sache nichts wiſſend⸗ arre⸗
tiren ſollte. Auch der Prieſter eutflohe. Beide
wurden im Bildniſfe geviertheilt, welches ſich Frie⸗
drich gern gefallen ließ, da die Porträts, wie er
- meinte, eben fo wenig, als die Originale taugen .
| WÜRDE Die Entweigung Fon ihm nichr uulieb
u” ns 1*P zn
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zu len, ba er ein Feind von Hinrichtngen wat;
Der Jaͤger bekam eine“ Forſtbedienung. Warkotſch
verlor. die: Güter , und ſtarb verachtet und verab⸗
ſcheut in Ungafn, wo ihm die. Kaiferin ein jaͤhrli⸗
es Almoſen von 300 Gulden reichen ließ. Haͤtte
dr doch, die warnende Juſchrift beſſer erroogen,
"welche. ſchon feit alten Zeiten mit goldnen Buchftas
ben auf. dem Kamine eines ſeiner Schiöffer ftand x
on Ut cum igue, sic cum regibus, gehe mit den Kds
wigen ſo vorſichtig wie mit dem Feuer um. Der Hof
zu Wien ſagte ſich von. aller Theilnahme au dem
Aunſchlage los, ‚und. die gräfliche. Familie von Wal⸗
58 erklaͤrte, daß der Oberſte dieſes Namens nicht
Ja ihrem Hauſe gehoͤre. — Bald nach dieſem Er⸗
elguiß verlegte Friedrich feine Truppen von Brieg
bis Glogau längs der Oder in die Winterquartiere,
er ging nach Breslau, und der Feldzug in: Schle⸗ |
fien Harte ein Ende,
Traurig wurde Pommern’, und durch dieſes,
wenn ber Krieg mit den Ruſſen fortdauerte, au
Brandenburg’ Lage durch die Erpberang der Fe⸗
ftung Kolberg, welche beim Ztem Verfuche nach '
einer 4monatlichen Einſchließung nicht durdy Gewalt‘
per Feinde , fondern nur durch Hunger in Ruſſiſche
Haͤnde fiel, Tottleben wurde wegen feines ges
J finden Verfahrens in Berlin verhaftet und abgeſetzt;
Momanzow erhiekt feine Stelle; und zugleich den
Auftrag, Kölberg mit 27,000 Mann Landtruppen -
und 40 Segeln zu belagern. Dieß veranftaltete er
| bereits im Augu id Der Prinz von Wirtem bu
SL egte
9—
— 429 Fa
Pr ihm mit booo Preußen große Hindennſe in
den Weg, und bot in einem verſchanzien Lager
allen Angriffen Der Rufen. Troß ‚ mußte aber im,
November‘, von KAlte und. Mangel an Unterhalt ges
gwungen, feine Stellung verlaſſen. Der tapfere rn
General Werner, im borigen Jahre Kolberg 6
Ketter, wurde, in ſeinen Unternehmungen zu kuͤhn,/
von den Ruſſen gefangen, einige Meine Detaſche⸗
menms, welche $Prövlant in bie Feſtung werfen wol,
. ‚ten, zuruͤckgetrieben, und nun die lebhafteſte Be⸗
ſtaͤrmung augefangen. Endlich Kewirfte der Brote
nmiangel, was fein Feuer und kein Sturm erpreſſen
konnte; am 16. December ergab ſich Die Veſazzung.
Die Walle wurden mit Waſſer begoſſen und durch
den Froſt ſpiegelglatt gemacht. Neun Aufforderun⸗ |
gen der. Ruffen wurden verweigert, ; und 3 Stuͤrme N
abgeſchlagen. Gb lange Pulver und Brot da iſt,
wehren wir uns, dieß war die einflinmige Mein.
nung der Belagerten. Nach ver. rote Maffors
derung mußte der Oberſte Heiden, von Hanget
gedruͤckt, in die Uebergabe der Feſtung willigen.
Die Ruſſen Tonnten ſich nun in Pommern ausbrel⸗
u wen, und fünftig ſelbſt in der Dat fetfeggen. |
Weit, meht Giat bepleitete die Unternehmungen
5 des Huſarenoberſten Belling; dieſer bot mit: 1500
Huſaren und 2 Bataillonen der gangen Schwediſchen
Armee son 25,000 Mann die Spizze und tummelte
J ſich bis zu Ende des Jahres ſo kuͤuſtlich mit dem
Gar ehrerſcnen drum, daß derſelbe TR
B eins
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Er behemende het ausführen koumte, und dk
Stralſund die Winterquartiere dezichen mußte, "
Mit dem ‘größten Ruhme und bemundermgäs -
ae Klugheit dehanptete ſich der Prinz Hei in⸗
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. rich in Sachen gegen die Armee des Feldmarſchalls
Daun und gegen die Reichstruppen. Heinrich
hatte hoͤchſtens 32000 Mann bei ſich, mit denen et
die Gegenden. dei Meißen und Noſſen beſezte.
Daun mußte zwar von feinen 60000 GEtreitern bie
‚Hälfte an Laudon abgeben, aber. die Stärke dee
Reichsarmee erfezte den Abgang, fo daß er mit dies
fer immer zwiſchen 50, bis 60,coc Rente behielt,
+ - Geiner Ueberlegenheit ungeachter verhiele er fidy bis
zum. November fo ruhig, Daß ein_frensder Beodach⸗
ter die beiderfeitigen Lager in Sachſen eher für Luſt⸗
als Kriegöläger angeſehen haben wuͤrde. Nur Kleine '
” . Streifzüge des Huſaren⸗Anfuͤhrers Kleiſt, und
des Generals Seidlitz, die mehrentheils ‚für die
Preußen gluͤklich, ehrenvoll und dortheiſhaft ausfie⸗
len, bewieſen ed, daß ſich hier Feinde bekaͤmpften.
Die Unthätigfeit war dem vorfichtigen. Karakter
Dauns völlig angemefien ,- und ihm durch Hofbe⸗
fehle/zur Pflicht gemacht. Er ſollte fo lange vertheie
digungsweiſe verfahren, bis die Hauptunternehmung
KLaudon's und Burturlin’s in Schlefien gelun⸗
gen, nnd er- wieber verftärft- worden fein wärbe,
Dioſe Verſtaͤrkung, 17 Regimenter Infanterie und
Kayallerie. und 6 Bataillonen Kroaten enthaltend,
ſtleß Ende Oktober zzu ihm, und num ſezte er fichr
. 0m 5 Rosi in Bewegung, aber bio, um. ſich
des
—
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— 41 —
des linten Ufers der. Freiburger, Malde bis: an den
Einfinß der Zſchopan zu bemaͤchtigen, um dadurch u
das Erzgebirge in feiner Gewalt zu Yaben, und
vuhige Winterguartiere zu befommen, Diefe-gerine
gen: Werheile. mußte ihm ‚Heinrich Abtslaffen.
Döbeln zur Sicherhen gleichfalls beſezzen. Die
. Daun wollte die am der Mulde liegende Stadt |
werweigerten die Preußen. Democh hatte er fine -
Luſt, es auf die Gewalt der Waffen ankommen zu.
laſſen. Er verglich fich gm 15. Rob., daß die
Stadt Döbeln ‚neutral‘ fein, Die eine Vorſtadt
aber von den Deftreichern, und bie entgegenkiegende
yon den Preußen beſezt werben: ſolie. Und damit
. hatte der ende deldzug ein Enda
geidzus der Aittieten gegen die
Franzoſen im Jahre 176 1, °
Schlacht bei Billingshanfen oder Shei u
dingen d..15. und 16. Juli.
Die Franzoſen machten im Fruͤhlinge 1761 bie.
- fürchterlichften Zurhftungen, flellten Armeen von
einer Anzahl auf, die fie im ganzen Kriege: nicht ges
Habt harten, und führten große Anfchläge im Schil⸗
de; fie wollten die Allũrten zertruͤmmern, das Kurs
fürftenchung Hannover uͤberſchwemmen, ‚bie Magden
burg vofdringen, und über ganz Deutſchland Das
VUebergewicht ertrozzen. Luftige Phantome, welche
in Nichts zerrannen! Der Herzog Ferdinand
ſezte ihnen Deutſche Kraft und Deutſches Genie
ent⸗
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een 7—
F
| ahegen, und am Endedes Jahres helkenden [2
"Be Sachen in eben beim Zuſtande, wie Im Mufange,
and Frankreichs Drohmgen waren Drohungen ges
blieben. "Der Franzdſiſche Plon wär biefer: dee
. Prinz Soubife, ein unfaͤhiger Feldherr, aber
Liebliug der Buhlerin, follte die Hauptarmee von
aoo, ooq. Mani die jedoch erſt groͤßtentheils errich⸗
tet werben ſollte, von Weſtfalen aus nach Hannoe
ner fuͤhren, und Broglid mit Bo,900 Mann aus
u. Helfen eben dahin gelangen, Da Ferdinands Armer
erſt im April in einem hoͤchſt geſchwaͤchten Zuſtande die
Vuhequartiere bozogen hatte, ſo wuͤrde er, philoſophirte
dtdie Verſailler Politik, 3 volle Monate jur Herftellung
und Ergänzung feiner Armee brauchen, alſo erſt ine
Juli im Felde erſcheinen kͤnnen. Sonbife Pte
aber ſchon mM ai den Kampf beginnen, er würde
Beinen Feind. findet, folglich ganz Weſtfalen wie im
u Spajferengehen erobern und dann Bid Hannoder zie⸗
ben kdluuem Wagte es hingegen Ferdinand,
ihm mit feinen kraftloſen, unvollzaͤhligen, zerruͤtte⸗
ten Scharen fruͤher als im Fuli entgegen zu mars
ſchiren, fo wärbe er von Soubife ohne Mühe auf
den erſten Angriff wie leichter Staub aus einander
geweht werden. Diefed Raiſonnement ließ fipp recht
get hören und lefen, Aber ver einſichtsvolle Dr os
'gtio machte: einige Pleite Gegenbemerfungen > die:
das ganze Projekt fchon ziemlich erſchuͤtterren. Da
Eoudife's Armee, fehrieb er dem Minifter, noch
nicht .beifammeh fei, fondern erft Aus dem Innern
Sranheigye heran kommen teile; fo möchte fie aut
En:
Ende kaum Pan al; zu 30,080 Mam— few
. ſen, nud zur Haͤlfte aus ungeäbten Leuten beſte⸗
hen, die noch keinen Feind geſehen haͤtten; Son⸗
»ife. wärde anſtatt der beſtimmten 100,000. Helden .
etwa: nur 40,000 Mann haben, 'auf die er fich vers
Saffen konute. Berdinand’& Heer dagegen wäre ,
gewiß 80,000 Mann ftarf, und enthielte abgehaͤr⸗
gete, dapfre, mit allen Gefahren und Beſchwerden
. Sertraute Streiter. Soubife würde Fein leichtes
Epiel, fondern einen harten Stand befommen, _
wenn er es allein mit dieſen Kämpfen aufnehmen
sollte,‘ Rechnete er aber auf feine (Broglio’s) Häfe
fe, ſo müffe er melden, daß feine ebenfalls fehr zers
wuͤttete Armee anf das allerhoͤchſte erft am 20, Sub
Die: Kriegsoperarionen anfongen koͤnnte. Diefe,faras
len Wahrheiten ſtimmten die hohen Hofnungen bi des
hizzigen Kriegsminiſters Cboiſeul ſehr tief heraͤb,
ſie überzeugten ihn, daß, die Verhinderungen der.
Nufuhre mitgerechnet, ſamtliche Franzoͤſiſche Ab⸗
theilungen vor dem Ende des Juni nicht wuͤrden
‚aufbrechen koͤnnen, und er ahndete es dunkel, was
ſich hernach deutlich beſtaͤtigte, daß die große Macht
Franbkreich's diesmal gerade fo viel ausrichten wuͤr⸗
de, als in ben vorigen Beldgägen, daß heißt, bene
lich wenig.
0. Gonbife,. der fd größe Dinge thun ſollte, feste
Ah nicht fruͤher als in der Mitte des Juni in Bes -
—wegung, und rüfte bis Unna in der Grafſchaft
: Marl, Ferdinand zog feine mehrfien Truppen
bei Neubaus unweit Paderborn zufammen, und
Wallus Bt. Geſch.6. Thl. J. abth. (Ee) mache
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u madte einen Verſach, die Soubiſeſche Krinee , rs
, lange fie no allein war ,: zu ſchlagen. Er mar⸗
ſchirte gleichfalls in die Grafſchaft Mark, umging
die Franzoſen und ſezte fich bei Dortmamd, Sou⸗
| bif e verlor hieruͤber die Faſſung, hielt ſich bei Uma
nicht mehr für ſicher, wich jedem Treffen aus, ‚zpg-
nah Werle, und wartete hier aͤngſtlich auf die
Bereinigung mit Broglio. Da ihm aber Ferbis °
nand ſtets näher rüfte, fo ging_er weiter, und
‚hielt nicht eher Stand‘, als bis am 4 Suli die Are
“ i mee des Herzogs Broglio aus Heffen zu ihm ſtieß.
Beide Sranzöfifche Generale nahmen darquf ihr gen”
meinſchaftliches Hanptquartier zu Soeſt. Fetdts
‚ \namd lagerte fich indeffen um und bei Werle an
den Bränzen der. Graffehaft Mark im Herzogthume
Weſtfalen. Nach einer Berathfchlagung von 8 Tagen:
aßten bie Sranzöfifchen Beldherren den Entſchluß,
eine Schlacht zu wagen und mit ihrer, vereinigten
Macht, welche nach Abzug aller einzeln ſtehenden,
in Heſſen und am Niederrhein zurüfgelaßnen Deta⸗
ſchewunter, 100,000, Mom enthielt, das Lager -
„der Allürten, die nicht viel über 60,00 Mann auds
‚machten, bei Werle zu beftärmen, Der Üngriff
ſollte am 13. Juli geſchehen; aber fe verfchoben
ihn, um die Stellung Ferdinandis,, die ſie lange
genug erforſcht hatten, noch genauer zu unterſuchen.
Endlich waren fie mit ihrem Kundſchaften Fertig,
und der 16. Juli wurde zum Gefechte beſtimmt.
. Yuf ·einmal beſann ſich Broglio eines andern,
and griff mit feiner Abtheilung ſchon am 15. Jali
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- m, feuer Ad” Begierde, "den Sieg allein Pr
erringen, uud dem Soubiſe die Ehre des ——
zu entreißen. Da die Allirten keinen Anfall beſorg⸗
"ten, fo wurden fie anfänglich Äberrafcht, und anf
. dem rechten Flügel, der micht "gut gedekt war, etz‘
was zum Weichen gebracht. Die Franzoſen nah⸗
men das Dorf Villinghanſen, wovon die‘
‚Schlacht benerinet wird, ein, Ferdinqnd vertkieis
bigte ſich jedoch mit Standhaftigkeit, und behaup⸗
"tete feine übrigen Poſten alle: inzwiſchen brach die
Racht an’, der Kampf hoͤrte auf, Feiner verließ ſe·
ren Plaz, einer hatte geſieget. Huaͤtte Broglio
das Gefecht am Abende mit Nachdruk fortgeſezt,
oder haͤtte ihn Sonbiſe augenbliklich mit aller Macht
unterſtuͤzt, ſo waͤre Ferdinand wahrſcheinlich ge⸗
ſchlagen worden. Er hatte ſich verſchoſſen, es
fehlte ihm ganz ‚am Pulver und’ Kugeln, er mußte
— Wagen in vollen Trade nach Hamm ſchikken, um
‚die nöthigfte Munition aufs geſchwindeſte holen zu
laſſen. Er bekam fie noch zu rechter Zeit,, und
konnte daher am folgenden Tage die Schlacht er⸗
neuern. Broglig griff den 16. Juli nit frühen -
“ Morgen in voller Schlachtordnung wieder an; aber
da ihm Soubiſe nur ſchwachen Beiſtand leiſtete fe.
richtete er jnichtd aus. Kein Theil wanfte bis $
‚ur. Aus Ermattung ruhte man von beiden Seite -
‚3 Stunde ‚lang. Jezt Iangten 6 frifche Bataillone
. bei den Alliirten an, weldye der General Spörten
ſchilte. Dieſe ruͤkten gleich vor, um die Ermuͤdeten
ehlaldſen. Ihr raſches Feuer brachte die Franzoſen
Ee . ee!
Ä oa.
„ eine Bernimug heran! bi Beinde kourmep
Eu Ferdinand von einer Auhdhe, wo er diefen Anfang
zum Siege bemerkte Dieiganze Infanterie, jene -
6 friſchen Batailfone an der Spizze, ärzte fich auf
nn nen Feind, und entfchied den Kampf. Die Sranzos
ſen flohen zuruͤk, und ein großer Theil einer Brigade
wurde fo abgeſchnitten, daß die ‚Alüsten 2000
Maun derfelhen gefangen nahmen, worunter fh das
ganze Regiment Rouge befand. Die Summe der
Stanzoͤſiſchen Todten und Verwundeten betrug
J ‚2500. Soubife zahite tur 21 Todte und 84 Ver⸗
| genen ein Zeichen, wie wenig er thats. Die Als
irten rechneten 1200 Todie und Verwundere, und
= 383 verlorne Gefangne,
1 Broglio.und Sonbife naͤhrten laͤngſt einen
eingewurzelten Haß gegen einander; dies ungluͤk⸗
liche Gefecht vermehrte ihren Groll. Jeder klagte
den andern wegen der Niederlage an, der eine haͤtte
der Verabredung entgegen zu fruͤh, und der andre
zu ſpaͤt angegriffen. Ihre Uneinigkeit zog eine Tren⸗
nung der Heere und die Pereitlung aller Kriegs⸗
plaͤne nad) ſich Broglio nahm 40,000 Mam
som Soubiſeſchen Heere, doch mit Einwilligung deſ⸗
ſelben, zu ſich, und marſchirte damit nach Pader⸗
Sven, um, wie er ſagte, Hannover zu erobern.
Soubiſe zog mit dem Reſte nach Weſel. Ferdi⸗
nand theilte ſein Heer gleichfalls. Das kleinere
Korps mußte unter dem Erbprinzen dem Soubiſe
. mochfolgen; es hintertrieb deſſen Muteruehmungen
; SEE |
| — 4 37°
jegen Münftei r. Mit dem adhern Heere wen⸗
dere ſich Ferdinand gegen Broglio, um, be
fen Plan wider Hannover zu vereiteln. Die Frans
zoſen wollten Hameln’ delagern; aber. Ferdinand
machte in ihrem Ruͤkken ſolche Diverfi ionen, daß fe.
davon abßehen mußten.
Broglio machte neue Bewegingen „um ſich
"bb Kurfuͤrſtenthums zu bemaͤchtigen; er marfchirtd -
dm ‚September nah Eimbek, und nahm auf ber
Hude, , einem hohen bei der Stadt liegenden Berge
feim Stellung. Fer dinand brach dafür in Heß
ſen ein, trieb die ſchwachen Detaſchementer der
Feinde bis Kaffel, ſchnitt ihnen die Zufuhr, ab, und
zwang dadurch den Marſchall, mehrere Truppens J
kotps von ber Kühe mach Heſſen zu ſchikken und
ain Ende feine Unternehmungen gegen Hätmoved.
Einguftellen,, „und ſelbſt nach Kafſel zu gehen.
‚Da die Neben > und Streifzühe der Allürten den
. Sratzöfeh fo. nachtheilig würden ; fo beſchloſſen lez·
re, ſich eben dieſes Mittels zur Erreichung ihret
Libſichten zu’ bedienen. Aber dennoch richteten fib.
auch hlerdurch in der Hautptfliche nichts aus. Die
rfte ‚Diverfion machte Soubife nach der Nordſee
" Yin, er beſezte äin 30. Sept. die Preußiſche nur von
3 Engzliſchen Inbaliden · Kompagnidu‘ bewachte Stadt
‚Emden, ud forderte fo’ sol von ihr, ale auch
von ganz Oſtfrlesland sherftnsingliche Kontribu⸗
tionen, Weil aber der Erbprinz von Braunſchweig
he 18,800 Mann berbeigog;, s und MWurmferd An
With var Ber — ñ wmarſchiene Sou⸗
un bife
- wz
438 —
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"sie e, ver anfänglich feine Binterjuartierd hier za
4
u . nehmen. gedachte, eiligſt zurüf, und. sing bis an
den ‚Rein, ohne daß fein Zug weiter eine Wirlung
ervor brachte, als daß er das Land gebrandſchazt
und ‚viele Kriegsvorraͤthe verwäfter hatte. Gefährs -
" Yoer hätte der andre Streifzug werben Eönnen,. wel⸗
hen Faver mit 9000 Sachſen in's Braunſchweigi⸗
ſche unternahm, wenn er mit mehr Raſchheit vdllen⸗
‘det, und mit mehr Thaͤtigkeit benuzt worden waͤre.
Sroglio' ſchikte die Saͤchſiſchen Hilfätruppen am °
16, Oktober aus ſeinem Lager von Eimbek ab, und
ſchon 4. Tage nachher ſahen ſi ſi ch ſelbige i im Beſiz von
‚Wolfen buͤttel, wo ſie aoo, ooo Brandſchazzung,
28000 aͤls Geſcheuk fuͤr die Anfuͤhrer, und 14000
fuͤt die Verſchonung der Thuͤrme nnd Glokken ers
preßten. Zwei X Tage nachher ruͤkten ſie vor Brauns -
J u ſchweig, wo fie e fange mit unnuͤzzen Anſtalten zoͤger⸗
en, fü ich. ‚bequem bei. Riddagshauſen lagerien, und
den wichtigen Poſten Oelper, welcher den Ein⸗
au marſch ſicherte, nur mit 300 Mann beſezten. Ein
R ſchneüer Anzug, und ein rafcher Angriff hätte ihnen
dieſen im der jezzigen Lage wichtigen Ort, den nur
1500 ermattete und aus Meberläufern beftehende
„Soldaten vertheibigten, ‚ gewiß in ihre Gewalt ges -
J *. bracht. Aber ihr Zaudern ließ dem Herzog Ferdi⸗ |
nand, 'ber bei Hameln ſtand, Zeit, feinen: Nefe
. fen, ven. Prinzen Ferdinand Auguſt, Bruder deg
Erbprinzen, und den General Lukner zum Entſaz zu
fenden. _Diefe aͤberwaͤltigten den Poſten bei Oel⸗
“ per in der Racht zum. 14 Der. machten bie mehr⸗
fm.
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0.4
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ſten gefangen und warfen 6 Barailoie in bie Stadt.
Xaver befürchtete. die Aukunft eines noch groͤßern
Koerps, er. flohe daher, räumte Wolfenbüttel ‚und
vernichtete hierdurch alle Hofnungen, welche Bro⸗
u 4
glie darauf gebaut ‚haste.‘ Der ganze - Plan der
Franzoſen ſcheiterte; durch bedenkliche Bewegungen
ber Allüirten gefchrett, verließ Broglio die Stellung
Ex ‚auf der Hube, und glug in die Winterquartiere, die
faſt die naͤmlichen, als im vorigen Jahre waren.
Der Erhprinz blieb in Muͤnſter, und Ferdinand in
Hildesheim beide mit dem Ruhme ‚ bad uneinftints ’
wmige Verfahren. der feindlichen Genzrale treflich bes
nmuzt, und ihre Eurwörfe mweiſterhaft vr zu
haben.
Feldzug Friedrichs gegen Deſtreich
und: das Reichsheer; und der Als
Liirten. gegen die Sranzofen im:
| | Jabre 1762.
Sclacht bei Bilhetmöthe d. 24. Funk,
Befecht bei Burkersdorf d. 24, Jull.
bei Lutternberg d. 23. Juli.
Be Reichenbach d. 16. Auguſt.
rn bei: Friedbers oder Sohannisderg
Ä ‚ 23% Auguſt.
ne” Freiberg d. 15. Oltober.
Shlacht bei Freiberg d. 29. Dftober, =
‚Briede su Qubzrtsburg den 1%
1 J 2 8 I . Nach |
, Behrmar 116%
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Zu Y " . s ’ vr oa
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Nach 6 tigen abıen ſchien es wirklich,
a wenn Sriedrich’&. ermättete Kräfte dem fer⸗
nern ungleichen Kapipfe unterliegen muͤßten. Bie
vVoͤlker ſeufzten alle nach Frieden, nur ihre Beljerta
‚tiber begehrten ihn noch nicht, weil fie ihre Abſich⸗
- ten. noch nicht. erreicht, jezt aber „wie fie meinten,
: dem ‚giele. nahe waren. - Die Ruffen hatten einen‘
feſten Punkt in Pommern, und wenn ſie im neuen
16 Stettin eroberten, fd mußte auch Ders
BE und Brandenburg: Tallen ; Preußen konnte ihnen‘
Teiner entreißen, feierliche Verträge der verbunbnen ”
. Höfe, hatten. ed ihnen zugeſichert. Schteflen wurde, '
- mach der, Einnahme der Feſtung Schweidniz von ber. “
Deſtreichern als ihr gewiſſes Eigenthum betrachtet
ur: noch eine kleine Anſtrengung, uud das Ganze
war das ihrige. Der Hof zu Wien ſahe dies’ für
eine fo. ausgeniachte Sache an, daß er ſo gar deine
Truppen verminderte; bet jedem Megimentd 3: Kbma
papnien, bei Dem ganzem. Heere 1500 Dffiziere, und.
überhaupt. 20,000 Mann. abdaukte; daß er den
- Bauern in den befezten Bezirken Getreide äur. DB
ſtellung der Felder anbot, und, bie. vornehmſien Kaufe
leute aus den Gebirgsſtaͤdten nach Prag berief, um
173 Handeldeinichtungep - ‚zu wochen. Friedrich's
Untergang ‚fchien unvermeidlich, da felbft fein Buns
desgenoſſe George III. feine, gcabrrhe Lage mit
Gleichgättigkekt. . betpachtete, Nur "eine ſchwache
a ugepilfe, Hofnng ſchiwmerte ihm in Oſten.
eine Thaten hatten das ferne Morgenland, die oft
wie von "Sue. und afien mit Venunderling: Ä
und.
‘ ⸗ ’
J Lars , * J /
. x r ” m. N
x. | n F * u
r 4 [3 ®- ’ .
N . ‚ J — 488. — J 2 v Eu ’ u
Sand, Elautin— erhal Er nane her Feine
Bliikte auf den Tuͤrkiſchen Kaiſer, num ihn, da =
27 Bund mit Deftreich- zu Ende ging, zum eig
" gegen bie beiden. chriſtlichen Kaiferhoͤfe zu bewegen; '
Allein fo- geneigt felbiger. auch dazu mar, ſo abbeitete
“ver Fraugbfifche ‚Dknifter mit Erfolg Den Preußte
ſchen Abſichten entgegen, Ver afte; ‚träge. Großen '
‘3 ſcheute den Krieg, und wohlgefuͤltte Belofäller, _ J 23.
le son Wien die Donau herab ſchwammen, vers
blendeten den Divan und-vevfibleffek: feine Angen
bvör feinem. eignen wahren Intereſſe. Die Def
. Ser ließen ſich durch die zur vbloßen Shan. an den: '
ngariſchen Graͤnzen zuſammengezognen 160,000
Tuͤrken weder ſchrekken, noch irre machen x da ww
gewiß wilßten, daß es damit nichts gu. bedeuten
dabe. Ein groͤßeres Vertrauen faßte Friedrich zun
haͤtigkeit des Tarar Chams; er erhielt von ihm
bald nach dem Verluſte vom. Schweidniz eine Bob
fhcaft, welche ans feinem Suͤnſtlinge uud Vertrau⸗
tin, und zugleich bem erhahnen: Barbier Cine
Reheit bekano, Der Chen erbot fich, gegen
fin 16000 Mat Hulfottuppen zu lieferi. Det
Geſaudte ethielt für ſich undven Fuͤrſien große Ged
ſchenke, die er der Sitte jener: Ander gemaͤß, gerade
au ſelber fordette. Dir Preutiſche· Geſandte nrußee '
darauf einen. noch weit ausgedehutern Plan in der .
Kritim betreibe, Im Winter: ftellte fich Der
Botrſchafter dei -Chante zu VBwvlau ein, der die Were
ſptechungen feines Borgaͤugers vB Baibiers veſta⸗
un und. Bas * idee itn Sr
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x a
. y : ._ s
1 - J
ont I -
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— Er: — ur
Are a 20,000° Main, nach den Wanſchen des —
aigs in's Feld ſtellen wollte. Das waren jedoch al⸗
es :fchwanfende Stäzzen, ſchwache Rohrſtaͤbe, auf
die; keine feſte Hofnung gebaut werden konnte. Frie⸗
drich felber verließ ſich wenig darauf, feine gegen⸗
waͤrtige Lage beſchaͤftigte ihn mehr, als die unſichre
Wülfe,- Er hielt: fidy für verloren, feine Standhaf⸗ J
| tigkeit war erſchuͤttert, die finſterſte Schwermuth
bemaͤchtigte ſich feiner; / ſeine Briefe atbmeten
ſchwarze Meiancholie, feine Geſpraͤche hoͤrten gang
af, denn er ſabe Memanden, ſelbſt ſeine Vertrau⸗
ten nicht mehr, er fpeifete allein, ging auf keine
Parade, machte keinen Spariewiuu, und legte feine
FJloͤte weg.
Doch gerade in ber buſterſten Stimmung eines.
Gemuͤthes, in ber Hofnungsiofefien Lage erheiterte -
ſich feine Ausſicht, lenchtete ihm ploͤzlich der Lichte
ſtrahl des Gluͤls entgegen ; ein Feind, der ſonſt nur.
Verderben bringt, ber Tod, wurde fein- huͤlfreichſter vn
Bundesgenoſſe, riß ihn vom Rande des verſchlin⸗
genden Augrundes weg nnd verſezte ihn auf eine als
les verſprechende Höhe ber Hofnung. Seine unnens '
ſdhnliche Feindin, die Kaiferin Elifaberh” von
"Maptand , die ſchon laͤngſt kraͤnkelte, farb an einem.
Blutſturze den 25. December 1765 nach dem Ruſ⸗
fiſchen, vder den 5. Januar 1762 nach dem verbeſ⸗
ſerten Kalender. Sie ging mit gehaͤſſigen Geſjunun⸗
"gen gegen Friedrich aus der Welt. Denn noch
auf dem. Tobbeue ließ fie ſich vom Seuate einen
SER ablegen, Daß mir Breuden ehee Bnbimnuug
— «” “
ws
“ = 443. - 6 9J
par Vundedgenoſſen kein Friede Be geht werden Sr
ſolle. Der Thronfolger fragte indeffen. nad). allen,
biefen Sprmalitäten. "und Verſprechuugen uicht,,, fons
Bi bezeigte eine eben fo enthufaſtiſche Freundſchaf
fuͤr Friedrich, als Eliſabeth im Haſſe unbeweglich
‘und feſt geweſen war. Der neue Kaiſer, Pa,
ter III., geborner Herzog von Holftein, defien. .
= Mutter, Ynne eine Schwefter der Kaiferin Elifaberh
war, hatte, ſchon zu einer Zeit, wo er keine gewiſſe
Ausſicht auf den Ruſſiſchen Thron ‚hatte, mit rien
prich eine innige Freundſchaft geſtiſtet, „die Ewpfin⸗
dungen dafür 8* der Denkungsart feiner Zante ſtets
unterhalten, und felbft im. Kriege auf mancherlei
Art geäußert, Jezt gab er fin ganz dem ‚Gefühte |
ber Achtung ‚and Liebe für Friedrich hin. ‚Erbes '
tief fogleich feine. Truppen von der. Deſtreichi ſchen
Armee ab, und ließ fie in der Hofgung, eiuen all
gemeinen Frieden: zu. bewirken nach Polen ziehen, Bu
- Er trat das Königreich Prenßen, weldes ihm
pon Wiener und Verſailler Hofe garantirt war,
phne Entſchaͤdigung wieder an Friedrich ad, räumte
das eben erſt erobsrte Kolberg und ganz Pong
wern, befreite, alle. Preußiſche Sefangne. ohne Löfer
Zu eb, ‚und beftätigte Died alles. durch eingn. ‚feierlichen
Im Mai geſchloßnen Frieden. Er, zwang Iugleich
- die Schwe den, baß.fie in eben Yigfem Monate den
Frieden auf die Grundlage der Wiederherſtelluug al
ler Verhaͤltuiffe n wie vor dem Kriege untetzeichnen 5
mußten. Daß dieſe Vorgaͤnge hen Zeinden Frie⸗
drich s träufend borkamm, 7 un fich leicht ‚Bigreis
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i feny | aber baß ſie dem Diner feines Arten.
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wwiderlich and nnertraͤglich waren, hätte man nicht
erwarten follen. Der Englifche Lord Bute wandte
alle Muͤhe am, dem Rufſiſchen Krifer auf andre Ges
danken zu bringen, er erbot ſich, den Konig Fried
bdrich zur Abtretung aller Provinzen zw noͤthigen,
welche Rußland nur verlangen möchte; dafuͤr abet
- foßtte "die Ruſſiſche Armee in Vetbinbung mir dem
Defireichein ben Krieg. wider Preußen förtfegzen, .
‚ Peter. FIL' mies diefe Autraͤge mit Velachtung ab⸗
and faıtdte die Originalakten des Engifhen Minis
fters an Friedrich, Der empflldlich beſchaͤnnt
Bunte ließ darum von ſeinent Vorhaben nicht ab...
‚ &r fuchte mm den Miener Hof in ſein Jutereſſe d
ziehen; er watf ſich zwiſchen ihm und Preußen are.
Friedensmittter auf, und machte ſich auheiſchig⸗
folche Bedingungen, tie für Friedrich nachtheilig
md fuͤr Seſtieich hoͤchſt vortheithaft ſein ſollten, J—
Intiverfon und durthzuſe zzen. Der Oeſtreichiſche
Riiiiſter Kauntiz hielt dies Werfahien ; dus er ſich
von eineni Preußiſchen Bimdesgenöffen gat nicht en
Mären konnte, FÜ eine Liſt, dem Wiener Höfe und
ker den Scheide der Freundſchaft zu ſchaden; ei
antwortele daher kalt: "da, feine ——
genug waͤre, Ihre Anſprůche ſelber geltend zu niai
then, und baß es fich Mit ihrer Würde nicht vers .
“träge, unter Englands’ Vernitelung Sreden zu
ſchließen. Bute erntete alfo-von feiner Treutoflgb
keit gegen Friedtich nichts als Hohn and Verach⸗
tung’ eis Du halb Bieitk Kite die Ruffeſchrũ
vu Bu auf
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ffrerngen 2 ‚zum um Brise ‚gleichfalls —
ſo ging NPerer III. in feinem Veſtreben, dem Kd⸗
nige Friedtich zu dienen, ſo weit, daß er im
Juni ‚eine Verbindung mit ihm ſchloß, nach welcher | J
er dem General Czernitſchef befahl, mit 20000
Maui, aus Polen zu der Preußiſchen Armee zu ſto⸗
dien und ohne weitere Anfrage den Wilken des fd
: wige unbedingt zu befolgen. Peter III. bar ſich
wen ein. Regiment von Friedrich aus, ſchmuͤkte ſich
wmit dem. Vreußiſchen Adlerorden, trug die. Preußis-
fe Uniform, wollte in Perfon mit einen großen - - |
: Keere au Ihm. ziehen, und im der Folge gegen Däs
- ‚nemarf Krieg fuͤhren, um ihm feinen Antheil von,
Golfen und Schleswis zu citneitee. Er
Friedrich, der das neue af mit dem. triße I
din Ummutbe begonnen. hatte, fahe füch jegt zu den =
ſchmeichelhafteſten ‚Gofgungen berechtiget. Seine
Staten waren nun, einige kleine Diſtrikte ausgenom⸗
men, von den Feinden geraͤumt; Preußen und
Pommern lieferte ihm wieder Einkuͤnfte, Rekruten,
Kriegsbeduͤrfniſſe „ er. errichtete neue Sreibataillone
SFreidragoner und Huſaren, vermehrte bie Artilleri⸗
ſten mit 3500 Mann, und machte 100 derſelben be⸗
. ritteh, wodurch er. den Grund zur seitenden Artille⸗
. zie, legte. Dabei aber. glaubte er den Dffizieren
nicht mehr die fonftige Aufmunterung ſchuldig zu
ſein. Er hatte ſouſt jedem Subalternen 5o Thaler,
jedem Kapitän 500 Thaler, und jedein höhern Offle
. siert verhältnißmäßig eine größere Summe, fo
.
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WMWRuuſſiſche Huͤlfskorps von 20,000 Mai, wenn es
‚gleich feinen, Solo von ihm erhielt, doch in Abficht
ging dahin, die verloruen Feſtungen wieder zu 'ers
— obern. Hierzu gehörte vornaͤmlich Schweidniz.
Die Deftreicher aber machten alle mdgliche Gegenans
ſtrengungen, um ſich zu behaupten, Daun erhielt
- den Dberbefehl in Schleſien, welchen Laudon bis⸗
"ber gehabt hatte, und leztier mußte unter ihm die⸗
nen. Die Hauptſtaͤrke aller Deftreichifchen Trap:
pen von 80,000 Mann zog fid) bei Schweidniz zu⸗
ſammen um den König nicht einmal zur Belage⸗
rung kommen zu laffen, In Suchfen blieben nur
wenig Oeſtreicher, die ſi ch mit der Reichsarmee ver⸗
banden. Die Beſazzung in Schweidniz befiand aus
12000. auserleſenen Kaͤmpfern, die am General
Guasko einen muthigen Konmmandanten, und an.
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dem
. *
| genannt Winters Dendenrs Ober; jur Arhfang |
auf den neuen Feldzug gegeben, Diesmal entzoget
ihnen dieſe Geſchenke, weil ihn, wie man meinte,
das Gluaͤk etwas mempfſindlich gemacht habe. Die
L. Tadler dieſes Verfahrens haben jedoch, um sand
2, gerecht in ihrem Urtheile zu fein, dabei vergeffen,
daßier jegt nicht mehr, "wie in den vorigen Fahren, .
42 Tonnen Goldes Huͤlfsgelder aus England bekam,
daß” vie vielen’ ans der Ruffifchen und Schwediſchen
J Gefapgenſchaft zuͤruͤkkehrenden Dffizlere feinter Unter '
flügzung vorzüglich bedurften, ımb daß ihm bas
—
der Verpflegung und zuweilen durch beſondre Dewirs
J thung viel koſtete.
Friedriches Hauptbeftreben Im Fahre 1769 ‚
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| sem PR Sribaindt, einen. der erffen Yogenieug
. hatten. -Den ganzen Winter hindurch arbeiteten be⸗
ſtandig 8000 Bauern und Soldaten, um jede in
der Naͤhe der Feſtung liegende Anhoͤhe ir ein. Fort
zu verwaudeln. Alle Anhoͤhen um Schweidniz fleil \
Daunſchen Heeres lagerten ;. Die Gemeinfihaft nit
der Stadt unterhielten; und von der nahe kampe
renden ‚großen Armee unterſtuͤzt werden Tonniem, -
Dieſe zuſammen mußten von Fri edich erſt wegge⸗
draͤngt werden, the -er ran die Belagerung felber -
deuten konnte Cr Urach im Juni von Breslau auf,
weil ihm -Die, Unserhandlungen mit Ruͤßland, und
die Retrutirangen feiner Armee nicht früher ins Feld
zzu ruͤkken erlaubten. Bei Koſel formirte ſich ein
ſſtarkes Korps, um entweder nach Ungarn zu den
Tatarn zu ſtoßen, wenn fie Wort hielten, oder um
durch Beunruhigungen in Maͤhren einen Theil der
Daunſchen Armee dahin zu lokken. Am 30. Juni
woreinigte ſich das Ruſſiſche Heer beiĩ Lißa ‚mit
en eine Kette von heben, Defefligten Terraffen vor,
uf welchen ſich mehrere einzelne Abtheilungen des
Friedrich auf eben dem Plazze, wo die Preußen
Im Jahre‘ 1757 den bekannten ‚glänzenden Sieg ern.
fochten. Friedrich marſchirte darauf nach Buns - .
zelwiz, von wo ans er Daun's linken Fluͤgel ums
gehen, und. ihn dadurch von Schweidniz ohne Ge⸗
fecht entfernen wollte. Dies glaͤtte uicht· Daun
dblieb unbeweglich auf und neben ſeinen Felſen fe . |
‚ben, und ſchien ſich durch nichts aus feiner Faſſung
gleich
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"ih Hei Jelbwathen vor ein Arxeñd · von
Den kuͤhnen Preußen aufgehoben wurden. ** |
einige Baꝛailloue und Schwabrenen Preußen ;
2coo Koſaben drängen. um Daums linken —*
teryum, und brandſchazten die Graͤuzprovinzen von
Böhmen; Die Koſaken wagten ſich bis Prag, der:
wvuͤſteten das Land und verbreiteten ein ſolches
Schrekken, daß ſchon die ganze Reichsarmee aus
Sachſen nach Böhmen eilen ſollte. Aber die Koſa⸗
: Jen zogen wach: 8 Tagen, mit großer Beute bepalt,
son felber. ab, marſchirten ohne auf ihre Anführer
‚u achten, truppweiſe nach Polen, um ihr erpreſß⸗
NJes Gut zu verkaufen. Friedrich wollte fie noch.
einmal noch Böhmen fchißten, aber ein-unerwarteteß
Ereigniß vereitelte ſeinen Vlan. |
. Da Briedrich gegen den Tinten feindlichen Flügel
wegen der zu vortheilhaften Stellung deſſelben nichts
ausrichten konnte; fo beſchloß er, ſich gegen den
= zechten, Fluͤgel zu wenden, die Anhdhen bei Burs
‚Berddorf und. Leutmans dorf zu beſtuͤrmen,
und fo die Daunſche Armee von Schweidniz abzu⸗
ſchneiden. Eben hatte er die Anſtalten dazugemacht,
‚Muh auf bie Mitwirkung. der Nuffen gerechnet, als
ihm Ezernitfchef Die erfchätternde Nachricht brachte,
daß Peter II, ber fich durch eine Menge uͤhereilter
Schritte bei der Geiſtlichkeit, dem Senate und
dem Bolfe verhaßt gemacht hatte, am 9. Juli vom
Throne geftoßen worden‘, und, wie man damals er⸗
zählte, 6 Tage nachher an der. Kolik geſtorben, wie
. MAN, aber jezt gewiß weiß, oewaltſam ermordet wor
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* rei, Die Ttauerpoſt erruntete gricbtich⸗ —9—
und ließ nene unangenehnie Folgen erwarten. Denn
Peterss Gemalin, Katharina U., welche keine
zufrledene Ehe führte, und ſich durch die Furcht,
berſtoßen und in ein Kloſter eingeſperrt zu werben;
zur Staatsveraͤnderung berechtigt glaubte, hielt
“anfänglich den Konig von Preußen für den Theil⸗
uehmer an Peters gewaltfamen Verfahren, erklaͤrte,
in dieſer Vorausſezzung, ihn in’ einem. Mapla
u feite fir Rußlands aͤrgſten Feind/ ‚ und gab ihren
Truppen in Preußen Befehl, bir Seindfeligkeiten
gegen Friedrich zu erneuern. Aber fie. wurbe bald
"wis ihrem Irrthume geriffen; fie fond bey ihrem
— eigenhaͤndige Briefe von Friedrich, worin
dieſer zur Maͤßigung, zum Vorficht in feinen Anord⸗
. lungen, und zur. Schonung ſeiner Gemalin rieth.
Dieſe edlen und weiſen Rathſchlaͤge ruͤhrten die Ka⸗
tharina, fi fie vwiderrief die heftigen Befehle gegen -.
Preußen, beftätigte.den Frieden. und ermwählte eine
vdllige . Parteilofigkeit. Der, General Egernis
sfcheferhien demnach die Amweifung,. die Preußen
-
“gun verlaffen . und zuroͤl zukommen. Friedrich
wuͤnſchte von dem Daſein der Ruſſen wenigſtens
einen Nuzzen zu Ziehen; er bat den General Czer⸗
nitſchef , ſeinen Abmarſch um 3 Tage aufzuſchieben,
und dem für ben folgenden Tag deſtimmten Angrif,
wenn gleich in Unthätigkelt, doch in Schlachtordnung
| zuzufehen. Die Sorge für die zu treffende Verpfle⸗
- ‚immer rechtfertigen koͤnnen. Ezernitf def wile
„gung feiner. Truppen würde ihn bei feiner Herrſcherin
Solid Br, beſd · 6, RO. L 9. (5 N ligte
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igte ohne Bedenken ein ‚Die Oeſtreicher hatten j ing
deſſen ‚von den Veraͤuderungen in ‚Rußland, noch
nichts erfahren, und als. fie die. Ruſſen gegen, ſich
ber geruͤſtet ſtehen fahen, fo mußten fie fih auf.
ginen blutigen Angrif verfelßen gefaßt machen, Lie
daher eine ſtarke Abtheilung gegen ſi ie aufteilen. u
Am 20. Juli geigte fi auf ber Chene vor den
—**— von Burkersdorf noch keine Spur van einer
Preußen. Aber am 21, Juli Morgens fand wis
aus Der Erde gewachſen eine furchtbate Linie von.
Preußen in Schlachtordnung, welche Friedrich wähs
rend der Nacht gebildet hatte. Eine ungeheure Bats
* terie bon 45 Haubizzen und 12 Kanonen -ragte wie
= ‚durch Zauber entitanden hervor, und eine andre von
30 Kanonen erhob fick auf einer Heinen Nahdhe,
Mit dem: grauenden Tage begannen die Preußen eig -
erichredliches Feuer, wodurch ſie die in den Thaͤlern
ſtehenden feindlichen Reiter und Infanteriſten zur
ſchnellſten Flucht iwangen. Vom Bombardement
unterſtuͤtzt ſtuͤrmten ſie nun gegen die Anhoͤhen. Der
Geueral Neuwied griff die Froute, Lortum den
Mülten, und der ans der Gefangenfchaft beftepte
- Herzog von Bevern die linke Slanfe an. Die Delle
reicher thaten auf den mehrfien Unhöhen, durch die
Neberraſchung der Preußen and den Unbli der
Ruſſen erſchuͤttert, keinen großen Widerfland; fie
flohen. Nur auf einer hohen Flaͤche hielt.ein ſtarkes
Korps Stand. Moͤllendorf aber, der. ſich am
dieſem Tage fehr auszeichnete, HeB 40 Haubizzen
-„.‘*
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| j von ber Ebene auf die Berge, zum Theit durch Men⸗ n
ſchenbaͤnde ſchaffen. Durch ein heftiges Geſchuͤ.
‚feuer geaͤngſtiget, verließen die Oeſtreicher eudlich
‚alle ihre: Poſten; nach 4 Stunden waren alle ver⸗
ſchhanzten Felſen von hen Preußen erobert, 1400
‚Seinde getoͤdtet, und 2000 gefangen. Weder bie, .”
‚ganze Preußifche, noch Deftreichifche Armee hatte an
dem Gefechte Antheil genommen ſondern itur eingee
große Nbtheilungen gefämpft, Daun veräuderte in
Ber ‚folgenden Nacht feine Stelluͤng, er. war vom.
Schweidniz völlig abgeſchnitten, und Friebrich konnte ,
nun die Belagerung ungehindert anfangen; Czei⸗
nitſchef trennte fi, von Friedrichs Großmuth
"und Heldenfinn gerührt, am Tage nach dem Treffen
ungern von-den Preußen, "weil er unter ihren fiege
reichen Fahnen feine Kriegslenntniſſe zu vermeßwens
gewuͤnſcht hätte, en '
..& chweidniz wurde darauf regelmaͤßig De. -
gert. Der Öeneral Zauenzien‚befehligte dag.
Belagerungskorps; der König dekte mit der eine - '
DÄlfte_ der. übrigen Armee: bei. Lamperaderß
und der Herzog von Bevern mit ber andern bei Meis
chenbach die Unternehmungen ber Welngerer, ‚A
8: Anguſt erdfnete man Die Laufgräben, und leitets
die Angriffe von außen, und die Vertheidigung pam ..
innen mit either ſolchen Kunft und abgemeßnen Re⸗
2 gehmdßigkeit,. als noch in dieſem ganzen Kriegeniche
‚gefchehen war. ; Der Preußiſche Jugenieur⸗ Major
Refeore hatte ganz eigne Grundſaͤzze im Anſehung
der Belagerungẽkunſt, Die er kurz vorher als Schrifr⸗
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dr behawtet hatte, und jezt als Vtakutter⸗ Ale
wendette. Er meinte, eine Ir ui durch Minen
unmd den Gebrauch ſogenaunter Druklugeln vor Ab⸗
— lauf von 2 Monaten erobern zu konnen. Sein ehe⸗
waliger. Freund und Kriegskamerad G ribaudal,
atte im Schriften andre Meinungen "vorgetragen,
und ſuchte fie jezt als ſein Gegner und Vercheniger
der Seftung geitend ae machen, | — —
Daun bemuͤhte ſich indeſſen, mit feiner großen
u Armee von 70, bis 80,000 Ham: der bebrängten
Feſtung zu Hälfe za kommen. Er ließ am 16. Ang“
das hei Neichenbach etwas abgefondert ſtehende
Bevernfche Korps von allen Seiten mit großer Webers
- macht durch Lascy, Odonel, Bek und Brentano
anfallen. Die Oeſtreicher erbenteten das Gepaͤt.
Einige Preußiſche Generale wollten es vetthridigen.
Abet der Herzog von: Bevern bofolgte den Grundſaz,
wodurch Friedrich die Schlacht bei Sorr gewann.
Er ließ die Feinde ruhig im Gepaͤkke wuͤhlen. Wer⸗
den wir geſchlagen, ſagte er, fo iſt es doch verloren;
ſiegen wir, ſo wollen wir es bald wieder bekommen.
Nun gebot er, Aberall Feont zu machen, und muthig
zu fechten, da der nicht zu weit eurferme Koͤnig
gewiß Hülfe fenden würde, Dieſe erhielten fie ſchon
“nach den erfien Kanonenſchuͤſſen durch den Prinz
von Wirtemberg, welcher mit ver Kavallerie herans
forengte, und Odonels Abtheilung im erften Auren⸗
‚wen über den Haufen flärzte, Ihm folgte die reitende
Artillerie m vollem "übe, and Gr Ai,
BE 3
— 453. — 22
2 als er. aufam , waren bie Seftreicher Kon mit
einem Verluſt von 12C0 Todten md ı 500 Befangs
nen in die Sicht getrieben. Die Sieger befamen, -
wie ihr Anführer prophezeiht hatte, faſt bas ganze
Gepaͤk wieder. - Daun z0g fih am folgenden Tage u
uͤber Glaz nad) Scharfeneck zuruͤl, wo.er bis zu
— Ende des Feldzuges mit einer Unthuͤtigkeit ſtehen
blieb, welche in Wien ſehr auffiel, md Km lauten
“and Öffentlichen Tadel zuzog.
Der Feſtungskommandant Guasko, welcher
auf keinen Eutſaz rechnen⸗ konnte, trug in der Mitte.
/des Septembers auf eine Kapitulation: bei Sriedrich
an, und erbot ſich, gegen- einen freien Abzug, und
gegen das Verſprechen, ein Jahr lang nicht gegen
ihn zu dienen, die Feſtung zu uͤbergeben. Frie de
rich verwarf dies aus hoͤchſt wichtigen Gruͤnden.
‚Der General Laud on hatte im vorigen Jahre dene
Preußiſchen Markgrafen Karl die empoͤrende Ants '
wort gegeben doß fich fein Hof nicht für verbunden
achte, dem Könige von Preußen in irgend einer
Sache fein Wort zu halten. Sodann wollte -
. Friedrich die feindliche Armee nicht um 12000 .’
Mann tapfrer Krieger vermehren, die er bei einer , ;. ©
ſtandhaften -Belagerung gefangen sehnien Einnte..
Der untericbifche Krieg in den Mine, nnd der ober⸗
irdiſche mit den Batterien wurde von den Preußen
lebhaft fortgeſezt; lange aber konnte Lefevre mit J
allen ſeinen Drukkugeln and Kuͤnſten nichts aus⸗
‚richten, weil Gribaudal feine Unternehmungen
dvereitelte. Lefevte tele ei Ehreals Scriſiſtener
‚und
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F— ib Offnier odemithhet; er weinte wor ehe,
er wuͤnſchte ſich den Ts, er wagte ſich an die ges’
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faͤhrlichſten Orte, Friedrich wurde durch feine Ber⸗
gweiflung ſo geruͤhrt, daß er ihm den unnuͤtzen Ko⸗
ie ſeenauſwand verzich, mb; ihn ſchar trbſtete.
Ednplich bewirkten ein Zufal die ucbergabe, ie,
gewiß erzwungen hätte, Eine Haubizgranate ſchlug
durch einen Balken in einen Gang, und von da in
ein offen ftehendes Magazin; welched mit ir Eents:
wer Pulver angefüllt war. Eine ganze, Baſtion mit
3 ©renadier : Kompägnien. Deftreicher wurde hier⸗
"durch in Die Luft geſprengt; 9 Offiziere, die- an. ber.
Mittagerafe # faßen, und 300. gemeine Soldaten ka⸗
‚men um's Leben. In der Nacht darauf. Hatte auch.
Lefevte die Freude, daß eite Druffugel von 50
Centner Pulver einen Theil des bedekten Weges,/
.... mb alle benachbarten Miuengaͤnge der Feinde ferengs
te, und eine. folche Brefche machte, daß ein Sturm
“mit. leichter Mühe gewagt werben Fonnte, Dies
wollte Guasko nicht abwarten, er ergab fi) dem
Morgen nachher, den 9, Oktober, 63 Lage nad)
_ Erdfnun: g der Lanfgräben.. Un 3000 Oeſtreicher
gen 9000 Mann kamen in Kriegögefangenfchaft; .
352 Kanonen, 1600 Eentner Pulver und faſt 56,000 ,
Kugeln wurden erbeutet. Den Preußen hatten eine
zelus Gefechte und bie Begruͤßungen aus der öeflung
ebenfalls an Kan Dann gefofter,
er wenn aud) fpäter, auf jeden Fall der Hunger .
waren während ber Belagernng geblieben; die uͤbri⸗
gried
x
N
— 455 —
1
griedelch war nach der" Einnahme von
® Hweidnis wieder. Herr von Schlefien, er ſahe
den Feldzug in dieſer Gegend für geendigt an,’ ließ
den Herzog von Bevern mit.einem hinlaͤnglichen
"Korps zuruͤk, und eilte mit den Übrigen Truppen |
nach Sachfen, um feinen Bruder Heinrich zu uns
- terftäjzen. Doch dieſer hatte bereits ſeine Helden⸗
thaten durch ven Sieg bei Freiberg, ven lezten
im ganzen Kriege, gekroͤnt. Er hatte ſich mit Seid⸗
Ri; und Velling deu Sommer hindurch nur mit Mühe
gegen die weit überlegne Menge der Reichstruppen u
unter dem Grafen Stollberg, und der Deftreicher
unter Serbelloni behauptet; und am is. Oftober:
mußte ſich ein von den Reichötruppeir faſt untringted’
Kerps mit einem Berluft von soo Mann bey Frei⸗
berg zurüfziehen, Do diefer Heine Triumph der
Feinde dauerte nur kurze Zeit. Eben diefe Stadt
follte eine ihrer ‚größten Niederlagen bezeichnen, und’
Bie Reihe der Schlachten für den ganzen Krieg bes
ſchließen. Die Reichstruppen und eine ſtarke Ab⸗
theilung Oeſtreicher, erſtere vom Grafen Stollberg,
eo
leztere von Kampitelli geführt, 49 Bataillone und
78 Schwadronen ſtark, hatten fich bei Freiberg vers
ſchanzt, und ſtolz auf ihre Uebermacht, entzogen ſie
ſich der Schlacht gar nicht, welche Heinrich am 29.
Oktober unter guͤnſtigen Umſtaͤnden wagte, damit
er Sachſen reinigte. Die Schlacht dauerte nur
Stunden, aber ſie war entſcheidend. Die kaiſerlichen
leichten Truppen wurden bald geworfen, die Ver⸗
Wonzungen der Reichearmee erſtiegen/ md: leztre .
- ward
— as6 —
Rd R “ fr
J warb. bis uͤber die Mulde gejagt. Der. Km: der
| Oeſterreichiſchen Regimenter hielt ſich zu ſchwach,
Du a allein zu Kämpfen, er flobe yachFürzem Widerſtande.
Der General Seidliz hätte vorzuͤglichen An⸗
J chei am Siege, er verfolgte die. Feinde. bis an die
Thore von Freiberg, und feste fie in ſolches Schrek⸗
ken, daß fie nach Franenſtein fluͤchteten und im
Aurzen Sachſen verließen. Die Preußen verloren
| J wur 1400 Todte und Verwundete, die Feinde aber
an 8000 Mann, worunter 4400 Gefangne waren;
Die Sieger eibeuteten. 28. Kanoten, 9 Sahuen und '
I.
eine Menge Gepät und Magen. Die gefchlagenen —
on ‚ "Zeiflde eilten nach Böhmen ‚ wohin ihnen’ ein flies
gendes Korps yon 6odo Preußen umter. Kleifk nach⸗
Polgte, verfchiebene Magazine zerfidrte, und Dis am
pie Thore voit Prag ſtreifte. Als Friedrich in
Sadyfen ankam, war dies, alles vollendet, er zog
niun von Thuͤringen an durch Sachſen, bie Lauflz
und Schleſien eine Truppenkette, und ſchloß mit
den Oeſtreichern einen Waffenſtillſtand, den ſie gern
annahmen, um ‚ruhige ‚Winterquartiere zu haben .
Die Allürten fahen ihre Unternchmungen, geleis -
tet von ihrem großen Fuͤhrer Fer dinand, ebeufalls
= mit Gluͤk gekrönt, und befchloffen den ‚ Krieg mit -
einen Triunphe. Es war fuͤr fie ein guͤnſtiger
Umſtand, daß der Marſchall Broglio dutch die
Raͤnke feiner Feinde den Oberbefehl verlor, und in
Sonbiſen einen unfaͤhigen Nachfolger hatte. Zwar
wurde lezterm, deſſen Untanglichkeit gar zu klar in
die Augen leuclere, der Raſchon Etrees als
| Biatte
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— mr 0,
Rathgeher an die Seite ann aber. da dieſar keine
volle Gewalt erhielt, und Souhifefi ch nicht einſchraͤr⸗ 9Æ
ken laſſen wollte, ſo Eonuten die Augelegenheiten ver.
Franzoſen nicht aufꝰs weiſeſte gelenkt werden, Ma.
merkte es bald, daß Fein Broglio mehr au ber a,
‚ber. Armee and, Die Franzoſen erlitten einen Unfall⸗
nach dem andern. Am 24, Sumi erhielten fie. eine,”
eutfebgivende Niederlage bei dem Lufifcloffe Wils -.
helmsthal. Ferdinand überrafchte fie 1
im Morgenfehlafe. Ohne die Staudhaftigkeit des
Korps von Stainville waͤre ihr ganzes Lager aufge⸗⸗
hoben worden. Stainville ober rettete die uͤbri⸗
nen, indem er ſich ſelbſt aufopferte. Faſt ſeine ganze
Abtheilung wurde vernichtet, allein ſein kuͤhner Wi⸗
derſtand verſchafte der Armee Zeit, ſich zu eu
tm, und auf ihren NRüfzug bedacht zu fein. “ Sie 5
eilte in voller. Angſt auf den: Kratzzenberg bei affel,
wo fie allen Angriffen Troz bieten fonnte, Sie vers .
. losen über. 4000 Mann, Die Sieger hatten une
‚ einen geringen Verluſt von "einigen hundert Leuten,
wogegen fie 2730 ©efangne machten, Um bie,
Feinde aus dem neu genommenen feften Lager bei. .
Kaffel zu verjggen,, fehnitt ihnen Ferdinand die Yes-
meinſchaft mis Frankfurt ab, woher fie ihren Unters-
halt zogen. Der zwiſchen beiken Drten ſtebende
General Rochambean wurde angegriffen, und in
die Flucht getrieben, wodurch die großen Magozine Zu
bei Rothenburg in die Hände der Deutichen fieien.
Am 23. Juli wurbe ein neuer Sieg von den Alliirten
bel Lutternberg über das Saͤchſiſche Korps Xaver's
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in’
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_ efochten, & geriethen 1000 Greableie und‘ 508
“ Reiter der Sachſen in Sefangenfchaft.
Durch dieſe und -andre teinere Unfälle erſchrekt, |
ünd durch die kuͤnſtlichen Bewegungen derdinands
in die Enge getrieben‘, wußte Gegpife'nicht mehr
wo and, noch ein.“ Er räumte Göttingen ind Müns
‚den, . verließ fein. Lager bei Kaſſel und marſchirte
‚näher an die. Maingegend, un: fih mit der heran
berufenen Armee des Prinzen Konde, der vom Nie⸗
derrhein kam, zu vereinigen. Kaſſel ſelbſt blieb
noch beſezt. Der Erbprinz von Braunſchweig wollte
Bas Kondeſche Korps zuruͤktreiben, ehe es’ die uͤbrie⸗
gen Franzoſen erreichte. Er griff es den 1. Sept.
‚bei Zohannisbetg an: Aber die vortheilhafte Stels
lung der Feinde, ihre Webermacht und: Menge der’
Kavallerie, und eine gefährliche Wunde veränlaßten
das Behlfchlagen:feiner Abſicht. Der noch zu rechs
ter Zeit den Abziehenden zu Hülfe kommende Herzög
Ferdinand verhinderte die voͤllige Niederlage. Doch
hatten die Allirten 2400 Mann eingebuͤßt. Die
Franzdſiſchen Heere vereinigten ſich darauf, und‘
ruͤkten wieder etwas vor, fährten aber nichts beden⸗
teudes aus. Dagegen wanden die Alliirten den lez⸗
_ ten Lorbeerzweig um ihren Siegeskranz durch die
‚Eroberung von Kaſſel. Der Prinz Friedrich
von Braunſchweig -belagerte biefe Feſtung ſeit dem
15. Oktober ſo nachdruͤklich, daß ſich die Franzoſen
den 1. Nov, ergaben. Der Hunger zwang fie vor⸗
naͤmlich. Man hatte in der Stadt nur Pferdefleiſch,
Heber⸗ oder aurbiabret, und mußte das Maß Milch
mit
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mit 1 Salden bezahlen. Zwei Enge naher, d den
3. Non, wurde der vorläufige Friedenstraktat zwi⸗
fehen England und Frankreich unterzeichnet, und anr
10. Febr. 1763 durch den Hauptſchluß bekraͤftigt.
Sm December nahm Ferdinand auf eine ruͤhrende
Art von der alliirten Armee Abſchied, worauf die
Engliſchen Truppen, 16000 Mann‘ Ueberbliebene
von 25000, nad) dem ehrenvollfien Kampfe in ihr.
Vaterland. zuräfgingen. Die Englifhe Natipn war,
“mit Ferdinand's weifer und tapferer Kriegsführung .
fo wohl zufrieden, daß ihm das Parlament durch den
Eprecher des Unterhanſes eine feierliche Dankſagung
zuſchikte, und einen lebenslaͤnglichen Jahrgehalt von
16000 Thalern, oder 3000 Pfund Sterling ausſez⸗ J
te. Det Pariſer Friebe iſt der feinſte Meiſterſtreich
des Franzdfifchen. Miniſters Choiſenl, der durch einige
Federzuͤge mit Ausſchluß von Kanada alle Provinzen
wieder gewann, welche die Englaͤnder den Franzoſen
feit-6 Jahren in allen Erdgegenden mit ihren flege '
ꝛveichen Waffen entriſſen hatten; aber eben diefer
Friede iſt zugleich das ſchimpflichſte Denfmal der
ſchlechten Miniſterſchaft des Lords Bute, und die
Verkuͤndignug deſſelben wurde von allen Britten als
eine Trauerpoſt vernommen. Nach ihnen hatte der
Kdnig Friedrich II. die gerechteſte Urſache, uͤber
den geſchloſſenen Traktat unwillig zu fein, Wider
den ausdruͤklichen Inhalt feines Bundesvereins,
daß kein Friede ohne Zuziehung oder Beiſtimmung
des andern geſchloſſen werden ſollte, hatte Bute mit
den ðromzoſen naterhandelt, ohne ſich um den Ber⸗
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aufgeopfert, Denn von den Ländern der, übrigen
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"pen rechtmäßigen Fuͤrſten zuräfgegebe n werden
ur R tiuer Hof zu Geller und ot: grimieds: iR _
Fr ‚ teteffe, wa wahrzunehmen; ja ‘er hatte ſelbiges fogar
Alliirten, welche noch in Frauzoͤſiſcher Gewalt ſein
möchten, wurde feſtgeſezt, daß fie geräumt, und an
ſollten; aber in Ruͤkſicht der Preußiſchen, von den
Frangoſen beſezten Provinzen hleß es bloß, daß fie
| gerdumt; nicht aber, daß fie an den Konig zurüfs
gegeben werden mößten,. Diele Treuloſigkeit des
Englischen Minifters fonnte leicht von den Deſtreis⸗
⸗
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ern benuzt werden, um nad) dem Awzuge der Frans
zer Klugheit und Schnelligkeit Friedrich'“s vereitelte.
- Marie Therefie ſahe fich jest von ihren
zoſen die ‚netlaffenen Orte einzunehmen; fie machten
auch wirklich: einen Verſuch dazu, den jebod die
mächtigften. Vımtesgenoffen, . von Rußland,
ibr vereinigsen Reichsfuͤrſten, wankte. und bedurfte
nur eines kleinen Stoßes um zu brechen. SFrie⸗
drich verſezte dem Germaniſchen Statenbunde dieſen
Stoß, um ihn ganzı zu trennen, und fein Vorhaben
gluͤkte. Der Waffenſtill ſtand mit Oeſtreich bezog.
ſich nyr auf Sachſen und Schlefien, nicht auf das
Reich. Friedrich ſchikte ſeinen Huſarengeneral Kleiſt
J mit 10,000 Mann wider die Reichsfeinde, Vorzüge
lich nad) Franken, das faſt ganz gegen ihn verbun⸗
den, und heftig wider ihn erbittert war. Kleiſt be⸗
V un vache, ea Nurnhem- durchflog Die
„ wehrs
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Schweden und Fraukreich verlaffen,- und -
‚auch die ſchwache Stözze, der Rohrſtab der mit
⸗
8. Fer: \
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= igor’ —
weheſten Vrorhdaen dee Brei, und d verbreitete
ſich bis an De Ufer'per Donau, wo:er allenthalben
uanermeßliche Kriegsſteuern eintrieb: ESeine Huſa⸗ I
zen; erſchienen 1 Meile vor Regensburg, und eis
- Schreften dadurch Die feindfeliggeſinnten Reichstags⸗ —
. geſandten ſo gewaltig, daß dieſe bei dem Preuß:
- (eben Borfihafter P lotho, den fie feit 7. Jahren
geriugfchauni⸗ angeſehen und uͤbermuͤthig verfolgt
hatten, denräthig um Schuz baten, und um Wera
ſchonen erſuchten. Der Stadtrath flehte durch eine
beſondre Deputation die Gnade des Könige m.--
pn wir mit größen Vollmachten verſehen
„er gewaͤhrte die Buten, und, die Preußiſchen Hufe
ren entfernten ſich. Die: ‚Raiferlichen Generale blie⸗
ben bei dieſen Preußiſchen Streifzuͤgen Anfangs und
thaͤtig, weil fie fich durch Yeir- Waffenſtiſtand gen
bunden glaubten. - Aber nach erhaltnen Befehten .
don Bien zur Gegenwehr, brachen fie aus Böhmer.
auf, vereinigten fich mit einigen Reichstruppen und
ſuchten den Geueral Kleiſt einzuſchließen. Dieſer
zog ſich jedoch. wohlbedaͤchtlich mir vielen: Seifehz
großen Beldfumnen und 12 herigegoßnen, Nürnbers -
ger Kanonen mac) Sachfen zuruͤl. Die beſtuͤrzten
Deutſchen Staͤnde verloren num alle Luſt, ‚den Krieg.
“ fortzufeggen.- Meklenburg verglich fich im Decem⸗
ber mit Friedrich, Baiern bat ihn um Frieden, u
" Mainz that ein Gleiches und ihnen folgten die Bi⸗
ſchoͤffe son Wuͤrzburg und Bamberg, -.:
Friedrich, welcher fein Winterquartier zuerſt
m Meißen, und nachheꝛ in Leipzig nahm⸗
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| u säfete fi inpeffen wit aller Macht, um der veven |
eldzug nachdruͤllich zu, erdfnen und entſcheidend zw
machen, wozu er die wahrfcheinfichfte Ausſi chr hatte, "
Da’ er nur noch gegen De ſt re ich allein zu kaͤmpfen
hranchte, und. alle feine Streitkraͤfte auf einen Punkt
pereinigen konnte. Er wollte das Heer auf 200,000
Mann bringen, welches ihm leicht gelingen mußte,
| indem die uͤhrigen Maͤchte viele Truppen abdankten,
pie” nuu begierig zu Friedrich's Fahnen eilten. Mit
— 25000 Mann ſollten die noch zoͤgernden Reichsfuͤr⸗
ſten vollends zum Frieden gezwungen werden. Zu
he Koften mußte Sachſen feine lezten Huͤlfsmittel
aufbieten. Die Stadt Leipzig ſollte eine außer⸗
5 ordentliche Krlegsſteuer von 400, 000 Dukaten erles.
gen. Durch die Verwendungen des edlen Berliner
Kaufmanns Gott tomwsti ließ fi) Friedrich bewes
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Zen, ehwaß;nachzulaffen; doch mußte Leipzig wirk⸗
ih 1080/000 Dukaten, ‚und 700,080 Thaler. in
vangharer Silbermuͤnze hahlen. Die uͤbrigen Staͤdte
J ynd Kreife wurden gleichfald gezwungen, anfehnlis
je Geld: und "Kombeiträge zu entrichten. Durch
pie Strenge, mit welcher alles beigetrieben wurde,
bewirkte Friedrich nicht bloß bei den -Unterthanen
amd Randftänden, fondern auch bei dem Sächfifchen
Hofe, der bisher noch immer eitle Hofnungen ‚ger
‚näher ‚hatte, bad enbliche fehnliche Verlangen nach
Dem baldigen Frieden. Sachſen that in Wahrheit
: den erfien ernftlich gemeinten Friedensantrag bein.
Könige... Der Saͤchfiſche Geheimerath von Fritſ ch
| begab. ſich im November au ihm nach Meißen
um.
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RE 463
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aud Aberngidt. ihm ein Exhreiben oem. auwprimen
worin dieſch guhrend und dringend um Frieden bat,
und die Geneigtheit des Kojferie, Marie Thereſie das
an⸗ auf · eine folge Art verſicherte, die keinen Zweifel
an der Unfrichtigkeit ibrer Geſinnung übrig ließ,
v
Bie. Hatte die gerechteften Urfachgg, das Ende eines
Krieges zu münfchen,.. der ihren Zwek, die Erobe⸗
xung pon Schleſien und die Demuͤthigung von Arien’
drich, jezt gang unerreichbar machte. Ihre Bundesa
genoſſen waren. abgetreten, ihre Finanzen zerruͤttet, |
ihre Generale aneinig, ‚die Gefundheitsumftänve ie
resſ Gemahls bedenklich, Friedrichs Ruͤſtungen
furchtbar, und alle Vermuthungen vorhanden, daß
Dresden bald erobert, und dann der Krieg wieder
nach Böhmen ‚hin‘ verſezt werden wuͤrde. Es war "
für fie nichts ja gewinnen, aber- viel zu verlieren, .
Friedrich ſehnte ſich von ſeiner Seite nicht minder
nach der Ruͤlkehr der Ruhe, und er bot willig die
Hand zur Ausſdhnung, boch mit ber vorlaͤufigern
.. Bedingung, daß der Status quo oder die Herſtellung
des Zuͤſtandes ‚ wie er vor dem Kriege war, die
* Grundlage der Unterhandlung wäre. . Dies bezog
ſich auf die ‚Herausgabe. von. Glaz, . welches bie
Deſtreicher noch inne hatten, unb-entweder umſouſt |
oder doch gegen eine anderweitige Vergütung ger: -
behalten haͤtten. Entſchloſſen fagte Friedrich: er
| wuͤrde das mit einem Federſtriche nicht weggeben,
was er 7 Jahre hindurch mit dem Degen vertheidigt
habe. Der Wiener Hof, welcher feine Feſtigkeit
kannte/ r wiige in ſein Be es wurde nun
‚ing
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ne Fiebenbeaſennmlang Seren, Eier
Fchlug das Saͤchſifche Jagdſchloß Huͤbertsburg |
‚Hierzu vor, damit er aus feinem Quarte von Leis:
zig aus den Gang der Geſchaͤfte leiten tdicnte: A
kezten Tage des Jahres 1762 verſammelren ſich die
/ rnannten Frieden @öten dafelbft, Miähtrer von keinen
boden Titeln, ‚aber: deſto größern Verdienſten, keine
BStatsminiſter, die nur mit Pracht und Außenſchein
prangten/ ſondern talentvolle Geſchaͤftslente, durch
| „sbre, Einſicht und Redlichkeit, durch Weisheit und
innern Wexth gleich verehrungswuͤrbig; fie waren:
Ber Preußiſche Legationsrath Herzberg, der Kai.
ſerliche Hofrath Kollenb ach, und der Saͤchſtſche
Zeheime Rath Fritſch. Da man mit Ernſt am
Friedenswerke arbritete, und an keinen unnuzzen
boͤrmlichkeiten hing, fo kam der von ganz Drutſch⸗
Bub alleniein gewuͤnſchte Friede bald zu Stande.
- Der einzige Umſtand wegen Glaz verurſachte einige
Du Wergdgetugeti, Der Wiener Hof wußte; wie ger
mmeldet, bereits vorher, daß ſich Friedrich zu dieſem
Ddpfer nicht verſtehen würde, ber: er hofte, ihn
. durch Abtretung eines Theils vom. Fuͤrſtenthum
Neiße, in ſo weit es noch Oeſtreichiſch war, und
durch Geld zur Nnchgiebigfeit. zu Bewegen, "Aber...
auch ffir dieſen Preis wollte Friedrich eine fo wichti⸗
ge Graͤnzfeſtung wicht miſſen. Er draug durch, Alle
Schwierigkeiten wurden gehoben; und die Bevoll⸗
- .. mädhtigten ‘unterzeichneten am 15, Febr. 1763 den
Friedensſchluß. Alles kam wieder in bie Lage, wie
vorhet. Durch einen geheimen Artitel vewſ ichtete
ſich
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er ziiebrich, den dien Sohn der Marie There⸗
fie, den Erzherzog Joſephh, zu einem vömifchen Ada
nig brwaͤhlen zu helfen, und wider die Nachfolge
Oeſtreich im Herzogthum Modena nichts einzus .
wenden, ' Der Krieg von 7 Jahren, einer der denk⸗
würdigften in den neuern Zeiten, hatte alſo feine
weitern Veränderungen bewirkt, als daß er die vor⸗
‚zäglichften.. Deutfchen ‘Provinzen verbbele, ganze
- Menfchengenerationen vertilgte, ungeheure Schuls
denlaften auf die mehrften Europdifchen Staten, mit —\
_ Muönafine von Preußen, wälzte und’ das Bit vie⸗
ler Tauſende von Familien umſtuͤrzte. Preußen bee
rechner feinen Menſchenverluſt zu 190,000 Solda
ten, und zu 33,000. Einwohnern ‚, die durch feind⸗
Uche Mißhandlungen und Mangel ihr Leben vetlo⸗
i
zen. Die Preußen, hatten in 16 Schlachten gen. -
kaͤmpft, und, Maren und Landéhut mitgerechnet,
8 Hauptniebeslagen erlitten. Die Defreicher gaben
ihren Verluſt zu 140,600; bie Zraugofed ur
. 300,000; die Engländer und deren Alliirten zu "-;
‚160,000; die Schweden zu 35,000; die Heide
heere zu 28,000 Menſchen an, Den Ruſſen mag
der Krieg an 120,000, Mann gefoftet haben. Fries |
drich hatte 125 Millionen Thaler, meift freies -
Seh, verbraucht, und zwar die Kaffen erſchoͤpft,
hoch Feine Schulden gemacht. Oeſtreich hingegen vere,
mehrte feine alten Schulden. mit, sco Millionen; .
neuen. Das bedauernöwerthe Sachſen ſchaͤzte fein . ,-
nen Schaden auf 70 Dilionen Reichsthaler.
geiue Vr. Geſch 6.8.1. a0 © 2 Nach
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\ " r "ar a . »
Nach dem sefäögnen rieden begab r ch ber Kd⸗
| ” er nach Schlefien, um ſolche Einrichtungen zw
machen, weiche diefer entfräfteten Provinz wieder
aufhelfen koͤnuten. Seine Ankunft in Berfin war
auf den 30. März beſtimmt. Vom Morgen an was
sen alle Klaffen der Einwohner in’ der. Iebhafteften
and eifrigften ° Bewegung, um ihren großen Monar⸗
chen auf eine wuͤrdige Art zu empfangen. Die
wohlgekleidete Buͤrgerſchaft ſtand vom Koͤnigsthote
an bis zum Schloſſe hin in 2 langen Reihen unter
Gewehr, Die Kaufmannſchaft, das Schlächterges "
werk, die Schüzzengilde zeichneten fi ch durch ihfe
prachtvollen Anzüge und ſchoͤn geſchmuͤkten Pferde,
Die fie ritten, vorzuͤglich aus. Es waren eine Men⸗
ge Ehrenpforten errichtet, und der Stadtrath wartete
an der erſten, um den gekroͤnten Helden und verehr⸗
‚ten Landesvater zu bewillkommnen. Allein Fries
drich, der ſolche Empfangsfeierlichkeiten nicht lieb⸗
ke, ſie auch diesmal ausdruͤklich unterſagt ‚harte,
and durch den. Aublik de& traurigen Schlachtfeldes
von Kunersdrof, über welches er denſelben Nachmit⸗
tag fuhr, zum ſtillen Ernſt geſtimint war, wich der
Triumpfsfeier aus; nahni am ſpaͤten Abende einen
Unmweg durch die Vorſtaͤdte, und kam um 9 Uhr
im Schloſſe an, fo daß die Anſtalten zu feiner Einhoe
‚Bang vergeblich waren,, Er munterte jedoch die nie⸗
dergeſchlagnen Berliner wieder damit auf, daß er die
Toftbaren und glänzenden Erleuchtungen als Augenzeu⸗
ge in allen Straßen befahe, und daß er bald darauf eine
pracht⸗ und when driedenoͤfeier veranſtaltete.
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| Denkwuͤrbigkeiten ‚im‘ Leben Frie⸗ Bu
drich's I. vom Hubertsburger Fries)
2... ben. bis zu feinem Tode..
0 Sorge für das Land. Einführung. der Fran. .
0. Sehen Regie. Beſiznahme von Wefiprenßen: . nu
J Baierſcher Erbfolgekrieg. Juſtizeifer Lezte
3Krauktheit. u N
” 2 Die Menge der Thatfadhen,\ die engen Graͤn⸗
den dieſer Schrift, und das Draͤngen des Dur
kers noͤthigen den Verfaſſer, durch den noch Äbrigen
Zeitraum der Geſchichte Friedrich's mit ſchnellern
Schritten zu eilen, welches um deſto thunlicher iſt,
da die ate Abtheilung dieſes Bandes mit einer ausßs
faͤhrlichen Schilderung der Handlungsweiſe des gros —
- den Königs anhebt, ‘und vieles enthält, wos de
. „gegenwärtigen Ubfchnitt ergänzt und vervollſtaͤndigt.
Vach der ruͤhmlichen Beendigung des Naͤhrigen
Krieges, und waͤhrend der ruhigen Jahre von 1763
bis 3778, welche im ungeftdrten Genuffe’des Zries
7 Da dahinfloſſen, widmete ſich Friedrich gang ®
und eifrig der Sorge, feine" verdveren Provinzen,
‚feinen ausgeleerten Schnz, feine erfihbpften Finan⸗
zen, fein geſchwaͤchtes Heer, und den verfallnen
Wohlſtand feiner Unterthanen "wieder. herzuſtellen.
Alle ſeine Bemuͤhungen waren vom gluͤklichſten Er⸗
. folge begleitet; er veyſezte den Star in einen Zus
Fand; ber viel blähender, als vor. Dem langen
‚Kriege, war; er gab den Monarchie eine Krafı
einen Glanz, und ein Auſehen unter dew erften
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. Mächten), welches fie. noch, nie gehabt, Hatte, und
Wwelches von dem, geringen Unifange des Flaͤchenin⸗
halts kaum zu erwarten war. ‚Die Armee erhöhre
er zu 161,000 Mann, und nach der‘ Erlangung
Weſtpreußen's zu 2C0,0C0, Streitern. . Er’lief.alle
durch den Krieg zerfiörten Staͤdte und Dörfer wieder
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aufbauen; eine große Menge’ neue Dörfer. anlegen, .
“unglaublich viele Kolonien, Zabrifen, Manufaftus
gen errichten, mehrere bebentende Kanäle graben, -
2 große Wrbarmadjungen vornehmen, weire Moräfte
aausttoknen und alle Werbefferungen. veranftalten, des
x
u zen dad Land nur fähig war; und jährlich wendete
‚er wenigfiend 207 oft 30 Tonnen. Goldes zu dieſen
wohlthaͤtigen Bemuͤhungen an.
Freilich ſuchte ſich Friedrich zu feinen vermehrte
ten Ausgaben, zur Vergroͤßerung ſeiner Armeen, und
zur Unlegung eines Schazzes neue, ſtaͤrker fließende
Geldquellen zu erdfnen. -. Unter diefen machte nichts '
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ſo viel Aufſehen, und erregte meht Misvergnuͤgen,
J I ‚als die Einführung der Franzoͤſiſchen Regie, uder
einer neu errichteten Acciſeverwalt ung, welche
der Aufficht. aller Minifter, und ver Leitung des Genen’
zaldireftoriums entzogen, und dafür einer Anzahl von
Franzoſen anvertraut wurde. "Gleich nach dem 7jaͤh⸗
rigen Kriege.verlaugte Friedrich vor feinen Mini⸗
ſtern, daß fie ihm Vorſchlaͤge jur Erhöhung, der Lane .
peseinkuͤnfte machen: follten.. Dieſe ehrlichen Deuts
ſchen Männer verficherten den König, daß das Volk
nach dem Drukke cines zeritdrenden Krieges Feine gibs
Bern Laſten tragen, und die Kraft des Landes keinen
Bo“ — -
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ſchwe⸗
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ſehthaernaibgeden gewachfen PS Dies verdroß“ einen nn
Fuͤrſten ; der ſo viel, was andern unmöglich ſchien, Er
ſchon moͤglich gemacht hatte, und der eine aufgefaßte
gIdee nicht fo leicht fahren ließ. Er farin hin und ber,’
„seite Wuͤnſche zu befriedigen. Man beſchuldiget, ob:
mwit Recht, iſt noch nicht vbllig erwieſen, den Generäl
vdon Krokow, ehemals Franzoͤſi ſchen, Damals Preu⸗
Bifchen Offizier, daß er den König zuerſt auf die Frans’
zoſen, als erfinderiſche Projeltmacher aufmerkſam ge⸗
macht, und ihm den Generalpaͤchter und Scoriftfieller)
. #
Helvetius als einen Mann, der guten Rath pi
neuen Einkuͤnften zu geben wüßte, vorgeſchlagen habe.!
Sbv viet iſt gewiß, daß Helverins im Jahre 1764 zu
Potsdam erfchien , "und: daß diefer Fremdling alles,
und mehr, als der König anfänglich erwartete, einzu⸗ J
richten und anzuordnen wußte, wozu ſich fein Deut?
“ fiber kühn oder geſchikt genug finden ließ. Die Ver⸗
—
handlungen gediehen ſo weit, daß die neue Ordnung der·
Dinge im Jahr ı 1766 den Anfangriahm, undden Muth} - - _
der Unterthanen ſehr nieverfchlug. Der Herr vom
La una y erhielt die Oberaufficht über das ganze Ger.
kai Unter ihm ftanden eine Menge Franzoſen, die
zum Theil als Bettler und Abenteurer ihr Vaterland
verließen, im elendeſten Aufzuge nach Berlin firdmten,
und'bald in den Preufifchen Staten eine wichtige Rol⸗
R ſplelten. Durch ihre Unbelanntſchaft mit der Lau⸗
desſprache, "durch ihre Frauzoͤſiſche Windbeutelei, u
durch ‚ihren Uebermuth machten ſich die mehrſten⸗
tind manche noch burch ihre Rnubbegierde den Deut⸗
Sons sethaßt und a Viele zelanrn |
Une
een
elheinllis⸗ fügen nach kurzer zei an, fie I präce-
‚ tig zu kleiden, ſich unverſchaͤmt Zu’ betragen und lek⸗
ker zu leben. Nicht die Sache ſelbſt, die in der That
weniger druͤkkeud war, als fie verſchrien wurde, ſon⸗
dern die Menſcheugattung, welche fie verwaltete, bers
urſachte allgemeines Murten, und Bittern Tadel.
Seit der Schlacht von Roßbach waren bie Deutſchen
gewohnt / die Franzoſen mit veraͤchtlichen Blikken zu
betrachten; und nun ſollten ſie ſich von ſolchen Men⸗
ſchen beherrſchen, im Innern ihrer Wohnungen befeh⸗
In, alle Augenblikke ihre verborgenften Gemächer.
durchſuchen laſſen; dies kam ihnen hart und unaus⸗
ſtehlich vor. Die Plakkereien der Untelbedienten gin⸗
gen Anfangs in's Weite, um der. geringfügigften Sa⸗
che willen erregten fie die Fofifpieligften Progefle, und.
‚ behielt dew ehrliche Deutſche am Ende Recht, fo mußte
er boch bie Interfuchungstoften bezahlen.” Das heiße,
Frauzoͤſi ſche Juſtiz! In Kroſſen hatte ein Kaufmann.
- ‚in Stüf Staagentobak an einen Bauer von dem
Werthe eines, Groſchen verkauft; es fehlte dad Sie-
gel daran, weil es von einer ganzen Rolle abgeſchnit⸗
ten war, und doch nicht jeder Abfchnits ein Siegel
haben konnte. Ein Sranzöfifcher Kommis nahm dem
Bauer den ungeſiegelten Tobak ab, und erregte einen
langwierigen Prozeß, welcher die Unſchuld des Kauf⸗
man's völlig an's Tageslicht brachte; leztrer wurde
freigeſprochen, aber zu. dem. vorhergegangnen Vers
druſſe fügte man nad) bie Krankung hinzu, daß der
Gerechtfertigte mehr als 100 Thaler Koſten erlegen
mußte. Abhnliche Beine trugen fich bſtrer zu aa bis.
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r Htitch dem Könige zu Ohren kamen und durch ihr |
ſtrenge unterſagt und kraͤftig verhindert wurden,
Friedrich's Abſicht ging nicht ſo wohl auf Bela⸗
ſtung der niedern und Ärmern Volksklaſſen, als viel⸗
miehr auf Beſteurung der Reichens daher deun die
—*
Luxusartikel und fremde Produfte mit ſtarken Mögar
ben belegt, nothwendige Lebensbeduͤrfniſſe hi ingegen
‚und innere Sabrifate weniger befteuert wurden, Lau⸗
nay meldet in öffentlichen Augaben, daß das Sram -
zoͤſi ifche Finanzſiſtem von: 1766 bis 1786, alfo-in 20
Jahren, einen reinen Gewinn von 42 Millionen, und‘
718,000 ‚Thalern eingebracht habe, - Rerhnet mas -
hierzu noch die Erhebungskoſten fuͤr die Franzoſen,
fo erhellet daraus, daß die. Preußen in diefer Beit
57 Millionen mehr bezahle haben, als fie nach der‘
vorigen Verfaſſung bezahlt haben würden, _ ,
Ein anderes Mittel, die Einkünfte zu vermehren, "
ward dem Könige von einemlbankerutten Kaufmanne⸗
Namens Räbaud aus Marſeille, angegeben. Die⸗
fer Plusmacher hatte eine Zeitlang den Zranzdfilhen
Tobakspachtern gedient, und beredete den Kd⸗
nig, ihm gegen eine jaͤhrliche Abgabe von ı Million
den Alleinhandel mit Tobak in den Preußiſchen
Staten zu verpachten. Sein Vorſchlag fand Beifall.
Aber Ruͤbaud konnte dad Geld zur erſten Aulage
nicht ſchaffen; ohnedem erhoͤhte er die Preiſe ſo er⸗
ſtaunlich, daß der Landmann für dad Pfand ber E
ſchlechteſten Sorte 9 Grofchen, und der Soldat 5.
Groſchen bezahlen follte. Der Pacht wurde ihm da⸗
her wieder bornommen/ amd im Jahre »D5 einer
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am or
B Geſellſchatt von 16 Berliner Tobaksfabrikanten uber⸗
laſſen, weiche ſich anheiſchig machten, ı Tonne Gol⸗
7.965 Pachr mehr zu bezahlen, und dennoch den gemei⸗
uen Tobak anftatt für 9 und 5 Groſchen, ohne Unters
ſchied für 3 Groſchen zu verfaufen, Aber fie konnten
ihr Merfprechen nicht erfüllen, Eonnten weder Pacht,
noch Kaution aufbringen; und dies 'veranlaßte den
König, daß er fie im Jahre 1766 ihrer Verbindlich,
keit entließ, von htm an den Alleinhandel mit
Dem Tobak ſelbſt übernahm, und eine befonbre
Oeneraltobafd-Berwaltung anmrdnete, wos
: ‚beier eine Menge Invaliden von der Armee nerforgte,
und wovon er am Ende feiner Regierung einen reinen
VUeberſchuß von ı Million und 2 Tonnen Goldes zum
Gewinn hatte, ine ben Kaufleuten eben fo nnan⸗
. . genehme umb dem Publiko gleich laftige Neuerung .
war bie Kaffeelieferung, welche fib Fries
drich feit 1767 anschließend zuelgnete, und die
‚Hohe Abgabe, welche er Auf den Verbrauch dieſes
Leblingsgetraͤnkes legte. Seine Verfügungen bier»
Über wurden mit der Folgezeit immer druͤkkender,
und ſchraͤnkten die natuͤrliche Freiheit mit ungewohn⸗
2er Streuge ein, Sim Jahre 1782 verbot der König
den Einwohnern ſogar das eigne Brennen des rohen
Kaffee's, and befahl, den von der Franzdfiſchen Regie
gebraunten, in Büchfen und Paketen geſto. ı Kaffee
‚zu kaufen, Nur die Adlichen, die Offiziere, die Mit
glieder der Landestollegien und die Geifilichen erhiels
“ ‚sen Brennfcheine, und mit ihnen die Erlaube
niß, ihren Berarf ſelber zu breunen. Um moͤgliche
| | Uns
⸗ *
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N 6
—RX& 473 — . L ol
ünterſchleiſe zu verhindern, oder zu beſtrafen, wur⸗
den befondre-Kaffeeriecher angeſtellt; eine eigne
Menſchengattung von Aufpaſſern, welche die Straßen |
, uf: und abmanderten, umd gleich Spuͤrhunden an
' alten Thuͤren und Fenſtern ihre Geruchsnerven an⸗
ſpannten, um zu riechen, ob irgendwo Kaffee ge⸗
brannt worden waͤre. Eine ſolche Masregel mußte
allgemeines Murten ‚erregen, und das Gefühf jeves |
Buoͤrgers zum BVerdruß aufreizen, da er in feinem
Haufe ländlichen Viſitationen ausgeſezt war. Hier⸗
zu kam, daß der Negies Kaffee fehlecht, oft, wie man |
klagte, mit: fremden Zufäzzen verfaͤlſcht and außers
—
ordentlich theuer war; denn das Loth koſtete Gro⸗
ſchen. Dies lokte zum Schleichhandel; es wurde
‚eine ungeheure Menge Kaffee aus dem Auslande aller
Verbote, aller Strafen ungeachtet eingebracht ; ‚gans
ze Trupps geſellten fich zu einander, griffen die fie
niglichen Aufpaffer- an und richteten fie nicht. ſelten
übel zu. Viele wurden entdekt und hart gegächtis
get; aber noch mehtere kamen durch, und das Konz
trebandiren nahm ſo überhand, daß Feine Macht es
“ Air verhindern zureichte. Friedrich erkaunte eß
endlich, daß ſeine Strenge die Graͤnzen der Billigkeit J
uͤberſtieg. JIm Jahre 1784 milderte er daher die
Härte dieſer Anordnungen. Er erniedrigte die Abgas
ben aufden Kaffee bis auf die Hälfte, und fezte die '
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Preiſe ſehr herab. In ſeiner Bekanntmachung vom \
20. Mai geſteht er ſelber, daß durch den Reiz zum
Schleihhandel Zufammenrottirungen und Erceffe an
oo den orarzen enifanden, und durch dab Bollpfropfen
ber
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“ : — 4714 — ee
"per Feſtaugen mit Ertappten dem State. nözliche |
. Bürger, den Aeltern erziehungöbebürftige Kinder, und
dem Akkerbaue, fo wie.den Fabriken brauchbare Hands -
arbeiter entzogen worden wären. Der Moralift koͤnn⸗
te noch hinzuſezzen, daß ber Volföfarakter dadurch
verdorben werden mußte. Das Kontrebandiren hoͤrte
darum nicht auf; denn die Franzöfifche Regie forgte
dafür, daß ed niemals an Gegenſtuͤnden dazu fehlte,
indem ſie an Projekten zu immer neuen Einſchraͤn⸗
5 kungen unerfchöpflich war. Fri edri d 8 Abſichten
x
indeſſen waren wohlgemeint,. er. wollte das Geld im
Lande behalten, die Unterthanen von unmöthigen Bes .
bärfniffen entwoͤhnen, und den Kunfifleiß bei inlaͤn⸗
diſchen Manufakturen beleben, Much gereicht: es ihm
zum unvergänglichen Ruhme, daß er-die vermehrten
Einkuͤnfte nicht in üppigen Hoffeften verſchwendete,
nicht an: unwuͤrdige Luſtdirnen oder verdienſtloſe
Guͤnſilinge wegwarf, ſondern fie zur Vertheidigung
des Vaterlaudes anwandte, zur Unterſtuͤzzung ber
‚Mothleidegben oder zur Verbefferung der Landeskul⸗
tur verſcheukte, und fir Zeiten der Noth aufſparte.
Die Aufmerkſamkeit, welche Friedrich den innern
Angelegenheiten widmete, hielt ihn nicht ab, an den
‚großen Ereigniſſen Europa's einen thaͤtigen und
kraͤftigen Antheil zu nehmen. Bald nach dem Hu⸗
bertsburger Frieden ſchloß er" ein Schuss
vbuͤnd niß min Rußland, wodurch er die Ruhe feines
‚Rande ficherte, und in. Zufunft wichtige Bortheile
erlangte. Diefer Verbindung gemäß wirkte er mit
ber Kaiſerin von Rußland im Jahre 1764 dahin,
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| — 475 —
an die-Stelt des am 5. oft, 1763 verſtorbenen Kb⸗
nigs, Anguſt UL, den Grafen Stauislaus
——— einen beſondern Liebling der Kai⸗ Er
ſerin Katharina II., auf ben Polniſchen Thron zu
erheben, und den gedruͤkten Diſſidenten, oder den
von der herrſchenden katholiſchen Kirche abweichen⸗
den Religionsparteien Gewiſſensfreiheit und buͤrger⸗
lichen Schuz zu verleihen. Beides verdroß einen
Teil ber Polnifchen Nation, welcher Durch die Käufe:
des Franzöfifchen Minifters Choiſeul noch mehr
zum Widerſtande gegen Rußland .gereizt wurde, Im
Mai des Jahres 1768 bildete fich zu Bar eine Kons
föderation, die dem neuen Könige feine Krone und
"den Diffidenten ihre Rechte wieder entreißen wollte,
Sie griffen die Ruffifchen Truppen au, wurden aber _
allenthalben aus einander getrieben, und einmal ſelbſt
vis in's Türlifche Gebiet verfolgt, bei welcher Gele⸗
genheit die Stadt Balta in Brand gerieth. Dies
ergrif der Tuͤrkiſche Hof als Vorwand, dei Ruſſen
den Krieg anzukuͤndigen, zu dem er laͤugſt durch die
Konfdderirten ermuntert und durch die Franzoſen
berebet- worden war, Friedrich mußte jezt vers
möge feiner Allianz jährlich 480,000 Thaler Huͤlfs⸗
. gelder an Rußland geben. - Zugleich fandte er eine-
Menge Offiziere zur Ruſſiſchen Armee, die den Feld⸗
zůͤgen als. Freiwillige beiwohnten, Die Ruſſen ers’
fochten die glänzendften Siege über die. wilden.
Schwaͤrme ver Tuͤrken, wodurd) der Verliner und
Wiener Hof beforgt zu werben anfingen, Rußland's
‚ Mac, abe zu hoch Reigen, u und ihnen einſt ge⸗
Mit
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— er
“Akon erden. "Friedrich und Joſeph I. —*
herten ſich daher einander, und fähen ſich bei einem
freundſchaftlichen Beſuche, welchen der Kaiſer dem
"Könige 1769 zu Neiße abſtattete. Beide begeg⸗
neien ſich mit Hochachtung und zuvorkommendet
Gefaͤlligkeit, welche in Freundſchaft Öberging, °, Kür
Deſtreich giebt es kein Schleſien mehr,“ rief der
geruͤhrte Kaiſer aus. Und Friedrich verſicherte, daß
dieſer Tag der ſchoͤnſte ſeines Lrbens wäre,
benn er würde der Zeitpunkt der Vereinigung zweiet
Staten fein, die nur zu lange Feinde geweſen waͤ⸗
ven, und deren Vortheil es erfordere, fich, lieber bei⸗
zuſtehen, als aufzureiben. „Sie verabredeten, den
Ruſſen friedliche Geſinnungen einzufloͤßen, und ſelber
die ſtrengſte Neutralität zu beobachten. "Friedrich
kam im Sept. 1770 zum 2ten Male mit dem Kaifer
im Lager bet Neuftadt in Mähren zuſammen, wo
ſie Ach ihre Beforgniffe wegen des ſtets zunehmenden
Siegesgluͤks der Ruſſen mittheilten, und eben durch
einen Eilboten aus Konſtaminopel von der Pforte zit
Srievenspermittiern angefleht wurden.” Friedrich -
‚übernahm dies menſchenfreundliche und nüzliche Ge⸗
ſchaͤſt mit vorzuͤglichem Eifer, ba er bei der Ruffls
ſchen Kaiferin in. großem Zutranen ftand. Diefe
Sache nahm bald eine Wendung, welche ein neues,
bisher noch nicht gefehenes Schaufpief berbeifährte;
und dies war die Theilung von Polen, melde
ohne Schwertichlag, und ohne eigentlichen Kriegs⸗
gebrauch nach bloßer Konvenienz vollfuͤhrt wurde, .
Friedrichs Reiber, welche ihr. aller Wahrheit
BE | zuwider .
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nurider eine unbegränjte Cänderfurht- andichten, , be u
haupten, daß er dieſe Sache ſeit vielen Jahren vor⸗
bereitet‘ und im Geheim veranlaßt habe. Allein es iſt
nunmehr ausgemacht, daß ihm ein ſolcher Entwurf⸗
gar nicht in den Sinn gekommen, und daß er
‚nur zufällig, durch fremden "Antrieb bewogen
worden ift, fee Macht anf eine, Art zu vergrößern, .
die fich wie von Ungefähr anbot. Die Haupturſache
war da6 Benehmen des Wiener Hofe, Da vie
Ruſſi ifchen Friedensbedingun en das Jutereſſe Seſt⸗
reichs zu gefaͤhrden ſchienen, ließ die Kaiſein Mas
rie Thereſie ohne Mitwiſſen der andern Maͤchte
#172 Truppen nach Polen ruͤlken, und die wichtige
an Ungarn, gränzende Zipſer Statoflei in Beſi iz. neh⸗
men, welche ein alter Ungariſcher König für 400,008
- Dulaten an Polen verpfänder haste, Der Prinz
| Heinrich, Bruder des Könige, war gerade damals
in Peteröburg; die Kaiferin Katharina äußerte gegen
ihn, daß, wenn Deflteich die Polnifchen, Unruhen:
benuzzen wollte, die andern Nachbarn ſich gleiche
Sreiheit nehmen und Polen verkleinern -Lönnten,
\ Friedrich faßte dieſe Idee auf, und da die großen
Kaiſerhoͤfe einmal entſchloſſen waren, Polen fuͤr ſich
zu zerſplittern, ſo hielt er es auch nicht fuͤr Unrecht,
gewiſſe alte Anſpruͤche hervorzuſuchen und einen
Theil von. Polen an ſich zu ziehen. Cr vereinigte
ſich zuerſt mit Rußland uͤber die zu nehmenden Mas⸗
egeln, und ſchloß mit ihm 1773 einen foͤrmlichen |
Theilungstraktat, welchem Oeſtreich endlich beis
J— Bin, Bu Preußifge Staat erhielt ganz Pole
| niſch⸗
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J niſch⸗ Preußen y mit Ausnahme von Thorn und
Danzig, welche ‚beiden Srädte durch Englands
Betrieb und den Ruffi ſchen Willen noch ihre Ver⸗
faſſung behielten. Friedrich wollte Anfangs eis
nen Theil von Großpolen, die Woiwodſchaften Pos
- fen umd Kaliſch in Beſiz nehmen, und diexches
v4
mialige Verbindung diefer Länder mit Schlefien als
Grund der Eroberung anführen. Der Minifter von
-. Herzberg flelte ihm aber vor, daß die Einverleis
bung von Polnifch > Preußen in feine Staten
u beſſere Vortheile gewaͤhre, indem es Altpreußen mit |
Pommern verbinde, den- Hauptkdrper der Dionars
chie in einen feften Zuſammenhang bringe, und durch
den Weichfelftrom den Handel begünftige. Er wer
es auch, welcher die Benennung Weſtpreußen für
| ſchiklicher, als die biöherige hielt. Friedrich fand
bie Gruͤnde feines Minifters wichtig, billigte feine Vor⸗
ſWlaͤge, und uͤberließ ihm die Sorge, aus der Ruͤſtkam⸗
mer alter Dokuniente und Urkunden die ſcheinbare
.
Rechtmaͤßigkeit ſeiner Anſpruͤche zu beweiſen. Hay: .
berg verfertigte darauf eine Statöfchrift, welche ein
on Meiſterſtuͤk ihrer Art iſt, und alles enthielt,“ was
zu. Gunften Preußen’s :gefagt "werden. konnte
Sriedrich bewnuderte die Geſchiklichkeit feines
Minifters, Europa Dachte davon, was es wollte,
und Herzberg fagte freimuͤthig bei einer andern Gele⸗
- genheit: die Preufifhen Gründe hätten.
wenigfiens weit mehr für ſich Hchabt,
als die Anfprüäche andrer Mächte. Dus
mag iin: Merlwurdig u und effend iſt der Ausſpruch |
— des
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j der Rbnige b von Polen, welcher fagte: alle Thronen
Europens wuͤrden erſchuͤttert werden, wenn ſolche
weit hergeholten Anſpruͤche auf jeden Staat ange⸗
wendet werden ſollten. Indeffen fein Widerſpruch,
und die Proteſtationen ber Republik Polen's waren
| vergebens; beide mußten zulezt in bie harte Noth⸗
wendigfeit willigen und fich unter die Gewalt beu⸗
gen. Sie mußten zugleich der Oberlehnsherrlichkeit
“auf die Herrſchaften Lauenbuzg und’ Buͤtow, und
‚dem Ruͤkfall des Königreichs Preußen, wenn der
Brandenburgiſche Herrſcherſtamm amöginge, 'enta.
ſagen.
Einige Jahre nachher Hatte Friebrich Gelegenheit,
feinen Edelmuth und feine Uneigennuͤzzigkeit, feinen
- Eifer für dab ‚Gleichgewicht Earopen’s ind für die. |
Aufrechthalsung der Deutfchen Berfaffung im fchöne '
ſten Lichte zu zeigen. Der Kurfuͤrſt Maximilian
FJoſeph om Baiern ſtarb den 30. Desember
1777 im 51. Lebensjahre, mehr durch die Verwahr⸗
loſung des Leibarztes, als an den ‘Folgen der Blat⸗
term Er hinterließ eine Kinder. Mit ihm erloſch
der ee Baierſche Hauptſtamm. Allen Rechten
nach fiel nun ſein Land an die zweite Hauptlinie,
die Pfälzifche, welche mit ihm einerlei Urſprung
hatie, einſt zuſammengehoͤrt und durch 2 Brüder
Karl Theodor von: der Malz wurde auch von
den. Baierfchen Ständen noch am Sterbetage des
legten Regenten als geſezmaͤßiger Nachfolger aner⸗
Tomıt und Zul bafür auögerufen, Der kaiſer⸗
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Be liche Hof hatte: Kon (Ang einen ; Din entioorfen,
0 ‘Baiern ganz ober größtentheils an fich zit ‚reißen,
Jezt ſchien hierzu der bequemfte Zeitpunkt zu fein,
Marie Therefie, ‚welche aller Unruhen müde
war, und für ſich felber nach feinen neuen Eroberuns
‚ gen trachtete, ließ ſich durch ihren Sohn, den Kaifer
Joſeph, amd durch den Minifter Kauniz bereden,
den ſchoͤnſten und beſten Theil von Baiern unter dem
Vorwande eined erdfneten Reichslehns mit ihren
Truppen zu beſezzen. Der beſtuͤrzte Kurfuͤrſt Karl
Theodor, deſſen Raͤthe von Oeſtreich gewonnen
F wären, hielt allen Widerſtand für unnuͤz; er unters
zeichnete anı 18. San. 1778 einen Träftat, nach _
welchem er ganz Niederbaiern nebft einigen ans .
dein Diftriften, zuſammen 2 ‚Drittheile der. Erbſchaft,
an Oeſtreich abtrat. Europa erſtaunte, Deutſchland
zitterte, alles ſchwieg. Nur F riedrich II erhob
feine Stimme gegen dieſe offenbare Ungerechtigkeit,
welche, wenn fie einmal erlaubt wurde, in Zukunft
dfterer wieberholt werden, die Freiheit aller Deuts
ſchen Reichsſtaͤnde bedrohen, und dem Wiener Hofe
ein gefährliches Uebergewicht verfchaffen Eoımte, Da
der neue Kurfürft von Pfalz» Baiern gleichfalls
| Tinderloß war, fo haste fein’ naͤchſter Ötammpetter,
- der Herzog von Zweibrüffen die gegrünbetefte Hofe
ung zur Erbfolge. Diefer betrachtete zwar gleich
Anfangs das Deftreichifihe Vorhaben mit Unzufries
denheit; aber anch er hätte fich beinahe aus Furcht
zur Unterfchrift des obigen Abtretungsvergleiches
bewegen laſſem Doſh da er auf Preußiſchen Schi.
| rechnen
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technen konnte, ß aheb er den lauteſten Biderforadi; |
Außerdem machte der Kurfürft von Sachſen, Namens
feiner Mutter, einer‘ Schwefter des verfiorbenen
-Kurfärften von Baiern, an mehrere Weiberfehne,
113 Guͤter, und an die Allodial-Erbſchaft gerechte
Anſpruͤche, deren Werth an Gelde zuſammen 47
. Millionen Gulden betrug. Der Wiener Hof wollte
ſich auf nichts won alle dem einlaſſen. Friedrich
Abernahm die großmüthige Rolle „eines Befchhz
feiner gefränften Mitſtaͤnde; erunterhandelte, ſchrieb,
ermälnte anfänglich mit fanfter Mäßigung, ſedann
aber mit männlicher Feffigkeit. Und da das Wener
Kabinet keinen Schritt weichen, keinen zuräfthum
wollte, fo verſammelte er feine Truppen theils in
Schlefien, theils bei Dresden, Der Kaifer begunm
Indeffen einen eigenhändigen . Briefiwerhfel mit
Triedrich, und zu Merlin unterhandelte man noch
vinige Zeit, Joſe ph firchte jedoch nur Zeit zu gen
winnen, um felne Morbereitungen in Boͤhmen zu
. vollenden, Er legte hinter der Elbe von Königin
grag bis Arnau unüberfleigfiche Verfchanzunges '
an, welche mit 100,000 Mann beſezt wurden. Eine
andre eben fo flarke Armee befehligse Laudon an ben
‚Grenzen der Lauſiz bei iReichenbach, Gabel und Schluk⸗
kenaun. Ftiedrich brach am 4. Juli 1778 alle
Unterhandlungen ab, und ruͤlte 2 Tage nachher mit
73000 Mann uͤberNachod nach Boͤhmen ein, und
ſtellte ſich dem furchtbaren Lager des Kaifers gegen
Aber. . Einige Wochen ſpaͤter drang der Prinz Hein⸗
vallus Br, Oel. 6, RL LM. (HH. vi
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— 482 —
rich mit einem andern Heere ‘son 60 — Preußen,
mit welchen fi) 29000 Sachſen versinfgten, sur
Erſtaunen der Welt über ganz. unpangbare. Gegenden
über Hanſpach und Rumhurg, und-ayı linken Elbe
ufer in Böhmen ein,. beſezte Leumeriz wo er. ein
großes‘ Magazin erbeutete, breitege ſich im Leutmes
rizzer und. Bunzlauer Kreife and, brachte Prag im
Beſtoͤrzung und nbthigte den General: Laudon,
zer kein Treffen wagen wollte, zum Ruͤtzuge. Ca
ropa erwartete wichtige Kriegsbegebenheiten;
glaubte. Stroͤme von Blur fließen zu.feben, ba faſt
400,000 Ötreiter unter den. Waffen einander · in der
u Maͤhe ſtanden. Aber Friedrich war, vom Alter
gebengt, durch Muͤhſeligkeiten eutkraͤftet, vom Ju⸗
gendfeuer verlaſſen, vicht geneigt, einen ungewiſſen
*
und langwierigen Kampf. zu wagen; von einer dh
Sichen-Denkungsart: der Marie: Therefie uͤberzeugt,
Hefte er. immer noch. auf eind Umaͤnderung des. Oeſt⸗
reichiſchen Syſtems; er griff nicht an, ließ ſich nicht
angreifen, begnuͤgte ſich, die druͤkkende Laſt, fremde
und eigne Armeen auf feinem Boden zu erhalten,
in's feindliche Land geworfen zu babe, und sog fich
nach Aufzehrung aller Lebensmittel im September
mit Klugheit und Much.wieder zuruͤk, ba er fich den
Winter über in einem rauhen Lande unter Selfen
und in Waldungen beim Einfeifien vieler Fieber und
fouliger Krankheiten wicht halten fonnte, Es wurde
“ wieder lebhaft unterhandelt; Fra nkreich nahe
n zwar keinen thaͤngen & Amtheil, Rinne über den. Vers
liner
— 483 —
Gimet führen bei, und Rust and einterfihzte f fie
nachdruͤtllich. Im November erklärte die Kaiferin
Katharine, daß fie mir Preußen gemeinſchaftlich
handeln wuͤrde, wenn Defireich den beeinträchtigten
ZJaͤrſten keine Genugthung gaͤde. Diefe Borfiele
Jung wirkte auf die friedliehende Maria There _
fin; fie: nahm die Nuffifche und Franzöfifche Ver⸗
mittlung an, ſchloß im Anfang März 1779 dinen
Waffenſtillſtand, und veranftaltete den Frjedeuskon⸗
greß zu Teſchen. Aller guͤnſtigen Ausſichten un⸗
geachtet ſchien die Ausſohnung nicht zu Stande kom⸗ |
men zu. wollen, da ‚der. Kaifer Joſeph Die Zortfege
zung des ‚Krieges, wünfchte, und fich vor. Rußland,
das mit den Türken Krieg fuͤhrte, eben nicht fuͤrchtett.
Aber zum Heile der Menſchheit uͤberbrachte am 20.
April ein Ruſſiſcher Eilbote die Nachricht vom Ende
aller Feindſeligkeiten zwiſchen Rußland und Der
Tuͤrkei. Diefe Nachricht erfchätterge den Oeſtrei⸗
chiſchen Geſandten; ; er gab feinen Anweiſungen zu
‚Bolge'nach,. und der Friede wurde am 13. Mai, am
Geburtötage der Maria Therefia, unterzeichnet.
Deftreich befam 7 Pfleggerichte, nänılich denjenigen
Theil, welcher zwifchen der Donau, Ian und Salzach
Hegt, und gab alles übrige an Pfalzbaiern heraus.
Sachſen bekam anſtatt des Allodialerbes 6 Millio-
nen Gulden, welche Pfalzbaiern binnen 12 Jahren
bezatzlen ſollte; Friedrich aber forderte fuͤr 13
Millionen verwendete Kriegskoſten feinen Erſaz,
fondern- 508 die wahre, Ent, als Deutfiher Patriot -
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Gutes bewirkt. ‚zu „Haben ’ alen —R Bord
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oo. Oeſtreich konnte die Berftbruüg, feines Planes,
durch die Beſiznahme Baierus ſeine Hauptmacht
u verfiärken und feine Länder zu runben , nicht vers
ſchmerzen. Es fuchte felbigen auf eine andere Urt.
N bewerftelligen. Es wollte dies nahe, fruchtbare,
‚und einer größern Kultur fähige Land gegen bie ents
fernten, weniger einträgfichen und ihm nur laͤſtiigen
—Niederlande vertaufchen. Bon Seiten des Kurfaͤr⸗
ſten von Pfalzbaiern ſchien keine Schwierigkeit eins
zutreten; aber der Herzog von Zweibtuͤkken weigerte
ſich durchaus, einen offenbar ungleichen Tauſch gut
u heißen, und fand wiederum in⸗ Frie drich einen
Beſchuͤzzer feiner Gerechtſame. Um feinen Gegen
erklaͤrungen deſto mehr Nachdruk zu geben," ſchloß
Friedrich am 23. Juli 1785 mit den aufgeklaͤrteſten
und vornehmſten Neichöftänden: den dekannten
Dentſchen Fuͤrſtenbund, womit er ‚feine Ders
‚ Dienfie um Deutſchland kroͤnte.
Wehrend aller answaͤrtigen Befchäftigungen ver⸗
ſaumte er keinen Augenblik, fuͤr die Ruhe, deu Ge
werbfleiß, die Landesverbeſſerung, und jede innere
nuͤzliche Eintichtung zu ſorgen, wovon die folgende
“ zweite Abtheilung einen furzen Abriß liefern wird,
Hier mögen. nur noch 3 Vorfälle, die zu ihrer Zeit
großee Bufihen ersegten ‚einen Pie; finden. Der
. eine
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— 485s —
andre die Reinigung ber Volksbegriffe Aber Gottes⸗ |
verehrung: Der Müller Arnold," welcher uuweit
nuͤllichan in der Neumark: die. fogenammtr..Rreböe
wuͤhle in Erbpachr: hatte. Konnte ‚oder; weilte die
Vacht an feinen Gutsherrn ‚nicht. ferner zahlen,
weil ihm ein benachbarter Gutsbeſizzer durch Abs
leitung eines Theiis des Waſſers in einen. Teich,
mie er verficherte, feinen Verdienfl geſchmaͤlert habe,
. Der Eigenthumöhere der Muͤhle behauptere,, wie es
auch wahe if, daß er fein Waller abgeleitet habe,
und feine. Padyt daher nugeſchmaͤlert verlange. Der
"benschbarte Edelmann berief fih auf fein, Recht,
daß er Abzugskanaͤle anlegen duͤrfe. Der Muͤller
klagte über den großen Schaden, der. ihm durch
biefe Aeuderung verurfacht würde,. indem er nicht
mehr. halb ſo viel als: ou malen. koͤnne; er ſtellte
feinem Guröperrn die Nethwendigkeit vor, ihm ente -
weder den vorigen Waſſerzufluß durch / Herſtellun R
ver Sache in den vorigem Stand, wozu er den:
Nachbar bewegen müffe, auf's neue zu verfchaffen,
oder die Pacht herabzuſezzen. . Diefer wollte eins
son beiben hun, heſtand auf. ver Zahlung der
« sollen Pacht, und drohte, ihn im Weigeranges
ialle aus ber Müble zu werfen. Der Müller
zahlte wicht... Der Gutsherr verjagte ihn, Nun
kam ‚ed zu einem verwilkelten Prozeſſe Bei der |
Neumaͤrliſchen Regierung in KAſtrin. Man
gab dem Müller Uarecht; feine Behauptung, dag
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er dacch den Abrugolaual Wafſſer verloren habe,
wurde fuͤt⸗ unrichtig erklaͤrt.· Das Kammergericht
in Ber bie) Befldtigte: das Urtheil. ‚Der bie zur
Verzweiflung gebrachte Maller wendete ſich unmit⸗
telbar "ah: Den Koͤnig, uMd'ftellte feine Sache anf
eine Art vor, bie den" gerechten Monarchen gegen
die Uttheilsverfaſſer aufs heftigſte erbitterte. En
gab pent - Ob erſten Heuking zu Zuͤllichau den
Auftrag, die Beſchaffenheir des Vorfalles aufs
ſtrengſte zu unterſuchen. Dieſer, der von der Sache
nichts verſtand, forderte ſeinen Auditeur und Regi⸗
meatsquartiermeiſter auf; die Unterſuchung zu übers
nehmen. Bech; -fo. hieß der. Auditeur, ftattete
einen für den Muͤller höchft vorteilhaften Bericht ab.
Friedt ich forderte hierauf am 11. December 1779
den Gtoßkauzler von Fuͤrſt, und die Kammerge⸗
richtsrache Friedel, Grau und Ransleber
dor ſich, hielt ein Prorokoll ab, fchättere die Aus⸗
bruͤche des heftigſten Zerns über ihre Ungerechtigkrit
‚and Unterdruͤlkung der Armen, ſezte den Großkanzler
ab, kaſſirte die Raͤthe und ſchikte fie auf die Feſtung
Spandow. Ein. gleihes Schikſal Hatten die
Meumaͤrkiſchen Regierungsräche, der Präfident Graf
von Finkeunſtein verlor feine Stelle, die Urtheils⸗
perfaffer kaͤmen in die Feſtung. Nur der Rath
Seche db her befam feine Freiheit und fein Amt wies
der, weil er das Urtheil nicht gebilligt, ſondern eine
nvochmalige Vefichtigung ſachverſtaͤndiger Männer
vorgefihlagen hatte, Friedrich lieh fein Werfahe
J ven
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| * 2 —
nn gegen die Raͤthe in, ‚ar Berliner Zeitungen mit
ſtarken, krafiwollen und" denkwuͤrdigen Morten Kap
keunt wachen; und. erfülte:bie eũtſernteſten Mintel
"Enropew 6, ſelbſt :fremve.. Welttheile mit @taunen
und Ehrfurcht über feinen Juſtizeifer, Der: ‚Müller
Arnold ward in die Mühle wieder eingefezt. Cine
noch. wichtigere Folge dieſes Prozeſſes wan vie Vers
faͤgung, daß des neue Großkanzler Karmer cin
meued Geſe 3} buch ausarbeiten zu laſſen brauftragt
wurde, wovon im Folgenden ein Mehreres. Fries
drich's Nachfolger Friedrich Wilhelm IL. ließ _
den Arnoldſchen Prozeß nochmal unterſuchen, : die
Untheiläverfaffer für unſchuldig erklaͤren, ſeines
Ohheims Eifer für: Inbenswerth,, aber doch in dem.
gegemmärtigen Falle: {hr irrig ausgeben und die erſte
Sentenz billigen. Bemerkenswerth iſt es indeſſen,
daß der Muͤller Arnold in feiner Muͤhle ungekraut⸗
blieb, und daß der Rath Scheibler, welcher das
Urtheil nicht genehmigt harte, Vicepraͤſident wurde,
Der Anditeur Bech, hieß es nun > babe aus Huß
gegen die Neumaͤrkiſche Regierung unricheige Bora
Rellungen an Friedrich II. gefchift,. und der
Deichinſpektor Schade bei Mefjung der Waſſerhoͤhe
Unkunde in der Mathematik gezeigt, Der Verfaffen
diefer Geſchichte har beide Männer, die zu Kroffen
lebten, genau gefannt, und hält es für Pflicht, zu
Rettung ihrer Ehre hinzuzuſe zzen, ‚daß ſie nach ſei⸗
ner Ueberzeugung die gemachten Beſchuldigungen
wicht verdienen, Der ganze Vorfall ſcheint noch;
w lange
+
f . -
—
—
7 ‘
= as —
Lange nicht vdllig Atgetmacr zu fein, Es acht ſeht |
iuſichtsvoller Männer befonders in der Nähe, welche
Liner andern Meinung find, als‘ diejenigen Juriſten
cwen. Frled richs Blizſteahl eine widernche en
Meinung war.
Einer gleich verſchiebnen Beuttfeilung i£ *
— Verhalten bei der verſuchten Einführung ‚eines
verbeſſenen und allgemeinen Geſangbuch 8; fürbie
Preußiſchen Staten unterworfen. Ein neues Dean
Such iſt in der That eine weit wichtigere Sache, als
eb: dern bloßen. Politiker, -der das ganze Wohl bes
- Wolle nur im Seldumlaufe fezt, fcheinen mag. "Seit
es mit SBertreibung. obergläubifcher Begriffe, mit
Ansrottung praftifcher Irrthänter, mit Verdrängung
tändeluven, uneblen, nichts enthaltenden Wortgeflins
gels bei?m Welke’ ein Ernſt werden, ſoll nicht der ganze
Meligionfamterrieht in dem fonderbarften. Widerfprus
he mit dem halte der Gefänge ſtehen, fo muͤffen
verbefferte Geſaugbuͤcher, die Hauptquelle ver. Relis
gieusideen für ben gemeinen Dann, mir Nachdrdl
7
eingefuͤhrt werden. Die Sache wuͤrde gewiß wenig
Widerſtand erfahren, wenn fie nicht zu lau, zu kalt⸗
herzig betrieben, und mit halben Masregeln von dei
- Regierungen eingeleitet, und dadurch fo häufig räfs
gängig. gemacht wuͤrde. Die Vorgänge im Preußi⸗
fehen wirkten anf ganz Deutichland nachteilig. und
geranlaßten die Schwärmer, bie Gewohnheitsmen⸗
= gen, bie Haſtnaͤtligen zu einer Wiberfealichteit, die
ſie
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— 4 - a
. B .
—— PER |
‚fie nicht. gewagt hätten, wenn. man gleich Anſanz
it Erhft butchgedrungen wäre. Sriedr ich betrachs . .
‚tere; alle iReligivndangelegenheiten. als Nebendinge;
und da er von ben Abſichten des Obprkonfifterkum’s |
nicht vorher unterrichtet. war, ſo glaubte er auch den
Thoren ihren Willen laſſen zu muͤſſen. Haͤtte er aber
darum gewußt, die Verordnung des geiftlichen Depaͤr⸗
tements hierüber felbft unterfchrieben , und dann auf
feinem Willen beſtanden; ſo iſt hoͤchſt wahrſcheinlich
anzumehmen, daß jede Gaͤhrung erſtikt, und jede Uns,
ruhe verhindert worden wäre, wenn man bedenkt,
daß der bösartige, Banterutte, tollföpfige Kaufmann J
Apitſch zu Berlin der Anfuͤhrer fanatiſcher Meuſchen
war, welcher durch erfahrne Beſtrafung ſeiner Ver⸗
wegenheit gewiß aͤhnliche Brauſekdpfe zuruͤkgeſchrekt
haͤtte. Friedrich aber verfuhr mit dieſem Aufwieglee
viel zu gelinde, daß er ihm aus Indifferentismus
nachgab und ſeinem unweſen kein Ziel ſtekte Seine
wnneen, die er unter'm 18. Jam, 1781 gab, ſcheint
dem, welchem Die Beförderung der Einfichlen em
wahrer Statszwek iſt, gewiß die Lobſpruͤche nicht zu
verdienen, welche Nachbetet und Weltleute vom ge⸗
woͤhnlichen Schlage ihr beilegen. „Es ſteht, ſagte
der Koͤnig, einem jeden frei zu fingen, ad er will,
umd wäre ed auch: Nun ruhen alle Waͤlden
doder dergleichen dunimes und thörichred Zeug melm
Das hieß alfe, cin jeder kann in Religionsſachen de
- Narr, ein Schwärmer, ein Heuchler, ein mäßige
Befuͤhlsſpekalam je, ohne daß fish der Stat nn bie. !
Gais Br Sa. 6, En I. ar (I. \
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Belehrung ver hore im bie Beiferung $ der Zan⸗ J
niker, um bie moraliſche Veredlung der Stampffinits
gen imd Bdsartigen zu befäitimern braucht’. Auch -
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waͤre wohl zu wuͤnſchen; daß der Koͤnig ein ähbres
Beiſpiel. von. kinent ſchlechten Geſange, als das vhs
. waͤhnte, angeführt hätte. Denn es iſt doch eben
nicht abzuſehen, was In ben Ausdruͤkken: Nan
ruheu alle Waͤlder, fo gär Anſtoͤhihes oͤder
Thoͤrichtes enthalten ſei. Wenn der Heidniſche Dich⸗
ter Birgit in feiner Aeneide B. 4, Vers 523 ſagt:
Silvas dt. faeva quierant Aequora, eB
Tunten die Wälder unddiervbenden Me
te, To finder man das fchön, poetiſch und edel; Ale
in einem chriſtlichen Geſange ſoll eben baffeibe taͤp⸗
piſch und abgeſchmalt fein, Und wenn es B. 323
beißt: Tacet diunis ager, pecudes, pietaequs
volucres x, ‚alles: Gefilde, die Heerben,
die buntgeflederten Vogel ſchweigen, ſo
nennt "dies ein feiner Kunſtkenner, der beruͤhmte
Heyne j favisßimam noctis deſcriptionem, das
nieblichſte Gemaͤlde der Nacht; nur im Gefängbiche
. %
ſoll es dummes Zeug fein, & unharmoniſch mit
fich ſelder urthellen die Menfchen, fo oft fie ſich von -
vorgefaßten Meinungen Teiten laſſen. Uebrigens Vers
. Yatinte Sriedrich ven Werth des neuen Geſaugbu⸗
ches nicht; aber er wollte auch nichts für.die Reini⸗
gung des Volksglaubens thun. In einem Kabinets-
beſchelde ſagt er ausdruͤklich: Das neue Sefangbuch J
iſt veimuthüch vaſtindiget, vernuͤnfliger und dem
| wahe
an.
| wahren Boyeniene. angenußaer, mel A manche
Gamneinen, in welchen Maͤnner von allgemein gutem
| Rufe aer⸗ Sem ben Porzug eingeräumt —
iue außsssrpentliche Begebenheit erdfnete be
VWablcium, das in den Bewegungen über das fies. |
ſangbuch ſo vielen Stoff zum Politifiren.fand, bald
eine Andre Quelle zur Unterhaltung, "Der States
mluiſter van Ghrne wurde zu Envedesjahred 1781 -
gefangen genpmmen, und der-größten Betruͤgereien |
im Seehandlunga⸗ Baufs und Wechfelweſen, weiche
viele Konten. Goldes betrugen, beſchuldigt und übers
führte ; Ein Kriminalurtheil vym 45. April 1782
esfannte ihm Die Eutſezzung von allen feinen Yemtern
und iebenslänghichen Feſtungsaxreſt zu. Brie
drich IL: vollzog die Strafe, ‚gber Sriedrig
Wilhelm II, milderte fie dahin, Daß er ihm ing
Maꝛ 1790 hie Freiheit. wigder ſchenkte. Friedrich =
fell bei der Goͤrneſchen Unterfuchung noch mehrere '
niederſchlagende Entdelkungen gemacht habem,- die
\,
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fein Mißtrauen gegen‘ feine Diener und'gegen dig
J Menſchen uͤherhaupt ſehr vermehrten. Er fing qu,
die Menſchen geringe zu ſchaͤzzen, ,hoͤrte aber nicht
auf ‚ ihnen. Gutes zu.erweifen, und d ſtine vr bis
vom Ende a“ erfüllen, BuBEr
Diefes näherte. fi fi ch mit fünellen. Schritten,
Sir, Mafferfucht, Berfchleimung des Unterleibes,
RKolik ud Simerrhoinen fielen ihn in den lezten Jah⸗
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on ven lt dereintäter‘ Sarte an, und er fisf vewiel⸗
fachte ſeine Körperhbel durch Heine unerdentliche Eß⸗
luſt, and unverbanliche Lieblingsſpeiſen, zu denen
die Italieniſche Polenta, Aalpaſteten und Rindfleiſch
in Branntwein gekocht, gehoͤrten; die erfte beſtand
.. -auß tuͤrkiſchem Weizen, Parmeſankaͤſe, Knoblauch;
Butter und Gewuͤrzbruͤhe, alles ſo heiß aufgetragen,
als wenn es Hoͤllenfener wäre. Ey fühlte fich.zus
weilen fo ſchwach, daß er den Tob vor Mugen ſahz
und dann fprach er als Soldat und Philoſoph' derb
and gefaßt: ich bin ein alter abgelebter Kerl, die
Maſchine will nicht mehr aushalten; der Teufel wird
‚mich bald holen. Edler und rährender ſezte er ein
‘ander mal hinzu: der Menſch muͤſſe nicht ſo unbillig
‚sein, und e wig zu leben verlangen oder wuͤnſchen.
Eine Thurmuhr fei von Eifen und Stahl, und Baure
doch nicht Aber 30 Fahr ; wie kdune denn ein Menſch,
der nur ans Koth und Speichel: zuſamniengeſezt ſei,
mehr als dreimal ſo lange zu leben begehren ? Br
Der lezten Krankheit rief er oft aus, wenn man ihm
mit" naber- Beſſerung ſchmeichelte: es hilft nichts
miehr; es iſt vorbei. Doch wenn der Schmerz nach⸗
ließ, faßte er wieder Hofnung, und die Liebe zum
Leben aͤberſchlich? ihn: fo daß er feinen Tod noch
nicht fo nahe vermuthete; felbft die, Vorboten deffele
den, Waſſerſucht, Bewußtloſigkeit und. Rochels
| -frten ihn m feinen Erwar fuägen eines laͤngern Les -
bend nicht, . Sein Water, meinte er) habedieWafe,
ſerſucht Jange ausgehalten; das Bewußtſein fomme
“ vw.’
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— 49 EEE
e immer wleber ab bas Nöcheln habe defon Kite
gehabt. Ex ſcherzte und frohlofte noch in den lezten
ee und fühlte fu vom. Tode wider‘ Werriuren u
- Bberrafät- a - J
DIE Zruppenbeffchtigung i Sqleſte am 244 |
un 1785 verſchlimmerte feinen Zuſtand ſichtbar unð
308 ihm Heftige Unfälle zu. Eine umnzaͤhlige Menge
dremder⸗ beſonders Engliſcher, Sranzöficher, Saͤch⸗
ſiſcher "and Vole i ſcher Dfigiere: machte dießt Sohaa .
tenfchan glänzenb, und veraulaßte den:Rätuig, ohne
plle Sthouuug bei bein unangenrhmſten Better, bei.
einem aubaltenden „. burchdringenben "und kalten Re.
gen die Muſterung laͤnger als font abzuhalten, wos
"pie ganz durchuikßt,: ſtark verkaͤitet⸗ und Nachmit⸗
tags vom vieberfroſt ergriffen wurde; \-n&y kehrn
nwar mit auſcheinender Beſſerung nach Potsdam
ruͤck, mußte aber im Gepterkber wegen neuer Bufäne
ie bortigen Herbſt aͤbumgen ausſezzen Bon muin axt
„blieb er bis zum Tode fiech und elend, und der Sup
acrzt Gele hatte das ſchwere Geſchaͤft, feinm bofe
amngslofentBuftend zu erleichtern. Den Winter und:
. Das folgende Fruͤhjahr von 1786 brachte er mit abwech⸗
ſeinden ſtaͤrkern und ſchwaͤchern Beſchwerden zw
bei er alle Kabinetögefchäfte fortfezte, doch im Leſen
mb Schreiben häufig vom’ Schmerz unterbrochen
wurde. Im Zebruar ſchwollen die Fuͤße, und im
Sommer ſtellte ſich die Bruſtwaſſerſucht nn
one. im Bette nicht ‚mehr ausdauern, ſondern
dan Ru and Pre im Ba jr Er dein
ange
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u * anhab· dad kräftig wirleades Mile, 2
wollte das Walſen dorch den Urin, dutch Zugpflaſtet
. re Nefrungen mr. den Lenden nd: Bejnen abgetricz
ben wiſſen. Die Aerzte fanden dies alles weder zweh⸗
mäßig, el thuulich. Dies germaehete Friedrich s
Unglauhen amdie Prieſter Aeskulapro,er achtete
wenig. mebr auf ihre Rathſchlaͤge, und hefolgte ihre
diaͤtetiſchan Vorſchriften wicht, Am 17. April ver⸗
Then fein. Schloß au Poſoram, "Welches ier.sicht
+ ieher ſah, und zug mac Sansſauci, wo ibn: her
Ruheahend aller Sorgen und Müheniermansere: Im
Riwrias ließ er dan: Hanndvtaſchen Leiharzt, Mitten
> Rimmearaann:köfner, ll beflen: Mummng au
nierughmen. uZimine vnna n n machte ich: durch feig
Hei Wnehnen., Durch feine augenehme Unlerhal⸗
ung, Var ſeine glieſſende Reredſamkeit hei Frie⸗
Ari ſeobrebaieht, auzte. jhm aher als Arzt wenig.
Er ſcheut ſich, die volle Mahrheit ızu emdekben,
uf adihige Strunge der Rebenöprdnung zu dringen,
nd machte mit feinem Loͤwenzahn, der einzigen
Alrznei, die ar verorduete, viel Gerede, aber Feine
Wirkung. Fr yifere nach einigen | Wochen wieder
9b, und der. König eilte mit jedem Tage Der Aufld⸗
fung feines Koͤrpers näher entgegen, welche den 17.
Auguſt Morgens nach 2 Uhr erfolge, Die Nach⸗
richt ſeines ſchon grahneten Todes erfchüttertedennnd
Die Hauptſtadt und das Land, and erfüllte die Be⸗
wohner mit unperſtellter Betruͤbniß. Man erlamte
J Berta eines’ Muuurde.h der alle Kar
ſel⸗
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feiner Zeit an Geiſtegtrof and Thanglei Weina
‚dem manche nachftrebten und. den Feiner erreichte,
‚Seh Nachfolger hielt es der Würde des Föniglichen
Haufes fuͤr angemeſſen, ſeine Leiche neben dem Sars,\
ge ſeines Vaters in der Beſazzunglirche zu Pots⸗-⸗
dam beiſezzen zu laſſen, und ihm alſo eine andere
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Raheſtaͤtte anzuweifen, ale fe das Zeſtament bie u
ſtimmte. — nn
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Bersißte
der
Bart Brandenburg
für
Freunde hiſtoriſcher Kunde
von.
Gottfried Traugott Gallus
Prediger zu Hagenburg und Altenhagen in der Grafſchaſt
Schaumburg⸗ Lippe.
Sechster und lezter Band
| sweite Abtheilung, | |
welche die Fortſezzung der Geſchichte Friedrichs IL
und die Geſchichte Friedrich Wilhelms II.
enthalten.
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Zuͤllichau umd Freyſtadt |
in ber Darumanuſchen Buchhandlung
1808.
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Wiberihe der Werbienfte — *
um den Stat. Schildetung feiner kdrp
lichen und geiſtigen Eigenſchaften; feiiiee-
Denk⸗ und erben ſeines Iebind und.
"Todes. vr: .
* wird dem Ser: ur —E a; y
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einer! leichten. Ueberſicht den Hauptpankten nach Aal
zuſummienſtellan· ¶ Dem edlec Matriotismus / des
32 n N: ) „W re 9 Pr a jun u .
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"Grafen von Herzberg, Ber: ats Minifler. Ina .
neuern Zeltgefchichte eben - fo: Epoche macht; 17}
Friedrich als König, iſt es 'gufüfchreiben, daß die
Data hievon mir einer Genauigktir und Gewißheit
| Ungegeben werben kbnnen, die nuur bei wenigen LARA
dern Statt: finden möchten Mit einer Offenheit,
die vorher in unumfchränkten Moharchien ohne Ber
fpiel'war, legte er in feinen Abhanblungen, die er
jährlich zur Geburksragäfeier. des Khrilgs in der
Akademie vorlas, beſonders föle: dem Jahre 9
ein Gemälde von dem Zuſtaude:des Stats var un
lehrte den fo oft verkannten, aber gewiß richtigen
Srundſaz, daß eine Regierung, deren Abfichteh
sem, deren Motive edek, ul deren Thaten wg
bloß groß, fordern auf das Volkswohl abrweklens
ſind, von der Öffentlichen Veraantmachung Toren Un⸗
kernehmungen nichts ˖ zu fürchten habe, im BGegen⸗
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aus Oi. Ocih, —— a theil
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EN ent 5 bien « en:
| cheil vielmehr an Vertrauen, Liebe und Zuneigung
der Nation and an Achtung und Ehtfurcht hei frems
den Mächten · gewinnen moͤſſe. Uns dieſen Herz⸗
bergiſchen Abhqudtungen in "Verbindung mit einigen
andern. Nachrichten ann. flgemee . Reſoltate
herpoꝛr.
Friedrich bern. die Aubbebhnus des Stats⸗
Hiper um ein Drittel, und die Voltsmenge faft
um die Hälfte. Bei feiner Thronbefteigung 1740
enthielt, ber. Preußiſche Stat 2275 Quadratmeilen,
ww, 1786. bei ſeinen Tede 3600. ' Er, hatte · Schle⸗
fien and. Glaz von.6ge, Meſtpteußen von 621 unh
Oſtfriesland von 54 Quehratmeilen, folglich zuſam⸗
um 1325 Meilen nen, erworber. Die Zahl dee
Eipwohner betrug beim Anfang, feiner. Regierung wur
a οοο Menſcheu, beim Ende feines Lebaus aber
solle:6 Milionen, Rechnet man 2 Milienen für
die Bevölkerung ‚der. aenaslangten Provinzen, ſo
bleiben - für die Vermehrung der. alten - Länder
3,760,000 Seelen, alfo faft. das Doppelte. Dos
Kriegäheer von 76,009, Dann, welches ihm ſein
Water. hinterließ, : verfidskte er bis auf. 200,000
Streiter- Von den, 15 Hauptfeſtungen, die ſich
bei. feinem Tode in Prenßens Staten befanden,
hatte ex 5 ganz weg angelegt, bie alten aufehnlich
verbeſſert, und die im 7 jährigen Kriege zerſtoͤrten
wieder hergeſtellt. Wenn gleich die große Armee
mit dem geringen: Umfange des Landes in keinem
Derhaͤltuiſſe zu ſtehen ſchien, ſo wußte dab Fried⸗
u Genie dieſen vmfan, der eigen andetn
- "State
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One siegt gem Werrerien gereicht Sätte, im
. dem: ſeinigen minder- nachtheilig, uud im vielerlet ar
Raͤkſicht ſelbſt näglich zu machen. Nur die Haͤfte
des Heers beſtand aus Kingebornen, aus Sohnen
von Handwerkern, Mauern uud Tagelbhnern,, die
jährlich dloß 6 Wochen Dienfte taten, um in den
kriegeriſchen Evolutionen geübt zu werben, bie gan⸗
ze übrige Zeit aber beurlaubt wurden, umd ihrem
Gewerbe und Aklerbau ebliegen konnten. Die
andre Hälfte war vom; Auslaͤndern angeworben,
die woͤchentlich 3, war ſelten 3 wal die Wache bes
zogen, und die übrigen Tage ihrer eignen Arbeit nud
ihrem Gewinn widmeten. Da ihnen das Seicaten
auf alle Nirt. erleichtert wurde, ſo natusalifirten ſie
ſich allmaͤlig, wnd. verſchaften ber. Armee durch
ihre Nachklommen nerien Zuwachs. au⸗ Regimen⸗
ter hatten mehr Frauen und Kinder, als Soldaten.
Berlin 3. B. zählte 60,000 Militärperfonen, da
Doch die Beſazzung felbfl nur 24,0c0 Soldaten auda
machte. Diefes große Kriegäheer war nicht.au des
"Grenzen haufeuweiſe zuſammengedraͤngt, ſondern
durch alle Provinzen, in den verſchiedenen Staͤdten
- fo weile, vertbeilt, daß der Gold, welcher 2 Drits
theile aller Statseinkuͤnfte betrug, im ganzen Lande
in Umlauf kam, und hieburch den lei, den Haudel
. ind »ie Werriebfämlsit „ungemein belebte. Das
Wohlthätige diefer. ſchuellen und beftäntigen Geld⸗
oiefulation wurde in den Heinen’ Städten dann am
merklichſiten erkannt und empfunden, wenh ihre
Belangen anf enge Dei in's geruͤlr waren,
Ara und
Er Zur Fer u
and ber Umfauf von 30 ober 0,080 Date unter⸗
brochen wurde, So ‚litt. weder die Vermehrung der
Volksmenge, noch die Thaͤtigkeit im Alkerbau und
Fabrikweſen durch die Armee. Dieſes muß jeder
Unpartheiiſche einraͤnmen. Aber weniger bewieſen
möchte es fein, daß, wie der, Miniſter Herzberg
ruͤhmt, Griebrich durch feine große ſtehende Urmee eine
Art von, beftändigem Frieden in Curopa ;bewirkt habe,
nnd hiedurch ein Wohlthaͤter des menfchlihen Ges -
ſchlechtes geworden ſei. Nachdenken und Erfahrung
fcheinen vielmehr das Gegentheil anzubeuten. Ber
immer geruͤſtet iſt, und immer die Mittel zum
Kriegfuͤhren in Händen hat, kommt leichter-in-Bers
ſachung, von dieſen Mitteln Gebrauch zu machen,
und feine Unfpräche, oft mur feine Launen durchzu⸗
fesgen. Und die Geſchichte des verfloßnen Seku⸗
lum's zeiget, daß Europa in 100 Jahren nur 29
friebliche Jahre erlebet, 75 Jahre hingegen die Geis
del des Krieges erduldet hat. . Wo bleibt da der ges
prieſene Vertheil der unverhälmißmäßig großen
ſtehenden Heere, daß fie die Kriege feiner, und der
BZrieden dauerhafter machten ?
Friedrich erweiterte aber nicht bloß die Grenze
des Landes, ſondern er gewann auch dem Innern
Raume mehr Boden zum Wohnplazze und zur Ere
nährung der Menfchen ab. Er ſchonte keine Sum ..
men, um Moraͤſte auszutrofnen und Suͤmpfe urbar
zu machen. Laͤngs der Nerze und Warthe
‚. : son Driefen bis Küftrin wurden: 120,000 Morgen
Landes da ſenchdar gemacht, wo vorher unzugaͤng ·
liche
+
ad · Simpſa gefickt hatues. Eine gbide Bari
. Bro und-Wiefenlanb entftgnd in ber Altwark durch
bie Liuetroknuug bes Drdmling's, eined großen
merafligen. Bruches, der vorher zu nichts benuzt
werben konnte. Aehnliche Verwandlungen von wei⸗
an: Schlammgruͤnden in fruchtbare. Zelder und
—— Wieſen wurben“ längs der Oder von
Kuͤſtrin big Oderberg; an der Elbe, Havel. Doße a
"wo: Rhinfluſſe, in den Gegenden. um Potöban,
und Brandenburg, in’ bem Fintrbruche im Magde⸗
burgiſchen, in Weſtpreußen, Ohexſchleſien nut uͤber⸗
daupt in allen Provinzen bewirket. Die hiedurch
geywannenen Laͤndereien zog der König nicht zu den
Domänen , oder Kronguͤtern, foudern verſchenlte fie
gu Umerthauen und fremde Koloniſten, ph ſchoß
Ihnen, wenn es ndthig war, noch Geld zu ben erſten
Aulagen ihrer Wirthſchaft dar. Rach dieſen Srunde
ſaͤzzen wurben allein Pie 1a0,00o ‚von Kuͤſtrio bis
Dtieſen ausgetrolneten Morgen au 3000 Jamulien,
und, eine: jede zn 5 Perfonen gerechnet, an 15000
Menſchen anegetheilt. Waͤhrend feiner ganzen
Regierung „legte Friedrich Soon nee Dörfer und.
Vorwerke an’, bie er mit 45,000 Samilien vder
- 226000 Koloniſten beſezte. Nach ſeinem Willen
ſollten die neuen Anbauer lauter dremde fein;. und
fie waren es auch größtentheild, ‚indem eine Menge
Menfchen aus der Pfalz, aus Wirtemberg, Polen, .
Meklenburg und Sachſen in’s.Preußifche wanderten.
Seine Abſicht wurde häufig pereitelt, aber feln Werk
arm said asrben a, Bau
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u erahnfe, die fur —R leben, —X |
thiru wollken, nahmen oft Die Neiiglicheni MWohltha⸗
ken au, und liefen wiebetr davon, wetti ſio duruchge;
—— Jadefſen Die men eiugetichteten BR
Mifäige, die urdar gemachten Laͤndereien dlieben
Di, und ldoumen min’ an beffere, wuͤrbigere, eiiſs
tere Menſchen, beſoͤnders von ben VEingebokuen
gegeben werben, woburch alfo Friedrich s Verdienſ
am den Star michts verlor. Biele Kolsniſten ws
hielten ihr Unterkommen auch in den alten Staͤdten
J ui Dbtfern, deren wäfe-und freie Piäyze augebauf .
ne welches in Schleſien und Weſtfalen fa
Mein geſchahe, indem in erſterm Lanbeinur weuig,
Bd’ A RE Kar Feine neue Dörfer erbaut worden
frab;! Vm die Voſtsmenge mich mehr zu verſtͤnten,
riß Friedrich Aber 40 Vorwerke und Meierhofe vo
‚ feliten‘ großen -Paihrämtern: 108, und -übertteg TR
eirijeltien Famlitien von Lanbbaͤuern zur Ewpacht
Sodann hod er virRäbeigenichaft anf ‚ ſchtaͤnkte die
Frohndienſte ein, imid beguͤnſtigte die Thelinmz der
Gemitinheiten, und zwar bewirkte ir fe, it e⸗
Atem: menfchlichdenkenden nik weife regiereuden
FJaͤrſten zukommt, dicht dutch Gewalt, ſondern
/vburch Etmunterungen, burch Piamien, durch es -
lindigkeit. Hiedurch erreichte er feinen Zwek freilich
nicht Aberaft, aber Doch in mehrern hundert Dörfern,
Den Gutäbefizzern in Ponmuern, Schleflen und
ber Mark lieh oder fihenfte er vieimehr jumt Beiferd
Anbau Ihrer Lnderelen einige Millionen, die fir auf.
betänsig mit 2, viele auch aur mit 1VProernt ver⸗
| sinfen
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- en ha Beh Sf er ih fe Ä
fach, ſomdorn beſtimmtr Re zu Befolonngen für
Stchuͤnifter und zu Su egehalten flir "Witwen
ale IAbheer verdienter Offickerea Durch bieſe Mit⸗
st drachte ernes dahin, muB faſt alles Land ürbar
guuucht wurde, welches den Düne werth war, and
ragß Meifertve im den berachtigien Saudebneir und
Ghnpfen ver Mark: und Borken’ ſtatt ſtinkender
Moraͤſte make Arabiſcher Saubtzaufen reiche Fluren,
hunde: Mieſen, zahlleſs Heerben, wohlhabende
Menſchen war bluͤhende Valagen erblikken. Brite
dich Ta: eb von feiner Geise an nichts fehlen, ınlt
De Pendbader,, dinſe zahlreiche: ehrwurdige Men⸗
ſchenkiafſe, die eigenutlichen Seuͤzzen und Ernhrer
ves Siars, in Wohlſtand zu bringen, in Thutigkeit
zu erhalten, und vor Mandel: zu fühern Ati , .
am jenem,; ber es verlangte, Samen von rethem
Rer, einerne, Runkelruͤben, Seibenwuͤrmer und
Myaudlbeerrn austheilen, ließ für Diele Kühe kaͤufen,
EB: much im lezten Lebendjahre 300 Schafe ud. : .
Vecke zur ‚Berbefferung der Schafzucht aid Spas
wien kommen, umd erwartete fie wenige Tage vor
feisem: Tode mit Ungedulb, um einige davon nach
Gonsfrt zu ſich zum Beſucht kommen zu laſſen.
Yu jebene Zahn fepte er arſehnliche Summen zu
.
Ne mehrſten Maulbeer⸗ Eich Tannen und audre
VBaͤume gepflanzt, die meiſte Seide gewonnen, das
mehrſte Geſpinſt gellefert, oder: ſonſt einen Zweig
E Ambbanek nd De Safe befnberd gepſ
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ger hatten. Mei Mihenche ober Musihlsfktien une
terftägte er bie Ulferloge mit Gast «und Brodi⸗
u > Rosn, und. half: Umen, auf ale mögliche.Mer.tiaher
enf. Und bier gab ep. in rinem Zohre oft-wieht, al
anyre Regenten ‚in Ihren ganyen Leben Im Prühe
abge 1786, einige Monete vor. ſeinent Gube,; ats
Ueherſchwemmungen ner Oder, Warthenub Weide
fel,..in Schleſien, der Neumark, ‚io *
und „Pommern. gießen, Schadem -cugerichtet/die
Daͤmme ‚burchbrochen, weh: vielen. Landleuen die
Heffaung der Ernte vernichtet. Sogleich ließ d
Die, Damme herſtellen, VDid fihenie ne bulbe
Willion, um die Rothleidenden: Durch augenblik⸗
liche Huͤlfe zu xetten. Die traurigſie Verwäflung
hatte die Oder, bie viel Sand mir ſich führt, ange⸗
tjchtet.· Durch ihren. Austritt waren mahrere Lüge
dereien mit ganzen: Sandbergen uͤberſchuͤttet, und
unbrauchbar arworden,. Friedrich, den: Lkumme
dige oder Uebelgefinute für: geisig ausſchrien, zeigte
ſich ald wahrer Landesvater, indem er feinen Binanzı
miniſtern alle mögliche Summen, :die fie -
nur fordern Fönnten, anbot, um die Sand⸗
haufen abzuräumen, und die Felder wieber in den
vorigen Zuftand. zu verfezzen.. Nur bie offenbarſten
Beweife,. daß dies Unterschmen phyfifh uns
moͤglich fei, brachten ihn, obgleich ungere: un
mis Bezeugung feines. lebhafteſten Schmerzes hieven
ab. Seine Anfalten bewirken ed, daß man unter
feiner Regierung von keiner Hungerönoth etwas
wat, Ss allen Yrovingen hatte ex große Korne
. magazine
z
er 9 A ,
magazine errichent; said welchen Ebie aemee im
Kriege, und die Binger in Thenrung verſorgte.
Daurch don Einkauf: des Geittides in fruchtbaren
Ziiten verſchafte € ver Landbaurru Abſaz ihres Bird
raches, und durch Oefnung der Magazine verhin⸗
derte er die zu hoben: Preife , und entfernte dert
ſwenßuchſten aller Plagegeiſter, dei Yiingertod: vdl⸗
"009 aub feinen’ Sraren.i Ma Ben fhreliichen Yalıkız
#772 unb 1773, wo Qunngeränetiy'Wele fruchtbare
Ander Deutfihlands'virheerte‘, ſtarb kein Preußi⸗
ſcher Bewohner aus Mangel an Brodt, und nech
die Nachbarn erfuhren Feiledticho Unterſtuͤ zgung.
2. Gieiche Aufmerlſamkeit verwendete Friedrich.
anfß das Emporkommen ber Kabrifen ind Hand
\ weile; und went einige feiner hiebei befolgten
Waßrogeln gleich. viele Tadler gefunden/ viele Unzu⸗
fſeledene gemacht haben, und auch in der That wit
Mißgriffen begleitet gewefen find, fo kann der Uns
- Yarsheiifche. feine edlen Abſichten nicht verkennen
und die großem Wohlchaten,, die er hiedurch dent
Kunde erwies, nicht laͤugnen. Alles war auf den
@rinofaz berechnet, daß ber innere Gewerbfleis
geweki, die Verſchikkung des Geldes in's Ausland,
vr wo ed nicht wieder juräffehrte, verhindert, nnd.
der Umlauf deſſelben Am feinen Grenzen erhalten
wärbe, ‘Ein Land, das Teine Golds und Silbergru⸗
ben hat, und alle, oder doch bie vornehmfien Bes
vuͤrfniſſe aus der Fremde zieht, muß nothwendig
verarmen, nnd’ endlich in einen Zuftand der
Ä Sri; des Blended, der Abhangigkeit herab⸗
ſinlen,
J *
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une, 19 — .
Gin, wor ‚e⸗ innen. ‚Eiihaten Naben fr Beute Ä
‚wid. Dieſem Uebel arbeitete Friedrich mit Race. -
brutt e und Glauͤtte entgegen. ; Sein Water batte_fAR
die Wolmaunfaktaren Vieles, aber lange noch wide
*. gethan. Die uͤbrigen Fabriken waren entwe⸗
der noch gar nicht vorhanden, oder: bedeuteten
nichts. Frieraich aber brachte es dahin, daß hein
Siat bei ſebnern Tode ſafſt · alle mbglihen- F ab ru
Sen: beſaß, und wit einigen Artjleln, beſonders
mit Leinwand und Wollwaren bis nach Amerils
ra ie das Gußerfie Yin Yandelte. « Die Schicha
ſchen leichten. Landtuͤcher gingen "durch Nublara bi
wach China hinein. Im ˖ Jahre 1785 ‚lieferten Die.
Breußifshen, Gatritanten Für. 30 Millionen am
25 Tonne Goldes Waren, ‚non weichen: 14 Dilken
"nen außerhalb Kanes gefähre: wurden; heraus
kamen allein für Tücher umd andre Wollfabrilau
über g Millionen Thaler ; uud für Leinwand uͤber .
Millionen aus der Frembe in's Land. Wei feineng
Tode flieg das Gewerbe auf 40 Millionen Thaler.
2. Diefe Induſirie beruhte auf einem feſten Grunde⸗
weil ber groͤßte Theil des Moterials zu den Fabeiken
.als Leimvpand, Wolke, Leder, Seide, Verrſteis,
äiſen, Kupfer, Tobak, Krapp, Holz im Lande fela -
der gewonnen iwarde und och uͤher 1 Million Ges
treibe eutbehrt werben kounte. Preußen hatte unten -
Friedrich der fremden Fabrikate nicht mehr mbrhig,
und fchifte nur für Zukler, Baumwolle, feine -
Wolle, Del; Wein, Kaffes, einige rohe Geike, und
andre Luxusartilel Geld ind Yuslonb, welches ben
I | 7
! .
. = 11 — *
Dei eine nit den Bet beruf Berg,
daß der Handel: für Preaßen im Gerdinn war..
VBelvñ ſeiche Fabrikeamozu der Star von der Mas
tar nicht begümflige zu ſeie ſchiran, als die, Seidenan⸗
deinen, gediehen anſehulich. ı Bür-2 Miilien gtäg den.
000 in bie Fremde; umd. die Hetren yon ver
- Bepen, welche zu Erefeld eine Seivenfabrit ame
lege hatten, die ihred Glrichen fuchte, indem ſit
- ofen täglich 5000 Arbeiter beſchaͤftigten, fandteh
Ware von Bamt und Seite fogar in bad Serail bed
tuͤrliſchen Kaiſers, und fezten im Norden fürmeis
rer: Tomien Goldes davon ob, "Eine halbe Million
| Menfihen, alfo der 1210. Theil der. ganzen Wollte
wauaſſe naͤhrte ſich bloͤß Som der Berferrigung der
J Mobridate, und weiberiegt das Vorgeben derer, die
in Preußen nichts als -Golbatehflienen fehen ohet
Wwelmetht träumen, Die Seeptovinzen Preußen, u
, Poren und Oſtfrieslaud ſchokten jährlich an 1300
Echiffe nicht, bloß an Curopens ferneifchften, 'fons.
derit 0 Batavia, Bengalen, Ghana and Nordame⸗
Ma, wobei mehe als i 3000 Matroſen Veſchafti⸗
"Hung. tud Unterhalt fan "Durch vortetfliche
Derbiidungen, beſonders durch 4 Hauptkanaͤle war
ren die. Elbe, Oder, Havel, Spree; Nest nuund
Weichfet ſo gut vereiniget, daß man von — |
nah Bieslan, von Berlin nach Königsberg,
einem’ Ende bes Hanptiandes bis An ’d-andre —*
fün;, und alle im Innern erzeugte Proaafte 50 Waſ⸗
ſer mgehindert fortſchaffen konnte. Friedeich half
Be Gewnde wand. ies Me, das in ſeiner
Macht
2
IR —
Mad: * Pr & gab- bei —e
Vorſchuͤſſe, ermunterte fie durch-Privilegien und
Preiſe, legte Wollmagagine an, jund ließ für ‚die
Heineru Städte die MBolle daraus reichen: er
ſchenkte Gebäude, ader Geld zum Bauen; *
mehrere Klaſſen vom Soldatenzwange, und gab ver⸗
wänftigen Vorſchlaͤgen williges Gehör, Seit dus -
7 jaͤhrigen Kriege bat: er binnen 23 Jahren über 40
DRilionen Thaler ‚baren Geldes unter ſeine Unter⸗
tbanen als Wohlthaten vertheilet; folglich in jedem
Jahre faſt 2 Millionen zu Lanbeöverbeflerungen
verſchenkt. Was er vorher gethan hat, iſt nicht fo
bekanmnt, weil Friedrich wit feinen. Wohlthaten nicht
prahlte, und noch kein Minifter Herzberg ſich Das
mals ein Gefchäft daraus machte, ben. Zuſtand des
Landes offen darzulegen. Bei Waſſerſchaͤden, Feu⸗
ersbruͤnſten, Aufbauung von Kirchen, Schulen, au
VPredigerhaͤunſern bewies ſich der ſo verkezgerte Fried⸗
ich nicht minder wohlthaͤtig, als bei Austroknung
von Sämpfen, Anlegung von Leder» Parchente Bier
bet s Faͤrbe⸗ s Meffeltuch » Derzellan s Geiden: unb
andern Fabriken, Anſezzung neuer Koloniften, umb
Mefdsverumg alles deſſen, was zum bürgerlichen”
Wohle näzlich.fein konnte.
Ungeachtet dieſer Bffensfigen: Greigebigfek, uns
geachiet ‚der: flarken Ausgabe für. fein zahlreiches
Speer fammelte er dennoch einen anſehnlichen Schaz,
deſſen Größe und Werth nicht genan beftinm were
den kann. Linige nehmer an, daß er bei. feinem
Tore. 150 Millionen-SChaler betragen habe, welches
\
\
.
..
ge
aber‘ übertrieben zu fein fcheint, fo wie man andy
ehemald von dem Schazze feines Vaters abenteuer⸗
liche Vorſtellungen hatte > und ihn zu 20, ja gar zu
8o Millionen Angab, bis Friedrich ſelber das Ge⸗
heimniß offenbarte, und in: feinen Schriften bee
“ merkte, daß er 8 Millivnen und 700,000 Thaler be⸗
ttagen habe. Der erſte Schleſiſche Krieg leerte die
von feinem Vater ‚gefühlte. Schazkammer aus: die
Beiden folgenden Kriege verfchlangen dad) was Friebe ..
sich unterdeffen wieder gefanmelt hatte; nach dem
Hubertsburger Frieden waren etwa moch 200,800
Thaler ſchlechtes Geld vorraͤthig. In den erſten
Zeiten nach dem 7 jährigen Kriege verwandte dr
> Khnig den Ueberſchuß der Erfpamiffe größtenteils. -
zur Unterfiüzzung der verddeten Provinzen s folglich
Sam er damals nur wenig in den Schaz gelegt has .
ben. Aber von dem Jahre 1764 an fiheint er,
nach Büfhing’s Meinung, im Durchſchniete jaͤhrlich
8 Millionen eruͤbriget zu haben. Dies wuͤrde eine
Meihe von’ 22 Fahren, und folglich eine Summe
von 110 Millionen ausmachen. Dieſen Schaz
fammelte er nicht: von Erbestelungen fremder Sub⸗
‘ fibien, nicht von tirammifcher Bedruͤkkung feiner Uns
terthänen, micht vom unwuͤrdigen und unerlaubten
Handel mit Menfchen , die er an andre Mächte vers
ken, durch eine genane Uufſicht bei der. Erhebung
. Iaufte; fondern durch Eröfuung neuer Erwerböguels i
ver ‚Einkünfte, und durch eine feltne Orbuung uns
Sparſamkeit Bei den- Undgaben. In allen feinen
Kregen erhoͤhte er die alten Aaſlagen nicht im min⸗
| veden,
a
⸗
⸗ ıI4 „male j En ı
deſten, und forderte keine Abhaben, — |
Kriege: ader Kopffteuern, wie. bis dieſen Tag faſt
alle übrigen Regenten in aͤhnlichen Fällen gerhen
“— haben. So lauge er Bundesgenoffe der Franzoſen
war, Ichafe er alle Subſidien eb, die fie ihm freie
willig anboten, weil er feine untergeordnete. Rolle
ſpielen, und ſich nicht von fremden Regierungen abe
" Yängig machen wollte, Erſt nad) der unglüktichen
Schlacht bei Kolin nitfhloß er fich, der Noch und
gen. dringenden Vorſtellungen feiner Minifler -gu
weichen, daß er 4 Millionen Thaler Hälfögelo von
England aunahm, dafür aber auch 5 Megimenter
= Yei der alllirten Armee ließ, Als Britannien's nes
Nedler und unfähiger Miniſter, der Lord Bute, allem
Traktaten zuwider diefe Subſidien 1761 zuröfhes
hielt, ſe verlor Friedrich nicht ein Wort Darum,
ungeashtet er in der Außerfien Verlegenheit wer,
In dem. einjährigen Kriege 1778 machte er zur Era
‚ haltung der deutſchen Zreibeit große Uufopferuugen,
wofür er keine Vergütung forderte,
Die einzige Maßregel, woruͤber ein großes. Gee
ſchrei son Einheimiſchen und. Auswaͤrtigen erheben
wurde, war die ſeit 1765 eingeführte Franzoͤſi⸗
ſche Regie (oder Generalsiccifeperwale
tung, lie miche mehr, wie vorher, unter Dem
Generaldireltorium, wicht mehr umter einern Mini⸗
Hr ſtand, ſonderr einen Franzoͤſiſchen Finanzien,
den Herrn von Launay, Zum Chef, und ghnen
Sehwarm Franzoſen groͤſtentheils Abenteurer gung
Befoige hatte. Die Emichtars feiber harte de
"Drüflende
\
—. Tu — —
Doillende nicht, like, hie mit. dem —
ſchen Finaugweſen· unbelannt waren, ſich einbilde⸗
tin, und wogegen in audern Staten weit ſchwerert
Laſten zu tragen find; nor der Nebermuth der Frans
zeſen erregte: Unwillen. Wenn gleich dieſe Regie
von 1765 Die 1785nach Launay's Angabe etwas
< über. 42, Millionen reinen Ueberſchuß brachte, ſo iſt
doch zu bemerken, daß dieſe Summe faſt nur von
Yard s Nrtikele erhoben ,. daß hingegen auf Brodt,
Fleiſch, und ſolche Veduͤrfniſſe, die dem Armen un⸗
entbehrlich find, keine Erhoͤhung geſezt wurde, Die
miehrſten Verardnungen bieſer Urt zielten ohneden
‘uf die Belebung der innern Fabriken, auf die Er⸗
wdaltung. bed Geldes im Lande, und auf vie Befdr⸗ —
derung des Wohlſtandes der Unterthanen a. Da
nun zwei Drittheile aller Einkäufte an die Armee,
und folglich zum allgeweinen Umlauf zurilfgegeben; _
nah 2 Millionen jährlich an Unterthanen verfchentz
“wurden; ba des Königs Hofſtat Kein, feine Tafel
mäßig, ſein Kleidervorrath gerlug, und fein ganzer
1
Aufwand prachtlos war: da er ſich wicht fuͤr den
Eigenthuͤmer, ſondern nur für den Verwalter des
Schazzes anfahe, indem er im feinem Teflanente
ſchrieb, der Schaz gehört nicht mir, ſoudern dem
— | Siate; ‚ha er mehrmals erklaͤrte, er ſei arm, und
gr der Stat reich: ſo kann may ia ohne die groͤßte
Anbilligkeit fo wenig des Geizes, als ver Bedruͤk
Zung beſchuldigen, ſondern man muß ihm den Ehe -
aeuaamgen eines Tandesvaters.mehr ald jeden
| "Auer "Ange feiner Zeit beilegen, Verzuͤglich be⸗
— | | | wundes
mm 16 m
Medernoneih war die Orbinung, bie ei Biben
Ausgaben. beobachiete. Jede Kaſſe Hatte ihre bes
ſondere Beſtimmung, wozu ſie den Vorrath beraab;
hierwider ‘wurde niemals gefehlt, bier durchaus
Feine. Ausnahme gemacht, und niemals eine Kaffe
mit der andern vermifcht. - Befand. fich, in einer
ı Kaffe fein Geld mehr, fo ‚durfte aus Feiner andern '
der Bedarf genommen, ifondern die Auszahlung
mußte bis fo lange verfchopen werben, als fie wieder
BGeld einnahin. Einft zeigte er dem Brauuſchwei⸗
giſchen Prinzen Friedrich die Zimmer in feinem
neuen, Schloffe ber Sansſouci, und als ſich leztrer
wunderte, daß eins derſelben noch nicht gehoͤrig Eins
gerichtet, war, fo antwortete ihm.der König, daß es
in: dem jezzigen Jahre nichts anf felbiges verwenden
konne, weil in der Dazu beſtimmten Kaffe die erfors .
derlichen 4000 Thaler nicht vorräthig wären, und,
daß er alſo bis auf das Fünftige Fahr warten mäfe,
ehe er an. die Ausſchmuͤkkung dieſes Zimmers denken
Edune. Welcher andre König würde fih wohl durch
eine folche Bedenklichkeit von der Vollendung eines
Zufifchloffes abhalten laſſen 7: Aber diefe Puͤnktlich⸗
keit, dieſe Orduungsliebe, dieſe dkonomiſche Heide
heit hatte den wohlthaͤtigſten Einfluß in das ganze
Stats ſiſtem. Jedes Megiment, jeber. Statödienen,
jeder Arbeiter erhielt feine Gelver zur rechten Zieh
an Ruͤkſtaͤnde war nicht zu denfen, Die ganze
Maſchine ftofte im keinem Theile. Durch fetdhe
einfae.d Mittel konnte ſriedtich # große Dinge and
> fügen,
*
Ö
\
‚#2 E
Faͤlle erſparen. a SET nun eh
“,, Wie viel er durch ſaine Dulbung aller Religis -
ongparthejen, „durch „Die Beguͤnſtigung der Rede⸗
and Preß⸗ Freiheit ‚ die in keinem Lande fo eig
hen rt yon Clewiffenfgrogng, für den Fortſchrt ng
. menfiplichen Geiſtes zu ‚einer hoͤhern Suufe.der Sy
Ar. gethau ‚und bewirkt bat, iſt allgemein helauug,
Befondert gruß At endlich, fein Verdienſt um die
Rechtspflege. Nicht: allein war er vom dem fange
. Sea Eifer, daß eine. winpaptelifche Geraphrighie,
abue Ruͤlgcht auf die Perſon, ab ein Brigz goergig
Bentler Hor. Themis Schrauken ſtuͤnde, vera -
‚werden follte, durchdrungen; ſondern er gina
Auf Dig ktten Arſachen, woher amgerechte Richr⸗e⸗
fFruͤſbe ensitehen, zuruͤk, und bemuͤhte ſich ni, gruß.
und. Weisheit, ſelbige zu heben. Da; Anm dir
Hauptguele des Uebels in der Unnoljformryenpele,
Unbefkimwaheir: und. Unzweindßigfeit der ‚Giefeye
ſelber, und in dem unarbenslichen Gange der. Megs
waltungsart liegt, ſo machte er zwei große Warfgrie,
die Geſezze und das gefezliche Verfahren zu.paee.
fern. - Die erſte wichtige Sufkizrefprunmue
- 2747 durch den Großfanzler. Eocerik, wen
FZriedrich felbftden Plan augab, ins Wert pafayes
fie batte gine Sammlung von verbeſſerten Berord⸗
nuugen, die man Codex Friedericianye. yenprg,
zer Felge, Die: jedoch noch voller. Maͤngel war, nur
non: ſchmyichelnden Lobreduern fluͤr ein Geſes duch
Hallus Br. Geſch. 6. Cbl. Mau
8*
N ‘ “
4 j 2
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= 15 .
ansgegeben würde, und Ar Grunde nut ine Pros
deßordnung enthielt. _ Zweimäßiger , durch⸗
greifender und weit umfaſſeader Ida Friedrichs
ijweite Juſtizverbeſfetuiig, die Mid den lezttii Tale .-
: sen ſeines Lebens durch deu Gtoßkanzler von Carb
mer beginnen ließ, die erjt nach feinen! Tode vurch
die endliche. Abſchließung ves neuen Pteußiſchen
Sandrechtes. vie Vollending erhielt, und die
allein ſchon fähig waͤre, ‚felnen Namen nuſterblach in
madjen }: wein ihm nicht ſo viele andir Dintindter
feiner Regierung inch "unvertilghären’t tut bei
Belt. und Nachwelt zuſſcherten. Er wäihre aber
nicht bloß über die Atisäbung der Seiechtißkelt in
un Landen; fondern er gab auch anderh Bölterh
Imehtere: Beweiſe feiner Liebe zut altgemeinen Ge⸗
rechtigkeit gegen Jedermaun. Er war ‘der Kiſte uns
ter. den Mächten Europens , "welcher: in Fahre 1748
ſein en Abfcheu gegen vie Rauberrien der Eugtiſchen
Nation In Kriegözeiten Uffentlich zu erkennen gab,
und den Grundſaz ver Natur und des Vilkerrechts
gegen die · Sophiſtereien der Engliſchen Habſucht vers
Cheidigte‘, "daß nubtwäfhete Handelsſchiffe weutrafet
Nationen nicht geplänbert, nicht beummuhlgt , "nicht
an · ihrer · Fahrt berhindert werden dürfen, - Er der⸗
ſchaſte Feinen Unterthanen, deren Eigenthum von
Engliſchen Stet aͤubern gepluͤndert worden war, da⸗
durch eine gerechte Entſchaͤdigung, daß er 200,006
Thale von den 2 Millionen Schulden abzog, weis
be er, als auf-Schlefien haftend, an England zu
dejahlen übernommen Hatte: ‚ Er war ein thck Pi
) Dr 2; — —
RR Kein: 17 die —E— —
dr zwiſchen Prrxuten, Rußland und andren: Genre
zu Srambe: gubrädgt: warte, um ‚ber Flagge friend |
chet Kauffarchtfhrer·wider Writaunidus. Aolze nah
." Shrfarifche Berninßiegen. Ehrfurcht. zu verſchaffet
Er ging noch einen Ochriet weiter. : Jwſ einan mit
Mörpatmerilait Freiſtaten geſchtoßnen: Hanbelatrakta
me ſezte er Zune Heil der Menſchheit feſt, daß eint
triaglahrende Moacht keine Feindfeligkeit gegenrdis
*
Kauffahrer und Landbauer det andern ausüben;; fong
Gern ‚KotgUg nan.gegen bewafnete Haufen: fifziten
ſe; eine große, venle ‚rubhniest andy ziemlich
Omi sher,; nie, Friedrich allen Repierucigem nen
Erde wlbigeb; unb: die, wenn ſie allgemein befolgt ,
weärbej,:: dderawermeidlichen Uelrel des Krippe (bh
veraainderuaumciute. MDurch· aliedſein⸗ ·ᷣff ſatiich . ".
MHandiuudert iegte er ben: Vrmeis·ab, ba chpid Die
uitzewuͤrde nicht rfaͤr einen Feribrief zu Bitüigung
perſbulicher Lüfte ;; fordern Ahk.einen Meraf gu: ieh
fürberang tber allgemeinen Mohffährt hielt, vaß c
ber: Yenirı Soflichten mühfem nagevacht/ uf incn
Atem n angen Umfange zu erfühten ben :eruftlichen
Borfaz ıkefaßt.. Haste, Beine ‚Regierung, na |
Ehre ſtines Dibens,das: Euͤt feines Balls,
Nas. Maſter aer Xc Der. Glanzrſmous
Auhms Kann: fh durch) die Fletten, die ihm are
gen, und Werch die Frhhler, bie: beging, nichtt ve⸗
Annkelt werden. Noch bei beinem andern Megane
chat man allen Schwachte leen bis in die· verbragſ⸗
ſten Salt ſa einſig ui af ar
eo,
4
⸗
| | — — u
Oh, ais dei Az’ noe- ie ih leider
‚ Rreiniäthigkeit. und wit. glricher Vegierde del jevrm
| AArvburntraͤger thun, v da wuͤrder ge.niele munter iz
Vefahr ichweben,. ganz bis ins Niches heralgufinten.
Frie druch's Eher fibeisert am dieſer Klippe vicht 3
bei len Fehlern, die die ſchaͤrfften Atgusqugen mia
innm nusſpahen moͤgen, bleibt er doch bir.grofies dar -
bewrunderte Koͤnig; er bleibt Frath eri ch. Sb.
gene ·Scilderung feines Karalturs mag bis Velegt
Un Diefer Behauptung Sieben. Am...’
m er Hatte: zuık eine yithelmilßige Reihe
ä Amer "aber dach. chin. wenhigelklugten Körper,
Beim Höhe beirug 5 Saß,- und encweder elwas und
Munberäber 5 Zoll; denn harrin weichen die Anga⸗
ben ‚fsltft. feiner Mnzihzengen mad Gefeüihchaitre. zum
“ almaiter ab. Oie Vruſt war breit sub enhabeng
_ wer Kopf ing, versus wegen deo Er
| Im, ein wenig un ‚der rechten Seite hin; vie
dunge gusgeflaktets Safe, das. proportionirre Meſicht,
welches von uͤberflaſfigem Fette ebenſo rutferat wan,
ws ut dirrer Wingerköit, die hernorſtechenwen
mraſthaften Suge des Antlizzes gabun Hgu.gin ebleh,
Wuigliches Auſehen. Aus feinen Uutzen Krabſte die
@ebhafkigkeit und das Feuer feines Geiftes, fe ihnen
wWrimen ſich feine Gemkuthsbewegangen beutlich:ukt,
ab von ihmen ſchoß fein: heftiger Zan⸗Dliulte des
Sechrettens für alle Umſtchenden. Geht ganzes
Wificht zeigte mehrentheils Serenge und Gruft, und
Nbßte Ehrerbiekung! undi Vchtuug Hin Ecar uug
we re, —* nd. als: ae"
[4
N
r
I) ⸗
—* erlebe Sagen: RR te
ſomlos, beit auMallep uufgeriihtet,: welchen er gen
U u Tanga: abe Seue Dtince she
‚ fiaıl, darcadringend und gehicreſiſch. : Crime: Ina
wche Gefichäöferke. Hündigte. einen Soldaten zu
wecher ber Heißen mubrlaiten Witterung. gewehnt
je ge jeder Mähfeligfeie: ved . Kuisgäfchens
/
In feiner Fugen ar — '
| ——— die er: begengen hatte, ‚Iein
donges Lehen. Die Regelmaͤßigkeit ſeincs Werhalten
im der Feige amd die Abhaͤrtung feines Corpers Krk
am ſeine Mefundheit, ſo aß er ehen Teine-hetzkelßts
Acher ankheiten ausgeſſanden hat, wenn man:bad
Yehagta ,.. gichtifihe Zufuͤlle, nd den Segen Huf
ae Todes aubninut. Das Movagra, tbklahei.ar
mon feinem Water geerbt ‚a haben glauben, quäßte
qa in. der ſpaͤtern Zeit faft alle Jahrer Er made
Ach viel: Reibeöewegungen, vie im Mein up
hen befinuben. Wei guter Möitterung fragierte.se -
. m Garten ;. und bei’ Flotenſpiel ging cr gewblee -
Sich and-cinere Zinsıer id’ anbee, Ben Migm
pflegte er. täglich, von 10 bis 11 ie, Rast-atingub
oder gafloppirenb auszuieiten, An. Kriegen uud auf’
J —— er mebreutheißö zn Pferde, doch bei gu
heftiger Kälte ſtieg er ab, und: ging zu Buße, War
Ai. ven Fäbrlichen Meifen zu :den Mufesungen in
Soievend zeisen fahr. er im Wahen, und bies mit uge⸗
wehhlicher Schnelligkeit, „bie indeſſen vom feinen: .
NMachſolger noch aͤhertroffen und nicht iarmar , wie
| Ann ua oki A af
En uheit
m DE We 3
—XR Aingeſchrautu has Pen
. Yakızeı malte ser, ncjeben! ioche Mehl den Maſ⸗
"Venhbungen: ber Mardbannsiee: Warsifeni bau amd
dommionbirte bieiiBnchrharabe: air Dar: Mlmungöses
7 gm. Durch alles dieſes verſchafte er.feknen’Khrper:
Narke, wehlthätige Beoigangen, "Ri; den ceſten
wgAlfie. feines Lebens ſchlef er wenig; . errfaß oft bis
AMecervacht / an der: Tafel, und ſtund fruͤh wiebee
uf. . In bet andern: Hälfte feines Alters ſegte er
Rert⸗auch Töten zum. Schlafen aus; oft cbe
bi ee, EOtauden im Bette, weni pen
Mei, wozn feine. Natur fehr geneigt. war, abe
doarteni Zar MNintat ing er "bald mnach 4 Uhr
Weir Bette, und‘ Mund Motgens nm. nöie
Bo / g ihr anf. Mon Februar an: Tegterer ſich gebe
Siger, und ermachte auch fräher, Hierin derfahr er
webentluh ſtufenweiſe. Schlafen und Auffichen = .
ſchahe mit jeder Woche bis nach Vollendung bee
Camnerieifen zur Rede etwas: fräber;:. nachher
Sehrie er Die Ordaung wieder nm. Im Sommer war
2 daher fchon um halb 3 Uhr, in Winter manchmal
Arſt eiige Uugenbäille vor 6 Uhr außer dem Wette.
‚i0% Die Vergnuͤgungen ber Tafel ſchaͤzte er mehr,
ap Ter- war ‚in jeder Abſicht ein feinerer Kemmer vom
dDem Meisenden derſelben, al& fein Vater. Wenn
wieſer nicht. mehr als 3: SchAffeln auftragen ließ,
:mur gsobe,, gemeine Koſt fuchte, und mit ungefalze
nin. Spaͤßen der Hofnarren oder Tifchgenoffen vous
lieb vahm; fo gingen Ariedrich’6 Korderungen weiter.
Er beſtellte gemähnlih 8 Schuͤſſela, verlangte *
—
r
— 23 —
let —ED und · ſchute Seh aach
2 Marze geiſiroicher · min mlggiger: Geſpruͤche. ‚Ex
“Big, viel nud oft· begierig. Entbieltndet Kuͤ⸗
vnjgettel feine: Liebſingcſpeiſen/ "Sa: buschlas er ihn
‚26 Morgens mehren Male⸗ ur ſehnte Se nach
Ser Mitrageſtunde, die Bann auch wohl & Stunde
ı Fräher.angefangen warde. Er:liebte die
\ samt Beampblfihe, ade Bonlingen Kbenhänfte Zuhereb
age, Ganz unrichtig aber. iſt die Dorfkellung derer, -
welche von ihm erzählen, daß er garnicht Herr über -
ſeinen Berumen: geweſen fei. Eine ſolche Eige⸗
Fat :paßt ſich fuͤt cmen: Witelltud ,: darchaus wicht
Sr einen großen Mami; nicht für einen: Frhedrich
Anmaͤßig / hat er ſich niemäls, und in. leinem Stuͤlke
ezeigt.. Er beunte die heftigſten Lencbaſten
und un: wie wiel meht ſeinen Appetit Dehemfchen,
Er faftere: haͤufig, u hungerte firemge, fü. aft.er ſich
‚nicht wohl befand ;. er: vertrieb „oder. linderte af
wohnlich feine Krankheiten durch Hunger: Er war
:gt bertfähtechteften Raktung-zufkieben, wrus es DIE
Umſtuͤude «forderten; er he den
Eolbdaten, wenn Moth da war, au b eilaste
mit keiner Mine, mit keinem Wart..ber fein *
ſchik. Mach in fricdlichen Seiten‘; Im Zimmer ſeines
Schlofſes, in der Mitte feiner, gelehrten Frecucde
vüberkteff rer ſich den, Freuden ver Tafel, ap mit
| Mehigeſalen⸗ fprach it Anmenth/ und hielt Male
sgeiten ‚bie vielleicht von beinem Fuͤrſten koͤſtlicher,
tarageſuchter uud vercdelter durch Wiz und Gelehr⸗
‚forte gegeben woran “fon Mor ke feiner.degten
Kranlheit
4
De
uf de unebttunfichken wc: -
Ken Epeifen,: befondens die - Mallenifiße : Polen,
wi adpdere ſo wenig auf: bi Darnungen ner Bepie,
‚WE auf Did: Vorſchriften Amen gefitunain kit, Mr
- 89, was Abe fmekte, mochte enauchperhen üble -
feu, daß es ihen die anleidiihten Schnrerzen zuye⸗
hen wtde, and. warde: uncbſtuag, wenn die Kunſkder
Doetoren feinen Npperit iuſchranken wollte.Wieh⸗
eicht⸗ lag vielen. heftige, fü annatuͤrliche Neig in
vbermiſcet, zuweilen Charpaguer ober.
Mate" boſendern Beſchuſſenheit feines Kdryers, und
u war elge ˖ vor Kraucheit ſetber; vielleicht war eß
NNtkdberzengeanz, daß alt Maͤßigung doch inchz, Fee
ee doch vernabens ſei, aud barans: eneflse
dendes Merkangen,, "urn" Richenden Liben noch ſo
ES rgeniehee,: ld eu forte, Dingepen in fühe
a wen geſunden Bufläube, ner ganzen Mirigen Det
gefeiert wurden, beſtand ſeine Diſchgeſellſchaft aus
7 0008: 3 Perſouen, die Zahl ber Schafſeln aus 6
Gerichten, das Getraͤuk für bie. Säfte aus Pradak
00 Moſelerwein, und ver Nachtiſch nur uud Obt.
Er ſeibſt trauk am mehren Bergerak mir Weir
Ungerifgen
Bein, welchen dann vie Gefellfühafter g txe
Alelern. Niemand ward zuum Effen
ale iader Tomate. ſich bube⸗ —
1
— ———————————————
au ſin Valer ſchaͤne Hai eu. Videroulen, weil
ar iheabo eine · Urſach dar Micht :auſatec Die Babe:
veit · fiug ai za Ahr an; wn dauecte fe, in
Ab: Bimipb Laune Ind: Erzaͤbn oder Meipeäeb: wer =
tete, M6 4 oder 3 Ur.r Die See bie &
> wen:bir: Zeit des 7iäktigennfrisgek. on: yanz-auf,
wwil: fe cin Hintgraiß, feines larzen Ro
Bär die Käche hatte er jährlich 12005 Ihalex.audges
PR
fest. Mici wollt indem fpäten Zeiten.bet junche '-
maunder Deeigerung der Veiſe wicht mebe:
Marten glich: Beodt and Setratke Hitman: unbe . .
Begriffen, 46 bonnten doch g3 Thaler. für Achensmaike
ni auf einen Tag nicht binlinglich ſein, weilhien
ach: 3 Wiyäfjeln Für Die Npiutausen, amd: berg
nt. fie 52 SHauhbeiienee angeſchaft · werden nuufe
a: Werfihnig, der nie die einmal befkimmiit. iiber
ung: Sefbit. wiſſen wolle, mochte von Erhhhuug
wer Küdemgölter nice Uhren; er jagte mainz
Achauſchrritzer, Die nothgercungen Schulhen ‚für
‚Bie:liniglicde Tafel gemacht baten, Davon, und der
wohke.amı Ende. dech, was et muhte, Meinen
7 a an |
EEE... Er ſchame Fein: , m F
Arricduſer fruͤh, und gar ungewöhnlichen Jahcose
Abid zu hakonnneni Morgens tank er einige Bid
Miu: ‚ md dann 2 oder 3 Taffen Soßfer , welcher
le tinem Theeldfel voll. weißen Genf zur Verha
mg des Sqchlogſtuſſes, Wr zur Gtuͤrkung des
Geriinifes, u ae “ler
| _ mifeht
I — 3 |
niſche nie „Bis Tebehrnachen warichfruige
deigt, daß er es auch von andern in ſeitier Megen⸗
Wwartt ice duldete;deſto mehr hatte·es fiir para
ſchen Exhuapftubel ; : wonon: er :füdts verkinhe. saufenb
"und sgrräthig hatte, zum Pebärfuhfr'geinuuht,
Hwei · ofen voll. trug er. bei Ich, an 6:bergleiihen
ſtanden vufden Tiſchen:amher, und bie Fleklen tauf
feiner. Meſte xigten den. Wiufigen. Gebeauch de⸗
ven an. .2
Erisbeld,nder ei; Sehe in Dingen. vn
annerm und. bleibenden Mferche fuchte, vornachloͤſ⸗
ige den eiteln Dunft des aͤußerlichen Flitterſtatet.
Mie d war ein Koinig, außer: Karl xu. tiufucher
mund puantloſer erſchienen, als er. Mehrentheils
fahrer man thu in der gemeinen Dfficter.s Unifornn-feis
aer Durde, die ſich nar durch den fuͤrſtlichen Stern
mukdorſchied. ‚Mies am Gallatagen trug er die reiche
Montur dieſes Regimentsẽ. Seine Mille waren -
uſters abgetragen, bie Griefeln aͤußerſt vernuͤzt, die
Muͤte ganz kahl, Hemden und: Taſchentuͤcher zer⸗
sihien,. und die Beinkleider zeigten dem fcharfbess
u bachteuden Auge wohl gar ein Loch. Er hatte keine
Radtnkyye, : keinen Schlaftok, Leine Pantoffels.
Mad feinem Tode fand man Fein Henibe, das range
Br geweſen wäre, feinen Leichnam zu: bekleiden.
Minen feiner Karimerhufaren, der nachherige Kriegs-⸗
var Sxhöning, überließ eines feiner noch ungebrauch⸗
‚ ten Hemden hierzn. Geine Braut, hatte es ihm
zum · Schmukle geſchenkt; und der! Zufall beftiimmie
es zu Friedrichs Todtenanzuge, und zum Grabes⸗
* J— moder.
/.
— a 7
| Fr “Die gauje —** worcuter auch Bet⸗
ven, Matrczzen, Zobel⸗ Wolfe » une Lcchspelje;
ein: Aninbfipiegel „:v arfiberne Theetbifel;; ein vergeie - ©
deter Praͤſentirteller und dergleichen Begriffen waren,
wurde (an Tinen-Suben, für 400 Thaber verkaufte
Dieb war der Nachlaß des größten aller: Adnige im
"08: Jahrhunderte! Doch darum haßte er eine. “
| wählte und geſchmakverlle Kleidung frincowegest
Er ſahe es gern, wenn fich feine Vegleiter, vie
wicht zum Solvatenſtande gehoͤrten/ mit Auſtan
und dierlichkeit Fleideten, und er tadelte die zu große
Sparſamkeit in dieſem Stuͤlke an ihnen. Seinem
Mentineiſter denr Kriegsrath Buchhstz, machte
vr ſtarke Borwärfe daruͤber, Daß er zu ungepuzt vor
Mn: erfdgien, er ‚nahm die Entſchuldigung, daß er |
ein alter Mann fei, nicht an, und fdrenfte ihm
. Gelb, :iun ſich einen Treſſenrok anzuſchaffen. In
cen zehn erſten Jchren feiner Regierung trag er bei
deierlichkeiten häufig buͤrgerliche, im Die Augen fal '
Aende, von Geld ‚um Silberſtoff verfertigre Klei
der, Schuhe und ſeidne Struͤmpfe. Im Fahre
A z0 zeigte er ſich dem Kaiſer Jo ſeph IE bei dem
babannıen Befuche im Lager zu Neuſtadt in nie
wir. Sitber geſtikter Aleivung, welche auch die
zen und Generale .feiner Geſellſchaft angelegt hatten.
Da er fie aber durch den Gebrauch des. Schnupfro⸗
I) 7. 9 sieralich beflekte, fagte er zu Demröftreichtichen
‚Börften Agne: „ich Sin nicht fauber geung fi fer
A verdiene nicht, ipe Babe zu von, Zu
In
nn. . ⸗
er feine der Reininäteit pie wi
um Baser weit nach. Ridge einmal peariüforgen®
wich er fich gaborig, ſondern fuhr Meß anisieiner
aaffen. Serviete über dad: Geftcht uud bie.-Hiube
ovweodurch natärlicher Weiſe nicht alle Mielten wegges
— wiſcht warden. Mei Tiſche griff er das Fleiſch Kitts
sg mit ben Fingern an, Isgie.gane Stuͤllen deſſeb⸗
ben anf. nad Tiſchtuch, mm fie ablichlen zu laen,
und warf ſie dann den Hunden his Suppe, Wein
ud. .Wüller verfchättese. er. anf: der Tafel, :.unb
Schnupftabak flog herum; dieß alles Tiaß ſo viel
Schmug zuruͤk, daß die Stelle, wo er geſeſen hatte,
— kennen war. Se ſeinen aͤleern Jahren
ſehnitt ex ſich dfters den Vart mit einer Taſchen⸗
Kheere ab, um vernahshhigte das wre
Barbieren.
Seine Berguägungen waren, wie. bereit
erwaͤhnt iſt, sche bloß ſinnlich, fie mußten deuch
, + Beimiichung des goiſt a gen veredelt und erhdzet
‚werden, Die Tonkunſt, die Schanfpiele und die
Mtalienipe Dpet * uud. ver⸗
wandte viel Geld darauf. Dias Zoteuſpiel gehörte.
Hs zum ·Baierſchen Feldzuge 1778 gu feiner tbglicdgen
Girgbsgung; som biefer- Zeit an Tomare ex. ſie nieht.
:imehr biafen, Am Iaunigfien,. veigsigften, mb
‚Aershafteften zeigte er ſich bei der Taſel. Er
sivere · viel feibfl; erzaͤhlte Geſchichren und. Anekde⸗
* ſatirifirte über Furſten und Privatperſonen⸗
wat: ed Ken: Diteeifibe: und
I
-——-
u
PR Binge- ju-Begenflaten ver Unbehdt \
mp. . Bab ihm. Yamand eine Bible, fo banuzte r |
fie ſogleich, ſich Aber ihn.Inftig gu machen. Do
Huf. füch Beine Bädgerlichkeiteil,, fuchre,tcine wäle
tem auf, jegte. nicht emſig nach Spott; ſendern x
sagriff nur die Gelegenbein day, weiche fich Im ung
feibftanhet; : Männer von wahren geoßen Verdienſe
wirlliche Therheiten begingen, obes —
Dauchen zeigten , und am mehrſten feige Beinkg, |
wtvchten ‚ie. Kaiſer oder Minifier, Generale one -
Grelehwe. ſein, wurden ohne. Schonung von feinem
u. gegeißelt, und dem Gelächter derAnweſen⸗
den Yreis gegeben; wenn er gleich zu andern Zeitcu⸗
iherun Abrigen guten Eigenſchaften erechtigkeit wie⸗
derſahrrn Neß. Es IR gewiß noch weit verzeihlicher,
V Gegner in ein Köcherliches Sich
fell; "Alk: daß er fie. mit ewiger Nachſacht uub mil
Wsbinökhigfiger Wath verfeigt. Ye länger er bei
Aiſche ſaß, delle mutter. uud freimäthiger ware .,
. rg. gelegt. Bamute er Feine Zurkfgaltung mehr; er
deöikte alles, wad man ſonſt zu verſchleiern und nur
anzudeuren pflegt, verbunbnatdelich and; weisen
‚0 auch den Umgang mie Frauentimmern nicht lieben,
weil. er Jich im ſeintn Meden wicht gern fo einſchraͤn⸗
ken mochte, als #6 ver Wohlftand in Bagenwart bus
aAndern Gefchlechte erfordert. Uebrigens waßte e
u, Mwa goncen vd Dam Beingef ie
aueu⸗
N
4
Franen ſnemer!ſchaͤlbdlg war z. dir er behies ah
2
“
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mnndlich anıh ſchriftlich fo ihbflich und wuͤrdevell
gegen fie, ‘als es der artigſte. Hofmann im inner
hun Tanne. '* Durch’ ben langen Nufenthalt tee
* Briege mo: unter Soldaten „und burch feinen marke .
Uchen Haug jur: Froͤblichteit „hatte er fich indeffen
ein freits Sprechen und die Begeichnung jeder Sacht
mit ihrom wahren. Namen angewoͤhnt/ und Darm
| hatte er Hirber. maͤnnliche, „a8. weibliche Geſliſch aa
um fie. Bei gie dem war ‚er hoͤchſt ſchanchaft
Hürete ſich vor jener Entbibßung feines Leides img
Beiſein Audrer, gefaitete keinem Bediruten; ihm ie
Vie geheimen Orte ver. natkrlichen: Beduͤrniſſe nach⸗
‚ yugehen,. uud rief feinem Befeilfihafter;,: Des: beichn
Annigen La Mettrie, ber: ihm einſt in der Hine ta.
Etzaͤhlens bis an bie Thaͤre seiged' gehrimen Rabis
wets folgte: . „Doktor , fin fie:ein. Rare dblachen
yfie gleich. zuruͤk⸗! Aus dieſen Grundertiiftrer -
- Ya erwas wibeiges, und ſprach ſtats mn Apfikeip
deavon..Cine ganz unbegeeiffiche, Taf: oje kiten
Sm überfteigende Neigung, und Fuͤrſorge jeigte' se
gegen: Hunde. Beſtaͤndig waren 3 oder 4.inıfeineg
Bimmer, woron einer feinen Riebling ausmachte;
ne. anf Tage an feiner Seite ſaß, und bet Nachts
an feinem Bette. ſchlief. Dieſen Hunden erfanbte er
alles, für.ihre Geſundheit forte er äugftiüihen,! als
- ‚ein Vater für das ehem feines Kinnes, ſie lages
auf ſeidnen Kiſſen, Kanapee's und Stählen umher,
va ag tiguen namen, der fie. pſtege, und
ſpazieren
—
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—
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| akniirgasiee; Mat dieſir eiuem ven —* N
den. Fußr: Fo g0g:er: ſich den heftigfiie "Some des
ME hr der boch ſonſt · dis größten Belribignagen
gegen feine. eigne PYerſon nicht achtüuneAls ſich
Biene: Anfange des Jahres 1761 zu Leip⸗
Bis hufpielt, mid mit aruurigen Uhmumpenkber bed .
Hörner Sang des Arieges:trfälle war . ‚fo Aieh-er zu
Aufhelterung feine® Gemuͤchs feine Kimmermuſiker
and: Den RAS. DArgenszu ſich Tommmen, Lezt⸗
der trat eiues Abends zu chmm m's Dimmer, ud
haite bier · einen ſeltſanen Anblik. Der große Frieds
sub, der Echrakken eines: halben Erdtheiles MB auß
bem Faßboden/ and futterte feine Hunle. Sie hole⸗
wen. mis: einer Schaͤhl ‚Biikaffer.. ie :Ubendefleni-
Bir Aönigirhiele darch ein kleines Etoͤlchen Dry”
allg unter quen, Aand ſchob feinem Liebliugshunde
bie deſten Wiſſen zu. Woll Erſtaunen rirf der Ma
Hs Wr: Mie werben Hih Die 5 großen: VBeherr⸗
Her Euxopegs/ die Ach ga: ſrigewider den
Marblhrafen von Brandenburg derſchweren haben
sven Kopf daruͤber zerbrechen, was Sriedrich. jagt
‚mehrer Rie-worhabe?. Sie werden. glachen; eg
jMache onen gefaͤhrlichen Plan zumTinftigen Beide
Auge, en ſammile Deider zum Rriegfäßeen; er be⸗
ꝓ„borgedie. mölhigen Magazine, oder: er entwerfe
- feine Unterhaäͤndlungen, um: feine Jeinde zu tten⸗
. met, und Freunde zu gewinnen. Richts won alle
‚mem! Gr fit ruhig ander Erde, und fuͤttert
iÄrine Hunde”, Er nahm ſich ihrerraber nicht
— i ur wein, m J fonbers er ließ Dig.
todten
*
tern In Achern lan, ——
Fein. ar Inſchriften warſaben. Freihich eine
Chwodkeit; doch die ainſchaͤdlichſie make .
al, Die ain Rhuig haben Äaun.- . si. ..n
2 Mufterhaft mar die Drbnung,. —EE
J ——— ⏑⏑ ⏑—⏑ — ſeine Pflichten erfüllten. ji
Merguksnugen -genoß, und die Fordenucun DA,
Saite. Keſcitdigte; aber noch weit ‚bemumderungie
vwurnpiger: war die Stonbbafeigheit ‚mit welcher, ME
dieſer Area Ichendlang: treu blich, mad Ann DE
Megt, die er ſich felhfk gelezt haſta, ucht cwifer
abwich; ‚Sobald: ‚er. Morgens aufgeſtandes ke
aan ofich ſiggtud am Tiishe:ben:; Pe
Ueß, :hfüiße ar: dak Weder Mrieſt zu. Wittfhgäftgge
wweldhen ‚in. ider Narbe angefammen. mor. Meienn
gen, welche van ..beläanten: Merfonem enÄhrtene ;
ber pie ihre ingenb Timer Unfeche: aillapihelane
Ser: michtigſchienee, ias mad beantwortete: mr ſelt
gan; ‚Aieribeigen. fihiäte m; fetacın geheimen Mahie
mache. Hiemuf forderte er dem im Warzinueg
. wartembin. "Sloiutaugen: des erſten Gerbehatailienf
Bericht ‘nen Dez Aulrnft und: dem Algang ‚Az
Baemden „uud andern Ötebfiniefälten :ap z. uud re
gheitee ihm milltairifehe »Bäefehle, .. Diefe "Befpäte
waren gevabönilich um 8. Uhr abgethan. : Nachdem
gr febann:gefväbftäft, nah beißt, ain Glas Walcz
ab einige: Tafferi Kaffeogemmuden hatte, ſo agiff
er vie Biber, ‚uud fpieltaran a Stauden langz : 684
rinem Dimmer. ins audi geiin, enkmbig 2m
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. Bere Seutten, ober un eignen Mantafln,
Dieſe Zeit war. jedoch nicht einzig den Vergnagen
geweißt, ſondern der Kbrig dachte dabei zugleich
über allerlei Dinge nad), und son den fanften The
wen. der Fibre begeiſtert fand feine Seele ofimais .
auter dem Spiclen die gluͤtlichſten Gedanken. vie
bolgerrichſten Einfälle Aber Geſchaͤfte und Megien.
sungefachen, die ihm zu andern Zeiten entgangen
waren. Ungefähr um. 10 Uhr endigte er fein Sihs
. wenfpiel mb verlangte nun dem Auszug ber Briefe
(haften von. dem erpebirenben Rabiwetörarhe,
1
Wenn er iha Durdhgelefen und dem Rommandamtrk
bie Parole gegeben Haste, ſo He er Diejenigen Rabis
metbrärhe, welche den mündlichen Vortrag bei hm
hatten, herein lommen, cm ihnen ju fagen, ia
auf jeden Brief geantwortet werden ſollte. Seine
Bienferungen hierüber waren ſo deutlich, beftinime
mad auöfhbeiich „ daß Die Raͤthe weiter nichts thue
durften, als die koͤnigliche Antwort nur in die gehbe
rigen Formalitaͤten einzukleiden. Waren fie wieder
abgetreten, fo ſchrieb Friedtich Briefe an feine Fa⸗
wilie, ober las mit lauter Stimme in einem Buche,
voder ſpielte woch einige Konzerte auf, der Kite,
Mitdem Schlage 12, zumellenuoch eine viertel Stun
deffruͤher ging er mit feiner erlefenen Geſellſchaft zur
Tafel. Mach der Malzeit unterſchrieb er die von
ven Kabinetördchen abgefaßten. Briefe und tranl
Kaffee. Jezt las er wieder eine Stunde für fih,
wugefaͤhr Biö 5 Uhr. Dana kam derjenige, weichen
‚or zum Vorleſer befliumt haste, den er aber nicht
vBalius Or. Oele 6, Thi. TE. dafür
‚
.
Fa v . , D /
dafuͤr beſoldete ¶dies geſchahe ‚nur, in den 2 leztet
Jahren ſeines Lebens), mehr ‚um ſich mit ·ihm uͤber
wiſſenſchaftliche Dinge zu unterhalten, als ſich von
ihm vorleſen zu laſſen. Um 6 Uhr ſing dad Kon⸗
st feiner Kammermuſiker an, wobei 'er felbit auf
der Fibre fpielte, oft auch ein Sänger eine Arie fange _
Disputiren, Unterredungen mis gelehrten Freunden,
der ein Abendeſſen, welches nach dem: 7 jaͤhrigen
Kriege ganz aufhörte, befchloffen feine Tageszeit:
Im Winter machten. die Karnenaleluftbarleiten, und
. in den. übrigen Jahreszeiten die MWaffenäbungen ber
Truppen, kleine Ausritte, oder Spaziergänge und
große Laodesreiſen einige Abaͤnderungen in ber- ges
„melosten. Lebensweife nothwendig. Mehr um des
Hofes, ſeiner Familie und der Fremden willen, als
ſeiner ſelbſt wegen begab. er ſich kurz por Weihnachten
nach Berlin, und feierte bis zu feinem Geburtstage,
dern 24 Jaunar, dad Karneval mit Opern, Baͤllen,
Gaftmalen ıc, behielt aber vom der erwähnten Ges _
ſchaͤfts⸗ Drönung fo viel bei, als ſich thun lieh.
Don der Mitte ded Mai’ bis zum 10-Funi hielt ex
hei Berlin, Magdeburg, Küftrin, Stargard und in
Preußen die Befichtigung und Muſterung der Trop⸗
pen; und nach feiner Räfkunft in Potsdam ließ er
fi, von feinen Finanz ⸗ Miniftern die genaufte Mes
chenſchaft von der Verwaltung des Gtatöuermögend
vorlegen, ſahe ihre Rechnungen vom ganzen Jahre
durch, und ſezte den Etat für das neue Finanz ⸗
Jahr, welches vom Juni anfing, feſt. Nach Vale
lendung dieſer wichtigen Diufarung föner Befme lt
. ’ . FR x . .. F
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*
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\ . ' v
— 35 —
feter trank er den Egerſchen Brunnen, wahr aſuch⸗ I
son ſeinem Gefchwifter an oder Yerfammelte: einz
Beine Geſellſchaft von Bryunengaͤſten, die ana wenie "
gen’ Miniſtern, Öenerglen und Wertrauten hefanı ' -·
. ben, um fi. Den 14 Auguft oder einen Tag ſpaͤ
ter unternahm er die große Schleſiſche Reife, weiche
bie Revuͤe der dortigen Truppen, die Befichtiguug .
ker Feſtungen, die Unterfuchung der. Ürgierung
enn Schleſien hatte einen eignen, von dem Werke
milchen Dinifterio ganz unahpängigen Minifiee) un
‚ das Forſchen nach der. Lanpefuftur‘ zur Abſicht
hatte, und gegen Ende des Geptembers zuraͤkgelagt
. war, Wingeftellte Kriegsübungen mir dem Artiilerieg
Korps zu Berlin und mit noch; einigen anden. Mies
gimentern bei Potsdam machten den Befcytuß feine -
Hälnlichen in & Große gehenden Sefchäfte, Zu ſei⸗
nen Schriftſteller⸗Arbeiten verwandte er bie ges
wöhnlichen Leſe⸗ oder. Unterhaltungs » Stunden,
So lebte der große Friedrich; und diefe Abmeſ⸗
ſung feiner Zeit, dieſe Puͤnktlichkeit in Beobachtung
1 feiner Pflichten, dieſe weile Bertheilung von Arbeit
nad Grheiterung ſtellt ihn zum Gegenſtande der Ber ..
wunderang, und zum: Mufter, für alle Regeuten,
für alle Geſchaͤftsmaͤnner, füs alle Haushaͤlter ber J
‚Won ſeinen Geiſtesfaͤpigkeiten un. .
Keuntniffen iſt bereits wieled im vorigen. Bande
Seite 220 fgg. und Geite 361-fgg. ’augeführt wor⸗
ven. , Gewöhnlich ſprach, und ſchrieb er Frauz de
ſiſchz die auswaͤſntigen Statogeſchaͤſte, mad. ver
| 2 Briefe
—
een
eich mit feinen Rabinetöminifters und —*
ſandten, jedoch mit Ausaahme der deutſchen Reichs⸗
ſachen, wurden Frauzdſiſch geführt und abgehandelt,
Deatfch verfiand er unvollfonmen, und redete es
ſchlecht. Da er keine Bücher in viefer Sprache
Is ‚ keine wifienfchaftlichen Unterrevungen in te
auſtellte, keinen Umgang. mit Gelehrten biefer Na⸗
tion nuterhielt, fo iſt es nicht zu verwundern, daß
"er. cin wahrer Fremdling in der Sprache feines San
ves war, gemeine Ausdruͤlke gebrauchte, plarte
‘Werte wählte, und anf eine Urt fohrieb, die hoͤchſt
auffaͤlit. Demnach fprach er Dentſch, wenn es
vwolhig mar ober die Auweſenden Fein Franzdſiſch ver⸗
ianden. Die Berichte aller Miniſter, die nicht zu
dem auswaͤrtigen Departement gehoͤrten, wurden
Denke abgefaßt, und vom Friedrich eben fo beant⸗
wortet. Seine Randgloſſen und feine Beſcheide auf
deutſche Briefe erfolgten alle in dieſer Sprache,
— ius den Schriften des Perer Bayle, and der
Nektare der Alten nud Neuern, und aus den Geſpraͤ⸗
chen feiner gelehrten Freunde hatte er ſich fo wan⸗
iderlei Kenntniſſe gefanmelt, die den mebrften Knie -
gen; ‚und ſeldſt manchen Stubirten fehlen. Bow
nawilich ſchaͤzte er die Renntniß der ſchoͤnen Wiſſen⸗
ſchaften, der Geſchichte, der Beredſamkeit, der Pk
loſophie, der beſten Autoren in Proſa und Verſen aus
"den verſchiednen Zeitaltern, amd Ueberſezzungen aus
den Kaffitern; Seine Begriffe von den Wifſen ſchaf·
Zen waren jedoch nicht Immer richtig, und von Ein⸗
| fenigten un Mechtſprachen Sa frei ” Ju
Anſe⸗
N
' es —
— 37 —
Sinfelung ber Literatur und Geſchichte hing er feinen
- zuerft anfgefoßten Meinungen und Vorſtellungen
mit sumeränderlicher Stanbhaftigkeit, man könnte
fagen, Hurtnaͤkkigkeit an; und. bier folgte er nie
immer" gründlichen, gereinigten und wohlgepräften -
Einfichten,. fondern ließ ſich von bloßer Gewohnheit,
gorgefaßten Meinungen und vor Anfchen berühmter
amen feiten. Uber in der Philofophie und Reli⸗
gion ging er gerade umgelehrt zu Werke; er zweis
feite, aͤnderte, forfchte von neuem und erklaͤrte ſich
für dab, was ihm nach Zeit unb Imfländen das
iehtigere zu fein ſchien. Diefer Kontraſt von feſtem
„Slauben und ungewiſſem Schwanken beilgleich ums
ſichern Gegeuſtaͤnden gehoͤrt zu feinen Eigenthaͤm⸗
Ulichkeiten. Seine Handbibljothel wer klein, aber
autgeſacht, beſtanb bioB aus Franzbfiſchen Büchern,
dem dritten Theile nach aus Ueherſezzungen der
_ Griechen und Römer, und enthielt neben den. Were
ken der Branzbfifchen Schöngeifter and der goldnen
. Yeriode munter Ludwig XIV. auch die — Predigten
von Bourdaloue, Saurin und Alechier.
Mit beſonderm Fleiße Andirte er Die Alten, und
noch in dem legten Wochen und Tagen ſeines Lebens
beſchaͤftigte er ſich ganz befonderd mis Leſung der .
Schriften des Eicero, eine Quldigung, welche bes
fer weiſeſte, fbarffinnigfte und beredteſte aller Römer
von dem größten Könige der Neuern verdiente, —
Geine Verachtung der Dentfchen Sprache rührte aus
Mufunde nnd aus Vorurrheil' her. Er glaubte in -
feinem hohen Alter, daß die Deuiſche Literatur
| neh
N
/ ‘ ,
1 j .
noch auf der niedern Stufe der MRohheit u Ge⸗
ſchmakloſigkeit ſtuͤnde, auf welcher ſie ſich zur Zeit
ſeiner Jugend hefunden hatte, Er wußte nichts vom
den Rieſenſchritten, die fie während. feiner Regie⸗
rung gemacht hatte; kannte die großen: Namen faſt
gar nicht, welche Deutichlaud feitbem den Ausläns
dern Fühn entgegen ftellen,, und wodurch es in jedem
Fache den Wettkampf mit Ihnen wagen konnte; und
doch bildete er ſich ein, ‚über Deutfche Sprache,
und -Deutfche Gelehrfamleit ‚nrtheilen; zu koͤmen.
‚Er gab 1780 eine Schrift fur la literature Alle»
mande in den Druf, worin die feltfanften Bots
ſchlaͤge über .die 'Berbefferung der Sprache, hoͤchſt
undillige und grundloſe Krisilen über: Deutſche
Schriftſteller, und mancherlei irrige Behauptungen,
und von ven Frangofen eingefogue Vorurtheile ent
. halten find, obwohl nicht zu Iäugnen iſt, daß auch
viele ſelbſtgedachte Urtheile, beherzigenswerthe Vor⸗
ſchlaͤge und näzlihe Wahrheiten darin vorgetragen
werden, Nur in Unfehung der Philoſophie raͤnmte
er der Deutfchen Nation dei Ruhm der Tieffinnige
‚ keit und des Scharffinns ein; und von den Äbrigen
Zweigen der Gelehrſamkeit gab er bloß das zu, daß
ſich Deutſche Maͤnner die Vorzuͤge der Griechen und
Romer, der Franzoſen, Englaͤnder und Italiener
wohl erwerben koͤnnten; behauptete aber, daß fe
. feige ‚noch nicht errungen hätten.
In frinen Vorurtheilen gegen bie Deutkhen
wurde er durch ben. Uehesumgth feiner ausländifchen
- Sea, die let, was Deutſch bieß, verach⸗
sem,
a — 8 —
Uuben, ſchr Porn Doch machte der "Maris
O Argens eine rühmliche Ausnahme. Diefer ſchaͤzte
die Wordienſte der Deutſchen, forſchte nach ihren
Geiſtesprodulten, redete mit dem Könige davom,
war wollte ſelbſt zulezt kein Franzofe mehr heißen,
weil er es für eine Ehre hlelt, für einen Deutichen
songefchen zu ‘werben. Unrichtig iſt es "zugleldh,
wenn mehrere Hiſtoriker erzaͤhlen, daß unter Friede
rich's gelehrten Freunden kein Deutſcher geweſen ſei.
Mer waren denn Jordan, Guichard, Herz⸗
berg? . Saben ſich Pie beiden leztern nicht alle
mdgliche Maͤhe, den König auf richtigere Vorſtellun⸗
gen über: die. Deutſche Litteratur zu leiten? Gui⸗
hand, Sohn eines Hofraths zu Magdeburg, der
auf mehrern Deutfchen Univerfitäten, zulegt in Ley⸗
ven · ſtudirr, und 1747 aus Verdruß Über die Nichts
erlabgung einer Profeſſorſtelle, Hollaͤndiſche Nnegs⸗
wDienſte augenonnnen hatte, wobei er es bis zum
Hauptmann brachte, war auf ſein Erſuchen zu An⸗
fange 1758 von Friedtich gleichfalls als Hauptmanu
u fein Gefolge aufgenonmmen, im folgenden, Yahre
zum Majer und Anfuͤhtet eines Freibatailons er ⸗
nannt, und dabei nach einem Streite Über einen ge
wiſſen Römifchen Centurio, welchen der Koͤnig
Quintus Caͤcilius, Guichard aber FJeiliue,
and: das mit Mecht nannte,’ auf immer mit dem
Namen Quintus Feiliws: velegt worden. &_
mward in bei Folge Oberſter, und gehoͤrte zu ben Bor
zůglichen Ehniglichen Gauſtlingen. Yarmer vertrat -
er bie Suche der Deutſchen, und war es, welcher
ae (GE Er _ — den
J
a — „* —
ven Kinig auf Geuen nicht —E— mach⸗
"te, fordern auch zur Untertedung it ihn verans⸗
uaßte. - Dies bewirkte jedoch weiter nichts, als daß
. Xtiebrich vortheilhaft von Bellert urtheilte; im Abein
gFen behielt er feine umahnflige Meinungen von dem
Deusfchen bei. Selb die Bemöhungen des Minis
ſters von Herzberg, - und befien Probeäberfezzung
eines Stuͤlkes vom Tacitus brachten in Griedwich’s
-- Denfuugsart keine Aenderung hervor. Er lebte die
NNeherſezzung, und blieb doch der Deutſchen Sprache
abgevreigt. Freilich war er zu alt, um jezt noch: ber
Lernen. Mie wenig er dad Deutfche veriaub,
weiſen fein Tadel ded- von Herzberg 2*
Wortes: Beifptel; er bildete fich ein, Brom
„el wäre beſſer geſagt.
>, Wenn Frierich aleich das -Deutfihe: Omi
xigte ihu vielmehr aller. derer, wodurch tie Merbarei
weder durch Ichtuug udeh durch Geid anfanmderie,
Seinen. Deutſchen zum Mitgliebe der Micbensie be⸗
Nrderte, und außer einigen Gehaltapilagen fhr eisle
* ge Hallifche Profefiören wichtö zur iinfanhpie der ga⸗
Jehrten Anſtalten that: fo erwies er ber beſſern
Pflege der Wiſſenſchaften dennoch große, unverkenn⸗
“ Dare Dienſte, und dies durch bie Seundſcze ber
Megierung, welche er fiaubhaft befolgte. (ix Inte
‚Demi meuſchlichen Geiſte keine Zeffeln an, er enties
finfiree Jahrhunderte feine Wirkſameit eiegefibedult.
Hatte, Er erlaubte und ‚begünftigte sehe Art von
Breimüibigleit. in Yenberung feiner Gedauken, (6
Fame Die Mronsiche: iude d beine Seſan Bam; 7
. 4
.4
v
Kr 2 41 u
| ltr Bafbebert: * „weit mehr, PERIPHEREN
ſcqhraͤnkter Schreibe s-und Preßfreibeit die größten
Meiouuierfiäggungen hatte thun Lunen, die Kultus
der Gelehrſamleit.
. Wen der Wichtigkeit. guter Volkeſchnlen, und |
“sam den großen Gebrechen ihrer Damaligen Befchat⸗
.. abeit, beſonders auf dem platten Lande, war ——
- wollen überzeugt; er hielt bie Berbeflrung Ä
derſelben für eine wirkliche Graröfache, und lern ;
Hdrte ſich mehrmals bereitwillig, zwekmaͤßige Vor⸗
⸗ſchlaͤge feiner Minifter: ind Werk ſezzen zu laſſen.
Ein. Jahre 176 erließ er die eruſtlichen Vererbnuns
gm, deß alle. Stadt» und Landſcholen unterſucht
. 906 verbeſſert werben ſollten. Er fuhr in. den fols
genden ‚Fahren mit ähnlichen Befehlen fort; es
vohnfchte vorndmlich, daßz die Bauernkinder einen
' wernänftigen. Unterricht in ber Religion bekaͤmen,
Daß ihr Derſtand mehr aufgehellet, und ihre Sr⸗
kenntuiß non den Pflichten gehdrig berichtiger und. .
hefeſtiger wuͤrde. Denn: hierin ſti ihre Unwiſſenheit
Bd, dieſer Dummheit wälfe nothwendig abgehol⸗
Semi werben. Vectrefliche Geſimanng? Jadeſſen
Friedrich wellte den Zwel wohl: aber er ſcheute die
Mietel. In der Kurmark alleingab es soo Schul⸗
| (meißer, von Denen Teint Adez 10 Zialer EisHlufie
hatte. So lange nicht ein Regent darchgreift, und
bis: Schullehrer wenigſtens wit fo viel Ginkänften
bh die Zoll⸗ und Kaffınbebienten, Viſitators und
— 7 ſ d ale Winfie, Kla⸗
oo. N‘ . nid 14
ai; iechtewings zu nie. Mer neran TR"
es eben. Friedrich bezeigte ſich 1970 einmäl' ges
eigt, etwas zu thun; ver fragte bei dem geiftlichene
Departement an, wie viel Geld erforderlich fein
mchte? Das Oberkonfiſtorlum verlangte bioß für
die Kurmark faͤhrlich 100,000: Thaler, Der eine
Miniſter Billigte Died, der andre fand die Gunnne’ zus
hoch, der König, meinte er, wuͤrde hieruͤber eefihteks
Sen, Als 0b nicht das Schulweſen eine Angelegene
heit des Stats von der erſten Größe wäre, mente
ſtens doch wohl eben fo wichtig, als die Erriihfaag
"Eines neuen Regiments oder einer neuen Feſtuug!
Nein Menfch Hält ed für eine Sache zum Erſchrek⸗
ken, werm zur Errichtung neuer Truppencorps, vie
vielmalä ganz überfläffig find, Tonnen Goldes ans
‚ ‚Heivendet werden: wenn unnuͤzze Kriege Millionen
wegraffen: aber eine Sache, die ganz eigentlich ges
* meine Statöfache ift, eine Beſſerung im Schulwe⸗
- fen zu befördern, da ſieht man eine Tonne Geldes
für gleichſam weggeworfen an. "Genug, män dachte
damals fo. Man befkinmmte nichts; es wurde bie.
Sunme der Großmuth Friedrich's uͤberlaſſenre Und
nun erfolgte — keine Aniwort. Doc) im Jahre
J 1772 wurde ein Theil von den Zinfen des. Ueber
ſchuſſes der Stäptefaffen zu Gehaltszulagen einiger
Schulme iſter verwendet, ſo wie in’.cben dem Jahre
ein gleiches. in Pommern geſchahe, indem ‚von den
3 Procent Zinſen von etwwas mehr als tz Tonnen
Goldes Kapital, die er auf ewig dem Pommerſchen
Adel lich, verſchiedene Summen zu Defabunn Di
. . \ . y ls
3
— u3 — _
hier ame werden PERS ik.
des TrÄgrigen Krieges hatte er in Sachſen einige
Schullrhrer Imuen’ Teinen, die entweder wirt
‚süchtige Rente: waren, oder die er aus iegend einer
AUtſache bafhr anſahe. Nuu glaubte er, "Gachfen
feb- der: Siz einſichtavoller Schulmeiſter, und der
Bammelpiaz von Tauter gefihenten Männern dieſes
Gaches. Er: ſchilte Daher noch im Kriege 6 dergleis
hen Eubijekte in ‚feine Länder, Aber dieſe Probe
fie fihlecht aus, man war froh, als fie ausftarben,
und man. fand die mauzige Wahrheit beftätiger, DaB
x5 in Sachſen nicht beffer, als in Brandeuburg
ſtuͤnde. Friedrich, der indeß ſeine vorgefaßten] Miete
nmungen nicht leicht fahren ließ, befahl "1772. von
neuem, Saͤchſiſche Schalmeiſter ins Land zu ziehen,
—
Nur mit Muͤhe redete man ihm dieſe Idee aus. Den
uuglaͤklichſten Einfall hatte endlich der geheime
Finanzrath von Brenkenhof, welcher 1779 den
König zu der Verordnung verleitet, daß Unteroffis.
dere: uud gemeine Soldaten, die zum Kriegsbienfte
nicht mehr taugten, zum Schuldienſte angeſtellt
| werben ſollten. Brenkenhof verfuhr hier im umges
Lehrten Berhältniß gegen fee fonftigen patriotifchen
Bemuͤhmgen. Er. erwarb ſich Werbienfte dadurch,
vaß er wuͤſte Gegenden urbar machte; und bier ſtif⸗
meer Schaden dadurch, daß er die beginnende Kul⸗
sur des Volks wieder in einen wuͤſten und verwilder⸗
ten Zuſtand zuraͤk verſezte.
Fri edr ichs Rerigions⸗Siſtem war ſehr
—* „ganz duͤrftig und nee wi Es enthiels
zur
N
I
licpfeie” nd Tugend, welche teste ihm fowft am.
deren lag. Von der Wirktihtes Gortes Kin
2 gegen. war er fe uͤberzengt; er erklaͤrte ſich uft.unb
cerſtlich ‚hierüber, und er ſchrieb eine. ausankfliche
Biderlegung bed dreiſteſten und frechflen Seties⸗
Unguera, des Franzdſiſchen Geiehrten Helvetius,
Berfaſſers des Syſteme de la nature; eine
volle und männliche Wiperfegung, bie ſich im 6
Bande, feiner hinterlaßnen Werte findet. Da Hele
vetius dab Bekenntniß ablegt ,. daß ihn nur fein Akne
wille über: die Rellgionsverfolgungen zum Atheiſten
gewacht dabe; $ ſo erwiedert Friedrich: „Sind Bes
aquemlichteit nud Unwillen Gruͤnde, wonach ein
— Philoſoph feine Meinung beflimmen ſell7 Wie ik:
‚ed moͤglich, ihm zu glanden, wenn fo" nichtige
Sruͤnde feine Ueberzengung beftimien? — Die |
Aanze Welt beweifer das Dafein ‚eines &otteb;
man darf nur feine Augen difnen, um fich davon
wis Äberzeugen. — Der Körper ded verächtlichfien
⸗Thieres iſt wunderbarer eingerichtet, als das kuͤuft⸗
‚„lichfte Laboratori inni des geſchikteſten Ehensifere,
„Wie kbunte fidy dieſer wunderbare Bau von einer
Aablinden Urſache herleiten lagen dezen Br“
8
*
000
— —
ehet Ehnicht und Bewafrjin gethehen e
Avlel brauchet nicht einmal, wm ehren Botteöläuge
AMer zum Stillſchweigen zu bringen, umd fein te
aſten zu Grunde gu richten ; DaB Yuge einer Milbe,
Zein Gradhalm fd hinreichend, ihm Die Weisheit
des Urhebers des Weltalls zu beweiſen⸗“. Eben fe
verthewigte er den Saz, daß der Menſch als mora⸗
liſches Seſchbpf frei Handeln koͤnne, und nicht vom
einer unwviderruflichen Nothwendigkeit zu gewiſſen
Thaten gezwungen werde. Gr bemerkt mit Recht
* Die Ungereimtheit des gedachten Verfaffers vom Nae
insfiteme, welcher gegen die Prieſter, Regenten und
Erzieher in Eifer geraͤth, und fie doch für Stlaven
ver Rorhivendigfeit aufieht. „Wie kann er ihnen;
Aſagt Friedrich, Vorwuͤrfe machen, wenn fie nicht
Ari ſind Wenn alles durch nothwendige Urfes -
ziben in Bewegung gefezt wird, fo find Warnuns
zgen, Velehrungen, Geſezze, Strafen, Belohnuus
„gen cben fo überfläffig, als unnuͤz; eben ſo gut
‚Abmate man zu einem angefchniebeten Cefangnen
6** zerbrich deine Bande; eben ſo einer Eiche
pridigen, um fie zu überreden, ſich in einen Orau⸗
„geabaum zu verwandeln. Allein bie erfahrung
ehrt, daß man es fo weit bringen kind, ven
Menſchen zu beffern; hieraus muß man.
„meihwendig den Schluß machen, daß er der reis
helt wenigfiend zum Theil genießt”. Wei dieſer
Marheit feiner Begriffe, bei dieſem Scharffinn feie
nes Nachdenkens Aber Sott iſt es eine auffallende
One, daß La dia bei andem wichti⸗
gen
Le
gen Lehren, AMenders bei dei. vom —E—
it son eben diefenn richtigen Urtheilen feinea.gen -
funden. BerKandes leiten ließ. Denn die Mebergene
gung vom Dafein Gottes kaun unmöglich mis, der
Sterblichkeit eined Geiſtes für-den beſtehen, weicher
über den Juſammenhang beider-Lehren gleich anbal⸗
send und feharf nachdenkt. Aber dies. lezte ſcheint
bei. Friedrich nicht der Fall geweſen zu ſein. Er
‚harte hieruͤber wirklich nur umuſammenhaͤngenda
Begriffe, und richtete (eine Geifteskraft wicht: mit
gleicher Staͤrle auf das Nachdenken aller Lekren⸗
Daher Fam er mit feinem eignen. Siften nicht. auf
Meine, ſchwaukte in feinen Meinuugen hin und ber,
nnd urtheilte von der, Religion.bald günftiger, bald
leidenſchaftlicher. Doch gegen fein. Alter hin wur⸗
ben feine. Urtheile immer gemäßigter und billiger,
und er wiberfegte ſich mit Nachdruk dem unuͤberleg⸗
ten: Eifer feiner. Sranzbfiichen Guͤnſtlinge, eines
Voltaͤre und D'Alembert, die gern das ganze
Cyhriſtenthum unigeſtuͤrzt haͤtten. Er nahm war
die Geſchichten und die Unterſcheidungslehren des
Ehriſtenthums wicht als gegründet an; aber die Mo⸗
ral deſſelben ſchaͤzte er als vortreflich und hielt ſie
für den wahren Geiſt der Religion. - In feinen Ge⸗
forächen und: (chriftlichen Aufſaͤzzen, im feinen Were
fügungen ‚uud Befehlen blieb er ſich nicht immer
gleich; F er richtete ſich hiebei bloß nach den Umfiäne
den, die ihm vorkamen, und nad) den Dienfpen
mit welchen er zu thun hatte; ‚nicht aber nath einen, -
feßen Peherzengung von dem,.. vonk Ihe -
“ U
*
J
rn 47 ., — )
‚und gut ſchlen. Doher Die offenbaren Mtpiifgräie
in feinem Verhalten. "Bald ſprach er vdn den Aan⸗
ſtalten, Lehrern und Wirkungen der hriflichen Relid
gien ;. mb von der Religion felber Im verdchtltchen, "
goegwerfenden Zone, bafd wieder auf.eine ehtensoll |
umb -Iobpreifende Art. Er ruͤhmt die Sittenlehre |
des Evangeliums, und. die edlen, Abfiheen ſeines
Stifters au einem Orte, und ſezt ihn an einem ana
ı .
bem.herab. Cr nimmt das eine Mal den Prieſtera
ffand gegen die leeren Dellamationen der Franzoͤfi⸗
fehen:Beligiondftüärmer , bie. ihm lauter Laſter und
Unthaten andichten, in Schuz; und zu einer andern
Zeit ſtimmt er im. ihre. Webertreibungen mit ein,
Und eben fo zwekwidrig und. mit fidy ſelbſt ſtreitend
handelte er auch in biefem Stuͤk als Regent. Jezt
zeigte. ex ſich bereit, die Apfklaͤrung tes Wells ad
etwas Mäzliches und dem Stat zutraͤgliches zu ben
firdern; dann war er wieder ganz gleichgültig dDageo _
gen, und ein andermal.meinte er gar, die ganze
Cache fei fhäblich, und ruͤhre bloß von dem role
und ber Herrſchſucht der Geiſtlichen her, die fich eine
unerlanbte Gewalt Aber das Volt animaßten. Eins
feiner. beiten Urtheile uͤber das Chriſtenthum flehe in
der bereitö erwähnten kritiſthen Unterfuchung über
Adem Berfafler Duͤrftigkeit des Berſtan⸗
„des, und Einfalt zur Laſt legen, weil er im
„Seinen. Läferungen wider die Religion ihr- Mängel
- - \
!
Ä PETE
„Mm fish richtig dnäzuärklien, hiiteer bloß fagem
-1-
Dit menfhliden: Gefäiahes fit
A4Aſollen, daß ber Chrgeiz und Eigeumnz ber Mens
- " „Reinenfhaften: zu Ä
weunn man aufrichtig iſt, au der in den ‘so (Bebosen
⁊
enthaltuen Sittenlehre tadeln? Staͤnde in dem
Evangtlio nur der einzige Lehrfaz: . Thue Andem
„mict, was du aicht willſt, Daß fie dir thunz fe
wuͤrde mean zugeben muͤſſen, daß dieſe wewige
worte den Kern aller Moral enthalten. Und pass
igte wicht CEhriſtus Verzeihung der Melcibigune
won. Barmherzigleit und Menfchenliche im feis
„ner. vortrefliden Bergrede an muße
- se alſo nicht das Gefeg mit dem Mißbrauch, das
Meſchriebae wit dem, was bie Menſchen sum,
„and die mähre cheiftliche Moral mit der verberbeen
AVPrieſtermoral verwechfeln. Wie lann er alfe der
eriſtlichen Netigion zur Laſt legen, daß fie Die Mes
face der Berverbuiß der Sitten ſei⸗7 |
Zu allen Zeisen feines Lebens ſtand bei ihm bes
Ä Grunnfes feſt, daß bie Hebung der Meligion einen
jenen nach feiner Zleberzengung.erlaubt werben mäßes
daß der Stat durcheus kein Recht habe, die Sewif⸗
fendfreibeit ein zuſchraͤnken, daß es graufane und gie
fſezwidtig ſei, jematben sm. der Religion willen gm
. verfolgen, daß ein Fuͤrſt aber auch Prefelittumacher
wei, untuhige Bewegungen, und Duscbfessung
ſchͤublicher Plane auter be Drimenek:n BON
ma
ufön "Serfhin: ehe. Bene sefln, Ba
feiner Regiernug ſehrieb er —ö
WMraad: „Die Relgiouen Muͤfin alle Teklayie
Aerden uud Mus der Siaco nuhr dal Aiuge Ka
zu «haben , da Leine det avtera abrug (lip hen
ee denn See mus einieber nach Eertzer: aſien
Ich. werten‘, "Dielen Lleugeruugen kheb
ss: ‚giın Emwe ſeinch Minfend; u Lebene gerne
Freilich ensftand feine Toleranz mehr ons Wange
wohg: aller; poſitiven Religiqnen,.; als aus: iner
WBeuichenliebe; mad. darum Aamuue ſie Änianısn. U
sgſiuſu geEncnk. machen/ ¶ Qochrechete er gewln⸗
Gh in gemäßigten mt amaͤndien Ausdgatten
wen art zuurbend: ganzen Wolle ie Affentlichen Map
Tnatniarhiegen feracy; und. mum:ire Giehel- fing —
@irtantsnaließıer (einem fhottenneh MWigzet und; fer
wat: beifenben" Tnuine freien. Lauf/ und e& wer. nige
mals ſeinen Meinung, baßıbiefeangenblifiiikendäp
- Bißengen feiner: Satire dem VPublikd erdfnet werden
ſoluen:. Nm haͤrteſten uad.unkißigfien artbeitte ng
Yon beme: Stande der Theelegen. Er hielt Ga. fäg
Menſchau ohnr Wernunſt, wall fie. aus: neigag
nurzen Saͤzzen ein weitlaͤuftiges Soſtem wma ©
\
Yen zw: Wörterfsem-: und horbheit hie WS
yon: Kemwaniffen und Weisheit nermäten. Kr
Fierrich vengaß: iu ſeiner. Uchareiiung, daß es in
ur Phileſexhie, Die er hath verchrte gerade eber
fo, vlelleicht nach ärger hergeht; daß die Theolegen
mehr. a0 alle Wrigen Melabrien die Kunde. der
VGvprachen/ ‚ber: Geſchichte und Der ·lilterthumut ‚has
vallus Br. Geſch. TH I. Abih. Detieben
Lu en? ” ‘ \ ' "
. ' FA b >
‘
halben: it verlegen fie) bene Mena
Werhaupt die daukenswuͤrdigſten Dienfte, geleiſtet;
Daß fielbie-fcpdjbaiften Schriſten in allen Theilen
eb menſehlichen Miffens,getiefert haben; Daß-umter .
kind Malcuere gefanden werden; Die ganiß vie Were
gileichuug: mit keinent andern Statsbur ger zu ſcheuen
Fwrnachen ʒ rund vaß es aͤberhaupt der wahren Piss
den · unvurdig fi,’ über einen ganzen · Stand: ſchubde
a it
m DenKriegsſtand z0g:er. allen aͤbrigen Kloſſen
ainer: Unterthanen vor. Durch ihn hatte er ſich· in
brue ehen erhodenyuf weicher er auuer. den wa
Wachten Europracs flaud; durch / ihui mute er ſich
. acf vieſer Stufe vehniten; Dusch: ihen kin; keumte ee
eine großen Eatwaͤrfe ausfuhren. uVebeer ſcheatre
dlihen ſuine Vofonwre Athtung Aiſdorwitenete ih
feine vorzaͤglichſte; Sotgfalt. Mit Gonenife wong
Ir dffeatlich am mehrſten ungeben lucen verlich. a
ger Negel: nuͤch ven ſchwarzen Adlerorden zu und fuͤrt
wie: uͤbrigen Offtriere fliftere er: den Ordeu⸗ Dei: Mer⸗
Denſtas. Zu · ihrer Vochtſchaffenheit und Umsanuteie
Achkeit: ließer haͤufig mehr Vertrauen: blillen, ale
zu ſeinen Dienern vom Civilſtande. Er Hbrauchte
ie: zu Unterſuchungen im. Kirchen.» Schul ». amd
Ntechts ·Sachen. Generale, Oberſtenn mb. anbre
Stabsofficiere bekamen. die anfthiliiemnihenig,
die“ "Tinträglichften- Pfruͤnden -umd, :Bedferguenigen;
Landshanptmauuſchaften "und. Karmeifnte.‘ rote
ſtanten ſelbſt Amweifungen: auf katheliſchelcStiſtoe
ſtellen, jedoch mit an: Orfehl, ſie /an Katholilen BB
DE Te Be ν ze ZELTEN u A
Ed
+
\ ’ Zn
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u verlaufen, Schwer Yehmupbete ober: part —E
Wiulitaedienſt untuͤchtig gewerdue Qffteierr wurden
‚zu Sorfimeiftern,. Forſtraͤthen, Voſtmoeiſtern, Salye
inſpeltoren. Kaſſenrendanten. Ueccifeanffshern n. ſ. w
cdefordert. Einige fliegen ‚bei dem Uebergange zun
‚Sipilerar bis: zu Miniftern.. Mvalide Unterofficiere
und Gemeine wurben in allen, nur moͤglichen Unter⸗
Kellen in geiftlichen und buͤrgerlichen Poſten auge⸗
file. Ueberhaupt wurde die Kriegsmiſſenſchaft ud
dpa alt Studium berieben. Er war nicht Woßer
Soldat, wozu nur ‚perfönlicher Muth und Tapfen
keit ui; fondern er befaß das Girpie eines ey
bern, wob ‚zwar eines Meiſters mb. Lehrers anrer
Zek herren. Er unterrichtete feine Generale und
Dffieipse ſelber Dura)... tiefgebachte ¶ Juſiruktionen
durch Rathfchläge und Befehle, durch Schlachtord⸗
ungen. und kuͤnſtliche Mandvers, Die er-bei.ben
jährlichen Waffenuͤbungen angab und ansführte,
und durch befonbre Unterredungen mit ˖ ſalchen · talent»
voillen Maͤnnren, die in das Imere ver Kriegslunſt
‚eingeweiht zu werben fähig waren, Er war nicht
also Zuſchauer bei. den Muſterungen, wie manche
andre Könige und Fuͤrſten, zugegen; ſondern er lei⸗
sete, als die Seele des Ganzen, jede Bewegung die⸗
fer. großen Menſchenmaſſen mit: Einſicht, und zw
:einepg wohl berechneten Zwek. Kein Kriegskollegium
theilte mit ihm die Oberaufſicht uͤber das Heer; ſein
Aage allein. ſah und wachte uͤber alles, von ip ging
Jeder wichtige :Niefehl aus; ihm mußte von jedem
arme unwittelbar Dericht abgeſtattet, und
RE Be Rechen⸗
, — 52 —
ER werven; feine Gegemoan, feine
NAufmerkfamfteit, fein Hiublik auf jedes Megiment ers
hielt alles in Furcht, erfuͤllte jedermann mit Eifer,
feine Pflicht zu thun, mid Ppte der Atrnee einen
Heldengeiſt ein, den bloͤße Belohnungen /oder Strafen
in andern Herzen nicht zu bewirken: vermochten.
Wuiedrichs Karalter als Heerfuͤhrer, die Ueberlegrits
Herr ſeines Berftdnides, feine Einſicht in alle Theile
- Ver Kriegskunſt, die hohe Meinung, die fine Soße
daten von ber Weibheit feiner Eatwuͤrfe, und: weh
went Gellugen derſelben hatten, verbunden: init ſei⸗
wer Renrfeligfeit und Vertraulichkeit, vie er gegeh
ven gemeinen Mann bewies, und mit der Grduſd
u Abhhartung in Ertragung aller Beſchtwerden,
wobon er das erſte Beiſpiel gab: — dies alles et
zeungte don puͤnktlichſten · Gehorſam, die unerſchuͤtrer⸗
mechſte Zrede, nuͤd die unvertiligbare Liebe, weiche
Dreußeh’s "Wtiegere gegen ihren Rönig : bewiefen,
DIE Bertianen, "was fie zu feinen Anordnungen
hatten, daß“lein Feind deren Vortreflichkeit je er⸗
weichen konhe, gab ihnen auch’bei ven bedenklichſten
Uniſtanden den hohen Muth, weiber ihre Siege
fiherte. Sobald fie den König an der Spizze fahen,
Jaͤhlten fienie ihre Feinde; die Menge der Gegner
verſtaͤrkte nur die Begierde, ihnen entgegen zu ruͤkken.
VDirch die alleinige Leitung des Kriegsweſens erhlelt
"Zriedrich die Einigkeit unter den Generali, vei⸗
diuderte die Feindſchaft, erſtikte die feier,
wehrtte den einſeitigen Intereſſe⸗ und -deite Unge⸗
Gerfame y; dee fo vielen Armeen um VBerderben des
| veicht,
-
[4 \ B
⸗ X
u 53. —
weicht, und: ganze taten ime upgie fängt, weil of
neidiſche Befehlshaber "einander zuwider handel,
den Muhm eines. Rivalen zu zerſtoͤren fischen, ein⸗
ander aicht gehörig auterſtuͤzzen, oder hoͤchſtens nur
ſo viel thun, als fie ſchlechterdings thun muͤſſen,
um nicht dffentlich der Untreue. überführt erden u
Bonen. .° j \ on
Friedrichs Verhalten gegen bie verfhiebnen
| —** des Stats war im Ganzen gerecht, im
Srunde doch nugleich. Den Adel fchäyte er in ſei⸗
uen einzelnen Mitgliedern, nad) der uralten. Uſur⸗
nNation; die Wauern begünfligte er nur als ganze
Volkswaiſe, uad mehr aus Grundſaz, als ans per⸗
ſtnulichem Antriebe; den Baͤrger ehrte er bloß um
ſeines Vermoͤgens oder um ſeines Kunſt⸗ und Bes
werbefleißgs willen... Friedrich, der feine Groͤße
nicht durch den rrborgten Schimmer des: Thrones
geliehen, ſondern bush eignen Fleiß erworben und.
durch reelle Verdienſte behauptet hatte, war niche, |
fo verblendet, daß er. die. Meuſchen nur mach:vemg
. gweibeutigen Vorzuge ber. Gedurt geachtet, und. bie ,
Dunfbelheit ber Familie für einen un N
Echaudflek angeſehen haͤtte. Er erklaͤrte ſich viel⸗
mehr oft. mis hen: Rärkften. Gründen der. Dhilsfophie u
und: mit den Bitterfien Sarlasmen der Satire gegen
den Eigenduͤnkel ſolcher Edelleute, die ein Stülchen
Nalbleder oder Pergament, Adelsbrief genannt, für '
den Veweis ihrer beſſern Natur, für einen wefente -
lichen Morgug vor der Abrigen Menſchheit, für einen
—— un an ——————
we u"
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DS “ 4
— 1 Wr BE
entgehen. Er ſagte laut und‘ Re bheatich⸗
daß Niemand. vortreflich oder verächrlich geboren
werde, daß aller. Adelſtolz ein Anfoß ‘gegen die ges
ſunde ernunft „und die Thorheit aller Thorheiten
fei, daß die Natur ohne Muͤkſicht auf ˖ Stand und
Geburt große, edle, hervotſtechende Anlage gebe,
bie Erziehung fie entwille, nud des Menfchen eigne
Anſtrengung fie ausbilde; er fleilt ed an mehrer -
Orten feiner binterlaßnen Merle als Pflicht des Re⸗
: genten vor, bei ber Austheilung von Aemtern um
Statsgeſchaͤften nur auf Verdienſt und empfehe
: hungewärdige -Eigeufchäften, . nicht : auf "den eitlen
Dunſt des. Herlonmmens aus edlem Blute zu ſehen.
So urtheilte und handelte Friedrich in feinen heliften
Stunden, wo Nachdenken allein ihm leitete, und
Philoſephie den Ausſpruch that. Aber es gab auch
Zeiten bei ihm, wo tiefgewurzelte Vorurtheile, Lei⸗
denſchaften und Gewohnheiten die Oberhaud uͤber
fein richtigeres Erkenntniß hätten, und dan kam er
mit ſeinen Grunbfäggen in Widerſpruch, er verhielt
fich ſo, als. went .e glaubte, Daß die Ehre, die
Grundlage aller. Tugenden, ein natuͤrliches Eigens
thum des Adels wäre, .umd daß es zü den felmen
Ausnahmen gehörte, wenn man Talente und Vers
dienſte auch in Buͤrgerfamilien antraͤfe. "Seine Vor⸗
Kebe gegen den Geburtsadel trieb ihn alsdann fo
. weit, daß er gegen alte, treue, durch ihre Thaten
brlohnungswerthe, und durch ihr Genie ehrwuͤrdige
Diener ungerecht: handelte, daß er fich nicht allein
ber Hadiiigteb, Faber der de
chul⸗
!
!
— 38 —
J ſchuttig umnchte/ wenn: er bie unnee, wie r es
nannte , von blrgerlichen Officieren nach ben rien |
den. reinigte, bie doch feina Grhkze im- Kriege gewes _
. fon waten, und daß er edlen Männern abeliche Tun
der ohne Erfahrung und ohne Werth vorgog.: Jn.
. drei: Foaͤllen gab er dem. Adel entfchiehne Boͤrzͤge
wor dem Wärgerflande. ' Er wählte aus ihm-.frine - -
Miniſter, die Praͤſidenten in den Einilföllegien, und.
die Dfficiere bei den Feldregimentern. Michaelis, .
Bohn eines Apotheker und Bürgermieifters, ift der
einzige, welcher, ohne je geadelt zu fein, vom Regi⸗
mentäguartiermeifter. bis zum Statöminifter 1779. .
emwporſtieg. Bloß bei'der Artillerie und bei Gatniſon ·
Megimentern wurden biirgerliche Dffictere ugelaflen, -
bei. den einen aus Noth, and bei den andern aus .
Geriugſchaͤzzung. Es fanden fich unter dent Adel
nicht Leute genug, Die Hmmkängliche Fähigkeiten ober
Den erforderlichen Fleiß gehabt Hinten, um alle die
Kenntniffe:zu erfernen, weiche zu einem volllonuunen
‚Sietilleriften: gehören; - Daher mußte man gern oder
-- ungern zum SBürgerftande feine Zuflucht nehmen,
‚Der Grund, welchen Zriedrich anführte, warum ee -
die Wolichen vorzugsweiſe zu Befehlshabern der
Truppen für fähig hielt, if ziemlich unbedeutenb.
. *
Der, Adel mr, meint. er, habe Ehrgefuͤhl, weil er
Am Fall der Ausuͤbung ehrloſer Handlungen bei feis
. nen Btandbeögenoffen und Verwandten keinen Schuz
und Beine Aufnahme fände; der Bärgerliche bins
‚gegen ‚> welcher fich durch Feigheit oder Ehrloſigkeit
——— abe, Be po | im die Dankelheit ſeines
Stan⸗
4
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Pa
[3
glaude⸗ zutakziehen, un. als Krämer ober —
0 weder able Brandmal unter feines Gleichen forte
leben. In diefem : Urtheil ſind mehrere. Irrthlmer
enthalten. Zuvoͤrderſt vermechſelt der König bie eige,
pub zwar die geringere. Aenßerung ‚des Ehre, in fo
fern fie kriegeriſche Tmpferkeit iſt, ait der wahren
Ehre, die allen verwänftigen Menichen eigen iſt.
Ebre im richtigen Sinne genommen, iſt Furcht ver
düchen, unmoraliſchen, niedertraͤchtigen Danke
uigen. Und daß dieſe Ehre unter den. —
wenn nicht mehr, doch gewiß eben ſo ernſtlich, als
unter ben Aplichen geſucht und fellgeiahen wird,
liegt am Tage. Daß es hingegen” Eoellente von
weggeworfener Denkungsart, von uumoreliſchem
Wandel gibs, ſolglich Menſchen, die alles wahr
Ehrgeiuͤhl erſtikt haben, und darum doch von Eini⸗
gen ihrer Kaſte gefchägt merken, lehrt leider eine
sräurige Erfahrung gleicafalls. Was ſedann den
militaͤriſchen Ehrpunuktbeteift, jene muthige Auf⸗
prauſung der Lebensgeiſter, jene Unerſchrakkenhein in
Topeegefahren, jene heiße Begierde nah Rahm,
nd jenen Abſchen, ein Feiger zu heißen: io bet noch
‚fein Menſch hiſtoriſch beweiſen, oder phvſtich Bemeer
ſtriren/ öunen, . daß in dieſem Staͤkke der Bürger
‚hintes dem Edelmanne fände: Men: enmäge bie
Deldenthaten der,alten Bölfer, die Siege der kärgers
‚lichen Srangofen, die Lirmzeen gieler Deusfchen Yres
‚vinzen, 5 DB. von Haunchet, me unbelanntechut -
für keinen Ansſaz giit, der un: Dfficher. verin⸗
reinige: ſo wird jenes Npgmne Anis: angehernes
ln — adüchen
- ’
_ 1 ,
= — > u —
N
aichen Ebre aid: ch drſbonton erfhininen, das
var. den Stralen iner erfeuchteien MWermunft im.
| Pr zerfließet. Gunlich iſt eſ ganz ungegrändeh,
des Voͤrgerliche eimm durch feiges und ſchaͤndlichez
WBerhalten gebrandmarkten Officier ungehöhnt im
thae Mitte_wieder aufnaͤbmen, Adliche aber. das
Gegentheil beobachteten. Uũbeſtreitbare Thatſachen
widerlegen dies Vorgeben. Iſt je ein Officier, und
noch dazu, ein Obergenerql von Adel, mit Schande
bedelt worden, ſo iſt dies den Brittiſchen Korg
Sackpille wegen. feines unwuͤrdigen Betragens
im der Schlacht bei Minden 1759 wiederfahren. Bow
ber ganzen Engliſchen Nation mit Verwuͤnſchungen
uͤherhaͤuft, von einem foͤrmlichen Kriegsgerichte gute
ehrt, unter George II. für unfähig zu allen Kriegen
pienſten ertlaͤrt, wurde er dennoch von George III.
‚zum Kriegsminiſter erhobeg, und hier zeigte er ſich
feiner wrdig, indem ar durch feine Entwürfe Bere
aulaſſung gab, daß Oroßbritannien feine Nordameri⸗
kaniſchen Kolonien verlor. Es gibt der Beiſpiele
wehrere, daß Officiere, wenn nicht in ihrem Vater⸗
lade, doch in der Fremde, wo ihre Familie, aber
wit inse Ehrloſigkeit bekannt, oder wo das Mise
Gallen ihres -vorigen Regenten Wohl gar eine Eme
npfehlang if, ein nenes, afs befferes Unterlommen
ſraden. Wie kraͤnkend muß es dagegen ſein, weun
‚ein entehrser Officier büngensichen Standes ſich durch
Meſchinafung inter feine vormalige Wuͤrde ernie⸗
Swigt: aba}. Die. hoberu Chtaͤnde verſteßen ihn ala
‚een, Naßard, die Man vguben fin aid Sue
FE / t⸗
D
8
gyritter. Wie kann er iin Dame ober ilhfens
after noch ein Handwerk erläniieh, ei ein Sewerbs
. it glädlicjern Erfolge beginnen, noch die daufdehe
der Wiſſenſchaften betreten‘? Wie kann er in einer
- folchen Lage; nachdem er eines gläftichern und efrese |
vollern Lebens gewohnt war, zufrieben und froh fen?
Der Bürgerliche hat alfo mit dem Edelmaime gleiche,
vielleicht noch ſtaͤrkere Bernegungsgrände,) Die ihn
zur Bewahrung eines unbeflekten Namens und
iner ungekraͤnkten Ehre anfporken, Verſchiedenheit
der Stände und der Belohnuugen muß es geben;
adbber nicht zufällige Rleinigleiten, nicht zarnffelige
Ungefähre, fondern die Wuͤrde der Tugend, vie
Ehre des gebildeten Verſtandes, und die Sunme
. ler Taten, wirklich geleifteter - Dienfie, An⸗
ſpruͤche auf den Dauf des Vaterlawdes ſoucen fe
begruͤnden.
Friedrich, der Seibftregent, mußte. eben
darum, weil er wirklich herrſchte, und rcht bloß
als König figuritte, bald zu der Einficht gelangen,
daß das gemeine Boll, befonders der Wiauer, die
lezte Stuͤzze aller feiner Macht, und das eigentfihe
Werkzeug zu allen feinen Unternehmungen fel. Da⸗
her lehrte ihn ſchon Politik, was die Menſchlichkeit
"Noch dringender fordert; daß er die druͤtkkende Lane
beffeiben erleichtern, -ihn- von NMikhandlungen bes
wahren, ober dagegen ſchzzen, und feine Liehe ges
winunen muͤſſe. Friediich beſchaͤftigte ſich daher viel
mit dem Landvolte, nahm deſſen Bittfcheiften: mit
Sute auf, hörte feine Klagen wit Gebuld an ‚nun
A 1
—
— 30 nn
wurde nicht wewriettich, wenn uf eine mehen
mais. abgenitheilte Sache immer“ wieher vor feine |
Sn brachte, ı Gern überließ er ben Bauern. in
koniglichen Patronatlirchen die Wahl ihrer Prediger;
ı willig gab er: ihnen Gehör, fo oft fie feine Hälfe
aufruften, vornaͤmlich, wenn ganze Gemeinen uͤber
Bedrukkung ober Unfaͤlle klagten. Es iſt wahr, di eſe
- Shnigliche Milde wutde son manchen fiörrigen und.
breshaften Bemäthern gemißbraucht, und es find
Beiſpiel⸗ vorhanden, daß Bauern bei dem augen⸗
ſcheinlichſten Unrecht vom ihrer Seite den König yınz
aufhoͤrlich mit Bitten und Vorſtellungen beſtuͤtmten.
Doch blieb Friedrich: ſeinen Siſtem getren, ihnen
den Zugang:zu feiner Perſon frei zu laſſen. Und
barin handelte er.gewiß hoͤchſt edel, und vollkom⸗ u
men billig. . Mißbrauch ift die Zugabe, die Allen
menſchlichen Einrichtungen auhaͤngt. Die große
Frage kommt hier und uͤberall auf das Mehr und
Weniger an. Wo iſt ein groͤßerer Mißbrauch ‚en
betruͤbterer Schade für dad Statswohl zu erwarten,
"wenn ein. Fürft dem gemeinen Manne gar kein,
bechſtens ein ſeltnes, ein erſchwertes Gehoͤr gibt?
vder wenn er ihm, wie Friedrich, zu jeder. Zeit uns
gehindert vor fih laͤßt? So viel ift doch gewiß,
‚daß der Reichthum, ‚die Samilien s Verbindung, und
ſelbſt der mehr ansgehildete Verſtand der höhern
RNegenten umringen, für fie die Mittel und Wege
vermehren, ihre wirklichen Rechte zu —
ihee ungerechten Borderuugen durchzuſezzen, und
8
ihre
Staͤnde, der Gutsherren und ber Adlichen, die den
6
\ one Mean au erweitern, Die obern Gericheke
“ Helen, an die ſich her Bauer wendet, find gebftene
ſweils mit Uplichen befejt, welche Gefaͤle und harte
Dienfte von ihm fordern; und die Bürgerlichen, Die
a folchen Behörden mit ſizzen, haben mehr von 7
Einfluſſe und der Gunſt des Adels zu hoffen,
von dem unterbrüften Bauer; wenn daher — *
Richter, nicht eine ganz ungewöhnliche Redlichteit
and eiuen wahren Yuftigeifer befizzen, ſo iſt immer
eher zu vermuthen, daß fie auf der Seite des Adels,
als des Bauers fein werben. Sp urtheilte Friedrich,
amd darum glaubte er, daß ed noͤthig fei, durch Men .
guͤnſtigung der Vauern die Beamten und Gerichrse
pfleger in einer heilſamen Zurcht zu ‚erhalten. Uns
ſollte auch hie und da einer von den Bauern auf
biefe Art zur Hartnaͤkkigkeit gegen feine Obern ver⸗
enlaßt werben, fo muͤſſe man, wie er ſagte, man⸗
ches der Einfalt dieſer Leure zu Gute halten,
mit ihrer Schwaͤche und Unwiſſenheit Geduld om.
Wie lobendwerth Friedrich's Verfqhren war, ſicht
man daraus, daß bei aller ſeiner Aufmertſanibrit
und Strenge gegen die Richter dennoch mauche
Maͤthe und Amtleute unter der Hand hart gegen’ die
Bauern verfuhren. Was wuͤrde erſt daun entfhany
den ſein, wenn er die Beſchwerden der Niedern *
‚ht mehr angenommen haͤtte?
Die Nachſicht und Fuͤrſorge, welche der See
gegen bie Bauern, und die Dorliebe, welche er gegen
den Adel bewies, zeigte er in.der Ausdehneng nicht
argen, don Bärgeiflan. & Madre ud beforderte
awar
eo: _
. . ,
. . - i .
—— mn
x
zwar auch deffen Bi, vergbinte auch thm den us
Ark zu feinem Throne, ‘über er befämmerte ſich at
ihren Zuſtand nicht fo ſehr im Einzelnen, als bei
ben beide erſtern; und da er das bürgerfiche LT
werbe durch die vielen Monopolien, durch difttende
Einſchraͤrkungen, durch ſchwere Accifelaſten und auf
andre At verminderte, fb erlangte er ‚unter ‘ven
Bürgers im Ganzen genommen nicht den hohen
Grad der Liebe, welchen er ſonſt um feiner‘ anders
weitigen "großen Regententugenden gewiß erreicht
Haben würde. Lebrigens geftattete er durchaus kel⸗
nen Miniſter⸗ oder Raͤthe⸗ ⸗Despotiemus. Jeder
Einwohner konnte an ihn frei ſchreiben, und war
ficher, daß jeder Vrief, der die Aufſchrifte EN Sr
Majeſtaͤt eigenhändiger Eröfnung, fhrte, in des
Waigs Haͤnde kam. Es konnte Jemand vinem
Poſtmeiſter einen Brief zur Beſorguug Abergeben,
unt ihm getade herans bekennen, daß er ihn, den
Poſtmeiſter, in in ſelbigem anklage; doch durfte e
Hicht beſorgen, daß fein Schreiben untergeſchlagen
werden wuͤrve: kein Menſch haite das aunter vðriedrich
berdapt, .
- Wrüßgeitig‘ hatte Friedrich über ſeinen Beruf
Bichgehncht, und lebenslang bemühte er ſich, die
Grumöflgge einer wahren Statskunſt in Yusäbung
u gir dringen. Er urtheilte 'weit richtiger und philoſo⸗
phiſcher vom Urſprunge der Regenten, als viele nie⸗
drige Schmeichler oder kriechende Sklaven, die die
Sürften vergdttern, und ihre Gewalt von einer uns
MifteBaren Aifkasung Seine herlenten. Er tadelte
den
J J |
8
u 6, —
Den Mißbrauch der oherſten Gewalt weit ſchaͤrfer,
als ed Privatleute zu thun fich arkuͤhnen; und ex
‚in alle Theile der Regierungöwilfeusichaft mie
u fine, Seharfſinne und. einem Eifer hinehz,., wit
welcheni der große Haufe ber Menſchen anf. das,
was ihm au thun obliegt, nicht zu achten ‚aflegts
Peweiſe hievon findet man in feinen dffentlichen -
‚Handlungen, und in feinen fchriftlichen Neußerun⸗
gen,. befonderd in einer Abhandlung, die ex 178%
alö die Frucht feines Alters, und als den Schaz ſei⸗
ner Erfahrungen für feine Hausfreunde druffen ließ,
rin er feine Gedanken über die Regierungss
— und uͤber die Pflichten der Regen
ten vorteägt. ., Wir wollen einige Stellen daraus
" Anführen, weil Briedrich’s eigne Worte feinen
Bei, feinen Charakter, feine Art. zu denlen umd.
zu handeln am beiten ſchildern. Die Macht und
Heiligkeit ber Gürften leitet .ex nicht von einer ſpeciel⸗
ien Vollmacht Gottes, fondern von dem Auftrags
ber Geſellſchaft her. „Die Buͤrger, fagt er, haben
einen ihres Gleaichen den Vorzug ejngen
Ä „räumt, aber aus keinem andern Grunde, als weil
„sie .wichtige Dienfte -von ihm erwarteten;
„oiefe Dienfte find: daß er. die Geſezze aufrecht exe
„halte, die Gerechtigkeit genau bandhabe, fich mit
„aller Macht dem Sittenverderbniß entgegenſezze,
„und den Stat gegen feine. Feinde ‚vertheidige,” Um
dieſe Pflichten- erfüllen zu koͤnnen. wird für den Rez
genten „ein tiefes Studium der Verfaſſung und
Äh. des Landes, und eine genane Bekannsfchaft
mit
* ’ i 3
m 63 .. \
ht dem Genie ver Natiön erfordertz dans, wie
zer Regent aud.:Mamwiffennetis fehlt, ſo
ı Yacht er fihieben.fo- Rrafbar, dla: ou er es
Vagi ſ Oo s hee rt thatz. jenes iſt: ein Fehler der
EAMraͤgheit, dieſes iſt Verderbniß DS Herzens, aber
a8 Uebel, wolches ſar die Gefelifisaft daran
entſpringt/ biribr :vaffelbe. Die Gärten, die
„Rbaige, ſind ulfo: ichs mir ber höchflen Gewalt
Ibitleidet, am fich angefraft vn Ansichweie
;;äuffgen.,. und:iiebes Art bed Anfivandes ere
Yygeben''zn. formbbz Tieifind wicht über ihre Mitbuͤre
ae. erhoben, damit:ithr Stolz ſich auf dem
fentlichen Schauplag br ſte, und ‚hit. Verach⸗
ytwag.die Einſalt der Gitter; die Armuth and den
Wienden nitdertren⸗ fie ſtehen nichrankveu@yige
zieh Stats, um: eben: ſich rinen Houfenuvn
Bignämgern:zu haften, deren Nichtothen
ziwcke;; deren. Unbrauchbarkeit ade Unten von
gbsftern.iergengt.: „Die: ſchlechte Werwaltung der
duaichiſchen· Regierungbform ruhrt von mehreng
riſchiedntu Urſechen her, ‚die thre Quelle im Chae
gaakter des Rogeriten haben. So wird ein Farſt,
„aen den Meibern ergeben iſt ſich von Manrtoſe
yAen und Guͤnſtlingen regieren: laffen; dieſe
nerden die Gewalt mißbrauchen, die fie Aber den
„Bei web Jurſten haben, Ke wemen ſaih derfälbag
edlentu,/ um Ungerechtigkerren Fu beg e⸗
Yben,: ſittentoſe Menſchen. in Schaz zu
Anrhmen, Aemter und Marden zu vere⸗
enter, und Andre Schandthaten dieſer
ir. ‚re
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wurt.om begaben: Menn der: Bär nub. Strang
um Nüchssehun die Fuͤhrnng des Stats ger
ypungaaı Händen: ich will ſagen, feinen
. ,Miniftenn,überläft: forgteht der eine gar
„Rechten; der gudre. ans Rinken, MAemand
darbeitet nach einem ellgensciate Planue, Iex Mi⸗
duiſter ſtuͤrzt am, was er ſchen süngeführt finhet· ſo
ant die Kache auch fein mage, un ein Shbtfer
uden erwas Neuem zu werden, und um feine! Eins
ztafien oft zum Nachtheil des allgemeinen. Beſten
‚ zpdurchgufeggen, — -— . Weil fie Wiiniikeni ich
„damit beruhigen, Daß. Wewand ihre Verfahren une
zuserfinht,. fo hüten fie Sic wohl, ein Veiſpiel einer
Vvſſtrengen Unterſuchung bei iseen: Untergebugn- zu
zuuꝛigen. Die, Menſchen Hängen: ſich an das, was
" yes gehbes; der: Stet gehoͤrt dieſen Menſchen
Fuicht; aber. hegt hnen ıfein. Beſtes nicht ande
zchaftig am Herzen; alles wird nachl aſg/ und wut
einer Int on. ftoifcher..Kaltbiktigleit . betüecken,
„woher der Werfall der Rechtanflege, Der Zirangeg
"ind des Kriegeſtandes entfmeiige, "Stamtjeimgg
. Monarchie artet eine fotche Negierieng
„in. eine wahre Ariſtokratie add, ward
ꝓMiniſter und Senirale ihre Befchäfte nach :iäge
„Akinfätlen: bearbeiten; am. Ende: weiß. Diesen
ynpnehr, was-ein.ajlgeineinsd: Biften ſei. ⸗MED⸗
„Udbel erreicht ſeinen Gipfel, wenn es verbehrten
Gewuͤtheen gelingt, den Regenten guibereven; anf
» fein Jautereſſe von Dem Intereſſe feiner Unterthanen
ee dann wird der Bonnenajn ont
„Heind
‚|
N
pi . . — 6. — | , ı*
‚pEeind feimes Volks, ohne zu wiſſen, U
„er wird aus Mißverſtaud hart, firenpe, -
umenfih lie; denn da die Grundfäzze, von -
Adeunen ei anögeht, falſch ſind, fo maͤſſen es netha
Amendig auch die Folgen fein.
Nachdem .er Hierauf die Megein feſtgeſtellt ba
welche ein Regent bei Verwaltung ver Gerechtigkeit,
bei Schließung auswaͤrtiger Buͤndniſſe, bei Ver⸗
faſſung des Heeres, bdei Fuͤhrung der Kriege, bei
der Aufſicht über die Finanzen, und Belebung der
Gewerbe und Manufakturen zu befolgen hat: fa
empfieblt.er die Beobachtung Einer uneingefäräuften
Duldung ts -Meltgionsfachen. Er ſpricht dem Fuͤrg
Ren. ſchlechterdiugb das Recht ab, über pie
- Meiningen ber’ Bürger zu gebieten, | und dräft ſich
hierüber mit dem Pathos‘ einer. Feuerrede folgenden --
Geſtalt aus: „Muͤßte man nicht wahnſing
nwig fein, wenn ma ſich - vorftellen
Jwollte, daß Menfhen zu einemisren
„Sleichengeſagt hättent wirerheben _
„dich über uns, weil wir.gern Gflanen
Aein wollen, und wir. geben bie bie
„Nacht, unfre Genanten: nad deinen .
„Willkähr zu Leiten? Eie haben.:sielg.. -
„mehr gefagts wir bedürfen deiner, um. -
„die Geſezze aufrecheizu Halren, denen
„wir geboren wollen, um weife .teq
yoiert zu werden, und uns zu wercheia
„oigen;. Absigend fordern wit von bir
„Achtung für. uufre -Sreihette, Disa.if
"uni u. Geſch. 6. Ebl. ze 6 ” MY
v
⸗
-
.
.
/
66
adas⸗ Verlangen der Shlter; ı wogegen
eine Einwendung Statt finden Fann,”
Er beſchließt ſeine Betrachtung Wer hie Herr⸗
ſcherpflichten mit einer Gewiffensoſchoͤrfang, wo er
urnter andern ſagt: „der Regent nam̃ ſich ſtets era
men, daß er ein Menſch iſt, ‚wie der
ggeringfie feiner Unterthanen,; Wem. ey
„pe erſte Richter, der erſte Gentral, der erſte
Ainangier, der erſte Minifer der Geſellſchaft iſt,
246 folk er dies alles micht bloß vorftellen;
„ſonders :alle.dbamüt.nerbundne Pflichten
erfuitlen. Er iſt nachts, alb der erſte
—— ded Stars, und iſt verbunden, mir aller _
beit, Weisheit: und Uneigennüzgigleit
yya verfahren, als menu er jeden Augenblif
zfeinen Mitbürgsnn. über feine Stats⸗
‚ nserwaltung; Nerhenfhaft ablegen folk
pie So if en ſt rafwuͤrdig, wenn er def
„Gelv- feines Volks, welches durch hie, Aaflagen
„eintonnnt, in Auſwaud, in ‘Pomp, und zu Aus⸗
_ pfpeeeifiungen: verfehhuenbets er, der üben-die.guien
„Sitten wachen ſoll, welche Die Auſſeherinnen Der
Geſezze finds: er; ber. die Nazional «rziehuug dere
jrsolltonumern, - ıinb fie nicht durch boͤſe Exrampel
„verderben fell — .. Die Fuͤrſt muß Taut alle
| „fchaͤndliche Thaten mißbilli gen, und denen,
„die underbefferlich find, Vorzuͤge verfagen; — Um
ya verhindern, daß: bie Naziomi s Sitten nicht dere
Aderbt werben, muß ber Fuͤrſt un adufhͤrlich
| naufmerkfam ſein, er nur bas nerfäns
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ade: Werdienft ausjetäne; ah Irm
Neichthame ohne Sitten und Tugend Ä
„nichts als Weragtung beweifer Wie
ruhroud if endlich vie Stelle, wo er den Fuͤrſten ats U \-
das Haupt der Bürgerfamitten, als ven Vater ves
VBolks worſtelilt, und von im fordert: „er ſolle
„bei: jeder Gelegenheit die lezte Zae
Alauchteder Unglälligen fein, beiden .
„Waiſen Warerftelle vertreten, von
„Wirtwen briſtehen, theilnehmendes
Sefuͤhl für den niedrigſten Armen, wie
„far den erken Hıfnmana haben, and
reigebig gegen viejenigen. fein, die
"son aller DAlfe ent babt keine Wirren
„iſtützung als Bei:Täiner Bodtrhätige \
yertt: gu. finsen wiffen” So ſprach, uh
ſo⸗ handelte der Koͤnig, den unkundige Ausländer,
Baer abfichtliche Berlrumder hart, geſuͤhllos, "eilig
mi dent en,” Frirdrich war Dies wahrlich
hit, fomere die Lehren der: Weisheit und Pfucht
der Mile und Rechtſchaffenheit, vie er andern Hetr⸗
ſchern predigre, waren die Kopie ſeines eignen Ben
halkens. EHRE waͤre gewiß nicht aur jedet Gtat
ſondernunchi jeder Rezent, wo Züedrichv Stimme
gehdet, unb feine Vorſchtift beſolgt wuͤrde; da wuͤtde
Mies Yen Rebobutlonsgeiſt regen, da Fein Thron · wan⸗
ken, nicht vas leiſeſte Fiaflern von: Emphrang ver⸗
nnmnen werden. Eber warum fndet ſich Dub ſed ⸗
ne Soedt, was Friedrich von der einzigen art," wor
diunch bie ed Degiermgefetn" gi ter
| '€3 wohle
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- ,
’ J
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wohlthatig wird,‘ eutworfen hat, nicht überall feas
liſirt? ‚Auch dieſe Frage beantwertet er. .norh ;
Ben ſich viele: Fuͤrſten anders verhalten, als fie
Aſollien, fo muß man es daraus erklaͤren, daß fie
päber ihre. Einſezzung, und äber die
Pflichten, die daraus fließen, menig nacıe
*
„gedacht haben, Sie haben eine Laſt auf ſich ges
„ommen, bereu Gewicht uun Werh fie. verfennen,
„Nie haben ſich aus. Mangel an Einſicht vom rechten |
„Wege verirret. — Ich wünfthte, daß dieſer mein
ſchmacher Verſuch Mark⸗ Bursle - ‚Bilden. moͤchte;
gbied wäre. die ſchoͤrſie Belohnung, die ich mir vers
ſprechen konnte, und Die zugleich das GIAE der
„Menſchheit befördern wuͤrde. Ich muß indeſſen
ahinzufegzen,- daß ein ZArft-— nicht hie. gönzliche
„WVollkommenhelt erreichen: wird, weiler,- bei allem
„nur möglichen guten Willen, ſich ig ker Wahl fein
are Minifter und Räthe irren kann; weil man ihm
„oft die Sachen in einem falſchen Lichte vorſtelt,
‚feine Befehle nicht pünktlich peſlzieht, die veruͤbten
„Ungereshtigfeiten. verſchleiert; weil harte, ‚eigens
finnige Statsbedienten alguftrenge und ſtolz ver⸗
afahten; kurz, weil der. Fuͤrſt in einem atwas aus⸗
⸗⸗gedehnten Lande nicht überall ſeinckann. So
„Art unfer Schikſal hienieden, und ſo wird es ferner
fein.“ Nie wird man ben Grad von Vollk ommen ·
‚heit erreichen, den das Gluͤk der. Völker
Aordert; und man wird ſich in der Regierung,
‚wie in allen übrigen Dingen, mit dem b
| umäften, was die meniaßen Winde! bat.”
ie
3 .
“
.
—
= 69 Eu
dienand wii diefe Yubzge aus einer Er; von
welcher ein Fümpetenter Richter, der Graf Herzberg,
ten zu fein verdiene, und einft unsisöbleiblich auch.
fein werde, für überfläffig oder: für bloße Lülfene
Bier auſehen; fie ſcheinen mir vielmehr Hier, *
Friedrichs Charakter geſchildert werben folk,
Du artheilt, daß fie das Handbuch aller Regens
x
rechten Orte zu fliehen; fie dekken und das Innere dom \
feinem Gemuͤthe auf, und geben und mehr Auf⸗
fihläffe üßer feine Denkungsart, als alle bloß im u 5
. Allgemeinen hingeworfene Bemerkungen.
Friedrich's Regierumngs Weiſe unterfchieb fich
| weſentlich von dem, was alle uͤbrigen Monarchen
ſeiner Zeit thaten. Er regierte den ganzen Stat aus
feinen einſamen Kabinette, wo er von keinem Mini⸗
ſter, keinem Kollegium, keinem Kriegsrath umringt
war, ſondern wo er bloß einige Schreiber, K ab i⸗
nets raͤthe genannt, bei ſich hatte, die ſeine Be⸗
fehle abſchrieben, feine Entſcheidungen in die gehds
wige Jorm brachten, und den Hauptinhalt der ein⸗
gelaufnen Sachen in gedraͤngten, doch vollſtaͤnbdiger
Aus ʒuͤgen varſtellten. Sie waren alſo bloß ſeine
Handlanger, denen er auch) nie die Ehre und den
Danf zugeſtand, welche er feinen Miniftern weihte,
. Zn einer Entfernung von 4 Meilen befanden fich bie
oberſten Statskollegien, Miniſter und Raͤthe, die.
er niemals um ſich in: Gemeinſchaft verſammelte,
“mit. denen er keine Geſchaͤfte in Perſon abmachte,
von denen er ſich ſelbſt nicht muͤndlich etwas berich⸗
ten ep © ‚fingten Ihe alles ſoriftiich bei ihm
an,
—
—
. — 70 ww ..
an, und erhielten eben (o Die Eattcheiduug Is
ihnen biefe unbillig, einfeitig ader irrig nor, fo femme
tzen fie Gegenvorſtellungen thun. Dech wenn Frie⸗
drich wiederholt auf der Vollziehung feiner Anorh⸗
gungen beſtand, ſo fand keine weitere Widernade
Statt, und Gehorchen war das Einzige, was ihnen
'gblag. Oft verlangte, er ihr Gutachten, und ihre
Vorfchläge, bie er Dann gruͤfte, und darauf ennabın”
oder verwarf. Einzelne Beifpiele, we er zinen oder
mehrere Minifter zus Berathſchlagung zu ſich ziel,
oder. gelegentliche Unterredungen über. Geſchaͤfti⸗
fahen mit erfahrnen Raͤthen hielt, gehoͤren zu den
Ausnahmen, und nicht zu dem gewöhnlichen Gauga
feiner Regieruugsart. Friedrich wollte hurch dieſes
Verfahren bie Mißbraͤnche vermeiden, welche and
der beftändigen. Gegenwart, pad aus ben wuͤndlichen
Manferenzen ber Miniſter leicht eutſtehen koͤnnen.
In ‚einer ganzen Kabinetsverſammlung wird zuwei⸗
len der weiſere Rath durch die Mehrheit aus Nein,
Eiferſucht oder Unkande verworfen; ber befcheidme
1 .0d bedaͤchtige Miniſter redet dus Räkficht.auf feine
anderd gefinnte Kollegen nieht freimäshig genug; eb
ſprechen bier Männer, die ganz andre Fächer haben,
‚ Über Dinge mit, die fie nicht perſtehen; ed werden
fo viele fremdartige Gegenſtaͤnde mit in's Spiel ge⸗
mꝓegen, welche die Hauptſache entſtellen, und in de
nern falfchen Achte darſtellenz Maͤnner, walche Die -
Gabe des Wizzes, der. Ueberredung, des gefaͤlligen
Vortrags, der dußerlichen Einſchmeich⸗lei beſtzden,
Ban ſchaͤdliche Peiste aunchwlikt, Wie
—
,
or Em ,
%
‚Dies alles fällt. weg; wenn jeder Miniſter einzeln in
feinem Departement durch schriftliche Derlegung feis
‚ser Meinnung, an den Regenten herichtet; hier ge:
‚yeinnt die Zreimhtbigleit, bier hilft kein Boumot,
chier kaum fich Feine Unwiſſenheit hinter hochtwabenden _ -
orten verfieflen, hier gilt es wirkliche Brände,
uud die Sache ſelbſt. Eine ſolche Metbode Tann
freilich auch nur in. einem felchen State von ent⸗
ſchiednem Nitzzen fein, wo der Regent die richtige
Rrtheilskraft, den ſchnellen Msberbil, die genane
Zaudestenyteiß und bie raſtloſe Thaͤtigleit eb
Friedrich's in ſich vereinigt, ‚welcher leine Anßß
wort um einen Tag aufſchob, ſondern die Entſchei⸗
hung pünktlich. ausfertigte, die Bellziehung: befchlens
ige, wan-alle Deitwirter in Feuet (te. |
Bam griedrich neue Etatsminiſter/ Geverale,
Praͤſidenten oder andre hohe Raͤthe ernanut hatte,
Au oder andro fleife Gefseremonign zu verrichten,
ſendern um fie von Ihm PYflichten zu belehren, und
yar Beobachtung Ihrer Schaldigkeit zu ermahnen.
Ar dilktine ihnen geawodhnlich in ihre Schreibetafel,
mas ſie zu ihres Richtſchnur zu befolgen hätten, unb --
æarute fie vor · den Mißbräschen, die ihm befaunt
gewordan waren. |
Auf
Aöntohrfe:nergerfinh varſteſlen, meil Am Hetlan⸗ |
‚fennen. Geſptaͤche night Der, welcher die triftigſten
' Brände, ſendern der, melsber Die blendendſtan So⸗
biönen yorträgt, die Oberhand zu hehalteuipfiegt,
—
——
—*
ſo ließ er fie. sicht. wor «Jh kommen, um ben Sands ms
R"
2 w—_ u
NAuf die Anfſvagen feiner Minifler und Generale
. tamtiwortete er entweder mit einigen Worten, die er
aan die Seite bed Berichts ober Briefes ſchrieb, wels
-thed man Randgloffen nennt, oder durch beſondre
Werfuͤgungen, bie von den Kabinetskaͤthen nach feis
ner Angabe aufgefezt, von ihm zuweilen mit eigen⸗
. bändigen Zuſazzen, „und allemal von ſeiner Unter⸗
ſchrift begleitet wurden. Seine Randgloſſen waren
ft Bitter, heftig, ſotiriſch und ſpotriſch, beſonders
an ſolche Perſonen, die ihm Urfache oder Doch dem
»&chein zum Mißtrauen -gegeben hatten, Manche
-_.
Vorſtellung von hohen Leuten, auf die er nicht viel
hielt, ferligte er ganz kurz mit ‘dem Spruch: bums
med Zeug, auf Immer ab. An den Rand: eines
Worſchlages zu einer neuen Verorduung ſchrieb er
niem „fon wieder eine Verorduung, man ſchreibt
Aſich bald die Finger ab, mehr Exekution und
meeniger Verordnung“ Einem Statsmi⸗
‚nifter, der eine Beſchwerde wider einen Kriegerasg
einreichte, und einen andern, vielleicht einen Günfls
ling an feine Stelle einpfahl, antwortete Friedrich:
ich approbire nicht fo oben bin, ſondern ich muß
„Die Umftände zuvor wiſſen. Warum wollm
ste den Wek (weg) ‚haben? Was hat er gemacht?
„Iſt er trank, was fehlt ihm? Was für Krankheit
‚hat er ? Und was ift das für ein junger Burs
aſche, den fio wieder in feine- Stelle nehmen
wollen 3 ſchikt er ſich dazu? Bat er was gelernt?
„und verficht er. was? Ueberdem iſt dorten bei
wien Cameral- eſen nicht viel aM the, und kann
PL
wo.
> Sy hine 6 gut da Meißen; als ei ſoher finger, |
2 „Menſch; weiches ich auch hierdurch zu erkennen
wollen.” Der ſoldatiſche, rauhe Stil Frie⸗
| ri ; fihmerzte ‚zwar Anfangs manchen angehendeiz
‚ Minifter und Geſchaͤftsniann, doch in”ver Folge
"wurde ed jeder gewohnt, and da bierand weiter Tele
:ne koͤnigliche Ungnabe folgte, fondern Friebrich fig
. ur damit begnägte, feine Herzensmeinung ohne |
"Schminke und ohne Verſchleierung derb und offeh
geſagt zu haben, ſo machten ſeine harten Rand⸗
Zloſfen weiter Beinen Eindruk mehr; laͤchelnd zeigte _
soft ein Minifter dem andern die: empfangne derbe
oder ſpdttiſche Abfertigung; fie tedfteten fich zuſam⸗
men, legten die Tönigliche Untwort zu den ten, '
beſolgten den Inhalt, und vergaßen die Einkleidung.
80 viele Briefe, Anfragen, Berichte, Suppliten
und dergleichen er auch zu beantworten habeh
mochte, fo ſchob er nichts auf den folgenden Tag.
auf; und verhinderte ihn die Handgicht am Schrei-
ben, fo ließ er ſtatt feiner Unterſchrift ein beſondres
u Kobinerdfiegel darunter druͤkken, wobei ein Rath bes
eugte, daß dies auf Befehl des Königs geſchehen
ſei. Seine Miniſter und Praͤſidenten waͤhlte er ges
u wögnlich ſelbſt. Er irrte ſich hiebei zuweilen, indem
er zinige Leute zu den hoͤchſten Stellen erhob, die
diefes Vorzugs nicht wuͤrdig waren, oder indem ee
ich manchmal bei feiner Wahl durch unbedeutende
1
‚Brände, durch einfeitige Anſichten leiten ließ. Uber '
doch verdient Briedrich’s Verfahren auch in diefens
Srtte Sewahberung und VMigung ‚' wenn man ed
genan⸗
/
1
genaue ungen: ‚Kin König ut nei
iche Bälle. vor ſichh, er muß eutweder ſelbſt folkbe
Vexſonen waͤhlen, die er zum Theil ulcht gehhrig,
gum Theil gar nicht kennt, eder er muß blindliugs
Den Empfehlungen Andrer trauen, die, ſo recht⸗
ſchaffen ſie auch übrigens fein mögen, dennoch zu
diel Růuͤkſicht auf Verwandtſchaft / Kounerionen, Pri⸗
aatabſichten u. fo. „nehmen, und leicht in Verſu⸗
‚Hung. fammen, unfaͤhige Leute vorzuſchlagen, und
werdienſtvollere ‚zuräßzufegzen. , Unter dieſen beiden
Rebeln glaubte Friedrich das kleinſte zu faſſen, ‚unter.
| — TERN
Dielen beiden Abwegen hielt er fish. für. ficher,, "au
wıften. auf der echten Wahn zu bleiben‘, wenn er ſeie⸗
u en eignen Augen traute, und, feinem: eignen Urtheile
folgie Er, uͤhte ſach im Errathen, das heißt, In der
Kunſt, aus Heinen augenbliklichen Handlungen auf
‚Die ganze Beſchaffenheit des Kopfes und Herzens der
Menſchen zu ſchließen, ſich ans einzelnen Bägen,
aft aus. einem Strich dab, 0hllige Bild einer Perſon
—S — —— —— Und hat es Jemand in diefer
- Bermushungbwiffenfpaft weit gebracht, fo. war er
ed; er: befaß Die. fejnſte Menſchenkenniniß er ur⸗
gheilte nicht. nach jenen‘ truͤgeriſchen und willkuͤhr⸗
Aichen Beſtimniungen der äußern Yhnſiognomik, ſon⸗
Dern er beſaß ein richtiges Gefuͤhl, um in den Meden
med Handlungen Andrer den karakteriſtiſchen Punkt
aAu treffen, und bie gleichgältigen Nebenſachen abe.
aufendern, die uͤber Vie Talente und Geſiumungen
michts entſcheiden. Hierzu kam, "Daß sarbeisäfeheue
and prueliuurx —W Ba der
u ‚ bee,
/
4
— N
ie, den Zeitcitn Benkfie ya var here |
draͤnaton. Damm se hiels Keine Grheimräche blaß
dzur Scham, und nur, um on Namen ıu führen, .
fondern fie mußten ihrew Merufe Gaüge thun; e—
: übpehlufse fie wir ſo biclen Ankfträgen uud Cefchäfe
un, Be. mußten fo viel berichten unb umterfachen,
daß fie ihrer bogen Waͤrde chen nicht febr froh wur
den, (ob mielmehr After im eigeutlichen Siune Frank | |
d
arbeiteten.
Bon feinem State haste Friedrich eine. genau⸗
er quögrhreiseee Benmtuif, "Mile die Suchen, weide .
zum Kriegsweſen ‚gebbrien, die Bevdlkerung urb- bie
Finagngen betsafen, leitete er felber; über Die andere
führte er Die Mutfiche: Die Wermehrung ber Wollte
wange ſchien in den erſten Jahren feiner Regierung,
wo fialicp Die Kriege malt dem Henfe Defsckh fine
ganze Aufmerkfamteit erforderten, nicht hefonbent
feine Gorglalt auf ſich zu sieben. Geis Pater hatte >
1734 die Berfertigung der Oebuente nd Eiteebts ..
liſten eingeben laſſen. Frieprich fand daher keur
Labellenwerk mehr im Gange. Zuerſt 1747 weny
deie er feinen Blik Hierauf; die Sache kam aber Yan
1753 wicht in Ordnung, wurde durch den 7 jdbrigen
Krieg unterbrochen, und erſt nachher anfs lebhafe
teſte betrieben. Von dem Hubertaburger Fieden an
marden doppelte Berzeichniſſe verfertiget, eins sog
dem geiſtlichen Departement, und ein andreſß vomn |
General⸗ Direktorium, welches zu Dem unbe alle
Speise befonhte Wollsgähhungen durch Die höre -
vn Seuden vuntehen Ne Dieſer Bam |
ſtand
⸗
16 —
amlen dem abeige jest fo fehr am Her, 47
er die Tabellen faum erwarten. konnte. Der Ueber
on ſthuß der Gebornen erwekle ihiit’die- innigſte Freude?
fehlte er aber bei emer Probinz, ober war nicht groß
genug, ‚ fo- forſchte er ernſtlich näch den Urfachen;
amd ſuchte fie zu heben. Bon 1783 an wurde er
5 ‘überhaupt ei Freund des Tabelenweſens, weil Bi
allgemeine und fchnelle Ueberblikke gewährte, :Exr
ieß ſich jaͤhrlich von den Provinzen, Kreifen und
einzelnen Städten Tabellen Über den Zuſtand des
2 @ewerbes , der Fabriken, des Viches, der Private
| öffentlichen. Gebäude einreichen s: andre Tabellen
mußten ihm uͤber die Abgaben, Domänen, Regaͤlien
und deren geſammte Anwendung vorgelegt werden.
© Dabarh wurde er mit feinem: Rande bekannt,
".... Iommte falbft große Entwuͤrfe machen, u Die von
Andern gemächten gehörig beurtheilen. — Seine
Liebe und feine Sorge für eine unparteiifche Gerech⸗
. - tigteitöpfiege find, befaumt, . umb feine Ausſpruͤche,
- „Bie:et i779 wegen ber Möller Arnoldiſchen Sache
- felbft in die Beitungen ſezzen ließ, eines Königs
windig. „Der geringſte Bauer, ja, was
„noch mehr iſt, der Bettler iſt eden fo
wohl ein Menſch, wie feine Majeſtaͤt,
—„und es muß ihm alle Juſtiz wiederfah—⸗
„ren. Vor der Juſtiz if der Prinz dem
" „Bauer gleich.“ - Die Todesftrafen ſchraͤnkte er
. fehr ein, ob er-fie wohl nicht ganz aufhob, umd dar⸗
.. am vermehrten fich, grobe Verbrechen nicht, vole un⸗
" vbiboſophiſche Keiminalifen, bie alles mit Rab und
Galcen
P
on
Cage beßraft wiſſen welllen, beßanchteten, ſo⸗
‚ bera fie. nahmen fi otberlich ab. Gegen ‚zmeierlch
Vergehungen, die ehemals „vorzüglich gebrandinarkt
zaren, bewies firh Friedrich hochſt gelinde, und
ſezte ſich dadurch einer verſchiednen Beurtheilung
aus; dieſe waren Selbſtmord und: ‚alle Bude
bruͤche der Unke uſchheit. Den Selbfimerd hielt
gr für kein Verbrechen, dad die Strafe. der Obrige
- Zeit verdiene, weil es ein Unrecht fei,. weldes: neu
Menſch fich felbft anthue, eine Kolge eines zerruͤtte⸗
gen Verſtandes, eines mit Verbrechen beladenen Ges
wiffend., iereligiöfer Grundſaͤzze oder großer Une
glaͤtsfaͤl; ſodann weil der Schimpf nicht den Thaͤg
ter; ſonhern eine. uuſchuldige Familie sehe; un
weil ‚kein Gegenſtand der Gerichtsbarkeit niehr vote
handen wäre, außer ein,gefühlfofer Keichnem, gegem .
welchen zu wäten nur Thorheit und Unyerounfe
verrathe. EB. fei auch wicht zu beforgen, daß Gelin⸗
" digkeit, hierin andre zur Begehung des Selbfingarbes
reisen werde; denn bie Siehe zum Leben, und. big,
Futcht vor dem Tode wären ‚Härkere Echuzmauern
gegen. diefe Ausfchweifungen, ald alle Stpafen.. Bi
bieher verdient Friedrich’ Verfahren durchsangiges u
Lob, und fein Urtheil vdlligen Beifall; aber nicht fe
feine Meinung, die er zuweilen gegen feine, Geſell⸗
ſchafter, oder in träben Stunden ſchriftſich dußerte.
Er ſchien daun ben. Selbfimerd für erlaubt, io. fogae
für ein, Zeichen von Mach, und Seelenftärke zu dal
- ten. Es iſt jest.au völlig als hiſtoriſche Thatfahe :
Iefdtiger, baß er wamend —X iheizen —
er"
83
ee
| Te?
| PR REM: lezte Halfekıfteel gegen Das-Aupieiie
Unglkacch bei ſich getragen hat. Noch nach ſetnem
Tode bad man es enegepokt gefunden. Den wahren
Philoſoßhen wird der Selbſtinord itumer als Ver⸗
gehung, als ZFrucht der Schwäche, als Wirkaimg
eines verduͤſterten Berſtandes und eines feigen Gera
‚Sans vorklommen. Tragen und Ausbauern Mi Stärke
Zichen und Entlaufen aber Muthlofigkekt. MAR
dann einen Selbſemoͤrder Hebaikern, und unter geb
wiffen Umſtaͤnden entſchaldigen, ihn jedoch nie als
einen Miſen und. Helden ruͤhmen, mag et auch ht
weutus ober Kato ſein. Es iſt daher ein großrert
Nuthim ſar Fri⸗drich, daß er ſich bei den Hhätefe
sen Ungickofallen mie ſtardhafter Gele Aber ſeint
—— * erhob hd. dem Bncptgedote de
Vefonmerien Vernunft gehotchte, als wenn er aus
feigev Wergagtheit den augenbliklichen Aufwaklungei
- oiier etrſchrekten und betaͤnbten Einbilduingzökrüft
nachgegeben haͤtte. — In einem andern Stitte
Zeigte ver Kbnig eine gleich große Nuchficht, ov dert
Moernlitt und der Freund der bargerlichen Orbueing
ſchwerlich mit im zuſamienſtimmen möchte; - ed
dyrete Die Ausſchweifungen der Wolluſt Fr keinr
Sache, weiche Schande, Ahndung und Einfchraͤn⸗
Bang durch bffeutliche Stutsvorkehrung verdienten
er ſahe es nicht einnal gern, wenn Offttiere und
Diener, die ihm nahe ſtanden, ſich verehtichten,
well er glaubte, Daß die Verherathung den Eifer
für den Dienft erkalten laffe, und er verachtete Men ⸗
ie won ſerien Gina in DR pad
tri
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,
9
— — u
eißee eben wicht, wm. fie font: Berhtanfte NEE
. IR en führte: zuweilen Beben, DIE faͤr leichtfincigs
Gemuͤther verderblich. wurden, inte die MWoörtereil
ea Abuigs ſich weit werbreisen,. und maner‘ einigen
Eindruk machen, Friedrich karte die loben?werrhe
Uhficht, ben Kinder mord zu verhuͤten; aber heile
erzeichte er feinen Zweck doch nicht auf eine. betraͤche⸗
Uche Art, theils ging er auf ber andern Seite zu
weit, und veranlaßte Durch eine zu große Seid
‚Wafeit,. doß die. Schranken der Maͤßigrug der Lets
denſchaften durchbrochen, und der.: Zügektoffgfeik.
Far. und There:gebfuet wurden. . Es dann niche
lage merben, daß die. Achtung für. reine Sittemn
and der Abſchen vor frecher Bofripigung: des Ge⸗
— — unter Friedrichs Regierang ſehs
geſunken iſt, und daß ſich bis zu der nirdern, Sphen
den berab, bitze zum Landvolke Schamloſigkeit ih ,
Abſtumpfung des Gefuͤhls für Schande mehr. ver⸗
Breite. bat: Die Vermehrung einer frevelhaften
Dentunasart in der Unzucht führt zut Ttunkenheit⸗
ss Diebſtaͤhlen, zur Untreue im Dienſte, zur Ver⸗
dachlaͤffining der Amts⸗ und Hauspftichten, aup:
hat ein Heer von nenen Laſtern zum Gefolge, wels
ches dem Etate auf mannigfaltige Weiſe zum Nache
theile, gereicht. Die obrigkeitliche Sorge für nie.
Meinigkeit der Bitten iſt daher noͤthiger und wich⸗
inmerhin geliude gegen die Uebertreter der. Keuſch⸗
brit verfahren; er muß aber, wer Ihm das allges
a am Au ut, Cinfende vucch
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or,
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arfegidje. Auſtaiten ehren; -Bupht mat Ehedackeit
durch fein signed Meilpiel, durch feine Heben, durch
feine. Vehandlung derer, welche ihn umgeben, in
aber -Achtinug verhalten, und ein ungezuͤgeltes,
fittenlofes Leben auch au dem fähigfien und talenes
vollſten Statsmanne mit Mißhilfigung , mit Berach⸗
‚ang, mit Abſchen laut brandmarken.
Bei, feiner Wohlthaͤtigkeit verfaße- Sries
dei ch, einige Srnberbarleiten ausgenommen; hoͤrhft
" weife, Er war. larg im ‚Meinen, und. freigehig
im Großen. Eigentlichen Bettlern, fie mochten ihe
wuͤndlich auſchreien, oder ſchriſtlich dehelligen, gab
er. wenig oder nichts; ein:halber, ur oanzer: Gul⸗
den; aufé mehrfie. einige. Thaler waren alles, was
er ausſpendete. Hingegen den nothleidenden Arva
5 vinzen, 'abgebrannten Staͤdten, überfchmenntens
Dorffchaften, amd dem verſchuldeten Adel kam er
durch Tonnen Bolded, durch Millionen, dutch eine
unerſchopfliche Mildshätigkeit zu Huůtfe. Dim Armens
wveſen in ben Staͤdten ſcheukte er edenfalls anfehnliche
Saummen. Mile Neujahr ließ er in Berlin durch die
Prediger oo Thaler austheilen, wobet er befabl;
daß man nicht bie Faulheit des‘ Straßengeſindels
unterſtuͤzzen, ſondern daß man verſchaͤntte Haus⸗
arme, betagte Wittwen und Wurwer, unerzogue
Waiſen, Betrogne, bie durch Hinterliſt oder Unter⸗
druͤklkung um ihr Vermbtgen gekonmen wären, ‚liche
reich bedeuten ſollte. Dem Armendirektorium ſcheuki⸗
ee don 1775 an 79000 Thaler, und ben Frauzoß⸗
ſchen Kelonien überjonbee er ebenfalls van ..
wo
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‚ - . . ur .
— ER m ST u . \ . /
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"get Summen von 6000, 10,000 wife, Thabern.
Zuͤr. Zueignungen von Buͤchern der. Gelehrten Yab, er
nichts; bloß der. Profeflor Garve, under Br,
Jauifche-Rektor Arletias haben einige hundert Thale
Geſchenke erhalten; die übrigen mußten ſich mit
böflichen. Königlichen Handbriefen begnügen, . Hierin
iſt im Ganzen genommen gewiß. nichts zu tadeln. Zu
Die Zahl der Duͤrftigen, oder der Zudringlichen iſt
endlos: ein König koͤnnte Die vollgefuͤllteſten Scha |
kammern erſchoͤpfen, und doch nicht den hundersftn .. ,
heil beftiedigen. Guͤtigkeit gegen Einige iſt Unges ⸗
rechtigkeit gegen. Alle, Der Zürft ift nicht berufen,
‚Bettler zu beſchenlen, fondern fich durch allgemeine
Anſtalten, durch Eönigliche Milde gegen gan Go - — —
‚meinheiten, und durch Belohnung derer, die ſich un
den Stat im Großen verdient machten, den Namen nur
eines Wohlthaͤters zu erwerben. Died alles that :
Friedrich mehr als irgend ein Monarch vor ihm: 1
und ihin gebührt daher. der Vorzug vor allen guͤig
‚gepriefenen Fuͤrſten, die Zaufende an Hoffcprangen
und Guͤnſtlinge verſchweuden, welche von ganzen
Provinzen erpreßt ſind, Friedrich ſtellte außerdem
Beweiſe von Dankharkeit auf, die man in Republi⸗
ken zuwellen, in Monarchien noch gar nicht geſehen
hatte; er ließ dem Sroßfanzler von Kocceii in
der Lindenſtraße, und den vier großen und rubms \
würdigen Feldherren, dem Feldmarſchall Schwer in,
dem Generallieutenant Winterfeld, den General
"von ber. Kanallerie Seidlig, und dem Feldmar⸗
Fall Keith auf dem: Wilkelmöplagge wanworne
Gallus Br. Sri SRH — 5 Wilde
⸗
DE ee
— 82 —
ten: errichten. Die‘ Geſchichte feiner Feld⸗
zuͤge, die er ſelber beſchrieben hat, enthaͤlt ruͤhrende
Gefuͤhle der Erkenntlichkeit, und er gibt es als Zwek
ſeiner hiſtoriſchen Schriften an, daß er die tapfern
und lobenswuͤrdigen Thaten habe verewigen wollen,
J
—
wodurch fich feine Offlciere die Unfterblichkeit erruns
‚gen hätten, . Indeſſen fo’ wie auch der” weilefte
Menſch nicht frei von Jrrthuͤmern iſt, fo war aud)
Zriedrich nicht frei von Eigenſinn und vom Para⸗
doxen. Er fchien zuweilen etwas darin- zu füchen,
daß er bie Erwartungen einzelner verdienser Männd
. und. ded ganzen Publikums täufchte, - Er’fiellte fich
rmanchmal, als hätte er den würdigften Mann, der
“auf baldige Auszeichnung die gerechteſten Auſpruͤche
"hatte, ganz vergeffen; und lange binterher, wo es
‚Niemand mehr glaubte, erhob er ihn erſt. Mancher,
der es nicht noͤthig hatte, und der nicht viel darnach
‚fragte, wurde mis Geſchenken überfchätrer; der Edle
hingegen, der deffen beburfte, ging leer aus. Viele,
die freificy micht zu den Verdienſtloſen gehbrıen,
fahen ſich mit Orbensbändern gefchmätt; aber Undre,
die in jeder Abſicht weit vor-ihmen herborragten, ers
‚hielten diefe Ehrenzeichen nicht. Oft fabe ex dies
felpft ein, und da ließ’ er ſich merken, alö wenn er
es einer gewiffen Vorherbeſtimmung oder dem Spiele
des Gluͤks zuſchriebe. Oft mochte er:vielleicht bie
wohlgemeinte Abſicht dabei haben, die Menſchen
nicht habſuͤchtig zu machen, fie mehr aus Liebe zur
. Pflicht, als aus Gewinnſucht bei ihren Handlungen
zu leiten. Bald wollte er durch das Unerwartete
*
uͤber⸗
| Aberrafchen ‚ und größere a@inbräfte Sinterlaffeni, .
Wald aber war es bloße Grile, wirkliche Herrſcher⸗
laune.
Friedrich hatte, wie viele feiner Vorfahren,
eine feurige, hizzige Natur, und war des fehnellften
und aufbraufendften Zornes fähig... Dies ift nicht
Zu verwundern. Me Menſchen von Muth und
Kraft, vom muntrer Thätigfeit, von lebhaften Ges
muͤthe find mit Anlagen zum Zorne auögeräftet,
und ohne die Heftigkeit, mit welcher fie leicht in Uns
willen auöbrechen, würden fie auch das Gute nicht
unternehmen, wozu eine befondre\Geißesftärke er
- fordert wird. Es gereicht dem Könige Friedrich zu
Ehre, daß er feinen Zorn zu beherrfehen wußte, daß
er nie feine Vernunft von ihm verdunkeln ließ, daß
er von Rachſucht entfernt blieb, und daß er fi zu
keiner Zeit bis zu dem Grade vergaß, wie fein Va
ter, welcher gegen feine eigne Familie wuͤthete, wel⸗
chher einft bei Tiſche auf feine aͤlteſte Tochter dab
Meſſer zukte, um es ihr in den Leib zu ſtoßen, und
welcher gegen Andre vollends Feine Schonung be⸗
wies. Empoͤrende Auftritte der Art beflekken Frie⸗
drich"3 Andenken nicht; und wenn er einmal in der
Hizze Jemanden zu nahe trat, ſo machte er es in
ber Folge wieder gut. Oft ſtellte er ſich auch bloß
zornig, ohne es zu ſein, weil er es fuͤr noͤthig hielt,
vie Pflichtvergeßnen durch Furcht zu ſchrekken. Sein
Aufbrauſen war nicht immer fuͤr die, welche es traf,
nachtheilig; er behielt Diener, uͤber welche er ſeine
bitterſte Galle ausgegoffen hatte, oft gerade am
u 832 | ‚ fing
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— 34 — u rs
legſen um fh, und gab ihnen Beweiſe ber Trans
lichkeit. In vielen Faͤllen übte er dagegen eiwe feltne
Geduld und Sanftmuth, fo ſtark die Beranlaffungen
um Zorne fonft waren. Eine liebenswärdige (Eigene
ſchaft war es übrigens an ihm, daß er ſich bei feis
nem Zorne doch von jener fortdauernden Uebellaus
nigkeit, von jenem mürrifchen, verdrießlichen Weſen
frei erhielt, wodurch Unſchuldige oft noch ſo lange,
‚hinterher, die. Folgen des Zorns tragen muͤſſen, und
wodurch man ſich ſelber auf eine lange Zeit zu allen
Geſchaͤften unbrauchbar macht, Hatte er feine Hefe
igkeit ausgeſchuͤttet fo war es vorbei; er kehrte
mit Faſſung und Freundlichkeit zu ſeiner uͤbrigen
u Beſellſchaft zuräf, oder ſezte feine. Arbeiten mit be⸗
ſonnenem und ungeſtoͤrtem Geiſte fort. Lephafte
Gewmuͤther pflegen ſich nicht zu vetſtellen nicht mit
ausſtudirter Hinterliſt zu Werke zu gehen, So fand
. 28 ſich bei Friedrich. Er war offenherzig und freie
v >
mötbig, redlich und ehrlich ; er. fagte feine Meinung
son‘) Derfonen und Sachen ohne Ruͤkhalt heraus; und
legte ſelbſt feinen Feinden feine Forderungen und
» Abfichten offen und maͤnnlich dar, Freilich ſchadete
er ſich zuweilen dadurch; denn da er, zugleich ein
feiner Spötter, feine Thorheiten fchonte, fie mochten
beth von Roßland bloß darum feine udperföhnliche
von Kaiferinuen oder. Königen, von Mätreffen oder
Lieblingen begangen fein, da er ſich in feinen Reden '
und. Schriften keinen Zwang anthat, fo legte man
u - manches zu feinem Nachtheil aus, was er eben nicht
ſo boͤſe gemeint hatte. Es iſt bekannt, daß Eliſa⸗
Fein⸗
,
, .
.
| R
W
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Feindin wurde, und ben jaͤhrigen Krieg mit weib⸗
‚licher Rachſucht führte, weil er einige freimuͤthige
Bemerkungen uͤber ihre Liebſchaften gemacht hatte.
Sein gegebnes Wort hielt er puͤnktlich; und ſeine
Zuſagen erfuͤllte er treulich. Hatte er etwas ver⸗
geſſen, ſo nahm er Erinnerungen daran wohl auf.
Als Kronprinz hatte er 1738 von dem Buͤrgernieiſter
Lizmann zu Ruppin 1000 Thaler geliehen, nach ei⸗
nigen Monaten 472 Thaler ð 5. Gr. zuruͤkgezahlt,
das uͤbrige aber ſtehen laſſen. Der Gläubiger, wels
er 1752 ftarb, ſchwieg beſtaͤndig. Seine Erben
verhielten ſich ebenfalls eine lange Zeit ruhig. Erſt
1782, alſo 44 Jahre nachher, ‚brachten fü e die
Schuldforderung von 527 Thlr. 17% Or, in Anres
. gung. Friedrich erfannte die Nichtigkeit der Sache,
ließ das Kapital nebſt den aufgefaufenen Zinfen ı mit
168: Thalern 175 Gr. auszahlen, und bemerkte,
daß es allein die Schuld. der Erben fei, daß die Den
. zahlung niche.fräher erfolgt wäre, Chen ſo bat er
alle. fronprinzlichen Schulden erftattet ; z und es iſt
eine Verleumdung, wenn das Gegentheil brhauptet
I wird.
So ſehr Friedrich verlangte , daß man ſeinen
Worten glaube, ſo wenig traute er den Geſinnungen
Andrer, ſie mochten Koͤnige oder Pripatleute fein.
Stets war er gegen fremde Staten mit Argwohn er⸗
fünt, ftetö hatte er den Verdacht, daß ſelbſt unges
faͤhre Zufaͤlle kuͤnſtlich angelegte. Plane, gegen. ihn
wären. In diefem Mißtrauen ging ‚er in der That
zu weit, eben ſo, als in der fotepen Deinuing,, die, u
er
I !’:
u. # » — — — ta 4
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er. von der Ehrlichkeit ſeiner eignen Beamten und
‚Diener hatte. Schon in feinen frähern Jahren wer
er wider Baumeiſter, Ingenieurs, Kanal » und
Straßenaufſeher, Kriegskommiſſaͤre u. ſ. w. einge⸗
nommen, und hielt wenige unter ihnen fuͤr ehrliche
Lenze. Oft waren die Menſchen daran Schuld, weil
fi wirklich große Beträgereien begingen; - oft aber
die Borurtheile des Könige, weil er die Bauten
uͤbereilte, zu wohlfeile Anfchläge verlangte, dunme "
eeute für die gewiffenhaftefien anfahe, und eben da⸗
‚Durch den Unwiflenden, den Boshaften, den Betrüs
gern in die Hände fiel. Sein Mißtrauen nahm mit
den jahren zu, da er immer fraurigere Erfahrungen
von der Untedlichkeit eigennuͤzziger Beamten machte,
Faft verftimmg wurde er, als 1781 .einer feiner
erften Stat&minifter, der Vicepräfivent des Generals
direftoriums von Goͤrne, als der gröbfte aller Bes
truͤger erſchien. Es befremdete Ins und Ausländer,
wie bei dem feharfen Blilkke Friedrich's ein Minifter
ſolche Ränfe hatte ansführen fönnen, und died zu
einer Zeit, wo der Fönigliche Eifer gegen den Groß
Tanzler und die Neumärfifche Regierung noch im
frifchen Andenfen war. Wenn ſolchen Moͤnnern
"nicht mehr getraut werben konnte, wem follte denn
Sriedrich fein Zutrauen ſchenken? Sein Unglaube
on menfchliche Tugend und Redlichkeit wurde von
un an immer merllicher. Er achtete die Zengniffe
‚ber Stats miniſter nicht mehr, wenn er nicht ſelbſt
die Wahrheit erforſcht hatte. Im Fahre 1782 ant⸗
wortete er einem angeſehnen Miniſter: „das muß
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vo“ n
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| „ich glauben, vbageachtet ich keine voll N
ylommne Ueberzeugung davon habe,
ol. des Herrn Staats Minifters Sein .
„att e ſt.“ Und in eben dem Jahre: „das mus.
Ah vor guht annehmen, weilen ich das
„Folk nicht kenne.“ In Kriegszeiten ſchien er —
fogar aus, den Unterfchleifen der Lieferanten nicht
viel zu’ machen, wenn fienur mit Eifer und Schuels
ligkeit in Beſorgung der Magazine feine Operatiss , -
nen unterſtuͤzten; es entfuhren ihm zuweilen ſelbſt
Aeußerungen, als wenn er diejenigen fuͤr einfaͤltige
Deoͤpfe hielte, welche die Gelegenheit, ſich per fas
et nefas zu bereichern, nicht beunzten, und als ob.
Hug auögedachte Streiche das Schaͤndliche der Sache
entſchuldigten. Er meinte, daß. nur der Eigenuuz
bie Triebfeder zur Thaͤtigkeit fei: aber Dadurch zeigte
er, daß er von der menfchlichen Natur eine xeraͤcht⸗
uiche und ſchlechte Meinung hege. Er legte zwar
der Ehrlichkeit einen hohen Werth bei, nur glaubte
er. ſie kaum mit des Diogenes Laterne ſinder zu
koͤnnen.
| Eine vorzügliche Tugend 5 riedrichs war die
Verſoͤhnlichkeit. Er vergaß die heftigſten Be⸗
leidigungen, bie feine. Perfon betrafen; - niemals
—ppferte er daS öffentliche Wohl: den Leidenfchaften
- feines Privathaffed und feines Zornes auf; ; niemals
führte die Rachſucht bei-feinen Veratbfchlagungen
den Vorſi iz, wie doch fo häufig in den Kabinetten
der Großen geſchieht; gegen die bitterſten Satiren,
gegen bie. beipenafien Schmahſchriſten zeigte er eine
Bi
Gleich⸗ I
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Stiogitiolenn die man bis dahin we den Kronene
traͤgern noch gar nicht, ſelbſt bei Philofophen nur
.felten gefunden Hatte, Friedrich ließ jeden vom
ſeiner Regierung beufen,: was er wollte, dud ſpre⸗
chen oder ſchreiben, ‚was ibm einfiel; wenn er ſonſt
= feine Pflicht als Bürger ums Unterthan erfühte, fo
wurde auf feine Meinungen nicht geachtet; nur Bes
fezwidrige Thaten hatten die Ahndung“der Gerichte '
.zu fürchten, Worte und Naͤſonnements waren frei,
Sriedrich verbot nicht einmal den Verkauf tadel⸗
füchtiger und ſchmaͤhender Schriften; er ließ eö fich
kejuen Groſchen lkoſten, die Urheber derſelben in feine
Gewalt zu befonnnen, und er beftrafte fie nicht,
| wenn fie ihm auch bekannt. waren. Hierdurch forgte
er fuͤr ſeinen Ruhm weit edler, und weit ſicherer,
als alle jene ſtolzen Regenten oder ihre herrſchſuͤch⸗
tigen Stellvertreter,“ deren gefränfte Eitelkeit das
‚Teifefte Murren gegen ihre Anordnungen oder Macht⸗
ſtreiche mit grimmiger Wuth ald Majeftärsverbrechen
befträft, oft Preife von vielen taufend Thafern oder
Gooldſtuͤkken ausfezt, um vorlaute Tadler, zumeilen
ſelbſt achtbare Wahrheitsfreunde auszuforfchen, und
das unwuͤrdige Vergnuͤgen einer kleinlichen Rache zu
genießen. Dieſe Strenge verfehlt dennoch des Zweks.
Es wird nun erſt ein allgemeines Aufſehen erregt;
unbedentende Schriften, von denen nur wenig Men⸗
ſchen Kenntniß bekommen haͤtten, erhalten eine ge⸗
wiſſe Wichtigkeit; und der Regent, welcher derb oder
ſatiriſch geſagte Wahrheiten mie Ketten und Banden
befkraft, ſcheint die Richtigkeit des Tadels ſelbet
| einzus
vo,
1 ng 5 —
einzugeſtehen dann, wer ba zufchlägt, wo er wider⸗
legen ſollte, der erklaͤrt vor aller Welt, daß feine
Sache ungerecht fei, und Durch vernünftige Gründe
nicht vertheidigt werden koͤnne. Eriedrich’s Gelin⸗
digkeit hingegen brachte ganz andre Wirkungen · here
vor: Die. ärgfien Pasquille machten keinen Ein⸗
dtuk; in wenig Tagen oder Wochen waren fie‘ vers
geffen, der vernänftige Theil des Publikums wäre
digte ſie keiner Unfmerkfamkeit, nnd felbft der Poͤbel
fprach-nicht weiter davon. Die Zahl foldyer Schrif⸗
ten verminderte füh, weil es fi) nicht ver Mähe
serlohnte, und nicht die Koften einbrachte, fie gen
drukt zu haben: kamen aber einige Bücher, die das
Anſehn von Sründlichbeit hatten, wider. den König.
zum Vorfchein, fo waren alsbald nicht gedimgne
ESdlduer, fondern edle Vaterlandsfreunde bereit, die. -
Gegner durch Präfung und Beleuchtung ihrer Meis
nungen zurechtzuweiſen. Und fo hat Friedrich’
Ehre auf die glorreichite Urt uͤver allen Tadel der
Umwiſſenden oder Uebeldbufenden gefi iegt; und er hat
allen Regierungen ein hohes Muſter zur Nachah⸗
‚mung. aufgeſtellt: freilich aber gehoͤrt dazu auch das
Bemuͤhen, nur nach weiſen Geſezzen herrſchen zu
‚wollen; wo ein Fuͤrſt das Selbſtbewußtſein von der
Güte. feiner Regierung bat, da werden alle Pfeile
des Wizzes und des Mißverguügens zuruͤkprallen.
Es iſt gewiß allemal ein ſchlimmes Zeichen, wenn
der Gewalthaber feine Ehre nicht anders mehr retten
tann, als daß er feine Rache an. Flugſchriften *
deren Bee austoben laͤßt.
gie
n nd — —
griebeid liebte abergant das Wahre, dads
Recke, das Gegruͤndete, mochte nichts ſcheinen,
durch nichts Ehrfurcht erzwingen, als durch perſoͤn⸗
uche Vetdienſte. Daher haßte er alle Schmeiche⸗
laen, alle Ehrenbezeugungen, die von kriechenden
Schmaroz zern veranſtaltet werden wollten, nahm
fo wenig Gratulationskarmina, als Kniebeugungen
an, ließ leztere vielmehr, die in einigen Schlefifchen
Gegenden von dem an SHaverei ehemals gewöhnten
Landvolke gegen ihn beobachtet. wurden, von der
Kanzel verbieten, redete bald *) eruſthaft, bald
ſpottead von der Thorheit und dem Unfiun derer,
weiche die Könige Ebenbilder Gottes nennen,
unterbrady die gewöhnlich nichts fagenden kompli⸗
mentoollen Aureden neuer Gefandten Durch die Frage
nach dem Befinden ihrer Herren, und floh. überhaupt
das Geraͤuſch der Hauptſtaͤdte und der Kofgefelle
ſchaften, weil er nichts von der Eitelkeit und der
Leerheit Meiner Sürftengeife beſaß, die N ich zur Aus⸗
| fauum
9 In einer unterredaus, die er 1777 mit dem bekann⸗
ten Philoſorhen Sulzer uͤder verfchiedne »bilofos
phiſche Gegenitände hielt, fagte er auf eine rührende
rt hierüber: „Wenn es mir glüßte, alle Meine Un⸗
„terthanen in einen vollfonmaen Woblſtand zu vers
nieten‘, fo würde ich doch nur auf einen. ſehr Heinen -
‚nTheil dieſer Erdkugel, welche wiederum nur ein un⸗
„endlich Meiner Theil des ganzen Weltalis if, gewirkt
“ baben. Wie könnte ich fo verwegen fein, mich mit \
nienem Weſen zu vergleichen, welches dieſes uner⸗
amesliche Weltall regiert und-in Ordunng erhäfe!"«
-
4
1)
— OL —
fülung ber. Langenweile i in bie Berdubungen der er⸗
muͤdenden, ſteifen und herztbdtenden Salla’d, Kou⸗
zen und andrer Armſeligkeiten, Feſtivitaͤten genannt,
hineinſtuͤrzen. Friedrich unterwurf ſich dieſem aͤußern
Pomp zuweilen auch, aber nicht aus Neigung, ſon⸗
- dern nur aus Pflicht, weil die Würde eines Monara
chen dies erforderte. Dagegen zog er fich in die,
Stille der Einfamfeit, in fein friedliches Sausſouci
zuruͤk, wo er wie ein Privatınann auf dem ‚Lande
lebte; denn die Anmuth der freien Natur und des
Ländlichen Lebens harte für ihn die größten Reize,
und dies ift ein deutliches Kennzeichen feines für.
fanfte Empfindungen: empfänglichen Herzens, feines
für ediere Vergnuͤgungen eingenommenen Geſchmaks,
und des für ernſtere Beſchaͤftigungen geflimmten
\y
Geiſtes. Hier führte er Feinesweges Das beſchauliche
Leben eines mäßigen Einſiedlers, fondern das thärige -
eined Philofophen und eines Gefchäftmannes. Er
las, fehrteb, dichtete, philofophirte; doch immer in
Bezug auf feine Regentenpflichten, Er berüßrte nur
die Blumen folcdyer Wilfenfchaften, die ihn zu Er⸗
Füllung feines hohen Berufs ftärken, erweffen, oder
die ihm eine angenehme Erheiterung gewähren fonns
"ten; er drang nicht fo tief in fie ein, als der Ges
lehrte, der weiter keine Beſtimmung kenut, als dieſe;
denn er war feit überzeugt, daß jeder die Rolle,
welche ihm Die Netur oder das Geſchik aufgetragen
habe, fo gut als moͤglich fpielen müffe. Daher gab
“ar ſich mit folchen Gegenſtaͤnden AA "nicht. ab, die,
. ur auf bloßem Wiſſen beruhen, mit den Regentge⸗
or ſchaſten
Eur 2 Zus
ödfsen gar nichts gemein haben, und leicht den
Geift ganz in die Tiefen der Spekulation hineinz
führen; ſolche, wie bie Sternfunde, Mathematik
And Naturlehre ſind. Er erwaͤhlte den laͤndlichen
Aufenthalt, und das Studium der Philoſophie, der
Geſchichte, ; der‘ Poeſie, der Literatur, um ſeinem
Geiſte rnehr Nahrung und Energie, feinen Neiguns
gen mehr Richtung aufs Große und Erhabne, und
ſich überhaupt mehr Vollkommenheit zu Gühruhg
feiner Gefchäfte zn geben. Nichts war alſo für das
ganze Land nuͤzlicher und wohlthätiger, als dieſe
haͤndliche Einſamkeit, wo Friedrich yon keinen Kaba⸗
‘Ten der Hoͤflinge, von feinem Sturme aufgeregter
| Leidenſchaften, von keinen Zerſtreuungen der Haupt⸗
ſtadt verhindert wurde, ſich immer mehr, auszubil⸗
den, Über den Umfang ſeines Berufs nachzudenken,
“und ſich die noͤthige Heiterkeit zu erhalten, um zu
regieren ,; ; wie noch wenig Könige regiert haben.
Nirgends zeigte er fich zugleich Tiebenswürdiger, an⸗
genehmer und wohlwollender, als in dem Cirkel ſei⸗
ner literariſchen Freunde in Sansſouci, wo er nad)
geendigten Geſchaͤften ganz den König vergaß, und
fi nur dem Erguſſe lehrreicher oder ergdzzender
Geſpraͤche, und den Empfindungen der Freundſchaft
aͤberließ.
Das Vewundemms wittdigte an Friedrich iſt
noch dieſes, daß er feinen Karafter bis zum hoͤch⸗
ſten Alter durchgefuͤhrt, ſeine einfache, geſchaͤftsdolie,
ſeltne Lebensweiſe bis zum Tode fortgeſezt, und bik
ding Testen Ueberreſt ſeiner Beſinnung weder aus
| Ermats
-
—
—
—
\. 1
. = 93.—'.
Ermastung:ber Kräfte, noch aus Ueberdruß an Ar⸗
beiten, weder aus Schwachheit der. Natur hei zuneh⸗
wminden Jahren, noch aus Gefuͤhl des Schmerzen bei
einenu1 monatlichen Krankheit did geringſte Aende⸗
rung in ſeinen Neigungen, Gewohnheiten, Beſchaͤf⸗
tigungen norgenommen has. Er Dlieb-fich. ſelber big
zum Ende gleich. Ungeachtet ser ‚vom: ber Waſſer⸗
lycht Angriffen, und von der Geſchwulſt an
"Zößen beläftiget war, ungeachtet er. die lezten fünf
Wochen kein, Beige vertragen. Tonnte, ſondem Tag
und Nacht in; einagy Fehnfluhle-zubringen muſtte, fo.
beklagte. er. lich ogch. niemals über. feine außprerdengg
lichen Leiden, untgeließ; fo wenig feine Raegierungs⸗
oeſchaͤftg, als feine. Liehlingsſtudien up. Kuterkake
‚gungen, war heiter, ypb: ruhig in ſeigem Getzuͤthe,
ed.fprady angenegm.,, verftändig- And: freimuͤthig,
pie, ſouſt, über Die Zeithegebenheiseny. Hber;alte.ugp
y
den
ber den Landbau und die.Gartenpflage, VBis zum
Albende · des 15. Luguſts 4786 wurde feine Tpärigfeig
‚ auch. von den ſtaͤrkſten Unfällen der Krankheit, nicht
unterbrochen; er diktirte am Morgen noch fo richtig
durchdachte Depeſchen, daß ſie dem erfahrenſten
Statsmaune Ehre gemacht haben wuͤrden; nnd noch
am Abende unterſchrieb er alle von den Kabinets⸗
raͤthen ausgefertigten Briefe und Befehle. Nur am
“36, Auguſt unterlag er der. Gewalt der. Nothwendig⸗
keit; nicht er verließ feinen Beruf, fondern die Na⸗
tur verließ ihn; er verlor das Bewußtſein, erkannte
‚Die Umſteheuden nicht mehr, konnte ſich auf keine
— | 0 Regie⸗
t
Js
#
4
I»
—
— 94 —
Reglerungs Sachen beſinuen, die Ihm ſeit 46 Iahr
ren täglich am Hetzen gelegen hatten; es kamen
wm.
noch einige: heile Augenbliffe zutuk; aber es waren
im eigentlichften Verftande nur Augenblille; Unbe⸗
wußtſein, Schlummer, Phantaſi ien, abgebrochne,
faſt unverftändliche Worte, wechſelten mit einander
ob; mir ift wohl, ber Berg. ift überfies
gen, ich will mich ordentlich niederles
gen, dieß waren feine lezten Audrufungen; das
Möcheln verrierh noch einige Funken der verlöfchene
den Wbenötraft; 20 Minuten nach 2 Uhr des Mors
gend am 17. Anguſt endete er, ihm ſelber unvermu⸗
thet, und ganz unbewußt in Gegenwart ‘des Lelb⸗
arsted &ette,- und des eben fo-undergeßlicheti Mi⸗
niſters von Herzberg feine größe Laufbahn; er
hoͤrte auf 5 für die Erde zu athmen, um ewig in de
Geſchichte zu lehen. Seite Fehler werden feinen
Ruhme unicht fehaden, koͤnnen feiner Thaten Ganz
nicht verdunkeln; fie find die Schatten, welche die
‚ Richtpartien des Gemälves "heben. Die Nachwelt
wuͤrde die Erzaͤhlung feiner vollbrachten Ünternehs
mungen für-Babel, die Schilderung feiner liebens⸗
wärdigen Eigenfehaften für ein Ideal, und die Auf
- ftellung feines Beifpiels für einem ſchoͤnen Roman,
a‘
für eine zweite Gyropddie, Bloß zum Unterrichte bee
Megenten erdichtet, halten, wenn nicht die ofne Dar⸗
Tegung feiner Vorurtheile, Irrthuͤmer und Fehler
feine Geſchichte glaubhaft umd gewiß machte. Nur
dann ift die Zuverkäffigfeit der Nachrichten von ſterb⸗
lien Menſchen dem aweifl unterworfen, wenn
| mon
-
. ” u 95 —
man nichts als Tugenden und Vollkommenheiten er⸗
zaͤhlt; und nur dann iſt das Andenken eines Fuͤrſten
- der Verachtung und dem Abſchen geweiht, ⸗wenn
‚man Alſchta als Fehltr und Laſter Yon ‚Ihnen ans
führen Kann, So nothwendig aber Disharmonien
zur Hervorbringung ‚eines das Ohr entzuͤkkenden
Wohlklanges find, fo unzertrennlich Bleiben Fehl⸗
griffe und: Merirrungen mit den Aeuſſerungen der
Thaͤtigkeit endlicher Weſen verbunden. Nienials
werden ſich daher verſtaͤndige Menſchen durch Fehler
abhalten laſfen, dem Gedaͤchtniſſe Fraſe dr ichs
und aller, die in ihrer Net Friedriche Find, mit Lob
- nd Ehrfurcht zu Bufdigen,: ſobald große Eigerfchafs
ze ihre beigemiſchten Unvolllommenheiten bedetten.
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15, Srie
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⸗
"griesrie Witseim 1.
1786 - * . 1797- .
. Eine iü andige, gan anfrichtige, Unparteiifihe
amd rüffichtälefe Geſchichte diefes in feiner Art
nicht unsgerfwärbigen Königs kann vor Ahlauf eines
‚ halben, "Saprhunderts‘ ebey fo yaenig, erwartet, als
geſchrieben werden. Von ben. mehrften Begeben⸗
‚heiten ſeiner Regierung, fing nur erſt die Anßenfeisen,
‚die Öffentlichen Wirkungen bekannt; abet die-inuege
Triebraͤder, die geheimen Veranlaffungen, die Pla⸗
ne, die Machinationen, die Abfichten gewifler viels
"geltenden Perfonen, die fen Vertrauen harten, und
die Statdmafchine in Bewegung fezten, liegen noch
im Berborgnen; und ehe ber Schleier, welcher diefe
Geheimniffe deft, nicht weggehoben ift, eher Fanıt
Niemand eine über alle Zweifel erhabne, durch lau⸗
ter fichre Data gegründete Gefchichte von Friedrich
Wilhelm IL dem ganzen Umfange nad
tiefern, . Vergingen doch 48 Jahre nah Friedrich
MWilhelm’s I. Tode, ehe der einzige Umſtand,
wie groß fein hinterlaßner Schaz gewefen fei, aufs-
geklärt wurde: bis dahin hatten alle Schriftfteller,
die auch noch fo gut von den Preupßifchen Gtatäs
ſachen unterrichtet waren, nichts als Muthmaßuns
gen, und zum Theil fehr abenteuerliche ſtatt der
Wahrs
.
>
\
—
= 97°
\ )
—8 auegebetitet; fo. föwer HR e&;. unt-fa
viel Zeit iſt oft abthig, um unperdaͤchtige, zeing
Thatſachen fuͤr die Geſchichte zu gewinnen. Nicht
au gedenlen, daß die. Freimuͤthigkeit bei Erzählung
feier Vorfälle, wodon die Zeitgenoffen.nnch.lebeg,
immer einigem. Zwange. untenporfen bleibt. . öch
jeder Leſer ift ſchon im voraus ‚für oder wider“ eig .
Eache, vie ſich vor feinen’ Augen. zugetragen hat,
eingenommen ;, er bildet ſich ‚ein, daß nur feine.
ſich die: einzig richtige fei, und bricht ohue Echoe
ming den Stab Der Bernitheilung: über den Hiſtyrie·
> ter, welcher ihm etwa die. Kehrfeite des Genäeh |
verhaͤlt. Der eins-fieht.aleh im rofenfarbnen Ges
wande, und entruͤſtet ſuh über den leifeften Tadel.
den eutweder ſeine Denkuaggatt, oder feine-Statäg
verbindung, oder die Gleichfoͤrmigkeit feiner Sitten u
und feiner Aufführung nicht vertragen mag; eim
ſolcher thäte freilich beſſer, war Leicheupredigten Yu N“
Iefen. Ein andrer detrachtet alles mit grießgraͤmi⸗
i ſchem Geſicht; er hält auch das gerechteſte Lob für
Schmieichelei; diefem Eöunte man.rathen, bloß ges -
wiſſe Recenſionen zu feiner Leltoͤre zu machen: Ends
lich gibt es bei aller Dulöung, deren fich unfre Zei⸗
a ten erfreuen, noch Immer machthabende Merſchen
genug, die aus mancherlei Urfachen, die fie am
beſten wiffen mögen, die Binfterniß mehr Jichen, als
dad Licht, die, es durchaus ungern-fehen, und möge
lichſt verhindern, daß dieſe ober jene Sache wor’
Publikum gebracht, von allen Seiten beleuchtet, und
nach Gründen der Vernunft beurtheilt werde, Zu
Sallas Br. ©. TH... B.
N u 58 he \ Zu
tus iſt es nicht alten, welcher ſich vewvbgen fible,
tr‘ Finen Geſchichthuͤchern T, 1. aubſurufen: : rare
iemporabn feſßcitas; &bi ſentire, quse velis, er
hüse ſentias, dioete Hdet;' o ſelmes Glũt der Zei⸗
ki, we mn denken darf; wad man will, und fagen,
wad mau denkt - et jezt iſt alſo wertet nichts
indglich und: rathfam/·nls die Ereigmiſſe während
‚der Regierung Friebtkich Wil helmis TH. ſo weit
Me welttundig find, 'zb befchreiben; und ihre Befohs
dern Veraulaſſuungen⸗ſo wie eine genaue Ancakiea
riſtik dieſes Wonarchen dem dleißt and der: Einficht
far Zeiteh zu überlaffen: : - : 5 9 Bus 21
—Zrlevrich Wilselm HE’ war ver Enkel des
Krige'riebrih Wilhelms L unbider auteſt⸗
| ati des Nenpinin gusun Wilhelurs u).
te line Er
+ 6, *!i 2*
1:93 Miefer: Yen: —8* "ao. Siterriä Bis
er dem, J. beſaß eine. fünfte, nachgiehige, lebenswürs
—* dige Gemuthsort wußte ſich in die Launey und Eigen⸗
heiten feines Vaters mehr zu ſchitken, als fein Bruder
BT.) YE.:uıb ward daher work Väter zartiicher
ir geliebt. Gein Yactd hun Ftiedrich Wilbelnu I. die:
vr ogme mit Ansfſchliebuna des großen Friedrich s sugee
wendet; gern atte er ihn wenigſtens zum Herzyge
von Kurland erhaben:. aber beide Plane ſcheiterten.
"auf eine 'gefegmäßige Weile wurde ihm in deb Folge:
der Weg zum Throne gebahin indem Än Sr iedeich
den 30. Juͤui 1844 umn Kronvrinzen eruancte. Au⸗—⸗
guſt Wil be lu hatte nicht die Entſchkellencheit nicht
«ben feen; Geiſt, gicht dad große Genie Friedrich's
‚ am deſto mehr zeichnete er ſich durch die Eigenfdiaften
eines milden, friedlichen bamanen Herlens aus. Er
5* Vedte
7
- Zu ,
!
E ward Dem. 25. September 7 744 geboren, Die
‚Natur hatte ihn mit einem anfehulichen Körper, und
2°... wenn.
I \
Mebte die ſchoͤren Käufe vorzelich, deſachte haͤußs
die Werkfdaͤtte der: Kuͤnſtler, und ließ fie in feiner Ges
.. gehmware arbeiten. . Um feines edlen Karäfters willen
„erwies Ihm Sriedrich nie die geringfte Kraͤnkung wegen
bes Vorzugs, Den ihm der Vater gegeben hatte,
Vriedrich achtete und lichte ibn vielmedr, vermaͤhlt⸗
ibn 7742 mit feiner Schwaͤgetin Louiſe Amalie, Prin⸗
zeſiin von Braunſchweig, fo, daß beide Bruͤder zwer
Schweſtern su Gemahlinuen hatten, und machte im.
‚1745 mit dem Eufifhloffe Oranituburg ein Ger
"fen, Nur ein einziges Mal brach ein kurios Miß⸗
verſtaͤndniß zwiſchen ihnen aus. Nach der ungluͤklichen
2GSchlacht dei Koflin den 18. Juni 1757 ſollte Aus
gu Wilhelm mir einem: Theile. der geſchlagnen
7 Behee die Eingänge zur Lauflz.'an der Bebmiichen
Grenje beiten. Es wurden, ‚aber «in Märfchen und
Stellungen ſolche Fehler: begangen‘, wodurch der wich⸗
tige Paß von Gadel verloren ging, und ein weiterer
Nühng in die Laufiz notwendig wurde. Der König
x
SGSried rich vereinigte fh hei Bauzen mil: ihm,
und bejeigte allen Generaten, ſeinen Liebling Win ter⸗
feld d ausgenommen die hoͤchſte Unzufriedenheit’ mit
dem Vorgefallnen, wobei er ſogar in die Aeußerung
ausbrach, daß ſie den Tod verdient haͤtten. Seinem
Bruder machte er ein finſtres Geſicht, und ſchrieb ihm
unterm 10. Juli einen harten Brief, Auguſt Wi
belm verließ ſogleich das Heer, ging anfaͤnglich nach
Dresden, ſodann nach Orauienburg, und vertheidigte
ſich ſchriftlich bei Friedrich Aus dieſer 1769 ges
drukten Korreſponden erhellet, daß er nichts ohne
blorgfaltige ueberlegung, nichts ohne gemeinſchaftliche
Verath⸗
—
’
| Beste, sin oerideier Affen, und em einfichtös
” .:
wenn gleich nicht mit felmen, bach wit guten Au⸗
lagen des Geiſtes ausgeſtattet. An hohem Wuchſe,
> am einer ſchoͤn Ind Auge fallenden Leibeslaͤnge übers
traf er den großen Friedrich bei weitem, wo⸗
gegen er ihm an Geelenkraͤften ſehr nachſtand.
Darum aber fehlte es ihm. nicht an Genie. Daß
| | man ihm eine forgfäftige Erziehung gegeben haben
werde/ laͤßt fid vvn ſelbſt vermuthen. Der Haupt⸗
fuͤhrer feiner Jugend war der. Oberfie, Graf von
voller _
. Serathfälundg mit ben "Generaken unteruamuren
datte, daß aber der König durch den General Winters
feld vorndulich zum Unwillen gereist worben war.
Unparteufche. Kriegskenner wollen jedoch dein Prinzen
- Unentfchloffenbeis ur La ige Get dem
lebte er eingriogen, md von allen Gtatsgefchäften abs
' gefondert zu Odanienburg, wo er an den: Folgen eines
| rhemaligen DPferdeſturzes bei der Belagerung von Drag
.. 17441 vielleicht auch sum Theil wis aus Velüsumerniß
uͤber bie: leztern ſtriegsvorfaͤlle ſchon den 12. Juni
2758 im Zoſten Lebeusjahte ſtarb. Friedrich, der
| ec fich” bald wieder mie ihm verfſoͤhnt Bette, weinte ihm
Thraͤnen der wehmuͤtbigſten Bruderliebe mac» _ Bald
nach feinem Tode wurde ihm noch ein Sobn Wehoren,
der aber nur einige Monate lebte. Gin andre diterer
. Sopn, Friedrich Heinrich Karl, ſtarb 1767, im aoſten
Jahbre an den Blattern Es blieben von da au bloß
wei Kinder übrig; der König Feiedrich Wil⸗
beim II. und die Primeſſia Briederite Senbie
‚Wilhelmine, feit dem 4. Oftober 1767 Gemahlin
des Dringen Wil helm's V. von Manen.
nn
—
4
—W
J — 108.
voll Patriot. Unter ihm ließ fich ber Yirfee des
Joachimsthaler Gimnaſiums Beguelin, als ers
wählter Lehrer des Prinzen, deſſen geiſtige und fitte
liche Bildung fehr angelegen fein. Er machte ihn
. früh‘ wie den Werken der Alten, mit. beu ſchoͤnen
Kanſten und Wiffenfchaften ‚ mit. dem. Studium der
Ariegslenntniß bekannt, und fuchte bei jeder Gele⸗
genheit fein Gefühl. fuͤr Edelſinn und. menſchuͤches |
.. WBontwollen zu wekken und zu erhöhen... Im x4ten”
- .. Jahre Ionnte.er ſchon Wirgil’e Heldengedicht, bie
nieveide, in der Inteinifchen Driginalfprache mit. ibm
leſen. Wie zwekmaͤßig Beguelin dieſe Lektuͤre für
ſeres kdniglichen Bögling”s Lage einzurichten wußte,
. mag folgende Probe beweiſen. Im Jahte 1758 -
ließ fich der belaunte Frankfurter Art, D. Kruͤnitz
dem Prinzen vorſtellen, und figerreichte. ihm fein .
Stammbuch. Wahrend einer lebhaften Unterhal⸗
tung. mit auweſenden Branzöfifchen Kriegögefangnen
ſchrieb der junge ‚Friedrich. Wilbelm-diefe -
. treffenden - Worte Dirgire. sun Andenten. in's
Etammbuch ; a, -
Animo repetentem. exempli = meorum,
‘ Et pater Acnens et ayunculus excitat Hector.
Dent ich rät an das WMuſter te Haven. meine
| Ts. Behleihtee, .
) aelanmi ich mein. Vater Aeneas, ab Hektor,
rmiein Ontei.
Alcdiuge hatte der Lehrer bes ringen, Yufnserks
Fr Dean Glcnne en vn dem
— iu beutern
| — 1. ——
Iestern Ehre, daß er bie Stelle ſo genau brialen,
und fo paſſend angebracht hatte, BE
Die Tonkunſt gewann Sriedrich Bilbelm
‚ befonders lieh, er.fpielte die Gambe gut, und das
Violonſchell fertig... So wie Friedrich ſeine Floͤte, fo
nahm er das Violouſchell überall, + Kl. auf den
Feldzuͤgen zur Erheiterung mit ſich. Er machte in
Sprachen und in einigen. Wiffenfchaften. gute Forte
fehritte, und genoß in der Religion einen vernäufs
‚tigen Unterricht; aber er beſaß nicht den philoſophi⸗
ſchen Scharffinn, nicht den feſten Ueberblik Frie⸗
drich's; und da er in feinen Fünglingsjahren übers
yhaiwt mehr Geſchmak am Schönen und. Sanften,
als am gründlichen. Forſchen fand, fo ließ er ſich
hernach leicht durch Blendwerke von Guͤnſtlingen,
die das Talent ber. Ueherredpungsfunft befaßen, täus
fiben, und zum Scheine ſtatt der Wahrheit leiten,
Güte und. Wohlmollen machten die Grundlage feines
Karakters aus, und Redlichkeit und deutfiher Bie⸗
derſinn ſtuͤzten fich auf felbige. Es muß jeden Gut⸗
denfenden für ihn einnehmen, wenn er 1771 hier⸗
über in einem Briefe au Voltaire, an welchen er
als Prinz zuweilen ſchrieb, folgende Erklaͤrung thut:
„Am über die Zukunft ruhig zu werden, muß man.
„ein rechtſchafner Mann fen. Das werde
„ich immer fein; ich werde dadurch mein ganzes”
„Rebe Ihren weifen Aufmunterungen Ehre machen,
„und geduldig erwarten, bis fich ber Worhaug hebt,
„um in bie Ewigkeit zu blikten. Don feiner Men⸗
fehenfreundlicykeit- und Humanitaͤt hat die Welt im
‘ der
— 7*
—— —
. ber Thet ſeuliehen Bi, neſchen / Da u
Niemanp den, gutem Wilfen, Jedermanu za ip '
freuen · mad zu begluͤkken, abſprechen kann, :- Aber
fben fü deutlich geht aus feiner, Regierung, fo. weit
fie bdis jez bekannt ift, die unbezweifelte. Mahrheit
hervor, daß es ihm an. der Kraft, ‚und, am
ber Geiſtesſtaͤrke fehlte, feinen. edlen ‚Bora
immer. in's Werk zu ſezzen. Ein wirklicher Tod, |
den fein parteiifcher Lob⸗ uud Leichen« Bednis je on
. ihm, wird abmälgen Lingen, iſt ber, daß er auf
jolche· Perſenen, denen ex ein guted Herz zutrauth,
au viel Vertrauen ſezte; Daß-er.ihse Abſichten, ihre
Vorſchlaͤge, ihre Borfpiegelungen wicht ſcharf genug
‚prüfte; daß er bem, an welchem er eine edle Seite
- anbeht. zu.häben glaubte, unwandelbar anhing, uud
A durch feine Vorſtellungen in diefer Anhaͤnglich⸗
keit woukend machen ließ; daß er feing Gunfibezeus
. ‚gungen an Frauenzimmer und. Lieblinge und deren
Anhaͤnger zu. reichlich verſchenlte, und da nichts
KNrges ahnete, wo er. doch · irre geführt ab. von ber
Wohrheit, eutferut wurde, - Zreilich ‚war: die.-Quelle
Dirfer. Schwachhzeiten wicht unlauter, ‚ fie floͤſſen aus
"feinem für: Güte und. Liebe geſtimmten Seszen ;: ahez
die Wirlungen davon fonunten. madauch wicht heil⸗
‚fom: ſein. ur ..
che kin Sreßvaren, pro nach feige. fein
Oalal hatten einen. Geiſt der. Orbyung, dei. Simplie
itqᷣt im Aeußern, der Penafiofigleit, nad ber mil
| törikhen: Puͤnltlichleit angenommen, wel.
Auf alle Minzen des Königlichen Hauſes —
s / als
— JO —
irn bchielt auch Friebrich Wiibelm IL,
ver ſich ſonſt in mehtern Stuͤkken von der Sparſam⸗
eit der beiden lezten Vorfahren entferhte, vieles won
rer Sen Einformigkeit mit bei. Er erug gewbhalich
die Uniform‘ des Sarbe⸗Regimems, ober einem
Kiylicyten · blauen- Rok · mit metallnen Kubpfen. Er -
Rand taͤglich Morgens um 6 Ahr auf, und kleidete
Ach gleich 48Rig an, welche Orbmung er: bis dem
ag vor feinem Tode beobachtete. Ohne alles Ge⸗
Petge ging er häufig gegen Mittag zu Baße-in dem
Thiergarten ſpazieren, bloß in weiter Entfernung
den einem Jaͤger begleitet; hier redete er. gern hie
fremdlichen Tone mit Rindern: über Dinge, die fie
‚ Intereffirten, Aber ihre Seltern, Spiele, Lehrſtunden
tw. Seine Reifen geſchahen gleichfalls ohne den
Schwarm von Hofleuten, weiche echemald reifende
Monarchen amgaben; er fuhr in rinem halb ofaru
Magen in Geſellſchaft des Her zogs von Braum⸗
ſchweig oder irgeud eines Generals; und aıır wenige
Wagen folgten oder gingen ihm voraus. Das eins
ige, was den König aubeutete, war die außeror⸗
deitliche Geſchwindigkeit, womit er ohne RAR
üuf Bei, FJahres zeiten, ober Wetter mehr flog, als
. Einſt fahr-er Morgens 4 Mär aid Breslau,
und "ref den andern Morgen um 9 Uhr tw Berlin
kin ;’das Heißt, er hatte inen Weg von ad deuitfchen
Weiten oder. go Stunden: in 29 Stunden: zuräfiges
Legt, wobei‘ er Tag und Macht nicht aus dein Wa⸗
gen geftiegenmwar. Man kann keicht denken, daß
dieſe Art Zu — lemen, welche die Pferde
| un O8
. B Be — |
——— und wftniehtite Zote auf den Mens
Gannplaͤtzen warten ninßten, hochtlaͤſtig fiel.
Marde ein Pferd auf immer unbrauchbar ; ſo erhielt
dver Eitzenthaͤner doch feinen Erſaz; nar in dem
Sale, weun es gleich: todt miederſtuͤrete wurde ihm
xin Almoſen von 10 Thalern dafür ausgeworfen.
Kriod rich Wilhelm richtete ſich andy darin
| ib: dem Beiſpiele feined Vorgaͤngers, daß er den
Atrlichen Muſterungen ver Truppen feld bee
wohmte, und zu den: beflinimten Zeiten in dieſer Ah⸗
Acht feine Provinzen durchreiſete. Eben ſo zog er
. Wa der Epizze ſeing⸗ Heeres in eigner Perſon mit
1075 Jeid, und ſegte ſich allen Gefabreu des Kriegen,
Web allen Beſchwerden des Wetters gleich dem ges
weissften Soldaten aus. Haste er nicht die Bel
Sertatefente' feines Ontels, fo zeigte ex doch einen
J werfbutidyen umerichrefnen Muth, der feine: Um .“
emumerte und zur Radahmung reiste. Bei der
kurzen Delsgerang von Berdun dm Aufange des
Sepi. 1792 ſtellte er ſich bei einer Kandne ſo nahe
amn. bie Seflung, daß eine feindliche Kugel kaum zehn
Schritte von ihm niederſchlug; dennoch ritt er auf
Me andre Seite, wo ihm Bas Nämliche wieder has
oegnete. Plan kann ans dem Franzoͤſiſchen Kriege
wuchdere Veiſpiele hievon anführen. Das guͤltigſſe
Yangalb wow ſeiner kriegeriſchen Tapferkeit iſt dag,
weilches Friedrich der Gioße von ihm ahlegte.
Dei⸗dem Räkzuge ver Prengen im Herbſte 2778 .
6 Obtaen führte er eine beſondre Kolonne,
* won tum: beichten Kruppin der Defiseicher,
, und
(4
„
anb fetten dem geteeeten Grafen ——
den Höblivegen und engen‘ Vergpaͤfſen unaufhoͤrlich
beunruhigt wurde. Friedrich Wilhelm aber
griff die Feinde muthig en, ſehlug ſie jebeimal im
die Ziucht, “and entging ‚atlen. Gefahren durch feine
Herghaͤftigkeit. Als er ſo feine Schaar wohlbehalten
zur Hauptarmee heranbrachte, erwarb er ſich den
Beifall und die/Zufriedenheit feines Onfeld.imieineus
ſolchen Grade, daß ihn dieſer umarımte und ausriefz
„Sie find nicht mehr mein Merten. fan
| nern mein SohnY. m" 4
| Einige Monate nad) feines Vaterd Ze; *
Sal nach zunkfgelegtem sten Jahre, wurde er vom
‚Friedrich sum Prinz son Preußen; das
. Heißt zum Thronerben erklärt. Cr hielt fich ſedann
wiehrentheils im Berlin, zuweilen auch in Potsdam
‘auf, begleitete feinen Dnbel bei den gewbhalichen
Mufterungdreifen, erregte durch feine Popularitat
und Menfchenhuld große Hofmiugen, gab: viele
dffentliche Concerte, wo er den gebildeten Bewoh⸗
nern der Reſidenzen den Zutritt· geſtattete hewirkte
1784 zum · eſten duͤrftiger Wittwen / von Tockuͤnſt⸗
Ser die Aufführung bes Hendelſchen Meffias,; und
; zeigte in allen Handlungen: eine foldhe Herzeusguͤte,
daß. man die Tiebedabentener, deren. einige bereits
bemerkt wurden, entfchuldigenb: Aberfeh, und ent
weder glaubte, daß fie im eruſten Manndalter auf⸗
ydren, "ber doch feinen nachtheiligen Einfluß in: die
Regierung haben wuͤrden. ¶Uebrigens wurde er vom
Sriedrich ve ae gehalten, aber m
| feinen
u ‚407 —
u feine Veſtiminmg altmählig vorbereitet, wicht bloß
zu den Waffenuͤbungen an ſeiner Seite enitgenuune | _
men, fondern auch wit Männern umgeben, Die ibn
mit den Grundſaͤzzen einer weiſen Seatsverwaituug
Bekannt machen maßten, unter been ſich ſeit i700
ber Geheime Fiuanzrath Roden befand, In eben
dieſem Jahre folgte er dem Kbnige zu des: beräbms
ten Zuſammenkunft · mit dent Kaiſer of eph ih
Nteiße; und 10 Jahr ſpaͤter, 1779, reiſete er in
GSeſellſchafi des Grafen Goͤrtz nach Pitersburg.
Bon feiner Einficht in Statsſachen, die er, wenn er I
nicht durch Scheingruͤnde Andrer irre geleitet wurde,
ſondern felber nachdachte, richtig zu Beurtheilen vers
fland, liefert die. Bemerkung einen. Beweis, daß ex
beiden gewaltfamen- Eingriffen, welche Fofeph IL.
in die Gerechtfame der deutfchen Fuͤrſten verfuchte,
auf den. Gedanken einer Berbindurg ber Meichöftänne
' zur Bewahrung ihrer Hoheitsrechte nach dem Bei⸗
fpiele des Schmalfatvifchen Bundes gerieth,. und
das er auch unter der Hand einige Fuͤrſten fuͤr dieſen
Entwurf zu gewinnen ſuchte. Indeſſen dies iſt nicht
fo zu verſtehen, als wenn er. den Koͤnig Friedrich
zur Schließung des Fuͤrſtenbundes zuerſt bes
wogen, und ihn allein auf eine. ſolche Idee -gebracht _
hätte. Nein! Er äußerse dieſen Wunſch nur für
fi, und fprach gelegenslich mir dem Minifter von
Herzberg davon. Ohne von feinen Gebanfen etwas
zu wiſſen wär Friedrich bon ſelbſt gleichfäns 5 su
der Meinung gekommen, daß ein Farſtenbund das
wewiieh⸗ Mittel ſei, dem kaiſerlichen Aumaßun⸗
gen
⸗⸗
a ar,
| |
— ros — FE
.
gen Eintelt m thun. auf dbieſe Art laſſe⸗ re “
Nachrichten ‚über die-Ginfeitung zur Deutfchen Afies
eiagion, „bie (onft wiberfrechenn ſein wärben, - were
u einigen, .. Un eines Orte ſchreibt der Graf Herzberg
. "pie Fore dazu Dem Krouprinzen Krievrid Wil
\ helm, an sind andern wieber ‚dem. Koͤnige Fr ve⸗
drich gas In feiner am-26, fen, 1785 veorgelefes
nen Akademiſchen Abhandlung heißt es auncuͤllich:
Die Bollendung des Fuͤrſtenbuandes, ber am
ma3: Yuli- 1785 zu Stande fam, wird Ariedridys
en noch mehr, als ſeine zahlreichen Siege
— ————————— wird ſeinen Namen der. Nachwelt
theuer machen, und Ihm Die undergaͤnglichſte Vaͤr⸗
gertrone erwerben. Dieſer Ruten mug um fo
„grbßer erſcheinen, were man bebeult, baß ber
„König die Idee dieſes großen Werts
| Noel gefaßt, E 2 zur VBollendung ‚gebracht,
x
| vurganan la win ee
5 i daher
web in dem 74 Jahre feines Alters, und bei einer
z⸗burch feine fange und thaͤtige Regierung geſchwaͤch⸗
mten Sefunbheit Die gefährliigeRolte, Die tm dieſes
„Siften auflegt, ‚übernommen gar...
In den lezten Jahren der Regierung. grie
Aral. hatte ſich, wiewohl hoͤchſt irrig mad
andillig, die Meinung unter einem großen. Theile
der Einwohner verbreitet, als ob er zwar bewunde⸗
J rungswuͤrdig in Unſehung des Verſtandes, aber nicht
ebenswerth, aicht menſchlich genug in Hinſicht des
" gerzehs fei,. und als ob ihm an: der Gruͤnduig ſei⸗
nes Ruhms mehr, als an der: Begihltung: feiner Ms
—
Sn
— ‚in m.
Baes: wel⸗ ihre XR auf pen Zipenfelger, "vop
weichem fie · lauter geldne Beiten ‚boften; der *
nen. erwartete wire; geringers, ole Vefriung _
won den Giraupbfiichen Megifienr,. und was ex damig
im Berbindung ſezte, cine auffallende Exsihterung
ber. .Mbgaben;- dar..dentfäe elehree, der ſparlich
derſorgte Statsdienen, Des anbeſchaͤftigte Hofmantz
ſehen jeder nach) feiner Lat einer beſſera Zukunft.ene
gegen, die. ihm ein ‚reichlicheres Auskomnen, site
Yhbere Achtuug, mehr Wohlleben und Ueberflußz
- bringen wuͤrde. Der. Tag erſchien endlich, Der vor
allen Mutdenlenden gefuͤrchtete, vom allen Bater,
landafreunden berrawerte Tag, welcher den Königeg
ie: Maſter, und den. Preußen ihren Vater enitißg
ve. Margen des 17. Auguſts endigr/ das Kehen
Sraedrich's, an welchen fein Votk einen Beherr⸗
(per: gebebt harte, wie voch leinen. Eein Noech
leer. Friedrich Wilhelm II. hatte ſich, vpg
deſſen nahe bevorſteheudem Ende unterrichtet, feit dep
legen: Zeu auf feinem. Weinberge bei Potsodam aufs
gehnisen, woſelbſt er unverzüglich die große Nade
sich, ‚Die bald ganz Europa mit Theilnehmung ven
unksı,, durch eine ſchriftliche Auzeige des Miniſters
ven Herzherg erfuhr. Boll wehmuͤthiger ‚Rührung |
hegeb er fich fogleih nad) Sansſouci, wo er ‚gegen
3.Uhr aalam, und. beim Unblil deö Leichuams, in
velchem ‚ein fo erhabuer Geiſt ‚gewohnt hatte, im
Ahraͤnen ausbrach. Lange fland.er in fliller Betrach
ung am · Fuß bes Ruhebettes, beſchaute bie entſeelte
Di, ı und ne ß ch den Srapfadungen, die *
- jek
f .
u mi 11 ‚gem ’
v
ſolcher Eneaſlaud, und ‚ol ſel her Tod jedem, der
ein fühlennes Herz hat, uothwendig einfiößen
Innßte, Sodann mandte er: fich zu: dem Kammier⸗
huſar Schoͤning, ließ ſich von hm das Eude Frie⸗
-
drichs beſchreiben, und vefahl ihm, bie Abforiiung
dves Ropfs in Sips ju beſergen, ehe noch die zerfths
renden Folgen des Todes dad Ausdruksvolle der Ge⸗
ſichtszͤge verwiſcht und unkenntlich gemacht 3
eine Achtung für das Andeulen Friedrichs, pie
dem Herzen bed neuen Regenten Ehre bringt, "aud
wofuͤr ihm die Nachwelt gewiß immer danken wird.
Wewiß er konnte-den Antritt feiner Regierung wicht
ler beginuen, als daß. fein erſter Befehl Huldigung
ſeines großen Vorgaͤngers war.Eben ſo ˖ ruͤhmlich
war die zweite Handlung, die er verrichtrre, ud
wddurch er die Verdienſte des geſchikteſten und eifrige
ſten Statsmannes unter Friedrich erkannte und chrtes
Er ließ ſich ein Band des ſchwarzen Adlerordens
bringen, mit welchem man, und das mit Recht,
vorm es anders eine Auszeichnung ſein ſoll, immer
ſehr ſparſam geweſen war, hing es dem amweſenden
Miniſter· Herzberg ſelbſt um, und fagte : aich
thue biermit-weiter nichts, als was meitr vor⸗
ſtorbner Oheim ſchon laͤngſt hätte thun ſollen.“⸗
Einige Wochen nachher legte er einen neuen Beweis
feiner Werthſchaͤzzung dieſes Miniſters dadurch ab;
daB er ihn bei der Huldigungsfeier in den Grafen⸗
ſtand erhob, Allgemeine Billigung erhielt eine audte
- Yenßering, die er in der erſten Stunde ſeiner Herr⸗
(saß ‚gegen den, Kommandeur des erſten Garde⸗
Batail⸗
„N |
—
ae LET —
Votaillens that: es ſott afles beim Mieänıblefbers
zAur Willich mir. die Erziehung der Solbatenkinder
mehr ängelegen feinHlaffen? Ueberhaupt athme⸗
xen die Verordnungen, Erklärungen und. Thaten des
Adnigs in der erſten· Bein vichtt ale Wohlwollen · und
Veuſchenfreundlichkent nund erweisen. iyas grvßes
BZutranen. Er ertheitte: diclen belamcten mad unbe⸗
Batch. Männern das Adelodiploc; er war mit der
Derſezzung in ven: Adrkeſtaud fo frrigedig, Dal.
anche der alten Familien daräber eiferſuͤchtig wurg
von, und Ihre ⸗Ocheelſucht durch · Spoͤrtereien offen⸗
barten, indem fie. die:eugendelten ſchlechtweg die
Beh Fund acht zg ot · namten. Die: dentſchen
VDelehrten, die handen Wrnſtbezeugungen unter
*
Im ed rich Kl. chen. icht sale beunten, ande
jezr mohr genchtet; die Mitglieder dar Wink emir
wer Wiſfenſchaftreua, irſöuſt Jahre Aastaͤnder⸗
werden aus ihrer Mitte erwähle, welchen Vorzug
fie gewiß ſchon fange verdiemt hatten, Einige Schul⸗
anftalten erhielten anſthaliche, und wahrhaft Idnio⸗
guche Geſchenke, und allen ging: burch: Errichtung
ws. Oberſchulkollegiumsdie Morgeardbthe
aines ſchoͤnern Tages auf. Die Akademie der
Kuümſte und mechauiſchen⸗Wäſſeuſchaften,
die Friedrich L. geſtiſtet, keiner der folgendem
.Negemen aber unterſtuͤzt hatte, wurde unter der.Leis
tung des Miniſters von Heinitz wieder hergeſtellt.
Viele Statsdiener bekamen betraͤchtliche Zulagen,
und ſahen ſich von Nahrungsſorgen beſreit. Eine
ao mb. woſloardianꝛ⸗ Belohnung war · die jenige,
Welche
—
— _
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m. 2 —
. weldie: infhaere. irmalige: Lehrer Begackin u
yeilte. Ex: gab.ihm. die Adelswaͤrde und ſchenlee
ihm ein Landgut von 25000 Thalern, weide Milde
es. durch falgendes Schreiben erhoͤhte: „Ich vdchte
en gern ſo ganz zeigen, wie werth ſie mit ſiud,
Naund ahnen: Bewtiſe von dem schen, was ich ihwus
„als Schaͤler nerſarach. Leider? erfüllen Regen fie -
- jfelten- ihre ‚Berfprechungen‘, : die fie den Lehrern
„ibn. Aberdies follte wicht ſein; denn a08- Wut
eiues rechticinfnen. Lehrers iſt voller Berdrußz ur
Mhhe. "Sep: babe für fie dak Cut Lichtenſeine ges
auft. Sir haben dadurch einen Zuflucytöert, weun
‘
.
+
/
,
zinmnen das Stadtlaen nicht: wehr bahagt.“ Be⸗
guelin.genoß: biefer. Bohlhat nidıt Lanpe.. _ Deus
ſchon im Zehrunn 1789 ſorh er. Doch und: in den
wenren Tagen ſeines Sebenkienfahr ar. eine: Deukbape
keit. von. feinem: Haiglichtn Zbglinge, als nur feitens
gu geſchehen pflegt. Friedrich Wilhelm. —
ſachte ihn in feiner Ktanlheit, Danke ihm für Den
‚wepfangurı Unterricht, mad veriprach ſich feinen
Seilie anzunehmen, Dies erfüllte.er auch. Der
Minwe fegte. er. eine gute: Penfion aus, md ftellee
“aiuen der Soͤhne bei einzu Landedfellegiune amp
nachdem er bereits vorher einem andern eine aim
- Wögliche Stiftöpfrüube ertheilt hatte,
Wenn gedachte Hulderweiſnugen mehr eingelnent
Parionen und Familien zu Gute Inmen.. ſo dachte
der Kbnig ach daran, die Liebe des ganzen Beils
durch verbeſſeete Anſtalten an gewinnen. Aber freie.
‚ig. bie Baduͤrfniſſe des Stais, die. ei
m
— 113 —
eines ſtarlen Heeres, das Streben, den Preußiſchen
- "Einfluß in die großen Welthaͤndel zu erhalten, er⸗
laubten es nicht, ſolehe Nenerungen vorzunehmen,
die eine merkliche Erleichterung der Volksklaſſen zur
Folge Hätten: alles, was unter dieſen Umftändeh
don Billigdenkenden zu erwarten 'war, iſt, Abhel⸗
fung ſolcher Klagen, bie aus der Art der Einhebung
ver Abgaben entſtanden, und -eine moͤglichſt billige
Vertheilung derſelben. In diefer Abſicht hob Frie⸗
drich Wilhelm IT. die verhaßte Branzbfifche
Wegie anf, welche vielerlei nicht zur Sache gehhrige
Plaktereien verurfächt hatte, Statt ihter verorbnete
er eine befondre Acciſe⸗ Zoll⸗ imd Kommerz ⸗Admi⸗
niſtratien. Der Chef der Regie, der Herr von
Launay, wurde arretirt, woruͤber ein Theil des
Puablilums zwar große Freude aͤußerte/ well es
alles, was Franzdſiſch war, verabſcheute, wobei
aber ganz Unpartelifhe doch einige Unregelmaͤßig⸗
keiten bemerken wollten. Man kuͤndigte einen,
Wanne Gefangenfchaft an, ‚gegen welchen Feine Wen
ſchuldigung befannt, nicht "einmal ein Verdacht vor⸗
handen war, der alles auf Friedrich's Befehl ges
then, und für feine Perſon ſtets Edelmuth und
Rechtſchaffenheit bewiefen hatte. Man entdekte
auch hinterher nicht das Mindeſte, was ihm zur
Laſt gelegt werben konnte; alle feine Rechnungen
wären richtig, alle Teine Anordnungen gefegmäßig,
fein ganzes Verhalten vorwurföfret, - Man ſah fich
f
eewanige Harte, welche das Land unter der Regie -
daher gendthiget, "Ihn frei zur fprechen; denn die -
BGallus Br. Geſch. 6. Thl. I. Abth. H erdul⸗
\ ;
EZ 144 —
erduldet hatte, ruͤhrte nicht von ihm, ſondern von
der Beſchaffenheit der Regie her. Man bot ihm
einen Zahrgehalt bon 2000 Thalern. "Aber Lauma v
„zeigte eine von Kriedrich eigenhändig gefchriehne,
und vom Miniſter Herzberg mit unterzeichnete
. Verfiherung vor, daß ihm im Falle des geromme⸗
mem oder, gegebuen Abſchiedes eine lebenslaͤngliche
Penſion von 6000 Thalern, und zum Beſten ſeiner
Familie auf einmal eine Summe von 30000 Thaler
- ausgezahlt werden follte. Deffentliche Nachrichten
‚melden jedoch, daß die Feinde des Herrn von Raw
nay Mittel gefunden hätten, dieſe Berficherung
Friedrich's unkraͤftig zu machen; man ſoll die koͤnl⸗
gliche Schrift zuruͤlbehalten, und dem Herrn vom
Launay den ehrlichen Abſchied und die freie. Abreiſe
in fein Vaterland nur unter der Bedingung bewil⸗
liget haben, daß er, eine ſchriftliche Erklärung ande
ftellte,. an den König, an das königliche Daus, und
an die Kommiffion, die feine Sachen unterfuchte, ,
niemals eine Forderung zu thun.
Am r, Juni 1787 wurde die dem Kaufleuten ſo
widerlich geweſene Tobaks⸗Adminiſtration
und Kaffebrennerei abgeſchaft, und der Hans
del mit diefen Produkten, ben. biöher der König: ges
führt hatte, einem jeden freigegeben. , Dieſe Bewil⸗
ligung ermelte anfänglich nichts als Frohlvklen;
aber bald fühlte Das. ‚Publikum große Nachwehen
davon, Die Benvaltung harte anſehnliche Vortheile
‚eingebracht, diefe wollte der König wicht miſſen;
eine. e Menge Pffeianien verloren ihr Brot, man
PN et, konnte
t
*
\
Fonnte ſie nicht darben laſſen. Es wurden daher
neue Auflagen, und in der That nicht die erfreuliche -
ſten gemacht, Man führte eine Mehle und Kobalt
- Mecife ein, erhöhte die Weizenfteuer; den Salsime
poſt, die Zufter« Wecife, Die Stempelgebähren, und
forderte Hecife von der Mecife, das heißt, wer ı Tha
ler verſteuerte, mußte ı Grofchen, und in der Foige
ı Gr. 4 Pfen. Nachſchuß, gleichſam Zinfe von der
Binfe geben. So war man um nichts gebeffert, ja
um vieles mehr belaͤſtiget. Denn vom freien Tobaks⸗
handel hatten bfoß die Kaufleute Gewinn; daB Pu⸗
blikum aber nicht einmal Wohlfeilheit der Preiſec,
weil jeder Handelömann nun den Preis, ber vorhet
gewiſſe Beſtimmungen hatte, willkuͤhtlich anfezte, -
Ohnedem litt unter dem Tobakszwange uur der \.
kieinſte Theil des Volks, weil ber Regel nach daß
weibliche Geſchlecht, die Kinder, und felbft viele ‘
Männer nicht rauchen, ein Hausdater feinen Ges
ſellen oder andern Arbeitern Beinen Tobak zu geben.
braucht; Aber diejenigen Sachen, welche nun fo-fehe
‚mit Abgaben befchivert wurden, Mehl, Salz, Zuk⸗
tern. few. gehbren zum allgemeinen Beduͤrfnigz
bie Laſt, die vorher nur einige gedruͤkt hatte, beugte
jezt alle darnieder. Die Urheber des ganzen Plant
legten einen neuen Beweis von ber alten Wahrheit ab,
dauß es leichter fei, etwas abzufchaffen, als etwas: ,
beffer zu machen. Zugleich erfchten eine Schrift, in
welcher die Nachtheile der Veraͤnderung gruͤndlich und
beſcheiben aus einander geſezt, und die Vorzüge der
Zobato⸗ Adwiniſttution gezeigt mniden, Dir Ben
er. 5 7 7 fofler.
\ un 116 —
1 fofle trug ſeiche Argumente vor, die dem anbefangs
gen Lefer einfeuchteten, und ſchwer zu wiberlegem
waren. Dies verdroß die Rathgeber des Königs;
und da fie nicht wußten, wie fie der Schrift mis
— Gegengruͤnden begegnen koͤnnten, ſo verfielen fie auf
ein Mittel, das freilich Höchft bequem, wenn. gleich
vor dem NRichterftuhle der Weisheit hoͤchſt verdamms
. Kich ift, fie wollten den Widerfprecher durch das
Schrekken der Gewalt ‘zum Schweigen bringen.
Man. berebete daher den gutmuͤthigen, nichts "arges
abmenden König, daß ein verwegner Unrahjlifter ges
ffaͤhrliche Meinungen auögeflreut, und ganz unſtatt⸗
. bafte, reſpelt⸗ s und geſezwidrige, verabſcheuungs⸗
werthe Dinge i in einem Libelle vorzutragen die Kühne
heit gehabt habe. Der König erſchrak hierüber, ließ
in den Berliner Zeitungen feinen Unwillen über ein
ſolches ſtrafbares Unternehmen laut werden, und
forderte jedermann unter Verfprechung eines Lohne
von 100 Thalern zur Eutdekkung deö Werfertigers
auf. Wie erſtaunte die Welt, als fich der Verfaffer
einer fo. gehäffig bezeichneten, fo greulich verſchrie⸗
gen Schrift in eben diefen Zeitungen ſelber meldete;
als man fand, der ald Majeſtaͤts⸗ Verbrecher anges
klagte Schriftiteller fei kein andrer, als der ehemalige
* Erzieher des Königs, der edle, patriotiſche, allges
mein. verehrte Graf von Borke, welcher vor dem
Angeſichte eines ganzen Publikums männlich und
ruͤhrend die Neinheit feiner Abfichten dokumentirte,
amd dem Könige” ‚geradezu ertlärte, daß er feine
a Sarife unmdslich geleſen haben föune , ſeuß *
— IT —
er gewik anders davon geurcheilt haben. Maturlich
wat nune von Konfiöfation amd Veſtrafung feine
Nede weiten; man fdywien, umd ſchaͤmte fi ch des
Fehlgrifs, der in der That ein wenig auffallend war,
Dieter Borgang gab: indeffen zu vielen Betrachtun⸗
gen Gelegenheit, man fahe- das: Vorſpiel einer:
Machination, die gegen die Denk⸗ und öeibefteis
Belt. gerichtet war; Fried rich's Geiſt fing an: zu
weichen, die neuen Lieblinge wollten leinen Mider⸗
ſpruch erlauben, damit der wahrhaft gutgeſiunte
König nicht die Wahrhen ecfähten, ‚uhd- felzuch nicht:
hinter ihre Geheimniſſe kommen dchte.
VWortheilhafter für's. Wigemeine war de Ka.
hebung des Zullermonopols/ weiches. bis Dub. »⸗
Splitgerberfche Handelshaus im Berlin :-befeifen‘
hane. Zriedrih Wilhelm IL: erlätbte allem:
Anteraehmern, welche Dazu geneigt waren, die Unter -
gung won Buffer = Naffinerien;,- amd breite: bis‘:
durch ven Gewinn, welchen bisher. eine einzige
gamlie gezogen hatte, unter mehrere, Etſerklaͤrte
dabei, DAB ou’ ferner keinen Alleinhandel, ber zum‘. '
Echaden Andrer wien Einzelnen. bereichere,: geſtatten
- weile. So billig und eveimdehtg eime ſolche Were‘.
fiherumg war, eben fo. gerecht und menfchfich bes’
—wies ſich der Koͤnig gegen die Güterbefigger‘ und:
Starofteh Wefipseußen’® /welche 1772 bei der Ben
ffnehmung dieſes Landes ihr Eigenthum verloren‘.
hatten. Diejenigen, welche die Preußiſche Herrſchaft
gutwillig anorkaunten, hatten zwar bad Ihrige bes
im; wor u Din Emtzishung der Ciaiſtelen ſchou
von
4
Zu
ven Ieeedrich U. eine Quchiktigunn ——
Viele aber, welche wehr Auhängtichleit au ihr Was
terland. und. bie alte Derfaffung beseigen , waren
um ihr Vermdgen gekemmen. Dieſen gab Grier
Brich Wilhelm II. ihre Guͤter zuräf ader *
eigen hinlaͤnglichen Erſaz.
| ‚Die, erften öffentlichen: Schritte deſes Königs in
| abſicht der auswärtigen Politik wurden gleichfalls
von der ſtreugſten Mechsichaffenheit und Humanitut
geleitet. Preußeno Neider verbreiteten Seruͤchte
von: Vergroͤßerungs⸗ Abſichten, und Waͤrchen vom
eiguer Art. Sohießrt 3. E. daß der Ansite koͤni⸗
aliche Sohn die katholiſche Religion annehmen und
den Karhut yon Mein au ſich reißen wuͤrde. Bries
Bruch Wilbelm arklaͤrte ſolche Kusftreuungen fuͤt
ahaeſchmalt, beige feinen Miderwillen gegen alle
cjoeunuͤͥzaige mb ungerechte Eroberuugtn, und. nere
ſicherta daß, er nicht bloß ſelber davon abächen,
. ‚andern. auch nach feinem Vermögen Andre daran
verhindern ‚werde. Es boten fich bald einige Gele⸗
genheiten bar, wo er bie Redlichkeit feiner Seſtunun⸗
gen. im ſchoͤnſten Lichte, zeigen ‚konnte. . ‚Eine folche
„war die gaveltfgme. Befezzung der Grafſchaft
‚Schaumburg Lippe. durch. Heſſiſche Truppen
Den 13, Febr. 1787 ſtarb der regierende Graf Phie
lipp Eruft: gu Buͤckeburg. Da fein Land ein
Heſſiſches Lehn iſt, fo gab Died Veranleffung , daß
der Landgraf. von Heſſenkaſſel, jezziger Kurfärkt
Wilhelm J, daſſelbe ſchen am 17. Febrnar dur
militärische Gewalt in Veſiz nahmn. ECq er
...u
*
_
\ '
b B - -
x .
nech mönnfühe Eiben, 'ein Brüder des Weiſtochuen J
SGrafen/ And ein Sohn, eiwas uͤber zwei Jahe alt,
vorhanden. Heſſiſcher Seits wollte man aber ihre
Erbfaͤhigkeit micht anerkermen, weil die Großmutter
des Erdgrafen, eine geborue'von Frieſeuhauſen,
Teochter des kurpfaͤlziſchen Oberſtallmeiſters, zwar
von einem alten ſtiftsmaͤßigen Geſchlechte, aber von
mederm Adel herſtanme, und folglich Feine! ſuc⸗
ceſſiondfaͤhige Nachkommen haben koͤnne. Je⸗
doch nicht zu gedenken, daß die genannte Edle von:
Frieſenhauſen vom Kaiſer Frauz I 17591 in
ven Reichögräfenftand erhoben worden war, fo hatte
der Reichshofratg zu Wien 1733, und wigberholents -
Ti 1754 enticjieden, daß die deichsgraͤfliche Seburt
der Sohneder gedachten Frieſenhauſen von Heſſen
uwicht angefochten, und ihr Erbfolge: Rede nicht ber
‚friiten werden ſollte. Alle Einwendungen des
Heſſen⸗ Kaſſelſchen Miniſteriums wurden zugleich
von den Reichsgerichten für unguͤltig und ungegruͤn⸗
det erklaͤrt. In dieſer Lage der Sachen blieb alles
bis im Jahre 1787. Selbſt ber Graf Philipp
Ernft,:der Aitefte Sohn der Frieſenhauſen, welcher
eigentlich hach Heſſiſchen Grandfäjzen nicht erbfaͤhig
haͤrte fein follen, hatte 1777 ohne jemandes Wider⸗
ſpruch die Regierung angetreten, und die an feinen
Tod rubig behauptet, Ja Heſſenkaſſel Hatte ſogar
1780 ben zwiſchen ihm und feiner zweiten Gemahlin,
der Landgräfin Juliane von Heffen » Phitipöthat,
geſchloßnen Ehevertrag beſtaͤtigt, und den Puukt,
deß die durſun Juliane, im hau ihr Gemahl vor
der
.
\
—
—4
0) — 120 —
der Deſereruich der männlichen . iblommen |
färhe, ‚die Vormundfchaft, über dad Büdsburgifche -
Land führen follte, vollkommen gebilliget. Aller Dies.
fer Umſtaͤnde ungeachtet hehauptete Heſſen dennoch,.
daß ‚das Schaumbutgiſche Lehn nunmehrerdfnet
und ihm zugefallen waͤre. Das ganze Land, weiches
and 2 Städten, 2 Flekken, 78 Dörfern, und, der,
‚Heinen im Steinhuder See ‚geleguen Feflung, Mile
helmſtein befteht, ‚und au: Getreide, Torf, Stein⸗
Sohlen und Bruchſteinen fehr. ergiebig iſt, wurde vom;
Heſſiſchen Truppen ohne „Mühe . befegs;. nur ber:
Wilheliyſtein konnte weder. durch Gewalt, noch —
‚Anterbandlungen "von ihnen erobert werden; deuu
der Hguptmann Mottmann, beſonders aber, der:
Zaͤrurich Winde, fezten ‚allen ‚Bemühungen der,
_ Hoffen einen. Muth und eipe, Klugheit.uugeaen, pie,
u, ſe mehr zu bewyndern waxen,, ‚Dar ſie
0. Mann zu Gebote, uud keine Berkaltungähefehle,
zur Vorſchrift hatten, bondern fi ſich felber nach ihrer,
eignen Einficht rathen, und nach ihren Kräften helfen,
mußten, Dieſe gewaltſame Weguahme eines wehr⸗
loſen Landes, dieſe kriegeriſche Unternehmuns mitten,
im, tiefjien Frieden ſezte ganz Deutichlapn in Vers,
wunderung, und erregte die Neugierde ſelbſt derer,
denen Schaumburg > Lippe bisher Baum .dem.
Namen nach befannt war. Ueber die Unrechtmaßig⸗
keit der Heſſiſchen Beſi izergreifung ertoͤnte nur Eine
Stimme. Über viele vermutheten, daß Heſſen ſei⸗
nen Plan mit den großen deutfchen Mächten verabs,
vd, und mit deren Einwilligung die Ausfuͤhrung
davon
te |
Ä Dann. gewagt. hahe. Asia: diar | 0,0007 0.28 02
Gerechgigkeitoͤliebe deß Kaiſera Zofewh U. und dei
gaſangnten Reichs erklaͤrte ſich hald aufs nachdruͤb⸗
lichſte gegen dos Heſſiſche Sißem; Am erſten und
lanteſten fgrachen die Hoͤfe nem Merlin:und von. Dane .
vover bappiher. Der Fhuia von Prenfen nehm: ſich
Dex / verwittweten Fuͤnſtin von Schaunkung> Lippe,
unmuͤndigen Sohnes, des Erbgrafan
und ie
Grorge Wilheligis, der in. ſeinen Landen zur
Mindon einen Zuſſuchtäoerg fand, ganz beſenders
an... Muf den Vericht des Landgrafen, welcher auf
bie Beiftinuung ded.Zhpfieubunbes gehel ap haben
(bien. lieiq er vurch feins Miniſter unterm;n7,. es
Yapar ‚die Rechtmäßigkeit des Heſſiſcher Rerfahrend
beyıpeifeln, und die. Zuruͤlgabe des Püdchungee Sana
den nu ‚ben worhanbuen: Erben ana, Echon
einen. Tag Fäden, den 26, Februar, baue ar eigen:
haͤndig an. den Landgrafen geſchrieben, And ihm bie
Folgen ſeines Benchmens mjt Cruſfte nergeſtellt, zu⸗
gleich auch die. Vermeidung aller verdaieglichen Haͤn⸗
del, ſo lauge es nach Zeit ſei, frenndſchaftlich ans
anpfohlen. : Der Herr van Dobm, Peeubiſcher
Geſandter im Weſivhhalliſchen Deiſe, erbict den Auf⸗
trag, eine guͤtliche Perwittlung zu fifsen, „deren
esfie Bedingung aber ‚ver Abzug des Geflifchen
Kriegsvolls fein ſollte. Diefe Heußerungen des Preus
Biſchen Hofes machten eben ſo wenig Cindruk auf den
Landgrafen, ald die ſandhafte Weigerung der edlen
Fuͤrſtin Juliane, die Rechte ihres Sohnes aufzu⸗
win Friedrich Wilhelm Il. blieb aber fehl
ent⸗
x
N
u a — u = SS
—XX Pre Vene Heffftchen Azermachuten Wi -
naugeſeymaͤßigen Banfahrenizu widerſezzen. Er were
—6
warf daher den Autrag,welchen Def Landgraf am
NEM that, die Graffchaft war wiche ahf inarner⸗
doch bis zur Bolſahigleit des Erbgrafen zu behal⸗
ten; und wei. ine beweifen, traf ber She
ug / lelbſd ehe er noch Komm kaiſerüchen Getichte Dayın
aAufgefordert wurde, in Veibindung wit Pfalz tuts
UN (Manſter), als Mitdirektoren des Weſtodali⸗
ſcheu Ktuiſea alle Anſtaiten die Heffen init Gewalt
aus dem Wüidteburglicher zu verlreiben. ODie Direk⸗
teriala Geſandten erlietgen vemzh Folge zu Ende
Marʒ eiıt@rbnahnungöfchräiben are Heſſen⸗ worärfle
die unverzuͤgliche Raͤumung der beſe zren Gratfchaft
verlangten. Dies bewirkte indeſſen weiter nichts
laſſen, "ut der Landgraf durchaus nicht geneigt; "er
antworteie Den Kreisgeſanbien, Daß fein Beginnen
u kein Landfriedensbruch fei, def’ feine mehrſten Trup⸗
Als daß einige Hefſiſche Teappen arm ZU dpeil Äbe
‚gem Den Beſiy des Landes hingegen Fahren zu
pen mii · Nuhe uns Orduung zuruͤkmarſchirt iodsen,
und daß e leiner wditten Dieltorial⸗ Verfäigungen
beduͤrfe. Doch fuͤnf · Tage. nachher ließ er die abge⸗
gegen FJaͤgtre nad Huſaren wieder anruͤkken, und
Stadchagen und Hagenbutg vdn neuem mit etfichen
Kompagnien Infanterie deſezzen. Unterdeſſen bes
kam vie Sache zum Erſtannen der Heſſen ploͤzlich
eine andre Wendung. An 19, nud 22. Marz langten
zwei Klageſchriften der Bormuͤnderin und Regentin
worauf
| Bament des Erbgrafen Beim Weicepofrate an,
— 137 —
anfbereits am 26 Matz mehrere a Bis
srdaungen theild am den Landgtafen, /theils am dem
Nbnig vom Preußen und deſſen Mirtiräftoren theile
an ben ddeichefietal uab-an die Wörtehanger Untere
- Hann ergingen, deren Hauptinhalt darin: befand, -
daß die Brafichaft wirderiiiu' den Zuftand, worin fie
am:17. Februar befunden hatte, verſezt werben;
. 106 alle Huldigungen: uud Eidesverpflichtuugen an
von Lanbgrafen aufgehoben fein ſollten. Die Direk⸗
oren: zeigten. eine große Thaͤtigkeit, um dem Aua⸗
fruche. des. hohen Reichegerichtes Ehrfurcht zu vers
⸗
ſwaſſen. Ste beſtimmten ein Heer won 14000
Mann, um die Heſſen zu: vertreiben) und ſezten
veni Landgrafen nur eine Friſt von 14 Tagen, um
ſich dlefe Ymamehmlichleit zu eiſparen. Die Friſt
lefram 13. April ab, ohne daß man von Hefflſcher
SErite Laſt zur Machgiebigleit biklen ließ. Rune -
wmiehr erhielten 14 Dataillend Preußen nebſt einen
Reuterregimente Befehl ich. marichfertig zu halten.
Zu ihnen follten 2000 Pfälzer und eden- fe vide
Maxer ftoßen. Dem Preußifchen Generallientenaie
son Baudt wınde der Oberbefehl Aber: aͤnmuliche
"Kreis =. und Erelutiondtruppen aufgetragen. Test
fonnte der Landgraf an dem unwiderruflichen Vor⸗
ſazze des Könige von Preußen, feinen Eroberungee
plan zu vernichten, nicht mehr zweifele.: Er ara
veswegen feinen Truppen am 16. April, das
Schaumburg⸗ Lippiſche ohne Zoͤgerung zu —
und ſchon am 17. April meldete der Heſflſche Mini⸗
ſter: von Waiz der verwittwerer darſtin und Vor⸗
muͤn⸗
+
” + .
1 " \ ' - , .. f
i wien, daß Re wieder m bene
Befigge der Regierung befaͤude. Es waren alſo
gerart zei, Monate verſloſſee, feitibem die Heſſen
ihr. u · eauuandſchaft/aund · dem Erdgrafen fein,
FDdecht vorenthalten huten. So ward ein deutſcher
Qriecefimä keit: nicht nach dem· Rechte Wer vlel⸗
mehr Unrechte/ des Staͤrkew, ſondern nach den
Grunöfäggen der Beicböuurfaßiung entſchiedenz «fer
Firgre: dir Sache des Schwaͤchern über bie Siugriſfe
des Mäcktigern, weil: noch keine: frembe Gewaltthaͤ⸗
ugleit Deuſchlauds Selbſtſtaͤndigkeit angetaſtet,
und ihmvoch feine willkuͤhrlichen Geſezze bifties:
hatte Frienrich Wilgelm begnägter-fich. noch
wicht mit dem Ruhme, das;dinrerht abgewehrt: zu
haben; ex ſuchte auch dem Veleidigten Gepugthuung:
» verſchaffen. Die graͤfliche · Vormundſchaft· fürs:
derte, vermoͤge einer eicholefratis ⸗Sentenz, men
d dandgraſen einen angnneften Erfap fürudie enter
zoguen. Einkünfte: für dan Tverssriachten Sehaden,
and. für. Die erwelten Koſten ſowohl für fich ale fir
die Unterthanen. Hieranf- wollte‘ ſich „Heffen- ung
> amd.gar nicht. einlaffen, Der König von Preußen
drang aber auch hier durch. Er verauflaltete: gemein«
ſchafe lich mit dei lreisqusſchreibenden Fuͤrſten unter
dem Borfigdes Generals Saudi eine Kommiſſion
zu Minden, welche Die Rechnungen bes Buͤckehurget
Landes unterſuchte, nad alles, ohwohl nach manchen
Zoͤgerungen und mit vieler min, Bm gwwan ſchten
Gare Drau - in u
® —
I.
— 1 —
Mech in eben viefem: Dehre heteigunete fh im
| — Vorfall, bei welchem die Pteußiſche Tapfer⸗
" Beig: ihren unter der vorigen Regierung erworbnen
Maln behauptete; mad. wo Friedrich Wil⸗
‚helm II. feine Macht und ſeine Maͤßigung vor
Muropa benrknndete. Died war der kurze Feldzug
nad Holland im September: 1787, der nur einige
‚Wochen hausrte, ımb boch Folgen hervorbrachte, die
ehemals faum durch Jahre lange Kriegs⸗Operatio⸗
mwmaen ·˖ bewirkt worden waren Die Veranlaſſung hiezu
\
«gab, pie Kränfung, : welche des Kbnigs Schwager,
‚Ber Wrbftatthalter Wilhelm V. feir mehrern Jahh⸗
men ven einer. bemofratifch gefinuten Partei erfahren
‚bett . Die Verfaflung der vormaligen-fieben
sereinigten Niederlande war eben fo. ſon⸗
derbar, als zur Unterhaltung beftändiger Aluruhen
gaſchikt. Jede Provinz regierte fi fi) durch Abgeotd⸗
nere, die aus der Ritterſchaft und den Staͤdten ge⸗
‚wählt: wurden, und die man Staaten nannte,
ſelber; keine war der audern untergeordnet, jede
konnte in. innern Angelegenheiten eigne-&efezze-mas
chen, die von den Gebraͤuchen der uͤbrigen oft hoͤchſt
verſchieden waren. Das Ganze der Republik wurde
Busch Deputirte von allen’ fieben Provinzen, welche
‚Seneralfianten hießen, vorgeſtelt. Sie hielten '
ihte Verſammlungen zu Haag, und berathſchlagten
Aber Dinge von allgemeinen Intereffe, , Jede Pros
vinz konnte fo viele Geſezgeber, als fie.mohte, hiezu
ſchikken; doch alle dieſe, Die zw einer Provinz gehoͤr⸗
ten, hatten nur Eine Stimme, mochten ihrer, wie
. ‚ , ur . .. : “ eß
‚x
PS .
—
’
— 2
“fh bei Geldern .eft: naf, and) 19 keit: Zur
Entſcheidnng über Krieg mb Frieden war bie Mebers
einſtimmung aller Provinzen ubthig; 3 bei andern
Sachen gab die Mehrheit den Linbſchlag, doc) thre
Beichläffe wurden in denen Prodinzen, die: dagegen
Wiperfpruch erheben, nicht befolgt. Die vollziehende
Gewalt berabte auf dem Erbftasthalter, Prims
zen. von Dranien.. Deſſen Macht war ‚groß,
aber. nicht fonverän. Er komıte ben Gizzungen der
Generalſtaaten beimshnen, und feine Meinung
ſagen, hatte jedoch keine Stimme; er brachte die
Beſchluͤſſe zur Ausuͤbung. Als Generalkapitaͤn er⸗
nannte er alle Officiere vom Junker an bi zum
Dberfien; als Admiral beflellte er die. Schiſelupi⸗
“ns, und als Oberaufſeher der Saftiz und Polizei
die Michter im den hohen Gerichtshbfen, wobei er
angleich das Vegnadigungsrecht, Hochverrath und
Mordthaten ausgenommen, beſaß. Sein Einfiuß
in die Beſezzung der Regenten und Obrigfeiten der
Städte war in den einzelnen Provinzen verſchieden,
in allen aber doch fehr ſtark. In Kriegszeiten wurde
ihm eine, befondre Deputation der Grueralſtaaten
zur Seite gelegt, die er bei wichtigen Unternehmuu⸗
‚gen zu Narbe ziehen mußte. : Die ganze Kiegb⸗
wmacht urnßte ihm als dem Oberbefehlähaber Den Eid
der Trene ſchwoͤren, indeſſen ihm nicht allein, ſou⸗
dern auch den Genrralfiauten, und den einzgelnen
Provinzen, welche den Sold bezahlten. Diefer Um⸗
ſtand brachte zuweilen die ſeltſamſten Unordnungen
"hervor; denn nicht jelten geſchahe es, DaB dio Otaaten
x
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andre Befehle erthellten, De) Die Gewtrofe Berfanims
ung, und daß der Srhflanhalger mir beickem vom .
ignen ‚überemfiimmte.: em follte- ce ein’ Megis
zuent gehorchen, da es Allen geſchworen hatte? Dieſe
und mehrere Vorrechte, die wir der Kuͤrze wegen
übergehen muͤſſen, haben vie Prinzen. von Orauien
nicht ‚immer ausgeübt. : Es ‚gab Zeiten, wo Die
Statthalterſchaft ganz aufgehoben war; anbıe, wo
fie num in einigen .Progingen galt. Und erblich
war fie ehemals vollends nicht geweſen, wenigften®
nicht von allen Staaten dafür anerkannt worden.
Erſt im Jahre 1747 gluͤlte es dem Haufe Dranien, '
durch dad Zufammentreffen gänftiger Umſtaͤnde einen
allgemeinen Schluß der Generalſtaaten zu bewirken,
vermoge deſſen es ſewohl für die maͤnnliche als weibe
liche Linie die Statthalterſchaft in allen ſieben Pro⸗
pinzen erblich beſizzen ſollte. Aber ein Grunb⸗
artibel der Republik war dies darum noch nicht;
—
und es fanden ſich viele Demokraten, welche biern
Aber ihre Unzufriedenheit bezeigten, und nur auf eine
» Gelegenheit. warteten, um alles wieder umgukrben
Holland harte in dem Amerikaniſchen Kriege,
welchen es feit. dem December 1780 von land
gewalttam hineingeriffen worden war, eimen unge⸗
- euer Verluſt *) erlitien. Die Feinde des Erbſtatt⸗
halters
3. x der —* € Seedeld Rodneny eroberte
‚ den 3. Febr. 1781 die Hollaͤnd. Inſel Er Euflach,
a MO er 189 Sauffgbeer, umd einen uherweflichen
Baarın Bora ‚, bie Daupsmagasne- ber Hollaͤnder
j ut
- 24
tl Mi u Rn — — — —
—
.
*
— 148 —
halterß brmizten vielen Unfau dazu, um tn verhaßt
zu machen, we ihn ſeiner Rechte zu Berauben; tes
dem fie Schriften ausſtreuten, worin fie den Prinz
ger der. Unfähigkeit, ber Vernachkaͤſigung feiner
Pflichten und der Verraͤtherei an England beſchul⸗
bdigten. Gelbft die Kanzel wurde zu politifchen
Aſterungen auf ihn gemißbraucht. Der Hauptfiy
der Unruhen war. in der Provinz Holland, Die
Regenten verſchiedner Städte, namentlich bie Pens
fionäre vau Bleiswyf, Gyzelaar, BVerkel
and audre, machten eine geheime Verbindung unter
einander, um durdy Liſt und Gewalt den Gtatthalter
gu verdrängen, und alle Macht an fich feiber zu
reißen. Sie erriggteten überall, wo fie Einfluß
hatten, bürgerliche Freikorps, Die von entſchiednen
| Springen» Feinden angeführt: wurden; Tießen- durch
dieſe Bittſchriften um Abſezzung aller Oranifchger
finnten Obrigkeiten einreichen, und brachten es
wirklich fo weit, ‚daß dem Erbftarthalter ein Vor⸗
recht nach dem andern entzogen wurde, Er durfte
nicht ferner in den Städten bie Magiſtraͤte, bei dem
Militaͤr die Stabsofficiere ernennen, ſie nicht einmal
beſtaͤtigen; fie hoben dem Kriegsrath auf, md untere
- warfen die Soldaten den Buͤrgergerichten; fienahmen
sur Beute machte; er entehrte aber feinen Ruhm das
durch, daß er das Privareigenthum raubte, mund bil
ganze Englifche Nation nahm an der Schaue diefer
hat Untbeil, weil fie fie billiate, und jede Gen:
thuun⸗ dafür verweigerte, -
—
2
N DT Zu
/ '} 2, |
dem Prinzen das Kommando 'in ‚9: tfgten ir
Wagppen von. ven Fahnen, ſuſpendirten ihn von der
Wuaͤrde eines Genetallapitaͤns, „und: verbotenifogar
einem / jeden das Tragen der Drangefarbe ;-Ichen daß.
Stehen einer srangefarbnen Blume vor dein Fenfler,
uder ein Band dieſer Farbe an der Uhr, wurde für
ein Statöverbrechen gehalten. Die Hefnung auf °
Brauzdfifhe Huͤlfe, die ihnen der Geſandte
dieſer Nation -zugefagt ‚hatte, machte fie fo Führe. . -
‚Der Erbſtatthalter fahe ſich unter biefen Umſtaͤnden
j gendthigt, die Provinz Holland: zu: verlaffen, un
Fon Sig zu Nimwegen iin Geldern aufjufchlas :
Die Mehrheit ner Generalſtaaten wär für: ihm,
‘der größte Theil der» Armee blieb anf feiner: .
"Seite, Die Staaten von Holland geboten hierauf
‚ben Dfficienen ,. keine Befehle des Prinzen mehr zu
achten, und erllaͤrten die für abgefezt, welche ihm'-
geborchen wären ; ‚die Geueralftaaten Hingegen’ bes. .
fahlen neu abgefejtn Officieren/ ſich nicht abfyzen:
gu laflen. Die Berwirrang nahm fo zu, und die: -
Erbitterang flieg bei: beiden Parteien zu dem Grade, -
daß ein Bürgerkrieg unvermeidlich ſchien: Mei diefer
Gaͤhrung ensichloß ‚fich die Gemahlin Des Pringen,:
. Die Schweiter des Königs von Preußen, nach Haag '
zu reiſen, und eine Ausſohnung zu verſuchen. Sie
traf am 28. Juni 1787 ohne. militdrifche Beveffung,
mar von wenig Perfonen begleitet, anf dest Gebiete
der Prosinz Holland an, wurde aber bei Sch ons‘
boven- von einem Trupp fogenanater Patridieh: u
angehalten und in ihrem Zimmer fireuge hewacht.
Valus Dr. Geſch · 6. BL FE Ein
\ Kuss oo J
5.
—
— 130 ng
| Ein Officier mit gezognem Degen hielt in ihrer
4
Wohnung, 2 Männ. vor der Thuͤre, und eben fo
viele vor dem Hauſe die Wache. Die Staaten von
; Holland billigten dad Verfahren des Freikorps, uns
terfagten ſchlechterdings die Fortſezzung der Keife,
‚md veranlaßten die Prinzeſſin, am 30. Juni: nady
‚ Nimmegen zuruͤkzukehren. Die Beſchimpfung,
. "welche -fie erduldet hatte, ‚erregte den ſtaͤrkſten Une
willen ihreö Bruders, des Königs Friedrich Wils
heim I, umd reizte ihn, ſich nun. mit gewafne⸗
ter Hand in. die Hollaͤndiſchen Streitigkeiten zu
miſchen, da er bis dahin nur freundſchaftliche, ob⸗
gleich eruſte Ermahnungen zur Beilegung der, Uns
ruhen gerhau hatte, Die vereitelte Reife der. Statte
halterin, wovon noch manche Umfände im Dunkeln
liegen, brachte groͤßere Folgen hervor, als ſie viel⸗
leicht gehabt hätte, wenn fie vollbracht worden wäre,
Der König ließ unverzüglich durch feinen Gefandten,
den Minifter von Thulemeyer, auf eine ſchnelle und
Öffentliche Genugthuung für feine Schweſter bei dem
©taaten antragen, befam:aber unterm 4. Juli die
Antwort, daß an der Prinzeflin kein Attentat begaus
gen feis “fie Hätte ven Staaten Feine Nachricht von
ihrer vorhahenden Reife gegeben, das gemeine Boll
aber hätte um die Sache. gewußt, waͤre ſchon haufen
weife zu ihrem Luſtſchloſſe unweit Haug geſtroͤmt,
und man hätte einen gefährlichen Aufſtand befuͤrch⸗
ten müffen ;-die Vorſicht haͤtte es alſo erfordert, eine
ſoolche bedenkliche Reife zu verhindern; "man hoffe,
der Sri werde mit bıefer Erklaͤrung zufcieden ſein,
und
·—
- —2
-.
— i33 2 —
. md ihnen die Achtung erweiſen, die ſich Sorreran⸗
einander ſchuldig wären, Eine ſolche Sprache war
eben nicht geeignet, den Koͤnig zu beſaͤuftigen. Er
og daher im Unguft ein Heer von 21 Bataillonen, .
35 Schwabronen, 400 Sußjägern, und zwei Koms
pagnien Artilleriſten, welches einige zu 20,000
Mann, andre, ald der General von Pfau ineinee .
von ihm beſchriebnen Geſchichte dieſes Feldzuges, zu
26,000 Mann angeben, in Weitphalen zuſammen. Br
VUnterdeſſen übergab der Prenßifche Gefandte eine
zweite Note, worin er mit Hinweiſung auf den
- Krappenmarfch von neuem auf Gutmachung der be⸗
gangnen Kraͤnkungen drang. Die Staaten von
Holland verließen ſich aber anf den Schuz des Abk
nigs Bon Frankreich, welcher. ihnen und auch der -
. Preußen erklaͤrt hatte, daß er bei einem feindlichen
Anfalle auf Hollaud nicht gleichgültig bleiben wärde,
Geſtuͤzt auf dieſe Verheißungen fezten fie alle Ach⸗
tung fo fehr bei Seite, daß fie erſt am 8. Septem⸗
ber, vier Wochen nach Mebergabe der preußiſchen
More, mit einer nichtöfagenden Weitſchweifigkeit die
vorige Antwort wiederholten, und nun den Kbuig
zufrieden geſtellt zu haben glaubten, «Jedoch. ſchon
am folgenden. Tage begab ſich der Preufifche Ges
ſandte zum Großpenfiondr oder erften Minifter von |
“ Holland, und verlangte binnen vier Tagen eine enta
ſcheidende Antwort über folgende Punkte: die Staa⸗
ten follten in einem Schreiben an die Prinzeffin ihren
Zehltritt bekennen, fich entfchuldigen, daß fie ihr bei
ner Reiſe ſchlechtr Abſichten zugetraut haͤtten, die
32 Belek
\
— RF a am —— | N)
Balingen ihrer Perſon beſtrafen, und file einladen,
zur. Wermittlung eines Vergleichs. nach Haag zu
lommen; übrigens müßte alles im - jezzigen Zum
ſaaude bleihen, und Aürfte keine weitere Einſchraͤn⸗
kung der Rechte des Statthalters vorgenemmen
werden. Wuͤrden dieſe Bedingungen ungeſaͤumt er⸗
ͤllt / fo. wollte Preußen. von allen andern Forde⸗
zungen abſtehen. Am 12, September erwiderten die
Regenten von Holland, daß ſie ſich auf dieſe Note
sicht einlaſſen koͤnnten, daß fie aber. eine. Gefandts
ſchaft nach Berlin: ſenden wollten, um dem: Koͤnige⸗
welcher von dem ganzen Vorfall nicht gehörig untere
richtet zu fein ſchlene, ‚gehörige Erläuterungen. dara
über zu geben. - Dee Herzog von Braums:
fh meig, welcher: den Oberbefehl Äber die Preußi⸗
ſchen Truppen fuͤhrte, erhielt am Abende des
13. Sept. durch einen Kourier zu Kleve von ber
Weigerung ber ‚Holländer ,. die Preußiſchen Forde⸗
mungen zu. erfüllen ;: Nachricht; darum ließ er bie -
Alrmee in-drei Kolonnen fogleich aufbrechen, und ame. "
folgenden Tage in die: Provinz. Holland einräffen,
Weil ganze Provinzen auf. der: Seite des Erbſtatt⸗
halters waren, fo fanden die Preußen vor den Grens
gen von Holland keinen, und in Holland ſelber, we
ſch noch viele Oraniſchgeſiunte befauden, nur ſchrda⸗
chen Widerſtand. Sie wurben: zugleich von der
Witterung beguͤnſtigt. Es war Neumond, wo die
Fluth in den Holaͤndiſchen. Gewuͤſſern unbedeutend:
ift. Der trokne Auguſtmonat hatte das Waſſer
verringert, und ein aubaltender- Oftwiud verntin
% Go
D 3 . «
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ae ass — ‘ . N yo
PN Per Bas. Darum gingen —E
Ueberſchwemmuugen, womit die. Potrioten gedroht
hatten, nicht von Statzen, ‚Ein paniſcher Schrekfen
bemaoͤchtigte ſich nun. ihrer, daß ſie auch Die Gegen⸗
. wehr. wicht. leiſteten, welche ‚fie. wohl haͤrten them .
kodnunen. Utrecht haͤtte ſich, mach dem Urtheile dx
Preußen, 14 Tage halten, und leztre ſehr in Verlea —
genheit ſezzen koͤnnen; aber es wartete den Angriff
ger nit ab. Der Sof. von Solms @rumbady /⸗
Kommandant dieſer Feſtung, eorber ein großer Praf
ler ſeiner Heldenthaten, Die: er thun wollte; machte
. ib. vor. dene Krieger jezt, da es nicht mahr auf
Worie, ſondern auf Beweiſe anlam, veraͤchtlichz
aehne den Anblik eines Preußen: abzuwarten, verließ
in der: Recht zum 16. Geptember eine gut vera’
forgte. Fettung, ‚und gak: fie dem Mugefähr-Preiki +
VEtwas mehr Jeſſung zeigte die 1900: Marn ftarke -
Befazzung von. Gorkum; ſie floh doch uiehr: gleich
wor dem bloßen Namen der Preußen, fie: Konute
. ihnen wenigfiens in's Nugeficht, ließ ſich auffordern
und wit einigen Nandkugelu befchießen,- ‚Liber freig ”
lich war. auch Ihr Mesh wicht weit herz kaum harte
fe ven Donner des Preußischen Geſchuͤzies vernom⸗
men, fo ſeufzete ſie nach einer Kapitulatian, und bee |
ekiidigte alle Kriegsgebraͤuche fo fehr, daß fie ſich
während Der Anterbandlung aus’ der Stadt heraus⸗
ſtahl. ‚Wieuwport,. Schonhoven, Vianen und nuhe
sere Meine Orte ‚fielen ohme großen‘ Kampf in bie
Gewalt der Preußen, wurden oft ſogar von wenigen
Leſern und roowei meodegocamen. Met Rianen
bimaͤch⸗
S
— Fr fe
. When fi) die Ebenſchen Hufaten einer Er
x gatte von so Kanonen‘, die bei dem feichten Waffei
auf einer Sandbank feſt fa. Der Graf Kalkreuth
eroberte die Feſtung Nieuwerſluis, und madite hier
730. Mann zu Gefangnen; ; in kurzem wurde auch
Prexßen adarften ſich nur zeigen, fo flohen die Pas
trioten, vie ſich durch ihre Feigheit eben fo zum Ges
fpoͤtle machten, als ſie vorher durch ihre. Parteiwuth
Unwillen stregten. : Dieb'unerwartet ſchuelle Vor⸗
dhringen er Wreußen betäubte bie Staaten von Hols
launud ſo inaͤchtig,daß fle bereits am 18, September _
it großer Stimmenmehrheit die geforderte Genuge
rthuung für bie Pprinzeffin: von Dranien zu - gehen’ be«
ſchloffen, alle ſeit 1780: zum Nachtheil des Erbſtatt⸗
halters erlaßne Nefolutlonen widerriefen, und den
Drauiſchen Hof zur Ruͤkkehr nach Haag einluden.
Doch hiermit waren bie Unruhen noch nicht gedaͤmpft.
Denn die Stadt Amſſterdam trozte der Macht
. „Dorbregg beſezt und ganz Suͤdholland ——
Dieb: war: das Geſchuͤft von einigen Tagen; die
—
rer Preußen, und, widerſprach den Befihläffen der
Staaten; fie ging felbf fo weit, daß fie die gegen⸗
durchdtinglich gemacht ; in ihr dab 0 wir wenige
waͤrtige Verſammlung derſelben für ungeſezmaͤßig,
. mb alle ihre Verordnungen für nichtig erfiärte, Die
Wiverfjlichleit diefer einzigen Stadt war-in der
.That nicht zu verachten. Sie hatte noch große
nn Huͤlfsmitrel in Ihrer Gewalt; alle Ingänge zu ihr
varen durch Kanaͤle, veranſtaltete Ueberfchwem⸗
mungen und kuͤnſtlich angelegte Schanzen faft"uns
Prin⸗
* \ j S
— i35 nd J
dwingerrede⸗ der Biere: der. watrioten a
fen da, wo fie entſchloßne Anfuͤhrer hatten, nicht
in dem laͤcherlichen Lichte, als bei den erſten Aufl.
tritten, wo fie überall: von. unfichern: Leuten umringt
waren; der Patrioten⸗Oberſte Matha z. B. be⸗
"wird eine Tapferkeit, die einer beſſern Sache wärdig |
war, er vertheidigte bie Stadt Mupden Mehrere‘ Fa
Wochen gegen alle Berfuche der. Preußen, und äbere _
gab fie endlich am 9. Skteber. ‚mehr auf Beſehl feis |
> ger Obern,⸗als aus Roth. Es harte zugleich dab
Unfehen,. al6 wollte Frankreich ernſtlich Theil neh⸗
men; Preußen kam in Gefahr, ſich einen bedenk⸗
lichen Krieg zuzuziehen; doch Sugland. raftete ſich
su feinen Huͤlfe, und drohte den Franzoſen; ; Leztre⸗
deren Finanzweſen oblfig. zerrättet mar, und ſchon
den Abgrund per Revolution zu Sfnen anfing , ſahen
ſich vaher geudthigt, Holland feinem Schitfal zu
Aberlaſſen, md. fich darauf einzuſchraͤnken, einzelne
Officiere und Ingenieure den Patrioten zur Unter⸗
ſtuͤzzung ‚zu ſenden. Alles, was ber Herzog von
Braunſchweig bisher geihan hatte, war aber fe’ gm
, als nunnuͤz, wenn ed ihm nicht gelang, vie Haru⸗
raͤlkigkeit Amfterbam’s, von welcher einft der Be⸗
ger feiner Nachbarn, der ſtolze König Ludwig XbYV. -
beſchaͤmt zuruͤkweichen mußte, durch feine Waffen⸗
gewalt zu bengen, Er räfte daher am 24. Septem⸗
ber mit allen ſeinen Truppen nach Amſterdam zu,
und lagerte ſich in einiger Entfernung vor dem Dorfe
Amſtelveen, einige Stunden vor der Hauptſtadt,
w Nasa und > Ami einen oiatuchen Erfole von
Ä ‚Feinde
m
—
Giedllda ginheifen AR en ih: —*?
haben ſchien. Das Lond her glich hung die *
„ zeitsten Ueberſchwenmungen einet ofnen Sre,
weicher nur einige ſchmate Daͤmme, die mit —**
| befftichen werben konnten, hervorragteu. Am 1. Die
tber früh wurde dennoch der Preußifche Angriff 7
die Verſchamungen bei, Amſtelneen gewagt, und
wider Erwartung mit Gluͤkke gekroͤnt. Dies Gefecht
war das dizzigſte und: ernſthafteſte im ganzen Feld⸗
808 wind, Tief: nicht. ohne Verluſt für. die Preußen
a Pon 411. Attaken ſchlugen ihnen 7 fehl; nur 4
glätten, „um die iin Ruͤlken der Jeinde: gaben den
- Auß fchloa. Am mehrſten verloren fie von vorne aul
*R
CGinem Damme, der nur 10 Schritte, breit war und
yon. drei Kanonen: Iebbaft:.beichoffen. wurde. Sie
heſtegten endlich alle Hinderniſſe, und erſtiegen die
Verſchanzuugen, auf welche Arnſterdam fo große
“ Hofunngen gebaut hatte. Sie felbes: geben ihren
Verlaſt zu 35 Todten un 185. Verwundeten as
Best heugte der Hauptſiz ber Patriosen, Amſterdam,
keinen Stolz, bequemte fich zum Weitritt der Gthts
menmehrheit der. Stamm, und bat ‚um einen
Woffeuftififtand, der ihm ohne Auſtand bewilliges
wurdre . Aber noch. war dieſe Unserwerfung nicht -
enfrirgtig,.. nocb machten Die Patrieten neue Ders
tkeidigungsanfialten,. und verbreiteten nene Gerüchte
gen Franzoſiſcher Hälfe, die ihnen Aber die Süderfes
zugeführt werden wuͤrde. Dies bewpg den Herzog,
den Waffenſtillſtand aufzufänbigen, und Umfterdans
felbit zu belagern. Geſchrekt von deu Folgen, die
en on ein
'
4,
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— ur —
an: {elle Hnternehtuen. für die gehen Gedaiadev
Aagen der Bank, „und bie Waateyporraͤthe riner det
arten Danbeläfiänte Europens habeu konnte/ ließen
Ab: die Haͤupter darfelben: in einem Vergleich. ring .
sh Wurde verabredet, daß die Worſtadt Ooertoon
Sat. zwei Preupiſchen Bataillons, unh dad eidner
Ahyor mit 10 Mann deſezt, die Studt hingegen von
erden Truppe, verſchont, und durch 2000 Hulk
ide, die dem Erbſtatthalter ergeben waͤren, Ss
Ahst ‚werben füllte, Am 10. Oltober nahmen Di
Prenßen hie veſtinanten ofen ein, äh eudigten
Kine. ihte ſlegreichen Operationen .nab die gang |
Wenolutiom, Dis ehemalige Ordnuug ber Dinge
wurde wieher eingefuͤhtt, ber Pring von Oranten ig
J
oe ſeine Rechte hepaeſtellt / und din Muͤrde eine
birbſtatthalters für einen mefentlihen Theil
der Union erflärt, Bon den Häuptern der Unruhen.
perlos. zwar leiner das Beben, aber· maucher, fein.
. Vermoͤgen, und alle verließen dad. Vaterland, "Am
grauſawſten rächte man ſich an dern Frangoſen
Disfonval, Mitglied ber Akademie der Wiſſen⸗
ſchaften zu Paris, und General⸗Adjutanten der
Hollaͤndiſchen Patrioten. Man warf ihn. in einen
duͤſtern Kerker zu Utrecht, wo er 7 Fahre und 5 Wigs
wate ſchinachtete, keine ‚andre. Geſellſchaft als die
Spinnen, und Feine andre Beſchaͤftigung als daB *
Erimndium biefer Sufokten hatte ). Me Parrlorem
wur⸗
4 Diefee Mann ſtellte in feinem Sefänaniffe merEnür, ”
; Wege -Weobaihtungen aͤder die Natur der Spinnen an,
f | i | . . 2, 7 und |
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4 , .e u 7} . . E 3
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i | winden niecauf · eutwafnet, init 1000 run bikas
- ‚ben fo lange zuruͤk, bis fremde deutſche Truppen zur.
EStuͤzze des Erbſtatthalters in Sold genommen ſein
wuͤrden. Die uͤbrigen Preußen derließen Holland
ſchou ant 26..Oftöber. Der Kdaig, erfreut, feiner
Schweſter Genugthunung, feinem Schwager Wieder⸗
herelnng feiner: Rechte, imd der Anion Ruhe vers
ſchaft zu haben, rechnete der Republik line Koſten
pber Verguͤtigung an; mir. für feine Truppen for⸗
dberte er. cine. hatbe Million Gulden Winter - Doureme
| Wetter. Manche Soldaten kehrten mit reicher Beute
beladen zuruͤk, indem ſie mit: den Patrioten nicht
ſeehr ſaͤuberlich verfuhren. Daß aber die Öffisiere,
ad heidee der Her zeg Erprefſanten beghuftigt haben
ſollten, sage ” von dem ſouſtigen edlen Avtw
om | re .. der
ac ee NN 48
2. mb eitbäfte, vaß gewiſſe Arten laſttent im Winter
* ·
—
fleißig gu weben anfangen, wenn 12 ober 14 Tage Daw -
auf eine große Kälte. eintritt. Durch einem patrettiſch
gefinnten Befpngenmätter fand. er- Gelegenheit mit den
Sranzofen, die im December 1794 Holland zu grober
heran drangen, eine geheime Berbindmg zu unters
1. Halten. Er ließ dem Gmeral Pichegrü su einer
Belt, wo-tr Hapitulften mwellte, ſagen, daß im 14 Ta⸗
gen ein- ſchreklicher Froſt eintreten und ihm den Wez
über alle. Kandle bahnen würde. Die Kapitulation
unterhlieh , Holland wurde, erobert, und der Spianen⸗
3— Prophet befreit. Ex hat feine Bemerkungen in einer
beſondern Schrift bekannt gemacht, welche unter dent
Titel: De Y'arandologie — par Quatremere Dis jon-
‚ val ni Paris 3797. 264 Bea & eriäsienen iſt.
. x 2 ZN
- 1 * .
’ . . IN
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N 3
me ' 239 re
. ver —E Veſrhlsbaber ſchweruch gauben⸗
und ſcheint nur eine, erdichtete Beſchnldigung des
pariciſchen ‚Berfafers der Franz oͤſiſchen Schrift:
die Preußen: vor Eurspens Richter ſtuhl⸗ betitelt;
u ſein. Um die Verfaffung im Holland, beſonders
m Die Stiatthalterſchaft aufrecht zu erhalten; ſchloß
Preußen: mit Englanb im April-und Mai-1788 zwei
Schuzbuͤndniſſe, die aber von Fılrger Saͤttigkeit
waren. Denn nach ſieben Jahren wurde die für ei⸗
24
wen: Grundartikel der: Union erklaͤtte Starthalterd
würde völlig umgeſtuͤrzt, und die ganze Repablit ” u
ein neue Form gegoffen,
:. Die billige und menfchliche Dentongeart bes
Rnigs. von Prenßen zeigte ſich auch bei den Luͤtti⸗
cher Unenhen, welche den 17, und 18; Auzuft 1789-
ausgebrochen waren. Das Volk entſezie bie Magio‘. -
ſtratsglieder, uͤber weiche es ſich beklagte, und drang —
dem Fuͤrſtbiſchofe mehrere Sreiheiten ab, Diefer
vwilligte anfaͤnglich in alles; aber bald gab er den
Erhpfindungen: der Rache mehr, als den Gefühlen
der Guͤte und ben. Eingebungen der Weisheit Gehoͤr;
er entfernte ſich heimlich aus feinem Lande, und uers
Hagte feine Unterthanen ‚beim Reichslammergericht
als Rebellen. Eben hatte in Frankreich jene folgens
reiche, die ganze kultivirte Welt erſchutternde Stats⸗
umwaͤlzung begonnen, von welcher die Fuͤrſten und
Machthaber keine ſonderlichen Freunde waren. Das
NReichsgericht zu Wetzlar glaubte vermuthlich, einer
ähnlichen Veränderung in Dentfehland durch Schrek⸗
ken am bußen. vorbengen an Tonnen, Es entſchied
daher
—
7 gen...
—E genj uch van hnfien des racheſchaauben⸗
den Prieſters, nannte die Luͤtticher Nenemag ein
verabſcheuungẽwuͤrdiges Untornehmen, und trug Dam
Krersditeftoren von Wefipbalen,: dem Könige vom
Preußens dem’ Kurfuͤrſten von Pfalzbaiern, und deug
| Kurfhrſten von Koͤln, als Biſchoſe von Mänfter,
unterm 27. Auguſt auf, den eLutticher Bifchef i in alle
ſeine wirklichen und vermeintlichen Rechte mit allem
üren hergebtachten Mißbraͤuchen darch mülitaͤriſche
> MRache: wieder eiitzuſezzen. Zu einem fo gewaltfen
wen Besfoleen wollte aber Preußen nicht fo geradezu
| * Hände bieten. Das gerecht und wilde deukende
Berliner‘ Kabinet ſahe ein, daß die Luͤtticher wirklich
Urſache gu vielen Beſchwerden hatien, und daß eine
tiranniſche Behandlung zwar bie Unzufriednen auf
“eine Zeit, long nieberbräffen, aber die Ruhe auf imo⸗
mei nicht befoſtigen wuͤrde. Es fihlug daher einem
Mirtelweg ein, es wollte dad Tammergerichtliche
barte Urtheil nicht ganz. vollziehen, fondern . einen
billigen Wergleich zwiſchen dein Fürflen und ben
Stränden‘ errichten. Hieruͤher vergingen mehrere
Monate ohne Erfolg. Die Exekution ſelber konute
den Reichsgeſe zzen gemäß nicht völlig abgewandt
werden. 8 drachen daher am 25. Noperaber 4000
Preußen unter Aufuͤhrung des Generalliautenanto
von Schlieffen nebſt 1000 Pfaͤlzern und 1000 Kbll⸗
nern ins Luͤtticher Gebiet, und beſezten ohne Wider⸗
Baud am 30. Mob. die Cuadelle und die aͤußern
Barrieren von Lattich. - Der edle und einfichtde
volle Wrheimerath vor Dohin erhielt Wefehl, in
Bm
[4
— 1241 — |
Eabndans init Dem Köeifen und. a.
Deputirsen ‚eine wahre, das heißt, eine durch Abhel⸗
fung der Beſchwerden erwelte Berfähnung zu ſtiften.
Aber die leztern wollten in - digfe. billige Maßregel
purchaus nicht einſtimmen. Sie, und noch mehr der
ergrimmte Biſchof, beitandeh_auf Durchſezzung der
ſtrengſten despotiſchetn Verordnungen, und vwiderh- -
festen ſich den mildern Preußiſchen Abſichten. Die
Uneinigkeit wurde ſo groß, daß Preußru Seine: ge⸗
maͤßigten Vergleichs⸗ Vorſchlaͤge nicht ausführen
konnte; weil es jedoch auch kein Werkzeug der Saͤt⸗
sigung eines Prieſterzornes fein wollte, fo zog u
feine. Truppen am 16, April 1790 aus Thrtich zus
sat, und überließ den "beiden andern - Direlioren
allein die Ehre, ein murrendes Volk, durch ſchonungs⸗
loſe Haͤrte zur Verzweiflung zu bringen. Frie⸗
drich Wilhelm IL war großmaͤthig gering, den
Luͤttichern alle Marfchtojten, Douceurgelder und Erei-
Intiondgebühren zu ſchenken. Der Erfolg rechtfere
tigte die Preußifche Vorſicht. Denn faſt das ganze
Land, fieben Achttheile der Einwohner ſtunden num:
auf, and nöthigten Die übrigen Grebntionätrappen, - |
PRO zu entfernen. Alle Sentenzen des Kammerge⸗
richts, die in nichts gemildert waren, blieben Tange
feuchtlos, es kam ſelbſt zu Gefechten, worin die u 2
cher. die: Oberhand behielten. , Erſt, nachdem dis
öfträchiichen Niederlande, wo ebenfalls. heftige Uns
ruhen geherrſchi batten, bezwungen waren;. hatte der
Bifchof das Vergnügen, feinen unbiegfanıen Starr -
. fin varhunfagen.. Das Kammunngunt wiulkahrte·
{een .
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Bu ... ı*
N . .
= . —— — 142 —
feinem Seuche, die in der Nahe lehenmen Seſuerder
aus Brabant in’S Luͤttichſche zu beordern. Es räfren
6000 detſelben am 12. Januar 1791 in's Hochſtift
ein, und ſtellten alles auf den alten Fuß ser, Uber
der Biſchof erfuhr bald, daß eine Herrſchaft auf
Furcht und Despotie gegruͤndet, nicht dauerhaft ſei
Er genoß. wenig ruhige Augenblikke, und wurde nach
einigen Jahren bei Gelegenheit des. Franzoͤſiſchen
Krieges von neuem aus feinem Lande verjagt, wor
er nun nie wiederkehren wird, weil Luͤttich nicht
allrin eine Franzoͤſiſche Provinz geworden, ſondern
euch das: Zwittergeſchoͤpf, die weltliche Mache. der
. Beißlien | in Deutſchland, auf immer vernichtes ift,
> Im Jahre 1790 wäre: Preußen-. beinahe ‚mit
de ſtreich in einen weitausfehenden Krieg verwik⸗
kelt worden, zu welchem: bie-Sorge für feine Selbſt⸗
sshaltung ihm die gerechteſte Urſache gab. Seit dem
Huguft 1787 war Rußland, und feit den 9. Februar
1788 auch Deftreich mit den Tuͤrken in Krieg geras
—
N
then, Das Ende der Obmannifchen Herrſchaft für
Europa ſchien nahe zu fein, Denn die Ruſſen und
Oeſtreicher hatten die glaͤnzendſten Siege erfochten,
die / ſtaͤrkſten Feſtungen mit Sturm erobert, und
draugen von ‚mehtern. Seiten immer tiefer. in das
‚Gerz des Türkifchen Reichs. Der Muth. der Tuͤtken
ank nach fo blutigen. Niederlagen immer mehr; und
- aan konnte kaum mehr daran zweifeln, daß ihr Kain
ſer ans der Reihe der Europdifchen Piegeuten ganz
herausgedraͤngt werben würde, Wenn ein ſolches Ere
eigniß für ven Freund ber Menfchheit vielleicht wuͤn⸗
u 3 ſchem·
— 143 — *
heit fein wärte, fo hatte voch Preußen alle
Urſach, fuͤr ſeine Selbſtſtaͤndigkeit beſorgt zu ſein.
Der Zuwachs von, weitlaͤuftigen, von Natur fo geſeg/
ueien, und für pflegende Hände fo ergiebigen Pro⸗
vinzen mußte dem Oeſtreichiſchen Erzhauſe eine
ſolche Uebermacht uͤber Preußen geben, daß lezteres
ſchlechterdings ihm das Gleichgewicht nicht mehr
halten konnte, ſondern in ber Folge der Zeit von ihm
Geſezze auzunehmen hatte. Preußen mußte noͤthi⸗
gen Falles ſeine lezte Kraft aufbieten, um eine ſolche
Demuͤthigung abzuwenden. Und biezu zeigte es ſich
bereit, Der König ſchloß im März 1790 wit’ den
C Polen, und danıı mit den Türken ein Schuzbuͤnduiß, i
and redete mit Den Siegern ‚eine Sprache, die ihren
verwdhnten Ohren, zwar fremd vorfam, die er aber
in feiner Lage führen Eonute und mußte, Da ins
deſfen feine Vorſtellungen, wit den Tuͤrken einen
billigen Frieden zu ſchließen, keinen Eingang fanden, _
ſo feste er fein aflezeit gerüfteted Heer in Marſch.
- Eine Armee zog fih in Preußen gegen die Poluiſche
‚und Muffifche Greuze hin; eine andre weit flärlere von
"80,000 Mann ruͤkte in Schlefien bis an die Eingänge,
VBdhmens, und. fland völlig in Bereitſchaft, in dies w
Kdnigteich auf deu erften Winf -einzubrechen. Preu⸗
Gen harte alle Ausſicht vor ſich, einen gluͤllichen
Feldzug zu beginnen, und hoͤchſt wahrſcheinlich die:
Oeſtreichiſche Monarchie zu zerſtuͤkkeln. Denn einen
beſſern Zeitpunkt, dem folgen Habsburger Haufe ben. -
empfindlichiten Streich, "vielleicht den Todeskoß zw _
verſezzen, haͤtte es nicht wählen Können, Die gute. -
N . ——— gemein⸗
⸗
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gemeinen, Aber mir — und Geineisrhhtige
Jeiten unternommenen Reformen des größten aller
Habsburger Fuͤrſten, des Kaiſers Joſeph II. Hate
ten alle feine Provinzen bis zur Emprung erbittert.
Die Niederländer hatten ſich ſchon ganz von ihrem
Beherrtſcher Toögeriffen;. die Ungatn machten dffent⸗
liche Anſtalten, ein gleiches zu thun; die Boͤhmen
arhoben Ihre Klagen ganz laut; bie Gallizier waren
einem: Aufftande nahe; ſelbſt die Oeſtreicher, Steier⸗
maͤrker und Kiroler waren mißvergnuͤgt, und auf
dem Punkte, den’ ‚Gehorfam außzukuͤndigen; ad die
\Rombarder blieben mit ihren Beſchwerden nicht zur.
gib den Niederlanden und aus Ungarn befauden ſich
ſchon geheime Urterhaͤndler in Berlin; und da der
Braͤbantiſche Inſurgenten⸗ General © choͤn feld
nach verungluͤkter Revolution in Preußiſchen Dien⸗
ſten eine ſchnelle und ehrenvolle Beforderung fatd,
ſo iſt es nicht zu täugnen daß man. mit den Unzu⸗
friednen von Preußifcher Seite aus in einiger Vers
. Bindung geftanden haben muß. Der neue, feit eini⸗
gen’ Monaten erft zut Regietung gelaugte Ser |
ſche Monarch Leopold II. ſahe die Gefahr, die
von allen Gegenden her auf Ihn zu ftürgte, klar vor
- Augen, und er-fuchie fie durch Darbringung großer
‚Sipfer abzuwenden. Ohnedem wönfchte er zum Kaie⸗
ſer erwaͤhlt zu werden, wobei ihm Preußen große.
Hinderniſſe in den Weg legen konnte. Er ſchrieb
eigenhaͤndig an den König Friedrich WilhelmiL
und gab ihm bie aufrichtigften Berficherungen feiner:
Orimendtebt: Es lam Daher. zu Unterhandiungen,
* welche
og \ as —1 E
DE 145 — .
akt ſich den. 27. Jum zu Reicensah in
Schleſien mit einer frieblichen 8o ab ention endige
'. sen; Leopold verfprach in derſelben, den Türen alle -
Eroberungen :in dem Zuſtande wie wor Nufang deh - -
Krieges zurüfzugeben, und Friedrich Wilhelm -
machte fi ich verbindlich, die Unruhen in den Nieder⸗
landen durch Vermittluug der Seemaͤchte beizulegen.
Der Friede mit, den, Tuͤrken wurde im folgenden
DZahre zu Sziſtowa in Bulgärien auf diefe Grund⸗
lage gefchloffen, amd im Januar. 1792 perföhnte ſich
auch Rußland ‚mie der Pſorte.
". Bow 25, bis 27. Auguſt 1791 hielt der ni,
Fra edrich Wilhelm II. mis dem Kaiſer Lens“
pold I. eine Zuſammenkunft zu Pillnig, einem u
- Rufifchloffe des -Kurfürkten von Sachſen. Außer
ihren beiden Thronerben fanden ſich aud) der flüchtig
gewordne Graf von Artois,: Bruder des lezten Koͤ⸗
nigs von Frankreichs, der bekannte Er; Minifter
Calonne, und der General, Bouille vafelbft ein,
Dieſen drei leztern und den Bemuͤhungen des
ſchlauen Fuͤrſten von Kaunitz, Faiferlichen Statss
nuͤniſters⸗ gelang ed, das gutmuͤthige Herz des Koͤ⸗
nigs von Preußen zu uͤberliſten, und zu einem Ente
ſchluſſe zu verleiten, welcher für. ganz Europa die _
traurigſten Folgen hervorbrachte. Es wurde hier
den 27. Auguſt ein Band zwiſchen Deſtreich und.
. Preußen geſchloſſen, über welchen die Politik mur⸗
tete und die Menſchheit ſeufzete. Man verabredete,
die alte Verfaſſung in Frankreich mit allen Gebrechen
— und Auswuͤchſen wieder herzuſtellen, ynd die Sache ,
wen Dr. Geſch. 6, Cpl, I, Abtd. 8. aler
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aller Köıtgr, wie man es nannte; auf is Art zu
„ lden, die in Zukunft aͤhnliche Vorgänge, "als im
Frankreich geſchehen waren, verhindern ſollten. Dies
fer Schritt war von Seiten Preußens durchaus nicht
nach den Maßſtabe einer erleuchteten Staiskunſt
abgemeſſen; Oeſtreichs Jutereſſe kounte nie das
Preußiſche fein; die Franzdfiſche Nation hatte dem
‚Berliner Hofe nicht die geringfte Urſache zu Bes
ſchwerden gegeben, und konnte der Lage der Sachen
wach. keine feindfeligen Ubfichten gegen- Preußen
hegen. Die enge Verbindung zwifchen Oeſtreich
und Preußen wardaher eben ſo unnatuͤrlich in ihrem
Brfprunge, als nnfelig in ihrem Fortgange. Der
Fuͤrſt vom Aaunig hat die Ehre, zwei der ſon⸗
derbarſten und verderblichſten Allianzen des 8ten
Saͤtnlums geſtiftet zu haben; die eine im Jahre
: 3756 zwiſchen Frankreich und Oeſtreich ‚und die
undre die eben erwähnte zu Pillnitz; beide zogen
Kriege nach fih, welche at Erbitterung, an Blu&
ger, an Voͤlkerelend, an Ausdehnung alle feit wies
ten Jahrhunderten ‚geführten übertrafen. Der erfte
. große Nachtheil, der für Preußen's Gluͤk aus dem
| Pillnitzer Vertrage emſtand, war die Entfernung
des Grafen von Herzberg aus dem. Kabinetsmi⸗
BE niſterium, ein Werk der Oeſtreichiſchen Partei. Der
aiſerliche Dinifter von Kaunig hatie freilich noch
nicht viel für: feine geheimen Plane gewonnen, fo
lange diefer durch Talente audgezeichnete, durch Er⸗
fahrung geübte, und durch Barerlandäfinn für Preu⸗
Ben spufraffi) eingenemimene Gefchäftgmann dab
un 7 N in NRuder
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Auer des 3 Sins mit fefter Hand fenfte- Die fee
nen Sntriguen, welche zu Bewirkung feiner Verabs _
ſchiedung, leider! nur zu glüͤklich angewandt wur⸗ I
den, find zwar noch nicht völlig befaunt; aber daß
‘er nicht freiwillig um feine, Eniläffüng anfielt, are \
hellt ganz klar aus feinen eignen Worten, In einer
Abhandlung, weiche er am 6. Oktober 179% in der
Akademie der Wiffenfchafren vorlas, prüft er ſich
hierüber -alfo aus: „Es iſt nicht Mangel:an kin
„wenn mir nicht alle meine Entwürfe"
„ganz und bis zum Ende geglüft find;
aund ich durch Umfidide gendthigt worden
„bin, meine Abjaͤhrige diplomatiſche Laufbahn zu
„verlaſſen, um mich gaͤnzlich andern Befchäftiguns
gen, dem Landleben u. f vo. zu widmen,” Mon
dieſem Zeitpunkte an bemerkte man eine auffallende
Veraͤnderung in den Statsmaximen des Konigs.
Er ſchloß ſich Immer näher an Oeſtreich, und Idfere
feine Verbindungen mit Polen, ‚und feine Gemein⸗
< {haft mir Frankreich immer mehr und ſichtbarer auf,
Bis es mit beiden zum endlichen Bruche kam. Das
Deutſche Reich ſchien uͤber das Einverſtaͤnduß
zweier Monarchen, deren gegenſeitige Eiferſucht bies
ber die Sicherheit der kleinern deutſchen Staten be⸗
gruͤndet hatte, in Sorgen zu gerathen. Die beiden
Höfe ſuchten es deswegen zu beruhigen, indem ihre
Geſandten am’ 9. Deceniber 1791 der Reichsver⸗
‚ fammlung erklaͤrten, daß man nichts aubers, als
die Beſchuͤzzung der beiderfeitigen Staten, die Ew
haltung der allgemeinen Nuhe in. Europa, und bie
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sBentfeibigrung aller reichöftändifchen, InSbefontre auch
1 ngfegte Preußen, ofner, als Deftreich 'hinzu,) der von
Frankreich angegriffnen Gerechtſame zur Abs
ficht habe. Bald nachher. äm 7. Febr. 1792 wurde
ein noch: beftimmterer Allianz = Traktat zwiſchen
Oeſtreich und Preußen zu Berlin abgeſchloſſen, und
hiedurch der Gränd zur Preußiſchen Theilnahme an
> einem. firiege gelegt, ‚der ihm immer. hätte fremd
bleiben en .
Das kaiſerliche Miniſterium hatte "offenbar die
| aAbſicht, ‚die Franzöfifche Nation mit Kriege zu übers
iehen; es reizte fie daher auf alle moͤgliche Art. Es
antwortete auf. ihre Beſchwerden wegen der Verbin⸗
Vvurng der mehrſten Regenten Europen's auf eine un⸗
u gebuͤhrliche Weiſe, es bezeigte der Franzoͤſiſchen Res
gierung die wegwerfendſte Verachtung, es verſpot⸗
ete ihre neue Verfaſſung, und behandelte das ganze
Bolt als eine Horde von Räubern, als ein Gefindel
von NRichtswuͤrdigen. ‚Die bewafneten Zufanımen:
ler rottirungen, von 40000 Emigranten erhielten öffent:
200, ide Unterftüggungen; alle Uinerbietungen der. Frans -
zZoſen, den Deutſchen Fuͤrſten, deren Hoheitsrechte in
Elſaß und Lothringen eingeſchraͤnkt worden waren,
Entſchaͤdigung zu geben, wurden mit einem hoͤhnen⸗
I ¶dvey Stolze abaewieſen , ‚der die Sache nicht einmal
per Meberlegung werth hielt, Deſtreich fehmeichelte
ſich, diefe beiden ‚von Deusfchland. ehemals abgerißs
"men Provinzen mit leichter-Mähe erobern, bie Frau⸗
zoſen wegen -ihrer Bemühung, ein unerträgliches
Foch abzuſchuͤtteln, nachdruͤklich zächtigen, und dem
J Könige
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dergeben zu koͤnnen. Weil aber dei Oeſtreichiſche Stat
durch den Tauͤrkenkrieg geſchwaͤcht, mit Schulden
äberhäuft,“ und: zur alleinigen Unternehmung des
| ginge Luewig XVI. feine alte Henſchergewalt is wies
Pa
Feldzuges gegen Frankreich ‚bei aller eingebilveten -
Leichtigkeit der Sache doch zu ohnmaͤchtig war, fo
ſtellte Leopold die Ausſchweifuugen, ‚welche einzelue
Raͤnkemacher veruͤbt hatten, als Verbrechen Der gau⸗s
gen Nation, und die Beſtrafung derſelben als Pflicht
aller Koͤnige vor; er beredete dadurch nicht bloß
Bereinigung gegen Frankreich, und verſtaͤrkte feine
Truppen in den Niederlanden, - Die Tranzdfifche
Degierung verlangte wiederholentlich, und zulezt im
Preußen, Fondern auch Rußland, Schweden, Spas |
nien, Sardinitn, Meapel und andre Mächte zu einer
April nach Leopold's Tode vom feinem Nachfolger -
Fran; IL. eine offue Ertlaͤrung, ob Oeſtreich · dei
feindſeligen Verbindungen mit den Europaͤlſchen
Fuͤrſten gegen Frankreich entſagen und ſeine Kriegs⸗
—
macht in den Niederlanden vermindern wolle oder
nicht? Der Fuͤrſt von Kaunitz antwortete auf
dies Verlangen zweideutig, veraͤchtlich und. ftölz;
uud forderte bald nachher von feiner Seite, daß die
Franzoſen das alte, mit ihrer Verfaſſung ganz un
. sereinbare -Zehnöfiftem in Elſnß und Lothringen her⸗
ſtellen, dem Koͤnige ſeine vorige willkuͤhrliche Gewalt
wieder einräumen, und dem Papſte Avignon zurůt⸗
gehen ſollten. Dieſe mit. beleidigenden Ausdruͤkken
abgefaßte Note warde den 19. April in der National⸗
Bejammung” dd Paris ur und erbitterte
. 7 le
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—
OR Gemlther fo heftig, Daß om hehenden Tage ben
39. Aprif'1793 der Krieg, welcher früh ober fpäs
doch nicht Zu vermeiden war, an Deitreich erklaͤrt
—vulſde. Die Franzoͤſiſche Defloration mar mir Würde
und Anftand abgefaßt; fo night die Gegenerklaͤruu⸗
gen. Man fuͤhrte eine Sprache gegen dad Franzd⸗
Göſche Volk, die die Sitten des achtzehnten Jahrhun⸗
5 dertes tief in ben Schatten ſtellte, und in den Ohren
—
ggchdentender Menſchek widerlich ertönte. Mas.
warf den Franzoſen vor, Daß eine gottlofe
Sekte von Neuerungsfüchtigen, von ſo⸗
| „ ggnapnten Philofopben dem leichtglaͤubigen
Wolfe eine (himärifhe Sreibeit ‚ale ein
Refultas ihrer pnfinnigen Plane vorſtelle,
daß ſie tzicht nur gegen. die Fuͤrſten der Erde, ſon⸗
kein auch gegen. Gott, gegen das Gluͤk der
ganzen menſchlichen Geſellſchaft Krieg fuͤhren woll⸗
— ten; man redete von Bahnfinn; von ungereim⸗
ten, graufamen Siſſemen; man wanıte Paris inſou⸗
berheit eine infanıe Stadt, deren Namen die
Machwelt wur mit Abſcheu menden, de
en gerechte und ſchrekliche Beſtrafung
glley empdrerifchen und. ruch loſen Städs
“ten, die je. die firafwürdige Tollheit
haben. foltten, fie nachzuahmen, und
ſich au der Freiheit ihres Souneräus
Sergreifen zu wollen, zum Beifpiel dies
Ben würde. Die ganze Franzoͤſiſche Revolution
wurde dabei als ungerecht in ihrem. Aufange, ſchrek⸗
lꝛch ig ihren Be wu, mlle iorn Zolgen
ver⸗
+
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- N . -
a . - v a
—
— 151 —
Salhrien. Dard dfefe Schiwpfreden —* den,
‚ ‚andgebrachne Krieg eine eigne Geftaltz..er. betraf;
nichts, als — Meiwgngen, und jeher, Tpeih,
wollte feine Meinung nicht: durch nernäuftige, Sin⸗
- x Des. fondern durch blutige Mache geltend machen.
Dar Sönig Friedrich Wil belm dl. nahm:
alt großem Eifer an diefem: ‚Kriege Theif,. welcher,
‚micht für das Wohl feines Barerländes, nicht für bie.
Sicherheit feiner Starten, die, Niemand antaſtete,
nicht. für irgend einen ‚melitilchen. Zwek geführt, +
wurde den bloß gehäffige veidenſchaften entzuͤnde⸗
ten, und. unpatriotiſche Rathgeber unterſtuͤzten. Er
308 47 Baraillone und 70 Echwadronen, gm
über. 30000 Mann bei Koblenz, dem Waffen ⸗
plazze der Emigrirten, im Monat Juli zufammen; Fa
einige taufend Heſſen, mehrere Abtheilungen Oeſtrei⸗
her, und 15000 ausgewanderte Franzoſen vereinig⸗
ten -ficb weit ihnen, - Obgleih ver Koͤnig mit feinen
beiden aͤlteſten Prinzen perfönlich mit in's Feld räfge,
ſo übernahm: er das Oberlommanbo doch nicht felber,
ſondern fleilte den Herzog von Braunfihweig, Karl
Wilhelm Ferdinand, .an ‚die Spizze des ver⸗
bundenen Heeres. Vorher hielt er noch mit dem.
- Keifer und. den, Branzöfifchen Prinzen eine Zuſam⸗
. wenlunft zu Mainz, wo man Beſtimmungen über |
das künftige Schikſal Frankreichs - entwarf, une _
nicht abnete, daß man bald.felbft gebigterifchen. Su
fehlen von ihm würde gehorchen muͤſſen. An 50
farſtliche Perſonen machten Mainz damals. ſehr
‚vn, ‚und veranigdien Pie Welt tu großen Hofe,
, mins.
-
= } ’
, \ , es
En
sungen, die ſon nach wenig Monaten in eben die⸗
fer Stadt ein ganz andres Schauſpiel erblikte. Der
ganze Pau, weltherhier verabredet wurde, ſtuͤzte
Ki aber. auf lauter irrige Vorausſezzungen, unges'
+ prhfrd- Meinungen und ſchlecht berechnete Chimaͤren.
: Man’hatte nichts geringers im Sinne, ald geradezu
auf Paris Ju marſchiren, und gleichfam wie mit eis
nem Federzuge die Revolution zu durchftreichen. Die
' Emigranten nannten‘ ben Heeresmarſch nach Paris
mir eine Spazierfahrt, amd die Einführung der alten
7, Mißbräugpe:eine Rielbigfele; fie. prahlten mit Eine
verftändniffen, :die fie mit den Vefehlshabern der
feindfichen Armeen und Zeitungen unterhielten, fie
beredeten die Priegführenden Monarchen, daB bloß
. einige Ruheſtoͤrer das Volk verfuͤhrt hätten; daß. der
grdßte Haufe der Natiom aber das iBefte Berlans
gen nad) ‚ter. vorigen Verfaſſung hätte; und da
‚man bie. Deutfchen Truppen: ald Retter und Wohle
thaͤter uͤberall mit sffren Armen enpfangen wärde,
Die allirten Fuͤrſte waren treuherzig genug, alle
dieſe Verſicherungen als ausgemacht? Wahrheiten zu
glauben, da eine ernſtliche Pruͤfung ihnen dieſe Vor⸗
ſpiegelungen leicht als leere Phantome darſtellen
konnte. Hiezu kam bei den Preußen die tieſe Ver⸗
achtung, welche fie ſeit der Roßbach er Schlacht
gegen die Franzoͤſiſchen Kriegsthaten bezeigten, und
die Leichtigkeit, mit welcher die Hollaͤndiſchen Un⸗
ruhen erſtikt worden waren, Beides flbßte ihnen ein
ſolch Selbftvertiauen ein, daß fie meinten, durch
ihre bloße Erſcheiaung die ganze Franzoͤſiſche Nation,
wenn
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wenn Kö aufzutreten 8* genug die, wie einen
Schwann Schmetterliuge aus einander Tprengei jr
koͤnnen. Nach diefen ſchmeichelhaften Einbildungen -
waren die Manifeſte geformt, welche unter'mi 25. -
ud‘ 27% Juli 1792 aus. dem Preupifcheit Haupt⸗ 2
quartiere zu Koblenz erlaffen wurden, Dip Frans.
ofen wurben, darin aufgefordert, Die Waffen nie⸗ .
derzulegen, ſich freiwillig zu⸗ unterwerfen, und
die vorige Verfaſſung in allen Punkten: herzuſteller;
geſchaͤhe dies. nicht augenbliflih, ſo ſollten Ke’ald_
Mebellen ohne Schonung boſtraft, und ihre
Haͤufer niedergeriſſen und verbrannt
werden, Der Stadt Paris und ihren. Einwoh⸗
nern ohne Unterſchied erklaͤrten der Kaiſer und“.
der König von Preußen auf ihr taiſerliches
und Adnigliches Ehrenwort, daß bei der
geriugſten Beleidigung gegen ihren König und befiew
u Zamilie die Siadt einer militaͤriſchen Frekution Preis
gegeben, gaͤuzlich in einem Schutthaufen vorwandelt,
und: mit. eier unerhörten ; anf ewig im fchreklichen
Andenken’ ‚bleibenden Rache heimgeſncht werden: ſollte.
Zu einem Nachtrage wurde die den Pariſern gedrehte
Zuͤchtigung auf alle Staͤdte ansgedehnt, Durch
welche bie konigliche Familie ‚gefangen gefuͤhrt were ⸗
ven moͤchte, wenn man ſich einem ſolchen Beginnen
nicht widerſezte; ja der ganze Weg, welchen die
Entführer etwa nehmen moͤchten, . follte- mit einer
unanterbrochenen Weihe. von ehtfeglichen Straferxem⸗
peln bezeichnet werden. Bei allen dieſen in der Kul⸗
iurgeſchichie der neuern Zeiten hahielleſen Drohune .
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gen fuͤgte man auf eipe unbegreiflihe Akt bie Ver⸗
ſicherung binzu ‚ daß man ſich in die innern Ange⸗
legenheittn graukreichs gar nicht miſchen wollez ein
Widerſpruch, den ein zweiter Oedipus · loſen mag;
18 klingt gerade fo, als wenn: zur Zeit des Schmial⸗
lalbviſchen Krieges der Kaiſer zu ben Sachfen. aud
Gefſſen gefagt hätte: ich will mich in eure Religions
, gngelegenheiten, ganz uud gar nicht miſchen, aber
dem Pape, müßt ihr euch in allan Stäften ohne
Bere ‚unterwerfen, : Mir Bedauern bemerfe
der Memichenfeeund, daß unter falchen Manifeſten
die wahrſcheinlich won:einem Emigranten abgefeft.
flo; Der Mame .eine& der humauſten, garechteſten
und preiſswuͤrdigſten Fuͤrſten, des Herzogs von
Braunſchweig, ſteht. Der. Verfertiger-Diefad unwuͤr⸗
don Machwerks mag es bei der Ehre: des Kai⸗
ers und Königs von Preußen veramworten, daß er
Me fo, leichtſinnig bei der Nachwelt aufs Spiel ſezte;
die orte. beßnden ſich einmal in dem. Manifeſte
4. VEIT: Laurt Majeßes. declarent fur leur foi es
Pärole d’ Empersur or de- Roi ct. Die Konigs⸗
kfeinde haben ſich erdreiſtet, gleich nach bekaunt gan
machter Drohung den König Ladwig XVI. am 10,
UAiguſt gefangen zu fezten; und bald darauf haben
Rs ſogar die Grauſamkeit begangen, ihn hinzuriche
eu; und doch if} dag fe feierlich gegebne kaiſerliche
and koͤnigliche Ehreuwiore, Paris in einem Aſchen⸗
haufen zu verwandeln, nicht erfüllt worken, für
welche Nichterfülung ihnen freilich‘ die Menſchbon
Dal wien wirh.
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Es gehört nicht, in den Plan diefer Geſchichte, |
alle Borfälle bes Transbfiicden, die Geſtalt der Eus
ropaͤiſchen Staten umaͤndernden Krieges zu erzaͤhlen.
Nur die Thaten der Preußiſchen Armee kounen hier
eiwen Platz finden. Unmittelbar nach Werbreitang
dor zernigen Manifeſte, welche in Franttyich vie .
Bemürher ‚nicht beupten, wie man fich irrig singen.
‚bilder hatte „, fondern bis zum. kuͤhnſten Heldenmuth
erheben, ra das Dreußifche Heer von Koblenz
‚auf, wmarſchirte durch Trier in's Her zogthum Zus
pabutg, And hetrat ben 19 Auguſt das Kranzöfis
ſche Gebiet. Die erſten Lothriugſchen Doͤrfer mußten
ie dad, was man Franzoͤſiſche Freiheit nannte,
grauſam buͤßen. Nach dem Bekenntuiſſe eined ans
geſehenen Mugenzeugen, von Preußiſcher Seite wur⸗
den?) fie rein anögeplünbert , und völlig verheert;
doch feuerte das menfchliche Herz des Herzogs von
Brauuchweig dieſem Unweſen bald. Das Heine
| Sort Siſerk warde im erfien Uarenmen eingenom⸗
> mn, Wie wenig die Sranzofen in den rufen
ihre Netter, vopfüiz ſich die letztern ausgaben, ſehen
wollten, zeigte ſich ſchon hier an der Grenze, indeis
‚ man.aud den Feuſterũ auf die Sieger ſchoß, und
2wvdadurch 2 Huſaren toͤdteto. Die Urheber wurden
— vo den Henker Ginger, u und bie Käufer, die
freie
2 Meiiefopbifde Beikihee dar Fran. Rebolution von \
Deſodoards. Mit Berichtigangen eines Augenzeugen.
ie hei grommann FR. Etſtet Thl. Sñ.
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— 156 — —*
>, fteifich bie Errafe nicht fuͤhlten, niebirgerffen. Ani
20 Auguſt fanden, die Preußen vor der Feſtung
Longwy. So unbedeutend dieſer Det auch war,
fo hatte die: Befazzung doch keine Luſt, die Thore
gutwillig zu oͤfnen. Die Preußen, Beichoffen daher
“die. Stadt mit, ‚einem © heftigen: Bombeu⸗ Feuer.
‚ber ungeachtet‘ man: von 11. Uhr: des Abends bis
3 Uhr. des Morgens unaufhoͤrlich bombardirt hatte,
ſo merkte man dennoch nicht die geringſte Wirtung⸗
und dies aus der ‚ganz: natürlichen: Urſache, weil.
. wegen’ ber- zu ſtarken Ladung alle Kugein über die
- Stabi pegflogen. Man verbefferte daher: mady. Ans .
bruch des Tages feinen Fehlgriff; von 5 bis 6 Uhe:
Morgens: wurden, wieder 309. Bomben, und diesmal:
mir einem: ſolchen Erfolge geworfen, daß Lougwy
an mehrern Orten in Brand gerieth, und kein Fen⸗
ſter unbeſchaͤdigt blieb. Die erſchroknen Bürger
noͤthigten hierauf den Kommandanten, ſich zu:ergex
ben, weldyes am 22 Auguft: wirklich gefchahe,
Der General Tempelhof, biefer fo gelehrte und
durch feine Werke in ganz Europa beruͤhmte Artille⸗
riſt, welcher dad Bombatdement geleitet hatte, ge—
rieth, obwol.erftipäter bin, wegen ber anfänglichen
Umvirkfamteit bed Feuers mit dem Herzoge von
Brauuſchweig in folche Uneinigkeit, daß er ſich von
ber Armee entfernen und- nad) ‚Berlin ‚zurüßges
hen mußte.
- ,.'Die-Preufen blieben fat 8 Tage is und bei
%o ngwy fielen, um: das Korps des Fürften bon
Gotenine und die Verſtaͤrkung bed —— von
Heſſen
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> Seifen zu ‚ewarien.: Die Preußifihe Hanpränmer, -
: welche mit ihren Bundeätruppen gerdiß, Aber Booco .
Manu beirüg, marſchirte dm 28’ Hugufk weiter, =
und traf am. 30. vor Verdun win, Auch diefe
Feſtuug ‚wurde: ‚eine Nacht hindurch befchoffen.
+ Aber weil ihre Werte‘ ganz verfallen, und überhaupt
; mehr jur Erhaltung der Bürger in der Ziazofiſchen
Unterwuͤrfigkeit, als zum Schuzze gegen auswärtige
Feinde beſtimmt waren, ſo konnte ſich der Ort nicht
halten; die VBeſazzung Fapitulirte, und erhielt freien
Abzug. Bis hieher ſchien das Glaͤk die Entwürfe
der Deutfchen und der Emigranten zu beguͤnſtigen.
Die Sieger ſtellten dieſe leichten, und in der That
"ganz ‚anbeveutenden Eroberungen als wichtige Trio
umphe vor, und glaubten naͤchſtens ihre Schildwa⸗
„then vor den Thuillerien in Paris ſtehen zu ſehen.
Aber bald'entpekte man die unangenehme Wahtheit,
daß man den Krieg aus Irrthum uͤbernommen hatte,
and ihn Mehr nach Wunſch, würde endigen fönnen!
Man bemerkte, was jeder ‚Unparteiifche laͤnggt
gewuſt und deutlich genng geſagt hatte, daß nicht
ein kleiner Haufe, ſondern das ganze Volk, mir
‚Audnahme weniger Gegenden, für die Sache dee
Freiheit entgluͤhet fer; die großen Feſtungen Lille,
Thibwille, Metz und andre leiſteten einen Wider⸗
ſtand, uͤber welchen die Allürten beſtuͤrzt wurden;
ein Franzodfiſcher Soldat ging zu ihnen Über, kein
Natjonal⸗ Gardiſt verließ ſeinen Poſten, nirgends
bewillkommte man die Preußen 'als Freunde, ein
allgemeiner Entpafiadmus verbreitene ſich von einem
„\ Ende
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158 —
ei des 5 -Sranpöffihen meiche, deffen Sröße bie
Alliirten nicht eruſtlich erwogen zu haben ſchienen,
bis zum andern, lieber unter den Truͤmmern des
Vaterlandes zu flerben, als ſich unter. das alte Joch
| zuruͤckzwaͤngen zu laſſen. Die Beſchaffenheit der.
Wege, und die Witterung der damaligen Jahreszeit
kam den bedraͤngten ‚ aber nie verzagten Franzoſen
zu Huͤlfe. Die Preußen harten, durch die Einges
bungen der Emigrirten verleitet, gerade die unfrucht⸗
barſten, rauheſten und unwegſamſten Landſchaften
erwaͤhlt, um nach Paris zu kommen: man zog fie
aandern darum vor, weil der Marfch hindurch der
., geraden Linie nach ber Fürzefte war, ohne zu bedeu⸗
ken, daß es hundert Hinderniſſe gibt, die den Pine
ſiſch kuͤrzeſten Weg ſchon fuͤr einzelne Reiſende, und
um fo mehr für ganze Armeen zum Längftenwmachen,
koͤmen. Die Preußen zogen durch ben Argonner
. ‚Wald, der mit.ungäbligen Hohlwegen, engen Ps
ſen und Defileen angefuͤlt war. Ein Luhaltendes
Regenwetter hatte zugleich alle Straßen fo verder⸗
ben, daß Pferde ud Magen in dem thonichten Bo⸗
gen alle Augeublikke ſtelken blieben und das ſchwere
Seſchuz fait nicht fortgebrache werden kounte. Die
‚Bagerplägge gewährten den abgematteren Soldaten
keine Erholung, Das Waſſer ſtroͤnte in die Zelte;
die Krieger mußten im Schlamme liegen; und oft
konnten ſie ihren. Hunger nicht ſtillen; die Brodt⸗
wagen blieben and; zuweilen hatte man in 2 Tagen
fein Brodt für die Menfchen, und kein Futter für
die Dferde 5 der König fiber. litt Mast; zu allen
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Krankheiten; De Ruhr riß, taufende dahin, und ae
beliete dem Tode‘ Amfiger in die Hand, nes
feindliche Schwer; Murten und Unzufriedenheit
regte fid) allgemein; der gemeinſte Soldat ‚der
ſonſt blindlings zu folgen pflegt, wohin der Obere.
ihn führt, fing. an, ‘über: die Natur dieſes Krieges
nachzudenken; man fragte fich einander, für we -
‚hen Zwek man Fämpfe? warum fie fich verſtuͤm-
mieln und erwärgen laflen follten? was fie Aberhanpt, .
die Revolution angehe? es kamen nım gerade erſt
ſolche Ueberlegungen zum. Vorſchein, welche die
WMonarchen durch den Krieg erſtikken wollien; veute, |
die nie eine Sue von Freiheit gehabt hätten ‚vu
den wie aus dem Echlummer gewekt, und fagten
jezt was ihmen-fonft nie eingefallen war, daß die
Sranzofen doch wohl wicht fo in allen Stuͤkken Un⸗·
seht. haben möchten, Nur bie menfchenfreundfiche
— des durchgängigen Mievergnägens zerüß,
Der: erfiere wollte auch, ſichern Nadjrichten zu Rob
ge, durchaus nicht uͤber die Maas gehen, durchauß
"nicht auf's Gerathewohl tiefer in's Land bringen,
‚und Feſtungen der erfien Größe hinter fich laffen,
ſondern ſtimmte für eine regelmäßige Führung des
Krieges, Daß man fi zuor eines. bedeutenden
Grenzottes bemächtigte, “Dann. in torhringen: die -
Biaterguaruiere bezdoe und das Uebrige som künfs
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Bien Wätfetigteiten gefeilten fi$ aiſehende -
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‚ürforge des Herzogs von Braunſchiweig ; und die
Gegenwart des Koͤnigs, welcher jedes Ungemach
gleich den” geriugſten Soldaten ertrug, hielt den
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aigen gabinge erwartete; er⸗ ſagte bie wahrfäjein
ichen Unfälle vorher , und: willigte nur in Den einen
- Falle in den Marſch nach; Paris, wenn die Franzöfe
ſchen Armeen uͤbergingen. Nach einer langen Berath⸗
ſchlagung, wobei die Emigranten das Wort führten,
wurde ver Herzog uͤberſtimint, und der Zug nach
‚Paris: durch ‚Champagne allen muͤberſteiglichen
‚Säwierigkeiten zum Trez beſchloſſen.
Die Preußen verließen endlich. das Lager vor
Verdun, wo ſie lange muͤßig geſtanden hatten,
7 and. drabgen nun 34 Deuiſche Meilen weit in den
nnfreundlichſten Theil von Chanipagne, den man
darum pouilleufe. *, net, ein. Am 20 Seps
‚seraber ftanden fie auf den Anhöhen von Balnıy
‚an der Straße nach Chalons. Hier erblickten fie
gegen: Über. eine feindliche Armee, gleichfalls auf
‚Bergen - gelagert. - Denn durdy bie rachedrohenden
Mauifeſte erbittert .eilten die, Franzoͤſiſchen Juͤng⸗
slinge von allen Enden herbei, um ihr Vaterland zu
vertheidigen, ‚und es fammelten fich unter Dumou⸗
riez, Kellermann, Valence, Beurnonville, und ans
Kern aufehnliche. Heere, die bald zu 7ä000 Streitern
| Anwuchſen, and den. Deusihen gewiß an Much,
‚wenn. gleich nicht an Kriegskenntuiſſen gewachſen
waren. Sie waͤhlten geſchickte Lagerplaͤzze, und
bemuͤhter ſich vorn amlich ‚. die Xebensmittel aufzu⸗
fangen, womit es Ihnen zum empfindlichſten Scha⸗
den der Deutfchen fehr gelang, Der König beſchloß,
H gaufes Champaaneeee.
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j sm zeind— in feinen wohl verſchauzten Lager —*
greifen. Seine Armee mußte vorruͤkken. Mit der
meiſterhaften Takuk, welche der große Friedrich
gelehrt und eingeführt hatte, marſchirte die Infan⸗
serie. von, Valmy in's Thal herab, und ſollte den
Feind von den gegenüber liegenden Anhoͤhen vertitie -
den. ber hier Fam es zu einer fürchterlichen Kanb⸗
nade, welche:3 Stunden dauerte, und manchen
Preußen ohne Gegenwehr tödtete. Die Spibatem,
welche fich ſtehend in ihren Bliedern ruhig; verhalten
mußten, ‚baten ihre ‚ffiiere wiederholt, fie lieber
gegen den Feind zu führen, als fie unnuͤz aufzus
opfern, : Doch flat veffen Famı der Befehl zum
‚Rüfmarfch. Unbefiegt,. und mit der. ruhigften Ges
daflenheit gingen fie die Anhöhen nieder herauf, und
nahmen: ihre vorigen Poften von neuem ein Man
ſagt, daß der König einigen Grund gehabt habe;
anf den -Uebergang ver Armee des Dumouriez zu
der ſeinigen zu hoffen, und daß er deswegen ins Thal |
gerüft fei; daß er hernach, als dieſe Erwartung ihn
taͤuſchte, den Feind wirklich habe angreifen wollen,
daß er aber durch den Herzog von dieſem Vorſazze
abgebracht worden wäre, indem er ihm zu erkennen
gegeben habe, . daß der Sieg, an dem er nicht zwei⸗
fle, leicht 6000 bis goco Preußen Foften koͤnne,
"und ihre Sache nicht verbeffern würde, Hiermit
ſtimmt die Nachricht völlig überein, welche die Ber⸗
—
liner Zeitungen von dieſer Kanonade gaben. „Wir
haͤtten, beißt es, den herrlichſten Sieg erfochten,
vwenn nicht uͤberwiegende Gruͤnde den König abge⸗
Gallus Br. Geſch. 6. Ab, I. Abch. Khalten
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aeelnen hatten, « eine Sqlacht 3 zu Liefern u,
das Gefecht ganz geendigt war, langte der —*
zchiſche General Clairfait, ber ſich verſpaͤtet
hatte, bei der Hauptarmee an. Die Deutſchen des
ſezten ſodann in einem Halbzirkel ‚noch einige andre.
Aluhbhen, ſchnitten dadurch einen Theil der Frauzo⸗
fen von der Verbindung mit Chalons ab, und ließen
fich :8 Tage | lang in Unterhandlungen mit Du
meurie; ein.
Es gehoͤrt zu den Sonderbarkeiten dieſes Krie⸗
u, daß man durch die Deutfchen —— die
vdllige Einfchließang der Franzoͤſiſchen Heere,
Dad Verlangen des Dumpuriez zu einer —*
‘sion und Unterwerfung verbreiten ließ, waͤhrenb
-Beffen die Preußifche Armee felber in der größren
BGefahr ſchwebte, und. die Reihe, auf Remung zu
denken, eigentlicyan ihr war. Denn man fonnte mit
"mehr Recht behaupten, daß die Deutſchen eingefchlofe
fen waren; es konnten Feine Transportwagen ‚nit
Sicherheit zu ihnen gelangen, kaum einzelne Diars
ferender waren im Stande, fich durchzuſchleichen,
wet alles von dem’ im Argonner Walde, folglich
ruͤckwaͤrts fiehenden Feinden aufgefangen wurde,
Es fehlte daher an allen Bevärfuiffen bei ben Preu⸗
Ben; Tobak und Branntwein, Diefes fo Fofibare
Labſal für den’ gemeinen Krieger, war um fein Geld’
zu befommen; und der Holzmangel, der ihnen bei
den immer noch anhaltenden Stuͤrmen and Negene
güffen beſchwerlich fiel, . vermehrte ihr Ungemach.
Der bereits angeführte Augenzeuge ehe ‚ daß die
: Denen
” . . 21 ve
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— 163 —
Preußen nicht bloß die ſchoͤnen Pappelalleen at den
Straße von Chalons viedergehauen, ſondern auch
die Thuͤren, Fenſter, Tiſche, Kommoden und
andre keſtbare Menbeln von dem feinſten Nußbanm-
holze, umd von der zierlichſten Arbeit, in großer Mens
ge zerſchlagen und zu Grunde gerichtet haben, um
ſich Brenumaterialien zu verfchaffen. Die Krank⸗ |
heiten. griffen, durch die Verkältungen verftärkt, + -
immer weiter um fih, das Hoöpital zu Grandpre;
welches bloß für Goa Kranke angelegt war, enthielt
beftändig mehrere Tauſende, und allein an diefem
Drte find 3000 Preußen begraben worden. In und
außer dem Lager gewährten die Zolgen:der Muhr beic’ -
jedem Schritte ven elelhafteſten Anblick H. Hätte _
bie Deurfche Armee auch fiegreich das Ziel ihres .
Marfches, die Stadt Paris erreicht, fo wäre ſie,
aller Bermuthung nach, ganz verloren geweſen; |
fein einziger hätte fein Vaterland wieder gefehen,
Der Herzog von Braunfchweig überfahe die ſchrek⸗
liche Lage des ihm anvertrauten Heeres in ſeinem
ganzen Umfange, und dachte anf Mittel, es mit
Ehren aus felbiger heraus zu ziehen. Er knuͤpfte
eine Unterhandlung mit Dumouriez an, wozu die
Auswechslung einiger Preußiſchen Nähe, Feldjaͤ⸗ u
ger, Sekretaͤre und Kommiſſarien, die ſich verirrt
hatten und gefangen worden waren, die Gelegenheit
gab. Man ſchloß einen Waffenſtillſtand, und un⸗
| | 22 ter⸗
VDeſedoarde Philoſorh. Geſchichte ber Sram. Neuer.
lution. 1Thl. S. 212. 213. W
an
IN — 164 —⸗ 9
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F tertebeter mi durch Sfpjvitanten , die in Beide eager
aAb⸗ und zugingen. Die Deutſchen wollten indeß in
nichts von ihren harten Forderungen abſtehen, und
ſie trieben ihren Stolz fo weit, daß fie am 28 Sep⸗
u teniber, offenbar auf Anrathen der Entigrirten, ein
neues bittres und heftiges Manifeſt an Dumouriez
ſandten, worin fie der, Franzdſiſchen Nation die leb⸗
hafteſten Vorwürfe machten, und im Namen des
‚ Kaiferd und Königs von Preußen die unverzügliche
" Wiederherfiellung des Königg Ludwigs in feine voris
ge Würde verlangten. Dumouriez kuͤndigte nun ſo⸗
“gleich den Waffenſtillſtand auf, und brach alle Un⸗
oo. - terhandlungen ab, welche die Deutfchen noch forts
ſezzen wollten. Dies Manifeft kam jedem, Unbes
fongnen als übel angebracht vor, da man feine
. Macht hatte, es durchaufezzen, fondern fich von der
dringendſten Noch gezwungen ſahe, ben Ruͤkmarſch
anzutreten. Zwei Tage nachher, am 30 Septem⸗
ber, brach die vereinigte Armee auf, und fing an,
auf eben dem Wege, auf welchem ſie gekommen
war, zuruͤck zugehen, ein Beginnen, welches mit
dem letztern Manifeſte einen ſeltſamen Kontraſt
machte.
Die Wiederentfernung der Preußen vom Franʒoͤ⸗
ſiſchen Boden war mit den augenſcheinlichſten Ge⸗
fahren verbunden, und nach dem Urtheile ſachkundi⸗
ger Männer hätte’ihre Armee gefangen oder vernich⸗
tet werden koͤnnen, wenn die Franzoͤſiſchen Generale
Dumouriez und Kellermann ihre Schultige
x Seit gethan hätten, . über fie verhielten ſich unthaͤ⸗
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NG md lleßen die Deutfen ruhig abziehen. Di
mourioz, der ſich fein. ganges Leben hindurch als
ein Mann: ohne beſtimmten Karakter gezeigt hat, .
" und. fo oft e& ſein übel berechneter. Eigennuz forderte,
von einfr Partei. zur andern: überging, betrog auch
diesmal beide Theile, die Preußen fo wohl als ſeine
- Mitbürger; er fehwwanfteywifchen beiden hin und
‘ber, handelte treulos gegen alle, md ſtuͤrzte ſich
endlich Dusch feine falſche Politik felber in's Verder⸗
‚ben. .. Erglaubte, den König von Preußen von dem
Bunde: gegen Frankreich, abtreten zu fehen, er
fehmeichelse ihm durch Hofnungen, daB er zu Gar
ſten des unglüflichen Ludwig's etwas Bedeutendes |
. ‚ahun wolle ; den Rational» Konvent ergdzte buch
‚Sroßfprecberei und Rednerbluͤmchen; und meinte es
nis feinem ehrlich. Er hätte die Preußen bei
Graudpré angreifen, und Kellermann ihnen den
Ruͤlweg nach Longwy abſchneiden koͤnnen; beide |
unterließen eö, begingen Fehler auf Fehler, und bes
laſteten fi mit Vorwuͤrfen, die fie gegen ihr Waters
land auf immer ſchuldig machen. Ihr Verfahren IJ
‚Sam indeſſen den Alirten ſehr zu Statten; denn ſo
groß die Klugheit und die mifitärifchen Talente der
Deutfchen. Anführer. unlaͤngbar waren, ſo haͤuften
ſich doch die phiſiſchen Hinderniffe fo furchtbar, daß
fie ihnen und einem entfchloffen angreifenden Feinde .
zugleich nicht zu widerſtehen vermochten, Die 3
Wochen, weiche fie auf dieſenr Ruͤkmarſche zubrach⸗
‘ ten, gehören. zu dem traurigfien in den Annalen der
Vreußiſchen Kriegsgeſchichte. Sie mußten gegen
die
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.- — 256. — N j
pie Elemente des Hhemen gegen bie Sarette⸗ des
Hungers, gegen die Verwuͤſtungen der Krankheit
kaͤmpfen: Koth, Regen, Bloͤße, Mangel waren
Ihre aͤrgſten Feinde; ganze Kompagnien marſchitten
hne Schuhe und Struͤmpfe, nud hartem blofi alte
Eampen am die Fuͤße gewilkelt; die hangernden
‚Pferde fielen zu Tauſenden vor Mattigkeit um, uud
ihre todten Aaſe bezeichneten den Weg, welchen DE
Armee denommen hatte; taͤglich mußte man. So⸗
pälle wegwerfen, Wagen ſtehen laſſen, Sättel aub
| Pferdezeug Preis geben; ein großer Dheil der Reu⸗
ter ſahe ſich genoͤthigt, zu Fuße zu gehn, und oft’
traf der Blick auf Menſchen, die ſterbend oder todt
Am Sumpfe ftalen, und ein Schaufpiel des Grau⸗
ſens darſtellten. In den bodenloſen Moraͤſten vom
OSrandpré wadeten die Preußen 24 Stuuden lang iA
einem Zuge, che fie einen Weg von 2 Stunden
‚zuräffegen Tonnten, Gegen die Grenze zu flieg der
Verluſt der Sachen, und das Elend der Menſchen
immer höher; die, welche den: Tode entgingen, und
Zu Anfange des Novembers das Luxemburgiſche oder
Trierſche erreichten, waren ausgehungert und kraft⸗
106, geſchwollen am Leibe, und ſchwarzbleich im
Geſichte. Dieſer ungluͤkliche Feldzug nach Cham⸗
ꝓagne raubte den Preußen an 12000 Mann, wel⸗
ches die ‚Ergänzungen im folgenden Winter bewei«
ſen, indem viele Regimener den qten, alle wenig⸗
ſteus den Sten Theil an Diefruren erbirkeen, ‚nu wies
der vollzaͤhlig zu werden. Am, i4 Oltober wurde
Verduͤn, und am 22 Songmpıgerkum, Mn leztern
tn Orte
\
Ont ae, fi, Die Banpefarei BeB ibis ve
auffallend, Die Preußen - wollten die Feſtung der
eſſen Fertichaffung ihres Gepoͤls wegen aoch eini⸗
ge Tage behalten; aber die von ihnen fo verachtetes
Frauzoſen ſezten den 22 Oltober mit gehietriſchem
Tone als den Raͤumungstag an; and bie Preußen,
| welche Maris zertruͤmmern und einer ganzen Nasiog,
willkuͤrliche Geſezze vorſchreihen wollten, mußten
I gern ober ungen. naeh Bcherfem
leiſten.
‚Die Ruhe ver Preußen, welche ſie ſo rbthi⸗
Hatten, war nur non Furgen Dauer. Nochdem fie
ſich von ihren Müpfeligfeiten. kaum .etwaß_ erholt,
. Hab durch frifche Truppen verſtaͤrkt hatten, rief fig
sine neue Gefahr, welche daß weftliche Dxiſchland
An Rheine ‚überfiel, wieder auf Den Kriegefchiu
Pla. Zwar hatte das Deutiche Neich noch keinen
‚Krieg ‚gegen Frankreich ertiart; aber zu (ängnen:if
es nicht, daß ſich daſſelbe ju nieder Ahſicht feindſelig
deywieſen hatte, Beſonders bie geiſtlichen Fuͤrſten
waren aufs aͤußerſte geſchaͤftig, den: Frauzoſen
überall Widerſacher zu exwellen. Dieſe ohnmaͤchti⸗
‚gen Zwitterregenten. führten eine Sprache, die den
unverſohnlichſten Haß, den lunbaͤndigſten Stolz,
und die groͤbſten Beleidigungen gegen Trankreich
enthielt. Eiuige andre, als der Landgeaf von Heſ⸗
ſen, waren in wirllicher Feindſeligkeit begriffen,
Und,der König von Preußen hatte jn.einer Befondern
Deklaration Die pebenklichen Worte mit einfließen
laſſen, daß jer wit Hipp ols König, ſondern ba =
ee, ‘ / a
\
— ie -
Yin!
ae machtiges "Mitglied. des‘ PIRRANER
Reichs die Waffen: ergriffen babe, Died kann
‚nach allen Regeln.der Auslegungs! nſt michis Anders
| dedeiten, als daß der Koͤnig im Namen
Deutſchlands Krieg fuͤhren wolle. Ja am ı
Sept. wurde der’ Franzoͤſiſche Sefanöte - auf eine
ſchimpfliche Brt von Regensburg verwieſen; sand
am 7 Sept. trug der Kaiſer auf eine —8
Kriegserklaͤrung auf-denmv Neichskage un, Ohnedem
konnte es ben Franzoſen nicht verborgen bleiben,
daß 28 bei einem gluͤklichen Ausgange des Feldzu⸗
zes fuͤr die Alliirten anf die Wiedereroberuug von
ELothringen und vom Elſaß angeſehen ſei. Unter
dieſenUmſtaͤnden war es wohl ein ganz natuͤrlicher
Gedanke, daß die Franzoſen dem Schlage, der ihnen
von Deutſchlaud and drohte, zuvoerkamen, mub
ſelbſt augriffen, ehe fie angegriffen wurden. Unter⸗
beffen daß die Preußen noch in Champagne ſtan⸗
den, und noch von ihrem Einzuge in Paris traͤum⸗
er, hatte ſich ſchon eine Franzoͤſiſche Urne von
: 36006 Marin im Elſaß gebildet, Deren Hauprquat⸗
J tier zu Straßburg war, "und deren Abficht auf Er:
oberang der Mheingegenden- deutlich erhellte. hr
gegen über hatte ver Öftreichifche General Graf Er
baͤch' fur 20000 Mann zum Schuzze der Deut⸗
ſchen Provinzen bereit; und ſelbſt dies Fleine Korps
wurde zu Ende des Stptembers zur Belagerung ˖ von
Thionbille abgerufen‘, | fo groß war bie Sorglofige
keit und die: Sicherheit der Deutſchen ; Re hai ten
uni der- Brafe und vbi dem —*X Franzoſen
die
By .
\ B
\
£. a 16 =
der lit gerinigſchaͤztigſten Ideen, die mahl ngen
yon. dem · feigherzigſten Sflaven haben kann. Dies
* auch folgender. Umſtand beweiſen. Bei Speieh,
folglich ganz in der Raͤhe ver Franzoſen, befand ſich
ein großes kaiferllibes Magazin; ; die Oeſtreichet
irßen bloß 1000 Mann zur Bedekkung deſſelben
zuruͤk; und als in der Folge noch ein einziges Regie
ment Mainzer von 2200. Mann dazu ſtieß, ſo
glaubten ſie im vollen Ernſte dieſe 3200 Solda⸗
den,vieſe Handvoll ’Lente wären mit leichter Mühe
um Siande, über -:30000- Franzoſen zurßf zu fhlaa
gen: . Der Franzöfie General Enftine brad)
veiblich. miz:einer Wörheilumg von 22000 Mtinn gegen .
wie Deutfchen auf;: det Mainziſche Oberfte Winkel⸗
mmann erkannte die Groͤße der Gefahr‘; er fuchte bi
dem Gerwerueur· von Mainz eiligſt um’ Verſtaͤr⸗
Zung / ;beſonders an Kavallerie nach, ———
gdeins Huͤlflofigkeit · ait lebhaften Far ben, Er erhielt
Amerzgung, — 90 Hüfaren ulib den aus⸗
draͤklichen Befehl, den hartmnaͤlkigſten Widerſtand zu
Kiften;.:- Man bildete ich” ein, daß 3200. Deutſche
Jufanderiften über 9000 Franzoͤſiſche Fußvdlket
zen Sieg erringen, und daß 50 Huſaren 3000
wfrindliche Reuter in die Flucht jagen wuͤrden. Der
Probetag, der 30 September erſchien, und zeigte,
DAB Die. Srauzofen Feine entneroten Perſer, und die
‚Diusfgen Tendd Leonidaſſe waren. Kuͤſtine! uͤberfluͤ⸗
gelte dad Deutfche Detaſchement, "fihnitt es vom
MRitrinel qb7 ſprengte einem Theil in den Bumpf,
anda mie den andern In die Stadt Speier. Die
Ku - Main:
dr 170 ie
= Weiner ſirelten hierauf gl Se#: Gewehr, die Defbs
gejcher thaten in den Staßen pub. aus den Haͤuſers
, noch einen unbefonnemen Mipesfiand, ‚wofür ‚fie
aroßtentheils niedergehquen und die :äbrigen gefau⸗
gen genommen wurden. So wurde dieſer Tag «in
doppelter Schrelkenotag für Deutſoland; dern am
Diefem traten die Preußen: den Ruͤlmarſch aus
Lbampagn⸗ an, und an, eben damſelben brgana Die
Reihe der fehreflichen Unfälle, welcha das Deaufche
Reich Schlag auf Schlag 9 Jahre Dutch. emmldere,
und deren traurige Folgen noch: nach Menſchenaltern
fuͤhlbar ſein werben, Die naͤchſte Witkung der Nie⸗
derlage des Winkelmannſchen Hafens war die Ders
ſetzung von Worms am 3,Dfieber, umd:die Exs
pherung der wichtigen Oreuufefiang: Maing am
ai Dipober durch ‚die Franzaſen. ‚Sie: gingen. am
folgenden Tage über den Rhein, nahmen :Zrauk
furt upd die Bergfeſte Kdnigfiein ein, ram
gen. in's Naſſauiſche, breiteren ſich bis ins Heſſiſche
hin, zerſtoͤrten die Salzwerke von Raunheim, «u
Preßten überall uuerſchwingliche Brandſchazzungen,
verſezten bie dortigen Fuͤrſten in Schreffes, . und
hätten noch größere Portheile erringen, bitten Kos
plenz, den Siz der Emigrirten, wo ber erſte Fun
Jen, der, ganz Europa entzümdele, eutglommen war,
erobern koͤnuen, wenn. Kuͤſtine die allgemeine Bes
ſtuͤrzung ‚der Deutſchen, und feine ue bermachi ir
‚for zu,beguggen geſucht hätte, . =. . 1J
Das Gluͤk Kuͤſtine's auf des seohten tie
währte ‚ober night lange ‚Der Konig von Mreußen,
0 ‚ber
_ a7 —
re fab als mähtigs eihäglie Fü ei Beh
x Deutfchlands.fiärt haste, eilie herbei, um.
effen Stetser ju swerden, begleitet. don den tapfern
deſſen, : Die alles fär. ihr eigen Land zu fürchten has⸗
en. Um 2 Derember erſtuͤrmten die Preußen in
Berbindung mit ‚den‘ Heſſiſchen (Geenedieren | die
Thore von Fraukfurt, und da ber Pibel nad nie
Handworksdurſchen innerhalb einen Aufſtaud errege -
ten, Die Sranzbfiiche Thorwache veriagten und Die
Zugbruͤlken nieberließen, ‚fo kamen jene ungehindert
in die Stadt und nahmen 1200 Brangofengefume "
gen. Nicht Lange. .nnchher entriſſen fie ihnen auch
den Poften Hochheim, wo. fit indeß die Grauſanc⸗
Zeit Hegingen ,. einige Feinde, die fih.auf.ben Kirch⸗
thurm gerettet und. bereitö ergeben hatten, ‚in bie
Tiefe herabzuſtaͤrzen. Zur Rechtfertigung. dieſer
Ammenſchlichkeit diente das Vorgeben, als ob fie
auf den König geſchoffen hätten: Der Parteigeiſt
and die blinde Wuth derer ‚/die über die Franzoͤſi⸗
ſchen Grundſaͤzze ergrimmt "waren, ging fo weit;
daß ſelbſt verfiändige:umd auf Kultus Anſpruch
miachende Menſchen Äber die erwaͤhnte Grauſamkeit
ahre Freude bezeigten. Aber nie wird ber Genius
ber; Meufchheit eine mwuͤrdige That gut heißen,
Käfine mußte nun fehnell das rechte Rheinufer ver⸗ \
laſſen, und fih in kurzem, ba die Allürten felber
den Rhein uͤberſchrittan, vis nach Lantau zuräfe.
gehen. Nur der: Flekten Kaſtell, welcher mit
Main, var) eine Bruͤkke verhunden iſt, aber noch
ang eb ‚Binfeh let, und der Ort Koftheim
Wwaren
P
—WM
— 172 — *
worin die cichigen Punkte ander rechten Khein⸗
bkeite, die: fie für: jest behaupteten, : 0
* Die Sranzöfifche' Nation harte ſich wit der Hofe
aung geſchmeichelt, daß Preußen nach dem unglüfs
lichen Champagnerzuge: vom Bunde der: Freiheits⸗
. geinde abgehen, vielleicht fih gar mit ihr vereinigen
avuͤrde. Aber neuere, unerwartete Vorfälle -erbit-
. serren den Koͤnig, und veranlaßten ihn, im Jahre
4793 mit mehr&ifer, ald je, am Kriege Theil zu
. achmgn.. Dumouriez gewann. die Schlacht bei Ges
mapye, eroberte die. Öftreichifcgen Niederlande,
Erang bis uͤber Yachen nad Lhrtih vor, und bes
dryhte Holland und Preußens Beſizzungen in Weſt⸗
Falen? Bin Schluß des Pariſer Ronsents: vom 15
Decbu, ırga befehl, im allen eroberten Laͤndern die
-Gtanz. WVerfaſſung einzuführen, und die Fuͤrſtenge⸗
Walt · abzuſchaffen. Am 21Jannar 1793- wurde
Ber · ſchwache, bemitleidenswerthe König Lud wig
EV für: ftine-Perfon unſchuldig, fuͤr die Suͤnden
feiner. Berfahren,. und: bie Verbrechen ehemaliger
Wingſter eilt: Bchlachtepfer . durch das Henkersbeil
ver Guillötine bingerichtes; um: feiner Gutnräthige
et willen‘ verdiente en ein beſſeres Schilfal, und
es wäre ihm geworden, haͤrte er an einem Ahder«;
ihm. mehr angemeſſenen Plazie geſtanden.“ : Diefe
Grevel, nur” son, einer geringen Zahl wäthenber
Parteigaͤnger verübt,‘ würken gem ganzen Volk zur
Laſt gelegt, ud’ entflammisen faſt alle Könige und
- Starten: Wuropens gun Zormen, nad zum Ausedl-
rungsoskriega.: Oeſtreich ſtellte eine furdibare-Arniee
wo Ä _ gm
4 . | N =
4 NL
a‘ * 173 —
mw PR und Niederrhein in’s gen; da⸗ Der.
ſche Reich erklaͤrte den Krieg und beſchloß das dreis
fache Kontingent, ‚120,000 Mann. aufzubringen;.
der Koͤnig von Preußen ſchilte eiligft 11000 Mann
santer Anführung dei Prinzen —— ven
Branuſchweig, Bruders des regierenden Herzoges,
wach Werfalen, um:frincigems vand zu ſchuͤzgenz
‚md dad Heer am Oberrheine ‚verftärkte. er mit feie
ner Fußgende, mit 2 andern Infanterie: Regimes
tern und 5 Schwadronen Huſaren, ſo daß es fi
‚auf. 6cogo Mann belief,
Das Sahr 1793 erdfnete ſich mit einer Reihe der
giaͤmenden Siege für pie Alliirten; es. mer im
Laufe des ganzen Krieges das gluͤllichſte: aber ſchan
am Ende deſſelhen voerloren ſie einen Theil. ihrer
exkaͤmpften Vortheile, und ‚mit ihnen Die Ausſicht,
ihren Plan gegen Fraukreich durchzuſezzen. Der
Prinz von Kobnrg ‚ Befehlöhaber der. großen kai⸗
ſerlichen Armee am Niederrheine begann im Fehruar .
ſeine fiegreichen Angriffe gegen Dumouriez. Und im
Aufang des März legie das ‚Heine Preußiſche Korps
des Prinzen Friedrich von Brauuſchweig bewun⸗
deruugswuͤrdige Beweiſe des Muths und der Kühne.
heit. ‘ab ‚ die ſchnell entworfen und noch ſchneller
vollzogen wurden. ‚Die Frauzoſen belagerten die
Hollaͤndiſche Feſtung Willemſtadt, und ſuchten
Vento zuüberrumpeln; fie. fürchteten nichts von
den Preußen, weil fie. mußten, daß diefe noch 6 bis
. 7 Wochen Zeit brauchten, um alle Beduͤrfniſſe zum
se auf dem ordentlichen Wege zu erhalten,
_ Der
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4
— 174 —
Ur
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. Bitten ‚der Erbitarhalterin aufgefordert „‚ machte
durch eigene Koften mis unglaublicher Schnelligkeit
Ninftalten, fein Korps mit dem Nöchigen. zu verfes
‚ Wen, und nun überfiel:er Hldzlich die Franzoſen bet
Räremonde, verjagte fie von hier und aus gang
Geldern, drang Über: die Maas nach Holland, und
befreite Willemftade, Dieſer Streifzug bradkte
wie Feinde in ein ſolches Gedraͤnge, daß fie von Dies
fer: Seite völlig zerſtteut wurden, und mehrere Tau⸗
ſende an Todten, Verwundeten und Gefangenen ver⸗
doten. Am 18 März ſammelte Dumouriez feine
fänstichen Truppen in der Ebne bei Neerwinben,
Die, Preußen trugen fehr viel. zum ‚Sftreichifchen
Siege bei. Das ſchrekliche Feuer der Franz. Artil⸗
‚lerie verusfachte unter dem linken Flägel der Oeſt⸗
u feicher eine folche Verwäftung, daß er zu wanken
amd zuräfzameichen anfing; ohne die Geſchiklichteit
des Preußischen Feldherrn, und ohne den Muth
feiner Truppen wäre die Niederlage entſchieden ge⸗
wefen; aber der Prinz Friedrich nahm ſchnell eine
ſchiefe Stellung gegen die Franzofen, wodurch er
dem faiſerlichen linken Fluͤgel Luft machte, ihre
Meuterei deite, und die Bahn zum Siege ebnete.
Das Betragen des Prinzen erwekte Die Auldigung
aller Kenner der Kriegskunſt, und den Dank des
‚gerötteten Hollandes; nur das Oberfriegstollegium
a Verlin betrachtete im Unternehmung aus einem
andern
—W
De Prinʒ Friedrich, darch die witerholen -
. und Hieferie dem. Prinzen von Koburg pine
Schlacht, die aber hoͤchſt ungluͤtlich fuͤr ihn endets.
_
Du — 15 zu Zu
pen Geficliepuntie; well er, ohae Ber ick
amgefragt zu haben, (welches wegen Kuͤrze det
Sen nicht moͤglich war) den’ Feldzug fo raſch begona
nen hatte, fo bezeigte es ihm feine Unzufriedenheit
und Velsbilligung; der Prinz konnte ſeine Verwun⸗
derung: sub feinen Unwillen hierüber nicht bergen;
et fuͤhlte fich in dem Bade gekraͤnkt; daß er das
Korımando. niederlegte; Die Armee verließ, und
ſich in das ihm kuͤrzlich⸗ durch Erbfchaft zugefallne
mr
Sehleſiſche Fuͤrſtenthum Oels begab: Nach feinent
Mögane- erhielt der General von Knobelsdorf
ven Oberbefehl. Dieſer blieb noch bis in den Sons
mer jur Unterflägzung des Prinzen von Koburg in
ben Niederlanden, zog fid) aber dann zut tduiglichen
Armer an den Oberrhein.
Die Hauptmacht der Preußen bei‘ Mainz, : bet
weldyer fich der König nebft ven zwei Älteften Prins
zen aufbielt, beſtand ans Gooo Man, hatte jedoch
außerdem 45000 Oeſtreicher, 10000 Emigranten,
amd 20000 Sachſen, Heſſen, Daemſtaͤdter und andre
Neichötruppen zu Mitwirkern, machte ſolglich weit
aubher 130000 Srreiter aus, von denen fich außer⸗
ordentliche Dinge erwarten ließen, da die Franzoſen
auf dieſer Seite im Aufange ſehr ſchwach und zum
Angriffe nicht gehoͤrig vorbereitet waren. Indeſſen
die Belagerung von Mainz, welches zu erobern zus
oörderft Das Hauptziel war, zog ſich unerwartet in
vie Laͤnge, und gab den Franzoſen Zeit ihre Kräfte
zu ſammeln. Es ſcheint, daß die Deutſchen aufs
utue den Vorſpiegelungen der, Emigrirten von einer
allge⸗
J
[4
—
X \ — . an
}
N J se 176 —
Zu elgemeinen Geneigkieit. her: Franzoſen ie Unfeer
werfung Glauben beimaßen, auf eine baldige
Mevolution, haften, und. barüber die koſtharen dungen:
blikke zu einer lebhaften Dffenfine verfäumten, -
Preußen gingen vom -27.: März an. bei —*
und Bacharach über den Rhein, vertrieben die Frau⸗
zoͤſiſche Armee vom Hundsrauͤlken; und draͤngten fie
aber Lautern und Zweibtäfleg:bis in den. Eifoß hin⸗
ein zuruͤk. Hätte. die kaiſerliche Armee "unter dem
Grafen Wurmſer zu ‚gleither Zeit bei Mannheim bee
den Rhein geſezt, ſo waͤre der Franzoſiſche Ruͤkzug
erſchwert, vielleicht verhindert, die wichtige Stel⸗
-.Tüng bei Hornbaͤch hinter Zweibruͤkken, wo ſich bie
Franzoſen fefffezten, von den Deutſchen einge nom⸗
men und ein weit groͤßerer. Erfolg bewirkt
Wurmſer verſuchte den Rhein sUehergang «a
. om. ı. April, und zog in ein Lager bei Speier. Die
Feſtung Main, wurde nun von etwa 37000 Mau
an beiden Rheinufern eng eingefchloffen;, die übrigen
Truppen landen. weiter vorwärtä, um die enus
frifch heranruͤkkenden Frauzoͤſiſchen Armeen vom Eut⸗
ſazze abzuhalten. Der erſte Schrekken, wodurch die
Franzoſen aus einander gefprengt - wurden, ‚hätte
nach dem Urtheile ſachkundiger Männer beifer bes
nuzt, und Landau, das wegen Abfuͤhrung des
groben Geſchuͤzzes und andrer Beduͤrfniſſe nach
Mainz faſt entbloͤßt war, durch Ueberrumpelung er⸗
odert werden: koͤnnen. Aber man hofte, daß: bier
glänzenden Siege des. Prinzen von Koburg in.den
Miedenlauden- und die Verraͤtherei des. wankelmin
' gen
-
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I ee © Bu |
thigen Dumouriez den” Franzoſen Furcht einigen,
und die Ahſichten der Aliisten ohne fernern Schwerte „m
ſchlag befördern wärben, - Der. König von Preußen.
gab von dieſer Lage der Sachen dem Kommmandauten
in’ Mainz Nachricht, lud ihn zur freiwilligen Mit
wirkung feines Plans ein, nad ſchlug eine. friedliche
Zufammenkunft in Oppenheim vor. Dieſe fand zwar
Statt, fiel aber fruchtlos aus, weil die Preußen
unbedingte Unterwerfung, die Franzoſen einen allges
meinen Srjeden uud Auerkennuug ihrer Republik -
perlangten, Hieruͤber ging für die Deutfcen.mehe
werloren, als fie ahneten. Die Franzoſen erholten.
ſich, fezten Landau in einen fürchtbären Vertheidi⸗
gungsſtand, und ließen neue Armeen herbei. eifen,
Mainz hatte eine ſtarke Beſazzung von 23000 Mann,
„und war durch einen Aufwand von 21. Millionen
' Ripxed außerordentlich befeſtigt. "Die Franzoſen
thaten unaufhoͤrliche Ausfaͤlle, und ſchlugen die
Deutſchen oft nachdruͤklich, wiewohl fie zulezt vom J
ber Auſtrengung der Verbuͤndeten faſt immer mit
WVerluſt wieder in die Feſtung zuruͤlgetrieben wurden.
⸗
Die Preußen hatten ſich die Eroberung von
Mainz viel leichter, und den Widerſtand der Seinde
viel geringer vorgeftellt, als fie beides num fanden, -
Sie hatten daher ven Winter über gar nicht an Here _ -
beiihaffung von Belagerungsgeſchuͤzze gedacht; erſt
jezt fingen fie an felbiges aus Magdeburg, Waͤrz⸗
burg, Auſpach und Holland guſammen zu holen,
Died dauerte bis in die Mitte des Juni. Die Kaufe
Gallus Br, Geld. 6. Thl. IL Mgla⸗
f , \ j /
areben wutden dei i9. airet, und. vorn 20, an ein
wuͤthendes Bombardement begonnen. Der pracht⸗
volle Dom, feit Jahrhuuderten die Zierde der Stadt,
viele anbre herrſchaftliche Gebäude und ein Stroh⸗
magazin geriethen in den erften Nacht in Brand, und
noch mehrere: öffentliche: :und'Bürgerliche Haͤuſer wurs
den.in der Folge in’ Aſchenhaufen verwandelt, Dens
noch gewannen die Deurfchen in der Hauprfache nicht
viel. Ein Sturm, den die Preußen Nachts am
6. Juli auf die Zahlbacher Schanze wagten, 'mißs
gluͤkte und zog ihıtn einen großen Verluſt an Tod⸗
‚ten. und Verwundeten zu. Die - Eroberung von
Mainz wurde endlich ganz . zweifelhaft, da zwei
ſtarke Frauzoſi iſche Heere unter Anfuͤhrung von
Houchard und Beauharnois zum Entſazze
heranruͤkten. Ein Gluͤk für ie Deutfchen war. es,
daß Mangel an Lebensmitteln die Branzofen lange’
umthätig erhielt. Die Garnifon in Mainz fing das
‚ ber.an, mißmäthig zu werden, 'an ‚ber Bis jezt mit
Gewißheit erwarteten Huͤlfe zu zweifeln; die beſtaͤn⸗
digen Ausfälle ſchwaͤchten ihre Anzahl, Die Lazarethe,
wo es an Arzneien fehlte, wurden mit Verwundeten
und Kranken vollgefuͤllt. Unter dieſen Umſtaͤnden
fehnten fie ſich nach dem Ende. ihrer Einſperrung.
Die Dentſchen benuzten dieſe Stimmung, ſie boten
ihnen eine ehrenvolle Kapitulatign.an, und, um dem
entfchloßnen Befehlöhaber D’Dyre wankend zu ma⸗
chen, beredeten fie ihn, daß die zu feiner Rettung
herbei eilenden Sranzöfifchen Heere eine völlige Nies
—
— 1719 ze
J
derlage erlitten Hätten; ; ja es wird verſichert %), daß
mian Deutfcher Seite dieſes falfche Gerücht durch
ein feierliges Ehrenwort bekraͤftigt habe.
Nun glaubte D'Oyre nachgeben zu muͤſſen; er kapi⸗
tulirte am 22. Juli, erhielt freien Abzug für ſich
und die Beſazzung, und machte fich bloß anheiſchig,
ein Jahr hindurch gegen die Alliirten nicht zu fechten.
Es zogen noch uͤber 17000 Franzoſen aus der Fe⸗
ſtung; woraus erhellet, daß ſie etwa 5000 Mann
verloren hatten. Die Deutſchen hatten an 4000
Mann eingebäßt, und Preußen berechnete ben
Koftenaufiwand zur Wiederkinnahme auf ’2,083,964
Thaler 11 Gr. 3 Pfen. den es aus der Reichdr Opes
rationsfaffe, obwohl vergebens, wieder erflattet ver⸗
langte. So ward Mainz, welches die Franzoſen
9 Monate behauptet, und vie Dentſchen 4 Monate
—*— hatten, befreit. Schon der Umſtand,
daß die Preußen 17060 Mann, eine ganze Armee,
ungehindert nach Frankreich tuͤlkehren ließen, fuͤhrt
zu der Vermuthung, daß die Hofnung zur gewalt⸗
ſamen Eroberung verſchwunden ſein mußte. Und die
Geſchichte beſtaͤtigt dieſe Meinung. Denn gerade an
dem Tage, wo die Kapitulation zu "Stande kam,
hatten die Sranzdfifchen Rhein⸗ und Miofel : Armeen
die Linien der Deutichen auf der ganzen Gebirgskette
vom ea und Lothringen ber mit dem glüflichften
Ma Erfolge
f
u = Siehe Gelcihte ber vereinigten Sachfen und Preuhen
waͤhrend des Feldzuges — Dresden und Leipzig.
1795»
Ü
oo — I 80 — L
\ A
"folge angepriffen‘; ſowohl die Yreaßen, als auch
die Oeſtreicher, welche die Belagerung von Mainz
dekten, waren bei: Kuſel, Frankweiler, Burrweiler,
Weiher und andern Orten von den Bergpoften mit
Verluſt zuruͤkgetrieben worden Haͤtten die Stans
zoͤſiſchen Generale Houchard und Beauharn did ihre
. fiegreichen Operationen nur um 6 Tage früher unters
‚nommen, dder wäre D'Oyre von der Beſchaffenheit
beider Heere gehoͤrig unterrichtet geweſen: ſo waͤre
der Eroberungsplan der Deutſchen auf Mainz wahr⸗
ſcheinlich ganz verungluͤlt.
Die Verbuͤndeten, welche nach der Beſi zuahme
von Mainz einen freiern Spielraum hatten, und
noch 120000 Mann brauchbare Truppen beſaßen,
entwarfen den Plun, in den Elſaß einzudringen, und
ſich daſelbſt bequeme Winterquartiere zu bereiten.
Zwei Haupthinderniſſe mußten zur Erreichung dieſes
Zwebs vorher beſiegt werden; man mußte Landau,
eine det ſtaͤrkſten Feſtungen Europens, und die be⸗
ruͤhmten Weißenburger Linien erobern, Leztere
bewahrten den Eingang in den. Elſaß, und erfireften
ſich zwifchen den Städten Weißenburg und
Rauterburg in einer Ränge von äwei Meilen,
Zuerft verfperrten. kuͤnſtlich gemachte Verhane den
Zugang; hinter ihnen ergoß fih der ftarf anges
ſchwollne und mit Fußangeln angefüllte Lauterfluß;
jenſeit deſſelben erblikte man einen 4 Klafter breiten
und 3 Klafter tiefen doppelt verpallifadirten Graben;,
« alle 800 Schritte von einander waren zweifache Ba⸗
ſtiouen aufgeführt, und das Ganze mit 170 Range
um
—
u — oh,
nen Befezt. Die Preußen ‚übernahmen (ed, Raben
zu unterwerfen, und die Deftreicher behielten fich die,
Ehre vor, die Weißenburger Linien zu Abenmältigen.
Man handelte jedoch nicht mehr mit der Einigkeit,
als zu dem gemeinfchaftlichen Zwek. noͤthig geweſen
wäre; jeder Theil war auf fein beſondres Intereſſe
bedacht, und unter den Feldherren von einerlei Nas
tion herrſchte fogar nicht ſtets das gehörige Einvers
ſtaͤndniß. Zur Verwunderang der Wels, welche
nach der Einnahme von Mainz ſchnelle und reißende
Fortſchritte von einer ſo zahlreichen und muthigen
Armee erwartete, ſchraͤnkte man ſich faſt zwei Mo⸗
nate nachher mehr auf Vertheidigung ein, als daß
man im Großen einen Hauptſchlag auszuführen gen
fucht hätte, : Der Herzog. von Braunſchweig, weis —
cher durch das Knobelsdorfiſche Korps aus ben Nies
derlanden verſtaͤrkt war, hatte fih im Sgarbräffis
ſchen und Zweibruͤkkiſchen poflirt, und ber Graf
Wurmſer mar bis hinter Landau gegen die Weißens
burger Linien gu geräft; "ein Korps Preußen unter
Anfuͤhrung ded Kronprinzen ſchloß Landau ein. Es
fheint, daß Wurmfer nach dem Ruhme firebte, die
Meißeuburger Linien ohne Mitwirkung der übrigen
Deutfchen zu erffärmen. Wenigſtens machte er- am
27. Auguft und im Anfange des Septembers einige
Verſuche dazu, Sie liefen aber fo unglüllich ab,
daß er diefen Entwurf ganz aufgeben, und In Vers
bindung mit den Prenßen andere Maßregein ewip⸗
Im } mußte, ”
Untere
{
4
— 193 —
| unterdeſſen beinenten die Franzoſen, dag. bie
. Ötellung” der Preußen bei ‚Pirmaf ens für_die
x
Sicherheit der Weißenburger Linien Höchft gefaͤhrlich
‚war; fie beſchloſſen daher, anı 14. September einen
Angrif zu thun, um ſie von da zu vertreiben. Mo⸗
rean, welcher einen Theil der Mofelarmee befehligte,
entwarf einen. feinen Plan, den Preußen in den
Ruͤkken zu kommen; umd faſt waͤre er-geglüt, were
nicht die Lebhaftigkeit der Franzoſen, die zu früh mit
ihrem Sauonenfeuer bonnerten, ihre, Ankinft dere
rathen, und die Preußen von.ber Gefahr benachrichs
“tiger. harte. Der Herzog erfuhr die feindliche Ab⸗
ſicht nach gerade zur rechten Zeit, ex ließ 8 Bataillos
ne und zwei ſchwere Batterien eiligſt herbeirufen.
Zugleich mußten 2 Reuterregimenter die Hoͤhen bei
Pirmaſens beſezzen, um die ſchon weit vorgeruͤkten
Franzoſen von weitern Vordringen abzuhalten. Aber
die feindliche Kavallerie warf. die Preußen bis an die
Wauern von Piemaſens zuruͤk, und es gehoͤrte die
ſtaͤrkſte Anſtrengung dazu, dep ſich die Preußen hier
behaupten, and die Sranzofen an ber Einnahme der
Etadt hindern Fonnten. Endlich drang der Prinz
von Baden, mit feiner Brigade in die linke Flanle
der Franzoſen, und brachte fie in folche Unordnung,
daß ſie weichen mußten. Die Preußen erbeuteten
einige Kanonen und machten 1500 gefangen, Die
Franzofen hatten 800 Todte und Verwundete, und
die Sieger gewiß eben ſo viel. Dieſer Sieg machte
der Einſicht des Herzogs von Braunſchweig und der
Tapferkeit der Preußen alle Ehre, war aber weder
f .
R w
—
| [nn Er Boy -
is feinerk Winfange, noch feinen Folgen f erh,
als die in allen Preußiſchen Staten. mit-Pomp ger
feierten Triumpfsfeſte verkuͤndigten. An eben dem
Tage wurden der Erbpring von Hohenlohe bei Lim
vach, und. der. Graf Kalkreut bei Neunkirchen im
Saarbruͤkſchen, einige Meilex von Pirmafens, anges
griffen, um dem Herzoge von Wraunfchweig nicht zur
Huͤlfe kommen zu koͤnnen. Aber auch hier richteten
die Franzoſen nichts aus. Die Sachſen hatten dabei
Gelegenheit ſich hervorzuthun. Ein Preußiſches Ba⸗
taillon von Krouſaz, Das ſich zu weit gewaͤgt hatte,
war von der Franzoͤſiſchen Kavallerie ganz einge⸗
ſchloſſen und feinem völligen Untergange nahe. Im
ter Duft, deun dieſe fprengten herbei, und hieben in
die Branzofen ein, Tamen aber nun felbft in's Ges
bränge, and welchen: fie fich jedoch durch Tapferkeit
and fernere Unterfiäzzung retteten. Der Verluſt ber
2
\
der hoͤchſten Noth ‚erhielten fie durch Saͤchſtſche Rus
Franzoſen war an Todten und. Berwundeten nicht
größer als 300 Mann; aber ihre Beſtuͤrzung äbers .
‚ traf das Derhältmiß ihrer Niederlage, fie räumten
eigige fefte Punkte; und hätten vielleicht ihr. Haupt⸗
lager bei Horubach, eine von den vornehmſten Schuz⸗
wehren der Weißenburger Rinien, verlaffen, wenn
die Preußen den Sieg hizziger verfolgt hätten, Nun
‚vergingen. wieder mehrere Wechen, ohne daß die,
Deutfchen weiter vordraugen. |
Es waren nur noch wenig Monate zu den unter⸗
nehmungen ‚diefes Feldzuges übrig; die. feindlichen
Den Kane ae an, und wurden immer
geubier |
⸗ 9 1 8 4 u
"geht und wuthiger: s f wär daher Gehe Zeit, daß
ſich die ‚Vereinigten von einem gemeinfihaftlicheis
Plane leiten ließen, um die Weißenburger Linien. zu
. erobern, und ſich dadurch den Weg zur Einnahme
son Landau zu bahnen, Der Deftreichifche Beneral
Ferraris begab ſich aus dieſer Abſicht ins Preußi⸗
ſche ‚Lager, wo erſt zu Ende Gepteniberd eine eruſt⸗
Vüche und aͤbereiuflimmende Verabredung Statt fand.
ESs wurde nun beſtimmt, daß die Preußen umb
Eachſen die feitwärts der Weißenburger Linie anges
legten Vertheidigungewerke erſchuͤttern, und durch
das Vogeſiſche Gebirge in Lothringen und Elſaß fo
weit eindringen ſollten, daß fie jenen Linien in ‚en
Mülten kämen, Wäre dies bewerkſtelligt,
folfte der. Prinz Walde? unweit Raftadt herr Dem den
Rhein geben, und die Linien bei Kauterburg von der
rechten. Seite her angreifen, währene fie Wurmfer
‚son vorn beſtuͤrmte. Diefer Plan wurde muthig
ausgeführt und mit dem gehoften Gluͤkke gekroͤnt.
"Der Herzog von Braunſchweig harte hierbei nicht,
wie es fcheinen follte, das feichtefte Gefchäft uͤber⸗
nweommen; ihm Tag vielmehr eine hoͤchſt gefährliche
Unternehmung ob. Seine Beſtimmung ging burd)
lauter unwegfame Thaͤler und Gebirge, wo jede Anz
bdhe von den Franzoſen in eine Schuzwehr verwan⸗
delt war, wo fich Lager an Lager, Verſchanzung au
Verſchanzung anſchloß, wo jeder Weg durch tiefe
Graben, durch dikke Verhane, durch nugehenre Holz⸗
maſſen verfchloffen und verrammelt war, we man
ohnedem wiſtens nes > Raceh manfehiren "ri
ine
kehie Aeberfcanung Des Bernd am Rage. betneb⸗
men konnte, und feinen andern. Wegweiſer ald die
Kaffinifche Landkarte haste, Zuvoͤrderſt wußte der
Herzog durch kuͤnſtliche Maͤrſche und Heine Gefechte
die Ftanmzoſen zu Verlaſſung ihres feſten Lagers bei
Hornbach zu bewegen. Um dieſe Zeit verließ der
König, von Polens Ungelegenheiten abgerufen, die
Rhein⸗ Armee, Mit Unfange des Oktobers begann. -
der Herzog den: befehwerlichen Zug durch das Bogen
ſiſche Gebirge, welchen er in ı2 Tagen gluͤklich
vollendete, Thaͤler nud Holzwege mußten gudor
aufgeraͤunit werden. Oft marſchirten bie Preußen
durch Verhaus, bis an den Hals in Geſtraͤuche vers
wilkelt, ofueten den Wagen und Kanonen die Durch⸗
fahrt, and verrichteren alles in einer ſolchen nächte
- lichen Stile, daß die Franzoſen von ihrer Aundhes
‚zung nichtö eher erfuhren, als bis ihre Lager im
Ruͤkken bedrohet oder-fchon angegriffen wurden, Wo
fie hinfahen, zeigten ſich Preußen und Sachen; jede
Verſchanzung wurde ohne viel Blurvergießen durdy
kuͤhne Manöver, geichifte Schwenfungen und erftaus
wendwerthe Märfche erobert, . Diefer merkwuͤrdige
Zug ſezte die militaͤriſchen Talente des Herzogs
mehr als eine gewonnene Schlacht, bei welcher oft
ein bioßer Zufall entſcheidet, ins hellſte Licht, und
verdient eine groͤßere Aus zeichnung/ als ſo mancher
zu hoch geprieäne Sieg. Jezt war die Eroberung
der Weißenburger Linien norbereitet. Am 13, Okto⸗
ber kam es zur Entſcheldung. Der Prinz Waldek
Kane mit 20009 Neſtreichern über den Rhein und
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. griff Lauterburg am MWariafer: free. nit feiner
. ganzen Armee auf die vordern Redouten, und wurde
| von einem Korps Preußen: unter dem Erbprinzen
Hohenlohe bei Limbach unterflägt: Die Defreicher
büßten an einigen. Stellen viel Leute tin, Go wurde
des Oberſte Suel mit 600 Grenadieren iv wenig
Augenblikken von dem Kartätfchenfener der Franzoſen
niedergeſchmettert. Auch fielen bei. vem Waldekſchen
Korps einige Mißeerftänbniffe vor; ſonſt wäre der
Erfolg, ‚fo glänzend er war, noch ſiegreicher gewors
: den: "Die Franzoſen im Ruͤkken, au den. Flauken und
au der Zronte gedrängt, leifteten keinen Tangen Wis
derftand, ſondern fuchten nur ihr zahlreiches Gefchäz
zu retten, welches ihnen auch. gluͤkte. Sie zogen
ſich mit Ordnung und Gefchiklichkeit zuruk, and
überließen den Siegern zwar bie Linien, aber wenig
Gefangne, und nicht mehr ald 3ı Kanonen, 19 Fah⸗
nen und einiges Gepaͤkke. Die Allürten, welche
nun das große Biel errungen basten , verloren 1200
—
Mann.
Die Oeſtreicher benuzten ihren Sieg mit raſcha
Thaͤtigkeit. Unter beftäudigen gluͤklichen Gefechten
drangen fie biß über Hagenau, jenen ehemaligen
Hauptort der Io vereinigten Reichsſtaͤdte im Elſaß,
vor, eroberten dad ſtark verſchanzte große Dorf
Wanzenau:ganz nahe u Straßburg, und
bemaͤchtigten fi) am 14. November nach einem viers
- tägigen Bombardement der im Rheine geleguem
Feſtung Sort Louis. Hier war aber and) des
| Biel ihrer Stege, und bald aach der Einnahme biefer
beräßens
4
9.
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— i83 —
!
RZ beruͤhinter Rheinfeſte, wo ſie auf dem bichten Gipfel |
des Gluͤks ſtanden, fing die Reihe der Unfälle an,
wodurch ihnen alle mähfam erfämpfte Vortheile ents
viffen, und ihre Krieger in den traurigften Stand der -
Serrättung gefcyleadert wurden. in Xheil der
Schuld lag am ihnen felbſt. Sie verſaͤumten es,
ſich die Liebe und das Zutrauen der ſanftmuͤthigen
Elſaſſer zu erwerben. Mit rauhem Ton warfen ſie
ihnen die Greuel einiger Pariſer Demokraten als J
Nationalverbrechen vor, mit hohem Selvſtlobe prie⸗
fen fie die Weisheit und Guͤte der Deutfchen“ ord⸗
nungsmaͤßigen Regierungen, legten aber von leztern
eben keine empfehlenden Beweiſe ab, indem fie mit
chen der Wuth, Haͤrte und Grauſameeit gegen die
ruhigen Patrioten verfuhren, welche ſie ah dem Vers
fahren des Parifer Konvents tadelten. Vornaͤmlich
verbreiteten die Sereſſaner/ oder kaiſerlichen Roth⸗
maͤntel, rohe Truppen, die in dem Tuͤrkenkriege
vollends alles menſchliche Gefühl abgeſtumpft hats.
ten, Entſezzen und Grauſen; ſie marſchirten ſtets
voran, umd bezeichneten ihre Bahn mit Neroniſchen
Thaten. Sie ſchnitten Kindern und Weibern aus
grauſamen Hohn die Köpfe ab, verſtuͤmmelten Maͤn⸗
ner und Greife, die in ſtiller Abgezogenheit keinen
Theil. au der Revolution genommen haften, und ens
digten mit Plünderung und Brand, Der Zranzöfie
ſche Dbergeneral wurde durch die täglichen Frevel
diefer ſchreklichen Menfchen endlich zu einer Rache,
angetrieben, welche die deutfchen Zeitungen mit ben
greilften Farben ſchilderten, wobei ſie aber nur ver⸗
veßen,
88 nn *
aßen, die Veranlaſſuug davon, die Defrehiftgen
Gewaltthaten, zu melden, ,, Einer ber gefangnen
- Sereflaner wurde an einem Baume lebendig gelreus
gigt, und er, hing fo lange, bie im Deftreichifche
Ä Kanonenfehäfle erreichten und toͤdteten. Dieſe Res
preſſalien bewirkten, was Feine eigne Maͤßigung bes
wirken konnte; Wurmfer ließ den Serefſanern bei
Todesſtrafe die Erneuerung ihrer Watch verbieten
and eine mildere Behandlung der Elſaſſer befehlen.
Aber es war. zu fpät, Die Franzoſen betrachteren
die Deutſchen als Tirannen, und eilten, Anfangs
aus Noth, um den Sereffanern zu entfliehen, und
jest aus Vaterlandsliehe gedrungen, ſchaarenweiſe zu
» den Armeen, welche die Zeinde belämpften,
- Die Deftreicher dehnten fich in einer langen Linie
vom Rheiue an durch Wanzenau bis zu dem
Schloſſe und Flekken Neuviller in Lothringen hin
aus; hier ſchloſſen ſich die Preußen und Sachſen
an, deren Hauptmacht jedoch das rechte Saarufer
von Bokkenheim oder Bouquenon an bis faſt
gegen Saarlouis beſezt hielt. Die Franzdſiſchen
Heere delten Straßburg, Zabern oder Saverne,
Pfalzburg und Luͤtze lſtein; eine andre Armes
Hand Hinter dem linken Gaarufer; täglich erhielten
. fie.nene —— von Linientruppen und Natio⸗
nalgarden; an ihrer. Spizze befanden ſich die muthis
gen uud talensonlien Anführer Hoch e und Piches
gruz und zwei Aunswege, der eine bei Zabern, der
andre bei Neuſtadt und Lautern ‚ware für fie offen,
m: de den Deſtreichern in den Ruͤkken fallen,
theils
eg“
| efeite nad der belagerten —— Landan Side
brechen zu Einen... Die Deutſchen harten Feinen
feften Punkt, an welchen fie ficy anlehnen fonnten,
Den Preußen war ed. bei aller Unftrengung nicht
moͤglich, die Feinde von der linken Seite der Saar
zu vertreiben; es gebrach au Lebensmitteln in ey!
Öden Gebirgen und Thaͤlarn, die Magazine waren,
entfernt; anſtelkende Kraukheiten griffen um ſich;
die Schrekken pes vorigen Jahres in Champagne
fonnten erneuert werden; ber Herzog von Braune.
ſchweig beſchloß daher, die Saar. zu verlaſſen, und |
* feine - Truppen . rüfwärts in’s Zweibruͤktiſche und
Plaͤuſche in ruhige Kautouirungen zu fuͤhren.
Ehe er aber dieſen Ruͤkmarſch antrat, machte er,
von den Entigrirten ermuntert, den kuͤhnen Verſuch,
die Bergfeſtung Bitſch, den. Schluͤſſel des Voge⸗
ſiſchen Gehbirges, durch einen nächtlichen Ueberfall
zu uͤberrumpeln. Die groͤßte Hofnung., daß dies |
- Wageftüf gläffen wuͤrde, hatte man auf. Einver⸗
ſtaͤudniſſe mit wichtigen Perſonen in der Feſtung ges
- baut. ‚Die Preußiſchen Stürmer mußten daher da"
weißes- Tuch, als verabredetes Zeichen, «m bem,
Arm tragen, Ein Sranzdfifcher Officier, der von
⸗
Bitſch zu den Preußen uͤberging, beſtimmte fie _
vollends zu dem Unternehmen. Es wurden von der
ganzen Armee 1600 Freiwillige biezu ausgewählt,
die mit Aexten und Brecheiſen ausgerüftet, von dem.
Oberften Grafen Wartensleben, und dem herzog⸗
lichen Adjutanten Operfilizutenant Hirſchfeld ange⸗
fuͤrt, in der Naqt vym 46, zum 7 November .
und
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und in zehn Hanfen vertheilt in der tieffen Stille
gegen Bitſch anruͤkten. ‚Die unten gelegiie Stadt
wurde ohne Muͤhe eingenommen. Nun ktletterten
fie den Berg hinan, uͤberſtiegen die Palliſaden, umd
erbrachẽn gluͤklich das erſte Thor; fie kamen weiter,
Air nvch das lezte/ aber auch das Hauptthor von
Eiſen warcäbrig. Dies vermochten’ ffe nicht aufzu⸗
‚ forengen. "leder dem Gelaͤrme, den bie Verſuche
zum Thorbrechen erregten, gerieth die Beſazzung in
Beivegund: ver Führer der Preußifchen -Ketonne
wurde niedergeftoßen, die Verſchwornen ‚erhielten‘
deswegen ‘das ‚verabredete Signal nicht; ‚man rd
ten Balken, Steine, - Kugeln, gehaktes Eiſen, Las
vetten Über die Preußen, ein heftiges Kartaͤtſchen⸗
feheer ſchetterte unter ſie, fie mußten ſich mit Au⸗
„Bruch. des Tages zuruͤkziehn, nachdem fie 24 Offi⸗
clere, 21 Unierofficiere und 518 Gemeine, folglich
den Dritten. Theil der Mannſchaft verloren hatten.
* Naͤch dieſer fehlgeſchlagnen Unternehmung traten‘
bie Preußen unverweilt den Ruͤlzug an. Die Genes
rale Knobelsdorf und Kalkreut marſchirten auf Bi⸗
fingen und’ Blieskaſtell, die —X ging
mehr rechto nach Pirmaſens und Zweibräffeh zu,
. Die äber den -WVerfuch auf Bitſch erbitterten. Frans
zoſen folgten den Preußen auf dem Fuße nach, und
‚ wollten ihnen den Ruͤkweg abfchneiden. Sie griffen
= gm’ 17. November mit 20000 Mann das Kalfrens
tifche Korps bei Blieskaſtell an; aber ungeachtet fels
biges nur halb fo ſtark war, fo warf es die muthig⸗
‚fen anfage ber. Feinde mit folgen Erfolge zuruͤk,
daß
⸗
— Et —
daß fie 8oo Mann nebfl. Generaf verloren, wos
gegen es feinen Verlnſt auf 209 angab.: Aber die.
Preußen wagten es dochnicht, einen zweiten Ungriff
abzuwarten, fondern fegten ihren weitern Ruͤkmarſch
fort. Die Franzofen ließen ſich durch nichts von
ihrem Vorhaben, KBandau zu befreien, abichreffen.
Sie drängten mit verdoppelter Hizze wieder vor,
amd machten ſich bereit, die Preußen. durch eine
Schlacht zum vblligen· Abmarſche aus’ den jenfeitis
gen RMheinlaͤndern zu zwingen. Der Herzog von
Braunſchweig,: welcher an den Abſichten der Franz
zofen keiten Zweifel hatte⸗ zog beöwegen dad ganze
Heer im. die. fefte: Stellung bei. Kaiſerslauteru,
und umerließ nichts, um Me. Feinde tapfer zurükzua
werfen, werm.fie ihn beumrubigten.. Der. Generak |
Hohe hatte vom Parifer Konvent- den Befehl,
Landau, es koſte auch was es wolle, zu entſezzen.
Er bemuͤhte ſich, zu dieſem Zwek die Preußiſche Linie
zu durchbrechen, und bot ihnen mit scoco Mann
und 400 Kanonen eine:&chladht an. Der Herzog
von Draunfchweig konnte ihnen micht mehr als -
32000 Mann und 202 Kanonen entgegen ftellen, er
‚hatte aber feine Maßtegeln fo gut genommmen, daß
er den Ausgang nicht fürchten durfte. Es kam alſo
bei Kaiſerslautern zu einem der blutigſten Ge⸗
fechte, welches: zwei Tage dauerte, und die verei⸗
nigten Sachſen und Preußen mit Ruhm bebefte,
Der Hauptangriff der Franzoſen am 29. Novegber -
geichahe bei Moorlautern gegen eine Preußiſche
Redoute/ die auf einer Anhöhe: poſtirt das Schikſal
der
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der Schiacht · entlcheiden mußte, Obgleich das Kar⸗
taͤtſchenftuer und. ein unaufhoͤrlicher Kugelregen der
Preußlſchen Musketiere ganze Haufen der Franzoſen
niederſtuͤrzten, fo wiederholten lezire ihre Angriffe
immet wieder son neuem; ſie ſtuͤrmten endlich mit
ſolchem Enthuſiasmus, daß die-Preußen, weiche die
Redvonte dekten und leiteten, Die Faſſung verloren
und: zit weichen anfingen. In dieſem entfcheidenden
Augenblilke kam der Saͤchſiſche General vom Gera
dorf: mit dem Dragoner⸗Regimente Kurland, und
mir den Karabiniers au, hisb- wuͤthend in die. Frau⸗
zofen ein, und noͤthigte ſie zum Ruͤkzuge. Uber 4006
Franzdſiſche Reuter eilten ihren bedraͤngten Mitbrüs
dern zu Huͤlfe, und ſchloſſen die Sachſen vdllig ein.
Dies heldenmuͤthige Korps wäre der Vernichtung
geweiht geweſen, weuti nicht zwei Preußiſche Infan⸗
terie⸗Regimenter, vom Grafen Kalkreut geſaudt,
noch zur rechten Zeit mit ihren Bajonetten einge⸗
drungen, und, von der Redoute unterſtuͤzt, ſeine Re
ter geworden waͤren. Auf dieſer Seite war die Sache
ganz zum Vortheil der Deutſchen entſchieden. Nun
verſuchten bie Feinde, ob ſie den rechten Fluͤgel der
Preußen auf dem Buchberge werfen koͤnnten; aber
auch hier wären alle ihre Anſtrengungen vergeblich,
Am 30, Nopeinber ergeuerren fie ihre Angriffe mit
einer Tapferkeit, die an Wuth gränzte, und Die nur
yon dem tapfern Widerſtande der Preußen übers
troffen wurde. Sie griffen wieder bei Moorlautern
am heftigſten an; fie wollten ſich der waldichten Ans.
hoͤhen bei Erica bemächtigen u und den Preufifchen -
. rechten
ehren ge. machen. pr Sier ed ee
wie Kocfen, die ihre Ahſicht vereiteltan. Drei Was -
Aaillone: berfelben fachten wie die Koͤwen, und vex⸗
‚wohnten ‚ven Franzoſen Das Durchdringen ; doch bee
dekbian wiele von ihnen dad Feld mit ihren Zeichngs
ern Der Herzeg von Braunfchweig ließ nun die
Preußen mit dem Bajonnet eindriugen; nach u“
Giynden war der linke Fluͤgel der Feinde vbllig ges
worfen. Der Herzog von Weimar :und ber Bugf'
Aalkreut ſchlugen am Galgenberge eine andre. feind⸗
diche Kolonne. Die Flucht der Franzoſen wurde
Nachmittags ‚allgemein; doch ‚rettete fie. Be
theils ihr ſchweres Geſchuͤz. Haͤtte die. Preußi
Menterel in. ihre. zerſtreuten Haufen eingehauen,
waͤre die Niederlage der Feinde noch ſchreklicher ge
weſen. Aber die Preußen und Sachſen hassen ſchan |
vier Nachte hinter einander unter den Waffen fchlefs
les „angebracht, durch .befländige Maͤrſche, dung
‚zuoeitägige Gefechte. ihre Kräfte erfchöpft, und Dusch
„wenig Stärfungsmitzel erquift fo viel gelitten, daß
fe an Buhe und Erholung denken, und ſich mit am _
erlangten Vorteilen begnügen mußten. Die Frau⸗
goſen hatten 8000 an Todten uad Verwundeten vgr⸗
‚loren; die Deutſchen gaben ihren Verluſt, vielleicht
‚gu ‚gering, auf 1200 Maun an. Der Herzog citt
‚während des Geferhtes vom einem Dirt zum anderg,
dekam eine Kontuſion am linken Fuße, verließ dasımı *
aaher ‚pen Kampfplaz keinen Augenbli; auch Der .
GSraf Kelkrent warb. hart, - Pr sicht ‚gefährlich, an
eder Schulter gerwundet. ‚Die Frameſen
ce il, an. N —
— re EEE
einige Räte weit DI Wind die Blies zuink. Die
Preußen hingegen, die nun der baldigen Uebergabe
von Landau entgegen ſahen, blieben in ihrer
Stellung bri Lautern, befeſtigten ſich noch mehr,
and hoften ‚hier ruhige Winterquartiere gu halten.
Allein diefe Hofnung ſchlug fehl, . weil bie Defireis
cher im Elſaß endlich uͤberwaͤltigt wurdeu.
Nach dem Ruͤkzuge der Preußen vom Saarufer
wurde Wurmſer's Lage bedenklich; er wich daher
gleichfalls etwas zuruͤk, um ſeine lange Linie mehr
abzukuͤrzen, und beſſer zu beſchuͤzzen. Er veließ
Wang enau bei Straßburg und beſezte den Sor⸗
fluß. Doch auch hier konnte er ſich nicht behaup⸗
ten, Denn er wurde von dem 19 Nobember am,
‘täglich. in die wuͤthigſten und Tebhafteften Gefechte
‚mit. den Zranzofen verwilfelt. Landau ober
Tod, dies war dad Lofungszeichen ver Feinde, bie
"Hei ihrer ‚großen Menſchenzahl Keinen Berinft achtes
ten,’ Feine-Witterung fcheuten, Feiner Muͤhe äbers
:präßig wurden, die durch täglich wiederholte Vers
ſuche offenbar fo viel gewinnen mußten, daß. fie bie
Oeſtreicher ſchwaͤchten, ermuͤdeten, vereingelten,
und fie am Ende mit einem Hauptſchlage erdruͤkken
-Tonnten.. Died war ihr Plan, und er konnte nicht
"fehl ſchlagen, da fie ihren Abgang bald erfezgen,
immer wieder frifche Mannfchaft an fich ziehen, umd
: {re Heere voll zaͤhlig erhalten Tonnten, weiches: bei
den Deftreichern eine Unmdglichkeit war. " Auf eine
ſolche Art war noch nie ein Krieg’ geführt worden,
bolche unanterbrvchne Geſechte⸗ ſpolche außerorden
ee e. 3: Ache
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1} un ‚ A
0 — ugs FE —
Wr von Unerſchrokkenheit —E |
Uebe hatten fich noch nie fo ſchnell an einander. ge⸗
seite. -Wurmfer mußte daher an. einen fernern
Mäfzug denken. Er hatte. ſeit einigen: Wochen
an eimer feſten Verſchanzung an der Motter ar⸗
«beiten und alle Zugänge und-Mege durch 32 fürdds
terliche Redouten verwahren‘ laſſen. -Diefe Stel⸗
ang bezog er am 9 December; feine Linie erftrefte .
fich von Drufenh eim am. Rheine über Hagr⸗
Nau bis an die ehemalige Reichsſtadt Reichs ho⸗
fen. Er glaubte, bier jedem feindlichen Ungriffe
Troz bieten, den Fall von Landau abwarten, und
dann den Elſaß behaupten zu koͤnnen. Doch die
Folge belehrte ihn und die Welt eines andern. Ein
ernſtliches Nachdenken uͤber feine Lage hätte ihm |
‚früher: die Mugen dfnen und ben Rath derer, die.ein.
iefes Eindringen in fremdes Land bei einer. fo ſpaͤ⸗
‚ren Jahreszeit für zwekwidrig erklaͤrten, als richtig
„ud befofgengwerth darſtellen koͤnnen. Er hatte den
dritten Theil feines. Heeres: eingebüßt ; kaum blie⸗
ben ihm mit Einſchluß der Reichskontingente 40000
entkraͤftete und fuͤr ein fremdes Intereſſe kaͤmpfende
Streiter uͤbrig. Ihm gegeruͤber ſtanden "aber
q0oooo junge, ruͤſtige, mit. Lebensmitteln reichlich
:serfehene und von heißer Freiheitsliebe entglälte
Franzoſen. Der Ausgang konnte wohl. nicht zwei⸗
:felhaft ſein. Nach mehrern unentſchiedenen Gefech⸗
ten griffen die Frauzoſen mit der vereinigten Staͤrke
‚der. Rhein⸗ und Mofelarmee die Öftreichifche:-Linje
an de, Vorter den u December an; und ber rei
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Area Fü man Rkgttrehh auf ihre Oniacy fie cms
fliegen: die Mebenien bei Reichßhofen unb
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Wihrbt;: weiche Wurmäftr für ımbenringlich ges
halten hotee, „enftlikiten ven Poſten m Richfranents
. Berge, und durchbrachen mit 18006: Mann Die
Eine vei Freſchweller. BZwar rhften einige Preußi⸗
The Meglinenter bei‘ Bembach den Kaiſerlichen gu
gHalſe, welche auch viefen Voften behaupteten, uud
den Biebfräutnberg wieder encberten; aber dies wa⸗
an nur Schein⸗ Atialen der Franzoſen: die Oeſt⸗
u rreichet erlitden 'einerußllige Riederlage, wurden am
ſpolgenden Tage wieder geworfen, und kenuten fü
burchaus nicht halten, Wurm ſer fluͤchtete mu
568 in die Weißenburger Linien, die ihm jedoch mar
einen kurzen Aufenthalt gewaͤhrten. Much bie
Prerßen mußten ihre Poſten verlaſſen, und bes
Siegern den Wahlplaz uͤbergeben. Würmfer,
er dureh. biefen empfindlichen Verluſt geſchrekt,
‚wär allen Arten non Elend kaͤmpfte, mißmuͤthige,
zerlumpte, von Feindes Schwert, Hunger um
: :Sennben gefipmächte Truppen -um fidp fate, dem
jezt auf: den Entſchluß, ohne Aufſchub das Finke
Rheinufer zu raͤumen, damit er eineni allgemein
Werderben entgehen moͤchte. Er ſchilee den Gene
ral Funk an den Herzog von Btauuſchwrig, wm
ihn feinen Vorſaz bekauut zu machen. Aber diefer
wibderſegte ſich der Ausfuͤhrung, und gab die wicht
erwartete Antwort: „unter den jezzigent Une
den dürfe an keinen Mälzug gedacht, fonderu der
‚Bein wie felber angegriffen werden, ex, der
u . . nn . . , Her⸗
\
\
> ‚N
I, . N
6
| „berg eine: ie time Pt geiſwthan Di -
beide Bine: nor den Rlugeicher Weit mit Schans
„bie: bœelten wräfle; ein: Rükgng-Einne ſo. lange gas
„mic: sotfeheinigt werben, ald:.man noch feinen:
AMerſuch gegen den Feind. gemacht. habe; die une
Edlichſien Telgen ‚einer, Schlacht: schrten. nicht.
verderblichet und nicht ehe loſer fein Tonnen, ala
diafer RoEzug“. Wormferä: ſiakender Much
wnrde durch Diele Eimerungen hieß. Hetzogs wweder
gelaben, ı 26: fanden fernere gemeinſchaftliche· Ders
aoredungen Stan; Eins den: Feinden anzubietendo
GSchlacht ite ie Ehre der Deutſchen vet: De -
zmeite Wethaachtatag wurde hier heflinnns; Dopke
reicher und Penden vanliten: einen vafchen: Tage -
Wa: Aben anch Koche Hatte eben dieſen Aug
‚u Antlchaibnng des gungen Feldzugs, ne. zu⸗
Mefreumg Land a us asgeſezt; ans fein Ute
Eiter... Ta; dem Muthe der :Werbinsteten zu
Yla:die Safireicher | zn3, und bie Preußen in.a Ko«
Ipsen ‚are Morgen. des 26 Decemders aufmarſtchir⸗
tem und atwa eine halbe Stunde vergeruͤkt waren/
wu den Fein zur Schlacht zu zwingen, Fame. Die
Sehrelfenthotſchaft von Warner, elligſt umzu⸗
kehren, weil die Frauzoſen hereits mit unaufhalta
barer Gawalt alle Berfepanzumgen ber Deftreichen -
won nterhung Mi Weißenburg und im Gebirge
auf dem eioberge beſticenten. Nichts lonnte venn
Anbringen der Franzofen widerfichen. Der General
Deffeis erfiieg:bie Hohen bei Laaterburg, und warf
m Ve BER Der Denken Me Bi en
| 9 rung
4
7
— »
£ herung- de Gefheigit” vollenbete‘die Bennohrunäg,
die Beifprengung, und ˖ die gänzliche Urberwaͤltigung
des. kaiſerlichen Heeres. Der Franzbſiſche General
Donabien gerfinnite mis’ feiner Reuteroirdas Eni⸗
grantenkorps und alle bei WeiKsnbaurg ilt dena
" Selig ‚befindlichen: Truppen. Jar witder Unord⸗
naug liefmn · nun Soltaten, Offitiere/ Marketender,
Staltnechte, uäter: einander, «8 war we feinen Ges
horſam⸗ an. dein JFechten, an kein Halten mehr zu
denten; jeder; ſuchte nur ſein Sehen: in der eiligſten
Flucht zu retten. 3, Das Schwert der Frauzoſen
| \ wuͤthete ſchreklich, und gab. den: Dewiichen -alle
empfangne Schläge: mit deppeiten Mucher zurkf,
Die Oeſtreicher waͤren vollig aufgerieben worden,
weenn :miche der Herzog ihren Nuͤkzug nach Mögliche
Kit. gebelt haͤtte. Er: that. dem: Genfer Wurmſer
ſeloſt · den Vorſchlag, ſich ¶ bei / Weruterspeim
zu ſezzen, und die zerſtreuten Zfüppen‘ zu falınnebe,
wo fie bei -ber wahrſcheinlich nahen Etoberung
Lauthan's wieder zu Kaͤften: gekaugen wuͤrden.
Vbhat as war wohl nicht · gut moͤglich, dieſen Rath!
zu befolgen. Die nauhigen, durch ihre Siege ans
gefenerten Heere der. Frauzoſen haͤtten gewiß und
Rbzlich wieder angegriffen, und was konute der Erfolg
were als Tod und Untergang fein. "Deun die
Deſtreicher waren ſo entſezlich zerſpreugt, daß kein
Batnillon, keine Schwadron mehr belfanimen hielt;
Zumeilin fand man bloß einzelne Kompagnien, am
meheſten getheilte Rotten, welche· im bunten Geis‘
Be von: alerei Deghandiern Waſſw uns
7
Fe TS
biwgefen ‚und den —— nehſt. einem: Zee
er Pfalz, auf eine emphrende Art pluͤnderten. Be⸗
ders thaten ſich die Freikorps bei dieſem greuel⸗
aften Muthwilien hervor , fie verwandelten ſich i in
ahre Horden, und veranlaßten durch ihre Nuss
hweifungen die Sranzpfen, die gemißhandeiten Ele
iſſer an: den Deutfchen in furchtbaren Repreſſalien
1 raͤchen. Dieſe Unthaten,, won. denen kein Deuts’
bes Zeitungsblatt, kein gedungener Journaliſt ein
Bort ‚erwähnte y ſjud leider nur zu wahr, iund Föns
en. dadurch nicht entſchuldigt werden, daß es bie
ranzoſen ‚ben fo. gemacht haͤtten. Man ‚gab ja
ied als den Zwek des Krieges an, daB man dem
aberhanduehmen der Frauzdfiſchen Unordriungen
inhalt thun, daß man die Wohlthaten einer geſez⸗
aͤbigen Verfaſſung uͤberail erbalten, und in Frauk⸗
ich wieder herſtellen wolle. ‚Koante der friedlie⸗
ende,. nach Ordnung und Schuz ſeufzende Buͤrger
nd Landmann von ‚ber Milde und den Segriungen,
elche die Deutfchen ausſchatten wollten ‚.Äberzengt
erden, , wenn man eben dag, was man an den.
tanzofen verbamimte,, theils gebot, theils zuließ
nd, niemals ernftlich beſtrafte? 2. Die Deftreicher
uͤrzten am Tage nach ihrer blutigen „fi hreklichen
——
tiederlage nach Germeröheim „am 28 ecember .
ach Speier und „fohen in den legten Tagen des
jahreb bei Phifippsburg, und Mannheim Über ben
thein, worauf ſich die Truͤmer ihres Heeres in
er liglchſen deu, bei. Sqhwelingen =
J w—-N 7,7, u r " f R . &
- m > u . » —
Pe fällt, ‚und. „ei Anke ie
Odem kamen.
Eine nothwendige geige vr eben erben Yu
= tritte war die Aufhebung ver Belageruing von Lam
dan und Sie Herirade der Wieußfichen Armee,
Der Herjog führte die. Prenßen und Suchfen mit
aller Behutſamteit über Buirweiler und Reuſtadt,
wo ſich dad Kalkſteinſche Korps vom, Lautern her
mit ihm vereinigte, nach Worms, Alzei und Kreuz
nad, und‘ nahm damır eine feſte ‚Stellung in’ dee
Meinen Mintel jenfeit des Rheins, vom Oppem
Keim bis Bingen, er fersit" seriegte ſein · Haupt
„guätier nah Mainz, und heß bie ſchwere Was
vallerie, einen’ großen. Teil der Juſanterie unv bie
ganze Meillerie nebſt deni Fichrwefen uͤber den Mein
Aurüfgehen und am techten Ufer die Sinterquartiere
— Die Magalne mußte er den Frauzofen
überlaffen, dad Geſchaz mid Gopaͤl inte gerettet;
Es fielen auch einige Meine Gefechte mit verſchieb⸗
wem GStäffe vor, Bei Frankent hal wınde ver
eneral Rüchel und Bei Kt euzn ach derOberſte
8 kuli mit einigem Verluſt von den Frouzoſen
em 5 Januar ‚urhfgebrängt. Weit blerdarch aber
‚die Preußtfhe Stellung bei Wingen im Wefute
gerierh, To befahl der Herzog dem Eaͤchfiſchen Sene⸗
ral Findt ‚ und bem Preaßifchen Grneral Mär
bel, dem Feinde die Anhdhen von Kreuzuach wie⸗
„der zu entreißen, welches dieſe dehoberren am 8 Ja⸗
. uns 0 Wuaſche aieten.
Die
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een Re Dean Hilteh —9—
Po Ttenpfäfinsii: in Landan, "und
ihre Armeen beſezten das ganze Land von Hagrnai
an kit Vorms. Sis zgten as der Queid bit nach
Erw lin große Werkpangungen an, ‚un Lsfen
- Bar Lgmig wit vielen Eruppen. einſchließen, um
x
den Oeſtreichern den einzigen Sir, den fie noch ig \
"EB. belaßen, baldiaft wieder obzufizeiien. eg
doch als fie eben zu einer. förmlichen Belagerung
derſelben Anfkalt machten, raͤumten es die Siefireie
cher freiwillig, weil die Behauptung baycn ihre
Kräfte uaͤberſtieg. Leztere verließen den Du in der
Macht zum 18 Gebruar, und ſprengten xine: halbe
Bisstelftugbe nach dem Shzuge die Brukke und alle
Veſtnogswerke durch Pulver in die Luft. Sa
endigte ſich dieſer Feldzug, der mit dem ſchmeichel⸗
—
haßtoſten Hefnungen für. Die Deutſchen und mit den -
hehnendſten Verachtung der. Sranzhfifchen Natien
qugefangen hatte, anf eine Urt, welche in den
abrbuchern der Deutſchen Kriegskunſt mit blutigen
en eingegraben bleiken wird. Die Frameſen
den Kampf xwiſchen Freiheit und Despotis⸗
vaus zw einer Zeit; mo alle ihre Kraft geldänt zur
“feir ſchien, mit Nachdruk und zulegt mit GIhE ges
"führt; pas reiche Rand zwiſchen dem Rhein und der
Mofel bot ihnen große Huͤlfsmittel zur Fortfezgung
des Krieges dar; unermeßlice Magazine, welche
ie verjagten Deunfißeg: mit ungeheuern. Kofler ans
gefege harten nid Ihnen Aberlaffen mußten, vom .
Amöiteit thee ea und das Deutſche Keich,
wel⸗
— f m
ei
weh. feinen VNechbar Gehege: —RRT
Man ſich Io. wo: iger —————
— droht.” i Bu J—
pr? Herzog von Brinitäweis Hätte rum
| zweinal bas Vorhaben⸗/ Eroberumngen in Frank⸗
Be In machen, geräbe im kritiſchen Augenblikke
ſcheitern ſehen. Es fehlen)‘ als ob ihm’ folche
Erfahrungen ET. ‚Keiegführen, wo‘ fo wenig Ges
winn "fir einen’ Helden unb noch weniger für bie
Ä Menfähen zů ernten war, verleidet hatten; er
Hieht es feiner Ehre, und feier Gemuͤthstuhe für
zutraͤglicher, den Oberdefehi nieder zu legen; er
| ‚Berg Ah "der Mitte bes Febrnars das Heer,
and feßrte {m feine Kefidenz zurũk ‚ I welcher
er Son ffaͤnen, ihn aufrichtig verehrenden Untertha⸗
nen “mit Herzlichteit und Freude empfangen wur⸗
de Der General Warmfer foläte feinem Bein
friel, und. 308° ſich gleichfalls von dem Kampf⸗
plazze⸗ ar o die‘ Deutjchen Siegelorbeeren zu Wels
Im anfingen, zuruͤf. Der Koͤnig von Preußen
ſchitne “hierauf den Feldmarſchall von Moͤll en⸗
Bir, der bis dahin zum Sranzöfifhen Kriege
ch ht gebraucht worden war, als Oberbe⸗
PA jur Armee an den Rhein, Der
Kaifer übergab bad Kommando dem Seneral
Drowne.
. Die, zoriſezzung dieſo derdetblichen Krieges
winde aller Unfaͤlle ungeachtet hoch beſchloſſen. Die
| ‚fen, tealöürenden or Aolatan „biebei *
_ — — — —
1
Ente 6 Jahn: nn De dm Rare vn
— _ 2 EEE
Den Edgebnuaen der Rache und Det DOM egen dir
Sranghfikten Oruafäzgealsıtinanktandheienm Yon
Kit, Aber das Menpiiche Miyifterin, weibesbaß
wahre · Statsintereſſe nie and den Augen verlor .3bag
weachtete den Kampf bafdau einem audern Gefichta⸗
Dual... Ein Krieg in-folcher Entfemuug von Preu⸗
Baus Orenjen gefühur, exſchopfte den Echaz, ohne
die Geſdansfluͤſſe in ihm zuruͤk zuleiten, te. daR
Butegpherr „..ohue der Waterlande von weſentlicheme
Mujgzen gu fein, mad: zewiß die Bande. ber Freunde
ſchaft wit eine Valle, deſſen Dieinungen und. Gen
fesge den: fefigegrhutieten Preußlfchen Stat nicht ee
ſchuttern, deſſen Verbindung ihm aber wehl in ig
Echt auf Handel und bei kunftigen Gefabren ung
Machern die großten Worsheile ‚bringen, tonnten .
Vnd yoozu follse: ſich VPreußen aufonfern?; Fariwem
ER ir:cimn Staud der ‚Schwächung verſezzen ?
—* keamte der. König," welcher, che noch Deutſcha
konh-an Arleg.heiite, . 018 mächtiges Cie
Tr: ‚Reichs, wie er im erſten Manifefle gegen:
Brankreich ertlaͤrte / eſfenbar das Reich in die Fehde
uwut hinenge zogen ‚hetse, daſſelbe feinem -traurigeng
Schikſale bcht haͤlflos uͤberlaſſen; aber die Kräfte
des Gtats, und die Serge für. feine Selbſterhaltung
arlnuthten ihm auch wicht, fuͤr eine freude Sache
Millionen hinzugeben, das Blut feiner Unterthauen
. u.vergießen, ‚ab; bei: einem Kriege. aus zudauern,
been .anfänglicher Zwek ninumermehr. ‚zu. erreichen,
war. Dad Preußiſche Kabinet lieh duher fen zu
Mainz
N
-
ves Vreuhilſche Begehren hußeren⸗ Esl ſchien, iS
‚wein vier miachtigen Hofe dir Laſtaiues aruiegech
J
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0: Rn > ap ‘
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Brake fü vordere: Rh, nanich uten
See eigen,
echnmablſcyru, Tränkifigen und Baie v⸗
ſkchen/ ar eier Werfanmlungiza Jeaitfurr claladen,
weh Abſchi dahin gehen ſollic; vaß dieſe Kreiſe die
Serpflegang ver Preußiſchen Kemer uf
fo lange Abernahmen, bis derReichteag zu Ngeute
bvurg einen allgemeinen Schluff darcher gefaßl haben
wörde.- Der Wedarf drs Heders wuede zu. 4uıy66
gortionen und g2000 Ratienen auf jeden Ing cage⸗
geben. Jade Falle,i vor: die Eraude dirs Ber⸗
dangen abwiefen, : Droßte" DEE: den ah
KhäteiderTorippen votäehe juräheichen, - Dei
Webferiicha Gof aacerſraͤzte den Mrinchiſchern —8
ſwonl zu Negenoburz, WERTE den: Auch,
ro ſezir Huren, DaB oe ſich vochchielie, aAhal ich
Auredge zw. wiachen. :: Difer unerwarters Du
ui; emegto großes Nachdenken; und verſirker nik
Mnsigung;, welihe die Sände-fiyon Aufangs gegea⸗
den fir: zuecft/ untemönmen. haltet, uf: a6 dentſche
—* gibßreucheils wälzen. : Manthe Ileinere Ciao
uw glaubten aben nicht Uxfache zu Haben, Pet Preas
"Ban id Cioftreihern ein ausgezeichnetrs Kategeglas
Wwrwinfien /noch · weniger gu Vorruehraag Kon
NMacht beizatınyen , weil: fe: beforchen uwßten;
*. fehler oben: ſpoͤrer von vieſen / Toloſfen verfchlmngene
IE were, "Mir faben bio Gehahr noch wicht für
.# go an ale mau fe. Alinene,: aueh Re a
*
—— —
Eaegeſdaurleme weit--eniferat warne Me
2vLWeſanden ſich durch die Werwuͤftungen, ‚Die ihnen
:Beinde und Fremide vernaſacht hatten.::ganz außer
Stande, neue Laſten zu fragen, da ſie vielmchr ſelbar
ber Beihuͤlfe ihrer Mickäewe beduͤrftig waren: Die
Vreuhiſchen Zumuthungen wurden drswegen; uͤberall
ſech in einer beſondern Denkſchrift, daß man Die ver⸗
langte Zufanmmeubensfangster ſechs Kreiſe für eine
—
Aaltſinnig Aufgenonnte, und beit den mahrſten ge⸗
senbezus verworfen; ſtatt deren ſchlug man eiue allgh⸗
weine Vellobewakunung nach dem Beiſpiele der Frau⸗
*3bſiſchen Aufgebote vor. Der Preußiſche Hef bes
J ‚geigte die hochſte Empfindlichkeit ‚hierüber; beklagfe
Unregelmaͤßigkeit ausgegehen habe, da fie doch dem
Herklommen gemaͤß and is den Reichsgeſezzen ges .
. grönbet ſei; er. erklaͤrte ben vorgeſchlagnen Randfiunge
für urwirkſam, gefahrvell und zwekwidrig; für uns - °
irbſam gegen einen Feimb,, ‚ber-iu der .Kriegökunft
verfucht, und mit zahlricher Airtillerie / verſehen
wäre; für gefährlich, weil die geräfteren Mhlker-cie -
men Falk von ihren Waffen machen Ehuntem,
wie ihm die Regierungen nieht wuͤnſchten, füx zweh⸗
awidrig endlich, weil dureh die Entziehung fo vieler
dem Alterbau und Yen ‚Gerverbe mmeriberrlicher
Hande den Armeen der Unterhaſt erſchwert, un
weil burch unregelmaͤßige Volkshaufen die —*
sung der Kriegsplane gehindert werden wuͤrde; er
Silo mit der Bekanntmachung, daß er. feinen Schug
Yen Reiche nicht auſdringen, ſondern fein Kriegiy
- wiſcen
—
Mt, mis Auenahre des unlinteunäßigen Oeſteti⸗
l
4
sangen —e— 2000; in Kine An-
‚per zurũkziehen werde. Des kduiglichen Reichälosis
tingents deſchahe gar keine Erwähnung, Den: Bes
‚ "Pbhalvigumgen, daß Preußen: bei dem Kriegfähren
snichesuals eigenmuͤzzige Mbfichten habe, widetſprach
Mne anderwritige Königliche Erklaͤrung mit dem Bei⸗
Fuͤgen, daß: der König feſt emfchfoffen fel, die Deuts
‚Ge Verfaffung aufrecht zu erhalten, in fo fera
Ahn die Staͤnde patriotiſch unterflügzen -
- würden. . Die "legten Worte waren eben nicht
geeignet, den Argwohn zu vertifgen; fie dienten
yielmehr:gerade dazu, das Mißtranen zu vermehren.
- Der König ließ nach den gemachten‘ Erbfnuugen in
:Yer That einer Theil feines Heeres bei Mainz im
April 1794: aufbrechen und nach Weſtphalen in feine
Staten hin — Schon waren fie bis KdTim
gekommen, als ein Eilbote Gegenbefchle brachte.
Der brenaende Eifer, mit. weichen England bie _
‚Kriegäflamme in allen Welttheilen verbreitete, hatte
Defe ſchnello Aenderung in den Gefinnungen des Ahe
“ ‚gb von Preußen bewirkt. Holland, damals
noch genau mit England‘ verbunden, und von der
Naͤhe der Gefahr geſchrekt, trat den Abfichten des
Werettfiien: Rabhiers bei. : Beide Seemächte erhiele
et Preußen durch Auerbietung beträchtlicher Hälfte
gelder in⸗Dem gegen Fraukreich - errichteten Kriegs⸗
Bunte, Es war hierüber ein. befonprer Gubfidien-
graktat am 19. Upril zu. Haag abgefchloffen wor⸗
Yen. Preußen nahm nach felbigen die Verpflichtung
En fr bis me des zen. 1794 ein Heer vor
62408
—— Ah voii zu · erhalten, —*
‚eb entweder unter einem Preußiſchen Unführer‘
Aallein, oder auch im Verbiudung mit einen Korps
ner Geemächte gegen den gemeinſchaftlichen Feiad
gr gebenuchen, Alle Eroberungen, weiche dis Suh⸗
:fdientruppen machen würden, ſollten im Names
Englands und Hollands geſchehen, und "bis zumt
« Zriedensfchluffe‘ unter deren Verwaltung bleibes.
Fuͤr dieſe Dienfte verſprachen die Germächte monet⸗
Nich 50000 Pfund Sterling an Preußen zu zahlen,
welche, Zahlung für den ganzen April mie geleiſtet,
: und: folglich bis zum December auf zo Monate ent⸗
zrichtet werben. folltes: Außerdem übernahmen fie bie
‚Lieferung von Brot und Bourage, welche fie gleiche
Falls in. Gelde, für jedem. Mann)n Pfund. Sterling
‚ud 12 Schilling, elfo minnatlich.mit 99.840 Pfunp
:Gterling vergätigten.. ;Zur Veſtreitung der Ansruͤ⸗
‚fang. ſezten fie. noch eine Summe von. 400,000
Pfund feſt, von welcher. 300, O0o Pfand fogleich, die
:übrigen aber bein: Ruͤkmarſch des Heeres bezahle
‚werden follten. Rechned man. alle biefe Summen
zuſammen, fo betragen: fie für dio bedungne Zeit .
:1,898,400 Pfund. Sterlinge, ober 11 Dion
390. 400 Thalex. er
‚Die Aufmerkſamleit beö Yublitumd wurde von 2
neueni gefpaunt, ald man der geſchloßnon Subfidiene
‚taltas erfuhr. "Man erwartete große Kriegabegeben⸗
heiten, eine.vbllige Ummenbung des Giuks, welches
den Verbündeten bisher im Ganzen ‚genommen niche
ee alas wog ab wie ſarchtbaren, im
allem
———E———— — „eu ———
Yahenı Hofnungen. Über e ſchlugen icderiumn fell,
"m Nee. bilder fi) uf den lebhafteſten Vercich
Aus Kuſerhofes wine abgefoiberte Reithtarımse, über
u sggeldhe. der Herzog non Sachſen⸗ Tefchen bt Ober⸗
ven nonen fie. Gelderſaz erhielten; viele bezeigtew (ieh
mefehl ertzelt, die aber im reine nicht viel zu Bes
meaten · hatte, wie Died von jeher mit: dans Imuerigm
Gemiſch ‚von zuſammengetriebuen Kriegern, Reicho⸗
muppen. giaannt, ber Full war. Oeſtreich amd
‚Aprenßen: ſtellten feine eignen Kontingente, ſondern
Moernahmen aoch die Lieferung fuͤr manche Staͤnde,
faumfelig; und entzogen ſich unter allerlei Entſchul⸗
Digungen hrer Verbindlichkeit, andre hatten ihre
Mannſchaft zu: den ‚Armeen in den Niederlaunen
Großen loſſen. Die Reichsarmer am Rheine betrug,
agent man able Sachſen, die vel dem Drengifchen
Grete ſtauden, mit einſchtießt, kaum 30,009 Many,
anſtatt daß wach Den. Beſchlaͤſſen des Reichſstages. das
Hönffache Kontiugent, Bas. heißt, eine Schaar van
1900,000 Reichötruppen: ins: Feld ziehen. folltn Mas
Jdingegen: in der Staͤrke dieſes Heeres fehlte, hab
berfſezten Dier großen Maͤchte. Preugen und —
ſtellten am Rheine 123,000 geübte Streiter auf;
wife, wellhe':mit der Relchdarmee 153,000 aus⸗
machten, Satien anfaͤeglich uicht mehr als
Branzefen ‚gegen fich ‚: Inden. derſlben Rheimarıme
onter Micha uhchfiend 50,000, und die Mofele,
aarıiee „unter rem ‚une 130,00 NManu betrug,
Die Bemgoanhanuıciiee frnspenpk ig m Biber:
.. landen
x .
1
ae * 809 == -
anden ethinuahetehen , unv dbm Rheiue her Ie
yefte Kavallerie bahin seſchikt; Pichegru befehlige
‚ie Rorbatmee von 150,000 Mann, unib Jomdan
‚as Ardennenheer von 40/00 Rriegern. Bagegeh
yelief firh die Zahl aller vereinigten: Kriegstruppen
von, England, Holland und Deutſchland in den Nie⸗
erlanden auch auf 176,000 Mann: Es iſt ai‘
ine ganz faffche Vorſplegelung/ welche bamats ih
ven Zeituugen gefliſſentlich ausgeſtrent und’ ziemiſich
ulgemein geglaubt wurde, daß die Franzdfiſche Hee⸗
esmacht den Ailiirten an Menſchenzahl doppeli Kifb
sierfach Aberlegen geweſen fei. Im Aufange des
Feldzuges 1794 war vielmehr dad Uebergewicht auf
Zeiten ‘ber verbunduen Hoͤfe. Ihre Armeen amnn
Rheine’ und im den Niederlanden enthielten die Fa
taunendwärdige Menge von 323,000 Streitern, va
ingegen die Keinde 270,000 Mann auf vei EA
az führten. Sicht Mangel an Menſchen, ſondern
Mangel’ an Einigkeit, dad getheilte, ſi ſich oft zuwider.
aufende Intereſſe der Verbundnen, die weite Enil
ernumg vom Vaterlande, die Unmdglichfeit, bierge
chwaͤchten Truppen bald wieber zu ergdtizen,? imth
Ihnliche Umſtaͤnde verutſachten bie Niederlahen Lu
Alliirteun.
Die Preußiſchen Heere und die Ihre Ederalieimn
mterftüggenben Deftreicher erdfneten den "Feldzäg'äiik
Rheine wicht cher als am 23. Mai. Wii dahin hah
en die Sranzofen einzelne, oft‘ kdhue ‚Stieifereien‘ ik
ven Rheingegenden "unternommien. ' Ihnen wutbe
zuf einmal ein Ende gemacht, ütöider Felbmnrſchall
Balus Br. veſch RUM O Mol⸗
N
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edilen dotf mit dem Enifhlnß voredfte, wie
. - ‘ \ ..
B \ .
E 7.7. >
ZZ — 239 —
Fur R ‚dv
4
.- ‘einer entſcheidenden Schlacht feine Lanfbahn zu bes
‚ginnen, und den Feind ws. moͤglich aus Deutichlands
Grenzen zu verbrängen. . Es ſollte daher ein, allges
meiner Angriff vom. Rheine an über. Mptterftaot,
Deidesheim bis Kaiſerglauteru hin am 23. Mai nicht
aAllein von ‚den Preußen, ſondern auch von den Kai⸗
Ferlichen und Reichstruppen geſchehen. Der Fuͤrſt
von, Hohenloher⸗Kirchberg ging mit einem
Tbeile Deftreicher und Reichövdffer den 22. Mai
bei Mannheim über. ben Mhein, und dehnte ſich von
der Ryeinſchanze bis Ruͤchbeim aus / wo ſich der
Exbprinz pon Hohenlohe mit einem Korps Preu⸗
: Ben an ihn anſchloß. Die Franzoſen flanden in und
“ Binter, furchtbaren Verſchanzungen, aus denen fie
gertrieben: werben „mußten. . Der Feldmarſchall
. Möllendorf führte den Theil des Plaus, den er
‚auf ſich genommen hatte, mit Ehre und Gluͤk aus.
- Ge erflärmte die. Frarodfiſchen ¶ Berfcpanzungen,
> machte zwei Oberſten, 65 andre Dffieisre und 2033
Unterofficiere und. Gemeine zu. Gefangnen, und vu.
HGcht einen ſo valllemmnen Sieg, daß dad ganze
" feindliche Korps, welches zugleich 2000 Fodte und
verwundete hatte, gänzlich aus eimander-gefprengt
und bis am die. Fravzdſiſche Grenze Hin: geirieben
unbe; ‚Der Preußifipe Verluft war unbetraͤchtlich,
ex foll kaum 400. Rann betragen haben. ‚ So. hatten
‚Ne Preußen Kaifors lautern zum zweiten. Wal
Jurch einen glaͤnzenden Sieg in den Sahrbüchern der
BGeſchichte auögezenel
? . ln Der
-
— a1 Bu #
De beige Theil des mollendoefiſe
* wurde nicht: ſo gluklich ind Werk geſezt. vm
der Rehbach mar die Stellung. der. Franzoſen vict be⸗
fefligter; und ihr Aufuͤhrer Defſair viel ſtandhafter!
Sie hatten Die Rehbach durch kuͤnſtliche Leitungen
hoch augeſchwellt; Kings herum waren Suͤmpfe und.
Untiefen; uͤterall ertichtetes fie Batterien, und uns un⸗
terließen nichts, die Wege unzugaͤnglich zu machen
SiS daher ‚die Deftreicher und Reickieruppen. yon
vorn angriffen und bis Mutterfadt vorruͤlten, ſ6
wurden fie durch Dad moͤrderiſche Kanonenfeuer per.
Granzoſfen fo weit zuruͤkgeworfen, daß fie eine vällige
Niedexlage erlitten. Der Preußifche Erbprinz vom .
Hohenlohe eroberte. zwar einige. Poften, konate aber
bei Deidesheim nicht durchdringen, und mußte
Sch zuchlziehen, weil die Deftreicher geſchlagen war -
ran: ‚Ob nun gleich die Franzoſen an Diefer Seite
geiledt Hatten, ſo konnten fie ſich Doch nicht behaupe .
ten; da ihr lintker Flügel hei Raiferslauterniek. -
nen. fo nachdrullichen und. fchretlichen Verluſt et.
hotte ſormnßte auch ihr ſiegreicher rechter Züge
weichen, wir Andle' Vortheile aufgeben, weit er: forms
ven hinten: anmriggt und ganz aufgehoben werben
formte; Die -Sranzofen verließen demnach Deides⸗
heim und die Rehbach, und zogen ſich dis hinter
Germerheim · und Landau in die angelegten: Linien
nix. Queich. Der Erbprinz von Hohenlohe de⸗
ſezte nun: Neuftadt, der Fuͤrſt Hohenlohe ruͤkte
nah Speier, Möllendorf nahm fein Hanptquar⸗
‚Mer m mDttsrberg, und 3er Oraf Rule befyeite -
2 Bus Preis
ar N . 8 J
—
3 ’
ı N
\ \
\Borißrätten pen RP RAR und Ardfie sis
an die Sqar. So hate Mi llendorf durch ‚feine
Hayes Maßregeln, und.bürch.die Vrrußiſche Tapfer⸗
keit die jenſritigen deiſchen Rheinlünder in wenig
Tagen. nit. Auqnahme einiger Heinen Diſtrilte vom
dem Druflle der. Franzoͤſtſchen Kriegäheere und von
den Anderngen · ve Auölrungöbonuniffionen
—
‚edeneann erwartete: ferneve Sirgesihaten ver
J > Mieinarıneen, Unterföhzzung der bedrängten Heere
in den Niederlanden, und Bennzzung des Schrek⸗
7 der Die. Franzoſen ergriffen: hatte. Aber vom
7 Tale den geſchahe — nichts. Der ganze Monat
—E “erging in Unthaͤtigkeit; man ſchraͤnkte ſich
aufnhloßße Veriheibigung ein; Maͤrſche md Heine
—E machten ‚die einzige Neeugkeit des
Tages aus. Deſto thaͤtiger waren die Ftangoſen;
fe perfiärkten fi mit 15006 Mann friſchen Trup⸗
pen, beſezten die ſtarken Stellungen von Hornn bach
ap Bliestafteli-wieber, undfchritten von neuem
muthig auf der Siegesbahn vor. Bam a, Juli am
VLengruhigten fie. die ganze: Preußiſche Linie bei Zwei⸗
bruͤklen, Lautern und Trippflabt, Zehn Tage bis
. Bercd:richteten fie. jedoch nichts. weiten ans, alsidaß
fße den Feind ermuͤdeten. Eudlich am 13. Juli er⸗
gzwangen fie durch Standhaftigkeit und Ausdanrung
den Sieg. More au überwältigte die Preußiſche
Stellung bei Ede sheim, welche der Erbprinz vom
Hohenlohe vertheidigte. Die. Preußen boten zwar
alles is was. Einſicht, mu und die Lage des
NRatur
gatar. vermocher j fa trieben di ſtarmienden Brdnd
aoſen achtmal zuruͤk, ihr Kartaͤtſchenfeuer raffte:Haßze
ec \
_ -
oo. ' . " ”
- vu wm, 218 mE . ”
Haufen hin; aber die Gewandtheit und Tapferkeit
der Zranzofen behielt bie Obethand, und lokte den
Preußen Bewunderung und Staunen ab, Sie Pets
terten, dem wuͤthigſten Kugelregen zum ro, ben .
hoͤchſt ſteilen Berg bei Schaͤnzel auf dem Baucht
kriechend heran, ſchoffen im diefer Poſitur die Preußi⸗
ſchen Artilleriſten nieder, brachten dadurch dem Küs
nonendanner zum Schweigen, und erregten eine'obls .
ige Verwirrung unter den Preußen. Das bei Tripp⸗
ſtadt fichende Regiment Kleiſt litt ganz beſonders.
yub ber verwundete General Thadden rettete ſeins
wunmrinugten vier Bataillone nur durch die empfindlich⸗
ſten Opfer, da er ſich im Quarre durchſchiug. Die
Niederlage der Preußen war groß un allgemnein;
fie wurden völlig zerſtreut, und bloß die: nahende
Nacht gab dem Erbpringen von Hohenlohe die Mittel
an vie Hard, feine geſchlagnen Truppen zu fammelu
und nach Mosbach zurüfgufähren. Aber auch
. Gier konnten fie rücht lange Stand Halten; fie wur⸗
den fchon am folgenden Tage von der Franzoͤſiſchen
Lebhaftigkeit gendehigt ſich meiter durch Tuͤrkheim
bis hiuter Wor m s zu flüchten. Die unter dem
Befehl de& Herzogs von Sachſen⸗ Teſchen vereinig⸗
ten Oeſtreicher und Reichsvdlker mußten, nach meh⸗
rern ernſtlichen Befechten, gleichfalls auf ihre Sichen
heit. bedacht fein; fie wurden fo fehr gebraͤngt, dafß
kn via zuge auf ber lulea nd J
—*
—
‘ 7 . PARR:
— 214 —
| halten Konten‘; s: ſie gingen bei Mami wieder
I auf das biesfeitige fer, -
Durch diefe unguͤnſtigen Vorfalle ſahe ſich der
Pe Möllendorf bewogen, mit der
Hatptaimee die Schänzen bei Lautern zu vers
kaffen, und. ſich ruͤlgehend dem heine wieder zu
nähern. Er ging bis Nieder: Siörsheim, und
der Graf Kalkreut bis: Kreuznach zuruk. Die
- Sranzofen . nahmen alle‘ Poften vom Eifaß bis
Worms, die ihnen ſeit ſieben Wochen entriffen
waren, wieber ein; fie erbeuteten die Preufifchen
‚ Magazine zu Frankenthal und Lautern,
machten eine große Zahl gefangen, und eroberten °
eine: Batterie von ı8 Kanonen. Die Deutfchen bes
ſfanden. ſich in eben ber Tage, wie vor dem Feldzuge,
wmit Verla Unterfchiede dazu, daß ſie einige taufend
Soldaten eingebuͤßt hatten.
d
‚Und ber ganzen Geſchichte dieſes Schtellens⸗
Trieges geht bie für die Deutfchen eben nicht erfreus
Uche Bemerkung hervor, daß fie oft fi iegten, und faft
nie weientliche Vortheile von ihren Siegen zogen;
9 daß hingegen die Franzoſen Durch jeden erheblichen
Trumpf noch erheblichere Gewinne „eräteten. Zus
weilen .erfahr man. kaum von ihren Siegen etwa;
denn die bedeutendften Niederlagen der Allürten
wurden durch die bloße Nachricht, daß man eine
ruͤkgaͤngige Bewegung ‚gemacht habe; 'verdeft und
verſchwiegen; nur aus der plözlichen Veränderung
des -Kriegsfchauplazzes, und aus ben Rieſenfort⸗
ſchrinen der wranzdfiſchen Heere konnte der mit der
Nand⸗
⸗
— 215 —
Landkarte belaunte Lefer urlhellen, wer Sieger ober
Beſiegter geweſen ſei. So wußte auch jezt Mo⸗
reau den Sieg' der Rhein⸗ und Moſelarmee zur Er⸗
eberung von Trier zu benuzzen. An der Erhal⸗
tung diefes Ortes war für die Deutfchen und ihre
"Verbündeten mehr gelegen,’ als es auf den erſten
Blik ſcheinen ſollte. Durch Trier ſtanden die
Deuiſchen Rheinarmeen mit euxemburg, Lüttich und
Holland in Verbindung; von hier aus Eonnten fie _
den Alfirten, welche vor dem mächtigen Undrange. ,
‚der Franzoſen aus den Niederlanden weichen mußten,
- zur Hülfe kommen, und ben Ungläffe, das auf fie-
losſtuͤrzte, vieleicht noch Grenzen ſezzen. Trier,
im Mittelpunkte gelegen, mußte durchaus, von den
Deusfchen behauptet werden, wenn ihnen Hofnung
zu beſſern Erfolgen uͤbrig bleiben ſollte. Die Deut⸗
ſchen Heerfuͤhrer erkannten die Wichtigkeit dieſes
Poſtens in der Wagſchale des Gluͤls. Moͤllen⸗
dorf hielt daher am 26. Juli eine Zuſammenkunft
mit den kaiſerlichen Generalen am Rheine, um ſich
über die Vertheidigung Triers zu berathſchlagen.
Er verfprach, das Land zwiſchen der Nahe und Dies
v
ſel zu dekken, Koblenz zu beſchuͤzzen, und angriffes
welſe zu verfahren, um die Oeſtreichiſchen Geuerale
Melas und Blankenſtein, denen die Rettung Xriets-
‚oblag, zu unterflügzen. Aber: hiebei machte er es
zur ausdrüklichen Bedingung, daß die‘.
Heftreichifhe Armee in den Niederlanden ‘das J
linke Rheinufer um keinen Preis vers
ließe; denn m ſonſt wuͤrde er alle Berbindung mit
ben:
.
3
* 216 —
ben Deutſchen Wbelwarmeen aufheben, und gr nach
—
| Weſtfalen yat Beſchuͤzzung der Preußiſchen Laͤnder
wenden. Der Preußiſche Feldherr machte ſogieich
Anſtalt, ſeine Berſprechungen zu erfüllen. Er brach
mit dem Hauptkorps gegen Lautern hin auf; der
Erbprinz von Hohenlohe ruͤkte von Oppenheim nach
dem Hundsruͤlken, der Graf Kallkreut zog näher au
. die Mofel, und der. Herjog von Teſchen ſchikte 10000
Mann Reichstruppen zur Mitwirkung der Preußen.
Vlber ehe noch alle dieſe Truppen an deu beſtimmten
‚Orten eisitrafen, waren ihnen bie Sranzofen bereit
äuporgeldimmen, und hatten den Haupiſchlag aus⸗
geführt. Moreau aͤberwaͤltigte am 6. Anguſt mit
raſcher Schnelligkeit den kaiſerlichen Poſten bei
Remich an der Moſel, ruͤlte am 7ten bis Graͤ⸗
xrenmachern, und ndthigte die Oeſtreicher, alle
Gegenden zwiſchen der Moſel und Saar zu räumen,
— Um 8. Anguſt ſtuͤrzte er dje legte Vormauer Triers,
| bie Pellinger Schanzen, wo Blankenſtein eine
ſolche Nieberlage erfuhr, daß er Trier verlaffen _
mußte, weldes nun am g9ten den Franzoſen die
Thore oͤfnete. So ging dieſe fuͤr die Fortſezzung
| bes ganzen Feldzuges höchft wichtige Stadt verloren,
und die Preußen, die zur Hülfe zu ſpaͤt kamen,
zogen ihre Detafchements zuruͤk.
Bis zum 19. Sept. verhielten ſich die Deutſchen,
wenn man unbedeutende Poftengefechte ausnimmt,
ganz ruhig, fie ließen deu Franzoſen Zeit, ihre neuen
Stellungen feſt zu machen, und fie dachten kaum
datan, daB Mertoruk wieder zu erobern, Cudlich
| a —
eher erwachte ibs tuiegeriſcher meth⸗ die golgen
von der Einbuße Triers wurden täglich nachtheis :
liger fuͤr ſie; ſie beſchloſſen nun, alles anfzubieten,
um ſich des gedachten Ortes wieder zu hemeiſtern.
In dieſer Abſicht ſollte der Erbpring von Dobem
lohe mit einem Korps Preußen und Reichötruppen
den Feind von Raiferslautern vertreiben, feing
Magazine zerfibren, feine Kriegöbedärfuiffe megnehs , .
men, und fo den Weg zur Eroberung von Trier.
Bahnen, Am 18. September rüfte er mit 20000 ,
‚ Preußen und einigen Bataillonen Pfälzer und Darm⸗ j
ftädter vor. Zu gleicher Zeit hatte ber Herzog von
Zeichen 10000 Deftreicher von Mannheim aus über
den Rhein zu feiner Unterftäzzung gefchit. Am
19 September überrafchte der’ Erbprinz von Hohen⸗
Iohe die Franzoſen auf dem Schorleuberge bei
Lautern, und entriß ihnen dieſen ſtark verſchanzten
.\ Poſten durch feine Seifteögegenwart und rafche Thaͤ⸗
tigkeit. Die Franzoſen fühlten die Wichtigkeit dies
Ks. Verluſtes; fie bereiteten ſich daher ernftlich vor,
den Schorlenberg von neuem in Befiz zu befummen,
De Erbprinz erfuhr ihre Abfichten, er verweilte
nicht lange; und obgleich feine Truppen eines Ruhe⸗
tages bedurften, fo bot er dem Feinde Doch unge⸗
fdumt ein Xreffen an, Er zog am 20. Gepfember
in die Gegend von Kaiferslautern, um diefen
Schauplaz der Preußifchen Tapferkeit, wo ſchon
gwei Siege erfochten waren, durch einen dritten
Triumpf zu verherrlichen. Er fand die Franzoſen,
die einen ähnlichen Plan hatten, ſchon im vollen
Anmar⸗
\ ⸗ u
Anmorſche gegen ſi ſich; er ließ bie Kavallerie ſogleich
einhauen. Sie that dies mit dem gluͤklichſten Er⸗
ſolge. Sie drang in dad Franzoͤſiſche Fußvolk · von
allen Seiten ein, und warf alles vor ſich nieder.
Der Franzbſiſche Oberſte Jordy bildete, um die
Preußen aufzuhalten, ein Quarre, und feuerte aufs
lebhafteſte unter fie; er ſchoß bei der erſten Salve
auch wirklich 40 Dragoner vom Regimente Katt
darnieder. Aber dies rettete ihn nicht. Die Preußen
drangen in das Quarre ein, und wuͤtheten mit ihrem
Saͤbel fo moͤrderiſch, daß nicht ein einziger Sranzofe
bhne Wunden blieb, Der Obergeneral Meusnier
konnte fein zerſtreutes Heer nicht mehr zum Stehen
bringen, er ſahe alle feine Truppen gerfprengt, und
dur darin bewies er- feine Geſchiklichkeit, daß er die
Artillerie den Siegern zu entziehen wußte. Der Erb⸗
bprinz von Hohenlohe trug den vollſtaͤndigſten Sieg
davon, er machte 100 Dfficiere und 2000 Gemeine
zu Gefangen, erbeutete aber nur 4 Kanonen. Die
Preußen gaben ihren eignen Verluft, ob. ganz richtig,
iſt ſchwer zu beſtimmen, auf nicht mehr als 113
Todte und 289 Verwundete an. Das kaiſerliche
Huͤlfskorps, welches die Gegend vom Rheine bis
an das Gebirge delte, blieb an dieſem glorreichen
Tage unthaͤtig, vermuthlich, weil es die Niederlage
der Franzoſen nicht ahnete, ſonſt haͤtte es den Sieg
ſehr vergroͤßern koͤnnen.
+ Doc) alle das Blut, womit. die Felder ht. Kai⸗
ferslaute en nan ſchon dreimal geträuft worden
waren, "Half zu nichts; es war unnäz vergoffen ;.
- “ - der
— 219 rm
yer Haupigwet— wurdo nicht erreicht, 8; DRS
'endorf mit der Hauptarmee vorräfte, um die
Srächte des Hohenlohiſchen Sieges zu ernten und
trier zu erobern, dba brachte ihm ein Eilbote die
Schrekkensnachricht, daß bie große kaiſerliche Ar⸗
mee ımter Klairfait and den Niederlanden bis
hinter die Roer zum Htgefchleudert worden ſei.
Haͤtte vielleicht Trier durch einen kuͤhnen Angriff
genommen werden koͤnnen, ſo war es bei dieſer Lage
ver Sache eine völlige Unmoͤglichkeit, es zu behaups
en. Die befte Jahreszeit war ohnedem verſtri⸗
hen; die Preußen hatten ſich bloß ohne Trier zu:
Bertheidigung bed‘ Rechten Mofeluferd anheifchig '
zemacht, jezt konnte keine neue Verabredung Statt
finden. Die Franzoͤſiſchen Rhein⸗ und Moſeltruppen
erhielten große Verſtaͤrkungen und haͤtten mit Macht
uf die Preußen losſtuͤrzen kͤnnen. Aus dieſen
Gruͤnden hielt es Moͤllen dorf für rathſam, zu⸗
ruͤtzugehen. Er ſelbſt ging im feine alte Stellung
bei Kreuznach und Bingen; der Erbprinz von
Hohenlohe verließ alle errungnen Vortheile, begab’
ih nah Worms und bald näher nah Mainz
hin; und die Reichätruppen eilten wieder auf das
rechte Rheinufer nad) Mannheim und Deibeb
berg. u
Doch hierbei blieb es nicht einmal. In der
Mitte des Dftobers erhielt der Feldmarſchall
Möllendorf den unerwarteten Befehl vom Ko⸗
nige, daß er ohne Zögerung ganz über den Khein
zurutgehen, und da die Oeſneſcher alle Angriffe auf⸗
ge⸗
| a.
enden. hitten, Ki Heer durch Behauptung des
» Jenfeitigen Uferd nicht. im. Gefahr bringen follte,
‚ Diele Botſchaft fezte die Alliirten in Erſtaunen
„und. die überrheinifchen. Deutfchen im, Verzweiflung,
Eetöf. den Franzofen kam ber ‚Preußifche Mälzug
unbegreiflich und unerklaͤrlich vor. Die Oeſtreichi⸗
ſchen Senerale baten den Feldmarſchall Moͤllen⸗
dorf wenigſtens um Aufſchub, bis Rheinfels und
Mainz durch Mannſchaft verftärft und durch gehds
tige Vorroͤthe geſichert waͤren. Die Berliner Bes
fehle, waren jedoch zu beftimmt, als daß fie Äbera
{dritten werden durften... Am 23.und 24 Oftober
fegte Möllendorf bei EI toi ‚ und der. Erbpring
von Hohenlohe bei Oppenheim über den Rhein.
Nach wenig Tagen. verurfachte ein neuer Befehl
noch. mehr Verwunderung. Das Hohenlohiſche
Korps von 20000 Mann ſollte den Kriegsſchauplaz
völlig verlaffen und in die Preußifchen Staten zus
—ruͤkgehen. Dem zu Bolge trat es am 10 November
den Marſch zu feiner Beftimmung an. Es befans.
den ſich alfo nur noch 40000 Preußen am besfirigen
Rheinufer unter der Anführung Moͤllendorf's, ber ‚
fein Quartier zu Hoch he im nahm.
„Die Franzoſen hielten den Preußifchen Rälyug
anfänglich für eine Kriegsliſt; daher wagten fie es
in den erſten Tagen nicht, ,. die geraͤumte Gegend zu
beſezzen. Erſt am vierten Tage rüften fie. vor, un
bald gab ihnen ber Fortgang .ihrer Baffen zu grow
Gen Entwürfen Hofnung und Math. Gie wollten
‚dab ganze linke Rheinufer. in, ihre Gewalt bringen,
weils
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vo .
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13 ’ 8 — J 1 ’
Y
—* —* werghe: Yuulke; durch Ru.
len, Mheinfels,: Mainz und die Monte
ei mer Schanzem⸗ den Deutkhen; gefidyert; zu
ein Kubi Kob bougulamute fiir diem Tag.
jalsett;: .. Von Zramgbfifcken Geenaden geängfigt
nb. how der Menſchlichkeit erweicht, zog Metas am
3 Olcwer aus, wnd verließ einen Ort, den er nut
iter — — in die Länge: nicht behaupten
2. Die: Heſſiſche Mergfeſtung RNheinfels
8 —— — — gehaltnem Kriego⸗
ath zu Lfang dea Muneniberd:, dach. wider Willen
es Landgrafen, übergeben, Man fand das Wer⸗
ahrendoer Heſfiſchem Offictere sun Seiteet der Wiikte
Argerichteifo tadelhaft, daß man bie: hatteſten Stta⸗ |
en Aber die Thelluchmer. orvhing. - Der. General
deſius abe: zum Schwerte, ‚dur iberfio Dany sür
dugel, und jedes andre Officien zur Auffarion ven
amt ).. „ erfferer jedoch vom Laudgrafen: zum iehanıkı
unglichen, und zweiter: zum. 1:5jÄhrigen Feſtiugs N -
Berhafn verurtheilt. ‚Später, erſt am.a5: Dereme -
er, flel. bie Mannheimer Rheinſich au ze nach
er: heftigſten Gegenwehr durch Aupitwintion ih
zrauzoſiſche Haͤnde. Auf drei:Punkren war eß
en Franzoſen noch vor Ende dad Jahres 1794 ges
für. . Aber bei dem 4ten, dem wichtigſten unter
llen, mußten ſie ik Worhaben aufgeben, welches
er Preußiſchen Tapferkeit ganz beſonders zugus
hreiben · war. Nach dem Falle, von. Rheinfels
endeten bis: Franzoſen ihre: ganze Macht gegen
Ra inz . Die Deutfchen werfkunten jedoch Kran
oo. | 0 ‚ biefe
—
⁊* 1
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— 329 2 une
⸗ *
J dieſe Eur Germehlene: in einen furdeßren
Stand’ der Vertheidigung. zur. ſezzen. Die Preußen
- Äbergaben- das: bis jez geſaͤhrte Kommandee hen
Seftung -den. Deftzeicherm welche acooo Manu Kies
ſazzung hinein legten, GobtAanonen auf den Wiley
aufpflaugten, 500 Klubbiſten, Anhaͤuger ver Irau⸗
zoſen, heraus trieben, nud ſich zu einer nachpruͤkli⸗
chen Abweifung. der Feindesauf jede Urt anfehikten;
Dabei hatten fie.dad Verſprechen, von den Preußen.
in: Nothfaͤllen gehörig: uuerfifgt.zu werden. : „Din
Hranzoſen machten im Noveriber .mehmire Derfuche
. gegen Mainz, bie. Dusch die Defivelcher " vereitele
wurden; : Su: Ende; des: Monats Inngte Kleber bed
der Franzoͤſiſchen Armee An, ein erfaßrner. Generals
der ſich durch die Eroberunguon: Wie freicht:2ineme
Namen gemacht hatte. Dieffr umternabee ami =
Dreember , einen. fuͤrchterlichen Sturm gegen bie
wZahlbacher Schanze, bie era mal erfkieg:und mal
. - wieber. verlor. Bel’m: dritten :Üinrennen winde er
die Dereichersäbermanne heben „ı wenn: nieht gerabe
ian eutſcheidenden Augenblikkereine Abtheilung Vren⸗
Sen, Senders bad :Leibhufaren = Regiment von
. Eben, wider ihn angeſprengt waͤre. Klebrehieit es
‚wicht für rathfant; ; feine ermübeten Truppen wit
den audgeruhten Prenßen kaͤnpfen zu laſſtn. Ex
führte Daher feine Maunſchaft Hinter die Franzſi⸗
fchen Linien zuräf, nachdem ‚erzmiele Leute eingebuͤßt,
jedoch 5 Kanonen. ald Beagen flines Muthedemitge⸗
nommen hatte. Die Franzoſen gaben nun dus Bors
j haben eine gewalfenemn Erſtuͤrmung von Mainz
ganz
N
223 —
+
tanz. auf; aber nicht ben Plan, es Bei einem age.
auheſten Winter des vorigen ganzen Jahrhundettes
'inzufchließen, Sie vergraben fir) in Erdhuͤtten,
erduldeten alle Arten von Ungemady,ged erregten
wurd) ihre Standhaftigkeit ‚ die man einem fuͤr fa
veichlich gehaltnen Volke nicht dngetraut haite, die
Bewundrung Curopen 6,
Bald nach dieſen lrieeriſchen Borflüen, , * |
ezten von Preußiſcher Seite in dem Revolutions⸗
ampfe „kamen Die oben erwähnten 20000 Preußen
inter. dem. Erbprinzen von Hohenlohe yon ihrem
Rüfzuge wieder in die Gegend von Moinz, beſezten
296 befeftigte Staͤdtchen Kaſſel, welches durch
ine, Rheinbruͤlle mit. Mainz zuſammenhaͤngt, und
jereiteten, ſich, ihren übrigen Deutfchen Streitbräe - ,
Jern beizuftehen. ‚Uber. bafd- erhielt pie Preußifhe
Armee eine andre VBeſtimmung. Holland und
England, die mis dem Prenfifchen, Beginnen
hen. fehr unzufrieden waren, erhoben.jezt neue
Klagen und behaupteten, baß die Preußen den Bee
dingungen bed Subfivientraktates feine Oinäge geleia
ſtet hätten; ſie forderten. es als ein Recht, daß die
Preußiſche Armee in die Niederlande marſchir⸗
je, retten ſollte, was noch au. reiten waͤre, ud ven
n
aigſtens Holland. deiten möchte, ' Der Feldmar⸗ |
Hal Möltendosf Tonne ohne Befehle feines
Hofes. die Rheinſtellung nicht verlaſſen und der Kd⸗
ig glaubte gu Feiner willfärlichen Dis poſition der
Seemaͤchte wani cuen zu ein, Ohnedem war in
reden
J
Ta „224 Er
sch m denmden nichts mehr u verbeſſeru;
Traktat ging mit dem Ablauf des Jahres zu *
und die Witerzeit ſchien zu großen Entwuͤrfen nicht
geſchilt. VBuleibſicht des leztern Punktes urtheilten
.
die Franzofen anders. Sie ſahen den ungewoͤhnlich
fmengen Winterfroſt, welcher ihnen’ Aber Hollanbb
Kanäle’und Sumpfboden Bröften: baute, “fir das
geſchikteſte Mittel an, ihre Herrſchaft über Holland
and den Miederrhein auszubreiten. Aues gluͤkte
hnen uber Erwarten. Die emiirten konnten den
roißenden Strom ihrer Eroberungen nit aufhalten!
Die Engländer, Hannoviraner und Heffen zogen
Die Ueberrefte ihrer Heere in den traurigfieh Umftäns
ven nach Weſtfalen zuruͤk und fanden hinter det
Kippe und Ems Feine Sicherheit, Der gattze Laͤu⸗
derraum jenfeit des Rheins und folglich das Prend
Bifche - Eigenthum von Moͤrs, Geldern und
Sem äberchtinifchen- Kleve fiel in die Franzbſiſche
Waffengewalt; die Feſtung Weſel wurde bedroht,
ganz Weſtfalen kam in Gefahr and Hanks
wer zitterte, eine Beute feiner gereizten Zeilide za
werben; Es wir ſchleunige Huͤlfe udthig, Beh
‚nicht Norddeutſchland den Schlägen der immer
machtiger andringenden Sranzofe unterliegen follte,
Der deldmarſchall von Mollendorf wurde babek. itk
Aunfange bes. Februars 1795 befehligt⸗ die ganze
Armee — mit Abnahme von’ 10000 Mann, "Wels
che unter: dent Prinzen von: Hohenfohe bei Mäinz
zeruͤbbleiben ſollten, — nah Weftfafen zu fähren
und an bie: Henndvenſch⸗ ensitigen Truppen unter
dem
1
dem⸗ Kommando ‚des Brafen von. Ballmod en
Simborn anzufchfießen. on "
Alle aufrichtige Baterlanpäfreunde ſcufzten jezt
nach dem Ende eines Krieges, deſſen urſpruͤuglicher
Zwek nun ganz vermikt war und deſſen Folgen für.
Deutfchland immer gefährlicher wurden, Diele eble
Fürften nahmen das Wohl ihrer Länder ernſtlich zu
Herzen, ließen alle von der Parteifucht eingegebnen
Rathſchlaͤge der Rache fahren und ihre perfänliche
Einpfindlichkeit uͤber die ‚Vorgänge in Frankreich
ſchweigen. Der Kurfuͤrſt von Mainz Öberräfchte =
den Reichdtag am 20 Ott. 1794 mit einem f förnılis
chen Friedensautrage, ‚welcher zwar. bon manchen
Höfen, als von Hannover und Trier, heftig
gemißbilligt, von der Stimmenmehrheit am 22
Dec, aber angenommen wurde. Doc die ‚Faifere .
lie Partei vereitelte die Wünfche der Patrioten,
lAugnete die. Nothwendigfeit, ded Friedens, “und
drang im Februar 1795 mit mehr Hizze als jemals
anf die Fortſezzung des unfeligften, unndthigften
und verderblichften aller Kriege, \
| Der König von- Preußen war ein Haupibe⸗
fdrderer des Friedensgeſchaͤftes gewefen; ; und da es
durch Oeſtreich's Widerſezlichkeit nicht in Gang kom⸗
sen fonnte, fo glaubte er ein Recht zu haben, für
die Nuhe feiner Starten auf einem anden Ziege zu
forgen. Er beichloß, fich non dem Pillniger Bunde
loszuſagen und mit der Franzoͤſiſchen Megierung,
die damals aus 5. Direktoren beftand, zu verſoͤhnen.
Der Graf von Golz, vorheriger vente Minie
‚ Gallus Br. Geſch. 6. Thl. II. Abth. Po fe.
J
| Kir zu ya, hatte in "def Abficht bereits ſeit
Anfange des Jahres 1795 mit dem Franuzoͤſiſchen
- Sefandten Barthelemi zu Bafel eine Einlei⸗
tung zum Frieden eröfnen muͤſſen. Der Graf
"farb am 6, Februar daſelbſt, che er fein heilfames
Werk vollendet hatte, "Woran ihn ber Tod verhins
.derte, das bewerkftelligte-fein Nachfolger, der Baron
von Hardenberg, mit gluͤklichem Erfolge und in
kurzer Zeit. Er langte anr ı8 März zu Baſel an
und ſchon in wenig Wochen am 5 April 1795
‚wurde jeygr merkwürdige, nur den Leidenfchaften
verblendeter Parteigaͤnger verhaßte; aber von allen
verfiäudigen Menfchenfreunden gefegnere Gries
densfhluß zwifchen der Krone Preußen
und der Republik: Frankreich unterzeichnen.
Allein Preußen dachte hierbei nicht einzig nur au
feinen Statsvortheil, fondern bemühte ſich, die Seg⸗
nungen: des Friedend allen Deutfchen Höfen, vie
2 . über ihr wahres Intereſſe aufgeflärt genug wären,
zuzuwenden, wie einige der Bedingungen diefes
Traktats dentlich beiviefen. Das Ganze enthielt 12
. "Yrtifel, deren vornehmfte folgende waren ;
„Der König von Preußen vergleicht fi mit
Frankreich nicht allein. als Monarch, fondern
auch als Kurfürft; trennt ſich ganz von den
Friegfährenden Mächten und ftellt folglich au ch
kein Reichskontingent mehr.
„Die Franzoſiſchen Truppen bleiben im Beſij
der Preußiſchen Provinzen, die jen⸗
ſeit des Rheins liegen— » lange, bis
bei
— 227 — — 7
_
*
Er oinem. allgemeinen Rocheftleden über das
Schikfal diefer Laͤnder entſchieden wird.
‚ Die Öefartgueni werden ohne Loſraeld ausgewech⸗
ſelt, wozu ach biejeitigen Mainzer, Pfälzer,
Sachſeu und Heflen gehören, Die bei der Preus
Bifchen Armee geſtanden haben.
„Wie Haudelsverhaͤltniſſe werden auf dem J .
. vorherigen Fuße wie vor dem NKriege herges
Reit, bis ein beſondrer Handelstrattat ge⸗
ſchloſſen fein wird.
„Da diefe Beſtimmung nur dann ihre volle Mir
kung haben kann, wenn bad nörbliche Dentſch⸗
land im Ruheſtande iſt, ſo werden «beide
Mächte Masregeln ‚ergreifen, den Kr iegss
ſchauphaz vom Norden Deutfglan
des zu entfernen, —
„Die Frauz. Republik erklaͤrt ſi N bereitwillig, |
die Preuß: Verwendung fuͤr die -.-
Fuͤrſten und Stände des Reichs an⸗
zunehmen, die mit ihr in Unter
handlung treten wollen und. die
Bermirtlung des Königs fhon.ver
langt häben oder noch verlangen
Werden. - Su diefer Abſicht verſpricht Frank⸗
reich, die Laͤnder der Reichsfuͤrſten am rechten
KRheinufer 3 Monate hindurch, vom Tage
der Ratifikativn dieſes Friedenöſchluſſes ange⸗
rechnet, nicht feindſelig zu behandelu.“
/ »
die
| Det. öffentlich befanutgemächten Bedingungen wa⸗
ren, wie man - aleich Aufangs vernlutheꝛ und wie es
| P 2
—E \:.
/ : _
nd 228, —
u die Botgepeit allmalfg lothuͤlte, ‚ wech: einige g e⸗
heime Artikel beigefuͤgt worden. Sie betrafen
Verabredungen uͤber die wahrſcheinliche Abtretung
des linken Rheinufers an Frankreich, uͤber die Ent⸗
ſchaͤdigungen, uͤber das Schikſal Hoͤllands und des
Eibſtathalters und aͤhnliche Gegenſtaͤnde. |
Bald. nachher wurde eine nachtragtiche
Konvention gefchloffen,; vermöge welther man
eine beſoudre Grenzlinie. fuͤr das noͤrdliche
Dentſchland verzeichnete, welche die kriegſuͤhrenden
Maͤchte nicht uͤberſchreiten ſollten. Diefel De mar⸗
kationsliwie, wie non fie nannte, umfchloß
das diesſeitige Weftfalen, Nieder » und Oberſachſen,
den Fraͤnkiſchen und einen Theil des Oberrheinifchen
Kreiſes⸗ Fraukreich verſprach, alle Hinter dieſer
Linie befindlichen Laͤnder als parteilos zu betrachten,
wenn ſie ihre Kontingente zuruͤkzoͤgen und keine
neuen Verbindungen eingingen. Preußen! hingegen
miachte ſich verbindlich, dieſer Linie Ehrfurcht "zu
verſchaffen und fie gegen die Angriffe jedes Bewaf⸗
‚ neten durch ein Obſervationskorps zu beſchuͤzzen.
Hierdurch wurde alſo die Hälfte des Deutſchen
Reichs von den Drangfalen des. Kriege errettet.
Dieſer Zuräftritt ded Königd vom Kriegsſchan⸗
plazze erregte großes Aufſehen, hie und da bittere
Klagen und mancherlei ſcharfe und ſchneidende Ur⸗
theile. Der Berliner Hof verharrte-aber mit feſtem
Sinne bei ‚feiner weiſen und wohlthätigen Politik
und fezte dem unbilligen Kritiken übelgefinnter Stats⸗
männer unterm 1 Mai ‚eine oͤffentliche Er⸗
klaͤ⸗
ww
n\
’
7 . | 1
laͤrrug; * n-feine Mirſtaͤnde entgegen, wor⸗
n das. Preußiſche Verfahren gerechtfertiget und die
Nachahmuny deſſelben Impfohlen wurde, Der König
zeſtand, daß es ihn nath diaͤhrigen rmeßlichen
Selvausflüffen ans fen; Sande, nad) gjaͤhriger,
ehr ſichtbarer Schwaͤchung und Minderung feiner
Zemppen, nach dem Verluſie der jenfeitigen heine
zrovinzen und nach dem ſchaͤdlichſten Einfluffe aller
iefer. Uebel in Die Bevolkerung, in den Nahrnngs⸗
tand, in das geſamte Wohlergehen. feiner Unter⸗
hanen · ſo gut als phiſiſch unmöglich ſei, einen Krieg
ortzuſezzen, deſſen gähflicher Ausgang gar nicht zu
warten, ſtehe. Das Deutſche Reich hätte zwar in
inom. Gutachten auf einen Waffenſtillſtand und
Friedenoſchluß angetragen ; aber zu feinem von bei⸗
yen babe man cinen Verſuch gemacht, oder eine
Finleithug’getroffen. Man Habe vielmehr alles an⸗
jewender, die fäntlichen Meichäftäude zu einer
zeuen Bewafunng, fo ſchwach und Hoff
rungs los fi ſie auch ſei, zu verleiten, und es dei
‚aher der Anfchein vorhanden, ?uld wenn daß Reich
einer fo feierlich erklaͤrten Friedenbliebe zuwider noch
ferner in den ungluͤklichen Krieg verflochten bleiben
folie, Der Koͤnig habe die Gelegenheit, einen bea
ſondern Frieden zu ſchließen, nicht unbenuzt gelaſ⸗
fen, Ind er herſichere allen, die ſich mit ihren Wuͤn⸗
‚hen an Frankreich wenden wollten, ſeine ktaͤftigſte
Unterſtuͤzzung angedeihen zu laſſen. Dieſe und noch
einige andre Vorſtellungen von Preußiſcher Seite
iounten no dem loaſſeilchen voſe keine friedliche
Ge⸗
— 229: — J
N
—
N
mn 230 —
Gefangen einfibgen und koine gänfige weinnig
‚über ben Basler Traktat beibringen: Oeſt⸗
"reich beflagte , fich vielmehr uͤber Preugen bei ver
Meichsverſanminng, ftelite- feine Ausſehnung mit
Frantteich als ein verfäfiungdwinriges Unternehmen
vor und glaubte hierin große Gefabren für Deutfche
land zu erbliften, Es gluͤkte der kaiſerlichen Portei,
welche nichts als Krieg im Munde führte, die mehr
fen. Staͤude bei ihrer Verbleudung zu crhalten, wos
bei .fab die geiftlichen Fuͤrſten am geſchaͤftigſten bes
wiefen,. den Funken ber. glimmenden Friedensliebe
wieder außzulbichen., ohne zu ahnen, Daß fie.emdlich
Bas? Schlachtopfer ihres eignen Starrſiuns werden,
amd ihre weltliche Macht ganz verlieren wuͤrden.
‚Nur Helfen: Raffel, Baden und Mirtem
berg folgten dem Preußiſchen Beifpiel. und treun⸗
gen ſich von der Koalition, die durch: ihre: kriegeri⸗
ſchen Masregelu namenloſes Eleud für Dentſchiand
und den Umſturz Helen bicherigen Verhaͤlmiſſe her⸗
beifdbrte
Umerdeſſen daß. man im Weſten Europen’s
einen ‚König, der nicht mehr vorhanden war, wieder
berlelzen wollte, ſezte mon in Oſten einen andern,
welcher noch lebte, ab. Die Franzoſen bezeigten
der Fonigswuͤrde zu wenig Ehrfurcht, dies erbitterte
die Fuͤrſten; die Polen, hewiefen ihr Die volleſte
Huldigung, dies verdreß die’ Kronenträger noch
mehr. Man’ vergoh Buͤrgerhlut in Stuhmen, um
Frankreich für feine Eingriffe in die Majeſtaͤtsrechte
zu augen; und ·man nm. Polen mit deu
| —Schrek⸗
! m.
F — ‘237 —
rerren det Krieges beim, weil es :bie Ber
ed _ Königs ausdehnte. So wiberforecheuihin
hren Aoußerungen, aber: fo einſtimmig An. ihren
Nbfichten iſt Die Politik; ihr iſt es uͤberall wichu.um
Srundfäzze, ſondern um Eroberunger und um Ein⸗
luß zu thun. : Ihre Mittel ſind verſchieden, ver wel
bleibt derſelbe. Gegen Frankreich fuͤhete mon -einenus
dre Sprache, als gegen Polen; haͤtte man dort wie
hier geſiegt, ſo wuͤrde ebenfalls Berftfeng: der, vu
nern Macht das lezte Ziel geweſen ſein.
Die Rolle, welche Preußen in dem großen
Trauerfpiele, das fih mit dem gänzlichen Unter
gange der Republik Polen endigte, vom Ans
fange bis zur Loͤſung des Anotens fpielte,. war bedeu⸗
send und abwechfelnd und wird noch den ſpaͤtern Zei⸗
ten Beranlaffung zu mantherlei Bemerkungen geben.
Im Jahre 1788 beim Ausbruche des Tuͤrkenkrieges
war Polen. im Begriff mit Rußland in ein engeh
Buͤndniß zu treten, und da leztere Mache zu ihrem
Feldzuge · gegen die Pforte der Polnifchen Untenſtuͤ⸗
zung: bedurfte, fo konnte Polen unter dieſen Um⸗
. ffäuben guter Allianz ⸗ Berbinbungen gewärtig ſein.
Aber; die: Preußifche Statsklugheit ſahe ein ſolch
Vorhaben. mit mugääftigen. MAgen an, weil es die
Schwaͤchung, vieleicht die Zerfrünmerung des Türe
iſchen Reichs, mit deffen Erhaltung Das. Preußifche
Intereffe genau. verbunden war, zur Folge gehabt
haben winde. -Der Preußiſche Geſandte zu Wars -.
ſchan erhielt daher den. Auftrag, die Vereinigung
Poſtens m mit Rußland auf⸗ ale mögliche Art ju vera
bins
- }
>
⸗
— 332° — 5
PR: Mean haitert getade ‚den. rechten Manu,
einetöfrinen Italiener, den Marlis Luccheſini zu
dieſemu Weſchaͤfte erloren, welcher es auch nad)
Muaſche zu Stande brachte. Er gebrauchte bald
Dropamgen;;. bald Vorſprechungen, um die Polen
gegen Mußland-iabgeneigt zu machen; ::er gab mit
den ſtaͤrken Ausöräften im Namen des Ko⸗
‚ wigB 000 Preußen die Werficherung ,: daß fich
der Berliner Hof nicht in. ie: innern Angelegenheiten
Poleu's iſchen und eben ſo wenig geſtatten wuͤrde,
‚ „daB: ſich irgend wine fremde Macht darum beluͤm⸗
‚werte 1.Die Solge. vom allen diefen und ähnlichen
Umterhasidlungen 'war endlich ein feierlicher Alli⸗
Anz » Traktat zwifchen Preußen. und Polen,
welcher · am 9WMaͤrz 1790 geſchloſſen wurde. Ein,
Artidel dieſes Bundes enshiekt die ausdruͤkliche Zus
ſage; Faß der König: von Preußen der
Dep. Polen. wit feiner.ganzen Macht
Abeifisgen: wolle, wecken fie. som Feman
Ver var um angegsiffen wärde, meil fie
RYerianere :Syatöverfeffung zu nerkef
fdintgevächte,. »Seim langer Zeit fühlte men, die
Nothwendigkelt ; eine: Kouſtitution, die, lauter
ghuͤk vermrſacht hatte, zu” verändern „: auf?6 lebhafe
ehe: Der Preußiſche Befanbte hatte im Namen
feines Herrn auf -die . Entwerfung. einer
meudn Megierungsform gedrungen und vor
Abſchlaß des Freundſchaftsbundes verlangt, Daß
vorläufig die Grundlade, auf wilde das. neue
Gtrarsgebäude aufgeführt werden ſollte, beſtimmt
und
— 238—
anb beaheſen wuͤrde. Es geſchahe ) der Rerdotag
vereinigie ſich uͤber die Hauptpunkte den kuͤnftigen
Landesderfafſung, -der: Preußiiche Keſaudte theilte
fie amtlich ſeinem Hofe: mit und meldere nachher den’
Polnischen, Staͤnden, daß Preußen Damit ‚wohl: zus
frieden, ſez. Die Erblichleit. der Köyigee
wärbe,: und-die Vebertragung derfelben '
on den Kurfärften von Sachſen machten
das Wefentliche.der verabredeten Bedingungen aus.
Nach dieſen Belimmungen wurde die jene Ko u⸗
ſtitution, wirklich auögsappeitet, am 4 Mai 1794
faſt eintiwmig ‚vom Reichstage, beſchloſſen und ſo⸗
dann ven allen Landtagen gebilliget, _ Der König
von Pheußen bezeugte fein Wohlgefallen hieruͤben auf
mehr als eine Lirt, Er ließ durch den Markis Luce
cheſini bein Departement der auswärtigen Verhälte
niſſe zu Warſchau ein Schreiben überreichen, worin
ed unter andern heißt: „bei dem lebhaften Ancheile,
„welchen ich ſtets au dem Glüffe der Republik und.
„an der Defefiigung der neuen Konftitus
„tion; gengmmen habe, — einem Antheile, wovon
‚ich bei allen Gelegenheiten, wo ed non mir abhing,
die ‚Aberzaugendfien. Beweile gab; —, kann. ich
„nicht umhin, den entſcheidenden Schritt
„vollkommen zu billigen, welchen die
„Nation eben gethan hat and welchen ich
⸗fuͤr ſehr geſchikt halte, ihre Mohlfahrt zu befeſti⸗
„gen““. Gleiche Geſinnungen athmet ein andrer
8
Brief, welchen er unter'm 23 Mai 1791 an den
Koͤnig von Polen ſchrieb. „3% greife mich
giäts. |
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;atätiie, fagt er darin, daß. ih etwas.
pur Aufrechterhaltung der Freiheit
"und Unabhängigkeit‘ def. Polnifchen
Nation beitragen konnfe; und eine
„meiner angenehmften Sorgen wird ims
„mer die fein, Die Bande, wolche und
nsereinigen, zu erhalten und- noch ens
„ger zu Inüpfen"-: Eben fo günftig druͤkte
ſich Preußen's großer Statsmann, der Miniſter
Herzberg⸗ hieruͤber aus. In der Abhandlung,
welche er am 6. Dktober 1791 zur koͤnigl. Ge⸗
burtsfeler in der NMademie der Wiffenſchaften ablas,
ſagt er: „Die Polniſche Natfſon bat uns
‚neiw Beifpiel von einer Revolufion ge
geben, welche mir Ordnung und Maͤ⸗
jRigung ausgeführt wurde, Weiß diefe
„Nation felbige mit eben der Klugheit
„und Mäfigung im Innern und Ye
„Bern zu benuzzen, durch welche ſie au⸗
„gefangen und ausgefährt worden, fo
„kann fie fo gluklich werden, als es
wihre Lage verftateer- 2
. Diefe authentischen Thatſachen heweiſen affecber,
daß diejenigen neuern Schriftſteller gaͤuzlich irren,
4
welche behaupten, daß die ohne Vorwiſſen des
. Könige von Preußen am 3, Mai 1791 betannt ge=
machte neue Konſtitution die Urfache der Veraͤnde⸗
| tung des Preußiſchen Siſtems in Abſicht Polens ge⸗
weſen ſei. Der Berliner Hof muß audre Gruͤude
gehabt haben, vie ihn ſo ſchnell zu Vefolgung eines
-.,.-
entgegisgefegtei Werragens: antritben.“- Raim: war
eis‘ Johr vergangen, ſo verwandelte ſich Preußens
Freuudſchaft gegen. Polen in eine entſchiedne Abneie
gung, Schon ‚frühzeitig entwarf man den Man zu
einer nennen Zerſtuͤklelung diefed großen Meiche, dad
in füch noch Feine. Feſtigkeit zu feiner Selhirderthei⸗
dignug, und außer firh keinen maͤchtigen Beſchuͤzzer,
fand. Bereits am Ende des Sommers 1792, wo
man noch nicht die mindeſte Vorbereltung zu einem.
Pohiihen Feldzuge in den Preußiſchen Provinzen
berwerfte,, ‚oder nur almete, wurde der talentvolle
und :inı Finanzweſen erfahrne Kriegsrath Albrecht
von Glogau nach Berlin berufen, .. Diefer Daun
arbeitete unter: den: Augen des Statsminiſters
Strnenfee den Entwarf zur nenen Finanz + Einrich⸗
fung: derfenigen "Provinzen aus, welche Preußen von
Polen abzureißen Willens war, Damals blieb alles
eintiefes Geheimniße aber im folgenden Fahre eut⸗
huͤllte es fish, indem Preußifche Truppen einen gror
Bea. Theil der Republik befegten, und Albrecht
unter dem Titel, eines Geheimenrathes die oberfte.
Leitung der Zoll a nad Herifegefchäfte in ben eroberten |
Ländern erhielt. Der wahre Grund ber Heräns
berten Preußiſchen Geſnmungen iſt biß jezt dem
VPuhlikum nicht mitgetheilt worden; daß aber ein ⸗
Nanderes Siſtem angenommen wäre, zeigte ſich vor⸗
niuich mad) der Örafen von Herzberg Entfen
nung aus dem Habineröminifterio,
Einen Bormand, fih is Polens Bpgelegenbeiten
mer ‚ fanden bie benachbarten Maͤchte, An⸗
fange
. Non
I | tr — 236 —
faugs blind oben; nachher: auch Yreufen.;u and
Defiscizh‘,cin "dem Mißvergnügin einiger 1wenigen
vornehmen· Polen. „Eine unbebentende Zahl Polni⸗
ſcher Magnaten, an deren Spizze dir. Ktonfeldgeug-
wmiſter Graf Potocki ſtand, weigerte ſich die neue
Kouſtitution anzuerkennen, ſezte eine förmliche Pros
> eflation dagegen. auf,.. ud fehte den Ruffiichen
Schu; wider die augenfbeinfiche Mehrheit, bie. man
eine- allgemeine Nebereinſtimmung : nennen Tonnze,
ai, , Die Ruffiſche Kaiferiny: welche ‚8 nicht gets
ſchmerzen kounte, daß Polen, freilich nur auf frems
den Antrieb, es gewagt hatte; ihrer Hernſchſucht ein‘
nige Grenzen zurfezzen, ergriff dieſen Miderſpruch
der ausgewanderten Polen mit Begierde, um vas
ungluͤkliche verlaßne Land zihren Zorn fuͤhlen zu
laſſen. Eine zahlreiche Armee ruͤkte im Mai 1792
indie Republik ein, um, wie es hieß, die ale Ord⸗
nung der Dinge wieben herzuſtellen. Die Polen hat⸗
ren Muth, aber nicht Kraͤfte genug, einem ſolchen
— 6* auf ihre Freiheit zu widerſtehen. Sie muß⸗
“ten der Gewalt und einem unguͤnftigen Geſchikke
weichen, : Weit Katherine IA. dad Anfehen vom
Großmurh, als ob fie nur den eutflohnen Pattioten
beiſtehen nad ffir fich nichts ſuchen wolle, zu Ver⸗
vekkung ihres Abſichten noch noͤthig zu haben meinte,
ſo gab fie'ed. zu, Daß unter Anufuͤhrung des Grafen
von MPotocki eine Konfoͤderation zu Targo⸗
wicz errichtet wurde, welche die Form der einzigen
kechtmaͤßigen Gewalt von Polen annahm, und ver⸗
ya 237 —
möge verſelben⸗ die alte: Siundenſeſds von nee
einfuͤhrte. an
Pren her nabm nach geheimen Berabredungen
mit. dene Ruſſiſchen. und, Oeſtreichiſchen Hofe bald
thaͤtigen Antheil au Polens Schilſal. Es beſezte im
Jannar 1793- unter der Leitung des Feldmarſchalle
von Moͤllendorf mit Truppen, die aus Schle⸗
ſien, der Neumark und aus Weſtpreußen. gezogen
waren, und wozu mehrere Depot: Batailfong gehöre‘ - no
ten, das Gebiet von Greßpole a, und die Städte
Danzig nnd Thornz welche, leztern Drte bei der ...
erſten Theilung durch Englands. und Nuflands ern⸗
ſten Willen von dem Preußiſchen Looſe wider Fries, \
drichs 1 Abſichten ausgeſchloſſen blieben, jegt
‚aber "mit Ruſſiſcher Beguͤnſtigung ihrem, Geſchik
nicht entgehen konnten. Ungeachtet die Preußen
ihren Einmarſch für nichts anders, als nachbars
liche Freundſchaft ausgaben, ſo Wwehandelte
man doch bie Polniſchen i in geringer Anzahl, und in
einzelnen Zerftrenungen liegenden Beſazzungen als
triegsgefangne Feinde. Eine vom 6. Januar
datirte Deklaration hatte zur Abficht, das Preu⸗
Bifche Verfahren vor dem Urtheile der. Welt zu rechte
fertigen. Es enthielt in der Hauptſache folgendes:
„Die Polnifche Nation hätte von je ber dem
„Könige von Preußen mandherlei Urfache: zum Miße -
vergnuͤgen gegeben. Eine pariotiiche Partei ſezze
„den Ruſſiſchen Truppon einen hartnaͤkkigen Wider⸗
„ſtand entgegen, und veranſtalte geheime Unzetten
lange um bie offentliche Srdnung und Ruhe ums | |
Au⸗ I
v⸗
1
\
2
v\
\ „anflärzen. "Der Rorzſtae Demotradem, Ä
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zbefondess die ab ſcheukiche Rotte der Jako—
ndiner, fände in Polen, und namentlich in Gr oßs
„polen, Eingang. Es bildeten fich daſelbſt Ress⸗
lutions⸗ Geſellſchaften, weiche jene verdammlichen
Wlandſagze ungeſchen betenneren. Darum maſſe
per Konig vom Preußen zur Siche rheit feis
ner eignen Staten zwekmaͤßige Maßrꝛegeln
„dawider nehmen, Er wolle den zweiten Feld⸗
ang gegen Frankreich erdfnen, und koͤnne aus
„eluger Politik den Varteimachern in Polen
„keine freien Hände laſſen, "damit er keinen Feind
—„im Ruͤkken hätte: -- Died zu verhindern habe er be:
„ſchloſſen, Großpolen mit einem Truppenkorps zu
„beſezzen, wobei er weiter Nichts ſuche, als die
Preußiſche Grenze zu dekken, die Auf⸗
pwiegleg zu unterdruͤkken, die Ruhe her⸗
34uſtellen, und den wohlgeſtinuten Eins
„wohnern einen kraͤftigen Schis zu ver:
„leihen.“ Dieſe Erklärung enthielt zwar nichts
bon netten” Theilungsentwuͤrfen; ; ‚aber alle übrigen
Berfügittigen. ließen über die wahre Abficht und über
ben Iängft gefaßten Entſchluß feinen Zweifel übrig:
Die angegebnen Gründe konnten ohnedem nicht all⸗
gemeine; Ueberzeugung bewirken. Die Polnifchen
Staͤnde, und felbft die unter Fette Unfeben
handelunden Konfoͤderirten von Targswidz längs
neten geradezn die Richtigkeit der angeführten That⸗
ſachen; fir bezeugten, daß fie nichts von Jakobiner⸗
iiubbiſen nichts von Revolutionsgeſellſchaften, nichts
boss
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1 KR \
n n Rubefbrern wuͤßten, "fie forderten einzelne
zeweiſe ven diefen im Allgemeinen hinge '
orfenen Anflagen, und verfprachen, alles kur Er⸗
anliche ‚zu Abhelfung jeder gegründeten Ver
bwerbe zu thun. Doc man war nicht geneigt,
h in eine juriſtiſche Erdrterung von Fragen einzu
ſſen, die nur mit Kanonen beäntworter werden
Uten. Man geftand in kurzer Zeit ven eigentlichen
iewegungdgrund des ganzen Unternehmens, Eine
me Deklaration vom 25 März 1793 meldete dem.
ſezten Polnifchen Provinzen. den unwiberraflichen
zorſaz des Berliner Hofes, fie Auf immer mit dem
reußiſchen Statöförper zu vereinigen, Die Gründe
efer Beſi izergreifung ſind quf keine ſolche Anſpruͤche
ſtuͤzt, deren Preußen bei der etſten Theilung aus
rkunden anzugeben wußte; jest begnuͤgte man ſich,
bei der bloßen Konvenienz bewenden zu laffen: ”
e Sicherheit der Preußiſchen Staten,
eß ed im Berliner Manifeſte, erfordere es,
er Republik Polen ſolche Schranken zu
zzen, welche ihrer Lage mehr ange
‚effen wären,- und ihr die Mittel zu ers
ichtern, fich eine wohlgeordnete, feſte
nd thäatige Megierungsform zu der _
haffen, und dadurch Den Unordnungen
orznbeugen, welche fs oft ihre eigne
uhe erſchuͤttert, und die Sicherheit ih⸗
»r Nachbarn'in Gefahr geſezt hätten .
m dieſen Endzwek zu erreichen, und die
wublit Polee vonthrem sängligen Un
ters
—
‚ ⸗ - u 240 —
⸗
N \ . B j [ . ⸗
tergange.gu retten, gaͤbe es fein anbres
‚Mittel, als ihre angränzenden- Nrovins
zen den Preußiſchen taten einzuverleis-
N
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—
ben, ſie ſogleich in Beſiz zu nehmen,
und dadurch allen üblen Folgen, welche
and der Fortdauer der gegenwärtigen
Unruhen entftehen könnten, bei Zeiten
Sorzubeungen.
Auf dieſe Mitlenserkidrung erfolgte ber Befehl
an Südpreußens Einwohner — fo nannte man
das genommene Land — dem nenen Beherrſcher zu
huldigen. Au 2200 Abgeordnete fanden ſich aus
den verſchiednen Bezirken zu Poſen ein, und leiſte⸗
ten die’geforderte Huldigung daſelbſt am 7 Mai an
den Feldmarſchall Möllenvorf und den Minifter
Dankelmann. Nicht fo willfaͤhrig bewies ſich der
Reichstag zu Grodno. Die Haͤupter der Koufoͤde⸗
ration von Targowicz, welche bald nach Grodno
verlegt wurde, ſahen jezt mir Schrekken ein, welchen
uͤblen Dienſt ſie dem Vaterlande durch Anrufung des
Ruſſiſchen Schuzzes erwieſen hatten; ſie proteſtirten
nun gegen die Schritte des Petersburger und Berli⸗
ner Kabinettes, bewirkten aber dadurch weiter nichts,
als daß man ihre Guͤter einzog, ihnen mit Krimi⸗
nalprozeſſen drohete, fie zur Flucht zwang, und
jeden, der ihrem Beiſpiele folgen würde, ein aͤhn⸗
liches Schikſal ankändigte. Die ganze Knnföderas
tion. wurde endlich) aufgelöfer, cin neues Confeil
permanent, ein bei den Polen eben nicht beliebter
Vollziehungẽrath. ingeſent, und die Zuſammenberu⸗
fang
Is
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vo en 248. BI —
_ fang eine, Neichatags nach Groduo beſehlen.
dieſe Gebote erpreße man mit Gewalt. Der Ruſ⸗
fe Gareral legte auf alle in der Weichſel befind⸗
Jichen Geirtideſchiff⸗ einen Veſchlag ‚se hielt einige +
100 Fahrzeuge, die mit Korn beladen waren, in der
Nähe von Warfchan au und verſezte die Hanptſtadt
in Hungersgefahr. Durch ſolche Mittel gelang ea
den Fremden Herrſchern, ‚die gedrängten Polen. zur.
Nachgiebigkeit zu dringen, Die Erdfuung ber’ Male
verfammlungen, um bie Eondboteıt- zum Rechstage
zu eruennen, ging afı 27. Mai vor ſich. Ain Vie
Wahlen ganz nach ‚den Abſichten der verbundnen
Höfe zu leiten, ſchrieb man vor, daß fie an einem
Tage vollzogen fein müßten; und damit dies Ges
ſchaͤſte in diefer kurzen Friſt bewerkſtelligt werden
konnte, ſo uͤberreichte der Ruſſiſche Gefandte eine,
Aſte derer, die gewaͤhlt werden mäßten; Ruſſiſche
Officiere wohnten den Landtagen mit bei, un, wie
fie fagten, die Ordnung zu Erhalten, und is der
Nähe fanden !zahlreiche Truppenkorps .bereit, um
den Wahlherren Die Ueberlegung/ wer ihrer Zuſtim⸗
mung am wuͤrdigſten ſei, zu erleichtern. Kein Wun⸗ | . ,
ber , daß die Wahlen zur Zufriedenheit der Ruſſen
ausfielen. Über darum war noch lauge icht als -
polfender, was die beiden Mächte wuͤuſchten. Bei
aller Ergebenheit fuͤr Rußland konnten die exwaͤhlten,
und ſeit der Mitte tes Juni zu, Grodno verſam⸗ 9.
nelten Landhoten die Empfindungen ber Vaterlandds -
iebe. nicht bis zu dem Grade verläugnen, daß fie in
ie gehigtrifchen Forderungen ohne Bedenken willigen
Baus Br. Deich. 6. Thi. ALU N Tl
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ar am 24. Fant’eine Ruſſiſche und Preußte
ſche Mote von dem Reichstage verlangte; daß er eis
vien -befondern Ausſchuff mit unumfchränfter Boll:
macht ernennen, und demſelben aufgeben moͤchte, die
Abtretungs akte zu unterſchreiben: fo widerſezte
ſich die Mehrheit, anderen Spizze der König fland,
Spiefem Anſinnen geradezu, umd fehlug vor, eine Ges
ſandtſchaft an alle wohlwollende Höfe & zufertigen,
welche ihre Vermittelung aufrufen ſollte. Nach vie⸗
len ſtrmüiſchen Sizzungen brachte es “endlich der
N "ganz. Ruffelh) gefinnte Reichstagsmarſchall doch das
pin,” daß der bogehrte Ausſchuß nichergefezt
wurde; aber der König bewirkte durch 107 Stinis
. "men gege 24 den Sufaz ‚ daß nur mit Rußland,
md durchaus nicht mit beiden Hofen zugleich
un unterhandels wöärde,
Es mwaren neue gewaltſame Schtift6; und in ben
ahrbichern der Geſchichte denkwuͤrdige Behaudlun⸗
gem eines freien Volles erforderlich, um die Zuftims
ung betz Reichstages zur Muterfihrift des Preußi⸗
ſchen Traktates zu erzwingen. Seit dem 27. Augufl
‚ entftanden "vie. heftigſien Bewegungen unter dem
Landboten gegen die Abtretung bon Shdpreußen,
' Män wollte ſich von der Richtigleit der Preußifchen
BE Grfinye nicht überzeugen ;” man ernenette Dad An⸗
denken as bie mit Preußen dor einigen Jahren ges
ſchioßne Allianz; man uͤberließ ſich vem gerechteſten
Schmerze uͤber das Verfahren des Berliner Hofes.
Am gedachten Tage wurden in ‚der Reichsverſamm⸗
fung mehtere Aifrenftäfte verleſen, welde die vol⸗
m 2 - * ie u oo. lige
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8. u‘ - U.
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— | “ — 243 — ‘ ya
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en des Könige son Preußen bewieſen.
Jiefe. Vorlefung entriß den mebrften Landboten die
ige- Blttiguns dir jezt fo verſchrienen
donſtitution des 3. Mai 1791 von Sei⸗
itterſten VBormwärfe gegen den Berliner Hofr
Ind als bald ‘darauf der Preußiſche Abiretungs⸗ J
kntwurf zur Sprache Fam, fo wurde derjenige Lands
ote, welcher diefen Traktat abgelefen, und die' Ges
ehmigung dapon angerathen hatte," aus dent Shake
yeggeiags, und für einen Menfchen erflärt, welcher
er Ehre, ein Abgeordneter einer freien und eblen
dation zu fein, unwuͤrdig wäre, weil er ſeinen feier⸗
hen Eid, die Unabhängigkeit Polens zu behaupten,
ebrochen hätte. Das Papier, welches die Preußi⸗
hen Forderungen enthielt, wurde. aus ben. Händen
es Sekretaͤrs geriffen und anf .die Erde geworfen;
tan verbot eine abermalige keſung deſſelben, und
aßte einen foͤrmlichen Schluß, daß alle die für.
zerraͤther des Vaterlandes angeſehen
nd als folder beftraft. werden’ foltten, J
yelche ſich erdreiſten wuͤrden, von einer
aͤnder⸗Abtretung an Preußen 30 fme
Jen, oder auch nur auf eine: Ableſung
ahin gehdrender Papiere zu ſtimmen.
- Einen folchen kraftvollen Widerſpruch Härten die
erbundnen Höfe nicht erwartet. Der Nuffifche Ges
indte verdoppelte daher. feine Drohungen, Sr gebot u
em Neichötage mit duͤrren Worten, die Preußiſche
lbtretungs⸗ Urkunde aͤhne weitre Einwendungen auf
en 2. Sept. zu unterzeichnen; er ließ 2 Bataillone
UN
Q2. Ruſſi⸗
J
LG
un n Miſhe Grenabiere mit 4 Kanonen das Ole zu
Groednq and- den, Reichstageſaal umringen; er er⸗
Härte, daß kein Landbote ans dem Schloffe cher
| 1r herausgelaſſen werden wuͤrde, als bis die Unter⸗
ſchrift erfolge waͤre. Die Polniſchen Reichſtags⸗
Deputirten entſagten ihrer Würde und der Achtung,
die ‚fie fich felber ſchuldig waren, keinesweges; fie
weigesten fich, irgend eine Berathfchlagung vorzu⸗
nehmen, fo lange Ruſſiſche Officiere ihreu Saal,
J und Muſſiſche Truppen die Vorzinmer fühlten. De
Ruſſiſche Geſandte gab hierauf zu, daß die Officiere
" felner Marion fih entfernten; aber: die Troppen
‚ wellte er ſchlechterdings nicht: zurüfgiehen Zugleich
gellte er ein neues Schrekbild auf, Er redete davon,
den Koͤnig, den Marſchall, die rechtſchaffnen (das
deißt Ruſſiſch geſinnten) Senatoren und Landboten
in Sicherheit zu bringen, um fie vor einer Bew
4 gegen ihr Sehen zu bewahren, Wirklich
lieber die Polnifehen Garden burchfuchen, um bie,
bei /deren man Pulver und Biei finden würde, im
Berhaft zu nehmen, Man fand aber nichts. Des
‚König von Polen bemühte fich, dit Gemuͤther zu bes
oo. qubigen, und durch die Schilderung größerer Verther⸗
. rungen, die ſchon worbereiter waͤrden, Nachgiebigfeie
ols ein Meineres, aber nothwendig gewordnes Uebel
‚qwempfehlen. Er meldete, daß ihm ein Eilbote die
deſtimmte Nachricht gebracht habe, daß die Prem
diſche Armee tiefer ins Herz der Rep
blit zu dringen, Tauſende von Helruten
sudzuhrben, den Reſt don Polen zu vom
wäflen,
. ” N -
\ nn » RN
— 245 —
süßen, und: eine no größere Mer
brovinzen Toszureißgn angewieſen fei: Der
Darſchal ſchlug bie Bewilligung des Preugiſchen
Begehrens vor; allein von allen Seiten rief man
bma Meineidiger! Berräther: Vater⸗
aundsfeind! entgegen. Der König nahm wieder
ad Wort, und ſprach männlich und ſtark von ver
Rothwentigfeit, der Gewalt zu weichen. Werden
pir, fagte er unter andern, unferm: Schilſal ent⸗
jſehen Tannen? : Die Gewalt, weldhe uns
interdrükt, wird neue, obgleich hin ve
jerechte Ausſtrenungen erfinnen, wind
ins Ruheſtoͤrer, Rotten Jakobiner, Km
neuſchen nennen; und wird die Zerſtuͤlkekung
polens darum unterbleiben? Der Reichstag blieb
ennoch ſtandhaft .· Des. Königs Ahnung traf ein.
Des Ruſſiſche Geſandte übergab am 2. Sept: eine
sene More, worin er dad Betragen des Neichsrages
inen augeuſcheinlichen Keim bes Jakvobinism
nannte, deſſen verderbliches Daſein er init der Wurm.
jel ausrotten wolle; er: fordere, daß vie Suzung
nicht eher aufgehoben wuͤrde, als bis die Unterzeich
zung des Traktats befchleffen wäre. Ein Ruſſiſcher
General begab ſich in den Saal und gebot, daß ſich
kein Laudbote yon der Stelle ruͤkken folle, bis alles
vollbracht ſei. Von bewafneten Truppen in ce
Zimmer eingefchloffen,.. von gelabenen Kansnen ame
ringt, und von einem unerbittlichen Gebieter im
Junern gedraͤngt, beroilfigte.der Reichstag enblich⸗
ort, em ein wuehfitered Vogl m —
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“ich, mehr, abgewendet werden Komet: & emasnte
- “ " ‚einen Audſchuß, um den Preußiſchen Traktat zu
unterſchreiben, ‚ aber dieſe Ernennung geſchahe auf
‚ging Art, die eings ‚hohen und edlen Volksſenates
würdig. war, amd. welche die ganze Sache, morau
den beiden Hoͤfen ſo viel gelegen zu fein. ſchien, im
eine bloße Foͤrmlichkeit verwandelte. „Weit entfernt,
ſagten die Landboten im Eingange zu der verlangten
„Arkunde; ; daB. wir, die- vorgefpiegelte Rechtmaͤßig⸗
‚Reit bexer. Gruͤnde, wodinch der. Berliner Hof. feine
gewaltthaͤtigen Angriffe befihönigen will, anerfens
/xxuen ſollten; ſo proteſtiren wir, vielmehr vor ganz
Europa/ welches wir zum Schiedsrichter erwaͤhlen
nAdagegen; wir berufen. und auf die Heiligkeit ber
„Traltaten, die wir ſtets redlich erfuͤllt haben; wir
= „fthggen und Auf. bie Treue des Vuͤndniſſes vom
| „Jahre 1790, weiches wir auf das heißeſte Ver⸗
‚langen des Könige von Preußen mit ihm gefchloffen
zuhaben, und nach welchen zind:ber- Berliner Hof
anf, die Beutlichtte und feierlichfte Weife die Unabs
E „bängigkeit ud Unzertheilbarkeit der Polniſchen
„Ränder. gugelagt. hat, Wir geben hiermit unferm
seAlyelchufe zwar, ‚Die Macht, den Abtretungstraktat
‚mit. Preußen zu unterſchreiben; aber keine s⸗
Aweges mit unſeren freiwilligen Zuftims
win im 9, ‚Sondern bloß durch ‚Gewalt erpreßt, durch
Bu „Belgitigungen. erzwungen, und durch Drohungen,
die, Preußiſchen Trupyen weiter, vorruͤllen und
das Laud udlig verwuͤſten zu laſſen, abgenbibigtz
awit eben. die Sinmilgang⸗ yarhdem..unfen
. 7
2 . - 7
Bee ee
— N
zu " —
Rei —* am m Tage der Stiunbenfrmlyng x
von bewafnrten Schaaren. fremder. Truppen um⸗
ringt wart‘ Die Warſchauer Zeitung be⸗
hloß die Enahnin bievon:mit folgenden Worten:
Diefe denkwuͤrdige Sizzung, wovon man ſchwerlich
ein Beiſpiel in ber Geſchichte finden. wird, wo man.
den Stelfvertretern einer freien Nation durch eine
bewafnete Macht von Fremdlingen im Schoope .
ihres eignen‘ Vaterlandes, und in dem Heiligthu - , 2
me ihrer Berathſchlaguugen dad Zwangogeſez vor⸗ |
Ichrieb, in die Abtretung mehrerer Millionen ihrer en
Mitbürger -zu ‚willigen. — diefe trauererregende ©,
Sizzung dauerte den gänzen aten Gepteniber bis |
um 3. Uhr bes andern Morgens”: ', " _
Man bemerkt, daß. der: Ruffifche Gefandte die
inwilligung des Reichstags durch ‚einige Beguͤnſti⸗
ingen erleichtert habe, indem er das = htilıngde - |
08 des Königs vom Preußen um 5° Dieilen. xLaudes
rriũgerte. wu
Gewiß ift es, daß der Reichotag felber zu der
ollmacht des Ausſchuſſes einige Bedingungen him
‚fügte. Die wirkliche Unterzeichnung bed. Ceſſions⸗
altats ſollte gleich am folgenden Tage, den 3. Sepp8⸗
mber, nach der Meinung des Ruſſiſchen Geſandten
r ſich gehen. Aber der Preußiſche Minifter, Herr
on Buchhol'z, verlangte noch einigen Aufſchub,
s er neue Verhaltungsbefehle van Berlin, die Vers
iderungen betreffend, ‚welche theils der Ruſſiſche ne
evollmaͤchtigte, theils der Grodner Neishötag vor
ſchlagen hatte, erhalten haben würde, Ex empfing .
„ ’ . . „ : Wr Bar
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/ . F .%
— 248 _ J
* aͤnigen Dechen vie ubthigen Anioeifaugen;, u.
venſelben gemaͤß ſchrieb er det Meichönerfammlnng
am 21. September, daß der König. von Preußen des
„Siuderniffe, die man der Vollzichung dieſes Geſchaß-
- 168 entgegen flellte, muͤde waͤre, und die beſtimmte⸗
‚Ren und umpiderruflichften Befehle gegeben habe,
an dem 'erfien Abtreinngsentwurfe nicht die geringſte
- Weränderung zuzulaſſen. An eben dem Tage ühers
relchte der Nuffliche Geſandte eine Note von aͤher⸗
Beben Imbalte, werin er hinzufezte, daß es feinen
andern Ausweg für die Poluiſche Nation zur Rer⸗
"fang des Hebrigen.mehr gäbe, ale fi diefen: Bere
nangen ohne Weigern zu fügen, und die nnausbleib⸗
Kchſten Schrekniſſe wohl zu bedenken, die Jede ferne
Binetfeggung Aber fie bringen wäre,
Diefe niederſchlagenden Noten, welche vom
Neichstage and) die. legte ſchwache Sofmung zur
Werminheruug des Luͤnderverluſtes entriffen, verur⸗
ſachten noch eine ſonderbare Scene, die ſonderbarfie
vielleicht, welche in dem großen Trouerſpiele Start
hatte; Dies iſt die Reichstagsſizzung vomn 23. Sept.
‚welche in ben Annalen der Polniſchen Seſchichte mit
ceben den biusigen Zagen, wie bie nom 2. September,
eingegraben hleiben wird. Bereits am. 22. Sept.
‚BP Her von Sievers, der Ruſſiſche Gefaudte,
zwei Bataillone Ruſſen aus den umliegenden Doͤr⸗
fern much Grodud rukken, und am 23. durch fels
Bige bie Birfammlungsgebiuse befesgen, Hiemit
= \ nicht zufrieden, befahl er, wier Reichttagsdepu⸗
| Ken; 7 Men Pafoan fon 6 gehen unn ungen _
bildes
\ j 1
'
x .
f +
J 12
— 249 u . oo \ _
Iieten Möllern —* une unberlglid pe fein He 0
en, im ihren eignen Wohnungen am frübiten Üierb -
en gefangen zu nehmen. hs gamzes Verbrechen
efiand darin, daß fie, van zuler Vaterlandsliebz
eleitet, mis Staͤrle, Nachoruk und Wahrheit wider
ie Anmaßungen freryder Fuͤrſten, denen ſie zu heißs
en Gehorſam verpflichtet waren, geſprochen hatten,
iller ihrer -Progeftatienen ungeachtet wurden fie
unter einer Vevektung von Reutesahtheilungsn, mau
nußte nicht, wohin ?. weggeführt; nach/ den folgen. - .
en Behauptungen des Muffifchen Miniſters folltes - ' |
ie.in ihre Woiwodſchaften oder Wahlvezirke guräfe .
efehafft worden fein, De dieſe Gewaltthaͤtigkelten
den fo geheim begonnen, als ſchuell vollendet w⸗
en, fo wußten die uͤbrigen Landboten, die ſich um
ız Uhr Morgens verfammelten, nichts von’ dem
Schikſale ihrer Kollegen, der traurigen Sch lachtopfer |
iner ſchenungsloſen Politik, Sie warteten lange:
uf ihre Ankunft, und da fie teine. Nachricht von der
Urfache ihres Ausbleihens erhielten, ſo fingen fie an. |
ven wahren Grund davon zu errathen. Es war [chen
m Anfange diefes Neichstages der Beſchluß gefaßt
andy zum Geferge erhoben worden, daß Feine Berath⸗
ſchlagung vorgenommen werden follte, wen irgend
ine Beleidigung gegen ein Reichsmirglied von frem⸗
ver Gewalt. veräht worden wäre. : Dem zu Folge
entſchied man, daß bie gegenwärtige Sizzung fo
lange uneröfnet bleiben muͤßte bis die gefangnen
Landboten befreit und zur Berathſchlagung zugelaſſen
waͤren. Di den rn selig ſich ſelber
zum
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Pe . . \
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zam Reſſſcen Gefanbten, n um ih biefe-hicht bloß
- Billige, fondern andy gerechte Forderung vorzulegen,
Sie richteten jedoch, wie jeder Leſer von ſelbſt erwar⸗
| \ ten wird, nichtd aus. Der Gefändte empfahl ihnen
- Dagegen im ernſthaften und gebietriſchen Tone, die
Sizzung zu. eroͤfnen. Der Reichstag beharrte auf
feiner Weigerung und ſchilte eine zweite Depma⸗
sion an ‚Herrn von Bieners, deren Erfolg nicht
Veſſer war. Die ſchriftliche Antwort des Xeztern ent⸗
del, daß er. fo eben in einer befondern Note an die
RKeichsverſammlung die Gründe ‘angegeben habe,
warum die vier Landtagsboten, als eben fo viele Aufs
wiegler und Rottenſtifter, gefangen geſezt und in ihre
Beaezirke zuruͤkgeſchikt waͤren; er erklaͤre hiemit, daß
die Widerſezlichkeit, — die Sizzung zu er⸗
fen, dieſe und eine andre Note zu nerlefen, und
ohne Zoͤgerung den Preußiſchen Traktat von dem.
am 2. Sept. ernannten Ausſchuſſe unterſchreiben zu
Yaffen, — eine neue Beleidigung für die
hohen alliitten Höfe wärt; daß er ihnen
bei diefer‘ Gelegenheit das erſte aller
Gefezze zn Gemuͤthe fuͤhren möäffe, das
Sl, die Souveräne 7 3“ vefpeftiren;
7T.. | nn .\. ei®
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| — ran vitte dem Gaſendtee. antworten Konnen, dee
Gdreuken und Nußland keine Souveraͤne der Abge⸗
ordneten eines freien Wilkes waren; man daͤtte ihn
kdaran erinnern koͤnnen, daf der Koͤnig von Preußen die’
Grumndſaͤne ber jest, ſogenaunten Jakobiner⸗NRevelutien
vom 3. Mai 17yr vollkommen gebilligt Hatte,
⸗ a
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- 1 —
Selen, weldes: bie, Satobiners Ä
undfäzge, und die "ähnlichen -Befins
ngen der Revolution vom g. Mai 1791
8 den Augen fezten; daß er daher. vers
ge, augenbliklich "die beiden Notenazu lefen, in. 1
rathſchlagung zu nehmen, und ſich überzeugt zu .
ten, . daß Feine Möglighleit mehr vorhanden fel,‘
3. zu aͤudern, wand über fie beſchloſſen wäre.
Diefe Antwort verfezte die ganze Verſammlung
die tiefſte Beſtuͤrzung und veranlaßte ein Schau⸗
el, welches in einem erlauchten Volksſenate viel⸗
cht noch nie geſehen fein mochte. Zeichnete ſich
rate September durch heftige Reden, burch fürs
iſche Bewegungen aus, fo ſchlich der 23 Sept.“ in
ſtrer Todtenſtille dahin; in dem Saale, wo meh
re hundert Stellvertreter eines zahlreichen Volkes
x Ueberlegung uͤher Wohl und Wehe mit ihrem
dnige verſammelt ‚waren, ‚regte ſich den ganzen
ag fein Fuß, Öfnete fich Fein Muyd, ertönte Fan -
int; jeher blieb unbeweglich auf feinem Plazze,
=
t =
der beobachtete das firengfte. Stillſchweigen, Nien -
and begann die mindefte. Verhandlung. Seit.
Rorgeng g Uhr wor dad Schloß von Ruſſiſchen
ruppen umlagert; an jeder. Thüre,. an jebem Fen⸗
er ragten Bajonette in die Hoͤbe; vier. geladenn
anonen oͤfneten ihre Feuerſchluͤnde den Hauptihoren
atgegen; alle Ausgänge waren mit. ‚drohenden
'riegövoffe Befezt und ein fcharfer. Befehl gebet,
urchaus Teinen Menfchen, wer es auch fei, aus
er Bug weggthen zu laſſen Um: 9 Uhr des
Abends
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— 253 —
ende: wenſchte noch eine —E— Stine.
* trat der. Raſſiſche General Rautenfeld in
das Zimmer, näherte.fich dem Könige, und bezeigte
ihm dab: Merlangen des Ruſſiſchen Geſandien, ven
Augendiit die Beratbſchlagungen anzufangen. Der
König erwiederte, daß er ſich dieſem Wunſche wiche
vwiderſezze, aber daß er keine Macht habe, die Sands
‚ boten zum Sprechen zu zwingen. Der General
‚entfernte‘ fich hierauf, kam jedoch bald zuräß,,. umd
erflärte mit Liuter und furchtbarer Stimme, daß er
Seinen Deputirten eher zur Thäre herauslaſſen wärs
bve, als bis ſie ſich demjenigen, was man von ihnen fon
dere, unterworfen haͤtten, und daß er, wenn dieſes
Kine! nichts wirkte, Die härteften Masretzeln anzu⸗
wenden befehligt ſei. Stumm, wie dad Grab, lies
Ben die Anweſenden alle geſprochenen Toͤne verhal⸗
*
bloß leidend. Der Ruffiſche General erſchoͤpfte feine
geeze Erfindungätraft, um and biefen Schweigens
pen nur einen Laut. hervorzulokken. Vergebens.
Sie ſchienen Die Gabe der Sprache verloren zu ha⸗
ben. Rautenfeld wandelte zwiſchen dieſen Tode
am mit gemakigen Schritten auf und ab, er lief-
bald. an das eine, bald an das andre Ende des
Gaaqts; jezt blieb er wor dieſem, „dann: vor jenem
Vvandboten jlehen, er drohte, er liebkoſete, er wech⸗
. Kite mit Schrekkenswotten und Schmeicheleien ab,
ex aahete dem Könige, er ging an den Thron,
Dennoch beharrten die Abgeordneten bei ihrem Stil⸗
ſawaea, ang dar Nacht, die je din Ungſt ihre
„ m 253 — * 2
varzgen zietige uͤber dieſe Frauerfeene gebreitet -
te. Die Mitternacht ging vorüber, der neue
g, der 24 Sept. brach an, es fchlug 3 Uhr More ,
8.und noch hatte fich der ſonderbarſte, ‚des einzige
fteiet ‘feiner. Urt nicht geändert. Spieße und
nten wurden noch immer denen vorgehalten, wels
Miene machten , weggehen zu wollen; fein Al⸗
‚Fein Rang, felbi die Aönigewürde nicht, wurs,
geachtet; und eben der Geſandte, welcher die
re predigie, es ſei das erſte und groͤßte Gebot,
Sonveraͤne zu reſpeltiren, zeigte keinen Re⸗
kt gegen’ die Bitten eines Königs, den ‘feine ges
ichten Haare, feine edlen Gefinnungen, fein
w
and und fein Ungluͤk gleich ehrwuͤrdig machten, |
lich ſchlug. der Kralauiſche Landbote, An Lwicz,
WMittel vor, dieſer peinlichen Rage abzuhelfen,
m Reichstage feine leidende Unthaͤtigkeit zu erhal
ı and dem Dringen ber beiden Hbfe Genüge zu -
un, Nach feiner Ungabe ſollte der Marſchall,
enn die Ruffifche Note veriefen wäre, wie gewoͤhn⸗
h die. Stimmen der Landhoten aufrufen und fe
agen, ob fie das Verlangte bewilligten oder nicht.
eder ſollte das bisherige tiefe Stillſchweigen fort⸗
obachten und ſtait des ſonſtigen zualigen Bejas
nd auch nicht eiumal, antworten. Dieſes
ichweigen koͤnute von den Nuffen nud Preußen für
ne Zuſtimmung genommen werden; um aber Die
bre des Reichstags zu retten, fo muͤßten in einer
eich darauf abzufaffenden Proteſtation ce am 2.
18.25: Eeptembet erlittuen Waßbandlugen faͤr die
Nach⸗
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— 255 — ——
gchwit aufgezeichnet werden. Dieſer Rach wur
de pänttlich defolgt. Die Vorlefang des Abtre
tungs⸗ Tralktats und der Vollmacht fuͤr den Aus⸗
ſchuß, ihn zu unterſchreiben, geſchahe; kein Menſch
J ſprach etwas; es gab alſo keine Widerſezlichkeit;
yo
dies galt Für eine Einwilligung; der Koͤnig und ber
Marſchall hätten nunmehr das Hecht, die Voll⸗
— macht zum Unterzeichnen auszufertigen. Aber in
dem närhlichen Augenbliffe begann man, eine feiere
AUche Verwerfungs: Ate des Erpreßten in deu ſtaͤrk⸗
fen Ausdrükken abzufaſſen. Sie war vom felgen
dem Inhalte: „Umringt von fremden Truppen
und bedroht von Seiten des Preußiſchen Hofes, eine
Armee in’ das Innere der Republik mit dem Vorha⸗
ben, alles zu verheeren und zu verwü⸗
ften, dringen gu laſſen; mit einem Worte, durch
taufendfache Gewaltthaͤtigkeiten unterdruͤkt, hats
ten die zum Reichſstage verſammelten
Stände am 2 Sept: gezwungen eiiem
beſondern Ausſchuſfe die Erlaubniß'g
gebem ven Traltat; welchen die Gewalt I
nen: vorfegte, zu unterfchreiben; fie
hatten diefer Alte nur folde Bedingun
‚gen beigefügt, denen feldft die über
e wiegeade fremde Gewalt ans Mitkei—
den nachgeben. zu müffen ſchrten. ‚Aber
doch erfahren wir heute zu unferm größten Erftans
nen, daß auch "dies dem Berliner Hofe nicht genuͤ⸗
ger, Wir ſehen, daß neue Machtgebote ein neues
Projekt in unſern Sagl bringen, und daß dieſe uͤber⸗
..* — — . wies
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‚gende Senatt; um eb. durchzuſe zzen nicht m nur
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Pg ‘neue. den Ort uuſter Berathſchlagung mit Zn
mden Soldaten. einſchließt daß ſi ie uns nicht nur
hende Noten uͤberſchikt, ſondern daß ſie duch ans
rer Mitte und vor unfern Augen Mitglieder unſ⸗
Verſammlung aufhebt unb wegführt; und daß
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und durch ein unerhoͤrtes Beiſpiel bis zum - J
zebuͤrlichen Zeit der Nacht wie wirkliche Gefangne
t. — Verſezt i in eine ſo grauſame Lage, erklaͤ
ı wir, der König, die wir von Alter ges
waͤcht, fo vielen ‚gehäuften. Dualen und Mißhand⸗
igen unterliegen, und wir, die Stände der Reyus
k, daß wir jelbit mit Gefahr unfer Lebens ven u
irfungen einer bid.zum. höchften Grade ber Ha rte
triebnen Gewaltthaͤtigkeit nicht widerſtehen foun⸗ J
3 wir legen die Mittel, unſer Vaters
nd zu retten, die jezt nicht mehr in unfrek
acht fliehen, in die: Hände unfrer, viel
!
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icht glaͤklichern Nachkommenfchaft.
d alſo gezwungen, das von feiner Excellenz, dem
aſſiſchen Geſaudten uͤberreichte Projeft anzunehe
m, nehmen wir es hiermit au, aber einzig und ale
n aus den eben erwähnten Bewegnugsgruͤnden.“
ie ausfuͤhrliche "Erzählung. alfer Worfälle dieſes
erkwuͤrdigen Tages, des 23. Sept. wurde allen,
Dr
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mden bei der Republik ongeſtelren Geſandren |
tgetheilt.
Zwei Tage nachher am. 25 Spt. 1793 untere -
rieb der. ſo ſonderbar bevollmaͤchtigte Ausſchuß die J ⸗
biretuns durtunde an Pieußen. Der Ber⸗
N liner,
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von
uner Hf entfagte dafuͤr auf. Heränbig is: baut
ſtaͤrlſten Verſicherungen allen ‚Anfprüchen,
welche er gegenwärtig oder im Butunft,
directe o der indirecte es fei aus weichem
Rechtsgrunde, unter welbchem VBorwans
de, oder mit wad für einer Benenunng
es wolle, an irgend eine Provinz ober
den kleinſten Theil des jezzigen Pok
nifhen Gebiets machen könnte; und
Seine Zeitumſtaͤnde, keine veraulaßten
&reigniffe, feine eingegaugnen ‚Ber:
bindlichkeiten ſollten hierin etwas duderm,
Er that zugleich Verzicht auf die m Poiniſch. Lies
hauen gelegenen Herrfchaften Serrey um Tau⸗
roggen, und verpflichtete ſich, die Republik Po⸗
den in ibrem gegenwärtigen Zuſtande zu behaupten,
und ihr die Ungertrennlichleit und Gonvendnitde des
Äbriggehliehuen Landes anf das nachdrůtlichſte u
vuerwahren.
Dieſe Eroberung war für Preußen theils wegen
ibrer Groͤße, theils wegen der Fruchtbarkeit des
Bodens, theils wegen Der dadurch bewirkten Ver⸗
bindung von Oſt⸗ und Weſt preußz en at
Schleſien hochſt wichtig. Der Flaͤcheninhalt
wurde Anfangs uͤbertriebner Weiſe zu 1200 Diem
dratnieilen, nachher zu 1000 berfelben augegeben,
Aber neuere Beftimmungen verninderu Diefe Sum⸗
me. Der belaunte Laudkartenzeichner So tzmann
nimmt 897 gebierte Meilen ald bie wahr⸗
ſcheinlichſte Groͤße an Suͤdpren ßeu Abertiift
\ > alſo
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717 J Ps , i
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fo' Shlefien bder alle Furfäcfifcen kin
:r bei weitem:an Flaͤche nraume, weun es beiden
eich au Kultur im Phiſiſchen und Mor aliſchen noch
N nachficher. Doch wird es in einigen Menſcheu⸗
ern unter der thaͤtigen und jede Verbeſſerung
rig befoͤrdernden Preußiſchen Regierung gewiß
Feine Siefe der Bildung erhoben werden, deren
„ben: und Menſchen nur fähig ‚find. Und dann
rd es der Genius der Menſchheit vergeffen, durch
ide Mittel Polens Stan ; zertrimmert wurde, |
er Berkinfachung des - Preußifchen Magierungds
anges gemäd theilte man ganz Suͤdpreußen
2 Departemente, und feste in jedem 2 Dasıpte
legien, eine ‚eigentliche egierung und. eine
riegs⸗und Domänentammer, ein. Du |
ie Departement hat feinen Gig gu Poſen, und J
thaͤlt 17.Kreiſe oder nach zer alten Berufung
: Woiwodfchaften Pofeng: Kaliſch urn
n. Das andre wird von Petrikau benannt '
d beſtehet jezt aus 27 Kreiſen, ba-.es- ehemals
e Woiwodſchafter Sieradien, Lentſchichz,
ana, die Landſchaft Kujavien, das Land
obrapnz.. amd. einen . Theil von Kratan- u
lozkund Mafurien in.fihibegtiff, .- Pe
Wor fchen- die / gewaltſame — der
epupliß hen Polen verhaßt, fo-bemübte fie die ih⸗
n gufgedrungne : Freundſchaft „ber Rufſen noch,
hr, Am 15 und 16 Dftobs 1793 ſchlaß Nuß⸗
nd ein ſo geranntes Freund ſchafts⸗ und Vers:
nigungéebündniſſ mit Polen, welches aber
Gans vi. Bei. 6. Tbl. II. nn, RR. in
*
e
\ on — 258 — —
m Wahrheit ein Joch⸗ und ein Unterbräk
Kunpstraftat heißen koͤnnte. Polen wurde hier⸗
durch unter eine beftändige Vormundfchäft ver Ruf
fern. gefezt und in eine wirkliche Ruffifche Provinz
verwandelt. Am haͤrteſten und unerträglichfien war
jedem Patrioten im:edlen Sinne des Werts die Rufs
fiſche Erklärung, daß Polen in Zulunft nicht mehr
als ı 5000 Mann Truppen: halten follte ; eine Zahl,
die nieht eiumal derjenigen gleich kommt; die man
bei vielen Deutſchen -Reichöfürften autrift, deren
Laͤnder nicht den zehnten Theil des noch damals vor⸗
handnen Polniſchen Gebiets ausmachen. Voll Un⸗
: willen über eine ſolche Herabwuͤrdigung einer Nas
tion, welche Preußen in dem Ceflionstrattate doch
für unabhängig und ſouveraͤn erflärt date, wan⸗
derten viele. der vornehmſten Familien aus, um
* gicht Augenzeugen der Raſſiſchen Freuudſchaft ſein
zo: duͤrfen. Sie warteten auf eine guͤnſtige Gele⸗
genheit, ihr Vaterland von der freniden Dienftbers
Neit zu befteien, und unterhielten: einen geheimen
Briefmwechſel mit. ihren Mitboͤrgern. Die Gaͤhrung
nahm zu, und brach enblich am 3 Februar 1794 in
uͤffentliche Widerſezlichkeit gegen Rußlandes Macht⸗
gebote, aus. An dieſem Tage ſollten die mehrſten
Polniſchen Truppen abgedaukt werden Mada⸗
linsti, Brigadegeneral der Kavallerie, war der
Grfie, welcher es wagte, die Ruſſiſchen Befehle zu:
verachten. An Statt, fein Korps von 3000 Mann
zu verabfcyleden , nahm er es von neuem in Eid und
| Pit und ließ es ſchudren, far die ‚Breifett. amd:
ae. : Mets
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IN - | ‘ Fa dt u
em 259 u
tettung Sole s big. auf den lezten Blteneſin gm
:chten.: Ohne laͤngereb-Zaudern fiel er in Sauͤd⸗
reu LITE ein, ud erbeutete in mehrern Sglzma⸗
azinen und Kaſſen uͤber ‚6agpo. Dukaten. Won
ier eilte, et. nad) Krakau, wo die Jufurreke
ion ſchon ‚allgemein ‚geworden war und wo et mit U
em edlen Rosciusska, einem ber ruhmwuͤrdig⸗
en Maͤnner feiner. Zeig, der bereits zum Oberbe⸗
hlshaber ernaunt war, ‚eine Zuſanunenkunft hielt.
Rit großem; Enthufiadnud traten die mehrſten ale
n und, ſelhſt viele abgeriſſene Provinzen auf Koss
iuszkos Seite, nd ‚haufenweife ftelten fidy'
streiter. mates ſeine Fahnen. Um grünen Done
erstage und Karfreitage ſtieg bie Erbitterung gegen
e Rufen. bis zu einem ſolchen Zorngefuͤhle, daß
an fie, in der Hauptſtadt in einem allgemeinen
luthade der. Rache opferte, und daß Warfhau
ıf eine Zeitlang wieder der freie. Siz der Pelnifchen
eglerung wurde, Zugleich fingen bie Suͤdpre u⸗
ifchen Guͤterbeſizzer on, fich wider bie. Preugie
ye Heriſchaft -aufzulshuen und an Koscius z⸗
ys Heer anzufchließen. Died bewog den König von -
reußen, gegendie Polen die Waffen zu ergreifen, in .
e Republik einzubringen und ohne Verzug: die Woi⸗
vofchaften Senbomisund- Krak au zu beſezzen.
tie den Preußen vereinjasen ſich 7000 Ruſſen in der -
ſicht, die Feſtung Krakan, welche Kadtiunge
's niit feinen beſten Truppen beſezt hielt, zu beſtuͤr⸗
en. Kobeins zko's Heldenſeele hatte Muth genug,
n Augteifern entaraen un hllen und bei Seelze
u 2 Ns am
*
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8
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v ei
Ä Ei here zu vagen. Der Korig
von Preußen wär "äh STAR vbrher felber- bei der
Mpiiiee angekommen ? HR NIE ſemen Truppen
durch. ſeine Gegenwart Wärkiäuen und Standhaftig⸗
Rh ei” Die Polch lichen es an Tapferkeit ˖keines⸗
woches fehlen; ROSWILRHTD entwiklelte viele Feld⸗
herrntalente, er hite (bin Heer in 8 Treffen ſo
kuͤuſtlich geficht, SHE mir eilis nach dem anbern ente
beit werden konnte. Aber feine iN’CHE Yhfaimmenge:
haften Bauern · konnten #8 freilich in die · Laͤnge mit
alten, geuͤbten Preußiſchen Kriegern hicht hıröhalten,
ungeachtet fie alles rhiätef, was In-ihren Kraͤften
ſtand, In dichten Haufen” gegen’ die Pieußifchen Ras
‚ hoiten andrangen 9 anfaͤngkich einige Borkheile ers
rangen. Sie wurden endlich reihenweiſe niederge ſtrekt
Hd um’ Uhr Mauchmittags nach einem beinahe
aſtuͤndigen Kampfe mit einein Verluſte' von 2000
Mahn indie Flachtgejagt. Die Folge dieſes Preis
ßiſchen Siegetz waur · die Eimiahme deyFeſtuung Kr a⸗
kan;, welche · fi ch fach der erſten Aufforderung ers
gab, da man einen lkangern Widerſtand erwartet und
fich zu einer orbentlichen Belagerung geruͤſtet harte,
Die Hauptoperativn· des Konigs war mun auf
‘pre Eroberung voͤn Warſchau gerichtet, welche
der fer ſchlug, ſo gluͤkſich auch feine Truppen fochs
ken.“ In Heinen Scharmoͤzzein “und burch gefchifte
Wendumgen draͤngte er! den General Kost ias zko
bls' in die Naͤhe von Warfſchau, wärend deſſen
‚ein Ruſſiſches Heer von Lublin 24: Meilen: von
ber ;Gewprftäde entleeru — Koſeruszko
ver⸗
Ye
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.
a -
- % =
ſchanzee · ſ(ch mitt feihen 580000 Mam Ar einem |
ten Lager“ bei Warſchaͤu. Am 15 Juli traf der
nig zu Opalin, eine Stunde weitvon War⸗
eu, eikt und lieſt in denfölgenden Tagen den Ans
ig zu Beſchießung des Polniſchen Lagers machen
h 27 Juli eroberten ' fie die Kreuzfihange
iſthen Wola unde Warſchaun, und kamen
term Orte ſo nahe, daß ſi e einige Bomben hinein .
rfen konnten. Sie forderten die Städt drohend
f, ſich binnen 24 Stunden zu ergeben, aber ihre
ungnen Wortheile waren noch nicht ſo beachten,
B eine folhe Sprache Eindruk gemacht hätte,
ie Polen antworteten kuͤhn und handelsen unters
hmend. Sie thaten einen Ausfall und ſchikten
ter dem Grafen Poniatowski ein beſonderes
wp3 zur Benntuhigung der Preußen ab. Sie
Hteten ˖ jedoch nichts aus, -fondern mußten fich mit
nem Verluſt von 10 Kanonen zuruͤkziehen. Det
—
⸗
duig Heß hierauf neue Batterien anlegen und die
erjchanzungen Kosciuszkos feir dem 26 Aus
iſt mit, glühenden Kugeln befthießen. Aber hier
ar das Ziel der Preußifihen Zortfchritte vor Waita
bau. Kosſciuszko hattedurch Streifferps 11
reußiſche Schiffe, die mit Munition beladen von
zraudenz auf der MBeichfel zur Töniglichen Armee
führe wurden, ! wegnehmen laſſen, wodurd die
'reußifche Armee in die größte Verfegenheit geriet
ine andre, noch bedenklichere Gefährt drohte Ihr’im
tüflen Ganz’ SC dpreußen war gegen Die
Irenßifche Regierung in vdlligem Aufſtande begtif⸗
nd ten; K
- pr Kofen wurde eine-cigne ve Berbindungde
0 alte zur Wiederherſtellung der Polnifchen Berfaffung
unterzeichnet und. die Konſtitution vom 3 Mai 1791
beſchworen. Die Preußifchen Kaſſen wurden gepläns
dert, die Offieiauten yerjags, einzelne Kriegshaufen
gefangen genommen, aber doch.fehr anfländig beilß«
deit, ungeachtet man. in.den Deutſchen Zeitungen
ans Porseigeift ‚allerlei Schifderungen vou verübten
BGreueln der Polnifchen Inſurgenten machte. Kos⸗
—
4.
‚. zinszto wußte diefe Umſtaͤnde meifierhaft zu bes
nuzzen; er'fandte von Warfchau.aus 3 Detaſche⸗
menter zur Unterftögzung der Suͤdpreußen ab. Ein
aoudres Korps von 18000 Polen. beunruhigte die
Dpreußilche Grenze, und der Graf Den iäsowss
Fi führte npch goco Mann zur Verſtaͤrkung nad)
Suͤdpreußen, bie aber nicht bid Aahin gelangen, weil
die. Unmäherung der Ruſſen feinen Ruͤlzug nothwens
Dig machte,
Der König von Preußen bob, pon allen Seiten
durtch bie Inſurgenten bedroht, am 6 Sept, Die Des.
lagerung von Warſchau ganz auf, bezog anfängs
lich ein vortheilhaftes Lager bei Rasczin, räfte
indeſſen bald vdllig nach Suͤdpreußen zuruͤk, weil
die Unternehmungen der Polen immer gefaͤhrlicher
wurden,. Ein Korpe AInſurgenten unter dem Gene⸗
vwal Dombrowoki fiel in Prenßen’s alte Provins
an, in den Negdiftrift ein, plünderte in Staͤd⸗
ten und Dörfern, eymunterte zum Aufruhre und Des
vielt über den Preußiſchen Oberſten Szekely
2mal die Oberhand. Boeteix u Die *
\
. ’ ] N
— 263 —
„N
) 248. bei Erin unde dann ‚bei. Brom berg
„ vourbe aber jedes Mal gefchlagen, ſelbſt toͤdtlich
wundet und gefangen genommen. Er war kei⸗
zweges fänberlich ‚mit den Inſurgenten umge⸗
ngen, die ihm in ‚bie Hände. fielen; fchon 'am
yeine hatte er ſich ben Franzoſen durch‘ Härte
:chtbar geinacht, : Won den Polen erhielt er. hins
jen eine milde Behandlung, bis er an feinen
unden flarb. Der Preußiſche General Graf von.
hwerin ruͤkte bald- mir einem ſtaͤrkern Truppen⸗
ps gegen Dombrowäfi heran und\wertrieb die
furgenten zwar gluͤklich, aber man war. Preufis
#»-
‚er Seits doch mit ihm nicht. ganz zufrieden, weil
die Polen nicht aufgehoben hatte.
Dennoch wuͤrde die Lage der Preußiſchen Armee
Suͤdpreußen bedenklich geblieben ſein, wenn nicht
maͤchtig wie ein reißender Waldſtrom heranbrau⸗
ıden Ruſſen die Hauptmacht ver JIuſurgenten ent⸗
urzelt Hätten‘: Der General. Ferſen uͤberwand
n 10 Ottob. 1794 den Oberfeldherrn Koscis
s zko bei Madzie wieze nach einem harten
id gefährlichen Kampfe; wären alle Anordnungen
eſes einſichtsvollen und entſchloſſenen Polen befolgt
orden, wären feine Trenloſigkeiten, wie man ver⸗
chert, vorgefallen, fo hätte vermuthlich die patris
'ifche Partei geſiegt; jezt lag fie unter, Kosdi⸗
8380 felber gerierh in Gefangenſchaft; und dieſey
ag ward Polen’s Todestag ‚ To wie einſt Arbela’6
jefilde für die Perfifche Herrfchaft das Grab; war”.
en. Die Truppen der Generale Mavatinsti
⸗
—
und
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Ze
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u —.264 — Bu
pud Domb rows ki, welche noch einige Begenben
Suͤdpreußens beunruhigten, Tamen durch Kosci⸗
us 38.08 Niederlage in Gefaht, ‚völlig umringt zu
werben; - Über eine geſchikte Diverſion, welche der
GrafPoniatowski gegen die Preußen zu So c⸗
haczow machte, verſchafte jhnen die Mittel zur ihh⸗
ver Rettung, Während die Preußen ihre Aufmerk⸗
“ fanrfeit :auf das Korps des Poniatowski richteten,
nahmen ſie ihren ungeſtoͤrten Ruͤlkzug aus Suͤdpren⸗
Ben, Bald nachher ſtuͤrmte der Ruſſiſche General
Suwarow dag ſtark befeſtigte Staͤdichen Praga,
welches, nur durch die Weichſel von Warſchau
beirennt, als eine Vorſtadt davon angeſehen wird;
und dies Bahnte zugleich ven Weg zur Einnahme
yon Warſchan. Das ungluͤkliche Praga wurde
einer T.oölligen Pluͤndernng Preis gegeben ;: und grau⸗
ſamer wuͤtheten Tilly's rohe Horden wicht, zu Mag⸗
deburg 1631, als bier Suwarow's disziplinirte
Truppen. Ewig wird Praga ein Denkmal des Abs
ſcheues für Suwarow fein. Und dag man die ums
dihörten Grenelthaten diefer Pländerung auf Su⸗
warows Rechnung fchreiben kann, beweifet der Um⸗
Band, daß er fie nach einigen Tagen‘ in Warſchau
‚ernguern: laſſen wollte, "DVergnügt durch feinen ges
liebten Brantweintrank, den er alle Morgen betend,
oft kniend, in ſtarken Portionen genoß, gab er einem
Adiutanten den Befehl, den Soldaten zu melden,
daß fie ſich nun auch beluſtigen könnten; das hieß
tn feiner Sprache, fie haͤtten! die Freiheit eine allge⸗
meine ne Plunderung porzenehen. Ein andrer edel⸗
dens
— 26 su en
nfenber General, der es gehört hatte, ilte dem
djutauten nach und drohte + ihm mit einer Piſtole
ı erfehleßen, wenn er biefen fchändlichen Bes _ \
hl, wie ee ihn. felber nannte PR bekanut machen =
uͤrde.
Suͤ dpreußen unterwarf ſich dem. Dreifis
hen Scepter wieber, da ed alle Hofnüng zur Unab⸗
ingigkeit: durch die Ruſſen vernichtet fahe, und da
e milde Preußifche Regierung allen denen eine
änzliche Vergeſſenheit des Worigen und Begnadiß
ung auf's Künftige verfprach y welche binnen 14
‚agen die Waffen. freiwillig nieberlegen und in ihre
yeimath zuruͤkkehren würden. Die mehrften Edel: .,
ute und Bauern: nahmen diefe Lönigliche Einlgs
ung an. Die Äbrigen entfernten ſich in's Ausland . -
nd nahmen zum Theil unter den Srangofen Side J
esdienſte.
Die fremden Maͤchte begnägten fi jedoch nicht
amit, die Ruhe in Polen wieder hergeſtellt zu has
en, Sie glaubten auch nicht, an den von ihnen
793 errichteten Zraftat mehr gebunden zu fein,
ach welchem Fein Vorwand in der Welt,
ein erfonnener Rechtsgrund, Feine vorfallende Bez .
jebenheit zu einer fernern Theilung bennzt werden
ollte. Dieſes fo feierlich gegebne Verfprecdhen ward: 5
bon nach 2 Jahren-zuräfgenommen. Zu Ende des \
Jahres 1795 war die Vernichtung des Polniſchen
Stars. beſchloſſen und vollendet, Rußland—
Oeſtreich und Draußen eigneten ſich den immer
noch aufehnliihen Ret eines > Yormalß fo mächtig ges
weſe⸗
\ N on y
⸗
⸗
BE 266 —
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Ze " wefenin Reiches zu, welches i im fießgehnten Jahrhan.
derte den Ruſſiſchen Thron erſchuͤttert und den Oeſt⸗
reichiſchen befeſtigt, 1610 Mosfau erobert und
‚2683 Wien von den Tuͤrken befreit hatte, Preus
⸗
Ben erhielt bei der Aufldfung Polen's diejenige
Spizze von Sampgitien, welche Durch den Fluß
MNiemen und durch Dflpreußen gebildet wird, einen
Theil. der Woiwodſchaft Troki in Litthauen am
linken Niemen⸗Ufer, faſt ganz Podlachien und
das mehrſte von Maſovien in Großpolen bis au
den Bug und die Ppilica, (wozu Warſchan uud
Praga mit gehören); nebſt dem 1793 noch nicht
‚erlangten Theil yon Rama, nnd einer kleinen
Spizze der Woiwodſchaft Krakau au Oberſchleſi⸗
„en's Grenzen, Diefe. Stuͤklke wurden theils zu
Schleſien, theils zu Suͤd⸗ uud Oſt preußen
geſchlagen; das aͤbrige groͤßere Gebiet aber zu einer
beſondern Provinz unter dein Namen Renz ſt⸗
preuß en eingerichtet, Die Groͤße des neuerworb⸗
nen Landes kann bis jezt mit noch minderer Sewiß⸗
heit als bei Sudpreußen beſtimmt werben. Der
neueſte geographiſche Befchreiber deſſelben, der Herr
von Holſche hält So Quadratmeilen für bie
wahrſcheinlichſte Summe des Flaͤchenraumes.
Yuf eine ruhigere Art hatte Friedrich Wil
helm II. bereits. fräher 2 Fainilien⸗Laͤnder mit
feinem State vereinigt, bie ſchon zmal von Brans
denburgiſchen Kurfüriten aus dem Hohenzollerfchen
- Kaufe beherrfihr, aber eben fo viele Male an jüns
' ser Pringen venheiu werben waren, Der Kurs
fuͤrſt
rſt *). Joachim Friedria erbte fie 160%, trat
: aber im nämlichen Jahre an feine Brüder Chris
ian md Soahim Ernft ab, Diele flifteten
e beiden Linien, welche bis auf unfre Zeiten beftans
n basten. "Die erfle, die Bareutifche, ftarb -
765 mit. den Markgrafen Friedrich Ehriftian.
8. Es wer damals nur noch ein einziger Prinz
m der andern, der Anſpachiſchen Kinie übrig,
r noch lebende Markgraf Chriftian Frie drich
arl Ylerander, welcher 1736 geboren, 1757
ir Regierung des Fuͤrſtenthums Anfpach gelangt, .
nd 1769 Erbe von Bareut, folglich einziger Bes .
errſcher der. Brandenburgifch » Fraͤnkiſchen Yänder
eworden war. Da er feine Nachkommen. hatte,
nd fein Beben forgenfreier, ‚wie er felber ausdruͤklich
cklaͤrte, zu genießen wönlchte, fo übergab er in feis
em sölten Jahre die Regierung feinem naͤchſten
Seitenmerwandten, dem Kbnige Friede ich Wil⸗
eim;. Die Abtretungs⸗-Urkunde iſt von ihm zu
WR
zordrauxr, wo er auf Reiſen war, am 22. De
ember 1791 unterzeichnet; er ſaget im Eingange
erſelben, Daß er ſchon laͤugſtens aus dem wich⸗
igſten Beweggruͤnden den Vorſaz gehabt has, ſich
ver Regierungs⸗Geſchaͤfte, ſo wie aller damit vers
müpften Sorgen und Beſchwerden zu entledigen,
nd den Reſt feinen Tage, fern von ſolchen Kümmers
iffen, am an einem Drie, ben er aa Gefallen erwaͤhlen
wolle,
‚*) Siehe den 3. Band biefer Oeſchichte ipeite Auflage
Brite 169 und 170.
—
I , . di — J
tolle, in Ruhe Cizerigen. Jezt fi er feft ent:
/
ſchloſſen/ dieſen Vorſaz audzwfähren, ’ Durch ein
Patent vom,3. Santıar 1792 machte der VPreußiſche
Hof- dieſe Veränderung den Einwohnern der: Fränfis
ſchen duͤrſtenthuͤmer befaunt, worauf der Minifter
non Hardenberg die Huldigung im Nunien des _
j Könige empfing. Auch über. diefe Länder weichen
die Angaben der Größe ſehr von einander ab. Einige
aͤltere Geographen rechueten fie zu 160 Quadrat⸗
meilen. Gaspari nimmt 145, Mandel 126; und
Leonhardi nur 119 Quadratmeilen an.
Im Jahre 1796 und 1797 ernenerts der König
als Burggrafvon Nürnberg einige alte Ans
ſpruͤche auf mehrere, Stüfle: des Nürnberger Gebies
tes, und nahm nicht bie Die Vorſtaͤdte Göftenhof
und Wöhrd, fondern auch einen Theil bes reiches
ſtaͤdtiſchen Güter in Befiz, welches zufammen fo aus
fehnlih war, daß der Ruͤrnberger Rath feinen Ver⸗
luſt an. Einfünften auf 100000. Gulden berethuete.
Zugleidy dehnte Preußen. die Landeshoheitärechte anf
alle im. Umfange der Fruͤnliſchen Fuͤrſtemhuͤmer ges
legenen Reichörikter aus, die ſich Bis dahin als
anmüttelbare, freie, keinem Megenten ‚auterworfene
Gutshewren betrachtet. harten, Preußen behauptete,
daß fie fich nur in den. Horigen Jahrhunderten, durch
mancherlei Zeitumftände beguͤuſtigt, Aach und nach
‚der Obergewalt der Brandenburgifthen Markgrafen
entzogen, und weil es leztern an gehoͤriger Macht,
fie zu bezwingen, gefehlt habe, ihre Unmittelbarkeit
behauptet Hätten,“ Dieſem Grundſaz zu Folge wurs
⸗
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— 563 — ———
5 Brenn Geits ie in. Bartinfhen ins 5
ſpachiſchen eingeſchloßne Nirtergäter, Beſizzangen
3 Deutſchen Ordens, und fremde Heirſchaften
ter die / Landeshoheit gezogen, ber Ritterſchaft eine
idſtaͤndiſche/ von dem Konige abhaͤugige Verfaſſung
geben, und jede int Preußiſchen Gebiete vorge⸗
ndne Reichsanmittelbarkeir aufgehoben. Hieraus
tſtauden zwar viele Klage ver Ritter; und enge
deutende Nachbarn⸗ als Bamberg, dio Fuͤrſten Ho.
shemlöge: und. andte erhoben Widerfpruͤche; ' vet
eichähjefrarh in Wien⸗ etließ Mandate gegek Preus
1 Abor der Berliner Hof achtete dies alles nicht,
harrte ‚bei feinem: Siftem, ſchloß mit / den Nahe |
wrn, idie dazu geneigt waren, ftiebriche Vertraͤge⸗
td. ſezto gegen die uͤbrigen feine Mäastegeidurde "
Aus den bisherigen Mathrichten son dem XLaͤnder⸗
wachſe des Preußiſchen States iſt zu erſehen, daß
riedrich Wilhelm IE, Binnen‘ 12° Zahren an |
900 Quadratmeilen neues Land erworben) und an·
Millionen ‚400,000 neue Unterthauen gewonuen |
abe, Er erhöhte alfo die Staröfräfte beinahe -unt
in Drittel, und hinterließ feinem Nachfolger ein.
hebidt won 5300 Quadratmeilen, nebſt der Ausficht,,
ie auch nicht taͤuſchte, durchdie Aufhebung der geiſt⸗
chen Guͤter in Deutfchland‘ fine Def zzungen noch u
erner zu vermehren.
-
Nachdem wir‘ me Meberficr ver vornehmſten
Berbändlungen Breußens im Auslande gegeben has
ven, fo wollen wir unfre Blikke auf dad Junere des
preatiſchen States Fügen, © kurz die Regierung‘,
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-”, geieorich.Wilhehmd.It war, fe-ridhalig
war ſie doch an wichfigen Muftritten , Veraͤnderun⸗
gen und Vorfaͤllen, welche noch die Aufmerlſamkeit
dog Nachwelt feſſeln werden. Wenn einige mut durch
ihre Sonderbarkeit auffielen, 10 waren Andre: dafuͤr
geeignet, dem regen Geiſte ‚einer, fortſchreitenden
Verbeſſerung, der die Preußiſche Regierung belebet,
| ein ehrenvolles Denlmal gu fezzen. Dies iſt nicht
-" gu erkennen: Preußen hat in jedem Face, in jeden
Kollegie, in jedem Stande Männer‘ aufzureifen,
= - welche hohe Talente mit. feſtem Willen, Reunentife
mit Erfahrung, Chre cuit Vaterlandsliee oereimis
gen, und eben fo viel Glanz anf den Poften, auf
welchen «fie-{tehen , zuruͤkwerfen, als ſie von, ibm
empfangen. Und bet König, dies Zengniß wird
ihm Mit s und Nachwelt nicht verſagen, war geneigt,
— allen gründlich durchdachten und wohlgemeinten
Rathſchlaͤgen zum Velten des Landes Gehoͤr m
geben, wenn nicht Leldenſchaften einiger viefgelteu:
.-" pen Günftlinge ins Spiel zamen. So entfanden
auch in diefent Zeitraume Cinrichtungen, die dem
Herzen bed Königs zur Ehre, dem State zum Nuzs
„ge, und noch. ven Fünftigen Gefehlechtern zum @peile
gereichen. EEE
2m Kriegsweſen wurden bedeutende Veraͤn⸗
derungen gemacht, von denen viele gewiß den Na⸗
men wahrer Werbeſſerungen verdienen. Da der
Slat an Ausdehnung zunahm, ſo wurden auch die
Käfte zir Wertheidigung deſſelben verflärkt: Se
dieſer Abſicht errichtete der König drei neue Infans
a terite
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ie EN x „ Fin
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Ike Regimenter, gr gran gekleidete Iufelier⸗Ba
llone, ein’Bardillon Huſaren von 5 Schwadronen J
Franken, 1795 einen Tataren⸗ Pulk ja Auguſto⸗
— 271 I ua EEE
in Luthauen von gleicher Staͤrke; fuͤgte den ſechs
mpagnien der Fußjäger ı 786 vier ganz neue, uudd
95 durch Vereinigung: der Anſpachiſchen Jaͤger
ch Zwei: Randre bei, verwandelte das. Bataillon
teenfen in Silberberg in ein’ ganzes Regiment, j
d vermehrte 1797 DIE Artillerie auſehnlich. en
ihre: 1788 erhielten fämmtliche Garnif on⸗
menter. eine andre Einrichtung and —8*
ung. Sie wurden In lauter einzelne Baraillöne
m drei Rompagnien serftäßfelt, und. im AU Iifan⸗ .
rie⸗ Regimenter ſo verteilt, daß jedes deiſelben
ut die alte amd neue‘ Garde md das Bataillon
teenſen Ausgenommen) eins von dieſen uuter dent |
amen Depotbataillon bean, Man zäylter
3 Depot: Batuillone, und konnte ſie als die Pflanze -
* der Regimenter betrachten. Sie blieben
wöhhlkh , wenn auch das ihnen zugehörige Regi⸗
ent im Felde gegen den Feind’ fand, in ihren frieds
den Quartieren, nahmen bie neu ausgehobnen
antoniſten oder .angerrotbnen Ausländer in Em⸗
fang, kehrten und übten fie im Ererciren, "und
hikten fie. nach vollendeter militärifchen Bildung
am Regimente. : Eine gewiß fehr zwekmaͤßige und
jbliche Anordnung, die fih dem Depot Soldaten
adurch noch mehr empfahl, daß er in der Loͤhnung,
ie hei den Garniſon : Regimentern ehenrald geringer
var, jezt den Felblameraden völlig gleich geſezt
wurde⸗
—
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wurde. Bloß der. Umfanp; dag bie Depots Batails
Ione. gun ‚den Möften keine Aufklappen, und an ber
, J Seite keine Degen tragen durften, . ſchien eme mins
per ehrenvolle Arszeihunng zu fein, und gab zu
manchen Seitenbliffen, oft zu Zaͤnkereien zwifchen
den Rekruten, die mit Anfklappen geziert waren,
und den alten gedienten Depot = Soldaten,« dener
biefer Schmut mangelte, Veranlaſſung. Kurz ver
feinem Tode verſtopfte aber. Friedrich Wilhelm auch
dieſe Quelle zu Unannehmlichkeiten. , Seit, dem
1. Oktober 1797 erhielt. jedeö Depot⸗Bataillon die
gte Kompagnie, .befam die gänzliche -Negimentäs
Uniform, nus feine Seitengewehre, und führte aus
auch deu Namen: drittes, Muöketiern» Bataillon, .
Jezt beſtand jede Regiment aus wier Vatoillonen,
aus einem Grenadier⸗ und aus drei Musketier⸗Ba⸗
taillouen. Im Jahre 1787 wurden die Zimmerleute
bei ſelbigen abgeſchaft, 1796 aber wieder eingefuͤhrt,
and jedem Jnfaänterie-Regimente 24 ainverleibt.
Die Unterofficiere wurden vermehrt, und 10 Scharf⸗
ſchuͤzzen, die mit kurzen Buͤchſen nachdem Ziel genau
zu ſchießen abgerichtet waren, bei jeder. Kompagnie
augeſtellt. Die Klejdungen. der Soldaten erfnhren
wancherlei Umſtaltungen, bei Denen theiis veraͤnder⸗
ter Geſchmak des Erfinders, theils die edle, Fuͤrſorge
des Koͤnigs, dem gemeinen Manne mehr Schuz
gegen die Witterung und mehr Bequemlichkeit zu
verſchaffen, zum Grunde lag. ‚Die. Roͤfle werben
efwas ‚Länger und voller, die Krägen hoch ſtehend⸗
die Huͤte zweilkrempig und zum Niederſchlaen rare
J on : Regen
—
—
gen nud Some geſchitt verſerlget. Die le
renadier.: und Zuͤſelier⸗Muͤzzen (die bei dir gen
arde ausgenonmen) und die beſchwetlichẽn eifernen
ruſtharniſche der Kuͤraſſiere verſchwanden. Die Dra⸗
ner verloren ihre Bajonnette. Zur Erwekkung größer
wu 273. — F | F
· Dienſttreue wurden ſeit 1793 goldne md
ib erne Denkmuͤnzen, jene von 4. Dulaten, dieſe
n 1 Thaler am Werthe ausgepraͤgt, und an Un⸗
rofficiere und Gemeine für ausgezeichnetes Beneh⸗
en vertheilt. Sie enthalten auf einer Seite den
amenszug des Konigs, auf der andern einen: im J
R
ertrang mit der Inſchrift: Verdienſt um den J
tat. Zur Verſorgung alter, verwundeter; Ute
big geworbner Krieger hatte. Friedr ich IR wie
kanm, ein Invalidenhaus zu Berlin arbaut; doch
es konnte die große Menge ſolcher Veteranen, ‚nicht
ſſen. Sein Nachfolger errichtete 1788 daher meh⸗
te IZnvalidensKompagnien, die in deu kleie
ern Staͤdten einquartiert wurden, und bei unbebeus
den Dienften, die fie noch zu leiſten hatten, ihren
Interhalt fanden... Für die Officiere wurde aufeine ”
huliche Art geforgt. Die, welche 20 Ighre mit
zhne gedient, im Kriege Wunden empfangen, oder
hne Schuld durch Ungluͤk ihre Geſundheit verloren
atten, ſollten Stellen bei den Invaliden⸗ Some
aguien befonumen, zu Civilaͤmtern befdedert oder
nit: Jahtgehalten unterſtuͤzt werden. Faͤr Officier ·⸗
Wittwen errichtete der Koͤnig 1792 eine Wittwen⸗
Berpflegungötaffe, an welcher die eigentlichen Offz⸗ —
iere und atzr hoͤhere und niedere Mitgliener des
Onlad de Beh: 6 Ab: 1, U, , -© „Sri
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gnegeiollegiums Theil nehmen wounten. Mad dem
Range und dem Verhaͤltniß des Beitrages wurden
den Wittwen hiedurch Penftondn von 56 bis soo Khlr,
= quögefegt. Um die Ausbildung tüchtiger Ofſiciere
im befördern, wurden bie von Friedrich angefangnen
VJauſtitute erweitert und mit ganz neuen vermehrt.
Die Militaͤr-Akademie wurde verbeffert, und
‚die Kadertenfchule, nen organiſirt. Es gab von
leztrer Art bereits vier Lehranſtalten zu Berlin,
Potsdam, Stolpe und Kulm, in denen junge ver⸗
dweiſre⸗ arme oder auch andre adliche Kinder in allen
einem Officier noͤthigen Kennmiffen unterrichtet
werden. Im Jahre 1793 ſtiftete der König für Säds
preußen zum Beflen von 100 Kadetten eine ähnliche
Anſtalt zu Kalifh, Man zählte damals 260 Ka⸗
u detten zu Berlin, . 40 in Potsdam, 96 zu Stolpe,
100 zu Kulm und eben fo viele'zu Kaliſch. Welche
Summen hierauf verwendet wurden, kann man Ders
„ans abnehmen, daß allein die Speiſung des Kadet⸗
tenkorps zu Berlin 16560 Thlr. koſtete. Ganz neu
wurde 1788, die Ingenieur s Ulademie zu
Potsdam geſtiftet. Die faͤhigſten Köpfe, deren Zahl
aber dicht Über 18 ſtieg, wurden von den Berliui⸗
ſchen Kadetten ausgehoben und zu ausgezeichneten
Ingenienren gebildet. Aaf den. Vorſchlag des ges
lehrten und von ganz Europa geachteten Artillerie⸗
Generals von Tempelhoff bewilligte der König
die Anlegung einer befondern Artillerie⸗Akade⸗
mie von drei Klaſſen für Officiere, Unterofficiere
und w fihie Gemeine, Eigne kehrer „vom bene viele
Officie
ars —E J \
fielere-finb,; geben im Winterhafkjahre vont [Ob |
er bis legten März in ber Mathemaͤtik und
yſik, Geographie und Hiſtorie, in der Deusfchen; |
> Sranzöfi ſchen Sprache, in der Philoſophie und
Zeichnen Unterricht, welcher den Zuhörern nichts,
bſt nicht einmal das Anſchaffen der Inſtrumete,
hreib⸗ oder. Zeichen ⸗Maͤteriale foftet. Für dieſes
es, ſo wie fuͤr eine dazu erforderliche Bibliothek
v.
d den phyſiſchen Apparat ſorgt die Freigebigkeit
s Koͤnigs. Dieſe Milde iſt deſto wohlthaͤtiger,
it ſie nicht bloß fuͤr Adliche, ſondern auch, ind:
yar ganz vorzüglich für Buͤrgerliche beflimmt - iſt.
ie verdienſtvollen ‚General s Chirurgen. Theden —
d Goͤrke bewogen den König 1796 noch zu An⸗
zung einer andern gemeinnügzigen Anſtalt, zur Ers
Hung einer Pflanzfehule, für Wundaͤrzte.
in und achtzig Zöglinge erhalten freien Unterricht,
den medicihifchen und chirurgifchen Wiffenfchaften,
der Deutfchen, Polnifhen, Zranzdfifchen und |
tteinifchen Sprache, werden praftifch in Beforgung
r Kranlen geübt, und dfters auf eine Öffentliche on
Beife geprüft, ”
Eine Hauptverdnberung im Militärwefen war. :
e Einſezzung eines befondern Negierungszweiges
ber die. Armee. Friedrich der Große leitete den
berbefehl über alles, was auf die Heere Bezug.
atte, ſelber, und ließ die Ausführung durch die In⸗
»eltoren, denen miehrere Regimenter untergeorduet
aren, beſorgen. Friedrich Wilhelm I. hin⸗
'gen errhtete unterm, 25 San 1787 ein eignes
©2 . Ober⸗
— 276 *
Obertete gekolletium, welches ben Felbmaw
J ſchall Herzog von Braunſchweig zum Oder⸗,
nd bein FZeldmarſchall von Mollendorf zum
ice sDberpräfiventen bekam, in 8 Departementer
‚eingetheilt, und zur Aufſicht über- alle mögliche
+ nillitärtfche Gegenſtaͤnde bevollmächtiget wurde. Das
rte Departement war über die Infanterie, das 2te
Über die Kavallerie, das Zte über die Artillerie, das
“ äte über das Feſtungsweſen gefezt; das Ste follte für
. alled, was zur Verproviantimmg gehört, das 6te für
bie Waffen und Belleidungen, das .7te für die Ju⸗
valldenfachen; und das $te für Mari: Magazins
Revuͤe; und Ähnliche Angelegenheiten, fo wie für das’
Pots danmer Waifſenhaus forgen. Im Jahre 1796
wurde die Cinrichtung dieled Kollegiums mehr ders
einfacht, ein Theil feiner. Geſchaͤfte wieder, wie vor⸗
mals, den Generalinſpektoren übertragen, und die
Zadhl der Departements anf die Hälfte vermindert,
. Die drei’ erfien Departements, dad ganze Ste and
ein Theil vom gten warden in eins gezogen, und mm:
I Erſtes Departement des Oberfriegstols
legiums benannt. Das ehemalige oͤte wurde jezt
— das 2te, das 7te dad zte, und das vorige Ate erhielt
den Namen: Ingenieur-Depattement. Das
"lb: Konſiſtorium, die Kriegskanzlei, die Kadettens
korpo und’ bie vorher angeführten neu geftifteten
- Meädemien und Anftalten wurden ebenfalls Dem
Kriegskollegium unterworfen.
Eine gleiche Sorgfalt verwendete der König auf
die Fortdauer und Verdefſeruug der bärgertii hen
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"che: Die/ eilfanfe und enrtrefiihfle Einrich⸗
tund;5: welche ſeine Rogierung Außzeishnet, . und
Wwelche allein ſchon fähig iſt, ſein ˖ Andenken bei per
VBachwelt zu erhalten, iſt vie Vollendung und Ein⸗
faͤrung eines neuen Gefezbuchess für. vie,
‚ Yraufifcgen Staten. Die Ehre, ber erfte'Wißeber.
eiurs Werkes zu fein, weiches zum Gluͤk der Möller
mehr deitraͤgt⸗ als · gehn gewonnene Schlachten, ges
bin dem. großen Friedrich, anf deſſen Befehl
nunter dem Worfiz des Großkanzlers von Carnrer
berrits 1781 eine beſondre Geſezkommiſſi en
errichtet, und mit beus Geſchaͤfte, eine · Sammlung
goelmäßiger und für die gegenwaͤrtigen Vedärfuiffe,‘
paſſender Gefezye zu beſergen, beauftraget wurde.
Im Aprik. 10784 erſchien der Entwurf. zu⸗ einem allge⸗
meinen GSeſezbuche, ‚weichen dieſe ſachverſtaͤndigen
Maͤnuer ausgearbeitet hatten. Um ſich jedoch bei
einem Vorhaben von folcher Wichtigkeit ·beiuer Ueber⸗
eilung und’ keiner Amaßung fchuidig zu machen, fo ”
_ warbe'der Cumpurf dem ganzen Publikum zur Pi
füng vorgelegt; jeder, der Einſicht und Keummiß
er ‚zur Unterfichung Aber die einzefnen ‚Gefege .
fchläge aufgefordert, und dem Merfafler Dr
gruͤndlichſten Abhandlungen hierüber eine Belohnung:
bon 30 oder 25 Dukaten zugeſichert. So lange
Zriedrich lebte, ſchritt man raſch und eifrig auf
/der betretnen Bahn vorwärte; ‚und od er’ gleich das
Ende davon nicht ſahe, fo unterbrach ſein Tod die
ſchon weit vorgeruͤkte Arbeit: keinesweges. Von eben
dem Sie fr die s anorg der Gerechtigkeits⸗
—*— PER _ . pflege
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‚ D : nn. u 3
TE VE }
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. — 28 — - .
| — 42 J
pilege Seele) befahl Friederch Bilgrim m-
bald nach ſeiner Thronbeſteigung unterm 27. Auguſt
1786 dem: Großkanzler Carnier, unermäder mit
ven Arbeiten am Geſezbuche fortzufahren. Im An⸗
fange des Jahres 1791 war. dies große Werk ganz
vollendet, es wurde in drei Theilen gedrukt, und
ſollte nach einem Ebniglichen Befehle vom 1. Jank '
1792 an im ganzen Lande Geſezkraft hip
Ploͤzlich aber wurde: diefer Befehl wibersufen, und
‚der Termin der Einfuͤhrung auf eine uubeftinunte
Zeit hinausgeſezt. -- Eine Allgemeine Verwunderung
donnte ſich dia Urſachen des veränderten kduiglichen
Entfchluſſes nicht erfiären, ſchon fürchtete mim, bie
ganze Sache möchte surüfgenommen fein, Auch bis.
jezt iſt man von dem eigentlichen: Hergange und vor
Der Veraulaſſung dieſer Stokkung nicht deutlich un⸗
| terrichtet.“ Nur fo viel: uerkte man, daß die despe⸗
sifche Wöltnerifche Partei gegen mehrere Grund⸗
ſaͤzze, welche in dem neuer Geſezbuche, varnaͤmlich
‚über Religions ſachen aufgeſtellt waren, die hoͤche
nzufriedenhait aͤußerte/ und daß auf ihren; Vetrieb
die Hemmung eintrat. Es wäre, hieß es, eine moch⸗
malige Durchſicht noͤthigz dieſes hatte zum Heil für .
die Menſchheit zwar nicht. die Felge, daß das Ge⸗
fezbuch unterdruͤkt, aber doch Die, DaB mancher Past
ragraph darin abgeändert, und (welches immer bes
merkenswerth iſt) der Titel: Geſezb uch, mit eis
nem andern vertauſcht wurde. Man nannte es num?
Allgemeines Kandrehr für. die Preußi⸗
ſchen Staten. Pe Rraveasg som 5. Februar
a
\ % X
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Era 279 u
"yroh beflinmite; daß es mit ver. FR 1794 a
ben Gerichtshoͤfen groͤßteurheils angenommen wer⸗
den, einige Stuͤkke aber erſt vom 1. Juni 1796, und
dann nach einem nochmaligen Aufſchube vom r. Juni,
1797 an gelten ſollten. Endlich wurden alle Hinder⸗
niſſe beſeitigt, und nach dem lezten Zeitpunkte leine
weilern Verzoͤgerungen herbeigefuͤhrt.
Friedrich Wilhelm II. war für ſeine Perſon
gerechtigkeitliebend, wenn gleich einige Guͤnſtlinge
ein Paur Mal gewaltige Eingriffe in bie Gericht⸗
pfllege thaten. Schoͤn und edel find feine Morte in
einem Schreiben an den Großkanzler: „ich weiß,
ndaß ihr, ven ſo wie ich, das Unrecht nicht leiden
Aoͤnnt. Ich ermuntre euch, auf dem Wege des
Rechts fortzugehen, unbekaͤmmert, was unherufne
ATadler nu8:.mancherlei Abſichren ſagen moͤgen.
Bemuͤht euch. daher, den Ton ber ſtrengſten Unpar⸗
ateilichkeit, der alle Preußiſche Gerichtshoͤfe bishher
‚io. reſpektabel gemacht hat, ferner darin ſtets harte
aſcheund zn erhalten. Die Bauern⸗Prozeſſe find eine
„Peſt für das: Land; der Qutöbefizyer wird dadurch
_
„gemeiniglich ohne Noth fatiguirt, ver Bauer aber u
„an. den Bettelfiab gebracht,” Die leztre Bemer⸗
kung zeigt, daß Friedrich Wilhelm in Auſe⸗
Kung der. Bauern andre GSrundſaͤnze als ſein großer
‚Woiyänger angenemmen hatte, Der Bauern⸗
tbnig.if tedt,: wurde bald in manchen Gegenden u
faſt eine ſprichwoͤrtliche Revensari. Wenn es nicht
zu laͤugnen iſt, daß unter Friedrich mancher Miße
brand von Don Erf du Banane Ein |
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Bu 2 J a - —
| geffen beräßt wurde; ſo ging man piece wa ac
feinem VTode anf ber andern Seite plögkish: zu we,
indem man. durch Haͤrte, die "dad tlg wicht ners
ſchrieh, den Dörffchaften Schrek und Furcht ein⸗
‚jagen wollte. Hiezu kann men bit Amwenduing der
Spizruthenſtrafe, bie: nicht gegen" einzeime
"Bauern, fondern. fagar ‚gegen ganze Gemeinheiten
gebraucht würde, rechnen. Das Gaſſeslaufen übers
haupt gehört zu den Barbareien, welches mit ner
.Kipstur.in eine Klaſſe zu ſezzen iſt, welches nicht
fuͤr Strafe gehen kann, ſondern Grauſam keit
‚ ‚genannt, werden muß, welches keinen einzigen ver⸗
1. nruftigen. Zwet ‚hat, Feige: einzige heilſame Wirkaug
chtrovorbrirgt, welches nur. zur tigermaßigen Berfleis
ſchung des menſchlichen Korpers, ze zur Qual er⸗
fonnen wurde, und als ein Reſt ser Nohheit · ſcheu
yon dem Militaͤr⸗ Stande verhannt werben: ſollte,
“mie feinem. Rechtsvorwande aber in die bürgerliche
Werfaſſung eingeſtochten werden darf. Dem kein
> Sefch in der Welt kann ein echt haben, den
uwanderu zumaytern..-Unb. ei Seſez, welches ders
Aleichen Berorönete , wäre Sein Seſez, keine aus
ter Natur des Vuͤrger⸗Vereins hervorfließende, mad
von wahrer MBeiäheit geleitete Vorſchrift —
rhaliens, ſondern Wiukur, Machtſpruch, Gewalt⸗
u chaͤrigkeit. Auch hatre noch kein bärgerliches Gefag:
ubuch Die Strafe des af ſealaufrus für irgend
rein befkimimets. Vergehen fefigefegt,. ſolgich
‚ tonute auch kein ECwitig geſeimaͤßig mit einer
‚tele. Sue: ——— eur m ‚naher
« .
a Pa !
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— 110.
A⸗dafolgeude, wob zugleich empörende Ber |
bet, menſchtich empfindeyden - Semürherie” erregen,
ganze Dorfſchaften wie leibeigne Skladen entkleidet
* die ſchlachtenden Reihen mit Spizruthen bewafne⸗
ser. Soldaten eingetricben zu ſehhen. Und daß dieſes |
wirkiich 'gefcheben fei, Tan der Derfaßer diefer &iß
ſchichte als Augenzenge..beweifen. Cr hat ih
‚mer anfehnlichen Stadt cite ‚ganze Bauerngemeine,
orunter mehrere abgelebte Greiſe waren, diefe um
hürgenliche Strafe erdulden gefchen, doch darf ex zur
Ehre ver Befehlchaber nicht. verſchweigen, daß fit
‚alle · mogliche Linderung, bie. ie ihrer Macht ſtand,
auließen. Immer blieb es doch ein Anblik, der bie
Menlchheit beleidigte, Ind. die fanfteflen Beurtheiler -
ſagten unbebeuflich, ts ſei keine Strafe für Bürger
und Mauern. Wer je ein Zuſchaner: ainer foldhem
Bon gebe, nie: miebertehrenden. Scene geweſen. iſt
leun unmöglich. enderd urtheilen, weun er einen
‚Kopf. zu denken, und ein Herz zu fuͤhlen har. Daß ein
ſtriegsheer Thme jenes barbatiſche Spizruthenlaufen
in vollkaumner Ordnung erhalten merden koͤnne, be⸗
weiſen die Frenzoͤſiſchen Armeen,: bei denen eime
ſelche Barbarei unerhoͤrt iſt, Hub Die in Abficht der
Bucht, des ſtreugen Gehorſams, Der puͤnktlichſten
Guborbination in Dieuſtſachen mit jeder Europdis ,
"en Armee wetteifern. Das Hamoͤverſche Land,
weiches. freilich auf bie feinfe Art und gleichſom
methodiſch von Fraulreich anuegeſogen und entnerys
wird, hat jerach Seine Urfache, aber Mangel an
Biscipfin der Sranzöfifchen Kragen, die feit dem
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Er, er ſchon 1787 In Mefptrnßen, Binkanck; Bran⸗
— denborg und Franken leheutende Stutereien anlegen,
man sus der Moldau mit großen Koſten die ndthigen
Zachtplerde helen. Die erfopderlicen.. Befchäler
werden hieraus ſewohl zum Veſien der Kavallerie,
als auch der Atlerban Plotde in allen Provicuen
bemthen. 3
Die Beſdederung des Sridtiſchen Gewerbes
warr⸗ gleichfalts nike hinen angeſezt. Die Sees
bandlungs gefelIſchaft, welche Zeiedrich
ber Große 1772 auf ao: Jahle errichtet, zu: 2400
Allen. jede ju Fam tae bekinmg, und welche
den Theilnehmern in guten Jahrer ihtn Kapitalien
an 19 Peocent verinrreſſert hatte, wunder, da ihr
Privilegium bereits ſeit ejnigen Jahren erlofchen
war, yon 1. Januat 1796 an auf 12 neue Jahre
beſtaͤtiget. Fuͤr pie, Vermehrung des Seinem
bamed.:ftiftere ber König. eine beſondren Könmiffion,
Regen Danpı der Graf von Herzberg auch nach
Niederlegung feiner Diinifienftele bis au feinen Tod
Plieb, dies war von je ber, eine Lieblingẽbeſchaͤfti⸗
“ns, dieſes aroßen Statsmannes. Su ber Solge
. hörte die Kommifßen, ‚aber nicht die Sache anf, bie
Geſchacte wunden den? Kammer; Departement übers
"gehen „ bei welchem man auch-eine eigne Tech wis
"fe Deputation anfiellte, Fuͤr die Velebuug des
ftifers zut Seipenbaus Kultur. wies · der Rhnig:anfer
den ſchon von Fraed rich beſtimmten Prämien noch
gybtrar dentli · he Sommen am Eben fe:fihoß er
"he abemi guucu Keſten ur: Ainegeng von
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©pfätinafihtirn für Zanamwol d vor. Dae Generate Ä
_ Direktorium, wurde beauftragt, die Belohnungen für,
ausgezeichneten Kunſtfleiß im Akkerbau/ sabritweſen “
und Haudel ferner zu ertheilen, und dieſe Zweige der
bürgerlichen Thaͤtigkeit immer mehr anszudehnen J u
und zu vervollkommnern. Man ‚Hagte häufig über
bie. fchlechte Befchaffenheit ber Wege im Branden⸗
butgiſchen, Schleſiſchen und in Weſtfalen, worauf
Friedrich wenig Sorgfalt vezwandte Jezt fing man
an; dieſem Mangel abzuhelfen. In Schleſien, Bran⸗
dendurg, Magdeburg, Halberſtadt und in Weſtfalen
wurden mehrete Kunſiſtraßen⸗ Ehauſſeen wenarnnt/ -
„ angelegt, — Zu
Ein Hauptwunſch, welchen die erſten Echrift⸗ | \ |
ſteller der deutſchen Nation Jaut, und mit unwider⸗
leglichen Gränden unterſtuͤzt, ‚geäußert hatten, die
Lotterie, dieſe Peſt der bürgerlichen Wohlfahrt,
vernichtet zu ſehen, wurde nicht erfuͤllt, ungeachte
fi gerade ſezt die bequemſte Gelegenheit dazu zeigte.
GSie war) bisher verpachtet, die Pachtzeit ging. zw
Ende; man konnte dieſem giftigen Wurme, der wie
in freſſender Krebsſchaden am Gluͤkke zahlloſer Fa⸗
milien immer tiefer naget, den Todesſtoß verſezzen.
Aber leider taͤuſchte die ſchone Hofnung. Sie wurde
zum:; Beſten einiger wohithaͤtigen Anſtalten, als be
Imaliden⸗ Wäifen« und: Kranfenhaͤuſer auf fönis
gliche Mechnung verwaltet; um den Grundſaz In -
Ohren zu halten: laſſet und Bbfed han, Damit Gu⸗
tes herauskomme. Geſtattung der Lorterie fdeint
a wit einer in allen Tyeit en vervolltommn⸗⸗ | |
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gem Stattzherwaltung durchaus nie: vertragen m.
Bonien; und kein Land kauu ſich von allen Mängeln,
benen leicht abzuhelfen wäre, frei fprechen, ſo lange
bie blutſaugenden Lotterien dariu noch gedulde
werden. oo.
Eine andre aitſalente Inkonſequenʒ waͤhrend
— dieſer Regierung wor die wieder angefangne, und
aur durch den nahen Todverhinderte gaͤnzliche Wie⸗
gereinführung - der Tobaksadminiſtration. Es iſt
‚oben erzählt, mit welchem. Ernſte ſich der König
nach feiner Thronbefleigung gegen die Tobalss
verwaltung erklärte „wie hart man gegen Anz
derödenfende verfahren: wollte,. und mit welchen
grellen Farben man die Abſichten derer, die Frie⸗
drich's Siſtem vertheidigten, ſchilderte. Im Jahre
2797 lobte und billigte man auf einmal das, was
an 1787 fo heftig, fo bitter getadelt, mit folchem
* verworfen hatte. Unter'm 7. Auguſt 1797
ein koͤnigliches Edikt, die Herſtellung des
—*8* mit Tobak von Seiten einer im Nas
men des Königs. verordneten Verwaltung. Mehrere
Umſtaͤnde machten dieſe Maßregel druͤkkend und ge⸗
haͤſſig. als man 1787 die Aominiftration abfchafte,
. soniden zur Dekkung ver Löniglichen Einkünfte meh⸗
rere Lebensbeduͤrfniſſe von der erſten Nothdurft mit
erhöhten Abgaben belegt f wodurch die Kaffen ans
ſehnlich gewannen. Dieſe erhöhte Acciſe
blieb, and der Deut der Tobaksverwaltung kam
nun noch dazu. Viele Kaufleute hatten große Sum⸗
men angewandt, um Robapefabriten zu erbauen und
einzu⸗
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einzurichten; jegt follten fie dieſe gabeiten meht wicht,
benuzzen, ‚nicht einmal mehr gebrauchen; ihre Kapie. .
talien waren alfo weggeworfen; noch mehrs-fie mußg -
ten alle ihre Waren: Vorräthe hergeben, man nahm,
fie mit Gewalt weg,. und zahlte .‚gluen Entſchaͤdi⸗
. gungds Preis nach bloßem Belieben. Die Fabri⸗
kanten beſchwerten ſich in gruͤndlichen Vorſtellungen
uͤber dies willkuͤrliche Verfahren, ſie beriefen ſich
auf Die ausdruͤllichen Verſprechungen des Kbeigh,
daß niemals wieder eine Adminiſtratin taten
finden ſolle, fie erklaͤtten, Haß ſie im Vertrauen auf
von Jebalefabtilen verbraucht hätten. s :;Yber die
Königlichen Günftlinge forgten dafür ; daß auf alle
ſolche Beſchwerden nicht „gehört, ‚nicht. geachtet
wurde. |
Angenehmer iftdie Erwägung deffen, was Grit:
drich Wilhelm II: für die Aufnahme der- Schus -
len, Wiſſenſchaften, gelehrten Gefellfchaften, Käufe
und. Öffentliche Denkmaͤler that, oder than ließ,
Seine Verdienſte um alle dieſe Gegenflände fine . |
fchon. oben ‚angedeutet worden: hier noch ein noͤthi⸗
ger Nachtrag. Friedrich Wilhelm liebte und
hete bie beutfche Viuſe und Gelebrſamleit, welche
fein großer Vorfahr aus kleinlichen Vorurtheilen
wenig beguͤnſtigt, und oftmals ſelbſt verachtet hatte.
Der Brandenburgiſche Dichter Blum erhielt aooo
Thaler zum Bau eines laͤndlichen Wohnſizzes.
zleim und viele andre wurden durch Belobungs⸗
Hreiben geehrt, und mehrere, durch, Belohnungen
ermun⸗
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"denen gaiten nicht rellgidfe Worurtheile und
thdrige Geiſterſchwaͤrmer ‚fein Urtheil irre geleitet,
und ihn gegen viele verdienſtvolle Gelehrte eingenom⸗
men, fo w ürde das Deutſche Genie fi. noch größes
Fer Unterſtuͤzzungen von ihm erfreut Haben’ Seinen
Ernft, die Atddemie der Wilfenfhaften,
die mitten in Deutſchland den Dentichen eine Stief⸗
- matter war, wieder Ihren rechten Kindern zugänglich
u) wäzlich zu machen, zeigte Die Ernennung vater⸗
mudiſcher Gelehrten zu ihren Mitglieder und die
‚Merorbaung einer befondern Atademiſchen Depntas
2
J tion vomn Jahre 1792, die ſich mit der Bearb ei⸗
gung und: Ausbildung der Deutſchen
Sprache beſchaͤftigen ſollte. Er begnuͤgte ih
nicht, die Afanemie der. bildenden Känfte
und‘ mechaniſchen Wiſſenſchaften wieder
— hergeſtellt zu haben, ſondefn er ließ fie‘ zugleich zu
einem Lehrinſtitnt im Zeichnen und in der buͤrger⸗
lichen Bankunſt einrichten. Gemeine Lehrlinge und
Geſellen, Arme ‚and "Unbemittelte Eonnten- cben for
weohl als gebitvete "und reiche Zöglinge daran Theil
= nehmen und'bei. ihr Unterricht empfangen, Faͤhrlich
. werden vorzuͤgliche Kunſtwerke, \ald Zeichnungen,
Gemälde, Modelle, Kupferſtiche, Bildhauerwerke
und dergleichen zur Beſchauung und Veurtheilung
ves Publikums etliche Wochen hindurch oͤffentlich
ausgeſtellt. Seit 1793 iſt es herkoͤmmlich, daß
auch Handwerker und Fabrikanten ſolche Arbeiten,
die durch Neuheit in der Erfindung oder Form, over
= vun eintn bohen Grad der Bolenbung und Geſchlt⸗
\ lichtet
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ncwrrit der qfmtſnatet⸗ vnn — u.
Mkadensifepen Ninfichts‘ ». Audfelangen - ehifniven;
'Nac dem Muſter von: Berlin find in allen Buugee
ſtaͤdten der Provinzen Beichen ſchulen ee
worden.
Unter dem Sue und mit Genehmigung‘ ss |
Köuigs entftenden in -Brandenbärg, Preußeh und
ver Grafſchaft Mark einige gelehrte Geſellſchaften,
welche bie Belebung des Gemeingeiſtes zur ers
ſchenrettung, und die Vefoͤrberung des Forifihreitrus
im dkonomiſchen, phyſiſchen und litterariſchen Zu
zur Abſicht haben. So -beftdtigte Der Koͤnig 1: l. Du
das Berlinifhe Rotiungs« Inſtitut, un
die Halberftädefche Litterariſche Geſellb
ſchaft, nachdem ſich bereks 179 zu Potsdam:die
Maͤrkiſche Dekonomiſche Geſellſchaft um
‚. ter. Sniglicher Autoritaͤt gebildet hatte. Einer an·
dern Verbindung, der naturfornſchenden We. J
- fetifpaft za Berlin, ſchenkte der König: ein großes
wohl eingerichtetes Haus. Zu Meohrungen:in
Preußen und zu Hamm in Weſtfalen errichteten
1791 einzelme Maͤnner aͤhnliche Geſellſchaften/ die
bald durch Friedrich Wilhelm's Milde dem
Karakier Öffentlicher‘ Inſtitute annahmen.
Der Errichtung des Oberſchulkollegi ums
J im Jahre 1787 iſt ſchon oben gedacht. Man ver⸗
ordnete darauf auch Prodinzial/ Schulkollegien,
ob dieſes gleich mehr eine neue Benennung, als
eine neue Sache war. Denn die Unterkonſiſtorien,
welche von je her die Aufſicht über die Schulen ges.
sauus Dr. Geſch. 6. Thi. U, führe
8
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Kihrt, vbatten, athleites nur den Titeljafare ‚Sthuls
- Ioklegien, ‚Seit 1789 gebot der König, die Schu⸗
lex, welche: finbirene Aondlge,; worher eutmeder auf der
Gpalg ſelbſt. ober bei ber Andunft auf der Univerſi⸗
taͤt zu "prüfen, Das Gebot jſt gut; nur wirft es
nicht viel, weil es Schlafwege genug giebt, :e6, uns
kraͤftig zu machen. Birdnugsanſtalten für niedre,
beſonders laͤndliche Schulen, gewoͤhnlich Seninas
raen genaunt, gab es ſchon vorher. in audern tin
Yu. NAber Preußen: that eimen. Schrift mehr ;
Yepre auch Sewinarien, für ‚gtlehrre Schulen am,
Das erſte davon wurde zu Berlin unser der Leitung
Reh: bekaunten Schulz und Konſiſtorialrachs Gedicke
eingerichtet, welchem bald. ein.andred zu Bredlau
garhgebildet wurde. Die Sorge für Landichulfehrer
Warde daraher nicht demeſſen. Zu Berlin; Zällichau,
| Konigsberg, Stettin, Kloſter Bergen und andern
Orteu errichtete und vervolllommnete man die Lands
ſchul⸗ Seminarien. ‚Die. Univerfitäten. und, einige
Schulen erhielten theild zur beſſern Befoldung ihrer
Lehrer, theild zur Erhaltung und Verfchönerang
ihrer . Gebaͤude, theild zu nuͤzlichen Einrichtungen
anfehnliche Geldzuſchuͤſſe. So wurde der Univerſitaͤt
Halle eine jaͤhrliche Vermehrung ihres Fouds von
7000 Thalern zugeſichert, dem Zuͤllichauer
Waiſenhauſe eine Summe, von mehr als 20000
Thalern zur Bezahlung feiner Schulden gefchenkt,
and den Schulhäufern zu Brandenburg, Frank
furt und Schmiedeberg eine freundliche und
ſchoͤne Geſtalt gegeben.
J Uuter
, ‚Unter, dieſem Khnige- wunde 206. eine, Saul⸗ |
von eigner Urt, wopon beine biäher i in ben Preufte
fchen Staten vorhanden war, eine Schule, ‚zur Er⸗ I
forſchung und Heilung der Vieh⸗ ‚befonders . der
Pferdefrankheiten 1790 errichtet. „Bon dem
‚veraltegen Sranzbfifchen Morte Veterinaire, ‚welches
⸗
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= 291.
Hufſchmid und Pferdearmeibuch bedentet, nannte
man ſi ſie Veterinaͤrſchule. Fahnenſchiide und |
Roßaͤrzte werden theoretiſch unterrichtet. und ‚praks
tiſch gelbt, um die Natur, den innern Bau. die
, Krankheiten und- Behandlungsart unſrer Hausthiere,.
am mehrften: der Pferde, kennen zu lernen. Der
Lehrentwurf iſt auf 3. Jahre berechnet. ‚Hierzu, ‚ges.
hoͤren ein Thierhoſpital, ein botanifcher: Garten,
ein praͤchtiges anatomiſches Theater nebſt Schmie⸗
ben, Staͤllen und andern Wohnungen. Thiere wer⸗
den gedfnet, anatomiſch zerlegt, in Sleletten aufbe⸗
wahrt, ansgeſtopft ober auf andre Art präparist,
Die Anſtalt ift mit quslaͤndiſchen Arzneipflanzen,
chirurgiſchen Inſtrumenten und erforderlichen Büs |
chern binlänglich.verfehen.
Don Friedrich Wilhelms II. Regierung,
find für die Nachwelt viele Denfniäler ‚der Kunſt,
der Architektur und des Gefihmafs hinteslafjen wor⸗
den, Mit Löniglicher Bewilligung und Beifallsbe⸗ |
zeuguug ſtellten die Ponmmerfchen Stände, von ih⸗
rem Landsmanne, dem Grafen Herzberg, dazu
ermuntert, am 10 Oktob. 1793 zu Stettin die Bild⸗
ſaͤule Friedrichs des Großen auf, welche ſi ſie
auf ihre Koften durch den befannten wünfter © Schas
!
-
LEE Zu 2 7
MELLE IT ©
‚A
Zar "age =
bh äh J Kaneriſchen Marmor harten
verfettigen laſſen. Im folgenden Jabre hieß der
König ſelber ain 27 Behr. dent son jedem Preußen
verehrten und iin Iyraar 1786 kurz vor Friedrich
berftorbiren Wenerät von Fieten auf dem Wil⸗
telinsplazze, , der ſchon init 4 Statuͤen berähmter
,Helden praugte, ein geſchmakvolles und edles Mo⸗
nument errichten. Die Bildfaͤnle, gleichfals von
- dem Hofbildhauer Schado w aid Karrarifchem
“ Marmor gemacht, ſtellt den Geueräl Zieten mit
aAbereinundergeſchlagenen Beinen ſteheud in feiner
Yufaren = Unifotm mit vollfommener Aehnlichkeit
bon; Dis Fußgeſtelle vom Schleſi (hen Marmor
eaithärt an Seiten in halberhobener Arbeit 3
merkwuͤrdige Auftritfe aus feinem thatenreichen Les
den. Auf dervierten, der vordern Seite, Tiefer man
‚ bie prunkloſe Juſchrift: „Hans Joachim von
„Zie ten General der Kavallerie diente
von 1714 bis 1786 unter Friedrich
„Wilhelm J. und Friedrich IL Ihm ern
„richt et von Friedrich Wilhelm n.“ Wenn
beztret einen verdienten Heerfuͤhrer auf eine fo aus⸗
gezeichnete Weiſe ehrte, ſo kann man leicht denken,
baß er den größten und verdienteften feiner Borfahe
fen, Friedrich den Einzigen, nicht vergeflen haben
werde, Wirklich harte er den Vorſaz, ihm ein ans
or gemeßnes Denkmal in Berlin zu ſezzen. Er for
derte die einfi chtvollſten Kuͤnſtler auf, Zeichnungen
zu dieſem Zwekke zu entwerfen. Es kamen mehrere
in feinem lezten kebenbjahre ein; unter allen gench⸗
wigte
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* \ .
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= 103 m
wie a. den Riß m dag Deore van. dem Behr,
‚men. Oberhefbagrathe Sauahaus; doch Der Ted ,
verbinderte ihn an ber Undführung und. Belang |
feines Plans. Der eben genenmme Oberbofbautaih
Köhrte auf koniglichen Wefeh] dab prächtige. Braus
Henburger Thor in Berlin auf, welches Einkeis u
miſche und Arembe. als ein Meifteriäf auſtaugts.
ME, ik nach dom Propylaͤon zu Athen ) ange⸗
legt, hat eine Haupt » una 4 Neben: Oefnungen,
uud heſteht gus einer Kolonabe von a2 großen und
IB Heinen Säulen, Die, Königlichen Gehläffer wur⸗
den fehr verändert und verſchoͤnert. Die Zimmer
des an Gintwertß im Berliner Schloſſe wurden
3238: gann nmgrduhert sub. wen menblict. Dad -
Berdergehäude des Laſtſchloſſes Menkiienmure -
ganz von. neuem aufgeführt. und ‚der Herten milt
sisienlei : Sehäuden und Anlagen nemuechnt.: Am
. heiligen. See bei Potésdam ließ der Köuig
gurch Herrn von Gontard feit 1787 in oölligneugß
Echloñ mit boſtbaren Umgebungen. erbahen, welcheſß
/er zu ſeinem Liebliugsaufenthalte wähle, -Sinähass
uentog eriſtanden gleichfalls mele wen Anlagen,
bdie
drodri404 heiſt ilerbaurt: Ort unten The⸗
re wWer der Vforte, Vorbof. Hier ſind die im Alter⸗
thume ſo bemunderten Worböfe der Citadelle zu
u. Athen gemeint, welche Verilles 437 Jahre vor Eprifi
Geburt nad) ‚der Doriſchen Saͤulenorduung von Mar,
mor durch den Architekten Mineſikles erbauen lich,
u die üben 2 Millionen Thaler- untere Seldes
eln
&
an 14 ee
‘
Sie von ehınglicher Pracht zeügen. Sn Yolstkit u
chaute Friedrich Wilhelm "ein neues Schaufpielkent,
.. ymmd in Berlin verſchoͤnerte er das. Operngebaͤnde.
Eine eiferne Bruͤlke, mehrere oͤffentliche und Pri⸗
vathaͤuſer, neue oder verlaͤngerte Straßen in Berlie,
die Garnifönkirche zu Glogau, die Eiſenwerks⸗
Kylonie Königshuld ir Schiefer; viele Amts
Magazine und Rathhaͤufer und VIE Wetnehrungen
und Berbefferungen der Feſtimgswerke :Mm’Schleflen,
Weſtfalen und: MWeftpteußen find Berneife'bas Kuft⸗
gefhmußs. ind Denkmäler der nd Biefer
Mtegierungopericde. 435
Aus dioſer kurzen Darſtellung ber minera Einrich⸗
Be gungenift ; zu erſehen/ daß auch unter Frie der i ch
BT viel Schöne, viel Gurt, viel
Dankwerthes veranſtaltet und bewirkt wotden iſt, wei⸗
rches von Manchem der Zeitgenoſſen vielletcht nunbans
mn ünbemörft blieb, weil es durch die Verſfagau
gen, weiche dieſer König im Kirchens nid Reli⸗
gions wegen machte -oder:boch machenließ, in
Schanen geſtellr wurde, Kein Theil der Königlichen
‚Regierung: bar: inehr Befremden erregt 7: mehr Tadel
woranlaßt, mehr Aufſehen i im In- und Uuslande ers
weit, als die Art, wie die Geifteöfultur behandelt
and Die Meligionsfache geleitet wurde." Died if
‚ auch efenbar- die ſchwache, die minder: ruhmvolle
‚Seite ber Thaten Friedrich Wilhelm’ I.
Freilich waren es feine Guͤnſtlinge, Schwaͤrmer und
| "Heuchler, welche. alle Schuld der ——
vor der nichtenden Nachwel zu tragen haben;
—RB eh
t
= [13 um
Ahen von deeſchrbnem Were, von tee
Erbirkerung gegen das Kpt der Vernunft, manche
ch oh Werkzeuge gehe inrer Obernydie echten
Kiefenplän zur Berfinfterung der Welt ehtrorfen
Yattön , ver · aber in einem State; in welcheni yr ſe⸗
vrich' 46 Jahre hindurch Denk: imd Schrelbefreu⸗
helt nicht ter geduldet, ſondern ſelbſt beſchaͤzr harte,
erämdglich ‚gang ’durtbgefeze‘ "werden Honnte, Au
ver Spizge'behtr j- welche· dem Könige Anke Yrge
wohn gegeü⸗ die freien: Forſchuugen -in "der ·Philo⸗
ſophie vund Melögion beibrachtei, Pie —** da⸗
Yon fer: eilie Rotte gottloſer Irrlehrer nr) Vollsver⸗ |
Führer" ſchalten und dasenle' Wort Anffigrung
yH: einem Echmiaͤh⸗ md" Seh impfworte mißbrauch⸗
im, ſtand der Miniſter Woͤllner. Dieſer
eines Predigers Son; ehemals ſelbſt Kandidar wiß
Prediger, ſchien das Borüätheif zu beftiätigen, a ala
Fin: Adiig:fchlecht- berathänfei, wenn et ſeine ed
Staͤtsdlener · aus den · Buͤrgerklaffen erwähle: ' Beh
hicht zu gedenken „daß viele Beiſpiole · auch Tas Ges.
genfheil beweiſen, daß zit kben der Zeit, we WB drl⸗
ner fein thoͤrichtes Weſen zů Berlin trieb, im einrm
. benachbarten Lande, in Sachſen, ein ander PYredi⸗ |
gersfohn, ein Heborner Brandenburger „ der Frei⸗
herr von Butſchmid mit allgemein verehrter
Weisheit den Minifterpoften verwaltete, ferrührt did
Erſcheinnug, daß mandye: Buͤrgerliche fehlechte Mi⸗
nifter waren ‚ı offenbar daher daß fich die Weiten
des Mittelſtaudes, wenn fie nicht aufgefucht werdeny |
dom Hoſchemn einüeroue halten; wo fie bei der jezgi⸗
, gen
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ON
7.
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um 6
gm — Dinge den Kabalen, den Seitenblitken
Ber. Miögunft. derer, die. .fiph für beeinträchtigs hal⸗
ten, zu fehr außgefezt find. , Daher kriechen gewöhns
Im. nur Alltagsmenfchen,, die außer einem. thoͤrich⸗
zen Ebrgeize weiter. kein Verdienſt haben, : durch
ee Schleichwege auf jene gefährliche Höhe, wo
ihnen bald fchwindelt und wo fie ihre Uuwaͤrdigkeit
durch eine. unweiſe Auffährustg zu Tage fördern.
Wdllner legte den ‚Grund zu ſeinem Gluͤlke, were
: ah dad, was ihm- auf i immer bei ber Nachwelt zus
Unehre gereicht, anders tin Glaͤk nennen darf, darch
ſeine wider den Willen der. Anverwandren und uf
Friedrichs II. großer Mißbiliguug geſchloiſene
yar durch. allerhand Kuͤnfte bewirkte Vecheirathung
mit der einzigen Tochter und Erbin des damals ſchon
verſtorbnen. Generals von Itzen pliz. Auf dieſe
det wurde er Beſizzer auſehnlicher Guͤter, die er
hard sine. gute Defgnamia; ſehr verbeſſerte und wo⸗
9
ducch er ſich in-eiuen.-großen Wohlſtand verſezte,
Sevuegelehrten, heſonders eine theologiſchen Kennts
viſſe hatten icht viel zu bedeuten, ſie blieben noch
wvoter dam Mittelmaͤßigen uud Gemeinen, ‚wie dies
" eine gedrulten Predigten. beweiſen; jezt vernachlaͤſ⸗
figte er fie vollendo, deſto eifriger trieb er hie Haus⸗
heoltungsgeſchaͤfte und hierin brachte er es durch
u Vvebong umd Erfahrung in ber That fo weit, daß er
Erb Chre und Achtung bei feinen Belaunsen erwarb,
und daß ihm der Prjnz Heinrich, Braber des
goden Friedricha. die divkicht Aber feine pribzfiden
Kammerguͤter auvertrante. ‚Hätte. er ſich hiermit
| 9 | bes
er am
vegeͤget, eohn⸗ nach hiban Dingen; denen er nicht
gewachſen war, zu.fireben, fo wuͤrde er den Ruhm
eines einfictspollen Oelonomen auch bei der größerm -
Welt, nor weicher, er als Schriftſteller auftrat, er⸗
halten und behauptet haben und. daB waͤre doch ing
er, mehr. werth, als die zweidentige Chre, die ct
durch ‚feine Miniſterſchaft erlangte. Vom Jahre
4765 au bis 1780 arbeitete er fleißig an ber Allge
meinen Deutſchen Bibliothel, die er ia hei Folge J
haſtte und -auf eine Zeislang: verbot; er verfertigte
dewolq ſaſt die mehrſten Recenfionen uͤber die
Schriften von der Haushaltung und Garten.
Zunft, und feine Beiträge gehören wirblich nicht zu
den fchledgteßgen Ssätfen dieſes ruͤhmlichſt bekannten
Werfes. Ein. unwiderfteblicher Hang zu geheimen
Miſſenſchaften — das ſicherſte Kennzeichen eines
Theren — riß ibn zu ſolchen Verbindungen bin,
die ihm in die Irrgaͤnge der Geiſterſeberei und de
‚gröbflen Uberglaubens trieben und das Licht feineß
Verflandes verdunkelten. Schon 1776 ließ er fih u
za Wißbaden, wo sig großer Konvent von Geis
ſterſchauern gehalten wurde, in den Dsden der neuen
Terapelherrn aufnehmen, wo er mit einem geweih⸗
ten Cruzifire in der Linken die unbeſirkte Empfaͤng⸗
niß der Maria beſchwor und ſich verbindlich machte,
m
gum Beſten des Ordens fo gar wider fein Bas
terlaud die Waffen zu ‚fübren, - Und eben dieſer
Mann, der einen ſolchen unmorelifchen Ed
ablegte, wollte ſich zum Herſiteller der Moratis
st, an Verbegcrer dur Sitten enbneren D in
weis
L)
f .
= vo u .
welche wwerfoche verwittelſich Bir,“ wekcher
einmal! von dem geraden Wege des geſunden Mens
iſchenverſtandes abweicht? "Nachher trat’ed tr betr
hochgelobten Orden der Gods und Rofenftews
‘ger alten Siftems, wo er unter dem Namen‘ Eh riy⸗
Fophiron eit Zirkels aifld’Sanpidirefter idurde,
And ein uͤnſinniges Buch voil! von groben Kachvt⸗
rismus im ſchlimmſten · Sinne des Wortes ſchrieb.
In einer gedrukten, von ihm gehaltnen Ordensrebe
Jagt er unter andern: „ich ſtehe am aͤußerſten Ende
Hammender Morgenfterne” und das unerrmeßföche
Gebiet der’ Geiſter nimmt mich auf. — Bürgpt
Y nicht, ihre erhabnen Meifler der Kunlt die iht Arch
Ruder ‚ver. Belt fist, (ihr imbefanntenOberd)
wenn ein freier, wißbegieriger Schüler es wagt,
„fein blbdes, aber ſehnſuchtvolles Auge auf. end)
hin zu richten. Zuͤrnet nicht, wenn er ſein bebens
„des Knie vor euren Geheimniſſen beugt und anbe⸗
tend aus dunkler Ferne den frommen Wunſch thut:
„ach! daß es euch gefiele, gleich jenem Engel ſeinen
ammölften Verſtand Cha wohl: unwölften
„Vetſtand) zu erleuchten, daß er zur Ehre Gottes
„begreifen möge, wie alle verborgne Wirkung vom
„zer Einheit anöfliege und wie die Drecheit - bad
„Siegel der Schoͤpfung ei”. -. Im Jahre 1782 wolle
te er den Buchhaͤndler Nikolai, den muibhigen
Beitreiter ale! Schwärmereien zu - feinen Drdends
poſſen belehren, weilier glaubte, daß. er- auf -feinen
Reifen Kenntniſſe von vitlen geheimen Wiſſenſchaf⸗
ten. und Verbindungeu erkangr habe. Er sentdelre
ibm
ri
\
— N
[03 —* Ernſte bus aiſtaunehde re, vaß
mann Orden che the Bonreille bei
Ryze Sid ein Luftgeiſtverfertiger habent er meldete
Hin; daßein Ritter des Tempelherraorven Jatob
bänicule, 1778 eine "Drpoftti tion vder Zeugtnaus⸗
age, tinterfehrieben habe‘, worin bie Gefchichte eines
rerſchlen⸗neu Geiftes, welches! hohe Gluͤk einer gende .
Jei Flatienperſon wiederfahren fei, ‚erzählt und
Auf eink ei erbegliche Are: beitiefen wäre;
BSARE niche Hlir erſcheinen ; ſondern auch auf
Menſthenwirken Mldkeh."t Er‘ ging Kr feier
. Ylbmg Ho weit, Baht di’fo'dar 1717 hr einer Me
Fans Binde in dr Deut. SE dincuͤltte, pro⸗
phtzene, daß nach Wer Fohren Cnach bein Tone
Wrtröniltys, worauflet fo! degietig rbarlere) in Au
Sriſterehre einehel kog Licht adfhetzen wärs
ve;; Dann folle fich vrt Lefer erinlern, daß dias eini
‚Wer; BER mir vdin Mug und esge iR eben: ze
Be Bötier veitäindigek daͤbe.
—
4. Sorrwaß die Denkungdart des Mannes: beſchaf⸗ J
Fer, welchẽr bald näach ð riedrich Wilhelns IE
Eh dubeſteiguug und nach Entfernung Se geachte⸗
ten “Freiherrn do Zeblitz den wichtigen Poſten
rmes geiſtlichen Miniſters zu erhalten‘, wußte, I
Berbindung mit rinem andern lůniglichen Guͤnftlin⸗
ge) ern General vom: Brhofsnwerder, und
einen Troße chulicher? Verſtnen gab er ſeinen Gans ⸗
keleien vom Geiftereiritäit, ein geltendes. Aaſehen;
dein jeztiſt es allgemein bkfannt;; was man das
mals inwieinander inꝰs Dh Tau; daß in Gegen⸗
wart
\
N
2*
=
= ..
wart. Deh«.Rbnige und ankrek: hehen ———
äftere: Geiſter ⸗Exrſchejnungfuveranſtaltet wurden,
md af. man dieſes als Hquptmittel, gebrandhee,
un den ‚guimöätbigen Foͤnig nach gewißfen Privasahe
fichten au leiten. Das erfle.Öffentliche große Werk,
wehurch ſich Wol iner einen Namen machen wolle
86, war, die. Bewirkung jenes Beligionäs@Fdike
tes vom 9 Juli 1788, welches Hupderte vom
Schriftſtellern und Tauſende von Eprechern in Bee
weguug fezte uud allgemeine Renpunderung erzungi,
Ze: demielben wurden mans: (fo heiik ad ande
dxoͤllich) ʒeu ſtitche ange klane he Be ae
sellgie Brsiheiten. ie Deh Kehrhegriiht
ser Ronfelfien 4 ‚aß fie die Gennde
wehrbeiten. ber —V Religion
mnglängnesens dah fie die elenden,
| hmafimipetlegsen de Rirpiak
nen, Mormpalifien, ugs ambeer
-- Selten aufwdrmten, ſolche mit Unnerihämtr
beit durch den Namen Unfklärung-unter dem
Dolfe ‚eyöbreiteteg; bie Bibel, viefe göttliche
Urhude der Wohlfahrt des Menſchengeſſhlechtes,
nerfülſchten, derprehteiſ /oder gar. wege
wärfen; daß fie-den Glauben an die Gchejm
‚ siffe überhaupt und vornaͤmlich an has Grkruuniß
us Verſobanugsmerkes und der Sanug⸗
thunng deb Welteriäfers dem Sauren Ders
—8* oder doch AAb erfluͤſſig, mithin (wei
che ſonderbare Schindfelge! ) fie irre wachten up
dem Furißenihen eh vem BER “it
nn * 1
Böden ft. Bohn vdten. Ber An
weſen ſolle ſchlechterdigs geſteuert werden, da eb '
die erſte Pflicht eines chriſtlichen Regenten fer, die
chriſniche Religion in ihret urſpruͤnglichen Reinigkeit
dach der Ueberzeugung einer jeden Konfefſion in Ihe
ren ſimboliſchen Bücyern za erhalten, ſie nicht dert
Worſpiegelungen ber Modelehrer Preis geben und
Peiionen Unterthanen nicht ungluͤklich machen zu
JIaffen. Denmach wurde allen Predigern und
Schullehtern bei unausbletblicher Kaſſa⸗
tion vder noch haͤrteren Strafen anbefohlen,
ſich weder öffentlich noch heimlich zu’ unrerfangen, \
bie genannten und noch mehrere welche dem?)
Irthuͤmer bei ihrem Amte oder guf‘ andre Weiſe
jis verbreiten. Denn wie es feinem Richter ers
laubt fei, an den Fuhalte der Gefezze zu Eid»
geln und felbige, nah Gefallen adz naͤn⸗
dern, fo ne ed noch weniger einem jes
den Geiſtlichen freiſtehen, in Neligionsſa⸗
chen nach Gutduͤnken zu handeln, die ein
mal in der Kirche angenommenen runde -
wahrheiten anders zu lehren, fie nad) bloßer
Willkür beizubehalten oder wegzuwerfen und feine
eignen Brillen an beren Stelle zu ſezzen. Es
niuſſe eine allgemeine Richtſchnur, Norma
and Regel fefiftehen, nach welcher die Volksmenge
tren und redlich geführt würde; und dirfe Norma
|
ſolle durch vie fo genannten Aufklaͤrer nah
ihren ungeftigen Einfaͤllen nicht abgeändert
werden. ‚Der ermfliche Wilke eb. Königs ſei auf
die
_
7
7 —
"die Zeffaktung: Diefer nabänderligen
Drbaung gerichtet: — » er fi ch gleich. Feine, Bere
fchaft uͤber das Gewiſſen pumaße. Welcher Lehrer
| daher eine. andere Meberzeugung. in Glaubensfacyen
Habe, ‚der koͤnne fie auf feine Gefahr bebals
ten; aber lehren. folle ‚er nad der Vor⸗
fd rift Um DEM, Edilte mehr Ausdehnung zu
- geben; wurden uch einige, ‚Mebendinge. hinzuges
fezt. Die bisher ‚geduilderen Seften und Religions⸗
parteien follten ferner. tolerirt, die Altern. Befehle
wegen: der. eier Der Sonn, s und Feſttage befolgt
nnd die Söhne der Prediger und. Schullehrer,, wel⸗
che ftudirten oder die Handlung erlernten, vom Sols
datenſtande befreit werben und bleiben.
Dies ganze Coikt beruhte auf falſchen Voraus:
\ ſezzungen, auf unftatthaften Gränden.und auf des⸗
potifchen Anmaßungen. ‚Auf f alfhen, Bor
ausfezzungen; denn ein, weifer und bedächtiger
Gefezgeber, welcher doch, Wöllner fein wollte, müßte
wohl vor allen Dingen unterſuchen ob das Unwe—⸗
ſen, dem er ſteuern will, wirklich vorhanden if,
oder ob ed nur in feiner Einbildung, exiſtirt. Unb
da möchten ‚wohl die Thatſachen, die.er van einer fo
ſchreklichen ‚und greulichen Seite abkonterfeit, in
einem ganz andern, in einem milden und erfreulis
chen Lichte erſcheinen. Und wäre cd auch gegründet,
daß 'einige oder, wie er fagt, manche Geiſtliche züs
geltpfe Freiheiten begingen und ihre Srillen aan
die Stelle der chriſtlichen Kehre frzten, fo
kdante man doch fragen, 0b. darum. ein fa dro⸗
| re ben-
No
| m 303 —
herdes Eilt fuͤr das ganze Land noͤchig, zwek⸗
maͤßig⸗ und Heilſann war, ob es, micht weit beſſere
Mittel; gab, die wenigen frevelnden Geiftlichen und.
Grillenſezzer zur Veſcheidenheit, Ordnung und Zuchn
Zaruͤt zufuͤhren, oder, wenn fie ſich nicht beſſern, gie’
beftsafen, Die Gruͤnde aber, welche in dem Evikte.
apgefuͤhrt · werden, find von einer ſolchen Ast, va.
ſie cigem nachdenfenden Menſchen auch nur von ges
meinem ‚Berfiande ein Lächeln. abgewingen,. Wölfe
nes, ſtellt keinen Stats- oder Rechtsgrund
‚auf, wodurch einzig und allein ein Regent gu dffent«
Uchen Verordnungen bewogen werden fann und folk:
Nein! er führt die gewöhnlichen Gemeinplaͤzze einer
theologiſchen Partei an; er verwandelt‘ die:
Muͤrde der koͤniglichen Geſezgebung in.ein theologis
ſches. Disputir⸗ und Wortgefechte: weil die Irre
thuoͤmer der Socinianer, Deiſten und Natuxaliſten
elend und laͤugſt widerlegt find, ‚darum.
fol: kein Geiſtlicher das Volk irre machen. Mit
eben dem Grunde, mit welchen ſich das Edikt her⸗
anonimnit, über gewiſſe Lehren ein Verkammungse:
urtheil zu fprechen, konnte ein Gegner daffelbe gegen.
die Ediktslehren hun; er Fünnte den Bonpurf zue
ruͤkſchieben und das, was hier zu predigen geboten
wird, auch elendes, laͤngſt widerlegtes
Zeug, nennen. Mas würde dies aber beweifen ?
gar nichts. Gehaͤſſige Schirapfuanıen, belgidigende.
Bezeichnungen — daS find denn doch gar zu abge⸗
droſchne, ſchon bei Kindern uͤhliche Kunſtgriffe, die
jeder Verſtaͤndige unter feiner. Wuͤrde halten und
—
[4
a1.
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7
5 0 4
. nn
304 — >
fe da nie Branchen Toltte, wo ft Auf de See
der Gruͤnde und quf die. Erforſchung ver Wahrheit
ankommt/ Ob die ‚Meinungen ver Soeinianer
and Deiften Srethämer oder Wahrheiten enthal⸗
sen, das müßte erſt durch Eine genaue Prüfung aus⸗
gemacht‘ werben ; das kaun man dem. Herrn Siats⸗
miniſter Woͤllner auf Treu und Glauben nitht nach⸗
beten; und ob ſie nuſchaͤdliche oder elende Irrthuͤmer
“fd, verdiente auch noch einer Nachfrage; und wenn
. fe widerlegt find, fo verdenke man eö und nicht, wenn
wir zu wiſſen verlangen, wer dein die find, bie
dieſe Widerlegung uͤbernommen, ob ſie es gründlich
aund überzeugend hinausgefuͤhrt haben und ob wir
ſchuldig find; ihre Autoritaͤt zu verehren und ihrem
Hrakelſpruͤchen Gehorſam zu leiſten. Alles dies
wuͤrde in ein weitläuftiges Feld von Unterfächungen
und Disputstionen führen, wo bes Streitens fein En-
de waͤre. Eben fo will die intponirende und furchtbar
Aheinende Vergleichung von einem Richter, der an
‚vom Inhalte der Gefezze nicht kluͤgeln, und -einem
/Geiſtlichen, der den Lehrbegriff nicht ‘nach. feinen
Kopfe abändern dürfe, wenig eder nichts fagen,
Zwar meinten mehrere, die entweder aus eigner
uederzeugung oder aus Schadenfreude und aus it:
nerer Verachtung aller Religion das Wöllnerifche
Eoift:rähmten, dieſer Grund fei ganz unwiderleglich.
Er wuͤrde es ſein, wenn man eine Kleinigkeit nicht
bedaͤchte; bie Kleinigkeit, daß die ganze Bergleis
chung hinkt, daB fie 2 ganz t verfchiedeiiartige Dinge
zuſammenſtellt; von ibes "gend en um
| “ münds
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Sn . \ Ld A B \
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\ . > Fa
I _. d05 — u
TE RR Eine de;
nath dan Faͤhigleinen up: Vepärfnifien- der Lehre
amd: geſtaltet werden Tann ; und, bie. Nusähung do⸗ .
VNichteramtes,dem feine. beſlimmten Grenzfn ahaeſtekt |
"find, ;guos „nitie, citzaque yequit /conhfteze, re
‚ern; das geht. doch warlich beides ſo Himmehgge
. ‚non eignuder 4b, Daß ‚bier ‚Kein tertium ppmpppg
sipnie Gratt..hate; Wie unpaſſend wuͤrdenes Der
. ‚gemeipftg: Yffersmann: Raben, : wenn map.iiup.hgfehe
len wolte, uͤber ging andre, hequepugue, Imaprilßefe
= ‚tere Feilen. 8 ei: einmal ann Eroßhater her tig⸗
‚gelährt:dei dad. Held: zu Iefleklen u pen.Käarten, ge .
Varen/ ad Viah zu panien, sönlhes, Mirht machtage
lan, ‚andge aight. belehren an irffu weil ie suh
tein Richsen angden, Geſezaem uach Gmroänken.äthe
an ya aͤnders duͤrſe,rund meil ſonſt lauter Ver⸗
wirrungtn im Nlerbau xinraißer undiſchaͤdliche ya
choͤmer aan. dag RE" gefircun werden, puͤrdn?
Aebrigene iſt zuiſchen Laien: und, Gsiliapueg -
Bee nssrichigd ueder /micht. erſt an |
rien Machwerlen gesınk zu werhen: Aranuit,
Den gedenmern uͤnft igen PMrediger und ua
Ad simbern ſollte man in Lehramt quftragen), pop.
SR: brobachten, wird. Erdhch maßt ſich der ige
Hebhar bed Edjltes das aigennjaͤchtige Recht any. uͤhgr
nmas, Fuwas⸗Grund wahrheiden des Chriſten⸗
alpin fein ſollen, seinen Llſprachzu Aha -
Boden Wilhän;reing. ertraͤumte Rorm Hr
um. nak Halten züber einen ımygpäpnerfichen dehebe⸗
plind Dr. Geſch. 6, Kl, II. Abtb. u griff,
1
24
4
4
ir
geh — J
si, far vie erſis aller cheiftlichen welemapauu-
0 zu emaͤren. Died iſt ei Dee," welches kein
Proteſtaut einer Obrigkeit tict dumen Kate und
Weir Aus der landesherrlichen Gewalt, Sie einem
Üreeritent, ‘ver nddy weiſen Regeln, wide nach
aune and Despotie herrſcht, allerbingt zälommt,
Yargt- kein Recht, Über Meinungen erwas zu beftim:
men, Über ven Juhalt gewiſſer Lehren Vorſchriften
a entheilen / oder feſt zuſezzen, wad das Wefen, der
— Siahcgürafren des Chriſteuthuus ſei, Ward ſich aut
bern Werte der wahren Religion vertreige Der vicht
werttager: Er kann und muß swar Über vus Lehren
ie Obeiduffſcht fuͤhren, am :alled zu serbinvern,
Ze 7 He burgerliche Sichetheit und’ vie dffeurlache
tie: zerruͤtter; Ver ſolche Lehren,welche Die
Bande der Goſeilſchafn gacriſſen "uud tech Dierk, we
"zu ſſich Menfiden in einen Star vereinigten, zen
efförten, die · konuten unncdglich Sebote einer or
‚Böyen Religion fein, weil Wort den Meuſchen durch
ie Anlagen und Einrichtungen ſeiner: Seren zur
Beſellſchaft deſtimmt Bat,‘ amd weil der Hitweile fi
Fest widerſprechen wäre, wenn et deorch: poſitier
Eehren das aufheben weile, was er duech 'markıs
ide: Weflinnhungen ais feine: Willen geoffentenr
hat. Wenn ein duͤrſt das Lehren ſolcher Sägge,
del deten Ausübung gar keine Statogeſeſchaft acht
Siatt finden khoͤmite, unterſagt und ſelbſt mM
Dewalln hlateitrribt, To handele ar vehlfonmen reche
. mäßig, gang dem Berufe, wozu Regeuten da: fin,
ve und die Io Seſczvaonten (ed een
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für die erſte alfer Rrgentenpflichten auogegeben ha⸗
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Bar. darüber, au. wachen „.. Daß Nigmanb ben, ein⸗
„eingeffitgen Lehrbegeiff,ändre.. ‚Nach. folchen
Fa? ee Bor SZ
Gpuupläggen. päre dag ganze Chriftentkum venwerfe
Ki, ynd der, erhabne, Stifter deſſelhex ſtut zu tadeln,
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"- gfeich, für ‚einep ‚dem Namen pack, gelten wollte;
"pen, npe feinem (bitte, hätte Xuther, (ejber. Feine
zen liegt, wie.er;glandf ‚edge: yict
„glaukt, und damit, der weltl Macht
‚„.Bibor nicht geradegu,, aber doch feingn Zeoekte
naeh, ſtand mit per Einfhränfung ber —** im
Neligiongfpchen das unfer'm 19 ,Den. 1788 ers
laſſüe „, „(ehr geſchaͤrfte Cenfus, Edikf in. Bere
"bindung, Weil die Aügelinfigfeit unbefonnener oder
boshafter Schriftſteller Mirderbuif der. Sirten, bie
rn near Mile
itise o Ir
b e
| pe |
| nithe Bud At? gute Mihditen‘ , fiechen RN
öffentfichdt Werffäungen, EStdrung der, Ruhe nuͤzli⸗
her. "Sfhröbirger,; Irreligiofitaͤt und Unzufriedens
heit verbreitet habe, ſo, hieß es, waͤre eine Eins
fihränkurig der Preßfreiheit umb cine ſtrengere Cenſur |
durchaus nothwendig. Man kann das Erſte glaus’
ben und dech die Schlußfolge für nnrichtig” hal⸗
ven. Es ift feinem Zweifel unterwerfen‘, daß der
Stat ein Recht und ſelbſt die Pflicht auf fich habe, -
den Mtbeln, welche Schriftſteller bewirken Einen,
entgegen zu arbeiten! aber daß die Beraubung einer“
vdlligen Drukfreiheit und die Auftelung von Buͤcher⸗
ceüſoren die beſten, ‚die einzigen oder auch nur eini⸗
ger Maßen hinelchende Mittel wären,’ ‘jene’
Uebel zu vethindern dies iſt zu bezweifeln; oder, ·
tms ed ift gewiß, daß dieſe Mitiell michts
taugen, daß ſie jene Uebel nicht einmal verringern,’
geii welge venn aufheben, daß ſie im ‚Segentheil
ine, ‘größere und "vielfäftigere Uebel herbetfähiren,” I
und fotglich änderweitiger Vorkehrungen zur —5—
bung des Mißbrauchs der Preſſe beduͤrfen. |
wird fein Ingherziger Politifer das ablaͤuznen m
ven, was ein Politifer von einem gafiz ändern”
Geiſie, der Berühmte IFor,- mir eben fo viel!“
Kraft als Wahrheit einſt im Engliſchen Par!
lamente hieruͤber ſagte: „Durch alle Kunſt
„der Preffen koͤnnen die Wohlthaten“
„nicht beſchtieben werden, welche die
„Menſchen der Preßfreiheit: ſchuldig
„ſind; alle gefſein, die man ig: ans’
* lege.
-
gie * —
nette, raubten um. Lande. Stoß das
2 WBohlthaͤtige des Preſſe, den Miß—⸗
Abrauch aber vernichteten fie nicht“.
7 MS einen großen Feind bes Lichtes zeigte fich in
- Berlin der Geheimerath Hillmer, weldher- die
Greuel der Franzdſiſchen Revolution den Philofophen
and Schriftſtellern zur Laft legte, wenigſtens dieſe
Anficht der Dinge dem Könige in einem befondern
Schreiben vorhielt und darauf autrug, daß ikm die
| Tenſur uͤber alle Monats⸗Zeit⸗ und Gelegens
8F heits⸗ Schriften „deszleichen alle, moraliſchen und
lheologiſchen Bücher. mit Zuziehung eines Kollegen
uüberlaſſen werden möchte; welches denn geſchahe,
” wobei er. fehr willfärlich verfnhr und zu viel Klagen
der Buchhändler. und Schriftſteller und zu gerechten
| Unsilfen des Puhlitums mehr als eine Veranlaffung
| "Die Beountmurung des Religions ⸗ Edit⸗
— tes verutſachte mehr Gerede und. Geſchreibe im
zu Publikum, ‚als Veränderung im Xirchenwefen,
Die Prediger und Schullehrer richteten fich wenig
dgrnach, bie Inſpektoren wachten über deſſen Bes
5. fylgung nicht und die Konſiſterien, in weichen hell⸗
. dinkende und edle. Männer faßen, hielten. mehr auf
din Geiſt der Religion; als auf deu Wuchflaben der
Villlurlich leit. Ee ſchiendaher, als ob es hier⸗
mis, ſo wie wit allen Verordnungen, die auf die |
Denfart der Zeit Ering Rautficht nehmen, gehen wär
de, daß man ſie eben fo geſchwind nergißt, als man
fe ee gah. Aber detnal ee
J u “ den. sr, m.
* Nat beach hie Unthäcgleit ‚der Rome
ſiſtorien in feinem Eifer. zu erkalten, wurke Belßt.
ner noch hizgiger, anſtatt burch.den lantau Tas u
dei und dan ſarkaßiſchen Spott der Gegner ſich
ſcheeklen zu laſſen, wurde er noch. hartnaͤkliger, ſei⸗
nen Entwurf durchzuſezzen. Er beredete den König
zu neuen, ſonderbaren Maßregeln, er nahm alte
gtänbige, aber zung GEAR für die Menſchheit und die
beſſere Sache, ſchwache, bei’ Publikum in. Feiner
Achtung ſtehende Männer zu Gehuͤlfen, web brachte. -
ein mene6, bisher im Preußiſchen ungewdhaliches
Kollegium unter dem Namen der geiſtlichen
Eraminations » Kommiffion zu Stande.
Im Sabre 1790 wurde der König bei feier Ans
weſenheit zu Mreslau auf den. Konfifterialratk
Hermes, und deſſen Schwirgerfahn den Orga⸗
niſten Os wald aufmerkſam gemacht, beides. Leyte
von herzlicher Einfalt, großem Aberglauben uud, finns
loſer Schwaͤrmerej, die ſchon laͤngſt zu siner.gebeia
en Verbindung von Moftikern gehört zu haben,
ind mit Woͤllgern zu einem Biel einnerdenben zu
ein ſchienen. Denn 1786 gab Oswald ein
Such) noll des ungereimteſten Zeuges, Analogie.
er Lejblihen und geiflihen Geburt
etitelt, heraus, welches in ſehr mächtigen geheir
ıen Cirkeln za Berlin für hohe Weisheit. gehalten
urbe, zum Beweiſe, daß deſſen Verfafſer großen
id vielyermoͤgenden Auharg hatte: Hermes
gleitete dieſe Autgeburt der. Thorheit mit einer
bpreifenben Bor, worin er unter andern ven
aa
x
—
/
7 — _
, aus) — ——
Bein noch —E kurze Zeitz vle perfabis
ſche Thotheit der unbefugten Religionsverbeſſerung
„wird bald’ voruͤbergegangen ſein, alsdam werden
„ijene, die jezt moch fo laat ſchreien, viheme i h⸗
„ren 3'w eE erreicht zu haben (im Sriginal dop⸗
‚„pelt groß gebtult): ſchweigen. Sie werden‘
chweigen, fage ichz mdchte nur nicht muticher
Soon ihnen⸗hernach "dir" Lärve des
„Heuchler s nehmen!“ » "Wie "Hätte der "Mann-
ſo zuverſichtlich, fo hothfahrend ſchreiben Binnen,
wen er nicht um Wölmerifche- oder aͤhnliche Mane
gewußt härte? : Der Nötig fprach die gtriannten-
Myſtlker zu Breslau, und berief fie bald darauf im
die Reſidenz. Dswald: wurde kduiglicher Vor⸗
leſer, lebte in der Folge mehrentheils zu Potsbam,
woer ein -fchönes Haus geſchenkt und ein? ˖ ſtarke
Penſion zugeſichert bekam, ab son dem man all⸗
gemein erzählte, daß er ſich des ſeltnen · Vorzugs
--whhrme;, daß ihm der Herr Chriſtus auf ſeinen Spa⸗
zietgaͤugen: ſichtbar erſcheine und Ah traulich mir’
ihm imterrede. + Seinem‘ Schwiegervater Hermes
wurde ein groͤßerer Wirfungsfreis angewieſen. Im
April i 791 ‘berief ihn’ der König nebft dem Miniſter
Woͤllner, dem Konſiſtorialrath Woltersdorf, und
dem oben erwaͤhnten Hillmer zu einer geheimen
Berathſchlagung nach Potsdam, deren Gegenſtand
die Ergreifung der kraͤftigſten Mittel, um den Reli⸗
gtlonstedikte Reſpelt und Gehorfam- zu verſchaffen,
bretaf. Die Folge davon war, daß faͤmtliche
Rathe, ſo wie der abtweſende Kouſtſterialrath
oe... vw \ 6 ils
‘ .
L
| Sitberſchlaz zu fie ver er "errichier |
ten.Craminationg : Komhiiffroh” ernaunt
wurden. Dies Kollegium erhob flo‘ baldð fiber alle .
Andere" geiftliche Behoͤrden mit Ausnahme des geiſt⸗
fin Departements, den es *untergeorbief” fein ſoll⸗
-de, es entriß dem Berliniſchen Oberlonſiſtorium
feine vorgäglichften Gerechtſame, und Öbte‘ einen
- währen geiftlihen Dedpotißrns, den amerttägliche u
fen und fchädfichften unter allen, aus,
Die neue Examiulr' Kommiſſton erhlelt u
am zr' Lug. 1791 eine Fnigliche Juſtruktion,
welche mit dem Geiſte der Preußifchen Sefezgebung, Zu
wit der. Denkart des Jahrhunderts , und mit denr
wahren Ehriſtenthume in offenbarem Widerſpruche
ſtand. Sie enthielt theils allgemeine Vorſchrifteie
fir die ganze Kommiſſion, theils beſondre Verhal⸗
mugsbefehle für die einzelnen Mitglieder. Es wurs
de ihnen uͤberhaupt eingeſchaͤrft, das Religio nös ‘
edikt zur Grundlage ihrer Arbeiten“ EL
machen und es als ihr Hauptgefchäfte zu‘
betrachten, daß ſelbiges nach allen feis
gen Punkten und Klaufeln allenthals
Ben in Anshbung gebracht werde, Ant
diefer Abficht ſollten fie an fämtliche Landeskonſiſto⸗.
zien end Inſtruktion verfaffen, damit beſagtes
Religions⸗Edikt nicht ferner, wie bis das’
bin, nurnadläffig beobachtet oder'gar
zurukgelegt würde. Es wurde Ihnen ſodann
geboten, durch Hüffe von Unterkommiſſionen eine
deppelte Liſte von allen Prenßiſchen Prebigern
und
7
*
viſte ſollten alle Ar Subjehe bemerkt werben,
a has Weißt, bie, welche an der Orthoborie und
an ber alten, reinen, ‚chrifliden Staus
| benslchre, hingen; wabei wie im Voruͤberfluge
quch ihrer Rechtſchaffenbeit und Geſchillichkeit
gedacht werden koͤnnte. In das zweite, Fhwarge
—Regiſter ſollten vorzuͤglich alle Neologen
uud bie ganze Rotte ‚der. fogenaunten Auflids
240 ſodann auch die, deren Lebenswandel aubräs
chig ſei, geſezt werden, und dies zu dem Ende, um
aus der erſten Liſte die Wahllandidaien zu den
wichtigen Lehrſtellen ig. ‚Kirchen, und Schulen zu
gehmen. und auf die Geiftlichen von der zweiten Liſte
wachſames Auge zu haben, Ein andres Haupt⸗
gzeſchaͤfte der Kommiſſion ſollte fein, jeden Ram
didaten, der eine Pfarre oder Schulamt fuchte,
vorher, che er zu dem gewdͤhulichen Konſiſtorial⸗
Eramen gelaſſen würde, uͤber fein Glaubens⸗
betenntniß zu pruͤken und ihm ein ſchriftuches
Zeugniß anszufertigen, daß er vom den ſchaͤdlichen
Irrthuͤmern der Neolsgen nub Auftlaͤrer nicht apgse
u ſtelt ſei, pline „welches Atteſt Fein junger Theologe
von einem Künft ſtorinm examinirt und noch weniger
in ein Amt eingeſezt werden duͤrfte. Den Bärken
Hermbs, Woltersporf und Silberſchlag
wurde ed. fehr au's Merz gelegt, bei dieſem Glau⸗
kens⸗ ⸗Examen recht ſcharf und gewiſſenhaft zu ver⸗
fahren, um redliche Bekenner Jefu zu befdrdern,
die Neologen aber von Kanzein Kan —
BR
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— Mi E,: in.
RR es ft vehen Ab wei ao
ihten bei der gelehrten Konfiftorial s Pröfung der .
Kanpivaten zugegen ſei, nicht eben gerade |
zum Esaminiren’®), fondern: vielmehr, um
har ihre Gegenwart dem dffentfichen
Examen deſto wehr Gewicht, wie auch
Regelmaͤgigkeit zu geben, Eine. groͤtzere
„Herabwürdigung. eines reſpeltablen Laudes ⸗Kolle⸗
giums läßt ſich kaum denken, ats, purch dieſe Ans
orduung dem Berliniſchen Oberkouſiſiorium wider,
febr, es wurde ihm damit angedeutet, es wire
biöher bei den Prüfungen flächtig und unregelmäß:g
verfahten, es folle, erſt von verächtlichen Herchern,
von einenn Hermes und Woltersdorf leruen, ſein
wichtigſtes Amtegeſchaͤfte mit Waͤrde und Ordnung
34 betreiben. / Unter den beſondern Vorſchriften
dieſer Inſtruktion war folgendes das hauptſaͤch⸗
lichſie. Silberſchlag ſollte keine eigenthümfiche Ä
Beſchaͤftigung haben, deſto mehr auf den Schultern.
bes Herkuliſchen Hermes ruhen. Dießem ward
aufgetragen, an allen neuen Daͤchern, Neger.
mus und Ben | au awenr- zeige ker 5
b) Sarın denn nat Wwernridiich nit bie Herren.
ihre Beiſtesarmuth fühlten und wohl einſahen dag |
fie neben einem Teller und Zöllner, ja vor vie⸗
len Kandidaten aid arme, umwiſſende Suͤnder da ſtehen
und wenn fie ſich uͤber ihren vrthodoxen Wortkram
erheben wol), ſich fein mit Sqand⸗ dedetier
2
..
3 — ‚Sie —
ſtin möchten. Er ſollte 6) derer PRRFERINEER vie
in der 'Mefidenz wären, "durch" einen mihdlichens
Unterricht und der Auswärtigen durch eine ſchrift⸗
- Tiche: Auweiſung möglich" annehmen 300 außerdenz.
Über vie‘ Berliner Schulen die Mufftcht- fuͤhren und
VBifitäticn halten. ' Reiſen zu den: Provmzial⸗
Echul ⸗und Kirchen s Bffitatlonen follte er gemein⸗
ſchaftlich mit‘ Hirl m ern‘ unternehmen. Lezterm
ward die Mitarbeit an’ dem neuen Büchern und die
Cenſur aller! moraliſchen und periddiſchen Schriften
auferlegt. Wolterbododrf, der ſchon genug be⸗
ſchaͤftigt wäre, folte nur noch die beſondre Pflicht er⸗
fallen, ein geuaues Verzeichniß Aber die Berliniſchen
| Kandidaten in führen; ihre Geſchiklichkeit im Kate⸗
chiſiren and ihren Eifer in Beſuchung feiner Infor⸗
u matjonsſtunben zu bemerken.! Daß dies eine Art
von Inquiſttionstribaudl wär, vann kein
Unparteiiſcher laͤngnen oder verkennen. Haͤtte es
aus Männern von Anfehn oder Virdienſt beftanden,
ſo hätte es viel wirken fühnen," Aber ba die Mitglie⸗
der deſſelben, (mit Ausnahme von Silberſchlag,
der ſich in“einigen gelehrten Zachern, ald in der
Malhematili; gute Kenntniffe erworben hatte) wegen
ihrer tiefen Umwiffenheit nicht bloß verachtet, ſon⸗
dern ſelbſt verfpotter und verlachk wurden, fo btach⸗
ten alle ihre Anftrenguugen Feine fonderlichen Erfolge
hervor; fo heißer fie fich ſchrien, fo. müde fie ſich
ſchrieben, fo. verhallten ‚ihre Töne in ber Luft, fo
blieben ihre Gebote todte Buchſtaben. Hierzu kam,
or theits der gg zu keinen gewaltſamen, hatten
Maß⸗
⸗317 —*
Mafsegeln- genkig, wat, theils ‚bie Glan srich⸗
ter‘ ie ‚Kraft, nicht‘ Du. genug, batı Im 8 J
Wageſtut zu verfuchen it Ernft‘ —5 J
and ihre Drohungen | „in Tharfachen au der hudeln.
BHöchſt neugierig, "mußte. mög duf die "wichtigen
Bäder fein, "weiche dies Blaubenstribüngl, Des
onderd Mer Mei, dem Jublikum und. ei einer ganzen
Nation dur Belehrung vorlegen. inärbe, Ee Ltſchienen
virklich einige gedtukte Bogen — denn rich” ‚war.
shiht — - aber. fie dienten nur, Dazu, ihre, Urheber
olendg‘ mit Hohn und ‚Verachtung senbmäftn, *
Noch im Jahre, j g ‚ sehielfen, alle Konfiligrien | ein |
zedruktes Schema, examinis Caodid 0 um x wel
bes Hermed verf t „hätte, und, ne cheß .i in Sagt,
Sprache, ; ‚Einfleipung, ı und , Angrönun 4 Je.gar. Mläge
* war, dag ed. yichte al. Lachen ertegte Der
rs}
Aboruf vimi —9— p groben. hiadı eher,
on ke En tanlojen. . daB. ß die © —
ziſſiou aus —8— ſelbſt uͤnftb rüfte und eine
weite, etwas verheiferte,, obgleich, nicht, berufinfe
gere Ausgabe. nergnftaltetg. „Es war tin 1 Drebuf,
on welchem m wan Allgenyein ehe * Ti der.
gnoranz.‚eingd ‚eerfinfigrgen Kapuiſn
ugemeſner, als —3 In einer protel antiſcheü
Stadt 4, und: in EILHN N Bgrlin gegraft zu fein,
son glejchem Seife, waren, 2 Predigt welche
ereh unfertege otpus Prußfen. fie . „die eine‘
n Sonnrag Zubilate; 179n, 30 gu Pots dam DE, dem”
Önige, die andre am 3 Yoognt g In sung Errägts!
B des, „Serforbnen Fi —— —2 |
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- 3 8 * . rf
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Sie fegten ihm Togkr. in den ugen ſeiner elgnen
Wartei. herab; denn, ſie zeigten, daß es ihm ap
allem fehlte, was nur zu tiieni erräglichen Preis
‚ger gehört, und daß ei jeber Hicht ganz den der
- . N
Natur verivahrloſetẽ Kandidat einen beffern Ver⸗
trag halten muͤßte, als hier ein Maͤnn that, der wire
0 großen Ponip als Reformäror feine) Vabtham
bene anfret. "Ei Beniengfel von Ccubogmatit,
ünverfländlichet Tppil nnd verworrener Myſtik war
ber JIuhalt Diefer ſogenannten Predigten; fid hatten
keine logiſche Ordnung,“ feinen "einzigen gerneiiindgs
‚jigen, Gedanken, keinen ſaßlichen Sinn, feine
Bräuchbarkeit fürs Leben; man wußte überhaupt
"che, v6d8 er mit dem gatizen Atrzufamıienhängens
ben, Gefdiok, Äigehtich Tage | wälhe. “Daß fi
„J stthober waren, gereichte ihnen nicht zure Vorwurf;
. . dene kaim jemand orthodot ſein und doch fehr
iehrreidh , zur Fugend ertweftend;, ’ttöftend und räße
j ne . lunı INTER « N J *
. rend predigen;ſonbern Daß fie lauter kauderwel⸗
fies, ünngges, zu nichts dienendes Gewaͤſch ents
Welten, dies machte fie Vertberflity up erfültie ae
‚Grcande einet wahren Ciba, nie unwinn min
Bignpeife das Ehriſteathum gerinäfggäägig, bie Ries
hen fee, uud den Kehrflaho. verdchetih machen
‚saüffe, Und doch harte diefet Mann, der nicht ein⸗
mal die dunkelſte Ahänıig ven dern, was heilſant
Fiedigen heiße, zu haben: fehlen, die hochmuͤrhige
- BSreiftigfeit, im Namen ver Eiaminir sRommiffion
eine Auweifung für vte Evangelifnstas
* che⸗
ur
319 nn
ehetifhen Preidiger jur newiffensafıtn ”
und jweliuäßigen Tährnag ihres Uns
Bes’ambzuarbeiter, und im ganzen Lande herumzu⸗
ilten; es war eine vortrefliche ‚Mmveifung vom .
bin, was ein Prediger nicht thun muͤſſe. Zu
tiner noch groͤßern zu einer unvertilgbaren Schande
ihm die Heransgabe eines allgemeinen
Landes kare hismus, unter dem Titel: Die
chriſtliche Lehre im Zuſammenhange. Auf allerhoch⸗
fen Wefehl für: die.Webärfniffe der jekligen Ark
wngtarbeitet und zu einem allgengeinen Lehebuche in
den niedern Schulen. der Preußiſchen. Lanke einge
richtet. Werlin 1792. 57 wi Hermes
hat dieſes Buch oder Buͤchlein nicht ſelbſt verfaffet
er trante feinen eignen Kraͤften nicht ſo wiel zu, em
ſolch Machwork fabriciren zu koͤnnen. Er legte
einen alten zojaͤhrigen Troͤſter zum Grunde uud unter
großem Gröhnen md: Herzklopfen heftete er einige
Ziliklereien daran, deren Zuſtandebringung er in den
|
Worxrede für eine Wiberläinbung mäheseler Schwie⸗
vigfeiten ausgiebt. Mine armfeligere Beiſtesgeburt
‚wat in den neuern Zeiten lange. nicht an’& Tages⸗
licht gekommen; und die geiſtliche Eraminde
stoudıRommiffton Mußte warlich alles Gefuͤhl
von Scham vor der vernuͤnftigen Wels verloren ha⸗
‚ba, daß fie bie: Warte: fär die Beduͤrfniſſe
der jezztgen Zeit aügearbeitet, auf den.
2
x
Titel ſezzen laſſen kenute. Dver fie mußte des
Glanbens fein, mur ein ſolcher Ratechiäuius ware
ein erben, eher vs eve De
Kim
/
7
— —1 — ses /m
ne Anitjnpbegreifächen;, ue. erwieſenen —* u
— gruditbaran'Öfygen brfiiiperte , fe Bernunft durch
‚ dunkle Borfelfäugen verwinue, das Derz zu: mäßis
gen Anvächtelcien ſtimmte, und den Menſchen zu nei
Seſchaften, Sorgen und Verhaltuiſſen des gefeils
ſchaftiichen Lebens unbrauchbar nuchte. Deun bist
alles enthielt. der messe, eineth gauzen Lande: vorge⸗
ſchriebue, Doch zum Heile ıber Meligion Anb Site
nn
-F
lichteit nice durchausn eingefuͤhrte Katechismuo.
Mile wirkliche oder auch anseingebilbrte Mat Der
Binubeinibröperet ugfähte nichrigu, ihre. Entwuͤrfe
durchzuftgzen. An vielen Orten wußte -manı nice
&inmal: von ber Sriftenz eines ſalchen berunglälten
Lehrbuchs etwas, Und ſo erging es ihm-niche be
fer, als deu fruͤher, vor der Errichtung ver Exantis
air: Kommiffloer von Wöllnern felber :gernachten
Verſnchen, einen orthodoven Kutechismus a: Gag
"gu bringen, Das Vorhabri mußte als ui wäfährn
‚ Bat aufgegeben werden. m >“ BINMN.
U Die Bekahpungen —E ER ö —
allgemeinen Ratechismus in die Schufen: eingufüh«
ven, verdulaßten einen Wiraigkßser wicht zu den
ollnägtichen gehorte uud die Vorereflichteit ver Provi
Büchen: Rechtäpflege: auf's neur ins rhellſte Lichts
fe: wie die: Fehlgriffe und die Miſltarlichkeiten (tele
cheſich Wilke zu Schulden lommen (HB ffent⸗
lich: zur Schaut ſtelltꝛ. im ungenanmen hatte in
eine kleinen Schrift die Räztiäzteid: elnes allgemei⸗
mn Landeskatechismus zu bewriſen und Die beſte
Sutichinag eines ſolchen one datzuſtellen. es
ſucht.
—— — EN
" ' .. N‘ ’ . nn
N — 398 —
ucht. De veform, Prediger Gebbard in Bed
yab dagegen, bach ohne ſich zu, nennen, .folgenbe.,
Widerlegung heraus; u Prüfeng der. Grönde, ”
welche der Verf, der Beinen Schrift: iſt ein. allge
meiner Landeskatechismus noͤthig ꝛc.? zur Be⸗
hanptang feiner Meinung beigebracht hat, Berlin "
ei Unger, 1791. 23.8. 8," Gebharb, pder viel⸗
nehr der Berleger ließ dieſe Schrift vor dem A
rufe von Der Behörde „cenfiren. Der Oberfonfie '
orialrath Zoͤllue r, als beſtellter tzuiglicher
enſor, fand darin nichts Anſtoͤßiges, Slatswidri⸗
es, oder Unerlaubtes; er gab daher die Bewiflis
ung zum Druk. Saum war fie öffentlich. erfchiee |
en, als Wöllmer eigenmächtig, den Verkauf der⸗
Iben bei 100 Dukaten Strafe ‚verbot, . fie ein⸗
ende Scharteke naunte, und zum Grunde ſeiner |
Jeöpotie vorgab, daß dieſe Schrift: einen. ſtr oͤſ⸗
ichen Tadel der von Sr, Majeſtaͤt verordneten
infuͤhrung eines allgemeinen Lehrvuchs der chriſtl.
‚eligion. wit ſich führe, Dies Verfahren‘. war
ven fa uͤbereilt als ungeſezmaͤßig, Das Buch eut⸗ I
elt keinen Tadel des Koͤnigs, ſondern nur eines
abekannten Schriftſtellers, und der. Tadel‘ ſelbſt
nnte nicht ſtraͤflich fein, weil er nicht aus der. Luft
griffen war, nieht die Ehre eines Menſchen kraͤnk⸗
—
‚ nicht auf Schmaͤhungen abzielte, ſondern in
nem beſcheidnen, kaltbluͤtigen und anftändigen
one alles mir Gründen unterflügte und Nur von '
aachen, nicht von Perfonen handelte. Der Verle⸗
r, der die Landesgeſezze bei Herausgabe der
Ballus Br. Geſch. 6. Thl. ll, a Xx Schrift
—4
t
.
!
. n
— 322 — 2, \
genau befolgt hane und nun ohne feine Schuſd in
Verluſt gerieth, verlangte von dem Minifter einen
Schadenerſaz. Ohne ſich weiter um die Folgen zu
bekämmern,: verwies. ihn Wollner an den Verfaffer
und Eenfor. Der Buchhändler Unger verklagte dem⸗
nach die leztern beim Kammergerichte, wie es ſchien
im vollen Ernſte, aber wie man faſt glauben muß,
- in gutem Einverfländniß mit ihnen, Der Berfaffer
Gebhard wurde fogleich vom aller Verantwortlichteit
freigeſprochen, gegen den Ceuſor aber die Klage an⸗
genommen. Der Kriminalrath Amelang führte
Die Klagfache des Verlegers und webte iu ‚feine Eins
gaben fo viel feine Sronie, ſo viel fatitifche Zaume,
. ſo viel treffenden Wiz über den Miniſter Wöllner,
aber ſich allgemeine Bewunderung feiner Talente
im Rande, und einen großen Ruhm außerhalb des
, Preußifchen Stats erwarb. Er verſtekte ſich hinter
dem Glaubenz ein getreuer Unterthan duͤrfe nicht
. ‚glauben ‚\ daß das Kefkript ‚des. Miniſters irrig ſei;
‚denn wer Au feiner Weisheit und Gerechtigkeitsliebe
gzweifle, der gebe zu erkennen, daB man den
R Namen des König gemißbraucht habe,
und den fträflichen Tadel Töniglicher Anordnungen
einer Schrift beimeſſen wolle, welche dieſen Tadel
nicht verdiene; fo etwas laſſe ſich von einem fo
' erleudteten und von Vorurtheilen fo
weit entfernten Manne; als der. Minifter
fei, nicht gedenken; man /mäfle alfo glauben,
daß jene Vorwürfe gegründet wären, und daß der
erleuchtete Chef des geiſtl. Departements nicht
. ⸗ our
D “,
„und Erjehungenefe zum Srsenfanie; ſo iſt
u D) t se X
1
u
y r — 323 — = V
nur ein. Met, finden fogar sine Berkiifiät
gehabt habe, den Druk der Gebhardifchen Schrift
zu unterſagen. Das Kammergericht entſchied indeſe⸗
ſen, wie es der Klaͤger mit feinem Sachwalter ſelbſt
wicht auders erwartet hatte, gegen die. Klage. und
alfo ‚gegen das Verfahren des Minifters unterm 5
Mai 1791. Und merkwoͤrdiger als das’ Urtheil
find die Grundſaͤzze, nach welchen es gefdrochen
wurde, „Einer guten Sache, heißt es in den. Ente
S .
‚Äbeitungsgränden‘, wird nicht ſowohl durch ihre .
„Gegner, als durch ſchlechte Vertheidiger geſchadet.
„Wer ſchwache Gründe verdraͤngt, ‚macht ſtaͤrkern |
„Diaz. Wenn es daher auch richtig wire, baß die
„Einführung eined allgemeinen Kandeöfatechiömus
„von ber Regierung befchloffen und diefer Beſchluß
dem Eenſor bekannt gewefen wäre; fo koͤnnte doch
„die Widerlegung falfcher und. ſchwacher Gruͤnde,
„welche dafuͤr ſtreiten ſollen, nicht als ein Hinders .
„viß dieſes Vorhabens betrachtet werden, — Be⸗
lagter hätte fo gar die der Regierung _
„ſchuldige Ehrfurcht verlegt, wenn er |
„angenommen harte, fie wolle lieber
„den einmal gefaßten Vorſazblindlings
„befolgen, als beffern Gründen Gehoͤr
„geben. . Wenn jemals über Geſezze und oͤffent⸗
„liche Anſtalten mit Nuzzen geſchrieben werden
‚kann, fo iſt es gewiß zu der Zeir, da ſie eben ent⸗
„worfen werden. Haben nun die Einrichtungen,
welche getroffen werden ſollen, das Meligionds
“
'
-
In
ner. u 1
ie offenbar, BAR. untar den allen def
Menſcheu, welche dieſem Geſchaͤfte ihre ganze
„Lebenszeit widmen, mancher unzuireffen fein
N muͤſſe, deſſen Belchrung dem noch mis vielen ame
‚dern wichtigen Dingen -befchäftigren Gtatämanne
azlich werben. kann. Dergleichen Belehb—
„rangen dürfen um fo weniger verhin
dert werden, Da:fie auch gegen {dam
nbskebenne Einrichtungen Statt finden
yahlfen Wenn Hihtd, was diefen
autgesen: if, behonptet werden. därk
mie fo "würden, wie. Beflagter mit
MKecht in feiner Deduktieu anführt,
alle Kompendien der Statswifſen—
" ofchaft unter, die yerbotnen Bäder nad
„Plate, Montesquien uud Thomafiug,
„unter die, Staͤrsverbrecher geho4ren;
ia es warden dadurch alle Beinuͤhungen der
vGelehrten. auf Gedaͤchtuiß kram und umäzze Spe⸗
kulationen eingeſchraͤnkt werden. Daß es beſon⸗
ders in den Preuß. Starten erlaubte ſei,
‚nie wirklich vorhaudnen Anſtalten und Geſezze zum
"ySegenfiande gelehrier Unterfuchungen, zu machen,
ft von dem Kammergericht in der Wuͤrzerſchen
. Sache anerkannt worden, wid «6 erhellet ganz
edeutlich aus dem Artik. 11. Des Ceuſurediktes,
wo es heißt: die Abſicht der Cepſur iſt keinedwe⸗
Ages,eine anftändige; ernſthafte utzd beſcheidne Un⸗
. „sertuchung der Wahrheit zu hindern; und im Eins
ange. deſſelben wird na die Peñfung,
ax „een
Ss
Een “
PEAK ir per ſche Werrhothiirg Az
„der: ‚nosgafte Tadel Öffentliche Unſtalten
—X gen als unzulaͤſfig gemißbifligt“.
—
Ungeachtet dieſes Kichterſyruths wußte Wöllred -
ben König, gewiß nicht durch die kdelſten Mittel,“in
dem Veharren auf, willlͤrſichen Mußregelu id dreſet
Sache zu erhalten und fo bewies er vor aller Weitz
daß es ihn um kein Recht, ſondein aut be
Behauptung ſeines Eigenſinnes zu thun ei. Wbe
dem Guicht war dffentlich anetkaunt, daß det Ci
for feine Wlicdye gethim, der Verleger nichts vetfes
ben,:.dver Berfoffer nichts Straͤflichts geſchrieben |
habe, daß Das -verbiötne Buch anf eine beſcheidne
Art nicht einmal die kdaiglichen Anſtalten, fonde u
Bade. ſchwachen Gründe eines Ungenannten be.
keudte ‚wozu ausborlikliche Gefejze die Bewilligung
erideilen; wer Hätte nicht denken ſollrn, nun muͤſſe
ver" Verhauf deſſelben geſtattet wetben. Aber .
war verboren und biieb derboten und durfte auch mit .
ben Alteuſtuͤllen deren Belanntinachung bald‘ Eu _
folgte, wicht: abgedruft werben. Wölnerd
Esarrfinn galt atfo mehr; ale Miechterſtüble und
Befesze. |
. Mad: dies ige ſich nicht lafige darnach ke Ä
inem noch fonderharurn Prözeffe, bei der Berichtes .
sche des nuter Dei Namen des Zenfpredigerb
‚gemein belannten Schulz. Dieſer Mann,
Prediger m Bielsdorf, Hatte fih ſchon laͤngſt
icht ſowohl vuriß feinen Haarzopf, den er trag,
lo wii .. Die. Vaeenmin Venßeran⸗
un,
— 22
[te Ze
0000" ’
IN " N
» 6 —
om, bie, a, ‚Schriften deunch hehauprete, im
einen Üblen Ruf bei der verſtaͤudigen Welt gebracht.
eine Grundfaͤzze, die er in feiner Sirtenlehre
fr alle Menſchen und in dem Erweis des
bimmelweiten ugterſchiedes der Moral
von der Religion mit roher Dreiſtigkeit und
mit leichtſi inniger Bitterkeit Rugefchent ‚helaunte,
hatten offenbar ben Zwei, alle ‚Pflichten ‚gegen
Gott, ‚alle Forderungen ber Religion, alle Nebun⸗
gen des Gebets und die. Geſchaͤfte des Predigtamtes
als Aberglauben, Gaukelei und Thorheit herabzu⸗
würdigen‘, s. zu werwerfen usb, ſo viel an ihm lag,
Abzufchaffen. ‚Er empürte jeden, Maun ven edlem
Gefuͤhl noch mehr durch die Art, wie er feine ans
fidfigen Meinungen bekannt machte, als Durch Das
Auffallende feiner, Sophismen felber; er ſchrieb im
einem trozzigen, ungeſitteten, allen Anftand verache
senden Tone und dennoch erhob er ein Zetergefchrei,
wenn’ man ibm vorhielt, daß er nach ſeinem Gewifs
. fen, ober, wenn er dies nicht achtete,, nach feinen
: eignen Rehren als ‚Tonfequenter- Mann fein Predigt
amt nieberlegen. müffe, weil 68, ihm ein verach⸗
| tungswuͤrdiges Geſchaͤft war, weil er ed fo gar ein
ebhrloſes Gewerbe geuannt datte. Einen ſelche⸗
Wenſchen, der nicht verſtekt, ‚fanden Yariz..pfen
. gur Fahne ver. Atheiſten ‚und, Religionsfpötter
. ſchwor, uͤber ſeine mif dem Geſchaͤfte eines Religiens⸗
lebretö unvereinbaren Behauptungen zur ‚Berants
wortung zu ziehen und eines Standes zus entſetzen.
ben. er Mr —— hielt, ben er ſchuaht⸗ a
hun 2
‘
Ä — ser —
aafeicdete des ſchien keine andilige, Jondern feibf
ine noͤthige und gerechte Maedregel feiner Vorgeſezten
u fein and die Duldung eines. folchen Mannes wurde,
on vielen für eine zu weit gehende Nachficht angelee
en. Hätte ihn der Miniſter daher auf dem geraden
echtlichen Wege über deutlich beſtinnnte Punkte zur
Rede gelegt und ihm dann, was der Ausſpruch Day |
dichter beſtimmte, ohne Ausfluͤchte und Winkelzuͤge
sieberfahsen laſſenn, ſo wuͤrde kein Parteiloſer dab |
aben mißbilligenTbnnen, er hätte es loben und guthei⸗
en muͤſſen. Aber ein freies, geſezmaͤßiges Verfahren
hien eiamal aucht den Beifall dieſes Statsmannes zu
aben; ſeine Haudlungsweiſe, liebte auch da, wo ex
ine Urſach hatte, das Auge des Yublifums zu ſchenen,
na Bexftehte,, Megellofe, Gemaltſame. Dan erniea
igte-fih zu hinterliſtigen Auſchlaͤgen, zu unwuͤrdiges
Nachinationen, gu umerlanbten Kunſtgriffen, umh
idrige Zeugniſſe gegen Schulz zu erſchleichen
nan ſtellte ihm zuerſt vor die Inquiſition der Exami⸗
ir⸗Kommiſſarien, man belangte ihn uͤber umvefents
he Dinge, wo es ihm leicht war, ſich in einem
otheilbaften Lichte zu zeigen; und da Diss alles zu
ichts führte, fo ließ man die Sache vor dem
ammergerichte verhandeln; aber auch ‚hier beging +
Zoͤllner fo handgreifliche Unregelmäßigleiten, ”
erſtieß fo ſehr gegen alle Form einer unparteilfchen
uflg nud ‚mifchte fo viele Machsftreiche-ein, daß
ſeinen Zwek nicht erreichen konnte; nicht die Un⸗
huld des Beklagten, ſondern das ſeltſame Benche |
en der Rbhee war Urſach, daß dieſer Prozeß
einen
Ä
unite un
nen aot gang nahm, ; der in wer Kat ai J
Ehre Wolluerz gereichte; das Kamnmrergericht
ſrach Sch ul zen in Obſicht der wiber ihn verkehrt
angebrachten Beſchutdigungen fiel; der Miniller,
welcher den Triumpf, den er durch die Juſtiz nicht
erlangte, nun durch Gewolt / erpreſſen weilte‘, berbog
den Koͤnig, das Urtheil dahin zu beſcutigen, daß
Schulz abgeſezt wuͤrde. Getzen Ark ſoſche wunder⸗
uiche Veſtaͤrgung, welche dem Inhalte ves Slichren
— ſpruchs gerade zu: entgegengefezt Bar’, proteftirte
Schulz zwar; aber zulezt naunßte ir der Mut
wWieichen und einen Pofken verlüffen‘, ori er freilich
| | u auf Line sefegmäßigere rt Ron eye dante derlie⸗
‚ven ſollen. 2 ——
Der iniſter ſahe endlich ein ban·er auf vom
Wege Rechtens fo wenig, als nuit feiner Methode,
die Güte‘ ſeines Werfahrene . durch: vertmeisieliche
Gruͤnde Adergengehd Parzutfun, erwos ausrichten
- Ponte” Im Jahre 789 - ſchtieb CM Roſtokter Hof:
rath, D. RoAun berg'“über ſfimbotiſhe Buͤ⸗
Der in Bezug au! Stard recht ein kleines
tzwerk von HF Seiten, worm er dem Miuiſter Worn⸗
„her viele Komplimente machte, das Religionsedilt
er Longe nach abdrukte, die Heilſamkeit Veffeiben
wit vollen Bakken anpries, und die Nothwendigkeit
"Aber den ſimboliſchen Boͤchern zu: hhalien, auf
Siategranden au Berveiſen ſuchte. "Den gef@pmeis
heire Mmifter bildete. Mb eim, das Srchretufel des
en Doftor: mliſſe für jeden Eiſer· eben die
ee Baal, , we echt an mi
N
a Er u 0 |
wolen Werſtand⸗ air; er kaufte ber given —
son Brenplaren auf, : uud ſchilre fie an alle gu _
liche Inſpektoren, damit ſie ſie in ihren Kirchſpremw
zeln bei Ptedigern und Schullehrern cirkuliren Info -
ſen ſollten. Die ernſte Art, womit er blet Geſchaͤft
Jett ieb/ war. ein deutliches Merlmaleſeines Glas ”
vend, daß die Leſung dieſes Vuͤchleins —*R
ewirlen und die verbleudeten Neologen wie; durch
inen Zauber ſchlag in rechtglaubige, ediktmaͤßigr
Orthodoren umwandeln wuͤrde. Abet die gehoftt
Wirkung blieb aus. Wielen ekelte der loſen Speh 5.
e, da hochtrabtaden bantſchekligen —
en,‘ fie konntent die Lebtuͤre eines Buches, weiches -
vie ein alter Ancrlmit bunter appen und Flittorn
erzent nd verziert: ausſaht, nicht aushalten; ſie
egten es halb-ungelefen bei Seite; audre ſanden
zarin fo viel imtogifchesDefinitisnen-, Vie bis ia
aͤcherliche gingen, ſo wenig Genauigkeit im Denen, .
o viele gehäufte Widetſpruͤche und fo wenig Richtige -
eit- in den Geſchichtsangaben, daß ſie in ihren nd - -
egenhefezten Meinungen derabe dadurch noch. mehr
eſtaͤrkt ¶ wurden, weil mar ſo ſeichee Tagelbhner
ırbeic: für ein unldertrefbares Meifterfiät ausgabl
58 fehlt auch wiht an Gegenfchrifeen,, in welchen
ie Gerinffhgigfeit der Roͤnudetgiſchen Behanptun⸗
en gezeigt wurde. Mit vorzüglich ſcharfer und
atiriſcher Lange wuſch ihn das Sendſchreiben
ines: Ialtew' Lunbpredigers im: Preußi
ben. weils Schill in z, Lehter an bei
domſthan zu 7 ai "Deut ehr DR
J „A
e
⸗
wWodl lner ſelber Aehdrte. Leucn fühste: darauf
Nee 330 u
iiber Sale ward Rdenherg bier perſifſlia
und jedem Rachdenkenden bewieſen, daß dieſe von
WBällnern ſo moaͤchtig in Schuz genommene Schrift
anmaßend, ſchlacht, unverdaut und unphilofophifch ſei.
Sie wollten „jagt der Landprediger gleichſam ald
Reſultat in wenig Worten, Sie wollen, lieber Sr.
Hofrath, n nichts Schwanlendesinder Reli
gion; alles ſoll de zuſammenhalten,
nis waͤrs mit eiſernen Faßreifen umge
benund dieſer Religions⸗[BVBottcher ſoll der
Fauͤrſt ſe in. Lafen Sies lieber die Wahrhe it
ſein; denn wo dieſe mit jhrem Sonnenglam
ae fehlt, na hilft Fein Bannen, undauf
die Daner,auch- keine Gewalt, noch Liſt.
Schaͤzbar iſt vor. olen des Prof. Bilfaume
Pruͤ fung, der Rounbergſchen Schrift nicht ſoreehl
wegen der eigentlichen Widerlegäng , welche von au«
dern treffender verfaßt wurde, als vielmehr wegen
der langen Vorrede, welche einige merkwürdige
gißsrifche Umſtaͤnde als Zeichen: ber Zeit jur Renate
ih des Publikums brachte, die ſonſt vielleicht ganz
oder. nörh. lange. uubefaung geblieben wären. Vil⸗
Inume worte fein. Buch’ zu Berlin drukken laiſen,
welches der Cenſor Teller erlaubte, der Miniſter
Woͤllaer aber unterfagte. ;Dey: Verf» begnuͤgte
fi mit dem bloßen: Machrfpruche nicht, fondern
verlangte: Gruͤnde und wandte ſich daher mis-einer
KNlageſchrift ‚über ‚yertveigerte Genfus an ‚Amtliche
Wiujſter dese JInſtizdepartements,zu welchen
als
, | I A J 2 .
Eu 331 — an
16 Urfiche: bes Deukoebos eine“: ESeue i ro
euen, im Jahr 1790 errichteten: Pabllepikiierion
es Kaiſers Leopold u, an. welche Unis.
lgenden eben erſt beigefügten Zuſaz enshiefts- we
Ale Beine Schrift ‚(nämlich im: Deutſchen
leiche) geduldet werden, ‚die mit den
imbalifshem, Buͤchern ‚beiderkeir" Nelie
{onen und mit. dene guten Sitten wicht
ersinparlich; fei,. oder wokund.: ber
mſturz der gegenmärtigen: Verfaffung |
der die Störung der, bfienslihemn ung
efdrngsn weideif,; Das Juſtigdepartement bea
bloß. gor Ahfaſtung inet ;entfcheideriven: Urspeilg
avor die Erklaͤrung dev; Mimifter der autwaͤrtigeh
lugelegenheiten einzuholen, welches deun geſchahe.
er. Graf on Heszberg und non Sinkenfieig
aben uͤher den ſeuderbaren Iyfaz.nnserim:ı Fehr.
791, eine Auskunft, welche Das weile Werfähren
erfelben jedem wehren Patriotes: unwiderleglichbe⸗
»ies; ‚mupon bier aben nur einige Stellen angeführt
yerben Kounen. „Ca iſt richtig, ſagen diefe Etats⸗
maͤnner, daB in die Wahlkapitulation die neue
‚Verosönung eingefloſſen, daß keine Deligionde
‚schriften geduldet aind geſtattet werben.follen ;., welt
‚he den ſimboliſchen Buͤchern der 3 in Deutſchland
herrſchenden Religionen ungemaͤs und ‚entgegen .
ſeien. — Kurmainz machte in ‚feinen: ſoge⸗
mannten Erinnerungen: dan Antrag: Dazu: Als ber
‚Kutfürft ſolche anhero mittheilte,, ſo wurden die
Aubeanhenbersiihen. ‚Mahlbeißpefter, angewie—
4
14 '
J
aan 8 -
ꝓfen ats atoriſirtz AId nice in vielem Diiradt
derfaͤnglichen und’ bedenklichen Vor—
er) kägen ‚dutgegen: zu ſezzen ind votando zu
-gäußern? es fi Evauhe iſcher Seitd'nech t be
vſtimmt md ausgematht, welches allge
me ine Bekenntnißbuͤch er :feten. ’ Die
Vor ſorge, verderblichen und gefährtis
en Lohren unde Meinuugenund dem
Aelbeu “sSerb reitungz Einhalt: gu thunm,
"ymöffe jeden Randehterin vorbetzalten
leibenz es klonne wader dem Saifer,
„n och dem Reichs gor ichten, nech dem
| pKath oliſchen Meitho theit⸗ ein: Urtheil
und Brkenutniß ber Proteſt ant iĩ ſche
Melig bons ſchriften und. deteu oal eber⸗
———ã mit dem Eonngel. Leherbe⸗
„ori; ober ihte Abweichnsgz davon Aber
plaſſen werdewn — Dahise fiel nicht
yanrs die Kurdrandbindurgiſcee, folnern
„auich die Kurſaͤch ſiſche, und Aurbraum
— „ch wobgiſche Stimme. uud Die -Kutbe
wi Gt Stimmen⸗ Ueberlrgenheit bewirkte aber
ieinru,:dent Kurmainziſcheu Antrage gemaͤßen
3— nSchluß der der Kapitulation: Angetülr wurde.
„Audin vie ſer Schluß wirb:fe: wenig von
„dem Evangel, Reichstheil für seRhinde
ihn ungefehen: und: befoltzt -werden,
sals‘er einem Prötefsantifchen Kor⸗
„unnReihsfärften. in feine Laudeshert,
| Le opbeu⸗ aud Religicac- ↄeiu
ar ech⸗
N
938 m
rechte eingreifen and. Zien fejsen u
tan. — — ‚Uchrigens ſcheint es und eine une
verwehrliche: Sache zu ſtin, über das Uofehen, die
Verbindungelraft,,. die Abſichten, die Dauer, die
Nothwendigkeit oder Entbehrlichkeit der, ‚fü mholis
ſchen Bücher Betrachtungen: onzuftellen und feine:
Privatgedanken zu eröfnen, wenn. es nur vicht auf
eine heftige, unhoͤfliche md ſchwaͤrmeriſche Ur -,
geſchieht“. Nach Dielen verdreflichen Gutachten
claubte der Staſsrath in einem formlichen Be⸗
hluſſe, 3hwohl mit Widerſpruch des Miniſters
Bölfmer, den Druf der Villaumeſchen Schrift;
ber auf Anſtiften dieſen Geghers der befleen. Sache
g der x hnis den. Großlanzler von Carmer des⸗
»egen“ zur Rechenſchaft. Carmer veitheidigte
in und feiner SKellsgen Verfahren: in einem, ange |
zhrlichtn Schreiben. mis itriftigen, von keinem -
Böllner umzuſtoßenden Gruͤnden, richtete jedoch
t
nn.
I!
egen den mächtigen Einfluß des geifklichen Minis \ .
ers nichto aus. In aimer Kabineteyrder vom 5
Rärz »793., in welchet man Wölners Schrejbart
icht verlznute, ‚wurde. die vpon einem gauzen er⸗
uchteten Kolfegiy. ven erprobten Statsmaͤnuern
egehne Bewilligung des Druts ſchlechuweg für une
zlaͤſſig arllaͤrt and, ohne die Gruͤpde fo vieler gro»
en Statsdiener zu widerlegen, - Yurch ein bloßes
Nachtwort geboten : ⸗Das Villtaumiſche
Buch fall hier nicht gebruft werden.
Denn der, Dink dergleichen Bücher in me j⸗
nes. Laude segetgffen wird, kaun diefe
44 Ge⸗
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J— 33x —
IDoeithmignn als eine A proßetion Aber
,dergleihen Schriften augeſehen wer
oben, die ich aber fehr ‚entfernt Sim,
2 sujugeben x. .„.Diefe leztre Schlußfolge ift fo
eigen in ihrer Art, daß fie nur in dem Kopfe eines
Mannes wie Wölner entflauden fein kann. Denn
ddaß der Kodnig auders und richtiger dachte, zeigt die
Wereitwilligkeit, mit weicher er die hinterlaßnen
Schriften Friedrich's II: abdruffen ließ. Keim
Wernuͤnſtiger wird darum glauben, daß Friedrich
Wilht elm IL alle die Urtheile uͤber Religion und
“ pergleichen ‚welche ſein Oheim faͤllte, gebilliget umb
approbirt habe, weil ſie in Berlin gebruft wurden.
Es wäre offenbar -ungereimt nhd'despotifch zugleich,
wenn in feinen Lande etwas gedrukt werden dürfte,
[S
4
als was mit dem Maße der Kenntniffe und Einfich⸗
> "gen des Megenten uͤbereinſtimmte. Woͤllner ers
Aangte durch feinen blinden Eifer, womit er jede Abs
weichung pon ſeiner Meinung verfolgte, zwar fo
viel, daß Villaume's Buch in Berlin, aber wicht
überhaupt ungedrukt blieb; ed erfchien auswärts,
nund vermehrte durch die Erzäplang dieſes Sorgang
den Ruhm Wollners gewiß nicht.
Der Miniſter uͤberzengte ſich nach ſo vielen ders
geblichen Proben mit feinen getreuen Knappen, dem
Eraminir Raͤthen, daß es keine fo. leichte Sache fei,
als er zuerft. getraͤumt hatte, in eiuem Sande das
Reich ver Finſterniß und des Aberglaubens wieder
aufzurichten, wo Licht und. Wahrheit feit einem hal⸗
ben Sehrhundere oerhrent hatten. Er fegte: fein
abens
x
wer;
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entenerliche® Weſen daher nur noch een
r fort, und ſchraͤukte ſich darauf. ein, einzelne
raͤnner dann und wann zu nelfen und in Athem
yaltın. So emmpfingen- einige Bexlinifche —*
d· einſichtsvolle Htediger drohende Kabineröfceie -
n uͤber ˖ ganz unſchuidige Dinge, die ſie im Beichp/
hle theils· wirklich geſagt hatten, theilo bloß gey
zt haben ſollten; eine kleinliche Silbenſtecheren
ozu man. das Anſehn der Koͤnigshoheit herabwuͤr⸗
gte. In den Provinzen empfand man von, biefem
chilanen weniger und bekuͤmmerte Ach uͤberhaupt
cht viel um die Verfinſterer. Um: ‚jedoch. hier die
iſtlichen Verordnungen wicht bffentlich verachten
laſſen, wurden 1793 zwoͤlf Unter, Eraminationde
ommiffionen:ia allen Theilen des States errichten, '
ozu man fo viel als möglich, ‚die unaufgellärteftase
ute erwaͤhlte. Doch fand der Miniſter nicht üben -
lſolche Männer nach feinem Herzen und fo mußte
zuweilen verftäudige und gelehrte Theologen auß |
oh mit in dieſe Kollegien aufnehmen „ wodurch es
inen Anordnungen an Einheit, Uebereinſtimmung
id Nachdruk fehlte. Eben ſo unwirkſam waren die
eiſen, welche Hermes und. Hillmer gur Einfühe
ng ihrer Thorheiten 'in die Schalen „. durch das
imze Land machen wollten. Große. Öffentliche Bes
Yimpfungen, die fie zu Halle erfuhren, und die Be⸗
rgniſſe, an mehrern Orten aͤhnliche Auftritte zu er⸗
ben, bewogen ſie, nach einigen kleinen Streifereien
re frͤmmelsden Wanderungen einzuſtellen, und fich
ter die Fluͤgel des Winiſters nach. Berlin. zuruͤk
| 7
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—
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— 336 —
| AWichen. Da ihnen aiſo dab Gerkanyiägeee we
leidet, das Buͤchermachen verunglakt und. das lie
derrichtgeben zu.nrühfelig, auch wohl für ihre Are
- ya hoch war, ſo ſchienen fie; befondens Herwes, des
. Weine Pfarrgemeine hatte, niel kLaugweile zu haben;
is fahen ſich daher nach einen Zeitvertreibe um; fe
Nanden ihn endlich im Durchleſen derer Predigten,
welche auf. ihren Befehl vom. allen. Geiſt lichen des
ganzen. Landes jährlich an ihr Glaubensgericht ein
geriße werden: nußten, Sie beſtimnuen den Test,
aus einem Spruche, welcher nach ihrer
Meinung dad GSeheinmiß der’ Berföhmung enthielt,
.. MBenm fie hierdurch die Prediger zu zwingen glass
., wu, gewiſfe unfruchtbare und felbft. ſchaͤdliche Edge
"ger Schuldogmatit zu erklaͤren; fo hatten fie ſich fer
verrechnet. Mehrere trugen ungefcbeus ihre befiem
Einfihten von dem, mad Verfühnung heiße, ner;
‚andre ließen ſich hierauf gar micht.ein, fonbern er»
wahnten zur: Berföhnlichleit gegen den Nähen;
oc) andre, die/wenigſten aber, _Iehrtem,. was man
‚gohnfehte, weil. fie. wirklich davon uͤberjengt waren.
Dieſe: hatten. denn Bas. Gluͤk, Belobungsichreiben,
aber gar Antraͤge zu höhern Stellen zu erhalten.
Der Verfaſſer "gegemwärtiger EGeſchichte harte da⸗
mia. Gelrgenheit, durch feine Verbinungen von
"Ber Beſchaffenheit der Predigten aus einigen nicht
unbedentenden Kreifen Kenntuiß zu erlangen: bier
‚verhielt es ſich fo, ‚wie eben beichrieben iſt. Une
einem Paler von 30 ſolchen Predigten befaud ſich
| einmal eine ſe elende, Daß | der geigue Worfieher
‘ Be⸗
I — Buzz a AR
N . DE N.
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hleppenden, tavtologiſchen, widerlichen Stile’ Here
ißt. Es ſchien, daß. die Untauglichkeit eines. ſol⸗
ven Vortrags felbjt den Berliniſchen Eraminir⸗ Nds
yen einleuchten muͤſſe. Aber ſiehe da, gerade dies
baͤrmliche Part erhielt . ihren bohen Beifallz
mn es verſtieß gegen die Traffeite Orthedorie nicht;
er Derfafler Davon wurde mir den größren Lobſpruͤ⸗
en belegt und bekam die gewiſſe Verficherung zu
ner Inſpeltor⸗ oder Konſi iſiorialſtelle, wenn er fie
uͤnſchte. Der Mann wußte nicht, wie er. zu der
hre kam, unb da er ‚bei feinen übrigen Mängeln
e ſchaͤzbare Tugend der Seibſterkenntnißz und der
eſcheidenheit beſaß, ſo lehnte er den Antrag ab;
b alle son gleicher Einfalt des Verſtandes auch mit
en ber Einfalt des Hetzens gehandelt haben mögen,‘
eine Frage, die mir nicht beantivorten fönnen, |
Das Eraminationd « Kollegium, welches“ einige
ftige Kämpfe gewagt, aber nicht gläflich beftane
n hatte,‘ erhielt fich- zulezt ziemlich ruhig und
ien zufrieden zn ſein, daß ſeine Vorſchriften,
‚ungleich, nicht beobachtet, doch tolerirt wurden.
ald nach dem Tode des Koͤnigs Friedrich Wil⸗
'Im’6 II. wurde. es vermdge einer Vabinets⸗ Res Zu
tion Friedrich Wilhelm's III. vom 27
c. 1797 aufter Thaͤtigkeit geſezt, und durch ein
ſtript vom 5 Maͤrz 1798 ganz aufgeldſet. Soilte
ballus Br. Bet. 6 Ro. I, abi 9° übrie
!
xedenlen nig fie abändern. Se war 1 ein Ebabe =
on umerftändlichen Perioden, . ungereingen Des
riffen, platten Ausdruͤtten, Lohne logiſchen Zufame
ıenhang, ohne prafrifche Anwendung, in enemn
Pa
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f
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u Zu
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“338. *
übrigens Jemand der Boeing fein, ats waͤre die
‚bisherige: Schilderung diefer Kommiſſion amd deren
Haͤupter, ‚. Hermes und Hillmer, zu unguͤnſtig,
den moͤgen folgende Altenſtuͤlke uͤberzeugen, daß fe
der Wahrheit vollkommen gemäß’ bargeftellt ſei. In
dem erwähnten Aufhebungsdekret vom 5 Maͤrz 1798
ſagt der jegtregierende König ausdruͤkllich: „er
"habe die, auf Berrieb. des ER. Hillmermd
des Ob. Kenſ. R. Hermes errichtete Eramine |
„tions⸗ Kommiſſton als ſchaͤdlich anerkannt; die
ypisherigen Mitglieder derſelben koͤmten ent behrt
und ihre Gehalte: zu näglichern Ibvetten en
part werden; Hermes und Hillmet
odnnten nm fo fuͤglicher gemi Ät werden, da ſie
ia ihren bisherigen Verhaͤltniſſen nichts gelei⸗
her Härten; Se, Majeſtaͤt werde dadurch bewoö⸗
Agen, fie ihrer Die uſte zu entlaffen; wem
ſie die Mittel in Erw aͤgung doͤgen, die fie
„angewandt hätten, um:gu.ihren ‚bisherigen
„Meintern zu gelangen, und fi darin zu ei⸗
„halten, -- auch -ihre weit.um fich.greifenden
u „Abſichten durchzuſezzen, ſo muͤßten fie fh
x.
N
„ſelbſt Überzeugen, daß ver Kduig Feine Verpflihe
„kung auf ſich habe, fie für den Verluſt ihrer Stel⸗
len zu entſchaͤdigen ober zu peuſlouiren; jedoch
mus bloßem Mitleiden ſolle diefe Dienſtentlaffang
„mit giner Ka von 500 Thaler. für jeden be
‚ ‚raleitet fein; ſie möchten dies mit- Dan erfennen
„und dem Könige feine Veraulaffung geben, ihr
Adetragen nach bes Streng: unter[w
a Fe | — uche N,
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— 3139 ui:
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ſcchen, und, wie es die Geſezze mir fi
braͤchten, ahnden zu laſſen“. Maͤnner,
selche. zur Erlangung und Bewahrung ihrer Aemter
Iche Mittel augerandt haben; die einer Dienſtent⸗
os ohne Penſion werth find, welche weit um
ch greifende Abfichten durchſezzen wollten, weldye .
ch fo betrugen, daß der Aufruf Der. gefezlichen.
Strenge und die Öffentliche Beſtrafang ihres Ders
altend noͤthig und verdient waͤre, die muͤſſen ge⸗
iß unwuͤrdige und hoͤchſt tadelhafte Menſchen fein,
in keinein beſſern Lichte erſcheinen fie im ber Vot⸗
ellung ‚- welche das Oberkonſiſtorium dem Koͤnige
nter'm 25 Dee, 1797 übergab, und worin e8 um
ie Wiedererfangung der Ihm von ber. Eranfinas
ond Kommiſſion entrißnen Rechte bat. Dieſe
dommiſſion, heißt es unter andern, „habe zum
Theil aus Mitgliedern beſtanden, des
nen es an Bekanntſchaft mit dem 'jege-
zigen Zuftande der BWiffenfhafren
mangle; Troz allen Gegenvorftellungen ded .
Oberkonſiſtoriums hätten fie einen Landess
Katechismus eingeführt, der nad) dem
einffimmige® Urtheile aller Sachvete
ſtaͤndigen In: und Ausländer ein {ehr
ſchlechtes Schulbuch fei, und eben ſo we
nig eine heilſame Religions : Erfenueniß, ats eine
zwekmaͤßige Uebung. ber Jugend Im” vernünftigen
Nachdenken befbrdern koͤnne; “ihre Vorſchrift
zur Prüfung der Kandidaten, würde
vor ihnen ſelbſt nicht befolgt, und habe
Ya wei⸗
m.
wo
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meter nichts, als, allgemeinen Spott und
bei! den. Pruvinziale Konfiftorien Ben
„wirrung hervorgebracht; ihre Anweiſung
„für die Prediger und Schullehrer verrathe
weder. Bekanntſchaft mit den Bedürf—
niffen unfers. Zeitalters,. noch Ein
„ſicht in die Berfaffung des Lehrfachs
„und in die Erziehnugskunſt; die Eenſur
„der theologifchen und philoſophiſchen Schriften
. „habe vormals das Oberfonfiftorium nach beſtimm⸗
„ten und dffentlich: bekannten Grund
„ſaͤ zzen ausgeuͤbt; jezt aber würde fie von zwei
„Mitgliedern ‚der. Eraminationd.s Kommiſſi ton wills
tuͤrlich verwaltet, wobei fe ſich, wie immer, auf
geheime Inſtruktionen beriefen, die lante
„ſten Klagen erregten, Buͤcherverbote veranlaßten
. and außerordentliches Aufſehen erwekten. Dies
u „waͤren alles uUnregelmaͤßigkeiten und willkuͤrliche
| Abaͤnderungen einer wohlgegruͤndeten Verfaffung
„welche leztre der“ König wieder herſtellen moͤchte,
„um den Schaden, ber für die Religion
„und Sittlichkeit durch die mesrbenamnte
Kommiſſi on entſtanden ſei, all maͤhlig wieder
A
„au heilen”, Kann man die. Unwiffenheit und
Untauglichkeit eines Geſchaͤftsmannes wohl deutlicher
amd nachdruͤklicher beſchreiben, als es hier in einem
Aktenſtuͤkke von Maͤnnern geſchehen iſt, die es am
beſten wiſſen konnten?
Mit nicht beſſerer Ehre trat der Koryphaͤe der
Verfinſterer, der Miniſter Woͤlluer, von feinem
—4—
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r . ’
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— sur, —
ſoſten — Er dat zwar, , wie jebbr Bone,
sine Vertheidiger gefunden; \einige haben Wunder
eglaubt · was fie vorbraͤchten, wenn ſie an manches
Zute efinneitek, das durch ihn geſchahe. Aber
yelch ein Menfch 'nrüßte Ber ſein, der mit den
huͤlfswitteln die ein Minifter i in Handen hat, ik"
nem Wirkungsfreife, worin er ſicht, und durch den |
zeiſtand geſchikter Diener, die er ahne Muͤhe erlan⸗
en kann, gar nichts heilſames zu Stande bringen
‚ollte? :Der unwiſſendſte Tageldhner müßte und
hͤrde, in:einte- folche Lage plözlich geräte, mancher⸗
ꝛi Ruͤzliches und Gutes ſtiften. Hier iſt nicht die
dede von kinzelnen Wirkungen ‚ fondern von dem
jeifte: des fämmtlichen Weftrebind und Handelisf
nd daß diefer bei Woͤllnern kein ‚guter Geif
Lichts war), beweiſen feine Thaten und Abſich⸗
Schon, was · von ihm allgemein befannf. ft)
ehr wider ihn; was würde erft dann fein wenn
He ſeine geheime Machinationen entdekt wuͤrden.
dier ſtehe noch ein Öffentliches Denkmal: feititr Vers
erflichkeit, welches er fich zu feiner immerwaͤhrenden
Schande. filben-gefeit hat. Der Konvent des Klo
ers Berge: vor Magdedkrgt "eine Der Vorzuge
chfien -Schufanftalten. in Den’ Preußiſchen Staten/
at daß Necht, u ſich ſeinen Obervorſteher, den At}
[ber zu waͤthlen; ein Recht, welches ſelbiger (RIP
er Stiftung des Kloſters im Fahre 937 amdgkübt]
nd- in feiner veraͤnderten Beſtickmung · ohn Woer⸗
uch ber Lundestegentenſtets behnuptit had J—
B — “ne bet erſte Vope/ der bin fe wog
grüns -
392 -.
graͤudet⸗d und * * beſlandenes Recht maps
ſtoßen die Dreiſtigkeit Hatte, Ohne den Konvent zu
befragen oder ſeine Zuſtinmung, wäre es auch nur
. : hinterher: zur Beohachtaung der Formelitaͤt geſchehen,
uirzuholen, ertheilte er dem Konſiſtorialrath Sch es
we zu Megdeburg, einem Manne, dem ed. an allen
GSchulkenntniſſen gehrach, die Antwartſchaft auf bie
Abtsſtelle. Ein ſolch eigenmächtiges und gefezreis
hriges Verfahren mußte den gegenwaͤrtigen Abt, die
Profeſſeren und Übrigen Lehrer, welche den Konbent
ausmachen, nothwendig alt Unwillen erfüllen und
zar Verwahrung ihrer. Rechte in Thaͤtigkeit ſezzen.
Sie heſchwerten ſich wiederholt bei dem Könige über
dieſe Eingriffe in ihre Freiheiten, Ind baten um eine
Ynsesfuchung und Abhelfung ihrer Klage Woͤl l⸗
ger wiudigte fie micht einmal einer Auwort. Pan
blieb ihnen keis andrer Weg uͤbrig, als der Weg ber
Jijſ⸗. Sie uͤbergahen der Magdeburgiſchen Regie
. Anug.äine formliche Klageſchrift, die auch, ‚wie dies
wſcht anders zu etwarten war, angenömmen. wurde.
Wölingr, der ſich auf die Gerechtigkeit feiner
Saqhe Richt verlaflin.md folglichkeinen guten Aus⸗
dena. vor dem Gericht erwarten konnte, ‚rettete ſich
dadnrch, Daß e aut dem dniglichen Magtichnerdie
dazwiſchen ſchlug und hei, ibn unaufiköhesen Auer
un zerhiphz Die Art aber, wie er dieſen Gewali⸗
ffreſch,ahrte, i noch empoͤrrader, as Das Nurecht
VAbere woB er-heging: Er ſchriab folgenden Brief,
bean dan Aunalen jper. Pregitiſchen / Geſczverwal⸗
bven ſeincs Bienen nich admer
165 s &
- —
— 343. —
of Berge, „Friedrich Witheli Snig: N
„Wenn wir Euch auf.Eure beiden leztern abenteuer⸗
allchen Borfellungen, worin Tshr gegen die ‚bereits,
„dor einigen Jahren von Unfrer Perfon dem Konſ.
„Rath Schewe per Kabinetsor dre ertheilte Einwart⸗:
chaft auf Die Aoröftelle. zu Kloſter Berge zw pros.
„tekisen Euch unterſtanden habt, wit keiner Reſo⸗
„lution nerſehen "oben; fo iſt dieſes aus ber Urſache
„aeihehre , wäl, Wir haften, daß Ihr ald ners -
„münftige Menſchen in Euch gehen und Euch eine⸗
„andern beſinnen wuͤrdet. Da Ihr aber in Eurer
„Snfpleng gegeh- Die Ynjglicpen Wafehle {p weir gen
„gangen ſeid, daß Ihr ſogar ein Klaglibell cantra
„‚iscum wirklich bei der Magdebärgiſchen Megies-
„rung ‚eingereicht: habt, worin ihr pon einer feier >
„Wapl des Abts gegen eine, Kabinetsordre traͤumt:
„jo dienet Euch hiermit zur endlichen Reſolution,
„paß, woitrn Ihr Eure Geringfuͤgigkeit
„gegen Die. Befehle des Landesharren,
„als bloße Kandidaten und. beftellte-
„Säulleprer nicht. bald einfehen, und
„begreifen werdet, daß Ihr aus. Einige.
‚licher Milde nur Lohn,und Brads. Dede.
‚halg. erhaltet, um bie Fugen), ‚un ins
‚formiren,. Mir Eyren thörichien. Stolz bald;
‚bemägbigen und hei der koniglichen Majeftät hoch⸗
ſter Perſon dahin antragen werden, daß Ihr als
ungehosfame Uuterthgpen „„bie fich geagu.hen Wile
len detz Goureraͤn's apfgulehnen,, nicht: enthlähen,
ohne meitere Brote A und nr dem me
rt⸗
sy
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⸗
B I- Br Zu
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. 8 * = ums 344 —— = >
. Abrtgeſchanr meiden Berliu d. ‚30 März 1706.
nvon Woͤllner“. Es if zweifelhaft, "worüber
‚man: mehr eiſtannen ‚fol, ob uͤber die tiranniſchen
. Gruudſaͤzze, welche ein geiſtlicher Miniſter, der ſich
zur. Biederherfieller der reinen fanfien. Lehre Jeſu
: aufwirft, ſo ganz plump befennt, vder Äber die
| grobe, Härte, in welche er fein Stärterrecht einklei⸗
‚. ber, bet darüber, daß in unfern Tagen, ‚ in einen
State, der ſich der mildeſten Geſezgebung erfreut,
eine ſolche Ausgeburt des roheſten Despotismus zur
Welt kommen komte. Es kann fein. daß audre
Leſer ani ers fähken; aber ich geſtehe es, daß mich
dies empoͤrende Dekret. Wöllner’& ganz vorzuͤglich
: Wider hh>eingenenmmen;,. und mit dem lebhafteſten
Unwillen ber ihn durchdrungen hat. Dies ſcheint
mir ih umwiderleglicher Bewerb‘, daß er ein zuge
rechnet, &igenlinkiger: "md ’ untauglichet Miniſier
war Hate der Konvent Unrecht, P dam er
J gleich⸗ anf deſſen erfie Eingabe in cibem uhftähdigen,
Bu IJ wuͤrdebolleil Tone fein eignes Betragen durch Grinde
a rtchtfenigen und ihn auf edue geſitlete Art zur Rabe:
wvirweiſen. Wollte der "Konbent, eine Rechtsklage
bei? der Landesregierung führe‘, ſo Tomte Pölner
das Ede ruhig abwarten, Wenn“ er wirklich die ·Ge⸗
ſtzge auf feiner Seite‘ hatte. Barum brauchte er
wie. ein: diſchweib gu toben! wie der Podel zu
| ſchmaͤhen ‚wenn das freie Wahlrecht der Kenvens
maalen nür eriraͤumt wart er konute ihre Zurecht⸗
weiſung und im Fall, daß ·fie ie ſich gegru den Koͤnig
buſlehatn wollten, ihre Vencuns gemaf bin’ dich⸗
» r
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ß .. .
4 — 345 en ,
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ten Aberfaffen;* Wollnct frit 4 aber im feinen, zor⸗
nigen Kieſkripte, das Urt eil der Verdammung. über.
ſich ſelbſt; ben ı weil er kein reines Gewiffen hatte,
td" 10% bei kinem Prozeſſe nichts Gutes vertahe, |
ebeil_d darum fücht er. dutch Gewalt und Grobheit AU,
erſezzen; was ihm am ‚Gründen abgeht. Alles,
was er vorbringt, dreht ſich um den Saz, gegen. :
time Kabinetenrdre darf fich Niemand auflchs
nich ; alſo auch dann niet, wenn die. Kabinetdordre
eichlichen ‚. wenn fie ungerecht wenn fie tiranniſch
iR? Was eine Kabinetsordre gebietet, ſoll alſo
gelten, "und weni fie auch mein, toͤſtlichſtes Eigenthuin,
mir rdüibte „ ‚mein fefigegrünverts Recht uinftieße,,
das Leben mir abſpraͤche? Gegen eine Kabinets⸗
ordre fol alfo. kein Richterſtuhl mich ſchuͤzzen keine
| Bernimft, Pie: feine Gerechtigkeit, keine Sicherheit
Start Finden? Hat, ie, der ſcheuslichſte T Tirgnn eine
fehreffichere Lehre geltend ; än machen geſucht ? Die,
Köhpentäalen follen ihre Geringfügigfeit gen
gen die Befehle dep Landesherrn einſehen
Das waͤre denn ein eigner Masſtab, nach welchen
die Gerechtigteif geineffen werben müßte; wer ges,
rindfä dig ift, ſoll chen, darum, uUnrecht ‚haben,
mb‘ F maͤchtig iſt, ‚um feiner Mat” ipilien
Hecht‘ Hehalten, F Hiebrid, der ‚Große, der‘, doch |
auch Woijl berſtund⸗ was re ieren heißt, ‚„ war einen,
ganz andern Meinung, wenn er Öffentlich in die Zei⸗
tunge ſezzen ließ, daß, por dem’ Gericht der erfle
Prinz“ ihr mehr, ‚als der geringfie Bette
er genen ſolle. ünd wer “find denn die geringe
fs‘
⸗
— 346, — .
fügigen. Leute, die Wiliner 5 hochmathis und
herriſch ahweiſet?, Kandidaten, und Schul
lehrer, die Brodt und Kohn befommen ,. um
Vie Jugend zu informiren und das bloß aus Einige
| licher Milde, Zu. diefen Kandidaten. gehoͤrten aber
Profeſſoren, die einen Gurlitt in ihrer Mitte
hatten; unter dieſen Schullehrern waren feute,
‚voelche Statsmaͤnner wärdiger als Wöllner gebildet
hatten. Iſt denn ein Kandidat ein verächtliched
Geſchoͤpf, daß man ihn‘ init wegwerfendem Hohne
zur Bezeichnunge einer deringfägigen Perfon gebrau:
chen. will ?. Bleibt . man immer ‚noch Kandidat,
wenn man ſchon Profeſſot, pielleicht wenn man
ſchon Miniſter geworden iſt? War Woͤllner denn
etwad anders, als ein Kandidat- geweſen? Und
wenn Se. Excellenz, der Herr, Kandidat Woͤllner von
dem Herru Kandidaten Gurlit⸗ fich etwa haͤtten ſol⸗
len eraminiren laſſen, da nidchie nach aller Wahr⸗
ſcheinlichkeit das Praͤdikat aetingfuͤgign wohl der
Gelehrſamkeit des Miniſters zu Theil geworden ſein.
Vermuthlich ſtellt ſich Wölner-unger einem Kaudiver
ten noch weniger ald unter einem Kneihte vor;, denn
biefer befohm zwar auch Wropt und Lohn, aber
nicht aus Guade und Barmherzigkeit, fordern insil
‚ao durch bie ſauerſte Arbeit ‘perbient hat. Mad ein
Schullehret ſoll Brodt und Kohn nicht einmal mit
Recht, fondern gleich einem fetten Domberio nu
gus Eöniglicher Milde genießen?‘ Wollge man eine
Parallele zwiſchen einem Profeſſor und einem Voll⸗
m am R Me ſehr zu fuͤrchten, ee *
nn — 347 — +
diente ecke dein, leztern weniger gebuͤhren anbehte,
als dem erſten. Nun .fihreibe und fpreche noch je .
mand von ber nöthigen Erhöhung der Schullehrer⸗
Beſoldungen, von der groͤßern Achtung, die Ahuen-
der Stat. beweiſen, von dem hoͤhern Mange, den
ihnen die Regierungen beilegen follen ; da bier ein
koͤniglicher Miniſter, der Vorſteher eines Oberſchul⸗
kollegiums in einer Öffentlichen mit fuͤrſtlicher Autos,
ritaͤt begleiteten Schrift den Schulſtand peinahe fuͤr
einen ſchimpflichen Beruf ‚erklärt, ſich nicht entbids
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_ Det, zu verſtehen zu geben, ‚als ob felbiger nicht des
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duͤrftig zugemeßuen Bſodtes wuͤrdig ſei, ſondern auch
dies voch für lauter erbestelte Gnade ayzufehen ha⸗
bel. ‚Die Nachwelt wird Mhe haben, ſich vonder
Bier ſolcher Miniſter · Proceduren a” übers:
zeugen.
‚Das Wollneriſche Reid dauerte nach dieſem
Vorggnge nicht mehr lauge. Sm folgenden Jahre
flarb der König; amd ans dem Geifte, der die neue
Regierung belebte; war leicht zu ſchließen, daß Woll⸗
ier·g. Einfluß voruͤher ſei. Die uͤhrigen Guͤnſtlinge
dagen ſich kluͤglich zur rechten Zeit zuruͤk; aber Woli⸗
ner ſchien fo ſtumpffinnig zuj fein, : daß er. nicht,
erden wollte, wie ſehr ſich die Umſtaͤude geändert.
bboiten. Die Gewohnheit, willkuͤrlich zu. handeln,
war ihm fo. ſehr zur andern Natur geworden, daß
er. fie auch. ezt wicht, ablegen. konnte. Friedrich
Wilhelm All. grließ 8 Tage nach feiner Thoronbee
htzautg eine elgenbaͤndige Verordnung an ſaͤmmt⸗
Ge Vanißet, ai aol awi Vereiſender Mena
159 a
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"tung treuer Siatsdiener, ‚aber auch’ des ernſten
‚Willens war, untaugliche Subjekte nicht zu dul⸗
den. Der Adaig verkangte daher von/jedem Miniſter
Bei eigner Verantwortlichkeit einen nuparteiiſchen
Bericht uͤber die phiſiſche und moraliſche
Beſchaffenheit feiner uutergeordneten Raͤthe md
Beamten, Auf ven Grund dieſer Kabinetsordre
mun befahl Wollner unterm’ 23 Det. 1797 allen
Konfiftorien, ‚die Prediger , Schullehrer und Küfter
genauer‘; als "bisher, zu beobachten ıind dahin zu
ſehen, ob fie die Religion nah dem Kelis
dionsesitre-Tehrten,- und einen "moralifch-
unſtraͤflichen Wandel führte? Zugleich follten fie
Binnen 4 Wochen eine Liſte über die Tauglichkeit und
Sittlichkeit ſaͤmrwililher Geiſtlichen nach der firengs
ſten Pflicht abfaſſen und einſenden. Es war auf⸗
fällend, daß der Miniſter die Befſolgung des Relis
giousediktes anf den Brand der Kabinetds
ordre einfchärfte, ja dieſen Punkt, den er allein
erdichtet hatte,’ ganz. zu erſt aufſtellte und
den willkuͤrlichen idniglichen Befehl nur hinten
z nach anfuͤhtte. Wenn er dieſem ergenmäch ti⸗
gen Beginnen den Anſtrich einet Kabinetsordie
gab, fo Tann mar urtheilen, was «von feinen Mor
geben‘; fo dft er ſich vormals: auf Kabinersord
| dres, öder geheime Inſtruktronen' ‘berief,
gu halten fei. Der neue Regent war aber nicht des
Sinnes, ſolche willkuͤrliche Anslegungen niglicher
Befehle zu geſtatten; er forderte’ enſchaft hier⸗
aͤber, und? sa! felbige- Köpfe -uıtbeftiedigend" aus⸗
rd _ 0 - -
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Ber ua noH \ .
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| et, fo. bczengte er ihm in einem, Refkripte vom
12.Jan. 1798 fein hoͤchſtes Misfailen ‚über bis
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‚Verfahren, und fagte ihm mir Würpe und Nachdruk
ſolche Wahrheiten, die feinen Eigenduͤnkel demuͤthig⸗
ten und die er nur zu gut verdient hatte. „Die
Deutung, hieß es, welche er ber Töniglichen Ka⸗
zbinetöordre gegeben habe, fei ganz’ wifftärticd,
„und nach einer gefunden Logik unzuläffig.
„Er wuͤrde wohl shun, Tünftig bei feinen Verord⸗
„ungen - nicht ohne vorherige, Beratbs
ſchlagung mit den geſchaͤftskundigen und wohl⸗
„meinenden Männern, ſeines Departements zu
„Werke zu gehen; er möchte hierin. dem Beifpiele
„des verenitgten Miniſters Muͤnchhauſen folgen,
„Den doch mehr, wie viele andre Urſach
"gehabt hätte, ſich auf fein eignes Urtheil
„zu verlaffen Zu beffen Zeit wäre fein Res
„ligiansedrkt, aber gewiß mehr. Religion;
„and weniger Deuchelei ald jezt geweien,
‚amd das geiftliche Departement habe-,.
„bei Snländern und Ausländern. in der
| ugrößten Achtung geſtanden. Die Relis
‚sion fei eine Sache des Herzens, des Gefühle. und.
‚ber eignen Üeberzeugung, und muͤſſe nicht durch
„methodiſchen Zwang zu einem gedam.
„kenlofen’Plapperwerke herabgewäürdis
l zu
„get werden Vernunft und Philofophie
„möflen ihre unzertrennlihen Gefährten
‚sem, dann wärde fie durch ſich ſelbſt fefte -
„Reben ohne des Autorität dere; zu be .
. 0. Tr Ze nd uͤ r⸗
J— Zu ‘ .
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N , - . . "
“. me '350 a ,
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„närfen, die es ſich anntaßen wollten,
u sähe Lehrſaͤzze künftigen Jahrhunder
„ten aufzudringen und den Nachkommen
u woorzufchrefben, - wie.fie zu jeder Zeit
„denken f offen. Gr moͤchte daher bei Leitung
„ſeines Departements‘ nah aͤcht Lutheriſchen
„Grundſaͤzzen verfahren“. Dieſe Zurechtweiſung
. nahm Woͤllner ruhig hin, und als wäre nicht vor
"gefallen, unterfchrieb er ſelber alle Verfügungen,
welche als Folgen hiervon feine eignen vorigen Ver⸗
erdnungen umiſtießen: es ſchien als wollte er ſeinen
*
das Publikum kein Vertrauen haben; ‚auch der Kd⸗
nig hatte es nicht; dies deutete er ihm bald Darauf
an und entließ Ihn ſeines Amtes. So trat Woͤllner
endlich in die Vergeſſenheit zuruͤk, in welcher er u
feinem eignen Ruhme ftets hätte bleiben follen.
: Ein Ungenannter, ter mit den geheimen Umtrie⸗
Ben am Hofe fehr befannt zu fein ſchien, fpielte auf
die Ereigniffe, die zu erwarten waren und. fi
wirklich ereigneten,, im voraus an, da er in
ae nn einem
Miniſterpoſten mit Aufopferung ſeiner Ehre, feiner
Grundſaͤzze und ‚feiner Ueberzeugung "beibehalten
Eins von beiden muß nothwendig angenommen weis
den; Woͤllner hatte entweder unter der vorigen Re
gierung ohne ‘innere Ueberzeugung gehandelt oder er
that es jezt, wo er von allem das Gegentheil uͤdte;
and wie das eine oder dag andre mit Ehre und Ge⸗
wiſſen geſchehen Tonne, mag jeder nach feinem Ge⸗
1) entſcheiden. Zu. einem ſolchen Manne konnte
— 35% I
ein "Heinen ' Auflage: 9: "Stimme "des.
Bolks an feinen König 1786, unter andern
treffenden Wahrheiten auch diefe dem neuen Monar⸗
chen au's Herz legte: „Ehren Sie den wuͤrdi⸗
gen Theil Ihrer Geiſtlichkeit; fie find die Leh
„rer Shres Volks; — aber dem 'unwärdigen,
„d em herrſchſaͤchtigen Theile derſelben, der
„unter der Larve der Religion nur auf die
| „Anteröräftung feiner Nebenmenfhen,
mb’ anf die Befbrderung feiner eignen ehrgeis
„igen Kabalen finner, — dem legen Sie deu -
„ſtrengſten Zaum an, fliehen. Sie feine Seffeln, fie
„ſind unzerbrechlich fuͤr den, "den. fie einmal
„gebunden haben. — Eben fo frei muß auch den
„Fuͤrſt von feinen Guͤnſtlingen fein. "Er kann
„Guͤnſtlinge haben, “und — müß fie haben. Je⸗
„der vor andern ſich anszeichnende rechtſchaffne
„Mann, — jeder, der vor andern feine Pflichten
„als Srieger, ‚Eivitift oder Bürger des. Stats erfüls
„let, verdient es, der Guͤnſtling ſeines Fuͤrſten zu
„ſein, Aber Leute, die anf das ungluͤt Andrer ihr
„Gluͤk bauen; Schmeichler, die nur den
Leidenſchaften des Fuͤrſten, nicht aber u
‚dern Starte dienen, diel ſtolz auf. Fürftens
„gunſt, die Tugend mit Füßen treten, — Rente
„mniefer Art t erniebrigen den öhrfen, wenn fie ale:
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Guͤn ſt⸗
9 Abeedruti in der Neuen Litteratur und PT
kerkunde vom Hauptmann von Werte ‚em
rmbertum 1787: ©. 286.
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67
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Ginflinge hr zur. Seite een, , beat von nen
„folaert man auf Ibn... Der rechte würdige Günfts
ling des Färfien muß nie fhrueigeln; er mug ſich
beſtreben, es allen in der eifrigſten Erfüllung ſei⸗
„ner Pflichten zuvor zu thun, deun vor allen hat er
"pen Vorzug der beſondern Gunft feines Fuͤrſten.
Gegenſenig muß aber. aud) der Fuͤrſt feinem Lied⸗
„ling nie. etwas: nachfehen, 'er muß feine Vergehun⸗
„‚gen härter als alle andre beftrafen, denn ber Lieb⸗
ling hat vor allen andern Aufmunterung zur Rechts
nſchaffenheit voraus. Derjenige, der nur die Gunit
„ſeines Fuͤrſten ſucht, um ungefiraft Bosheiten
| heaeben zu konnen, der verbient.nicht feine Sunft.
„Er if. eine Natter am Buſen frines Zürften und
perdient wie fie, zertreten zu werden“,
Zu den; ‚guten Einrichtungen Friedrich Bil
belm’s II. gebört noch, daß er im Anfange feiner
Megierung die Verordnung Friedrich's IE. ‚wegen
Abſchaffung der überffüffigen Feſttage (jedoch mit
Ausnahme der Feier des Himmelfahrtöta
ges, welche wieder: hergeftellt wurde,) beſtaͤtigte;
und daß er gegen das Ende feines Lebens am 7 Dft.
1797 ein neued Traueredikt bekannt machte,
. wodurch er die-tiefe Hoftrauer auf 6 Wochen bes
, fchränfte. Dies ſchien gleichfäm die Ahnung ſei⸗
‚nes Todes zu fein, welcher im folgenden Monate
wirklich erfolgte.
Die- Freuden der Liebe, welchen der Koͤnig ven
Jugend an gefibhnet hatte, verbunden mit den Bes
ſchwerden der Feldzuͤge ſchwachten ſeinen feſten
und
'
aan staaten POORORN Die aka
17 ‚alfa: Veraͤndepuwgiim heinem Meſuaheicc
Beten wurden „Er, gehrauchtenim: Bone
wert Pr; 797 den Purmonter Brunnan/ aber
‚aber ſichtharen Erfolg. China Kräfte Rbwanden bie
Kin, nadien Eehrte im Aaguftı 7197 kraͤnkelnd gan · Pyr⸗
OHR: —R* Buhl. Rap Sept. ſahenrer
Bertam asm.iesien Malen woſelbſt er feine Gchwae
gerin, ‚nie Cihprinzeſſin von Made, bewißionuue
hate. n Bon nun au hlelsi eri.fich.in ſeintm heuan
Schlofte am heiligen Ser bei h ytdam auf, med gins
mit raſches Schritten dem Ende feiner Sanfhahn. ante
gegen. Satine Haupſranlheit vᷣaſtend in der: Byu ſta
‚wafferfurht einem krampfbalten Zuſtande det
Mageus, Geſchwulſt der Beine und vvchher auch den
. Bände, welches. Echlatloſigleit, beſchwerlicheß
dagſtiichea Ahemholen, und eine: he Koͤmerichwaa
de henoarhrachte, Baker act: ‚mehs- im Gartouneh
Schleſſes ſpazieren gehen :und-feibit; im Bhamer ER
nmicht bemesan,lonnte. , Die. Sprache Hefte. unp ae
weilenschrfonders des Morgaus redete :er; uazufamg
menhaͤngend, bewußtlos. Ein gewiſſen Lieute ne Ku
Rannak, rinszaidhrigen, Grei der in. ſeian ing
. en DlkiphikheyfSreofBriek:BBoelen wär, ae Ma
als Privgtmaim auf ſeigem. Landgute heh Deſſan
lebte, ‚eis Mann non. großen inſichten in FjerFhemieg
ud Metallufgtz und Nehazes reiproͤ siamen KHupfem
und Mitrieſwerleq gah Aa Konige, zu weldam.en
häufigen Zutritt haste Day Rath, fich dor nſtlichey
| ‚aebensinftun, ——— a; Fincnn ma be
— Dr, Geſch. 6. —* zes die⸗
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7 —
am: æriwan Jege Pr ehe Blktefei m
‚Werstanen , und: berief: deswegen / den Oberfanis
einsinthiun Profeffr D. Hermbſtaͤdtam 3 Di,
yon Besten zu ſich, damit er dioſe Luftart bereiten
wid bei im anwewviu währe, Nach grhaltner Uns
_ Wrrlbung mit dam geſchilten Leibchirurgus Ntzode,
dem bibhetigen Arzw bes Königs, Aber deu wahren
34 der Kranlheit, besnierkte Hermoſtaͤdt ſogleich,
wuwwaß die Lebensluft Yen König nicht'heilen,
nanu ·Aberhaupt wicht viel holfen flune, vaf. fie. der.
oa en. unfapdniich- fer, und da wer Kranko
Bine wnbegeänzten Werth darauf ſezze, vielleicht auch
einigen Vorsheit ſchaffen ‚nibepte.- Mies Ur theile
drehte, auch die Velbarzte -Schle und VBrows
Bi, Awekche ft ven ea ON mie zu Ratho gezogen
wurden. "Um idies alles beffer- zu verſichen, fügen
wir ſoigende Erlaͤmerung hinzu. Die Utmeäphkre;
welcht und) umglebt und m welcher · wir Athnnen, If
Ans 3 Wiſtarten zuſa amcgeſezt/ wovon ·die erfie vom
den neuern Nalturforſcherũe ebeus buft, and die
andre Stikluft geuaut wird, Ma: nimmt au
vaß enter ‘160 Theilen Buftmaffe 27 Theile reine Les
Benshife und 73 Theile Seikluft enthalten find, Folge
ſich waͤre die zum · Einathmen brauchbare daft eine
er d ribt e Theil der atmosphaͤriſchen Luft. Die Le⸗
— — heiißtufe if derfenige: Autheil bes Dunſtkrciſes, wel
cher das ithrnen der lebendigen Geſchbpfe unterhãt
und ſie hat zugleich die Ggeifhaft, daß in ihr die
Köiper ſchrieller und härter dreunen „die Meuſchen
ei Thiere free chen, sat bie: Mangen beffey
"wäre
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— 533
—E BIER, nf te EN — — —
PR anyendlärtetni uch: Metwitbachar, boſruvers ua
j Salperee wer Deraun ſtei n nike, Ren
Mani mehreſteu gerignet, dieſe Laflact GUHtununnd
rein, leicht uhr in "großen: Mine. zu· verſagaſfeud
Krmbiler wendete dar Brauaftein ar
Snette- 8,70. Die edtbundne Ledeasluft fapte erua
Ballons von Gowſchlaͤgerhaͤnichen nf) von druruf es
even: Abend einen in der Räte des lduñiglichen Ben
wi auf: eintit Gratrl legle. cn vuran brfiadtiche
Schlauch He.’ die Luft die. gauge Nicha hinrarch ſp
Dagſam wirder absͤhauchen, dutz am Morgennch
ver oe ober rodſie Wert‘ Lebenslaft Fin“ Buueu
Beschting: war ¶ Ded Dahes faute nnd daß Zinix
des Admige ih dem afte mit dieſet fr
währt eitie wigtafige Wirterung um’ außen vers.”
jehtießung ver Thure und Feaſter ern
Dier Menge der aus dem Ballakt ſirbmeuden Lebengk
Rift war in Ders Verhaͤlruitßz von rg ro): das Ge
® betrug ver rar Theil'ver Ziinmerluft, Ka
dr Abſicht ihrer Neinigkeit derjenigen Luft steh, cñ
wielcher man auf Seereiſen oder zur —2 1%
MWafdongen ;: vorägich,: wehn. eb vbrher gereghieß —
War, und hala darnaf die Sonde wieder Rheine, ge⸗
wvhnlich athmen wir welche einen - {b wohlthaͤigent
Einfluß die Gelimbheir dußert.: Der anfängiget
Erfohg dleſes⸗ Mittels‘ war erwaͤnſche mb bewunber
rangswaͤrvig⸗ Seit:5 Wocheir bare der Schluf dent
Kbuig entweder "ganz geflohen, oder doch mit able
| wen, 1270 Mate Tre NR
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J — 356 —
—E beſtigem Sinn mehr gehngfigtr: als. ernikt,
Set war derſelbe fanft, anhaltend und ihebringend,
“web; hewikfte dadurch, daß ſich der König am ‘Tage
heiterer und geftärkter, „ald: fonit, fühlte, und eine
enfängenpe; Hauptbefferung zu . verkehren -glaubse,
ESchon Fansite: ex wieder im Zimmer auf⸗ nnd abger
ben, ſchon wieder das Spazierenfahrer: im nenen Gat⸗
ten vermittelſt eines Rollwagens ſtundenlaug aushal⸗
ten; ſchon ſich von neuem. ben Nublikum zeigen,
Sn. 7.Dft. mohnte gr.der Anffuͤhrung einer Oper im
Gchaufpielyanfei und, am, Bten: der Aıhörung eines
Konzeris im Schloßgarten bei, Der Arzt war jeboch
uweifelhaft, ob.diefe Wirkungen in der That dem Ge⸗
braucht der Lebensluft oder bloß der Einbildung des
Kinigs zugeſchrieben werden müßten. : Die Erfeh⸗
vwung lehrte aber vffenbar, daß erſtere leine Heilkraͤſte
fÄr.iha enthielt. Mg. ON. Abends, kehrte das Uebel
'mik derdoppelter Stärke. zuruͤk, "und: verließ ihn im
. Beheng nicht wieder. Er hatte as. dieſem Tage bie
lezten frohen Stunde af der Erde verliebt. - Durch
Yan, Geuuß unverbaulicher Speifen zog er fich eine
Indjgeflion zu, welche. ibn in einen bedautungswuͤrdi⸗
gen Zuſtand verſezte. Hier zeigte ſich eine auffallende
Vehnlichkeit zwiſchen dem Betragen Friedrich
Wildel m's II. und Friedriches des Gros
. Ben, . Wie diefer mochte er allem Zureden Der
Yırzte,,. allen tranvigen Erfahrungen zum Troz den
ſchwerverdaulichen Nahrungsmitteln. durchaus nicht
entſagen. Eben fo wenig ließ er ſich bewegen, Kli⸗
Are anzunehnien, ungeachtet ihm die Aerzie de
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fortgefegt, und; bas, Vertrauen des Foͤrigs darauf
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\imeiften Erfoige Dunn teiftigfket' Gründen
serfprechen, ‚Da Die übrigen; Mittel, ld Einbwechuues
gan nnd dergleichen, beb ihme; wir n.felbfl. mg Öfen
- Berfuchen bekannte, vhne Wirkung ucben. „Lieber
wolle er, rief · ex aus, auf eine Bocterie von 10 Ka⸗
„„nonen oogehen leber ven Angeeblik ſtetben, als
ein Lavement nehmen.’ Von dieſoen Tage an rech⸗
art Dabermbiſtaͤde den Anfamg.der wirelichen To⸗
desgeſabe; er ſchrieb daher qau die Perſonen, welche
Zas hoͤchſte Zutrauen des Königs befaßen; daß ſie als
les anmvenden möchten,» ihn zu vermoͤgen, eine ejnfa⸗
übere. Diät zu. beobachten. Dies koumen fie nicht
—5 — fie vermochten weiter nichts, als daß die
Zeheimenraͤthe Sel le und Biowanvon Berlin bes
rufen wurden... Sie erſchienen 12 Oltober, ers
‚Härten aber ſogleich die Krankheit für. unbeilpar,
den Zuſtand fuͤr gefaͤhrlich, die. Lebensluft fürunzus -
Unglich, und die Behandlungsart des Zeibehlungu
Rhode für zweirudfig, woran fie.auch für's Fünftie
ge wenig änderten. Seit dem litt der; König außer
den ‚übrigen fchon: erwaͤhuten -Zufüllen an’ heftigen‘
Werftopfungen, bie. bisweilen 6 Xage: anhielten,
. Schlafloſigkeit, Bedngfligungen und gar Berftandess
verwirxungen verurſachten; und nur dann, wen
was heiterer und ‚heller... ur Sn
Durch das. anhaltende Sizzen war ungefähr 13
Tage. vor feinem Tode ein tiefliegendes- nad hoͤchſt
eine Ausleerung Start fand ‚ wurde ed ini Kopfe ete J
ſchmierzhaftes Geſchwuͤr am fogengunten, heiligen
Beine entſtanden. Der Leibchirurgus Rhode mußte
wegen eines ſtarken Flußfiebers um dieſe Zeit ſelbſt
das Bette huͤren, daher uͤberließ der König die Bes
handlung dieſes Geſchwuͤrs dem, greßen Wundarzte,
Gereral⸗Chirurgus Gorke, welcher den 8 Non. im
Potsdam eintraf, und his zum. Ende da blieb,
e,. ‚Der Gebrauch. der. Lebendluft wurde immer neh
mr war
X
⸗238 —
var ſo fiek, dah m ſich deffer A beſtiden wine,
uungeachter feine Kräfte frets mehr ſchwanden; er has
ge ‚ich ſogar beſtimmt vorgeſezt, den 18 Nov. nuch
VDerlin zu reifen; er lam an ſelbigem Tage bin, abet
als entſeelte keiche. Ungefähr Sage vor feinem Tode
berlor ſich die Geſchwalſt mm den Binden, wahl
indeſſen / aa ben Beinen zu." Am 10 Nov. brach ber
faife Fuß auf und leß · eine liaphatiſche Feuchtigkeit
asöfließen, welches Hofnung gab, als wenn ſich ai
Ws nach den aͤnßerſten Theilen hinziehen wiirde,
Dies verſchafte ˖ dom Kranken: einige ſcheinbare Erleich⸗
verung, die Sprache wurde deutlicher, Die Seele errwas
heitrer, aber ver Körper fant zuſehends der Unflöfung
entgegen, Bei allen gehaͤuften Leiden zeigte der Kde
zig eine Standhaffigkeit „und einen Muth, der ihn
txrwuͤndig machts NE einſtens ein Arzt beim Verb
biuven des Blutgeſchwuͤrs am heiligen Beine fein Wei
daunern über bie vadurch verurfachse Störung des
Schlafes zu erkennen gab, autwortete er: „Dies
„halte ich für das geringito meiner Nebel.
„Karl V. pflegte zu fagem ein Eleines
Rauch beißt uicht.“ Er, ber jetber des Tro⸗
“ed. bevurfte, troͤſtete vielmehr "die Umfichenden,
wenn fie: über den Anblik feiner Schmerzen gerähts
varen. Er ſprach gern von gleichgältigen Dingen,
nicht viel von feiner Krankheit, mehr. vom der ver
gangnen, felbft erlebten’ Begebenheiten. - Vorzüglich
Stterhield er ſich mit dem· General „Ehirargıs Go
Pe von: Itallen, den Feldzuͤgen gegen Srantreidy und
yon: Poten, Er hörte mit Vergiägen die Erzählung
wvon den Hauptvorfuͤllen des Krieges‘, und verweilts
gern bei dem Andenken an die Kanonade za Balunv⸗
And an- ven Ruͤkzug aus Champagne. Den Beſchwet⸗
ven, die er hier ausſtand, ſchrieb er feine Krankheit
u Due Feldz u ge, ſugte er, haben mir ges
Wadet. Zugleich beklagte er ſich uͤber dasſchlech⸗
te Waffer,. bad er in Polen hatte: triuken wo;
[4
x
*
ne Ze j
:* Dat: Vaga vor / ſeinem Tode Ting er felber.en, Die
hr zur Genefung aufzugeben, und fein Ende
nahe zu Halten, - Ich bin ein Menſch, ſagte
eu Sm Görken, undbaunf wie ein andrer
Menfch leiden. Aber ich bitte Gott, daßer
mir meine Leiden.ertragen helfen möge, .
Den Tag nachher fagte.er zu den Kıuvefenden ganz deut⸗
Vieh aud entfchlefien? ich fühle, daß wir bat
won:etuander fch.eivden-mäffens doc ich
kab:e meine ®flihsgerhaun. Am 15 Nop. ben
. fuchte ihn ſeine Genraklim und fein Cohn, der Kranz
prinz, wie denen erdie lazte Unterredung für Died
Behr hatte. ‚Beide verſießen das Sterbelager mie
Tyhpfaͤnen, und erfahren vocn dem General =Chirargud
Goͤrke, daß, wie er'glaube,.der folgende Tag des;
RKoͤnigs Leiden enden wuͤrde. Dies -waf puͤnktlich
ein. Von Unruhe und Beklemmung geaͤngſigt ſtand
der Koͤnig am 16 Now ſchon Morgens: gm. I Aht auf,
ließ ſich ankleiden und fruͤht uͤtte. Die Braͤngſtigung
“nahm Zu, gegen 4 Uhr verlor ſich das Bewußtſein.
Ver ejnem nenen Anfälle von Erftiblung.Schnte: es zum
hob, und wehmuͤthig ausrieft Der T.od:if:
bitten. Dies waren die lezten Maortes.: bie er,
ſprach. Sein Zuftand verſchlimmerte fich mit jedem
ruͤk, wobei er. die Arme, wach Luft verlangenn,, me
Do
J Augenblikke, das. Athemholen war innen krampfe
hafter und: ſtokkeuder, bis es gegen: glihr gan nache:
ließ, 8 war Morgens 8 Uhr md 47 Vinuten,
als er ig einem Alter ven 55: Fahren und: beinahe. 2
Monaten in die Ewigkeit uͤberging. Die Leiche wur⸗
be am 18 Nov. früh in den Racht in⸗inem ejchenen
SGSarge nach Berlin:gebrasht, und bein dallelſchein
ib. ber Morgeuſinſterniß in: die koͤnighche Gruft der
Domlirche zwifchen, den Saͤrgen feined Sohnes des
Prinzen Ludwig’s und der Gemahlin des großen.
driedrichs eingeſenkt; das” frierliche Seibenbegäng:
/
I - Ai
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FE
—360 — |
Ab ir reinire Diceniber mit üngemeffeitär: Prächt
84
nd Wuͤrbe gehallten. it.
. Zriedrich Wilhelm IL mar amal verkeiras: -
tet, und beide Gemahlinnen ‚überlebten ihn. Mom:
der erfien,. Eliſabeth Ehriftine. Ulrike , "einer Tochter
des Herzogs Karl von Braumichweig,.die.et amTz 4:
Jali 1765 ehelichte, ſchied er fich wieder. Uns Dies: -
für Ehe entſproß eine einzige Tochter, Namend
/ Friederike!Charlotte Ulrike; ſeit 279110
vr Herzog von MorF;; asien Sohn. des Könige.
Geo1g6.11. vom Guglund vermählt. Die zweite
Gemahlin, Friederiker Lomife, Tochter Lu da;
wig’s IX, Landgrafen von Heffen⸗Darmftudt, wurs
, Be ihn am sy Juli’ 1769 aunetrauet. Aus dieſet
Ehe ſtammenal Söhne nddiarQöchter, nämlich
"War Wilheimikl.; jezziger Konig⸗ wei.
hoben a 3 Auz.x7 70 und vermählt aur. a4 Dei,
1793 mit vouiſe Auguſte Wich. Amalie,’ älteſten
.Tochten des: Herzogs Kart: Ludwig Friedrich von
Meklenbutge Streliz.46
2*HFriedrich· Ku diw og Rack) geb. den 5 Mam.;1773,
vermaͤhls am 25,Der. 1793 mit der Schweiier der:
Lvorigen, Friederike Karoline Sobhie Alepandrine
Yon Mekleaburg⸗Strelizz geſtorben am:
BEE T Det. ö ν —
sr rich sie ich Kart geb. d. 30 Dec. 1731.
F.Friedtich Wilhelm Karl geb. d. 3 Jul 1783: :
eederikeLouiſe Wilhelmine, ged.d..2$%:
SM 17574 1vermaͤhlt cam 2 Oft. 2791 mit.
Wilherm Friedrich, Zürften von Fulda; und
»&rbpringen’ von Oranien 2.1.“
8; $riederite Chrikine Mugufte,. geb: dem
Mai'1780, vermähltiam-'rg Fedr. 4797 mit '
Wilhelm Rurpringen von Heſſen.
;. GP EEE .r = 8
von u 2 öTXTX. Nett
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SE, * Eh
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. a * 2 ü x s 4